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Coronavirus FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten | BR24

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Coronavirus FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Coronavirus FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie gefährlich ist das Coronavirus? Was schützt vor einer Ansteckung? Wie lässt sich die Ausbreitung eindämmen? Welche Symptome zeigen sich bei einer Erkrankung? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Coronavirus.

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Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus SARS-CoV-2 und der von ihm verursachten Erkrankung Covid-19.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird von Mensch zu Mensch übertragen. Dies geschieht meist durch das Einatmen von Flüssigkeitspartikeln, die das Virus enthalten. Zu diesen Partikel zählen Tröpfchen mit mehr als 5 Mikrometer Durchmesser, die insbesondere beim Husten oder Niesen ausgestoßen werden. Die Viren können über die Schleimhäute der Nase, des Mundes und möglicherweise der Bindehaut der Augen ins Innere des Körpers gelangen. Das kann beispielsweise geschehen, wenn man angehustet wird und sich danach zunächst ins Gesicht und dann an Nase oder Mund fasst.

Eine weitere Infektionsquelle sind Aerosole. In diesen befinden sich Tröpfchenkerne, die weniger als 5 Mikrometer Durchmesser haben und längere Zeit in der Luft schweben können. Die größeren Tröpfchen sinken dagegen relativ schnell zu Boden. Der Übergang von Tröpfchen zu Aerosolen ist fließend: Tröpfchen können, wenn sie an der Luft austrocknen, zu Tröpfchenkernen werden. Wie lange dies dauert, hängt unter anderem von Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Umgebung ab.

Aerosole entstehen beim Atmen und Sprechen, ganz besonders beim Schreien und Singen. Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Infektion durch Aerosole auch über eine Distanz von mehr als zwei Metern besteht laut Robert Koch-Institut (RKI) "in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen (...) insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt und exponierte Personen besonders tief einatmen." Effektives Lüften reduziert hingegen die Aerosolkonzentration und damit das Infektionsrisiko. Sehr gering ist laut RKI die Übertragungswahrscheinlichkeit draußen, wenn man den Mindestabstand einhält (Stand 12. Juni 2020).

Coronavirus wohl auch über die Luft ansteckend

Kann man sich an Gegenständen mit dem Coronavirus infizieren?

Eine Infektion durch Viren, die sich auf einer Oberfläche befinden, ist bisher nicht nachgewiesen, aber wahrscheinlich möglich. In der unmittelbaren Umgebung von SARS-CoV-2-Coronavirus-Infizierten wurden Viren nachgewiesen, die sich vermehren konnten. In Laborexperimenten konnten sich infektiöse Viren stunden- oder tagelang auf Kunststoff und Edelstahl halten. Allerdings fiel ihre Zahl im Laufe der Zeit deutlich ab. Der Nachweis einiger lebensfähiger Viren auf einer Oberfläche im Labor bedeutet zudem nicht, dass es in der Realität zu einer Infektion kommt. Ähnliches gilt für die Infektionsgefahr über Körperausscheidungen: Bei Untersuchungen wurden vermehrungsfähige Viren im Stuhl von Infizierten nachgewiesen, allerdings selten.

Coronavirus: Ansteckungsgefahr an der Türklinke?

Was sind die Symptome von Covid-19?

Das Corononavirus SARS-CoV-2 verursacht die Krankheit Covid-19. Der Verlauf kann je nach Patient sehr unterschiedlich sein: Manche haben keinerlei Symptome, andere bekommen dagegen eine schwere Lungenentzündung, die tödlich enden kann. In den meisten Fällen nimmt jedoch die Krankheit einen milden bis moderaten Verlauf. Häufige Symptome sind Husten und Fieber, außerdem Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen. Viele Patienten berichten auch von Störungen des Geschmacks- und des Geruchssinns. Weitere Symptome von Covid-19 sind Schnupfen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bindehautentzündung, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie und starke Schläfrigkeit.

Coronavirus: Bei welchen Symptomen benötige ich ärztlichen Rat?

© Bayerischer Rundfunk

Die häufigsten Symptome einer Corona-Infektion sind Fieber und trockener Husten, bei schweren Verläufen Atemnot. Wer Kontakt mit einer infizierten Person hatte, sollte schnell seinen Arzt anrufen. Doch was heißt Kontakt? Philip Häusser klärt auf.

Wann sollte ich Kontakt zu einer Ärztin oder einem Arzt aufnehmen?

Wer unter typischen Covid-19-Symptomen leidet, sollte überlegen, ob er in den vergangenen zwei Wochen näheren Kontakt zu jemandem hatte, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde. Bei einem begründeten Verdacht sollte man einen Termin mit seinem Hausarzt vereinbaren. Auf keinen Fall darf man jedoch unangekündigt eine Arztpraxis oder Ambulanz aufsuchen.

SARS-CoV-2-Tests: Antikörper, Antigene, PCR

Hilfe bei der Entscheidung, ob medizinische Abklärung notwendig ist, bietet der Online-Fragebogen der Charité in Berlin. Wegen begrenzter Testkapazitäten müssen Ärzte und Labore allerdings unabhängig vom Ergebnis des Fragebogens strikt abwägen, wer auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet wird.

CovApp - der digitale Fragebogen

Wie ansteckend ist das Coronavirus?

Ein SARS-CoV-2-Infizierter steckt ungefähr drei weitere Personen an, wenn keinerlei Maßnahmen unternommen werden, um die Ausbreitung zu bremsen. Diesen Wert hält die Basisreproduktionszahl R0 fest, die bei SARS-CoV-2 bei etwa 3 liegt. Das Coronavirus ist damit ansteckender als Influenza-Viren, aber deutlich weniger als Masern-Viren.

Was die Reproduktionszahl R bedeutet

Das Virus verbreitet sich allerdings nicht gleichmäßig in der Gesellschaft. Viele Infizierte geben es anscheinend nur an wenige Mitmenschen weiter oder gar nicht. Dagegen stecken wenige Infizierte manchmal viele Menschen an. Dann ereignet sich ein sogenanntes "Superspreading-Event", dass zu einem neuen Covid-19-Ausbrüche führen kann. In Zahlen lässt sich das Phänomen der ungleichmäßigen Verbreitung mit dem Dispersionsparameter k festhalten. Dieser liegt zwischen Null und Eins. Je kleiner k ist, desto ungleichmäßiger breitet sich die Krankheit aus.

Wie lange ist die Inkubationszeit bei SARS-CoV-2?

Zwischen der Ansteckung mit dem Coronavirus bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen durchschnittlich 5 bis 6 Tage. Die Inkubationszeit kann aber auch nur einen Tag betragen oder 14 Tage. Infizierte müssen sich daher für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Erst dann sind sie nicht mehr ansteckend. Das können sie übrigens schon einige Tage vor den ersten Krankheitszeichen sein.

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Risikogruppen - Wer ist durch das Coronavirus gefährdet?

Covid-19 kann auch bei Menschen einen schweren Verlauf nehmen, die jung und anscheinend kerngesund sind. Die Gefahr dafür steigt allerdings mit dem Alter ab etwa 50 bis 60 Jahren. Weitere Risikofaktoren sind starkes Übergewicht, chronische Vorerkrankungen von Lunge, Leber, Herz und Kreislauf, Diabetes mellitus und Krebs sowie ein geschwächtes Immunsystem.

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Gibt es eine Impfung oder Medikamente?

Gegen Covid-19 gibt es bisher weder Medikamente noch Impfung. Daher werden Medikamente, die eigentlich gegen andere Krankheiten wirken sollen, gegen Covid-19 eingesetzt und ihre Wirkung in klinischen Studien untersucht. Auch an Impfstoffen wird geforscht. Es wird aber voraussichtlich viele Monate dauern, bis ein wirksamer Impfstoff entwickelt, getestet und schließlich für die Allgemeinheit verfügbar ist.

© BR/Gut zu wissen

Das Immunsystem bildet nach dem Impfen passende Antikörper und bekämpft damit den Erreger. Die Gedächtniszellen merken sich den Erreger.

Was schützt vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?

Folgende Verhaltensweisen verringern die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus, aber auch mit den Erregern von Erkältungen oder Grippe.

  • Halten Sie Abstand zu Menschen, die nicht im selben Haushalt leben wie Sie selbst. Schütteln Sie niemandem die Hand.
  • Meiden Sie Menschenansammlungen.
  • Lüften Sie häufig daheim und am Arbeitsplatz
  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände
  • Fassen Sie sich nicht ins Gesicht
  • Niesen und husten Sie in die Armbeuge und nicht in die Hand.
  • Benutzen Sie Einmaltaschentücher und entsorgen Sie diese nach unmittelbar nach Gebrauch in einem Mülleimer mit Deckel.

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© Bayerischer Rundfunk

Erst Desinfektionsmittel mit mindestens 60 Prozent Alkoholgehalt töten tatsächlich das Corona-Virus. Schlimmer noch: Alkohol schädigt die Schleimhäute und macht sie anfälliger für Viren. Und Alkohol im Blut schwächt unser Immunsystem.

Gibt es eine Immunität gegen SARS-CoV-2?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 verbreitet sich erst seit wenigen Monaten unter Menschen. Daher kann man noch nicht sagen, ob man nach überstandener Krankheit eine Immunität erwirbt und wie lange diese anhält. Virologen gehen davon aus, dass es eine solche Immunität geben wird und dass diese einige Jahre lang anhält. Danach ist es vielleicht möglich, sich erneut mit dem Coronavirus zu infizieren. Die Krankheit könnte dann aber deutlich milder verlaufen.

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© Bayerischer Rundfunk

Philip Häusser erklärt, was es in Corona-Zeiten beim Umgang mit Geld zu beachten gilt.

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Aktuelle Zahlen der laborbestätigten Corona-Infizierten in Deutschland und den einzelnen Bundesländern: Fallzahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI)

Corona-Infektionen in Bayerns Landkreisen

Wo und wie weit ist das Coronavirus weltweit verbreitet?

Das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der Johns Hopkins University hat ein interaktives Tool entwickelt, in dem die Fallzahlen der Coronainfizierten, die Sterbefälle und die Zahl der genesenen Menschen pro Land aufgeführt sind.

Die Karte und die Zahlen der John Hopkins University finden Sie hier in der Desktopversion und hier in der mobilen Version.

Die Zahlen von RKI und John Hopkins University unterscheiden sich zum Teil deutlich, weil sie auf unterschiedlichen Wegen zu unterschiedlichen Zeiten gesammelt und veröffentlicht werden.

Coronavirus - Warum sind die Fallzahlen unterschiedlich hoch?

Woher stammt das Coronavirus SARS-CoV-2?

Das Virus wurde vom Tier auf den Menschen übertragen. Das bedeutet Covid-19 ist eine Zoonose. Als Ausgangspunkt gilt ein Markt in Wuhan, auf dem auch Wildtiere verkauft wurden.

Coronavirus: Woher kommen Zoonosen?

Coronavirus könnte von Fledermäusen oder Schlangen stammen

Immunsystem von Fledermäusen macht Viren gefährlich

Schuppentier könnte Coronavirus übertragen haben

Darf man noch Blut spenden?

Blutspenden ist auch in Coronavirus-Zeiten eine gute Tat. Zum einen kann es zu einem Mangel an Blutkonserven kommen, wenn viele Blutspender daheim bleiben. Zum anderen lässt sich möglicherweise aus dem Blut genesener Corona-Patienten ein Antikörper-Serum gewinnen.

Zweifach wichtig: Blutspenden in Zeiten der Coronakrise

Werden Viren über Pakete oder Briefe übertragen?

Professorin Ulrike Protzer, Virologin vom Helmholtz-Zentrum an der Technischen Universität München (TUM) sagte am 27. Februar 2020 auf BR-Anfrage, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass ein Virus über einen Brief oder ein Paket übertragen wird. "Die saugfähige Oberfläche eines Pakets oder eines Briefes und der Transport an der Luft würden das Virus sicher austrocknen und damit seine Hülle kaputt machen. Zudem geht das Virusgenom kaputt, wenn man es der Sonne oder UV-Licht aussetzt." Auf anderen Oberflächen könnte es sein, dass sich das Virus länger hält.

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Vereine und Fitnessstudios sind geschlossen. Doch wer sich gesund fühlt, kann trotzdem Sport treiben - vor allem im Freien. Denn frische Luft ist gut für Rachen und Bronchien. Und Sport kann helfen Stress abzubauen, der schlecht ist fürs Immunsystem.

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