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Auf einem Röhrchen liegt ein Wattestäbchen für einen Abstrich.

Für einen Corona-Test wird meist mit einem Wattestäbchen ein Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum genommen.

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Die wichtigsten Corona-Tests im Vergleich

Das Coronavirus lässt sich mit verschiedenen Testverfahren nachweisen. Hier die Unterschiede und Einsatzmöglichkeiten von PCR-, Antigen- und Antikörper-Test.

Von
Jan-Claudius HanikaJan-Claudius Hanika
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Eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 lässt sich auf unterschiedliche Weise feststellen: Im Labor oder vor Ort, mit einem Abstrich oder einer Blutprobe. Die Tests unterscheiden sich jedoch in Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Daher ist in bestimmten Situationen ein PCR-Test geeignet, um eine akute Infektion zu entdecken, in anderen ein Antigen-Test. Antikörper-Tests hingegen können nur im Nachhinein eine Coronavirus-Infektion nachweisen.

So funktioniert der PCR-Test

Für einen PCR-Test wird eine Probe aus den Atemwegen genommen, meist mit einem Wattestäbchen ein Abstrich aus dem Rachenraum. In einem Labor wird die Probe für die sogenannte Real-time Reverse Transkriptase Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) aufbereitet. Falls Erbmaterial des Virus in Probe vorhanden ist, wird dieses mithilfe der PCR solange vervielfältigt, bis es nachweisbar ist und die Viruskonzentration bestimmt werden kann.

Die Bedeutung des ct-Werts

Bei der PCR wird das Virusmaterial in mehreren Zyklen vervielfältigt. Die Zahl dieser Zyklen wird mit dem ct-Wert (cycle threshold) angegeben. Je höher der ct-Wert ist, desto niedriger war die ursprüngliche Viruslast und vermutlich auch die Infektiosität. Äußere Umstände wie die Transportdauer der Probe können allerdings Einfluss auf den ct-Wert haben.

Vorteile und Nachteile des PCR-Tests

Der PCR-Test im Labor ist sehr zuverlässig und spürt auch kleine Virenmengen auf. Allerdings dauert es meist mindestens 24 Stunden, bis das Ergebnis vorliegt.

Wann ist ein PCR-Test sinnvoll?

Wer Symptome hat, die typisch für eine Infektion mit dem Coronavirus sind, oder engen Kontakt zu einer infizierten Person hatte, sollte einen PCR-Test machen lassen. Auch vor einer geplanten Operation kann ein PCR-Test sinnvoll sein. Allerdings liefert auch ein PCR-Test nur eine Momentaufnahme. Am nächsten Tag kann das Ergebnis schon anders sein. Ein negatives Testergebnis ist also keinesfalls ein Freibrief, auf Abstandhalten und anderen Schutzmaßnahmen verzichten zu können.

So funktionieren PCR-Schnelltests

Es gibt auch PCR-Tests, die vor Ort durchgeführt werden können und die Probe nicht ins Labor muss. Diese sogenannten Kartuschen-Tests liefern deutlich schneller ein Ergebnis, benötigen aber dennoch zwei bis drei Stunden. Außerdem ist das Ergebnis nicht so exakt und auch nicht so zuverlässig wie ein Test aus dem Labor.

So funktioniert der Antigen-Test

Wenn von Schnelltests die Rede ist, sind meist Antigen-Tests gemeint. Dieses weisen spezielle Protein-Bausteine des Virus SARS-CoV-2 nach. Bei einem Antigen-Test wird als Probe wie bei einem PCR-Test ein Abstrich aus dem Nasenrachenraum genommen.

Vorteile und Nachteile des Antigen-Tests

Antigen-Tests sind einfach in der Anwendung und schnell. Bereits nach 15 bis 30 Minuten liegt ein Ergebnis vor. Antigen-Tests sind außerdem günstiger als PCR-Tests, aber auch deutlich weniger zuverlässig.

Wann ist ein Antigen-Test sinnvoll?

Antigen-Tests können bei Menschen sinnvoll sein, die keine Krankheitssymptome haben und keinen bekannten Kontakt zu Covid-19-Infizierten. Generelle Regeln, wann und wo Tests zum Einsatz kommen sollen, stehen in der Nationalen Teststrategie.

Was ist der Unterschied zwischen PoC-Test und Selbsttest?

Antigen-Tests gibt es derzeit in zwei Varianten, als sogenannte PoC-Tests und als Selbsttests. PoC steht für Point of Care und bedeutet, die Speichelprobe wird vor Ort untersucht und nicht in ein Labor geschickt. Die Probe muss aber von dafür ausgebildeten Personal aus dem Nasen-Rachen-Raum genommen werden. Für einen Antigen-Selbsttest genügt hingegen eine Probe aus der Nase. Einen Antigen-Selbsttest können daher auch auch Laien anwenden.

Ein negatives Ergebnis bei einem PoC-Test (Point-of-Care-Test) gilt zudem als Bestätigung, um bestimmte Dienstleistungen und Einrichtungen nutzen zu können, falls die Vorschriften zur Eindämmung der Pandemie diese aktuell vorschreiben. Ein Selbsttest wird hingegen nicht als offizieller Nachweis anerkannt.

Corona-Schnelltest

Bildrechte: BR/Gut zu wissen

So funktioniert ein Antikörper-Test

Ein Antikörper-Test kann feststellen, ob jemand in den vergangenen Wochen oder Monaten mit dem Coronavirus infiziert war. Als Probe sind einige Tropfen Blut notwendig, die im Labor untersucht werden. Wenn darin Antikörper gegen SARS-CoV-2 zu finden sind, war der Betreffende wahrscheinlich bereits mit dem Coronavirus infiziert, auch wenn er keine oder nur milde Symptome hatte. Die Antikörper-Tests sind zwar ziemlich zuverlässig, liefern aber auch viele falsche Ergebnisse, besonders wenn die Fallzahlen insgesamt niedrig sind. Zudem ist der Nachweis von Antikörpern kein Beleg für eine Immunität oder dafür, andere nicht mehr anstecken zu können.

Antikörper-Schnelltests sind ungenau

Antikörper-Tests gibt es auch als Schnelltest. Ein paar Tropfen Blut und ein wenig Lösungsmittel werden auf ein Testfeld aufgebracht. Nach einigen Minuten ist das Ergebnis zu sehen. Allerdings ist dieses deutlich weniger zuverlässig als der Antikörper-Test im Labor. Antikörper-Schnelltests haben daher für den Einzelnen kaum einen Sinn, sind aber nützlich bei der Untersuchung größerer Gruppen.

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