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In Bayern wird immer weniger Blut gespendet. Das beklagt das Bayerische Rote Kreuz und appelliert an die Menschen: Keiner müsse sich wegen Corona Sorgen machen. Das Virus übertrage sich nicht mit dem Blut.

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Corona, Impfung, Blutspenden: Was gibt es zu beachten?

Am 14. Juni ist Weltblutspendertag. Grund genug, die Werbetrommel zu rühren, denn es werden täglich rund 14.000 Spenden benötigt. Aufgrund von Corona und Impfungen tun sich aber neue Fragen auf. Was gilt es beim Blutspenden zu beachten? Ein FAQ.

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Von
  • Marlene Riederer

Blut rettet Leben - denn viele Menschen sind auf Blutspenden angewiesen, etwa nach Unfällen, bei Operationen oder bei der Behandlung von schweren Krankheiten. Insgesamt rund 14.000 Blutspenden werden täglich in Deutschland benötigt, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Nur so lässt sich die Versorgung von schwerkranken Menschen in den Kliniken gewährleisten. Am Weltblutspendetag am 14. Juni wird deshalb wieder an die Spendebereitschaft der Menschen appelliert.

Warum ist es wichtig, regelmäßig Blut zu spenden?

Blutspenden sind nur begrenzt haltbar. Sie können also nicht endlos gelagert werden, so das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das Robert Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Eine Blutkonserve hält laut Deutschem Roten Kreuz (DRK) 42 Tage, Blutplättchen hingegen sind nur vier bis fünf Tage einsetzbar. Deswegen ist eine kontinuierliche Blutspende-Bereitschaft wichtig, um eine lückenlose Versorgung zu gewährleisten. Auf Vorrat spenden funktioniert nicht. Kontinuität ist wichtig.

Wie sieht es mit der Spende-Bereitschaft in der Corona-Pandemie aus?

Sorgen bereitet den Experten beim Thema Blutspenden vor allem der demografische Wandel. Viele langjährige Blutspender sind während der Corona-Pandemie ausgefallen, da sie entweder über die Altersgrenze gerutscht oder wegen Erkrankungen ausgefallen sind. Zwar seien auffallend viele junge Menschen zum ersten Mal zum Blutspenden gegangen, so das DRK, wichtig sei aber jetzt, die Erstspender zu binden. Laut DRK spenden nur knapp drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut. Um eine kontinuierliche Versorgung auch im Sommer - in der Urlaubszeit - zu gewährleisten, müssten etwa sechs Prozent spenden. Knapp die Hälfte der Deutschen hat laut BZgA in ihrem Leben schon einmal Blut oder Plasma gespendet. Diese Bereitschaft sei auch in Corona-Zeiten wichtig, so die Bundeszentrale. Auf der Seite blutspenden.de bietet sie zusätzliche Informationen rund um das Thema.

Kann das Corona-Virus über eine Blutspende übertragen werden?

Es gibt keinen Hinweis darauf, "dass Sars-CoV-2 durch Blut übertragbar ist und eventuell durch unerkannt infizierte Personen auf Patientinnen oder Patienten übertragen wird", so das RKI, das PEI und die BZgA. Deswegen werden Blutkonserven auch nicht auf Corona hin untersucht. Denn laut einer Studie des Paul-Ehrlich-Instituts konnte im Blut von Patienten ohne Symptome sowie bei Patienten mit weniger ausgeprägten Symptomen kein Sars-CoV-2-Erbgut nachgewiesen werden.

Besteht die Gefahr, sich bei der Blutspende mit Corona zu infizieren?

In den Einrichtungen, in denen man Blut spenden kann, gelten Hygienekonzepte, sodass kein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung für die Spendewilligen besteht.

Corona-Infektion nach einer Blutspende: Was tun?

Wer innerhalb von 14 Tagen nach einer Blutspende Corona-Symptome feststellt oder positiv getestet wurde, sollte sich umgehend beim Deutschen Roten Kreuz unter der kostenlosen Hotline melden: 0800 11 949 11 oder sich über das Kontaktformular auf der Webseite des DRK melden.

Blutspenden und Covid-19: Wann geht was?

  • Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, darf erst vier Wochen nach der Genesung wieder Blut spenden.
  • Spendewillige, die mögliche Corona-Symptome wie Halskratzen, Schüttelfrost, Husten oder Kurzatmigkeit sowie Fieber von über 38 Grad haben, dürfen nicht spenden.
  • Das Gleiche gilt für diejenigen, die sich in einem offiziellen Corona-Risikogebiet aufgehalten haben.
  • Spendewillige, die Kontakt zu Corona-Infizierten oder Erkrankten hatten, müssen vor einer Spende eine Wartezeit von zwei Wochen einhalten. Daran ändert auch ein negativer Test nichts.

Wann darf man nach einer Impfung Blut spenden?

Wenn man sich gesund fühlt und unter keinen Nebenwirkungen leidet, kann man gleich am Folgetag der Corona-Impfung zum Blutspenden gehen. Eine Impfung ist kein Grund, nicht zu spenden, so das DRK.

Bietet gespendetes Blut von Geimpften einen Impfschutz?

Die Experten gehen davon aus, dass das nicht der Fall ist, denn bei den mRNA-Impfstoffen lasse sich die mRNA kaum im Blut des Geimpften nachweisen, so die Sprecherin des PEI. "Zudem wird diese mRNA nur in der Zelle des Geimpften abgelesen und so die Produktion eines Sars-CoV-2-Spikeproteins ermöglicht." Die mRNA sei aber nicht in der Lage sich zu replizieren. "Nach aktuellem Kenntnisstand wird eine nicht integrierte mRNA in wenigen Stunden vom Immunsystem des Geimpften abgebaut."

Wer darf Blut spenden?

Jeder Mensch zwischen 18 und 68 Jahren darf grundsätzlich Blut spenden. Erstspender dürfen allerdings maximal 60 Jahre alt sein. Je nach Gesundheitszustand kommen dafür aber auch noch ältere Menschen infrage. Das wird jeweils geprüft. Im Internet gibt es einen 30-Fragen-Spende-Check, mit dem man selbst überprüfen kann, ob man spenden darf.

Wie oft darf man Blut spenden?

Spendeberechtigte Frauen können vier Mal innerhalb von zwölf Monaten spenden, Männer sechs Mal. Zwischen zwei Blutspenden müssen mindestens acht Wochen liegen. Zwar werden die gespendeten Blutzellen innerhalb von zwei Wochen erneuert, aber um den Eisenverlust auszugleichen, braucht der Körper circa zwei Monate - bei Frauen auch mal länger.

Wann darf man zeitweise oder dauerhaft kein Blut spenden?

  • Frauen, die schwanger sind
  • kurz nach einer Geburt
  • nach bestimmten Impfungen
  • nach Auslandsreisen in Malariagebiete oder Länder mit Hepatitisrisiko
  • nach größeren Operationen oder bei Einnahme bestimmter Medikamente
  • nach Akupunkturbehandlungen, wenn diese nicht steril durchgeführt wurden
  • nach Piercings und Tätowierungen
  • wenn das Sexualverhalten mit einem höheren Risiko für die Übertragung einer Infektionskrankheit wie Hepatitis oder HIV verbunden ist
  • wenn man unter bestimmten Vorerkrankungen wie insulinpflichtiger Diabetes, Hepatitis oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen leidet (Dauerhafter Ausschluss).
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Karl Landsteiner entdeckte im Jahr 1900 das A-B-0-System der Blutgruppen.

Warum fällt der Welt-Blutspendetag auf den 14. Juni?

Karl Landsteiner hat am 14. Juni Geburtstag. Er entdeckte im Jahr 1900 die Blutgruppen. Es gibt insgesamt vier Stück: A, B, 0 und AB. Daneben ist das zweitwichtigste Blutgruppensystem das Rhesus System. Beide Systeme wurden durch Landsteiner entdeckt. Dafür wurde der Österreicher mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt. Zuvor waren Transfusionen reine Glückssache und endeten nicht selten mit dem Tod des Patienten. Erst die Entdeckung Landsteiners machte eine sichere Bluttransfusion möglich.

Blutgruppenverteilung in Deutschland

Die beiden häufigsten in Deutschland vorzufindenden Blutgruppen sind die Blutgruppen A mit 43 Prozent und 0 mit 41 Prozent Anteil in der Bevölkerung. Entsprechend groß ist der Bedarf an Blutspenden dieser Gruppen, denn unter den Patienten finden sich diese Anteile wieder. Die Blutgruppe B haben 11 Prozent, die Blutgruppe AB nur 5 Prozent der Bevölkerung. Beim Rhesus System gibt es in Deutschland einen Anteil von 85 Prozent mit Rhesus positivem Merkmal und 15 Prozent mit Rhesus negativem Merkmal.

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Nadine Hadad will zum ersten Mal in ihrem Leben Blut spenden - und stellt sich ihrer Angst vor Nadeln. Wie eine Blutspende abläuft, warum das so wichtig ist und ob bei Nadine alles klappt, seht ihr in dieser PULS Reportage.

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