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Corona: Leichterer Verlauf bei Kindern, dennoch lange ansteckend | BR24

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Kinder und Teenager erkranken seltener schwer an Covid-19 und versterben auch weniger häufig als Erwachsene.

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    Corona: Leichterer Verlauf bei Kindern, dennoch lange ansteckend

    Eine Studie aus Großbritannien zeigt, dass Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren mildere Symptome haben und seltener an Covid-19 sterben. Ansteckend können Kinder aber laut einer weiteren Studie relativ lange sein - auch ohne Symptome.

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    Von
    • Yvonne Maier
    • Claudia Sarrazin

    Das wichtigste Ergebnis der Studie: Kinder und Jugendliche entwickeln seltener einen schweren Krankheitsverlauf. Sie werden deshalb auch deutlich weniger oft als Erwachsene in ein Krankenhaus eingeliefert. Insgesamt machten die Kinder und Jugendlichen nur etwa ein Prozent der Patienten im Krankenhaus aus.

    Größte Krankenhausstudie der Welt

    Die Daten stammen aus der ISARIC4C-Studie, bei der zwei Drittel aller Krankenhauspatientinnen und -patienten Großbritanniens eingeschlossen sind. Sie ist damit die bislang größte Untersuchung mit Krankenhauspatienten der Welt. Für dieses Teilergebnis wurde der Krankheitsverlauf von 651 Kindern und Jugendlichen unter 19 Jahren betrachtet.

    Risikogruppen für schwere Covid-19-Verläufe

    Im Schnitt waren Kinder, die ins Krankenhaus mussten, etwa fünf Jahre alt. Fast die Hälfte aller Patientinnen und Patienten unter 19 Jahre hatte noch eine andere Vorerkrankung, zum Beispiel Asthma.

    Besonders gefährlich ist SARS-Cov-2 laut den Autorinnen und Autoren für stark übergewichtige und schwarze Kinder und Jugendliche. Auch Erwachsene aus diesen Gruppen sind einem besonderen Risiko ausgesetzt, schwer an Covid-19 zu erkranken. Darüber hinaus seien Kleinkinder unter einem Jahr besonders gefährdet.

    Covid-19 weniger tödlich

    Insgesamt verstarben sechs der Kinder im Krankenhaus, drei davon waren Neugeborene, die anderen drei waren zwischen 15 und 18 Jahre alt. Alle hatten weitere Vorerkrankungen. 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die im Krankenhaus behandelt worden sind, wurden in die Intensivstation verlegt. Das betraf am häufigsten Babys unter einem Monat Lebensalter und 10-14-Jährige.

    Damit bestätigt die neue Studie Ergebnisse früherer Untersuchungen, die ebenfalls zeigen konnten, dass Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen milder verläuft als bei Erwachsenen.

    Mildere Verläufe - dennoch ansteckend?

    Insgesamt sei bedeutsam, dass Kinder und Jugendliche milder an Covid-19 erkrankten und auch seltener im Krankenhaus behandelt werden mussten, so eine der Autorinnen, Dr. Olivia Swann von der Universität Edinburgh.

    Dennoch müsse man den weiteren Verlauf im Herbst und Winter genau beobachten, wenn die Kinder und Jugendlichen wieder in die Schule gingen, so Dr. Louisa Pollock vom Royal Hospital for Children in Glasgow.

    Nicht beantwortet hat die Studie die Frage, ob Kinder und Jugendliche das Coronavirus genauso leicht verbreiten können. Das ist für die Diskussion um einen verlässlichen Schulstart im Herbst auch hier in Bayern ein wichtiger Faktor.

    Auch Kinder ohne Symptome können lange ansteckend sein

    Eine neue Studie beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie lange Kinder das Virus verbreiten können. Dafür wurden 91 mit SARS-CoV-2 infizierte Kinder in 22 Krankenhäusern in Südkorea untersucht. In Südkorea bleiben Patienten, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, anders als bei uns auch dann im Krankenhaus, wenn sie keine Symptome haben - bis sie die Infektion überstanden haben. Alle drei Tage wurden die Kinder durchschnittlich getestet, um einschätzen zu können, wie lange sie potenziell ansteckend sind.

    Laut Roberta L. DeBiasi und Meghan Delaney vom Children's National Hospital in Washington ist die Dauer der möglichen Virenweitergabe ein wichtiges Ergebnis der Studie. In der kompletten Gruppe der untersuchten Kinder ließ sich das Virus im Durchschnitt zweieinhalb Wochen nachweisen. Etwa die Hälfte der Kinder, die Symptome aufwiesen, und rund ein Fünftel der Kinder, die symptomfrei waren, waren auch nach drei Wochen immer noch potenziell infektiös.

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