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Blutvergiftung: Sepsis, eine lebensbedrohliche Erkrankung | BR24

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Bei einer Sepsis verteilen sich Bakterien im ganzen Körper.

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Blutvergiftung: Sepsis, eine lebensbedrohliche Erkrankung

Trotz medizinischer Fortschritte ist eine Blutvergiftung die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Grippe. Wird die Sepsis nicht rechtzeitig erkannt, sind die Überlebenschancen gering.

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Jedes Jahr erkranken 280.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Jeder vierte Betroffene stirbt an der sogenannten Blutvergiftung. Sie ist die dritthäufigste Todesursache und trifft mehr Menschen als ein Schlaganfall oder eine Krebserkrankung. Dahinter steckt meist eine bakterielle Infektion. Wird sie zu spät erkannt, dann kann sie tödlich enden. Überlebende leiden meist an den Spätfolgen dieser gefährlichen Erkrankung.

Wie entsteht eine Sepsis?

Das Risiko, an einer Sepsis zu erkranken, trifft häufig ältere Menschen, meist nach einer Operation. Aber auch junge Menschen können eine Blutvergiftung bekommen. Sie kann mit einem eitrigen Zahn, einem Infekt oder einer Hautverletzung beginnen. Ein roter Strich, der sich auf der Haut von der Infektionsstelle Richtung Herz ausbreitet, kann ein Anzeichen für den Beginn einer Sepsis sein.

Eine Blutvergiftung beginnt meist mit einer Infektion

Das Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper und versucht die Infektion zu bekämpfen. So können zum Beispiel bei einer verschleppten Lungenentzündung Erreger in den Blutkreislauf gelangen und eine Entzündung im ganzen Körper verteilen. Die Immunabwehr reagiert jedoch mit Stoffen, die das Gewebe und die Organe angreifen. Mit der Folge, dass die Nieren versagen und das Blut gerinnt. Wird hier nicht rechtzeitig eingegriffen, fallen alle Organe aus.

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Nur sechs Prozent aller Blutvergiftungen entstehen durch entzündete Wunden. Was löst die anderen Blutvergiftungen aus und was läuft im Körper ab?

Symptome einer Sepsis erkennen

Die Symptome einer Blutvergiftung sind nicht leicht zu diagnostizieren. Jedes Warten verschlechtert jedoch die Überlebenschancen des Patienten. Problematisch ist, dass viele Ärzte die Symptome nicht richtig deuten. Sie vermuten eine harmlose Erkrankung und wertvolle Zeit, die Sepsis rechtzeitig zu behandeln, geht verloren. Deshalb sollten Symptome, die nach einer Infektionskrankheit plötzlich auftreten, wie Schüttelfrost, hohes Fieber, Herzrasen sowie Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen ernst genommen werden. Dann verständigt man am besten einen Notarzt oder sucht ein Krankenhaus auf.

Die Blutvergiftung mit dem richtigen Medikament bekämpfen

Eine Sepsis ist gefährlich und muss möglichst schnell behandelt werden. Nur das richtige Antibiotikum kann die Entzündung aufhalten. Dazu muss der Arzt jedoch wissen, welches Bakterium oder auch welcher Pilz die Infektion ausgelöst hat. Solche Analysen finden meist in speziellen Labors statt und dauern derzeit bis zu drei Tage. Das ist eine wertvolle die Zeit, die über Leben und Tod entscheiden kann.

Schnelltests für eine gezielte Sepsis-Behandlung

Ein neu entwickelter laserbasierter Test soll nun helfen, die lebensbedrohliche Krankheit schneller zu erkennen. Wenige Tropfen Blut auf einem Chip würden reichen, damit der Arzt sehen kann, um welches Bakterium es sich handelt und gegen welche Antibiotika es resistent ist. Innerhalb von drei Stunden soll dieses lichtbasierte Schnellverfahren wichtige Informationen liefern. Ein europäisches Forscherteam von Medizinern und Naturwissenschaftlern arbeitet an diesem Verfahren und möchte es in drei bis fünf Jahren auf den Markt bringen, betont Prof. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologie. Dieser Schnelltest könnte überall dort helfen, wo Speziallabors fehlen, möglichst genaue Diagnosen zu treffen und das passende Medikament zu finden. Der Schnelltest wäre ein Schritt, die lebensbedrohliche Sepsis schneller zu behandeln. Um auf die Gefahren einer Blutvergiftung hinzuweisen, findet jährlich am 13. September der Welt-Sepsistag statt.