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Was man beim Tragen einer FFP2-Maske beachten sollte | BR24

© dpa-Bildfunk/Hauke-Christian Dittrich

FFP2-Masken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Was man beim Tragen einer FFP2-Maske beachten sollte

Ab 18. Januar 2021 müssen beim Einkaufen oder im Öffentlichen Personennahverkehr in Bayern stark filternde Masken, FFP2-Masken, getragen werden. Damit sie ihre volle Wirkung entfalten, ist es wichtig, sie richtig handzuhaben. Die wichtigsten Tipps.

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Von
  • Yvonne Maier

FFP2-Masken sind partikelfiltrierend, die Abkürzung kommt aus dem Englischen: "Filtering Face Piece". Sie sind vielen ursprünglich als "Staubschutzmaske" aus dem Handwerk bekannt.

FFP2-Masken schützen vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen und filtern bis zu 94 Prozent der Partikel aus der Luft. Damit können sie auch einen guten Schutz vor dem Coronavirus bieten, sowohl dem Träger als auch dem Gegenüber. FFP3-Masken filtern sogar 99 Prozent der Partikel aus der Luft. Wichtig ist aber, die Maske vorschriftsgemäß zu nutzen.

Für wen die FFP2-Maske eigentlich gedacht ist

FFP2- und auch FFP3-Masken sind ursprünglich für den Arbeitsschutz gedacht, zum Beispiel im medizinischen Bereich. Das betrifft Pflegepersonal oder Ärztinnen und Ärzte, die einem erhöhten Übertragungsrisiko ausgesetzt sind. Im Vorfeld wird diesen Personengruppen eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung angeboten, denn die Masken sind dichter als normale OP-Masken und das erhöht den Atemwiederstand. Darüber hinaus ist der Schutz der FFP2-Masken nur dann gewährleistet, wenn sie durchgehend und dicht sitzen.

Das Robert-Koch-Institut befürchtet, dass Laien das ohne entsprechende Einweisung nicht können. FFP2-Masken werden für Privatleute vom RKI also auch nur unter "sorgfältiger Abwägung von potentiellem Nutzen und unerwünschten Risiken" empfohlen. Darüber hinaus sollte ein derartiges Vorgehen zum Beispiel für besonders empfindliche Risikopatienten am besten ärztlich begleitet werden. Die Beschlüsse aus Bayern kommentiert das RKI nicht.

Das hat RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler auch in seiner täglichen Pressekonferenz am 14. Januar 2021 nochmal betont:

"FFP2-Masken, sind Masken, die für den medizinischen Arbeitsschutz genutzt werden. Und das sind Masken, die eine hohe Wirkung haben, wenn sie korrekt getragen werden und wenn die Menschen, die sie tragen, wirklich darüber aufgeklärt werden, wie sie zu tragen sind." Lothar Wieler, RKI-Präsident

Wie man die FFP2-Maske auf- und absetzt

Die Hygiene-Regeln für das Masken auf- und absetzen sind dieselben, wie für die Alltagsmasken aus Stoff. Jede FFP2-Maske sollte auch eine Anleitung beiliegend haben.

Zunächst die Hände gut waschen oder desinfizieren. Dann die Masken über Mund, Nase und Wange platzieren. Die Ränder der Maske sollen dicht am Gesicht aufliegen, die metallenen Nasenbügel so verbiegen, dass oben keine Atemluft entweicht.

Abnehmen sollten sie die Maske nur über die Bänder, nicht auf die Maske selbst fassen.

FFP2-Masken sind, genau wie ihre Äquivalente, die KN95 und N95-Masken, in der Regel Einwegprodukte. Am besten ist es deshalb, sie nach der vom Hersteller ausgewiesenen Maximal-Tragedauer wegzuwerfen.

Wie lang man eine FFP2-Maske am Stück tragen kann

Für den privaten Gebrauch gibt es keine Regeln, wie lang eine FFP2-Maske ohne Pause getragen werden sollte. Ursprünglich sind die FFP2- und FFP3-Masken auch nicht für den privaten Gebrauch entwickelt worden. Darum hat das RKI auch keine Daten darüber, wie gut Menschen im Alltag eine längere Tragedauer tolerieren. Durch die Filterwirkung ist der Atemwiderstand erhöht, gerade für ältere Menschen oder Kinder kann das gesundheitliche Auswirkungen haben. Aus der beruflichen Nutzung derartiger Masken ist bekannt, dass Personen über Atembeschwerden oder Hautausschläge im Gesicht klagen.

Die Hersteller weisen Maximal-Tragedauern aus und empfehlen, die Maske zu wechseln, wenn sie durchfeuchtet ist. Orientieren könnte man sich an den Regeln für die Tragezeitbegrenzungen aus dem Arbeitsschutz, die durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung festgelegt werden.

Demnach wird bei einer FFP2-Maske mit Ausatemventil (die also nur dem Träger Schutz bietet) bei "mittelschwerer körperlicher Arbeit" eine Tragedauer von maximal zwei Stunden empfohlen. Danach soll die Maske für eine halbe Stunde oder länger abgelegt und auch getrocknet werden.

Kürzer wird die empfohlene Tragedauer bei mittelschwerer körperlicher Arbeit mit einer FFP2-Maske ohne Ausatemventil, nämlich nur 75 Minuten. Danach soll ebenfalls eine mindestens halbstündige Pause folgen.

Wenn die FFP2-Maske zum Einkaufen oder im ÖPNV getragen wird, werden solch langen Tragedauern voraussichtlich nicht zusammenkommen.

Die Hersteller haben derartige Masken für den Arbeitsschutz gedacht, darum sind sie auf mindestens acht Stunden Tragedauer ausgelegt. Man kann die Zeit beim Tragen auch aufaddieren, so Christof Ansbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosol-Forschung, zum Beispiel, wenn man Bus fährt oder einkaufen geht. "Mit acht Stunden ist man auf der sicheren Seite." Manche Masken hielten sicher auch länger.

Auf Dauer aber verliere eine Maske ihre elektrostatische Aufladung, die den Filtereffekt gerade für so kleine Partikel wie Viren erhöht. Wie lang das dauert, lasse sich aber pauschal nicht sagen.

Wie man eine FFP2-Maske desinfizieren kann

Eigentlich sind FFP2-, KN95- und N59-Masken Einwegprodukte. Im Notfall können sie aber beim privaten Gebrauch desinfiziert werden, so die FH Münster.

Das kann im Backofen bei 80 Grad Celsius geschehen für eine Stunde, oder indem man die Masken sieben Tage zum Trocknen aufhängt. Wie das genau geschehen sollte, lesen Sie hier.

Auch so eine Desinfektion ist keine Dauerlösung, nach fünfmal sollte die FFP2-Maske nicht mehr verwendet werden. Das liegt auch daran, dass die elektrostatische Aufladung des Materials nach und nach verschwindet und durch die Desinfektion beeinträchtigt wird. Wann immer es geht, sollte man also die Masken nicht wieder verwenden.

Wie ein Vollbart die Wirkung der FFP2-Masken mindern kann

Die FFP2-Maske funktioniert nur dann richtig, wenn sie lückenlos am Gesicht anliegt. Bei Vollbart-Trägern kann das ein Problem werden. Denn die Ein- und Ausatemluft nimmt immer den einfachsten Weg. Wenn die Luft nicht durch das Material der Maske gefiltert wird, dann schützt sie nicht vor einer Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Erreger, beziehungsweise man schützt auch andere nicht, sollte man selbst ansteckend sein.

Der Sitz der Maske sollte also immer geprüft werden, egal ob man einen Vollbart trägt oder nicht. Es gibt auch verschieden große Masken, im Zweifel müsste man testen, welche am besten passt. Der Atemwiderstand ist bei einer FFP2-Maske merklich höher als mit einer herkömmlichen Community-Maske.

© BR

Die Jagd auf FFP2-Schutzmasken in Bayern hat begonnen: Ab Montag sind diese Masken Pflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr - herkömmliche Stoffmasken sind dann nicht mehr erlaubt. Die Entscheidung der Staatsregierung kam kurzfristig.

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