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Vorbereitung des PCR-Tests für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus

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Coronavirus: Die Ereignisse vom 5. bis 11. April

Informationen zu Entwicklungen und Zahlen zum Coronavirus in Bayern, Deutschland und in der Welt vom 05. bis 11. April.

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  • BR24 Redaktion

Sonntag, 11. April 2021

21.36 Uhr: Italien lockert ab morgen

In großen Teilen Italiens werden die Corona-Beschränkungen am Montag gelockert. Aufgrund zurückgehender Infektionsraten dürfen unter anderem Geschäfte wieder öffnen. Von den Lockerungen profitieren über 25 Millionen Italiener. Unter anderem die in Italien lange am stärksten betroffene Region Lombardei mit Mailand. Sie sind damit keine rote Zone mehr. Zurückgefahren werden Anti-Corona-Beschränkungen auch im Piemont mit Turin, der Emilia-Romagna mit Bologna, der Toskana, dem Friaul und Kalabrien. In all diesen Regionen dürfen Geschäfte wieder öffnen, auch ältere Schüler kehren in den Präsenzunterricht zurück.

Es ist wieder erlaubt Freunde und Verwandte in der eigenen Stadt zu besuchen. Bars und Restaurants allerdings bleiben bis Ende des Monats in ganz Italien für Gäste weiter geschlossen, nur ein Angebot zum Mitnehmen ist erlaubt.

Mit den ab heute gültigen Lockerungen, die insgesamt für acht von zehn Italienerinnen und Italiener gelten, reagiert Rom auf die zurückgehende Infektionsrate im Land. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist von deutlich über 200 auf 185 gesunken. Ein Sonderfall in Italien ist Sardinien. Anfang März ist die Region wegen guter Werte zur weißen Zone erklärt worden, alles durfte wieder öffnen. Innerhalb kurzer Zeit aber sind die Infektionswerte auf Sardinen nach oben geschossen. Deswegen ist die Insel ab heute sogar rote Zone, mit strengsten Ausgangsbeschränkungen.

21.36 Uhr: Italien lockert ab morgen

In großen Teilen Italiens werden die Corona-Beschränkungen am Montag gelockert. Aufgrund zurückgehender Infektionsraten dürfen unter anderem Geschäfte wieder öffnen. Von den Lockerungen profitieren über 25 Millionen Italiener. Unter anderem die in Italien lange am stärksten betroffene Region Lombardei mit Mailand. Sie sind damit keine rote Zone mehr. Zurückgefahren werden Anti-Corona-Beschränkungen auch im Piemont mit Turin, der Emilia-Romagna mit Bologna, der Toskana, dem Friaul und Kalabrien. In all diesen Regionen dürfen Geschäfte wieder öffnen, auch ältere Schüler kehren in den Präsenzunterricht zurück.

Es ist wieder erlaubt Freunde und Verwandte in der eigenen Stadt zu besuchen. Bars und Restaurants allerdings bleiben bis Ende des Monats in ganz Italien für Gäste weiter geschlossen, nur ein Angebot zum Mitnehmen ist erlaubt.

Mit den ab heute gültigen Lockerungen, die insgesamt für acht von zehn Italienerinnen und Italiener gelten, reagiert Rom auf die zurückgehende Infektionsrate im Land. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist von deutlich über 200 auf 185 gesunken. Ein Sonderfall in Italien ist Sardinien. Anfang März ist die Region wegen guter Werte zur weißen Zone erklärt worden, alles durfte wieder öffnen. Innerhalb kurzer Zeit aber sind die Infektionswerte auf Sardinen nach oben geschossen. Deswegen ist die Insel ab heute sogar rote Zone, mit strengsten Ausgangsbeschränkungen.

21.25 Uhr: US-Außenminister kritisiert China

US-Außenminister Antony Blinken übt scharfe Kritik an China für das Verhalten des Landes bei der Aufklärung der Corona-Pandemie. China habe internationalen Experten den Zugang verweigert und Informationen nicht zeitnah bereitgestellt, sagt Blinken dem Sender NBC. Chinas Verhalten habe die Pandemie verschlimmert. Der zuständige WHO-Vertreter hatte im März beklagt, dass China eine WHO-Untersuchungskommission in dem Land behindert habe.

20.50 Uhr: US-Notenbankchef sieht Wendepunkt

Die US-Wirtschaft hat nach Einschätzung von Notenbankchef Jerome Powell einen Wendepunkt in der Corona-Krise erreicht. Er erwarte ein Anziehen des Wirtschaftswachstums und eine beschleunigtes Entstehen neuer Arbeitsplätze, sagte der Fed-Vorsitzende dem Sender CBS. Allerdings bestehe das Risiko, dass die Corona-Pandemie erneut aufflamme.

"Wir haben den Eindruck, dass wir an einer Stelle sind, an der die Wirtschaft vor einem viel schnelleren Wachstum steht und die Schaffung von Arbeitsplätzen viel schneller erfolgt", sagte Powell. "Das Hauptrisiko für unsere Wirtschaft ist derzeit wirklich, dass die Krankheit sich erneut ausbreiten könnte." Es sei ratsam, dass die Bevölkerung die Abstandsgebote weiterhin einhalte und Schutzmasken trage.

19.47 Uhr: Scholz rechnet mit Zustimmung bei Corona-Gesetz

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erwartet trotz kritischer Stimmen aus seiner Partei eine Unterstützung der SPD-Ministerpräsidenten für das geplante Corona-Bundesgesetz. "Sie stehen alle hinter diesem Vorgehen und werden es auch unterstützen", sagt der Vizekanzler im ZDF. Es werde eine ordentliche Beratung geben. "Aber der Weg ist klar und wird von allen getragen."

Er habe noch am Sonntagabend mit den SPD-Länderchefs gesprochen. Zuvor war besonders aus dem SPD-regierten Niedersachsen Kritik am Entwurf des Bundesgesetzes laut geworden.

19.34 Uhr: Großbritannien lockert ab Montag

In England tritt am Montag die zweite Phase der Corona-Lockerungen in Kraft, in der auch die Außenbereiche von Pubs und Restaurants wieder öffnen dürfen. Außerdem dürfen auch alle Geschäfte, Fitnessstudios und Friseure wieder aufmachen. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte vor einer Woche erklärt, die Lockerungen seien durch die sinkenden Infektionszahlen "vollauf gerechtfertigt".

Großbritannien hat mit mehr als 127.000 Corona-Toten die höchste Opferzahl der Pandemie in Europa zu beklagen. Mit den Corona-Impfungen geht es im Vereinigten Königreich allerdings gut voran. Von den gut 66 Millionen Einwohnern haben bereits mehr als 32 Millionen eine erste Impfdosis erhalten, weitere 7,47 Millionen Menschen haben bereits beide Impfspritzen bekommen. Im Rahmen eines Vier-Stufen-Plans sollen in England bis Ende Juni alle Corona-Restriktionen enden.

19.02 Uhr: Hannover Messe startet online

Ausschließlich online findet in diesem Jahr die Hannover Messe statt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eröffnet die weltweit wichtigste Industriemesse am Montagmorgen. Sie dauert bis Freitag. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält am frühen Montagnachmittag eine Rede.

Leitthema der Messe ist in diesem Jahr "Industrial Transformation". Aussteller und Vordenker der Industrie präsentieren ihre Technologien und Ideen für die Fabriken, Energiesysteme und Lieferketten der Zukunft. Im vergangenen Jahr war die Messe wegen der Corona-Pandemie zunächst verschoben und dann ganz abgesagt worden - das erste Mal in der über 70-jährigen Geschichte der Veranstaltung.

18.44 Uhr: Aiwanger lehnt verstärkte Bundeskompetenz ab

Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat sich gegen eine bundeseinheitliche Notbremse jenseits der Corona-Inzidenz von 100 ausgesprochen. Dem BR sagte der Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler, die Städte und Landkreise müssten zusammen mit dem jeweiligen Bundesland selbst entscheiden können, was die richtige Strategie sei. "Wir haben Landkreise an der Grenze, da haben die Schüler seit einem halben Jahr die Schulen nicht mehr von innen gesehen. (…) Nur, weil dort vielleicht über die tschechischen Arbeitnehmer und die Grenznähe das Virus immer wieder eingeschleppt wird, können wir doch die Schulen nicht dicht machen ein Jahr lang." Auch bei einer Inzidenz über 200 könnten die Schulen mit effektiven Tests offenbleiben, so Aiwanger. Genau diese Grenze will aber der Bund jetzt für Schließungen festlegen. Abschlussklassen und Notbetreuung können aber ausgenommen werden.

Der Niederbayer plädierte erneut für Öffnungen in Handel, Gastronomie und Kultur unter der Voraussetzung eines negativen Coronatests – auch bei einer Inzidenz über 100, wie es in Bayern ab Montag für den Einzelhandel mit dem "Click and meet"-Konzept erlaubt ist. Genau das aber soll nach den Vorstellungen des Kanzleramts jetzt nicht mehr möglich sein, wie aus einer "Formulierungshilfe" für das Bundeskabinett am kommenden Dienstag hervorgeht.

18:24 Uhr: Indien verbietet Remdesivir-Export

Indien hat angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen den Export des Medikaments Remdesivir verboten. Das antivirale Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde und nun auch zur Behandlung schwer kranker Corona-Patienten genutzt wird, darf nicht mehr in andere Länder exportiert werden, wie das indische Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte. Der starke Anstieg der Infektionszahlen habe zu einer "plötzlichen Steigerung der Nachfrage" geführt.

Remdesivir, das vom US-Pharmaunternehmen Gilead hergestellt wird, war in der Corona-Krise eines der ersten vielversprechenden Medikamente. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät inzwischen allerdings vom Einsatz des Mittels ab. Eine Studie hat demnach gezeigt, dass das Medikament "nur einen geringen oder keinen Einfluss" auf die Überlebenswahrscheinlichkeit der Erkrankten hat.

17:53 Uhr: Söder: Bayern und CSU stimmen für neues Infektionsschutzgesetz

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die volle Unterstützung seines Landes und der CSU für die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes angekündigt. "Er (der Entwurf) wird gerade noch abschließend beraten und natürlich werden wir sowohl als Bayern als auch als CSU in der Bundesregierung da sogar Mittreiber sein, dass es beschlossen wird", sagte der CSU-Chef am Sonntag in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin.

Söder begründete dies damit, dass einige Bundesländer die Notbremse in Regionen mit Inzidenzen von mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche nicht konsequent umsetzen würden. Dies hatte auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wiederholt kritisiert.

Söder stellt sich damit direkt gegen die Ablehnung seines Koalitionspartners in Bayern, der im Bundestag nicht vertretenen Freien Wähler. Deren Parteichef und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger hatte zuvor erklärt, die Freien Wähler würden einer "Machtverlagerung von Bayern nach Berlin" nicht zustimmen.

17.34 Uhr: Tschentscher möchte rasche Neufassung des Infektionsschutzgesetzes

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) dringt auf eine rasche Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. "Wir brauchen sehr schnell Entscheidungen (...) und je schneller jetzt Einheitlichkeit in Deutschland hergestellt wird, umso besser ist es", sagte er am Sonntag beim Besuch einer Corona-Teststelle.

Im Grunde gehe es um die Umsetzung bereits gefassten Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz in ein Infektionsschutzgesetz, an das sich dann alle halten müssten. Die Bundesregierung sei "seit zwei Wochen in diesen Überlegungen", sagte er. "Und ich gehe davon aus, dass die Überlegungen jetzt soweit gereift sind, dass es dann auch zeitnah möglich ist." Die Gefahr einer Kompetenzverschiebung von den Ländern Richtung Bundesregierung sehe er nicht.

17:30 Uhr: Schleswig-Holstein öffnet am Montag Außengastronomie

In den meisten Kreisen und Städten Schleswig-Holsteins darf nach monatelanger Corona-Pause am Montag die Außengastronomie wieder öffnen. Die Landesregierung hatte die Erlaubnis zur Öffnung am vergangenen Mittwoch mitgeteilt. Möglich ist eine Bewirtung, wo die Zahl der Infektionen innerhalb von sieben Tagen je 100 000 Einwohner stabil unter 100 liegt.

Der Zugang zur Außengastronomie richtet sich nach den aktuellen Kontaktbeschränkungen. Demnach dürfen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit.

Die Gastronomen müssen eine Kontaktnachverfolgung sicherstellen und die Abstände müssen überall gewährleistet sein. Medizinische Schutzmasken sind Pflicht, nur am Tisch dürfen Gäste sie abnehmen. Vorherige Schnell- oder Selbsttests auf das Coronavirus sind für den Besuch der Außengastronomie keine Pflicht, werden aber dringend empfohlen.

16:43 Uhr: Kretschmer will über Infektionsschutzgesetz diskutieren

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht noch "erheblichen Gesprächsbedarf" bei der geplanten Neufassung des Bundesinfektionsschutzgesetzes. So dürften sich bundesweite Regelungen für Einschränkungen nicht allein an Inzidenzwerten orientieren, erklärte er am Sonntag in Dresden.

Als zusätzlicher Faktor müsse zum Beispiel die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems in Betracht gezogen werden, indem ein Bettenindikator als Grundlage für härtere Einschränkungen berücksichtigt wird. "Das ist aus meiner Sicht eine zwingende Voraussetzung für Akzeptanz in der Bevölkerung."

Kretschmer forderte, soll eine Eingriffsschwelle für die Ausgangssperre erst ab einer Inzidenz von 200 gelten. Außerdem müssten weitere Ausnahmen für den Einzelhandel in das Gesetz aufgenommen werden. Als Beispiele nannte er Werkstätten, Geschäfte für Babybedarf oder auch Zeitungsläden. Vor allem solle der Bund auf Regelungen im Schulbereich verzichten. Schließlich müsse das Gesetz zeitlich befristet werden und automatisch auslaufen.

16:34 Uhr: Straftaten in Deutschland sinken wegen Corona

Die Zahl der erfassten Straftaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr einem Bericht zufolge um 2,3 Prozent auf 5,31 Millionen gesunken. Wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf die ihr vorliegende Polizeiliche Kriminalstatistik berichtete, verbesserte sich zudem die Aufklärungsquote geringfügig auf 58,4 Prozent.

Bezogen auf die Häufigkeit von Straftaten pro 100.000 Einwohnern ist es in Berlin am gefährlichsten (13.739 Taten) und in Bayern am sichersten (4528). In beiden Ländern ging diese Zahl aber zurück. Nur in Bremen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gab es einen Anstieg.

Einen merklichen Rückgang gab es vor allem beim Wohnungseinbruchdiebstahl (minus 13,9 Prozent). Zurückgeführt wird das auf einen Corona-Effekt. In Zeiten der Pandemie waren Banden durch Grenzkontrollen geschwächt, außerdem waren viele Menschen deutlich häufiger zu Hause, was die Tatgelegenheiten reduzierte.

16:10 Uhr: Bamberger Schlachthof stoppt Betrieb

Bis auf Weiteres wird die Schlachtung von Schweinen und Rindern im Schlachthof Bamberg ausgesetzt. Das teilte die Stadt Bamberg am Sonntagnachmittag mit. Wie es in dem Schreiben heißt, seien "externe Behördendienstleister" positiv auf Corona getestet worden, deshalb müssten Schlachthofmitarbeiterinnen und-mitarbeiter in Quarantäne.

16:03 Uhr: US-Rekord bei Corona-Impfungen

Das Corona-Impfprogramm in den USA kommt weiter rasant voran. Am Samstag seien mehr als 4,6 Millionen Impfungen verabreicht worden, das sei "ein neuer Rekord", schrieb Cyrus Shahpar, der im Weißen Haus für die Corona-Daten zuständig ist, auf Twitter. Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, hatte am Freitag mitgeteilt, zuletzt seien USA-weit pro Tag im Schnitt drei Millionen Impfdosen verabreicht worden.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden landesweit bislang mehr als 183 Millionen Impfdosen gespritzt. Gut 45 Prozent der Erwachsenen im Land haben demnach mindestens eine Impfdosis bekommen, 27 Prozent der Erwachsenen sind voll geimpft. In den USA kommen derzeit drei Impfstoffe zum Einsatz: Neben den Präparaten von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, wird auch der Impfstoff von Johnson & Johnson eingesetzt, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet.

15.46: Patientenschützer gegen Laschet-Vorstoß zu Impfreihenfolge

Patientenorganisationen kritisieren den Vorschlag von NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) zur Aufhebung der Impfreihenfolge noch im Frühjahr. "Von der Priorisierung darf erst abgewichen werden, wenn es genügend Vakzine gibt. Das wird im dritten Quartal sein", sagte Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die festgelegte Reihenfolge solle garantieren, "dass zunächst die Schwächsten als erstes geschützt werden", so Brysch. Schließlich seien 90 Prozent der Corona-Toten über 70 Jahre alt. Laschet hatte sich in der Bild am Sonntag dafür ausgesprochen, die Reihenfolge im Frühjahr aufzuheben und Corona-Impfungen für alle Bundesbürger freizugeben.

15.24 Uhr: Laschet möchte Impfreihenfolge bald aufheben

Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat sich dafür ausgesprochen, die Impfreihenfolge bald aufzuheben. "Wenn zum Ende des Frühjahrs die großen Impfstoffmengen kommen, sollten die Impfprioritäten fallen und die Impfungen für alle Menschen geöffnet werden", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident der Bild am Sonntag.

"Das wäre ein wichtiger Baustein für die Brücke zu einem Sommer mit viel mehr Freiheit", so Laschet. Er lobte zugleich die bisherige Linie: "Mit der strikten Priorisierung am Anfang haben wir eine Schutzmauer für die Alten und Pflegebedürftigen errichtet. So haben wir unzählige Leben gerettet."

14.58 Uhr: AfD im Wahlprogramm gegen Maskenpflicht

Die AfD hat sich auf ihrem Parteitag in Dresden generell gegen eine Maskenpflicht in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Die Delegierten beschlossen am Sonntag mit knapper Mehrheit, den Satz "Die Pflicht zum Tragen einer Maske lehnen wir ab" in das Wahlprogramm aufzunehmen. Die Antragsteller begründeten dies damit, dass die Verpflichtung zum Tragen von Masken "auf nicht aussagefähigen Zahlen" beruhe.

Der ursprüngliche Entwurf der Parteispitze hatte sich lediglich gegen das Tragen von Masken in Kindertagesstätten, Horten und Schulen gewandt.

14.34 Uhr: Sinkende München-Inzidenz ist Datenpanne

Die Erleichterung über das deutliche Absinken der 7-Tage-Inzidenz in München ist womöglich nur von kurzer Dauer. Im Rathaus ist von einem "Datenproblem zwischen LGL und RKI" die Rede: Das Robert-Koch-Institut (RKI), dessen Veröffentlichungen immer ausschlaggebend für die Corona-Regeln sind, meldete heute den Wert 94,4 (gestern 102,5). Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) liegt der Wert aber aktuell bei 116,4 (Stand 11.4.).

Die Stadt will nun klären, welche Auswirkungen dieses Problem auf die Verschärfung der Corona-Regeln hat. Für die Münchner Schulen ergeben sich in der nächsten Woche aber erst einmal keine Auswirkungen. Dort findet morgen Präsenzunterricht statt, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Andernfalls steht Wechselunterricht an. Schüler und Lehrer müssen sich außerdem zweimal pro Woche auf Corona testen.

14:08 Uhr: Inzidenz in Bayern steigt auf knapp 150

In Bayern liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 148,22 (Stand: 11.04.21, 08.00 Uhr). Das teilt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit Sitz in Erlangen auf seiner Homepage mit. Demnach wurden seit gestern 2.913 Corona-Neuinfektionen im Freistaat gemeldet.

Die höchste Inzidenz weist Oberfranken mit einem Wert von 192,61 auf. Hier sind die Inzidenzen weiterhin im Landkreis Hof (433,54) und in der Stadt Hof (558,65) besonders hoch. Im Vergleich der Regierungsbezirke ist der Inzidenzwert in Unterfranken (125,98) am niedrigsten. In den vergangenen 24 Stunden wurden 15 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind damit 13.497 Menschen in Bayern an oder mit dem Coronavirus gestorben.

13.48 Uhr: FDP lehnt deutschlandweite Regeln ab

Die FDP lehnt den Gesetzentwurf für deutschlandweit einheitliche Regeln ab. "Der Entwurf ist in der vorliegenden Fassung für die Fraktion der Freien Demokraten nicht zustimmungsfähig", berichtet die Funke-Mediengruppe unter Berufung auf ein Schreiben von FDP-Fraktionschef Christian Lindner an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn.

Die Einführung einer nächtlichen Ausgangssperre bei einer 7-Tage-Inzidenz von 100 sei ein unverhältnismäßiger und epidemiologisch unbegründeter Eingriff in die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger. "Hierfür können Sie nicht die Zustimmung der Freien Demokraten erwarten", zitiert die Mediengruppe aus dem Brief.

13.36 Uhr: DOSB: Sportler bei Olympia geimpft

Der Deutsche Olympische Sportbund geht davon aus, dass die für die Sommerspiele in Tokio feststehenden deutschen Topsportler zeitnah geimpft werden. "Mit Beginn des zweiten Jahresquartals ist nun der Zeitpunkt gekommen, wo wir erwarten, sofern die versprochenen Impfdosen zur Verfügung stehen, dass die bereits für Tokio qualifizierten Athleten in einem vernünftigen Reißverschlussverfahren geimpft werden", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann in einem Interview der Welt am Sonntag.

Aktuell wären das 245 Sportler, maximal könnten es rund 400 Aktive werden. Derzeit seien bereits etwa 13 Prozent der Teammitglieder geimpft, sieben Prozent lehnten eine Impfung ab. "Rund zehn Prozent hatten bereits eine Covid-19-Erkrankung", sagte er. Für die Sportler, die sich nicht impfen lassen wollen, befürchtet Hörmann zunächst keine Folgen für die Tokio-Spiele, da es laut dem Internationalen Olympischen Komitee keine Impfpflicht gebe.

13.27 Uhr: Käßmann wirbt für "kreative" Konfirmations-Feiern

Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat dafür geworben, trotz der Corona-Pandemie die bevorstehenden Konfirmationen von Jugendlichen nicht zu verschieben. "Ich plädiere dafür, kreativ zu sein. Denn Feste lassen sich nicht von Jahr zu Jahr verschieben", schrieb die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der Bild am Sonntag.

So würde ein 16-jähriger Junge "den Konfirmandenunterricht von 2020 im Jahr 2022 innerlich längst zu den Akten gelegt" haben. "Wir können nicht alle Feste auf eine Zeit nach Corona verschieben, um dann sämtliche runde Geburtstage, Hochzeiten, Taufen zusammenzudrängen." Es brauche Fantasie, um die Regeln einhalten und trotzdem feiern zu können.

Die ehemalige hannoversche Landesbischöfin erinnerte als Beispiel an eine Kirchengemeinde, in der im vergangenen Jahr alle 30 Konfirmanden einzeln eingesegnet worden seien. Bereits im letzten Jahr seien Konfirmationen vielerorts abgesagt, in den Herbst verlegt oder auf dieses Jahr verschoben worden.

13.23 Uhr: Aktuell 4.566 Intensivpatienten, Tendenz steigend

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in den Krankenhäusern steigt immer weiter. Das DIVI-Register meldet am Sonntag 4.566 Patienten. Die Zahl steigt seit dem 12. März ununterbrochen, hat aber noch nicht die Höchstzahl während der zweiten Corona-Welle von 5.745 erreicht. Intensivmediziner warnen, dass ein weiterer Anstieg jedoch wahrscheinlich sei, da schwere Krankheitsverläufe erst ein bis zwei Wochen nach einer Infektion deutlich werden.

13.20 Uhr: Bayern: Erklärvideo des Kultusministeriums für Kinder

Ab Montag sollen sich Bayerns Schülerinnen und Schüler selbst auf Corona testen - wie das geht, weiß der Kasperl von der Augsburger Puppenkiste. In einem achtminütigen Video erklärt Dr. Kasperl, was die Kinder tun müssen, hieß es in einer Mitteilung des Kultusministeriums vom Sonntag.

Maske ab, fünf Umdrehungen im linken und fünf im rechten Nasenloch, Maske wieder auf und warten - Dr. Kasperl zeigt dem Erdmännchen Erwin worauf man achten muss. "Die Tests an den Schulen sind wichtig, sie ebnen den Weg zurück zu mehr Freiheit und Normalität. Vielleicht dauert es ein paar Tage, bis es sich einspielt, aber ich bin mir sicher: Unsere bayerischen Schülerinnen und Schüler kriegen das gut hin", teilte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) mit. Das Erklärvideo des Kultusministeriums und der Augsburger Puppenkiste soll dabei helfen.

Am Montag geht an Bayerns Schulen der Unterricht nach den Osterferien wieder los: Für die Teilnahme am Unterricht in den Klassenräumen ist dann ein Corona-Test verpflichtend - und zwar unabhängig vom jeweiligen Inzidenzwert.

12.31 Uhr: Olympia und Paralympics: Hotel für Coronainfizierte

Bei den Olympischen Spielen und Paralympics in Tokio ist ein Hotel mit rund 300 Zimmern für positiv auf das Coronavirus getestete Athleten mit geringfügigen oder ohne Symptome geplant. Dies berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Das sei laut Informationen von Offiziellen eine weitere Maßnahme des Organisationskomitees, um eine Ausbreitung des Virus während der Sommerspiele zu verhindern. Die Athleten sollten demnach in dem Hotel rund um die Uhr isoliert und behandelt werden. Sie würden in ihren Zimmern prinzipiell für zehn Tage unter Quarantäne gestellt.Gemäß der Richtlinien, die von den Organisatoren für die am 23. Juli beginnenden Tokio-Spiele im Februar in einem Playbook veröffentlicht wurden, werden die Athleten mindestens alle vier Tage auf das Virus getestet. Möglicherweise soll laut Kyodo auch diese Testfrequenz noch erhöht werden.

12.20 Uhr: Slowenien und Serbien lockern Maßnahmen ab Montag

Das EU-Land Slowenien lockert am Montag die geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der Pandemie. So fällt die Einschränkung, dass die Bürger ihre jeweilige Region nur mit Ausnahmeerlaubnis verlassen dürfen. Die nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 05.00 Uhr wird aufgehoben. Kindergärten und Grundschulen öffnen wieder. Gewisse Geschäfte und Dienstleistungen wie Friseure und Kfz-Werkstätten stehen erneut zur Verfügung. Auch Museen, Galerien und Museen können wieder Besucher empfangen. In Serbien öffnen am Montag wieder die Einkaufszentren. Gaststätten dürfen aber ihre Kundschaft weiterhin nur im Außenbereich bedienen. In dem Balkanland mit knapp sieben Millionen Einwohnern sind die Ansteckungszahlen zuletzt leicht gesunken. Zugleich stellen die Krankenhäuser immer noch einen starken Zustrom von Covid-19-Patienten fest.

12.15 Uhr: Freie Wähler sprechen sich gegen Machtverlagerung nach Berlin aus

Die Freien Wähler in Bayern laufen Sturm gegen die geplante bundeseinheitliche "Notbremse" im Infektionsschutzgesetz. Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger lehnte dies am Sonntag strikt ab. Er habe "keine Lust, dieser Machtverlagerung von Bayern nach Berlin zuzustimmen", sagte Aiwanger der "Passauer Neuen Presse", auch mit Blick auf die möglicherweise notwendige Zustimmung des Bundesrats. "Der Bund soll sich bei der Corona-Politik um die Dinge kümmern, für die er zuständig ist und wo er bisher versagt hat. Beschaffung von Impfstoff, genügend gute Masken, bessere Bezahlung der Pflegekräfte", forderte er. Auch das jüngste "Chaos" um die Osterruhe zeige ja, "dass es kein Vorteil ist, wenn bundesweit alle einheitlich denselben Fehler machen sollen, weil es die Zentrale beschlossen hat". Aiwanger betonte, die Diskussion hierzu sei noch nicht abgeschlossen, auch nicht in der der Koalition mit der CSU unter Ministerpräsident Markus Söder. "Und ich hoffe noch auf ein vernünftiges Ergebnis." Die Machtverlagerung von den Ländern nach Berlin werde ja auch interpretiert als "die Länder und Landkreise an die Kette nehmen". "Wir brauchen Problemlösungen, keine Folterfantasien."

12.00 Uhr: Medienbericht: Brinkhaus regt langfristig Krisenstab an

Als Lehre aus der Pandemie hat Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) den Aufbau einer zivilen Reserve für Krisenlagen vorgeschlagen. Notwendig sei ein permanenter Bund-Länder-Krisenstab, der "nachts um zwei Uhr damit beginnen könnte, eine Krise zu managen", sagte Brinkhaus den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dafür sei eine Grundgesetzänderung erforderlich, ebenso die Schaffung einer "zivilen Reserve von Freiwilligen, die kurzfristig und flexibel abrufbar und einsatzbereit" sei. Deutschland könne sich die bisherige Zersplitterung von Verantwortung nicht mehr leisten, sagte Brinkhaus. Darüber hinaus rief er zu einer neuen Denkkultur auf. "Momentan haben wir zu viele Bedenkenträger, die die Umsetzung von notwendigen Reformen vereiteln", kritisierte er.

11.25 Uhr: Merkel berät mit Unionsfraktion über Infektionsschutzgesetz

Kanzlerin Angela Merkel berät mit der CDU/CSU-Bundstagsfraktion heute Vormittag über die Änderung des Infektionsschutzgesetzes. "Wir waren uns nach der Ministerpräsidentenkonferenz einig, dass der Bund das Heft des Handels in die Hand nehmen muss", sagt CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt vor der Sitzung des geschäftsführenden Fraktionsvorstandes. Deshalb solle das neue Infektionsschutzgesetz, zu dem die Regierung einen Entwurf vorgelegt hat, dem Bund mehr Kompetenzen geben.

11.03 Uhr: Ex-Richterbund-Chef Gnisa: Corona-Pläne des Bundes unverhältnismäßig

Der frühere Vorsitzende des Deutschen Richterbunds, Jens Gnisa, empört sich über Pläne der Bundesregierung, im Kampf gegen die Pandemie das Infektionsschutzgesetz zu verschärfen. "Man sieht mich selten fassungslos. Aber nun ist es so weit. Der Bund schießt deutlich über alle Verhältnismäßigkeitsgrenzen hinaus", so der Direktor des Amtsgerichts Bielefeld. Es gehe bei den Vorschlägen nun nicht mehr um einen Brücken-Lockdown von zwei oder drei Wochen, sondern um einen "nicht mehr einzufangenden Dauerlockdown", rügte er. Gnisa nannte es eine "Nichtachtung der Justiz", wenn ab 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen nächtliche Ausgangssperren verhängt werden müssten - obwohl von Gerichten deren Wirksamkeit angezweifelt worden sei. Auch seien die strengen Kontaktbeschränkungen aus seiner Sicht rechtlich zweifelhaft. "Eltern ab einer Inzidenz von 100 zu verbieten, ihre Kinder zu treffen, entspricht für mich auch nicht dem Bild des Grundgesetzes".

10.45 Uhr: Deutsche Bahn: Halbjährige Zugverbote für Maskenverweigerer

Die Deutsche Bahn hat einem Bericht zufolge erste bundesweite Zugverbote gegen Maskenverweigerer verhängt. Die Bahn habe eine "niedrige zweistellige Zahl Beförderungsausschlüsse beziehungsweise Hausverbote verfügt", sagte eine Sprecherin der Zeitung "Welt am Sonntag". Ende vergangenen Jahres hatte die Bahn angekündigt, solche Beförderungsausschlüsse auszusprechen, wenn Passagiere wiederholt ohne Maske in Zügen angetroffen werden. Die nun verhängten Zugverbote gelten dem Bericht zufolge für sechs Monate und bedeuten, dass die Maskenverweigerer in dieser Zeit nicht mit der Bahn im Regional- oder Fernverkehr reisen oder einen Bahnhof betreten dürfen. Zwar sei ein solcher Beförderungsausschluss nur schwer zu kontrollieren. Sollten Betroffene aber erwischt werden, kann die Bahn Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstatten.

10.15 Uhr: Mehr als 350.000 Corona-Tote in Brasilien

Brasilien hat die Zahl von 350.000 Corona-Toten überschritten. Innerhalb von 24 Stunden starben in dem südamerikanischen Land 2. 616 Menschen an den Folgen einer Covid-Infektion, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Mit mehr als 21.000 Corona-Toten liege damit die tödlichste Woche seit Beginn der Pandemie hinter den Brasilianern, schreibt die Tageszeitung "Folha de São Paulo". Wissenschaftler machen die Ausbreitung der sehr viel ansteckenderen Virus-Mutation P.1 für die stark gestiegenen Infektionszahlen verantwortlich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nannte die Situation in Brasilien "sehr besorgniserregend" und forderte die Regierung auf, nationale Maßnahmen veranlassen.Staatspräsident Jair Bolsonaro verharmlost die Pandemie und wehrt sich gegen einen flächendeckenden Lockdown. Viele Gouverneure haben jedoch für ihre Bundesstaaten Schutzmaßnahmen veranlasst. Die Bettenkapazität in den Krankenhäusern ist landesweit völlig ausgeschöpft. Zudem fehlt es an Beatmungsgeräten, Sauerstoff und Medikamenten für die Intubation der Patienten.

08.26 Uhr: Inzidenz in München wieder unter 100

Die Corona-Inzidenz in München liegt jetzt wieder unter 100. Aktuell meldet das Robert-Koch-Institut einen Wert von 94,4 (gestern: 102,5). Damit ist eine erneute "Notbremse" erst einmal vom Tisch. Die bayerische Landeshauptstadt hatte die Corona-Regeln erst am Mittwoch gelockert.

07.55 Uhr: Kinderschutzbund: Chancen leistungsschwacher Schüler sinken noch mehr

Der Kinderschutzbund warnt vor der Benachteiligung der aktuellen Schulabschlussjahrgänge auf dem Ausbildungsmarkt: "Die Politik darf nicht zusehen, wie Jugendliche in die künftige Arbeitslosigkeit abgleiten", sagte der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es sei zu befürchten, dass wegen der Pandemie vor allem die Chancen leistungsschwächerer Schüler auf dem Ausbildungsmarkt sinken, so Hilgers. Insbesondere die Branchen, die oft "nicht zwingend ein super Zeugnis verlangen", steckten gerade in der Krise und hätten ihr Ausbildungsangebot deutlich reduziert. Als Beispiele nannte Hilgers die Gastronomie, den Einzelhandel oder das Friseurgewerbe. Zudem wüssten auch die Unternehmen von den Nachteilen des aktuellen Distanzlernens, ergänzte Hilgers. Er befürchte, dass die Zeugnisse der Schulabgänger bei potentiellen Ausbildern nicht sonderlich wertgeschätzt würden: "Die Arbeitgeber wissen, dass es Bildungslücken gibt." Bund und Länder müssten jetzt außerbetriebliche Angebote aufstocken und vorsorgen, damit nicht im Sommer viele Jugendliche die Schule ohne Ausbildungsplatz verlassen und erst wieder nach sechs Monaten oder einem Jahr die Aussicht auf eine Lehre haben.

07.29 Uhr: Wegen geringer Wirkung der chinesischen Impfstoffe: China erwägt Impfstoffmischung

Um die Wirksamkeit seiner Corona-Impfstoffe zu erhöhen, erwägt China eine Vermischung verschiedener Präparate. Die Behörden müssten "über Wege nachdenken, wie das Problem gelöst werden kann, dass die Wirksamkeit der existierenden Impfstoffe nicht hoch ist", sagte der Leiter des chinesischen Zentrums für Krankheitskontrolle- und prävention, Gao Fu, laut Staatsmedienberichten am Samstag bei einer Konferenz in Chengdu. Es ist das erste Mal, dass ein ranghoher Vertreter Chinas die relativ geringe Wirksamkeit der von China entwickelten Corona-Impfstoffe öffentlich eingeräumt hat. In dem Land haben bislang vier Corona-Impfstoffe eine bedingte Marktzulassung erhalten, 161 Millionen Dosen wurden seit dem Start der Impfkampagne im vergangenen Jahr verabreicht. Ziel Pekings ist die vollständige Immunisierung von 40 Prozent der 1,4 Milliarden Einwohner Chinas bis Juni.

07.16 Uhr: Polizei löst Partys in mehreren Bundesländern auf

Die Polizei hat in mehreren Bundesländern illegale Partys beendet. Dabei feierten in der Nacht zum Sonntag teilweise mehrere Dutzend Menschen - trotz strenger Corona-Regeln, die das verbieten. So lösten die Beamten im rheinland-pfälzischen Vallendar etwa eine Feier in einem Parkhaus auf. Die Partygäste trugen weiße Kleidung und hatten fluoreszierende Farbe im Gesicht. Zudem sei in einem Nebenraum viel Alkohol gelagert gewesen. Als sie die Beamten sahen, flohen einige Feiernde. 24 Menschen konnten kontrolliert werden. Auch im oberpfälzischen Vilseck musste die Polizei einschreiten. Mehr als 30 Partygäste seien auf frischer Tat in einem Privathaus ertappt worden. Weitere Kontrollen gab es etwa im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Bei zwei Partys in Ramin und Eggesin entdeckten die Beamten insgesamt 27 Menschen. Auf alle Feiernden kommen nun Anzeigen zu.

05.55 Uhr: RKI: 17.855 Neuinfektionen und 104 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 17.855 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 104 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI hervor. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Zahlen könnten zudem wegen der Schulferien noch nicht mit früheren Werten vergleichbar sein.

04.42 Uhr: Laschet regt baldige Aufhebung der Impfreihenfolge an

Angesichts steigender Impfstofflieferungen hat sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für ein Ende der Corona-Impfreihenfolge bis zum Sommer ausgesprochen. "Wenn zum Ende des Frühjahrs die großen Impfstoffmengen kommen, sollten die Impfprioritäten fallen und die Impfungen für alle Menschen geöffnet werden. Das wäre ein wichtiger Baustein für die Brücke zu einem Sommer mit viel mehr Freiheit", sagte er der "Bild am Sonntag". Das bisherige strenge Einhalten der Reihenfolge begrüßte er jedoch. Mit der strikten Priorisierung am Anfang habe man eine Schutzmauer für die Alten und Pflegebedürftigen errichtet. "So haben wir unzählige Leben gerettet." Das Vorpreschen der Bundesländer Bayern und Mecklenburg-Vorpommern bei der Beschaffung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V kritisierte Laschet. "Ich finde es richtig, wenn die Bundesrepublik Deutschland nach klaren Kriterien Impfstoff für alle bestellt und nicht jeder nur für sich", sagte der CDU-Chef.

02.05 Uhr: Lehrerverband: Zwei Milliarden Euro bis Sommer 2022

Der Lehrerverband hat ein Konzept vorgelegt, um den massiven Schulausfall in der Corona-Krise auszugleichen. Das Papier, das den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt, soll ein Vorschlag an Bund und Länder für ein "umfassendes, aber differenziertes und flexibles, längerfristig angelegtes Lern- und Bildungsförderungskonzept" sein. Für die Umsetzung des Programms fordert der Verband mindestens zwei Milliarden Euro bis zum Sommer 2022, "analog dem Digitalpakt". Konkret sieht das Konzept vor, dass Schülerinnen und Schüler mit eher geringen Rückständen im nächsten Jahr eine begleitende Zusatzförderung angeboten wird. Kinder und Jugendliche mit größeren Defiziten soll es möglich sein, das Jahr freiwillig zu wiederholen - "entweder als von zusätzlicher Förderung begleitetes Wiederholen oder in eigenen Lerngruppen für wiederholende Schüler mit angepasstem Lehrplan", zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe aus dem Konzept. Über die Notwendigkeit eines gemeinsamen Programms zur Unterstützung bestehender Fördermaßnahmen sind sich Bund und Länder bereits einig. Über die Details wird derzeit noch verhandelt - etwa, in welcher Höhe genau sich Bund und Länder daran beteiligen und welche Schüler konkret ein Förderangebot bekommen sollen. Bisher war ein Umfang von einer Milliarde Euro im Gespräch.

01.46 Uhr: Landkreise empfinden bundeseinheitliche Lösung als "Misstrauensvotum" gegenüber Ländern

Die deutschen Landkreise haben die Pläne zur Vereinheitlichung der Corona-Schutzmaßnahmen scharf verurteilt. "Der vorliegende Entwurf ist ein in Gesetz gegossenes Misstrauensvotum gegenüber Ländern und Kommunen", sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Damit verlässt der Bund den Modus gemeinsamer Krisenbekämpfung und will direkt vor Ort wirkende Maßnahmen anordnen." Die Bundesregierung will die dritte Corona-Welle in Deutschland mit bundesweit einheitlichen und verpflichtenden Regeln brechen. Dazu soll im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz nachgeschärft werden. In einem Entwurf schlägt der Bund unter anderem vor, dass es in Landkreisen mit einer Inzidenz von mehr als 100 Infektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche nächtliche Ausgangsbeschränkungen geben sollte, Schulschließungen ab einer Inzidenz von 200.

00.35 Uhr: Buchungen für Sommerurlaube brechen erneut ein

Die deutsche Tourismusbranche stellt sich auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. Die Buchungen für 2021 seien deutlich schlechter als die schon schlechten Zahlen vom Vorjahr, sagte Michael Frenzel, Chef des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft, der Zeitung "Welt am Sonntag". "Für die Sommersaison liegen die Buchungen gemessen am Umsatz um 76 Prozent unter den Zahlen im Vorjahreszeitraum." Im Frühjahr hätten die Stornierungen die Buchungen sogar weiterhin übertroffen. Erst ab dem dritten Quartal rechnen die Bürger nach Darstellung von Frenzel wohl mit spürbaren Verbesserungen. "Die Mehrheit der Menschen setzt auf späte Reisen im Herbst", sagte er.

00.15 Uhr: Pflegebeauftragter: "Wir brauchen einheitlichen Lockdown"

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, ruft die Politik in Bund und Ländern zu einem raschen und entschlossenen Handeln bei der Corona-Bekämpfung auf. "Jeder Tag, der ohne Entscheidung vergeht, kostet Menschenleben und bringt das Personal auf den Intensivstationen näher an den Rand ihrer Kräfte", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Wir brauchen jetzt so schnell wie möglich einen einheitlichen Lockdown, um endlich die Virusverbreitung einzudämmen."

00.09 Uhr: Arbeitsminister Heil will Corona-Testpflicht am Arbeitsplatz

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will rasch eine Corona-Testpflicht in allen Unternehmen einführen. Um diejenigen zu schützen, die nicht von zu Hause aus arbeiten können, "brauchen wir flächendeckend Tests in den Betrieben", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". Erreicht werden solle dies über eine Änderung der Arbeitsschutzverordnung, die bereits am Dienstag im Kabinett beschlossen werden solle. Die Pläne des Bundesarbeitsministeriums sehen dem Bericht zufolge vor, dass alle Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice sind, das Recht auf einen Corona-Test pro Woche bekommen. Wer viel Kundenkontakt hat oder mit Lebensmitteln arbeitet, soll Anspruch auf zwei Tests pro Woche haben. Eine Bescheinigungspflicht soll es nicht geben. Für Tests mit Zertifikat sollen Kooperationen zwischen den Betrieben und Apotheken, die Schnelltests anbieten, möglich sein. Bislang hatte die Union eine Testpflicht für Betriebe abgelehnt, nun verhandelt die SPD dem Bericht zufolge eine solche Einführung über den Arbeitsschutz im Paket mit der geplanten Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich dagegen am Freitag gegen eine Corona-Testpflicht in Unternehmen ausgesprochen. Zwar sei ein Ausbau der Zahlen nötig, er glaube aber, dass dies auch "ohne neue Regulierungen und Verordnungen" gelinge.

Samstag, 11. April 2021

22.35 Uhr: Südafrika-Variante kann Biontech/Pfizer-Schutz durchbrechen

Die zuerst in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante kann vorläufigen Ergebnissen einer israelischen Studie zufolge den Schutz der Impfung von Biontech und Pfizer durchbrechen. Die Wissenschaftler der Universität Tel Aviv und des Gesundheitsdienstleisters Clalit verglichen 400 Personen, die geimpft und danach positiv auf das Virus getestet wurden, mit einer gleich großen Gruppe Infizierter, die nicht geimpft waren. Bei den Geimpften trat die südafrikanische Variante überproportional oft auf.

22.15 Uhr: RKI registriert 24 097 Corona-Neuinfektionen und 246 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 24.097 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 246 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Samstagmorgen hervor. Wegen der Feiertage und der Schulferien könnten die Corona-Zahlen des RKI noch nicht vergleichbar mit den Werten vor Ostern sein. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 18.129 Neuinfektionen und 120 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 120,6. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.08 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 110,4 an, vor einer Woche lag sie noch bei über 130. Der Inzidenzwert ist momentan noch mit Vorsicht zu genießen und dürfte wegen weniger Tests und Meldungen über Ostern zu niedrig ausfallen.

21.45 Uhr: Curling-WM nach Coronafällen unterbrochen

Die Curling-WM im kanadischen Calgary ist nach positiven Coronatests innerhalb der Turnierblase vorerst unterbrochen worden. Dies gab der Weltverband WCF am Samstag bekannt. Wann wieder gespielt werden kann, ist noch offen. Alle für Samstag angesetzten Partien wurden abgesagt, die WM sollte am Sonntag enden. «Sämtliche Play-off-Teams werden sich am Samstagmorgen Tests unterziehen. Bis deren Ergebnisse feststehen und geklärt ist, dass alle Spieler sicher sind, werden keine weiteren Matches ausgetragen», teilte die WCF mit. Die Maßnahmen würden in Abstimmung mit den Behörden im Bundesstaat Alberta umgesetzt. Am Freitagabend hatte sich Schottland im ersten von zwei Ausscheidungsduellen für das Halbfinale gegen Kanada durchgesetzt, vor der zweiten Partie zwischen dem USA und der Schweiz kam der vorläufige Abbruch. Am Samstag hätten die Halbfinals, am Sonntag das Finale und das Spiel um Platz drei stattfinden sollen. Die deutsche Mannschaft hatte die K.o.-Runde verpasst.

21.05 Uhr: Intensivstationen auf bisher höchster Auslastung

Die Auslastung der Intensivbetten in Deutschland erreicht nach Angaben des Verbands DGIIN den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Zugleich breche das Personal weg, twittert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis. Es müsse sofort gehandelt werden. "Selbst wenn es zu einem harten Lockdown kommt, steigen die Zahlen weiter für 10-14 Tage."

20.30 Uhr: Lehrerverband fordert Nachschärfung der Corona-Notbremse

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat gefordert, die Pläne zur Vereinheitlichung der Corona-Schutzmaßnahmen nachzubessern. Der Vorschlag des Bundes sieht derzeit vor, dass Schulen schließen sollen, wenn eine Sieben-Tage-Inzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen in einem Landkreis erreicht wird. "Der Entwurf lässt leider offen, was bei einer Inzidenz von unter 200 zu passieren hat. Hier besteht die Notwendigkeit, die Bestimmungen noch nachzuschärfen", erklärte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann am Samstag. Dabei müsse auch klar festgelegt werden, dass ab einem Inzidenzwert von 50 Wechselunterricht vorgeschrieben sei.

20:20 Uhr: Präsident des Bayerischen Landkreistages begrüßt bundeseinheitliche Corona-Regeln

Der Deggendorfer Landrat und Präsident des Bayerischen Landkreistages, Christian Bernreiter (CSU), begrüßt bundeseinheitliche Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie. "Es gibt einen Überbietungswettbewerb in den letzten Wochen: 'Wer öffnet schneller?'", so Bernreiter im Interview mit der Rundschau des Bayerischen Rundfunks. "Es wird Zeit, dass der Bund hier einschreitet und wir bundesweit die gleichen Regeln haben", meinte der CSU-Landrat von Deggendorf. Im Nachgang betrachtet, wäre es besser gewesen, man hätte schon Ende Oktober, Anfang November "einen harten Lockdown durchgezogen." Hinterher sei man immer schlauer, so Bernreiter. In seinem Landkreis seien jetzt die Auswirkungen des Osterfestes zu spüren – mit einem Anstieg der Inzidenz auf mehr als 240, mehr als jemals zuvor in dieser Pandemie. Alle Fachleute wiesen darauf hin, dass jetzt gehandelt werden müsse. Es sei jetzt angesagt, dass sich alle noch einmal zusammenreißen und einen harten Lockdown durchziehen. Die Notbremse müsse überall gelten, so Bernreiter. Man dürfe jetzt, da das Tempo beim Impfen steigt, die Kontrolle nicht verlieren.

19:55 Uhr: Müller übt Kritik an geplanter Ausgangssperre

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht eine komplette nächtliche Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisch. Eine solche Maßnahme, wie sie ein aktueller Entwurf der Bundesregierung zur Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes ins Spiel bringt, sei "mit Sicherheit kritisch zu hinterfragen", teilte Müller der Nachrichtenagentur dpa mit." Aus Berliner Sicht kann ich sagen, dass wir viele Maßnahmen in diesem Entwurf schon beschlossen haben." Es bleibe in der Verantwortung der Länder, das Gesetz umzusetzen, sollte es "in dieser oder ähnlicher Form verabschiedet werden."

19:40 Uhr: Festnahmen bei Protesten in Wien

Bei einer Demonstration gegen staatliche Corona-Maßnahmen in Wien sind 14 Menschen festgenommen worden. Rund 3000 Personen nahmen bei der Kundgebung teil, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Beamten setzten Pfefferspray ein, um das Durchbrechen von Sperren und den Zusammenstoß mit Gegendemonstranten zu verhindern, wie die Polizei mitteilte. Unter den Demonstranten gegen die Corona-Einschränkungen waren unter anderem Vertreter der rechten FPÖ und der rechtsextremen Identitären-Bewegung, berichteten die APA und andere Medien. Wien und andere Regionen im Osten Österreichs sind wegen hoher Corona-Infektionszahlen seit Anfang April in einem Lockdown.

19.15 Uhr: Eier gegen Anti--Corona-Autokorso in Hamburg

Bei einem Protest gegen die Corona-Maßnahmen in Hamburg haben Gegendemonstranten den Autokorso angegriffen. Er sei immer wieder von rund 300 Gegendemonstranten auf Fahrrädern behindert worden, sagte ein Polizeisprecher. Diese warfen auch mit Eiern und Tomaten. Der Aufzug mit 109 Fahrzeugen sei am Samstagnachmittag vom Anmelder vorzeitig um kurz vor 16 Uhr beendet worden.

19.05 Uhr: Autokorso gegen Corona-Maßnahmen in Hamburg mit Eiern beworfen

Bei einem Autokorso gegen die Corona-Maßnahmen in Hamburg haben Gegendemonstranten den Zug tätlich angegriffen. Er sei immer wieder von rund 300 Gegendemonstranten auf Fahrrädern behindert worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Auch sei mit Eiern und Tomaten geworfen worden. Der Aufzug mit 109 Fahrzeugen sei am Samstagnachmittag vom Anmelder vorzeitig um kurz vor 16.00 Uhr beendet worden.

18:55 Uhr: Schwesig für bundeseinheitliche Regeln

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat sich hinter Pläne für bundesweit einheitliche Regelungen im Kampf gegen das Coronavirus gestellt. "Wir sind offen für die Gesetzesänderung, wir finden schon lange, dass bestimmte Beschränkungen und auch Instrumente in ein Bundesgesetz gehören. Zum Beispiel die Ausgangsbeschränkungen", sagte die SPD-Politikerin den Sendern RTL und ntv. Schwesig fordert aber zugleich mehr Unterstützung vom Bund, zum Beispiel für die Gastronomie. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dürfe nicht nur vorschreiben, was verboten sei, sondern müsse auch sagen, wie sie helfe. "Und wenn die Bundeskanzlerin in ein Bundesgesetz festschreiben will, dass über einem Inzidenzwert 100 bestimmte Bereiche geschlossen sind, wie zum Beispiel die Gastronomie, dann muss sie auch die Bereiche entschädigen. Die Überbrückungshilfen reichen nicht mehr aus!"

18:10 Uhr: Libyen beginnt mit Impfungen

Libyen hat seine Impfkampagne gegen das Coronavirus gestartet. Interimsregierungschef Abdul Hamid Dbeibah bekam in der Hauptstadt Tripolis die erste Impfung, wie die libysche Gesundheitsbehörde mitteilte. Er forderte seine Landsleute auf, sich online für einen Impftermin anzumelden. Dbeibah hat die Impfkampagne zu einem vorrangigen Ziel seiner Regierung erklärt. Die Schuld für den späten Start gab er der Vorgängerregierung. Die Lieferungen seien nicht durch finanzielle, sondern durch politische Erwägungen verzögert worden, sagte er. Das Land hat bisher 200.000 Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V und über das internationale Covax-Programm 57.600 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs erhalten. Libyen hat rund sieben Millionen Einwohner. Nach offiziellen Angaben wurden bisher rund 167.000 Infektions- und mehr als 2800 Todesfälle registriert.

17:40 Uhr: Festnahmen bei Anti-Corona-Protesten in Polen

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen in Polen sind am Samstag mindestens sechs Personen festgenommen worden. Rund 100 Teilnehmer aus dem ganzen Land hätten im Zentrum der Hauptstadt Warschau gegen den Lockdown protestiert, einige von ihnen hätten aber auch Rauchgranaten geworfen, sagte ein Polizeisprecher. Unter den Demonstranten waren zahlreiche Unternehmer, die durch die Schließungen ihre Existenz bedroht sehen.

17:05 Uhr: Festnahmen bei Demonstration in Helsinki

Bei einer unangemeldeten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen sind in der finnischen Hauptstadt Helsinki am Samstag 20 Menschen festgenommen worden. An dem Protest nahmen nach Angaben der Polizei bis zu 300 Personen teil. Die Festgenommenen müssen auch mit einer Geldbuße rechnen, weil sie Weisungen von Polizeibeamten nicht befolgten. Diese hatten die Teilnehmer dazu aufgerufen, die Versammlung zu beenden. Derzeit dürfen sich in Finnland maximal sechs Personen treffen.

16.50 Uhr: Zweitligist Holstein Kiel muss komplett in Isolation

Bei Fußball-Zweitligist Holstein Kiel ist die Quarantäne auf die gesamte Mannschaft ausgedehnt worden. Nach dem positiven Corona-Test bei Torhüter Ioannis Gelios gibt es einen weiteren Profi mit positivem Befund. Damit sind die komplette Mannschaft und das Trainer-Team in häuslicher Isolation. Das teilte der Verein mit. Die Quarantäne dauert bis zum 20. April. In dieser Zeit sollten Spiele gegen Regensburg (9.4.), Hannover (14.4.) und Nürnberg (17.4.) stattfinden. Am 21. April, einen Tag nach Quarantäne-Ende, weist der Spielplan die Begegnung Holstein Kiel gegen den SV Sandhausen aus. Auch Sandhausen befindet sich derzeit in Quarantäne. Ebenfalls isoliert ist zurzeit die Mannschaft des Karlsruher SC.

16.35 Uhr: Auch in Halle keine "Querdenken"-Demonstration

Eine für den Nahmittag in Halle geplante Versammlung gegen die Corona-Schutzmaßnahmen ist verboten worden. Wie die Polizei Sachsen-Anhalt mitteilte, betrifft das Verbot auch "alle Ersatzversammlungen", die zuständige Behörde habe die "sofortige Vollziehung" des Verbots angeordnet. Demnach wurde die für 16.30 Uhr geplante Versammlung auf dem Marktplatz der Stadt untersagt, weil Erkenntnisse vorlägen, dass die Sicherheit in der Stadt "erheblich gefährdet sein könnte".

Hintergrund ist eine Entscheidung zum Verbot einer Demonstration der sogenannten "Querdenken"-Bewegung in Leipzig. Diese sollte ebenfalls am Nachmittag im Zentrum der sächsischen Stadt stattfinden. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht bestätigte allerdings in einem Eilverfahren das Verbot der Veranstaltung, das zuvor schon das Verwaltungsgericht ausgesprochen hatte.

16.30 Uhr: Zehntägiger Lockdown wegen vierter Corona-Welle im Iran

Im Iran ist ein zehntägiger Lockdown für weite Teile des Landes in Kraft getreten. In der Hauptstadt Teheran und 250 weiteren Städten und Ortschaften mit besonders hohen Infektionszahlen blieben die meisten Läden zu, in Büros dürfen nur noch ein Drittel der Beschäftigten arbeiten, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Nach den zweiwöchigen Ferien zum persischen Neujahrsfest waren die Infektionszahlen wieder dramatisch angestiegen. Der Iran befindet sich damit in der bereits vierten größeren Corona-Welle. 85 Prozent des Landes werden mittlerweile der sogenannten Roten Zone mit den höchsten Infektionszahlen oder der orangen Kategorie darunter zugerechnet.

14.55 Uhr: Bayernweite Corona-Inzidenz liegt laut LGL bei fast 140

In Bayern liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 139,89 (Stand: 08.00 Uhr). Das teilt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit Sitz in Erlangen auf seiner Homepage mit. Demnach wurden seit gestern 3.731 Corona-Neuinfektionen im Freistaat gemeldet.

Die höchste Inzidenz weist Oberfranken mit einem Wert von 188,48 auf. Hier sind die Inzidenzen weiterhin im Landkreis Hof (477,84) und in der Stadt Hof (580,47) besonders hoch. Im Vergleich der Regierungsbezirke ist der Inzidenzwert in Unterfranken (120,22) am niedrigsten, dicht gefolgt von Oberbayern (120,44). In den vergangenen 24 Stunden wurden 30 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind damit 13.482 Menschen in Bayern an oder mit dem Coronavirus gestorben.

14.50 Uhr: Gericht verbietet "Querdenken"-Demo in Leipzig

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen hat in einem Eilverfahren das Verbot einer für heute geplanten "Querdenken"-Demonstration in Leipzig bestätigt. Die Richter schlossen sich einer Einschätzung des Verwaltungsgerichtes Leipzig vom Freitag an und wiesen eine Beschwerde der "Querdenken"-Anmelder gegen das Verbot ab.

Das Verwaltungsgericht hatte die Begründung der Stadt geteilt, von der angemeldeten Versammlung auf dem Leipziger Augustusplatz gingen infektionsschutzrechtlich nicht vertretbare Gefahren für Versammlungsteilnehmer, Polizeibeamte und Passanten aus, die nur durch ein Verbot zu vermeiden seien. Nach den Erfahrungen aus vielen ähnlichen Versammlungen auch in anderen Städten sei nicht zu erwarten, dass die Teilnehmern einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand halten würden.

Es habe sich gezeigt, dass nicht nur ein Einwirken auf die Teilnehmer solcher Versammlungen zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen kaum möglich sei, sondern diese auch nicht gewillt seien, sich bestehenden Regelungen zu beugen.

14.40 Uhr: Bund legt Vorschlag für Corona-Gesetz vor

Die Bundesregierung hat einen Entwurf für das geplante Gesetz mit bundeseinheitlichen Maßnahmen vorgelegt. Vorgeschlagen werden demnach unter anderem Ausgangsbeschränkungen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Das geht aus einer Formulierungshilfe mit Stand vom Samstag Mittag hervor, die an die Bundestagsfraktionen und Länder geschickt wurde. Das Gesundheitsministerium bat die Fraktionen nach dpa-Informationen um Anregungen zu dem Entwurf bis Sonntag, 12 Uhr.

Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern sollen den Vorschlägen zufolge strenge Kontaktregeln gelten: Gestattet wären dann nur private Treffen eines Haushaltes mit einer weiteren Person und von maximal fünf Personen; Kinder zählen nicht mit. Für die Ausgangsbeschränkungen könnte es nur wenige Ausnahmen geben, etwa für medizinische Notfälle und den Weg zur Arbeit, nicht aber für abendliche Spaziergänge alleine. Die Öffnung von Läden soll mit Ausnahme von Supermärkten, Drogerien, Apotheken, aber auch Buchhandel, Blumenläden und Gartenmärkten untersagt werden, ebenso Sport in der Gruppe.

14.15 Uhr: Positiver Corona-Befund bei Frauen-Fußball-Nationalmannschaft

Unmittelbar vor dem Länderspiel der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft gegen Australien mussten wegen eines positiven Corona-Tests insgesamt vier Spielerinnen von dem Team isoliert werden. Wie der Deutsche Fußball-Bund rund zwei Stunden vor dem Anpfiff der Partie in Wiesbaden (16.10 Uhr/ARD) gegen Australien bekanntgab, fiel der PCR-Test von Felicitas Rauch vom Freitag positiv aus. Sie sei aber symptomfrei.

Im Rahmen der Kontaktverfolgung seien mit Lena Oberdorf, Sara Doorsoun und Svenja Huth drei Spielerinnen vom Gesundheitsamt Offenbach als Kontaktpersonen der Kategorie 1 eingestuft worden. Auch sie mussten sich in Quarantäne im Quartier der DFB-Auswahl begeben. Die Partie soll nach DFB-Angaben in Abstimmung mit den zuständigen Behörden trotzdem planmäßig angepfiffen werden.

13.55 Uhr: "Arbeitgeber stehen bei Corona-Tests zu ihrer Verantwortung"

Die Arbeitgeber haben Vorwürfe von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) zurückgewiesen, Beschäftigte in den Firmen würden zu selten auf das Coronavirus getestet. Die Wirtschaft halte sich an die Vereinbarungen mit der Bundesregierung, betonte eine Sprecherin der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). "Der mit der Bundesregierung verabredete Testappell sah zwar keine Zielquote vor, aber die deutsche Wirtschaft steht selbstverständlich zu ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung."

Eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Umfrage unter Beschäftigten hatte ergeben, dass aktuell 61 Prozent einen Arbeitgeber haben, der Corona-Tests anbietet. "Das ist nicht genug", hatte Scholz am Freitag betont und gesetzliche Auflagen gefordert. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dagegen setzt auf Freiwilligkeit.

13.50 Uhr: Bayerns Einzelhandel hält Tests vor dem Einkauf für aufwendig und abschreckend

Der bayerische Einzelhandel befürchtet, dass die neuen Test-Vorschriften noch mehr Menschen vom Einkaufen abhalten. "Leider ist es so, dass das Einkaufen dadurch noch schwieriger gemacht wird", sagte Handelverband-Geschäftsführer Bernd Ohlmann. Der Aufwand sei so groß, dass vermutlich noch mehr Kundinnen und Kunden lieber im Internet bestellten als ins Geschäft zu gehen.

Ab Montag dürfen Geschäfte in Städten und Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner zwischen 100 und 200 nur noch für Kunden mit einem Termin und einem negativen Testergebnis öffnen. Bei einem PCR-Test darf dieses nach Beschluss der Staatsregierung maximal 48 Stunden, bei einem Schnelltest maximal 24 Stunden alt sein. Ausgenommen davon sind der Lebensmittelhandel, Drogerien, Optiker und sonstige "für die tägliche Versorgung unverzichtbare Ladengeschäfte".

13.45 Uhr: Kretschmann verteidigt Abweichen des Landes bei Kontaktregeln

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat das Abweichen des Landes von den von Bund und Ländern einst beschlossenen Kontaktregeln der "Notbremse" verteidigt. "Materiell" würde diese Regelung nicht groß etwas ändern, sagte er am Rande eines Parteitags des Südwest-Grünen in Heilbronn. "Ein Ehepaar kann nur allein seine Kinder besuchen, sie sind aber zu Hause zusammen. Das ist jetzt pandemisch nicht groß der Unterschied."

In Baden-Württemberg dürfen sich derzeit auch in Regionen mit hohen Inzidenzen zwei Haushalte mit bis zu fünf Personen treffen. Nach der "Notbremsen"-Vereinbarung von Bund und Ländern darf sich allerdings in Kreisen mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche nur ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen.

13.30 Uhr: Scholz hofft nach "Endspurt" auf mögliche Corona-Öffnungen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) [zum Portrait] hat vor den geplanten bundeseinheitlichen Corona-Regeln zu einem "Endspurt" aufgerufen, um den Weg für mögliche Öffnungen freizumachen. "Da braucht man eine Extra-Luft - und die ist jetzt genau das, was wir benötigen, damit wir gewissermaßen den Zeitpunkt, wo das Impfen dazu führt, dass die Infektionszahlen dauerhaft niedrig bleiben, nicht zu weit nach hinten schieben", sagte der Vizekanzler bei einer Online-Diskussionsrunde der Industrie- und Handelskammer Potsdam mit Vertretern der Gastronomie.

Scholz hofft darauf, dass im Mai Perspektiven für Öffnungen möglich werden. Wenn die Infektionszahlen runtergingen, sollten dann auch nach und nach Öffnungsschritte gemacht werden, sagte er. "Ich habe das Gefühl, einen Monat weiter könnte das schon sein, dass wir uns dazu durchringen können, eine Klarheit zu schaffen." Wenn es das Gefühl gebe, die Sieben-Tage-Inzidenz bleibe unter 100, "sollten wir auch mutige Festlegungen treffen über die Frage, wann definitiv was offen ist".

13.19 Uhr: Bouffier kritisiert indirekt Söders Vorstoß

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat vor Alleingängen der Bundesländer bei der Beschaffung von Corona-Impfstoff gewarnt. Dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) 2,5 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V für sein Bundesland bestellt habe, habe ihn "überrascht", sagte Bouffier der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Bisher hatten wir eine Verständigung: Der Bund beschafft den Impfstoff und verteilt ihn nach der Einwohnerzahl an die Länder."

Falls Bayerns Beispiel Schule mache, müsse man über die Verteilung reden, meinte Bouffier. "Ich kann doch niemandem in Hessen klarmachen, dass jetzt ein Land Millionen Impfdosen mehr hat, aber bundesweit immer noch das Gleiche bekommt." Hessen sei stolz darauf, "in Rekordzeit" ein neues Biontech-Werk in Marburg genehmigt zu haben. "Wenn Alleingänge Schule machen, müsste ich jetzt darauf dringen, dass Biontech nicht mehr an alle zugleich liefert, sondern zuerst an uns. Was würden denn die anderen dann sagen?"

13.07 Uhr: Bundesschülerkonferenz fordert mehr Tests

Die Bundesschülerkonferenz fordert eine bundesweite Testpflicht für Schüler in der Corona-Pandemie. "Angesichts der gestiegenen Infektionsgefahr durch die Virusmutation reichen freiwillige Testangebote nicht aus", zitiert das RedaktionsNetzwerk Deutschland den Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm. Jeder Schüler müsse mindestens drei Mal die Woche kostenlos in der Schule auf Corona getestet werden. Ziel müsse sein, dass möglichst bald an jedem Tag getestet werde. "Schülerinnen und Schüler, die den Corona-Test verweigern, können nicht zum Unterricht in der Schule kommen, sondern müssen in den Distanzunterricht gehen." Diese Forderung falle den Schülervertretern nicht leicht. "Aber es geht darum, dass wir das Recht auf Bildung und Gesundheitsschutz möglichst gut zusammenbringen."

12.35 Uhr: Zehntägiger Lockdown in großen Teilen des Irans

Der Iran ordnet nach staatlichen Angaben im Großteil des Landes einen zehntägigen Lockdown an. Betroffen seien 23 der 31 Provinzen. Unternehmen, Schulen, Theater und Sporteinrichtungen müssen schließen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Versammlungen seien verboten.

12.19 Uhr: Linguistin Klosa-Klückelhaus sammelt neue Corona-Wörter

Corona verändert nach Auffassung der Sprachwissenschaftlerin Annette Klosa-Kückelhaus die deutsche Sprache wie kein anderes Ereignis der letzten Jahrzehnte. Der "Brücken-Lockdown" des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) sei nur eines von vielen neuen Wörtern, sagte die Forscherin am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim dem WDR-Hörfunk. Sie sammelt in einem Wortschatz-Lexikon neue Wörter zur Corona-Pandemie. Fast 1400 Begriffe stehen dort inzwischen. Hinzugekommen seien beispielsweise viele neue Komposita, also zusammengesetzte Wörter, sowie viele aus dem Englischen entlehnte Wörter wie Social Distancing, Homeschooling oder Lockdown. Auch wissenschaftliche Fachterminologie werde nun im Alltag viel häufiger verwendet.

11.14 Uhr: Tierschutzbund befürchtet Rückgabewelle nach Pandemieende

Der Deutsche Tierschutzbund befürchtet eine Rückgabewelle von Haustieren nach dem Ende der Corona-Pandemie. "Im vergangenen Jahr hat die Zahl der in Deutschland gehaltenen Hunde und Katzen massiv zugenommen", sagte Sprecherin Lea Schmitz der "Nordseezeitung". "Viele der frischgebackenen Tierhalter haben sich das im Vorfeld bestimmt gut überlegt. Aber mindestens genauso viele haben vermutlich spontan gehandelt, sei es aus Einsamkeit oder um den Kindern in der Pandemie Beschäftigung zu bieten." Es sei zu befürchten, dass Tiere wieder in den Tierheimen abgegeben würden, wenn sich das Leben wieder normalisiere, sagte Schmitz.

10.45 Uhr: EU-Ratspräsident: Europa könnte führender Impfstoffhersteller werden

EU-Ratspräsident Charles Michel hat den Aufstieg der Europäischen Union zu einem führenden Impfstoffproduzenten der Welt vorausgesagt. "Wenn wir die Produktion in den nächsten Wochen weiter beschleunigen, wird Europa ein führender, vielleicht sogar der weltgrößte Impfstoffhersteller sein", sagte Michel dem "Handelsblatt" und anderen europäischen Wirtschaftsmedien. Zum Vergleich mit den USA beim Abschneiden in der Corona-Krise meinte Michel, man müsse "alle Elemente" der Krisenpolitik berücksichtigen. Dazu zählten auch die großzügigeren europäischen "sozialen Schockabsorber" wie die Sozialleistungen.

10.36 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident: Mehr Engagement bei Impfstoff für Kinder

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert vom Bund mehr Engagement bei der Impfstoffbeschaffung für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. "Es gibt Ankündigungen von Herstellern, dass bereits im Herbst erste Impfstoffe für unter 16-Jährige zugelassen werden könnten", sagte Weil der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Solche Impfstoffe muss der Bund sich über die EU sichern, damit wir nicht erneut erleben, dass wir zu spät und zu wenig bestellt haben." Auch in dieser Altersgruppe gebe es zahlreiche Vorerkrankte und damit besonders gefährdete Mädchen und Jungen, mahnte er.

10.10 Uhr: Städtebund für lokal unterschiedliche Corona-Regeln

Der Chef des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, befürwortet lokal unterschiedliche Corona-Regeln. "Ich finde das sehr gut", sagte Landsberg in einem Interview mit dem SWR. Tübingen, Rostock und andere Städte hätten gute Ideen, so Ladsberg. "Hier zeigt sich, dass man vor Ort häufig Lösungen hat, die auf Bundes-, oder Landesebene noch nicht einmal angedacht werden", so Landsberg. Bund und Länder sollten noch mehr von den Kommunen lernen.

Der Ruf der Bürger nach bundeseinheitlichen Regeln sei dennoch nachvollziehbar, aber nicht die Lösung, so Landsberg. Zentralistisch organisierte Länder wie beispielsweise Frankreich stünden deutlich schlechter da. "Wir haben nach wie vor ein Infektionsgeschehen, das regional sehr unterschiedlich ist. Und da macht es schon Sinn, auch regional unterschiedlich zu reagieren", so Landsberg. Das bedeute aber nicht, dass es für bestimmte Maßnahmen nicht auch bundeseinheitliche Vorgaben geben sollte. Diese gebe es ja bereits, aber nicht immer hielten sich die Länder daran. "Das finde ich schon problematisch", so Landsberg.

10.05 Uhr: Ein Viertel aller Hotels und Gaststätten rechnet mit Aus

Nach einer aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) erwägt einem Medienbericht zufolge inzwischen jedes vierte Unternehmen der Branche, den Betrieb aufzugeben. Viele Hoteliers und Gastronomen seien "nervlich und finanziell am Ende", zitiert Merkur.de Dehoga-Präsident Guido Zöllick. 75 Prozent der befragten Unternehmer bangten um ihre Existenz. Rund 25 Prozent rechneten mit einer Betriebsaufgabe. "Sie ziehen das ganz konkret in Betracht." Tausende Mitarbeiter bangten um ihre Jobs. Zöllick fordert die Politik auf, im Laufe des Mai wieder eine Öffnung von Hotels, Restaurants und Ferienwohnungen zu erlauben - "in jeglicher Form, innen und außen".

09.35 Uhr: Weltärztebund-Chef Montgomery schließt Triage nicht aus

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat angesichts steigender Zahlen von Covid-19-Patienten vor einer Zuspitzung der Lage in den Krankenhäusern gewarnt. "Wir werden in den Kliniken jetzt eingeholt von den Infektionen, die vor vier Wochen stattgefunden haben", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse". "Damals stieg die Zahl der Infektionen stark an. Deshalb ist es richtig, dass die Kliniken sich auf einen Ansturm einstellen." Er schloss nicht aus, dass die Ärztinnen und Ärzte in die Situation kommen könnten, medizinische Hilfeleistungen priorisieren zu müssen. "Mit Sicherheit wird die Triage wieder im Raum stehen", sagte der Ärzte-Funktionär. "Es ist vorstellbar, dass es zu Situationen kommt, in denen sie angewendet wird."

Der Begriff Triage (französisch für Auswahl, Sortieren, Sichten) stammt ursprünglich aus der Kriegsmedizin. Er beschreibt die Priorisierung medizinischer Hilfeleistung, insbesondere bei unerwartet hohem Aufkommen an Patienten und unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten.

09.15 Uhr: Münchens Inzidenz wieder über 100

Die Corona-Inzidenz in München hat die 100 erneut überschritten. Aktuell meldet das Robert-Koch-Institut einen Wert von 102,5 (gestern: 95,5). Liegt er auch morgen und übermorgen über 100, müsste die bayerische Landeshauptstadt wohl ab kommenden Mittwoch wieder die "Notbremse" ziehen, nachdem die Corona-Regeln erst am vergangenen Mittwoch gelockert worden sind. Unabhängig davon werden die Münchner Schulen nach den Osterferien auf jeden Fall mit Präsenzunterricht starten.

09.14 Uhr: Regierung plant offenbar bundesweit einheitliche Ausgangssperren

In einer "Formulierungshilfe" für die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD, schlägt die Regierung offenbar bundesweit einheitliche nächtliche Ausgangssperren von 21 Uhr bis 5 Uhr in allen Landkreisen und kreisfreien Städten ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 vor. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP, der das Papier vorliegt. Weitere Regelungen betreffen die Schließung von Schulen, Kitas, Läden, Gastronomie, Hochschulen, Sportstätten und Kultureinrichtungen.

Mit der geplanten Gesetzesänderung, die im Eilverfahren durch Kabinett und Parlament beschlossen werden soll, zieht der Bund mehr Kompetenzen in der Pandemiebekämpfung an sich. "Damit werden dem Bund zusätzlich dieselben Handlungsmöglichkeiten wie den Ländern gegeben, um eine bundesweit einheitliche Steuerung des Infektionsschutzes zu gewährleisten", heißt es in der Vorlage.

08.07 Uhr: Höchstwert bei Neuinfektionen in Indien

Indiens Gesundheitsministerium meldet 145.384 Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor binnen eines Tages. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 794 auf nunmehr 168.436. Insgesamt wurden damit bislang 13,21 Millionen Fälle in Indien bestätigt. Nur die USA und Brasilien haben mehr Infektionen registriert, doch in der vergangenen Woche wurden nirgends so viele Fälle bestätigt wie in Indien. Im am stärksten betroffenen Bundesstaat Maharashtra, in dem die Millionenmetropole Mumbai liegt, gilt über das Wochenende ein Lockdown.

07.31 Uhr: Charité besorgt über dritte Pandemie-Welle

Die Berliner Charité betrachtet mit großer Sorge die Entwicklungen in der dritten Pandemie-Welle. "Wenn die Anzahl schwer kranker Covid-Patienten die zweite Welle übertrifft, kommen wir in eine kritische Situation", sagte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik.

Anfang des Jahres sei an der Charité durch die hohe Zahl an schweren Covid-Fällen auf Intensivstationen eine absolute Grenzbelastung erreicht gewesen. So habe die Charité im Januar nicht alle Patienten aus bereits überlasteten Kliniken anderer Bundesländern aufnehmen können. Sie selbst habe aber keine Corona-Kranken in andere Bundesländer verlegen müssen. "Wir werden weiter alles daran setzen, Patienten aus der Region auch in Berlin zu versorgen", sagte Kreis. Die Zahl der Neuzugänge auf den Intensivstationen der Charité war in den vergangenen beiden Wochen deutlich gestiegen.

07.29 Uhr: BDI warnt vor Betriebsschließungen

In der Debatte um eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor einem mehrwöchigen Produktionsausfall und der Unterbrechung von Lieferketten gewarnt. Ein harter Lockdown mit Betriebsschließungen könne "uns leicht das komplette Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr kosten - und wir würden dann vom Absturz im vergangenen Jahr nichts wieder aufholen", sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Industrie stillzulegen würde mindestens eine Woche dauern, da viele LKWs ja noch auf der Straße sind, chemische Anlagen nicht von heute auf morgen und Hochöfen auf die Schnelle gar nicht runtergefahren werden können", sagte Russwurm. Auch würde es laut Russwurm nach dem Ende eines solchen Lockdowns mehrere Wochen dauern, bis die unterbrochenen Lieferketten wieder funktionieren.

07.28 Uhr: Vizekanzler Scholz möchte Firmen verpflichten, Tests anzubieten

Vizekanzler Olaf Scholz bekräftigt seine Forderung nach einer Testpflicht in den Betrieben. "Nur sechs von zehn Beschäftigten erhalten bislang ein Angebot ihres Arbeitgebers, sich regelmäßig testen zu lassen", sagt der SPD-Kanzlerkandidat der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabbericht. "Das ist deutlich zu wenig, unsere Vereinbarung zielte auf eine Testquote von 90 Prozent." Deshalb sei die Zeit der Appelle vorüber."Wir müssen die Unternehmen verbindlich dazu verpflichten, ihren Beschäftigten ein Testangebot zu machen. Das sollte Bestandteil unserer Corona-Beschlüsse in der kommenden Woche sein."

Mehr Homeoffice, der Einsatz von medizinischen Masken und umfangreiches Testen, darauf seien viele Unternehmen in der Pandemie auch von selbst gekommen, erstaunlicherweise aber nicht alle, so der Finanzminister. "Das könnte man auch als nationale Pflicht begreifen. Es gibt Dinge, die man einfach tut, weil es sich gehört." Man könne eine Pandemie nicht bekämpfen, wenn jeder als Erstes nach einer Entschädigung frage.

05.33 Uhr: RKI: 24.097 Corona-Neuinfektionen, 246 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 24.097 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 246 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 18.129 Neuinfektionen und 120 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag am Morgen bundesweit bei 120,6. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 110,4 an, vor einer Woche lag sie noch bei über 130.

05.32 Uhr: Bolsonaro schließt Lockdown in Brasilien aus

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro schließt trotz eines neuen Höchstwerts bei den Corona-Toten einen landesweiten Lockdown weiter aus. "Wir werden diese Politik des Zuhausebleibens und des kompletten Zusperrens nicht hinnehmen", sagte Bolsonaro in einer Rede in Chapeco in der Provinz Santa Catarina. "Es wird keinen nationalen Lockdown geben." Am Dienstag hatte das brasilianische Gesundheitsministerium 4.195 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Brasilien war erst das zweite Land der Welt nach den USA, in dem diese traurige Marke überschritten wurde.

04.45 Uhr: SPD fordert strenge Kontrolle von Spargelhöfen

Zum Schutz vor Corona-Infektionen fordert Bayerns SPD-Generalsekretär Uli Grötsch engmaschige Kontrollen auf den Erntehöfen - notfalls auch durch die Bundeswehr. "Die Bedingungen auf den Höfen haben schon im vergangenen Jahr zu gehäuften Corona-Ausbrüchen in der Region geführt und teils unwürdige Zustände bei der Unterbringung osteuropäischer Erntehelfer offenbart. Das darf sich durch mangelnde Kontrollen keinesfalls wiederholen", sagte Grötsch der Deutschen Presse-Agentur in München. Daher seien systematische Kontrollen auf den Erntehöfen notfalls mit Amtshilfe der Bundesbehörden notwendig. Bei den Kontrollen gehe sowohl um den Infektionsschutz wie um den Schutz der Erntehelfer vor Ausbeutung. "Wir dürfen nicht zulassen, dass unser Spargel mit einem hohen Preis in Sachen Infektionsschutz und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bezahlt wird", so Grötsch.

04.01 Uhr: Deutscher Impfstoff-Hersteller Curevac hofft auf Zulassung im Mai

Der Tübinger Impfstoffhersteller Curevac hält eine europäische Zulassung seines Corona-Impfstoffes angesichts von Fortschritten in den erforderlichen Studien noch im Mai oder Juni für möglich. "Wir sind bereits sehr fortgeschritten in der dritten klinischen Testphase und erwarten die Daten für das finale Zulassungspaket", sagte Curevac-Sprecher Thorsten Schüller der "Augsburger Allgemeinen". Die Virus-Varianten hätten die Komplexität für die laufende klinische Studie drei erhöht. Curevac plane weiter mit der Produktion von bis zu 300 Millionen Impfdosen in diesem Jahr. Auch Bayer werde den mRNA-Impfstoff produzieren.

03.30 Uhr: 42 Verdachtsfälle auf Thrombose nach Astrazeneca-Impfung

In Deutschland sind bislang 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca bekannt. Die 42 Fälle der speziellen Form sehr seltener Hirnvenenthrombosen seien bis zum 2. April gemeldet worden, in 23 Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) gemeldet worden. Mit Ausnahme von sieben Fällen seien Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen gewesen. Der Greifswalder Forscher Andreas Greinacher geht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Astrazeneca-Impfstoff und den Thrombosen bei den mit damit geimpften Menschen gibt. Seiner Meinung nach gebe es derzeit klare Belege, dass bei einigen Menschen eine enge Verbindung zwischen dem Impfstoff und diesen Thrombosen bestehe, sagte er am Freitagabend bei einem virtuellen Pressegespräch. Dafür sprächen die Zahl der Fälle und das immer gleiche Muster.

Freitag, 10. April 2021

22.26 Uhr: Astrazeneca bestätigt kurzfristige Lieferverzögerung von Impfstoff

Der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca hat erneut Verzögerungen bei der Lieferung seines Corona-Impfstoffs in die EU eingeräumt. Eine von zwei Lieferungen, die für diese Woche geplant gewesen seien, verzögere sich, sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur AFP. Als Grund gab er eine erforderliche Überprüfung der Impfdosen an. Die Lieferzusage für das zweite Quartal werde aber trotz der Verzögerung eingehalten.

Wie die "Financial Times" berichtete, kann Astrazeneca den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island und Norwegen in dieser Woche nur 1,3 Millionen Impfdosen liefern - erwartet wurden 2,6 Millionen Impfdosen. Der Ausfall soll demnach gleichmäßig auf alle Länder verteilt werden.

21.57 Uhr: Neues Infektionsschutzgesetz nimmt offenbar Gestalt an

Die Pläne für eine stärkere Vereinheitlichung der Corona-Schutzmaßnahmen werden immer konkreter. Wie die Sender RTL und NTV am Freitagabend berichteten, hat die Bundesregierung den Fraktionen von Union und SPD bereits genaue Vorschläge zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes übermittelt. In der so genannten "Formulierungshilfe" sind demnach unter anderem nächtliche Ausgangssperren von 21.00 bis 05.00 Uhr in allen Landkreisen und kreisfreien Städten ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 vorgesehen. Ausnahmen soll es demnach für medizinische oder veterinärmedizinische Notfälle, die Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten, die Wahrnehmung des Sorge- oder Umgangsrechts und die unaufschiebbare Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen oder Minderjähriger oder die Begleitung Sterbender geben.

Hochschulen, außerschulische Einrichtungen der Erwachsenenbildung oder ähnliche Einrichtungen dürften dem Bericht zufolge keinen Präsenzunterricht mehr anbieten, sofern nicht "die nach Landesrecht zuständigen Behörden nach von ihnen festgelegten Kriterien eine Notbetreuung eingerichtet haben".

Ladengeschäfte und "Märkte mit Kundenverkehr für Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksangebote" wie zum Beispiel Baumärkte dürften dem Bericht zufolge auch nicht mehr öffnen. Der Lebensmittelhandel, ebenso wie Getränkemärkte, Reformhäuser, Apotheken, Drogerien und Tankstellen blieben von den Maßnahmen ausgenommen. Auch Übernachtungsangebote sollen ab einer Inzidenz von mehr als 100 untersagt werden.

21.25 Uhr: Beschränkungen in Teilen Brasiliens werden gelockert

Trotz hoher Zahlen an Todesfällen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie lockern der brasilianische Bundesstaat Sao Paolo und die Stadt Rio de Janeiro die Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Der Betrieb von Gaststätten wird mit Einschränkungen wieder erlaubt. Am Donnerstag verzeichnete Brasilien eine Höchstzahl von 4.249 Sterbefällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, davon mehr als 1.500 in Sao Paolo und Rio de Janeiro.

20.49 Uhr: Dobrindt mahnt rasche Entscheidung beim Infektionsschutzgesetz an

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat die geplanten einheitlichen Bestimmungen im neuen Infektionsschutzgesetz verteidigt. Im Rundschau Magazin im BR Fernsehen sagte er am Abend, die Bund-Länder-Konferenzen seien notwendig gewesen und man sei lange gut mit ihnen gefahren. Angesichts von steigenden Inzidenzzahlen sei jedoch "ein bisschen was in Schieflage geraten". Dobrindt betonte: "Wir brauchen Einheitlichkeit". Die Entscheidung über die Neuregelung gehöre in den Bundestag, um Rechtssicherheit, Transparenz und Akzeptanz zu gewährleisten. Nach Dobrindts Worten "muss es schnell gehen". Er rechne mit nächster oder übernächster Woche. Für die Zukunft müsse man darüber nachdenken, wie man sich in einer Pandemie besser organisiere. Der Föderalismus an sich werde aber dadurch nicht in Frage gestellt, so der CSU-Politiker.

20.40 Uhr: Inzwischen fast jeder fünfte US-Amerikaner voll gegen Corona geimpft

In den USA ist inzwischen etwa jeder Fünfte vollständig gegen Corona geimpft. Von den rund 330 Millionen Einwohnern des Landes sind 66 Millionen abschließend geimpft, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigen. In Bezug auf die Zahl der bislang impfberechtigten Erwachsenen - rund 260 Millionen Menschen - ergebe sich eine Impfquote von 25 Prozent. Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, sprach von bedeutsamen Fortschritten bei der Impfkampagne. Zuletzt seien pro Tag im Schnitt drei Millionen Impfdosen verabreicht worden.

Gut 112 Millionen Menschen erhielten dem CDC zufolge seit dem Start der Impfkampagne Mitte Dezember zumindest eine Impfung. Das entspricht einem Drittel der Gesamtbevölkerung. Insgesamt wurden für Erst- und Zweitimpfungen seither rund 175 Millionen Dosen verabreicht.

20.27 Uhr: New Yorker Vergnügungsparks öffnen wieder

Nach mehr als einem Jahr Pause wegen der Corona-Pandemie haben die berühmten Vergnügungsparks auf Coney Island in New York wieder geöffnet. "Das ist einer der besten Tage des Jahres", sagte Bürgermeister Bill de Blasio bei der Eröffnungszeremonie.

529 Tage - vor Corona war auch schon über den Winter geschlossen - hatten die Fahrgeschäfte stillgestanden, unter ihnen die Achterbahn Cyclone und das Riesenrad, dessen 100-jähriges Bestehen im vergangenen Jahr gefeiert worden wäre. Zahlreiche New Yorker und Touristen kommen seit Jahrzehnten jeden Sommer an die Buden und die Achterbahnen und um über die Promenade zu schlendern oder am angrenzenden Strand schwimmen zu gehen.

20.18 Uhr: Malta will Hotel-Touristen mit 200-Euro-Rabatt locken

Maltas Regierung will den Neustart des Tourismus nach dem Corona-Stopp mit Rabatten für Urlauber ankurbeln. Die ersten 35.000 Touristen, die für die Sommersaison einen Urlaub auf Malta buchen, könnten Preisnachlässe von jeweils bis zu 200 Euro erhalten, kündigte Tourismusminister Clayton Bartolo an. Dafür müssten Reisende mindestens drei Nächte direkt bei einem maltesischen Hotel buchen, hieß es. Die Rabatte würden je nach Kategorie der Unterkunft gestaffelt gewährt - je mehr Sterne das Haus hat, je höher ist der Nachlass.

Die Regierung will für das Programm den Angaben zufolge 3,5 Millionen Euro ausgeben. Sie will die Hälfte des Rabatts tragen, die andere Hälfte solle das Hotel übernehmen. Das Projekt ist Teil einer 20-Millionen-Euro-Kampagne, mit der man die Tourismussaison anschieben will. Sie soll im Juni starten. Das Reisegeschäft hat in dem kleinen EU-Inselstaat mit rund 500.000 Einwohnern eine enorme wirtschaftliche Bedeutung.

19.56 Uhr: Italien meldet weiter leichte Verbesserung der Corona-Lage

In Italien hat sich die Corona-Lage über Ostern leicht verbessert. Das gaben Experten des Gesundheitsministeriums in Rom bekannt. "Die Kurve hat in Italien ein Plateau erreicht, während sie in anderen Ländern noch hoch geht. Wir verzeichnen in Italien einen langsamen Rückgang", sagte der Gesundheitsexperte Silvio Brusaferro.

Der R-Wert lag demnach bei 0,92. Wenn dieser Wert unter 1 fällt, zeigt das ein Abflauen des Infektionsgeschehens an. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sei nach jüngsten Angaben unter 200 gefallen. Das seien positive Signale, auch wenn die Werte der Festtage noch mit Vorsicht zu genießen seien, erläuterte Brusaferro. Die Regierung in Rom hatte das Mittelmeerland mit seinen 60 Millionen Einwohnern über Ostern für mehrere Tage zur Roten Zone mit strengen Ausgangsbeschränkungen erklärt. Am Freitag zählten die Behörden in Italien fast 19.000 Neuinfektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 700 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden.

In Italien werden am Montag die Beschränkungen in sechs der 20 Regionen gelockert. Von der Entscheidung des Gesundheitsministeriums ist auch die Lombardei betroffen, wo die Finanzmetropole Mailand liegt.

19.44 Uhr: Bisher 42 Fälle von Sinusvenenthrombose nach Astrazeneca-Impfung registriert

In Deutschland sind bislang 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca bekannt. Das berichtete das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Abend. Die 42 Fälle der speziellen Form sehr seltener Hirnvenenthrombosen seien bis zum 2. April gemeldet worden, in 23 Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) gemeldet worden. Mit Ausnahme von sieben Fällen seien Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen gewesen. Allerdings seien Frauen nach den Angaben des Robert Koch-Instituts auch häufiger als Männer mit dem Produkt geimpft worden. Die Männer seien 24 bis 58 Jahre alt gewesen.

Acht Betroffene starben, fünf Frauen und drei Männer, teilte das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut berichtete. Für Frauen zwischen 20 und 59 Jahren seien deutlich mehr Fälle beobachtet worden, als erwartbar gewesen sei. Inzwischen wird der Impfstoff in Deutschland in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren verwendet.

19.38 Uhr: Pfizer/Biontech beantragen US-Notfallzulassung für Jugendliche

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist bislang sowohl in den USA als auch in der EU erst für Menschen ab 16 Jahren zugelassen. Das soll sich jetzt ändern: Die Unternehmen beantragen in den USA eine Notfallzulassung für ihren Impfstoff bei Jugendlichen. Diese würde die Altersgruppe von zwölf bis 15 Jahre abdecken. Die Pharmakonzerne gaben im März bekannt, ihr Impfstoff habe sich in einer Studie dazu als wirksam und sicher erwiesen.

19.21 Uhr: Schwesig beklagt ständig wechselnden Kurs in Corona-Krise

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich kritisch zur Absage der für Montag geplanten Bund-Länder-Runde und der vorausgegangenen Debatte zur Corona-Strategie geäußert. "Der eine schlägt einen Lockdown vor, der andere einen Brücken-Lockdown. Dieses Hin und Her im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz, ich kann gut verstehen, dass die Bürgerinnen und Bürger das nicht in Ordnung finden", sagte sie in Schwerin.

Die beabsichtigte Änderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes begrüßte Schwesig. "Wir brauchen anhand der Infektionslage, der Inzidenzen klare Regeln, was kann auf sein, was muss geschlossen sein", sagte sie. Dafür müsse es bundesweit einheitliche Richtlinien geben.

19.19 Uhr: Projekt zur Impfung in armen Ländern laut WHO weit hinter dem Plan

Eine UN-Initiative zur gerechten Verteilung von Corona-Impfungen zwischen armen und reichen Ländern hat bislang nur einen Bruchteil der geplanten Dosen ausliefern können. Bis Ende März seien statt 100 Millionen nur 38 Millionen verteilt worden, berichtete Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in Genf.

Die Covax-Initiative will ärmeren Ländern Zugang zu Impfstoffen ermöglichen. Obwohl fast alle Länder der Welt Dosen erhalten hätten, seien die Mengen vielerorts viel zu klein, um medizinisches Personal und Risikogruppen zu schützen, so Tedros. Covax erhält Tedros zufolge keine ausreichende Menge Impfstoff von den Pharmafirmen.

18.55 Uhr: Brüssel plant Bestellung von weiteren 1,8 Milliarden Impfstoffdosen

Die EU-Kommission will bis zu 1,8 Milliarden weitere Dosen Corona-Impfstoff für die Mitgliedstaaten kaufen. Sie sollen für Auffrischungsimpfungen auch gegen neue Varianten des Coronavirus und Impfungen von Kindern einsetzbar sein, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Kommissionskreisen erfuhr. Bestellt werden solle Impfstoff der neuartigen mRNA-Technik. Erste Dosen sollen ab diesem Jahr geliefert werden und der Rest 2022 und 2023.

Konkret will die Kommission einen festen Vertrag über die Lieferung von 900 Millionen Dosen schließen. Zudem soll es eine Option für weitere 900 Millionen Dosen geben. Die Pläne wurden diese Woche bereits im Lenkungsausschuss der Mitgliedstaaten für die Impfstoffbeschaffung vorgestellt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe am Donnerstag zudem mit mehreren Staats- und Regierungschefs darüber gesprochen.

Die EU-Kommission hat bisher im Auftrag der Mitgliedstaaten bis zu 2,6 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff bei sechs Herstellern geordert. Zugelassen sind bereits die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Bei CureVac und Sanofi-GSK steht eine Zulassung noch aus.

17.30 Uhr: Rheinland-Pfalz beschließt Ausnahmen für vollständig Geimpfte

Für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen gelten in Rheinland-Pfalz künftig Ausnahmen von der Testpflicht und der Absonderungspflicht nach der Einreise aus einem Risikogebiet. Das beschloss das Kabinett am Freitag, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Fünf Prozent der Rheinland-Pfälzer haben laut Robert Koch-Institut bislang zwei Impfungen bekommen. Als vollständig geimpft gelte nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission derzeit, wer vor 14 Tagen die zweite Impfung bekommen habe und keine typischen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus aufweise. Der Nachweis über den vollständigen Impfschutz müsse den Betreibern - also etwa den Anbietern körpernaher Dienstleistungen oder der Außengastronomie - schriftlich oder digital nachgewiesen werden. Diese Änderung gilt ab Sonntag, zunächst bis zum 25. April.

17.10 Uhr: Haseloff: Bund sollte bestehende Möglichkeiten ausschöpfen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Bundesregierung erneut aufgerufen, ihre Kompetenzen im Kampf gegen die Corona-Pandemie auszuschöpfen. "Dazu zählen unter anderem Einschränkungen der internationalen Mobilität und der konsequenten Kontrolle von Einreisenden ebenso wie eine verbindliche Teststrategie in den Betrieben unter Anwendung der Arbeitsschutzgesetzgebung", sagte Haseloff laut Staatskanzlei am Freitag. Zudem müsse der Bund die Versorgung mit Impfstoff sicherstellen. "Auch hier ist noch Luft nach oben."

16.55 Uhr: R-Pharm - Produktionsziel in Bayern 8 bis 10 Mio Sputnik-Dosen monatlich

Das russische Pharmaunternehmen R-Pharm rechnet mit der Produktion von monatlich acht bis zehn Millionen Dosen des Impfstoffs Sputnik V in seinem Werk in Bayern. Dieses Ziel würde wahrscheinlich im vierten Quartal 2021 erreicht, sagt Firmenchef Alexej Repik der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich denke, wir werden mit vier bis fünf Millionen kompletten Dosen (pro Monat) beginnen." Eine komplette Dosis besteht aus Erst- und Zweitimpfung.

16.20 Uhr: Grüne im Bundestag für Beschluss zu "echter Notbremse"

"Wir brauchen einen radikalen Wellenbrecher", sagt die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, mit Blick auf die dritte Infektionswelle. Auf den Corona-Intensivstationen gebe es immer mehr Patienten: "Wir müssen schnell handeln." Es gebe jetzt die Chance, dass der Bundestag einbezogen werde und nächste Woche eine "echte Notbremse" verabschiede mit einheitlichen Regeln im ganzen Land. Das habe die Runde der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bislang nicht geschafft. Zudem müssten Unternehmen verstärkt in den Blick genommen werden. Es brauche noch mehr Homeoffice - und wenn dies nicht möglich sei, mehr Testkapazitäten in Firmen.

15.55 Uhr: Regierung meldet fast 720.000 Impfungen am Donnerstag

Nach Angaben der Bundesregierung sind am Donnerstag 719.927 Impfdosen verabreicht worden - die höchste Anzahl bisher. Das sind knapp 64.000 mehr als am Vortag. Bereits am Mittwoch stieg die Zahl der Impfungen drastisch auf knapp 670.000, vor allem weil die Hausarztpraxen nun zusätzlich impfen. Insgesamt haben den Angaben zufolge somit 12.204.176 Personen mindestens eine Impf­dosis erhalten.

15.30 Uhr: Piazolo wirbt für Corona-Tests - Lehrerverbände kritisieren Umsetzung

In Bayern gibt es weiter Streit zwischen der Staatsregierung und den Lehrerverbänden über die richtige Corona-Strategie an den Schulen. Zum Ende der Osterferien hat Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Freitag für die ab Montag geltende Testpflicht an den Schulen geworben. Sie sei angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und ansteckenderer Mutationen "die Chance, Wechselunterricht und Präsenzunterricht aufrechterhalten zu können", sagte er in München. Doch die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände kritisierte unterdessen nochmals, dass die Corona-Tests erst in der Schule stattfinden sollen. "Klassenzimmer sind keine Testzentren", sagte Walburga Krefting, die Vorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG).

In der Arbeitsgemeinschaft sind neben der KEG der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband sowie der Verband der Lehrkräfte an beruflichen Schulen zusammengeschlossen. Sie verlangen, dass die Corona-Tests außerhalb der Schulen - also zuhause, in Testzentren, in Apotheken oder beim Arzt - durchgeführt werden. "Die Tests müssen von Fachpersonal oder den Eltern beaufsichtigt werden", sagte Krefting. Es sei sicherer, wenn nur negativ getestete Kinder in die Schulgebäude kämen.

15.20 Uhr: Astrazeneca in Griechenland von nun an für alle über 30

Der Impfstoff Astrazeneca wird in Griechenland fortan an Menschen über 30 verimpft. Das teilte das griechische Impfkomitee am Freitag mit. Bisher war das Vakzin wegen europaweit vermehrter Fälle von Thrombosen in Hirnvenen in Griechenland nur an Personen zwischen 60 und 64 Jahren verabreicht worden. Mit der jetzigen Entscheidung geht Griechenland einen eigenen Weg; die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte sich am Mittwoch für eine uneingeschränkte Nutzung des Impfstoffs ausgesprochen. Auch andere Länder weichen jedoch von der EMA-Empfehlung ab, etwa Deutschland, wo der Impfstoff mittlerweile nur noch an über 60-Jährige vergeben wird.

15.15 Uhr: Tschentscher drückt nach MPK-Absage auf Tempo

Nach der Absage der ursprünglich für Montag geplanten Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Lage drückt Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) aufs Tempo. "Wir müssen jetzt die richtigen Entscheidungen treffen. Das bedeutet, nichts zu vertagen, vor allem auch keine Probleme unter den Teppich kehren", sagte er am Freitag bei einem Besuch in einer Pflegeeinrichtung, in der Ende Dezember die ersten Hamburger eine Corona-Schutzimpfung erhalten hatten. "Ich bin jederzeit bereit, an einer Ministerpräsidentenkonferenz teilzunehmen." Ebenso an jeder anderen Erörterung, "die dazu führt, dass wir zu den erforderlichen Entscheidungen kommen. Aber es muss jetzt entschieden werden."

15.05 Uhr: Sonderimpftag im Landratsamt Starnberg

Weil der Landkreis Starnberg kurzfristig eine größere Impfstoffmenge bekommen hat, gibt es am Samstag einen "Sonderimpftag" im Landratsamt. Von 9.00 bis 18.00 Uhr sollen mehr als 1.000 Impfungen durchgeführt werden - von etwa 50 Ärzten und rund 100 freiwilligen Helfern. Die Termine wurden über das Impfzentrum vergeben, das sich dabei an den Vorgaben der Coronaimpfverordnung orientiert hat, wie das Landratsamt betont. Zum Zug kamen demnach nur Personen, die sich auch schon für eine Impfung regstriert haben.

14.50 Uhr: Oberstes Gericht erlaubt Kirchenschließungen wegen Corona

Brasiliens Bürgermeister und Gouverneure dürfen nun doch die Schließung von Kirchen und Tempeln zur Bekämpfung des Coronavirus anordnen. Mit neun zu zwei Stimmen bestätigte das Oberste Gerichts (Donnerstag Ortszeit) eine von ihnen im April 2020 getroffene Entscheidung, wie brasilianische Medien (Freitag) berichteten.

14.50 Uhr: Rückkehr von Braunschweig-Coach Meyer noch ungewiss

Ob Eintracht Braunschweigs Coach Daniel Meyer nach seiner Corona-Infektion schon am Wochenende auf die Trainerbank zurückkehren kann, bleibt vorerst ungewiss. "Es geht mir wieder etwas besser, aber ich bin leider nicht symptomfrei durchgekommen. Es wird ganz knapp", sagte der 41-Jährige vor dem Zweitligaspiel der Niedersachsen am Sonntag beim VfL Osnabrück. Ohne Meyer auf der Bank hatte der Aufsteiger am Ostermontag beim FC St. Pauli mit 0:2 verloren. Betreut wurde die Mannschaft in Hamburg von Co-Trainer Thomas Stickroth.

14.25 Uhr: DFL löst Risikovorsorge auf - 30 Millionen Euro für Clubs

Die Deutsche Fußball Liga will einem Bericht des «Kicker» zufolge die sogenannte "Risikovorsorge" von 30 Millionen Euro auflösen. Das wegen unkalkulierbarer Kosten als Folge der Pandemie zurückgehaltene Geld soll an die 36 Clubs der Fußball-Bundesligen ausgeschüttet werden, berichtete der "Kicker" am Freitag. Die DFL wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. Die DFL hatte vor Beginn der Saison 2020/21 auf Empfehlung ihrer Finanz-Kommission beschlossen, eine Risikovorsorge zu bilden. Diese soll dazu dienen, bei weiteren Kosten für eventuell notwendige Konzepte - wie das Hygienekonzept - zur Sicherung des Spielbetriebs für Bundesliga und 2. Bundesliga gewappnet zu sein.

14.10 Uhr: Altmaier will Corona-Hilfen für Firmen bis Jahresende verlängern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Überbrückungshilfe III für Firmen bis zum Jahresende zu verlängern. Es gebe dazu Gespräche in der Regierung, sagte Altmaier am Freitag in Berlin. Die Überbrückungshilfe III ist bisher bis Mitte des Jahres befristet. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) signalisierte Bereitschaft, die Überbrückungshilfe III zu verlängern. Die Corona-Pandemie sei unverändert eine große Herausforderung: "Alle wissen, dass wir die Überbrückungshilfen auch noch so lange gewähren müssen, wie sie notwendig sind." Altmaier sagte, es werde auch bei einem zu Ende gehenden Lockdown einige Monate dauern, bis sich das wirtschaftliche Leben normalisiert habe. Deshalb sollte die Überbrückungshilfe III verlängert werden. Er strebe an, dazu noch vor der Sommerpause Klarheit zu erzielen. Firmen, die in der Corona-Krise besonders belastet sind, bekommen Zuschüsse.

14.00 Uhr: Bayerns Einzelhandel erwartet "totales Chaos ab Montag"

Die neuen bayerischen Test-Vorschriften für die Kunden im Einzelhandel sorgen für große Verwirrung. "Wir wissen heute immer noch nicht, was ab Montag gilt", sagte Handelverband-Geschäftsführer Bernd Ohlmann am Freitag in München: "Das wird ein totales Chaos geben ab Montag." Die Staatsregierung hatte am Mittwoch beschlossen, dass Einzelhändler in Landkreisen und Städten mit einem Corona-Inzidenzwert zwischen 100 und 200 nur noch für Kunden mit Terminvereinbarung und mit einem "aktuellen negativen Test" öffnen dürfen. Verlangt wird ein "maximal 48 Stunden alter PCR-Test oder maximal 24 Stunden alter Schnelltest." Ob schon ein Selbsttest vom Discounter ausreicht, sei aber nicht geklärt, sagte Ohlmann. Händler fragten, ob sie die Tests durchführen müssen. Ob sie kontrollieren müssen, dass Kunden sich vor Ort selbst testen. Ob sie Tests unter Vorlage des Personalausweises dokumentieren müssen. "Wir können die Leute nur vertrösten. Die Händler hängen total in der Luft." Die Test-Vorschrift gilt für die meisten Städte und Landkreise in Bayern. Der landesweite Durchschnitt lag am Freitag bei 129 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

13.55 Uhr: EU-Behörde untersucht auch Johnson&Johnson-Impfstoff wegen Thrombose

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA untersucht auch mehrere Fälle von Blut-Gerinnseln nach Impfung mit dem Stoff von Johnson&Johnson. Man nehme vier ernste Fälle von Thrombosen in den Blick, erklärt die EMA. Einer von diesen sei tödlich verlaufen. Zudem prüfe man fünf Fälle des sogenannten Kapillarlecksyndroms, die im Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Impfung stehen könnten.

13.50 Uhr: Landkreis Aichach-Friedberg lockert ab Sonntag die Corona-Regeln

Weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen gesunken ist, lockert der Landkreis Aichach-Friedberg ab Sonntag, 11. April, die Corona-Vorschriften, wie das Landratsamt mitgeteilt hat. Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis liegt nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts aktuell bei 93,6 und damit den dritten Tag in Folge unter 100. Deshalb findet kommende Woche laut Landratsamt an allen Schularten und Jahrgangsstufen Präsenzunterricht statt, soweit dabei der Mindestabstand von 1,5 m durchgehend und zuverlässig eingehalten werden kann. Wenn nicht, findet Wechselunterricht statt. Kindertageseinrichtungen können unter der Voraussetzung öffnen, dass die Betreuung in festen Gruppen erfolgt. Außerdem ist nach Angaben des Landratsamts ab Sonntag kontaktfreier Sport im Außenbereich unter Beachtung der Kontaktbeschränkungen wieder erlaubt.

13.45 Uhr: Erneut positiver Corona-Befund bei Holstein Kiel

Beim Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel gibt es einen neuen Corona-Fall. Wie die Norddeutschen am Freitag mitteilten, wurde bei den täglichen Tests am Donnerstag ein positiver Befund festgestellt. Betroffen ist Torwart Ioannis Gelios, der leichte Symptome angibt und sich umgehend in Isolation begeben hat. Das Training am Donnerstag wurde vorsorglich abgesagt, hieß es.

Alle weiteren Ergebnisse der Testreihe sowie ein weiterer Schnelltest am Freitag früh seien negativ ausgefallen, der Verein befinde sich im Austausch mit der zuständigen Gesundheitsbehörde. "Sobald es dazu eine Entscheidung gibt, wird die KSV diese umgehend bekannt geben. Wir bitten um Verständnis, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Rückfragen beantwortet werden können", teilte der Verein weiter mit.

13.15 Uhr: Einheitliche Ausgangssperren und Schulregelungen geplant

Vize-Kanzler Olaf Scholz will die Corona-Politik in Deutschland einheitlicher gestalten. Das sei vernünftig und richtig, sagt der SPD-Kanzlerkandidat in Berlin. Es solle im Falle einer Notbremse einheitliche Ausgangsbeschränkungen geben. Oberhalb einer Inzidenz von 200 sei in Schulen wieder ein Distanzunterricht geplant. Es gebe ein zu großes Durcheinander durch unterschiedliche Regelungen in den Ländern.

13.00 Uhr: Kanzlerin sieht Umsetzung Notbremse in Bayern kritisch

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die Umsetzung der Maßnahmen gegen die Pandemie in Bayern kritisch. "Die jetzt gefundene Lösung war nötig, weil die Notbremse sehr unterschiedlich ausgelegt worden ist. Dazu gehört natürlich auch das bayerische Modell", sagt die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer, auf die Frage, ob die Kanzlerin auch das bayerische Vorgehen kritisch sehe. Der Bund müsse deshalb jetzt einheitliche Regeln anstreben. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bekanntgegeben, dass Geschäfte bei einer Inzidenz von 100 bis 200 nicht schließen müssen, sondern dass das "Click & Meet"-Verfahren mit einer Testpflicht verbunden wird. Merkel hatte zuvor ähnliche Regeln in Berlin und Nordrhein-Westfalen kritisiert - das war als Kritik an CDU-Chef Armin Laschet aufgefasst worden. Söder hatte dagegen seine Übereinstimmung mit dem Corona-Kurs der Kanzlerin betont.

12.30 Uhr: RKI: Mobilität stärker einschränken zum Brechen der dritten Welle

Zum Brechen der dritten Corona-Welle in Deutschland sind aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) stärkere Einschränkungen der Mobilität nötig. "Wenn man die Modellierungen anschaut, die von vielen Gruppen aus Deutschland kommen, dann heißt ein Lockdown, dass die Mobilität massiv eingeschränkt wird", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Viele Experten bezögen sich auf Daten aus dem vergangenen Frühjahr mit starken Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Die meisten Modellierer hielten Lockdown-Zeiträume von zwei bis vier Wochen für nötig, um diese Welle zu brechen, so Wieler. Die gegenwärtige Situation sei "dem Infektionsschutz gegen Covid-19 nicht zuträglich". Der Institutschef betonte, dass jeder Tag des Abwartens Menschenleben koste.

12.20 Uhr: WHO gibt keine Empfehlung für Wechsel zwischen Impfstoffen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird einen Wechsel der Impfstoffe zwischen der ersten und der zweiten Dosis vorerst nicht empfehlen. Die bisherigen Daten reichten nicht aus, um sagen zu können, ob dies getan werden könne oder nicht, sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris am Freitag in Genf. In Berlin hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) zuvor mitgeteilt, dass sie Kreuzimpfungen mit Astrazeneca und einem anderen Vakzin für unbedenklich hält.

12.10 Uhr: Landkreis Starnberg startet nach Ferien mit Präsenzunterricht

Im Landkreis Starnberg findet wieder an allen Schulen Präsenzunterricht, soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern durchgehend eingehalten werden kann. Sollte das nicht möglich sein, findet Wechselunterricht statt. Das hat das Landratsamt jetzt mitgeteilt. Der ausschlaggebende heutige Inzidenzwert liegt im Landkreis bei 71,0. Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht ist auch ein negativer Test. Kitas können mit eingeschränktem Regelbetrieb öffnen.

12.05 Uhr: Bundestag will kommende Woche Abgeordnete ab 60 Jahren impfen

Der Bundestag will den knapp 200 Abgeordneten im Alter ab 60 Jahre kommende Woche ein Impfangebot machen. Eine entsprechende Einladung der Parlamentsärztin hätten die Parlamentarier am Donnerstag erhalten, teilt ein Sprecher mit. Das Angebot ist möglich, weil Berlin die nach der Impfverordnung vorgesehene Impfberechtigung für den Impfstoff AstraZeneca aufgehoben hatte. Über 60-Jährige können danach grundsätzlich ohne Einschränkungen mit diesem Impfstoff geimpft werden.

11.55 Uhr: Bund und Länder wollen Infektionsschutzgesetz verschärfen

Bund und Länder wollen das Infektionsschutzgesetz ändern, um bundeseinheitliche Regelungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu schaffen. Sie wollten eine Regelung für das Vorgehen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner schaffen, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin mit.

11.45 Uhr: Arztpraxen und Apotheken kommen mit blauem Auge durch Krise

Die Arztpraxen und Apotheken in Deutschland kommen nach einer Zwischenbilanz der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apo-Bank) meist mit einem blauen Auge durch die Corona-Krise. "Die Einnahmen werden etwas unter Vorjahresniveau liegen. Tatsächliche Liquiditätsengpässe erwarten wir aber nur in seltenen Ausnahmen", berichtete das Geldinstitut, das nach eigenen Angaben die Nummer eins unter den Finanzdienstleistern im Gesundheitswesen ist, am Freitag in Düsseldorf. Im Großen und Ganzen hätten die staatlichen Schutzmaßnahmen größere Verwerfungen in der ambulanten Versorgung bislang verhindert.

Das Problem für viele Arztpraxen: In der Corona-Krise fielen zahlreiche "normale" Behandlungs- und Beratungstermine aus, auch etliche Präventionsmaßnahmen und verschiebbare Eingriffe wurden abgesagt. Zwar zahlten die gesetzlichen Krankenversicherungen laut Apo-Bank trotz verminderter Leistungsmengen im üblichen Umfang. Ganz anders sah es jedoch bei den Privatpatienten aus. Hier brachen die Umsätze zeitweise massiv ein, wie die Apo-Bank berichtete.

11.05 Uhr: Regionale Lockerungen bei hohen Inzidenzen "bedenklich"

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat regionale Lockerungen der Maßnahmen in der Corona-Pandemie trotz hoher Fallzahlen kritisiert. "In einigen Regionen wird aktuell bei Sieben-Tage-Inzidenzen um 100 gelockert", sagte Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Angesichts der sich zuspitzenden Lage in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen sei das "bedenklich - zumindest solange wirksame zusätzliche Konzepte der Pandemie-Eindämmung fehlen".

Wieler sagte in Richtung der Bürger: "Denken Sie daran: Unter diesen Umständen bedeuten Lockerungen nicht, dass die Menschen nun einem niedrigeren Infektionsrisiko ausgesetzt sind." Es bedeute vielmehr, dass die Verantwortungsträger die Verantwortung der Pandemiebewältigung an den Einzelnen abgäben. "Umso wichtiger ist es, dass wir uns alle schützen." Wieler sagte zunächst nicht, auf welche Regionen sich seine Kritik bezieht.

10.52 Uhr: Norwegens Regierungschefin verstößt gegen Corona-Auflagen

Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg muss Strafe zahlen, weil sie bei Feierlichkeiten zu ihrem 60. Geburtstag gegen die geltenden Corona-Regeln verstoßen hat. Sie wird mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 norwegischen Kronen belegt, teilte die Polizei mit. Das sind umgerechnet knapp 2.000 Euro.

Solberg hatte ihren runden Geburtstag Ende Februar im größeren Familienkreis im Skiort Geilo gefeiert. Dafür versammelten sich in zwei Fällen mehr als zehn Personen, zum einen bei einem Essen in einem Restaurant, zum anderen zum Essen in einer gemieteten Wohnung. Als die Vorfälle bekannt geworden waren, hatte sich Solberg dafür öffentlich entschuldigt.

10.47 Uhr: Keine Bund-Länder-Runde am Montag

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios wird es kommende Woche keine Ministerpräsidentenkonferenz geben. "Die Bundesregierung beabsichtigt schon nächste Woche im engen Einvernehmen mit den Ländern und dem Bundestag einen Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen, der eine direkt verbindliche und umfassende Notbremse für Kreise ab einer Inzidenz von 100 vorsieht", hieß es aus Regierungskreisen. Unterhalb einer Inzidenz von 100 sollten die bestehenden Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz fortgelten und die Länder damit ihre Zuständigkeit behalten.

10.46 Uhr: RKI: Ab nächster Woche wieder zuverlässigere Corona-Zahlen

Nach dem Verzug bei Tests und Meldungen auf das Coronavirus rund um Ostern rechnet das Robert Koch-Institut (RKI) ab Mitte nächster Woche wieder mit verlässlicheren Daten zur Pandemie. Das sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. "Die Fallzahlen und auch die Sieben-Tage-Inzidenzen sind im Moment nicht so zuverlässig, wie wir es gerne hätten." Das liege hauptsächlich daran, dass es über die Feiertage weniger Arztbesuche gegeben habe.

Wieler betonte, es gebe aber ausreichend weitere Daten, die Aufschluss über die tatsächliche Situation gäben. "Diese Entwicklung zeigt leider, dass die Lage sehr, sehr ernst ist." Nach Daten aus rund 70 Kliniken bundesweit müssten immer mehr und auch immer jüngere Menschen wegen schweren Atemwegsinfektionen in Krankenhäusern behandelt werden. Die Intensivstationen füllten sich rasant.

"Wir befinden uns in der dritten Welle, ausgelöst durch die Variante B.1.1.7." Diese sei noch ansteckender, noch gefährlicher und dadurch schwer einzudämmen. Es würden zwar immer mehr Menschen geimpft, aber es werde noch dauern, bis die Impfungen einen Effekt auf der Bevölkerungsebene zeigten. Er rief dazu auf, Impfangebote wahrzunehmen.

10.21 Uhr: Spahn fordert Lockdown mit nächtlichen Ausgangssperren

Gesundheitsminister Jens Spahn hat eindringlich für konsequente und bundeseinheitliche Maßnahmen gegen die steigenden Corona-Infektionszahlen geworben. "Ich empfehle uns allen, den Parteienstreit - Wahljahr hin oder her - herunterzufahren und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, die Bekämpfung der Pandemie", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Es brauche einen Lockdown. Die sozialen Kontakte müssten eingeschränkt werden, notfalls auch mit nächtlichen Ausgangssperren.

Spahn betonte, die aktuellen Infektionszahlen seien bereits sehr hoch, spiegelten wegen der Oster-Feiertage aber womöglich noch nicht einmal das wirkliche Infektionsgeschehen wider. In den Krankenhäusern zeige sich, wie ernst die Situation tatsächlich sei. Es gebe schon wieder fast 4.500 Patienten auf Intensivstationen. "Wenn es so weitergeht, sind es zu viele für unser Gesundheitssystem."

09.46 Uhr: Seehofer ordnet Trauerbeflaggung für Corona-Gedenken an

Zum Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie gilt am 18. April eine bundesweite Trauerbeflaggung. Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sie für den Bereich der Bundesbehörden angeordnet, teilte sein Ministerium mit. Auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll am 18. April in Berlin mit einer staatlichen Gedenkfeier an die Toten der Corona-Pandemie erinnert werden. Zuvor ist in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ein ökumenischer Gottesdienst geplant.

Zu dem zentralen Gedenken wird neben einigen ausgewählten Hinterbliebenen die gesamte Staatsspitze erwartet. Coronabedingt ist die Teilnehmerzahl stark eingeschränkt.

09.24 Uhr: Erneut Sicherheitslücke bei Schnelltestanbieter

Durch eine Sicherheitslücke in der Software eines Corona-Schnelltestanbieters konnten erneut Unbefugte auf Testergebnisse und andere sensible Daten zugreifen. Entdeckt wurde die Schwachstelle durch das Hackerkollektiv "Zerforschung". Der betroffene Anbieter Eventus Media International (EMI) aus Dortmund hat nach Angaben der IT-Experten die Lücke mittlerweile geschlossen. Über den Vorfall hatten zuerst die ARD-Sender rbb, NDR und MDR berichtet.

Über die Lücke konnten nach Angaben von «Zerforschung» bundesweit mindestens 17.000 Registrierungen für Testtermine eingesehen werden. Außerdem waren die Daten von rund 7.000 Testergebnissen ungeschützt im Netz, darunter auch die Adressdaten der EMI-Kunden. Die Firma entschuldigte sich für den Fehler und kündigte am, in den nächsten Tagen die betroffenen Kunden einzeln anzuschreiben und sie über den Vorfall zu informieren.

Ein Mitglied der Gruppe hatte sich selbst bei EMI auf Corona testen lassen und in diesem Zusammenhang das System zur Abfrage des eigenen Testergebnisses unter die Lupe genommen. Dabei stellte sich heraus, dass die Website technisch auf einer unzulänglich gesicherten Variante des Open-Source-Systems WordPress aufsetzte. Nach den Hinweisen der Hacker an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurde die Sicherheitslücke von dem Dortmunder Unternehmen kurzfristig geschlossen.

Mitte März war schon bei der Firma 21DX und ihrem Dienstleister Medicus Ai eine Sicherheitslücke entdeckt worden, über die Daten von rund 130.000 Betroffenen abgerufen werden konnten.

08.53 Uhr: Günther Jauch mit Coronavirus infiziert

Günther Jauch ist nach Angaben des TV-Senders RTL an Covid-19 erkrankt. Demnach muss er bei einer Show vertreten werden – und fällt zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren krankheitsbedingt als Moderator aus.

Jauch sollte eigentlich ab kommender Woche laut Bundesregierung für die Corona-Schutzimpfung werben. Dafür nennen Bürgerinnen und Bürger aber eben auch Prominente honorarfrei ihre Gründe, warum sie persönlich bereit für die Corona-Schutzimpfung sind.

07.35 Uhr: Intensivmediziner fordern raschen, harten Lockdown

Die Intensivmediziner zeigen sich besorgt über die aktuelle Corona-Lage. Sie fordern rasch drastische Beschränkungen des öffentlichen Lebens statt Lockerungen. "Wir brauchen wirklich einen harten Lockdown", sagte Gernot Marx, der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Die Lage sei sehr dramatisch. "Wir müssen unbedingt das Infektionsgeschehen unter Kontrolle bringen und drücken." Es habe überhaupt keinen Sinn, jetzt über Modelle zum Öffnen nachzudenken. In den vergangenen Tagen seien täglich 80 bis 100 Patienten auf den Intensivstationen hinzugekommen. "Und wir werden mit Sicherheit bis Ende April über 5000 Patienten zu versorgen haben. Das sind wirklich sehr hohe Zahlen." Zudem sei die Anzahl der Intensivbetten knapp.

07.10 Uhr: Laschet unterstützt Unionsvorstoß für mehr Rechte des Bundes

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet unterstützt den Unionsvorstoß für mehr Rechte des Bundes im Kampf gegen die Pandemie. "Leider haben die vergangenen Tage und Wochen gezeigt, dass zu wesentlichen Fragen keine Einigkeit unter den Ländern besteht", sagte der CDU-Bundesvorsitzende der dpa. Es müsse aber gehandelt werden. "Daher finde ich den Vorschlag aus der Unionsfraktion richtig, dass in dieser kritischen Phase der dritten Welle die Bundesregierung die Grundregeln der Virusbekämpfung verbindlich festlegen kann".

Konkret bedeute das, dass Abstandsgebote, Maskenpflicht, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen bundeseinheitlich geregelt werden sollten, so Laschet. Die einzelnen Länder müssten weiterhin die Verantwortung für Maßnahmen der Pandemiebekämpfung übernehmen, die keine länderübergreifenden Auswirkungen hätten.

06.50 Uhr: Lehrergewerkschaft wirft Ländern "russisches Roulette" bei Schulen vor

Der Verband Bildung und Erziehung hat den Öffnungskurs einiger Bundesländer bei den Schulen in der Pandemie heftig kritisiert. "Dass es anscheinend immer noch Bundesländer gibt, die Schulen in Hochinzidenzgebieten offenhalten wollen, ist unverantwortlich", sagte der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Beckmann, nach Beratungen der Kultusminister von Bund und Ländern. Seitdem die Schulen geöffnet seien, stiegen bei Schülerinnen und Schüler die Neuinfektionen rapide. "Man muss fast den Eindruck haben, dass mit der Gesundheit von Lehrkräften, Kindern und Jugendlichen in einigen Ländern eine Form russisches Roulette gespielt wird", so Beckmann.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ernst, verteidigte den Öffnungskurs, auf den sich die Länder grundsätzlich verständigten. Diese wüssten, dass sie durch eine Reduktion von Präsenzunterricht einen Beitrag zum Infektionsschutz leisten müssten, sagte sie am Donnerstag dem rbb. Doch es komme zugleich auf das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen an, denen ein Recht auf Bildung gewährleistet werden müsse. Die Kultusministerkonferenz hatte beschlossen, dass begleitet durch eine umfassende Test- und Impfstrategie so viel Präsenzunterricht wie möglich angeboten wird.

06.25 Uhr: Indien meldet neuen Höchstwert

Indien meldet mit 131.968 Neuinfektionen an einem Tag einen Rekordwert - den dritten in Folge. Insgesamt seien 13,06 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg binnen 24 Stunden um 780 auf 167.642. Indien weist nach den USA und Brasilien weltweit die höchsten Infektionszahlen auf.

05.00 Uhr: RKI meldet 25.464 Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 110,4

Das Robert-Koch-Institut hat am Morgen 25.464 Neuinfektionen gemeldet. Das sind 3.576 mehr als vor einer Woche. 296 weitere Menschen sind in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 110,4 von 105,7 am Vortag. Insgesamt wurden bislang mehr als 2,96 Millionen Infektionen in Deutschland bestätigt. 78.003 Personen starben dem RKI zufolge nach einer Infektion mit dem Virus.

Das Institut erklärte auf seiner offiziellen Webseite, sinkende Zahlen könnten auch daran liegen, dass rund um Ostern weniger Menschen einen Arzt aufsuchten und somit weniger getestet werde. Auch könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und Landesbehörden ihre Fallzahlen übermittelten.

01.15 Uhr: Schäuble: Stärkung der Rolle des Bundes in Corona-Bekämpfung rasch möglich

Bundestagspräsident Schäuble (CDU) hält eine Gesetzgebung zur Stärkung der Kompetenzen des Bundes im Kampf gegen die Corona-Pandemie für rasch machbar. Dies könne "schnell gehen, wenn die Beteiligten alle wollen", sagte Schäuble am Abend im ZDF. Die entsprechende Gesetzgebung zum Infektionsschutz lasse sich in den beiden nächsten Sitzungswochen "oder zur Not auch in einer Sitzungswoche" rasch verabschieden.

Laut Schäuble gibt es zwei Optionen für eine solche Gesetzgebung. Der Bundestag könne ein Gesetz auf den Weg bringen, das die Bundesregierung ermächtige, bundeseinheitliche Regelungen für Corona-Maßnahmen zu erlassen. Dafür sei die Zustimmung des Bundesrats erforderlich. Als zweite Option könne der Bundestag ein Bundesgesetz verabschieden, das "bestimmte Regeln für die Länder" verbindlich vorschreibt. Ein solches Gesetz müsse nicht von der Länderkammer genehmigt werden.

00.12 Uhr: Jeder Fünfte in den USA voll gegen Corona geimpft

In den USA ist inzwischen etwa jeder Fünfte vollständig gegen Corona geimpft. Von den rund 330 Millionen Einwohnern des Landes sind 66 Millionen abschließend geimpft, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigten. In Bezug auf die Zahl der bislang impfberechtigten Erwachsenen - rund 260 Millionen Menschen - ergebe sich eine Impfquote von 25 Prozent.

Gut 112 Millionen Menschen erhielten dem CDC zufolge seit dem Start der Impfkampagne Mitte Dezember zumindest eine Impfung. Das entspricht einem Drittel der Gesamtbevölkerung. Insgesamt wurden für Erst- und Zweitimpfungen seither rund 175 Millionen Dosen verspritzt.

Donnerstag, 08. April 2021

23.36 Uhr: Bund-Länder-Gipfel am Montag laut Medienbericht geplatzt

Der für Montag geplante Corona-Gipfel von Bund und Ländern ist einem Medienbericht zufolge geplatzt. Zwar würden sich die Ministerpräsidenten womöglich beraten, aber Beschlüsse werde es nicht geben, berichtete das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" am Donnerstagabend. Grund dafür sei, dass sich Bund und Länder, sowie auch die Länder untereinander völlig uneins seien, was am Montag eigentlich herauskommen solle. Als möglicher Alternativtermin für den Gipfel sei der Mittwoch im Gespräch. Das hänge aber davon ab, wann die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes durch den Bundestag gehe. Per Verordnung solle demnach der Bund künftig die Macht bekommen, bundesweit einheitliche Corona-Regeln zu erlassen. Das Problem dabei sei, dass die Gesetzesänderung auch durch den Bundesrat müsse, wo eine Mehrheit kaum wahrscheinlich sei.

23.19 Uhr: Günther gegen Alleingänge bei Impfstoffbeschaffung

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat mit Blick auf die geplante Bund-Länder-Konferenz die Notwendigkeit des Treffens in Frage gestellt. "Ich dränge nicht auf ein solches Treffen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Mit dem aktuellen Infektionsschutzgesetz und den bisherigen Beschlüssen gebe es bereits den gesamten Rahmen, um die Corona-Pandemie erfolgreich in den Bundesländern zu bekämpfen. "Von daher brauche ich keine neuen Besprechungen, sondern wir würden genau das umsetzen, was wir miteinander besprochen haben", sagte Günther, auch in Bezug auf Überlegungen zu einem bundesweiten harten Lockdown.

Bund und Länder hatten vor Ostern vereinbart, dass sie sich am kommenden Montag wieder treffen wollen, um das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Länderkreisen und anderer Medien steht jedoch eine Verschiebung dieser Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit der Kanzlerin möglicherweise auf Mittwoch im Raum. Entschieden sei dies aber noch nicht, hieß es am Donnerstag übereinstimmend.

Günther kritisierte zudem das Vorpreschen der Bundesländer Bayern und Mecklenburg-Vorpommern bei der Beschaffung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. "Es ist nicht klug, wenn einzelne Länder eigene Verabredungen treffen. Das ist zumindest nicht das, was ich unter Solidarität verstehe", sagte Günther. Laut Günther sei der Bund für die Beschaffung von Impfstoffen zuständig, die Aufgabe der Länder sei das Verimpfen.

22.57 Uhr: Änderung des Infektionsschutzgesetzes kann laut Schäuble "schnell gehen"

Zur Vereinheitlichung der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie lässt sich das Infektionsschutzgesetz nach Darstellung des Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble (CDU) in kürzester Zeit ändern. "Es kann schnell gehen, wenn die Beteiligten alle wollen", sagte Schäuble am Donnerstagabend im ZDF-"heute-journal".

In den beiden nächsten Sitzungswochen könne man entweder den Bund ermächtigen, bundeseinheitliche Regelungen für Corona-Maßnahmen zu erlassen. Dazu brauche man eine Zustimmung des Bundesrats. Oder man könne "bestimmte Regeln für die Länder verbindlich vorgeben durch Bundesgesetz". Dem müsse der Bundesrat nicht zustimmen, sagte Schäuble. Zur Not könne dies auch in einer Sitzungswoche passieren. Aus der Fraktion von CDU und CSU im Bundestag hatte es zuvor einen Vorstoß für mehr Corona-Kompetenzen des Bundes gegeben.

22.40 Uhr: Auch Frankreich rät von Zweitimpfung mit Astrazeneca ab

Frankreich wird Insidern zufolge nach einer Erstimpfung mit dem umstrittenen Mittel von Astrazeneca bei unter 55-Jährigen eine Zweitimpfung mit einem anderen Mittel empfehlen. Die zuständige Behörde HAS werde dies am Freitag ankündigen, erfährt die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit den Plänen vertrauten Personen. Das zweite Mittel solle ein mRNA-Impfstoff sein, wie er von Pfizer/Biontech und Moderna angeboten wird. Eine HAS-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab. Die Empfehlung würde der in Deutschland ähneln, wo die Altersgrenze allerdings bei 60 Jahren liegt.

22.04 Uhr: Lunge von Lebendspendern bei japanischer Covid-Patientin transplantiert

Ärzten in Japan ist nach eigenen Angaben die weltweit erste Transplantation von Lungengewebe lebender Spender an einer schwer erkrankten Covid-19-Patienten gelungen. Die Universitätsklinik in Kyoto identifizierte die Empfängerin am Donnerstag lediglich als eine Frau aus der westjapanischen Region Kansai. Sie erhole sich von dem fast elfstündigen Eingriff vom Vortag. Ihr Ehemann und ihr Sohn, die Teile ihrer Lungen gespendet hätten, seien ebenfalls in stabilem Zustand.

Die Frau war Ende 2020 an Covid-19 erkrankt, bald bekam sie immer schlimmere Atemwegsprobleme. Da ihre Lungen derart angegriffen waren, wurde sie über mehr als drei Monate hinweg in einer anderen Klinik an eine lebenserhaltende Maschine angeschlossen. Selbst nachdem sie das Virus überwunden habe, seien ihre Lungen weder funktionstüchtig noch behandelbar gewesen, teilte die Universität mit. Ihre einzige Überlebenschance war demnach eine Lungentransplantation. Ihr Mann spendete Gewebe seiner linken Lunge, der Sohn Teile seiner rechten. In rund zwei Monaten könne die Frau die Klinik voraussichtlich verlassen, hieß es weiter. Und in rund drei Monaten könne sie hoffentlich ihr normales Leben wieder aufnehmen.

21.22 Uhr: Deutschland beginnt Gespräche mit Russland über Kauf von Sputnik V

Deutschland hat nach Angaben Moskaus Verhandlungen mit Russland über den Kauf des Corona-Impfstoffs Sputnik V begonnen. Wie die Hersteller des Vakzins am Donnerstag auf Twitter mitteilten, führen Vertreter des russischen Staatsfonds RDIF die Gespräche. Die Entwicklung des Impfstoffs war durch den Fonds finanziert worden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor angekündigt, ohne Einbindung der EU mit Russland über eine Lieferung von Sputnik V zu verhandeln. Deutschland werde sich auf bilateralem Weg um den Impfstoff bemühen, nachdem die EU-Kommission am Mittwochabend bei Beratungen der EU-Gesundheitsminister angekündigt habe, ihrerseits keine Verträge über Lieferungen aus Russland abschließen zu wollen, sagte Spahn am Donnerstag dem WDR.

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) prüft seit Anfang März eine Zulassung von Sputnik V in Europa. Bei der sogenannten Rolling Review werden erste Ergebnisse wissenschaftlicher und klinischer Tests nach und nach analysiert, bevor alle für eine Zulassung nötigen Daten vorliegen. Bei allen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen war die EMA ebenso vorgegangen.

21.18 Uhr: Mexikos Präsident will sich Astrazeneca-Impfstoff spritzen lassen

Angesichts der Diskussionen um das Coronavirus-Vakzin von Astrazeneca will sich Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador mit dem Präparat impfen lassen. Es sei erwiesen, dass die Risiken des Impfstoffs des britisch-schwedischen Pharmakonzerns und der Universität Oxford gering seien, sagte der 67-Jährige am Donnerstag in seiner täglichen Pressekonferenz. Das Mittel stehe ihm zu, da es in seiner Wohngegend eingesetzt werde.

Wegen einer Reihe von Verdachtsfällen auf eine Hirnvenen-Thrombose nach der Impfung haben mehrere Länder den Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs eingeschränkt. In Deutschland haben Bund und Länder beschlossen, das Mittel in der Regel nur noch Menschen über 60 verabreichen zu lassen. Die EU-Arzneimittelbehörde gab am Mittwoch allerdings uneingeschränkt grünes Licht für dessen Anwendung.

López Obrador war im Januar an Covid erkrankt. Vor wenigen Tagen hatte er noch erklärt, es sei momentan nicht nötig, dass er sich gegen das Coronavirus impfen lasse, da er nach seiner Infektion genügend Antikörper habe. Neben Beschäftigten im öffentlichen Gesundheitswesen und einigen Lehrern werden in Mexiko inzwischen auch Menschen im Alter von mindestens 60 Jahren geimpft.

21.03 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in der Türkei erneut gestiegen

Die Türkei verzeichnet erneut einen Höchstwert bei den Corona-Neuinfektionen. Sie liegt nach Daten des Gesundheitsministeriums bei 55.941. Zudem wurden 258 Todesfälle registriert.

20.44 Uhr: Irans Innenminister laut Medienberichten mit Coronavirus infiziert

Der iranische Innenminister ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars mit dem Corona-Virus infiziert. Aus diesem Grund konnte Abdolresa Rahmani Fasli auch nicht an den Sitzungen des Corona-Krisenstabs teilnehmen, wie Fars berichtete. Das Innenministerium hat Faslis Corona-Erkrankung zunächst weder bestätigt noch dementiert.

Der Iran steckt seit Anfang der Woche in der vierten Corona-Welle. Die Anzahl der neuen Corona-Fälle und der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 sind seitdem erneut drastisch gestiegen. Binnen eines Tages wurden zuletzt 185 Todesfälle und 22.586 Neuinfektionen im Zusammenhang mit dem Virus erfasst, so das Gesundheitsministerium am Donnerstag. Damit liege die Gesamtzahl der Infizierten seit Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 über 2 Millionen, die der Toten bei fast 64.000.

20.27 Uhr: Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger sieht mögliche Corona-Testpflicht für Firmen skeptisch

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sieht Überlegungen, Corona-Tests für Firmen gesetzlich vorzuschreiben, derzeit kritisch. "Hier und heute eine Testpflicht für die Wirtschaft wäre mir noch, hopplahopp, zu schnell", sagte er im BR Fernsehen.

Wenn genügend Tests zur Verfügung stehen, sei es naheliegend, dass auch Firmen verstärkt testeten. Allerdings sei die Bereitschaft ohnehin hoch: "Viele testen schon, die Großbetriebe zu über 80 Prozent, die Kleinbetriebe noch nicht so viele, aber es werden täglich mehr, die auch verstehen, es ist im Sinne des Unternehmens, wenn man keine Risiken eingeht." Im Falle einer Testpflicht sollte der Bund die Kosten tragen.

20.13 Uhr: Italiens Premier bremst bei Forderungen nach Corona-Lockerungen

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi macht Lockerungen bei den Corona-Sperren von Fortschritten beim Impfen abhängig. Zugleich wies er am Donnerstag in Rom Forderungen zurück, ein konkretes Datum für Öffnungen zu nennen. Lockerungen seien die beste Form der Unterstützung der Wirtschaft, sagte er vor der Presse. Er wolle "Öffnungen, aber in Verbindung mit Sicherheit". In Italien mehren sich Forderungen nach Lockerungen etwa für Bars und Restaurants. Es gab diese Woche Proteste in vielen Städten, in Rom kam es zu Ausschreitungen.

"Natürlich verurteile ich die Gewalt, aber ich verstehe die Verzweiflung und Ablehnung derer, die protestieren", sagte der frühere Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Dennoch sei es unerlässlich, dass die älteren Bevölkerungsgruppen mit hohem Corona-Sterberisiko durchgeimpft sein müssten, bevor neue Schritte möglich würden. Bisher gelten strenge Corona-Einschränkungen bis zum 30. April.

20.08 Uhr: Russland fordert gelieferten Sputnik-V-Impfstoff von Slowakei zurück

Russland hat die Slowakei am Donnerstag zur Rückgabe seiner erhaltenen Sputnik-V-Impfstoffdosen aufgefordert. Zur Begründung wurden "zahlreiche Vertragsverletzungen" genannt. Die slowakische Arzneimittelaufsicht habe Sputnik V "in einem Labor, das nicht Teil des offiziellen Labornetzwerks für Arzneimittelkontrollen der EU ist", getestet, hieß es auf dem offiziellen Twitter-Konto von Sputnik V. Das verstoße gegen den bestehenden Vertrag und sei ein "Akt der Sabotage".

Das staatliche slowakische Institut für Arzneimittel habe eine Desinformationskampagne gegen Sputnik V gestartet und plane weitere Provokationen, hieß es. Das slowakische Institut erklärte dazu, das Netzwerk von der EU zertifizierter Labore teste nur Vakzine, die in der Europäischen Union registriert seien. Bei Sputnik ist das nicht der Fall. Über den russisch-slowakischen Vertrag lägen dem Institut keine Details vor, da er geheim sei.

Stunden vor der russischen Ankündigung hatte die slowakische Arzneimittelaufsicht erklärt, ihr lägen von seinem Hersteller nicht genügend Informationen über das russische Vakzin vor, um dessen Nutzen und Risiken einschätzen zu können. Etwa 80 Prozent der angeforderten Daten seien nicht geliefert worden, erklärte das Institut.

Das an die Slowakei gelieferte Vakzin unterscheide sich von dem Sputnik-V-Vakzin, das als zu 91 Prozent effektiv gelte und laut dem Fachmagazin "The Lancet" Geimpfte vor einer schweren Erkrankung an Covid-19 zu schützen scheine. Auch das Sputnik-V-Vakzin, das derzeit in einem rollierenden Verfahren von der EU-Arzneimittelbehörde EMA geprüft wird, unterscheide sich von dem, das der Slowakei geliefert worden sei. Die Vakzine hätten offenbar nur den Namen gemein. Russland sprach von "Fake News". Alle Chargen hätten dieselbe Qualität und würden am Gamaleja-Institut einer rigorosen Qualitätskontrolle unterzogen.

19.49 Uhr: KMK lehnt Ausfall der Abiturprüfungen ab

Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ablegen. Die Kultusministerinnen und Kultusminister lassen die Abschlussprüfungen im Schuljahr 2020/2021 durchführen, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) nach einer Mitteilung vom Donnerstag beschlossen hat.

Die Minister kündigten zudem einen Ausbau der Testmöglichkeiten an. Dadurch solle "allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften und sonstigen an Schulen Beschäftigten zweimal wöchentlich die Möglichkeit für einen Selbsttest angeboten" werden können, heißt es in der Erklärung. Dies solle einen Schutz vor einer Ausbreitung der Pandemie bieten und zugleich das Recht auf Bildung gewährleisten.

19.41 Uhr: Corona-Pandemie führt zu starken Verspätungen in der Seeschifffahrt

Seeschiffe müssen wegen der Corona-Pandemie in den Häfen teils sehr lange auf das Laden oder Löschen ihrer Ladung warten. Vor allem in Nordamerika führten ein hohes Ladungsaufkommen verbunden mit einer coronabedingt geringen Produktivität in den Häfen sowie Kapazitätsengpässen bei der Bahn und Lastwagen zu teils erheblichen Verzögerungen, sagte der Vorstandschef der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, Rolf Habben Jansen. Teils dauere es mehr als eine Woche, bis ein Liegeplatz frei sei. Allein vor Amerikas größten Häfen Long Beach und Los Angeles warteten derzeit mehr als 20 Schiffe. Ähnliche Probleme gebe es in Oakland, Vancouver, New York und Savannah.

Kritisch sei die Lage auch in Nordeuropa - und dort vor allem in den großen Häfen wie Rotterdam und Southampton. Auch in deutschen Häfen gebe es Verspätungen, doch die seien überschaubar, sagte Habben Jansen.

19.20 Uhr: Verbände fordern Teststrategie für Öffnungen in München

Wirtschafts- und Kulturverbände fordern für die bayerische Landeshauptstadt München eine kommunale Teststrategie, damit Geschäfte, Restaurants und Theater in der Pandemie wieder öffnen können. "Sobald es dauerhaft wärmer wird, werden die Bürgerinnen und Bürger wieder zu vielen Tausenden den öffentlichen Raum nutzen, ob mit oder ohne Teststrategie", teilten die Verbände mit.

Als eine der von der Landesregierung geplanten Modellstädte für vorsichtige Öffnungen kommt München wegen seiner Größe nicht infrage. Die Stadt sollte jedoch unabhängig davon ein Konzept für einheitliche und flächendeckenden Corona-Schnelltests entwickeln, hieß es von den Verbänden, wie der Tourismus Initiative München, den Innenstadtwirten, dem Handelsverband und der Handwerkskammer. Dafür müsse die Stadt unter anderem Teststationen aufbauen, kostenlose Tests ermöglichen und eine Koordinierungsstelle einrichten.

19.13 Uhr: Draghi für Impfstopp bei unter 60-Jährigen

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi fordert einen vorübergehenden Stopp der Impfungen von unter 60-Jährigen. Stattdessen solle der Schutz der älteren Bürger Vorrang haben, sagt er. Im Gegendsatz zu anderen Staaten räumte Italien zum Beginn der Impfkampagne Ende Dezember Rentnern keine Priorität ein. Experten zufolge hat dies zu Tausenden Todesfällen geführt.

19.06 Uhr: Stuttgart verbietet weitere "Querdenker"-Demos

Die Stadt Stuttgart will nach massenhaften Verstößen gegen die Corona-Regeln bei einer Demonstration am Karsamstag zwei von "Querdenkern" angemeldete Protestveranstaltungen verbieten. Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) begründete dies nach Angaben vom Donnerstag damit, "dass sich die Anmelder bei Versammlungen in der Vergangenheit als unzuverlässig im Sinne des Versammlungsrechts erwiesen hätten und deswegen keine Gewähr dafür gegeben sei, dass Versammlungsauflagen eingehalten werden". Die beiden Demos waren für den 17. April geplant.

In Baden-Württembergs Landeshauptstadt hatten sich am Karsamstag rund 15.000 Menschen größtenteils ohne Masken und Mindestabstand versammelt und die Stadt in große Erklärungsnot gebracht. Es waren mehr als 1.000 Polizisten im Einsatz.

19.02 Uhr: Anschlag auf niederländisches Impfzentrum vereitelt

Niederländische Ermittler haben nach eigenen Angaben einen Anschlag auf ein Corona-Impfzentrum verhindert. Ein 37 Jahre alter Mann sei unter dem Verdacht eines Terroranschlags in Den Helder festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der Mann wollte den Angaben zufolge einen Sprengkörper in dem Impfzentrum explodieren lassen und dadurch die Impfungen sabotieren.

Die Festnahme des mutmaßlichen Täters erfolgte nach Angaben der Justiz bereits am 18. März. Bei Krawallen gegen den Lockdown hatte es im Januar auch Angriffe auf Testzentren gegeben. Die Staatsanwaltschaft stuft die Tat als Terrorakt ein: "Der Verdächtige wollte mit seinem Handeln der Bevölkerung große Angst einflößen und wirtschaftliche und soziale Strukturen des Landes destabilisieren." Der Haftrichter verlängerte die Untersuchungshaft um drei Monate. Die Ermittlungen nach möglichen Komplizen dauern an.

18.59 Uhr: DEL2 beendet Hauptrunde vorzeitig

Aufgrund von Corona-Fällen und angeordneten Quarantänen beendet die zweithöchste deutsche Eishockey-Spielklasse ihre Hauptrunde vorzeitig. Die Gesellschafter hätten diesen Beschluss einstimmig getroffen, teilte die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) mit. Für die Playoff-Teilnahme kommt nun eine Quotientenregel zum Einsatz, die die DEL2 wegen der Coronavirus-Pandemie vor dem Beginn der Spielzeit eingeführt hatte.

"Nachdem wir nahezu 50 von 52 Spieltagen der Hauptrunde durch den unermüdlichen Einsatz der Clubs absolviert haben, hätten wir uns eine vollständige Beendigung dieser Runde gewünscht. Allerdings geht die Gesundheit aller vor", sagte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. Über das genaue Vorgehen in den Playoffs mit den acht besten Teams der Hauptrunde werde noch beraten.

18.34 Uhr: Über die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland bietet Selbsttests an

Mehr als die Hälfte der Firmen in Deutschland bieten Beschäftigten, die vor Ort arbeiten, mindestens einmal wöchentlich Tests an. Dies geht aus Umfragen hervor, die die Bundesministerien für Arbeit (BMAS) und Wirtschaft (BMWi) vorlegen. Weitere Unternehmen planen demnach Tests bis etwa Mitte April. "Somit haben insgesamt 69 Prozent der Unternehmen jetzt oder in Kürze ein regelmäßiges Testangebot für ihre Beschäftigten", heißt es. Die Bundesregierung hat der Wirtschaft mit Auflagen gedroht, wenn nicht mindestens 90 Prozent der Unternehmen regelmäßige Testmöglichkeiten schaffen.

Bislang nimmt auch knapp jeder zweite Beschäftigte in Deutschland derzeit ein Corona-Testangebot in Unternehmen an. Konkret sind es 46 Prozent, bei den in Präsenz Beschäftigten ist der Anteil mit 57 Prozent etwas höher.

18.25 Uhr: Bund-Länder-Treffen zur Corona-Pandemie am Montag offenbar noch unsicher

Der für Montag geplante Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten und -präsidentinnen der Länder steht einem Zeitungsbericht zufolge auf der Kippe. Voraussetzung für die Ministerpräsidentenkonferenz sei "ein abgestimmter Vorschlag", hieß es laut den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland in Bund-Länder-Kreisen. Da dieser bisher fehle, sei eine Konferenz am Montag eher unwahrscheinlich. Eine Verschiebung auf Mittwoch sei hingegen "noch denkbar".

Merkel will eigentlich am Montagnachmittag mit den Regierungschefs der Länder zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten. Die Regierungen von Bund und Ländern ringen seit Wochen um den Kurs in der Pandemie.

18.18 Uhr: Vatikanische Museen sollen am 3. Mai wieder öffnen

Die Vatikanischen Museen und Gärten sollen ab dem 3. Mai wieder öffnen. Das teilte das Museum im Vatikanstaat in Rom am Donnerstag mit. Zum Gesundheitsschutz während der Pandemie müssten die Besuche aber vorab im Internet auf der Seite der Museen gebucht werden. Außerdem werde nur eine begrenzte Zahl von Gästen zugelassen. Das Öffnungsdatum sei vorläufig und hänge von der Entwicklung der Corona-Zahlen ab.

Zuletzt war die Infektionskurve in Italien leicht gesunken, die Werte sind aber in der Regel immer noch höher als in Deutschland. Die Museen im Vatikan mit der Sixtinischen Kapelle gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen in Rom. Sie waren nach einer zeitweisen Öffnung in der dritten Corona-Welle im März wieder geschlossen worden. Derzeit gibt es wegen der Reisebeschränkungen in Italien kaum Urlauber in Rom.

18.07 Uhr: NRW schickt Schüler ab Montag in den Distanzunterricht

Für die meisten der 2,5 Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen findet nach den Osterferien kein Unterricht mehr in den Klassenräumen statt. Ab Montag werde es wieder Distanzunterricht geben, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Für die Schüler der Abschlussklassen soll es aber auch nach den Osterferien Präsenzunterricht in den Klassenräumen geben. Sie seien vom Distanzunterricht ausgenommen, sagte Gebauer. Für die übrigen Jahrgänge gelte der Distanzunterricht vorerst nur eine Woche lang bis zum 16. April.

17.30 Uhr: Bund und Länder können Corona nur gemeinsam bekämpfen

Nach den Worten von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kann die Corona-Pandemie nur erfolgreich bekämpft werden, wenn Bund und Länder gemeinsam vorgehen. Mit Blick auf eine mögliche Novellierung des Bundesinfektionsschutzgesetzes und mehr Kompetenzen des Bundes erklärte er, man sollte sich zunächst darauf verständigen, welche Dinge bundesweit geregelt werden sollten. Dabei könnte es sich allenfalls um einen Rahmen handeln. Das teilte sein Sprecher in Wiesbaden mit. Die Ausführungen der Corona-Maßnahmen lägen ja nach wie vor bei den Ländern.

17.15 Uhr: Corona-Impfungen für über 60-Jährige im Landkreis Wunsiedel

Im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel können sich ab sofort alle Menschen über 60 Jahre mit dem Wirkstoff von Astrazeneca gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Impfzentrum werde in den kommenden Tagen zusätzliche Impfdosen erhalten, teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. Dieses Impfangebot sei unabhängig von jeglicher Priorisierung. Alle Interessierten über 60 könnten sich dafür anmelden. Die Impfungen sollen im Laufe der kommenden Woche im Impfzentrum erfolgen.

16.40 Uhr: Zehn Millionen Menschen in Frankreich mit erster Dosis geimpft

In Frankreich haben mehr als zehn Millionen Menschen mindestens eine erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Dieses Ziel sei eine Woche früher als vorgesehen erreicht worden, sagte Frankreichs Premier Jean Castex am Donnerstag während eines Besuchs eines Impfzentrums in Nogent-sur-Marne in der Nähe von Paris. Das sind knapp 15 Prozent der Gesamtbevölkerung. Generell können sich in Frankreich aktuell unter anderem Menschen in Pflegeheimen, über 70-Jährige, Pflege- und Rettungskräfte, Menschen mit Vorerkrankungen ab 50 Jahren sowie Menschen, die ein besonders hohes Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken, impfen lassen. Am Dienstag hatte ein riesiges Impfzentrum im Stade de France bei Paris seine Tore geöffnet.

16.25 Uhr: Ärzte wollen alle verfügbaren Impfstoffe in ihren Praxen haben

In den bayerischen Praxen sollen in Zukunft nach Ansicht der Mediziner alle Corona-Impfstoffe zur Verfügung stehen. "Je nach Indikation können wir unsere Patientinnen und Patienten mit dem für sie geeigneten Impfstoff versorgen", sagte der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer, am Donnerstag. Dafür müssten alle zugelassenen Impfstoffe insbesondere in den Hausarztpraxen verfügbar sein. Die Entscheidung, welcher Impfstoff verabreicht werde, sei eine medizinische.

16.15 Uhr: Günther offen für Änderungen im Infektionsschutzgesetz

Im Kampf gegen das Coronavirus will sich Schleswig-Holstein Änderungen im Bundesinfektionsschutzgesetz nicht verschließen. "Ich bin für verbindlichere Regelungen auch im Infektionsschutzgesetz für Regionen mit einer ansteigenden Inzidenz über 100 offen", erklärte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag auf Anfrage. "Allerdings sollten wir in diesem Gesetz das Problem bei der Wurzel packen und uns auf die wirklich wirksamen Lösungen zur Eindämmung der Pandemie konzentrieren, nicht auf die Bereiche, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kaum Effekte auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens haben, wie zum Beispiel der Einzelhandel oder Aktivitäten im Außenbereich."

16.05 Uhr: Aiwanger für Unterricht ohne Masken für frisch geteste Schüler

Der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) möchte Schulkindern nach einem negativen Corona-Test Unterricht ohne Maske erlauben. In einigen Wochen solle es seiner Ansicht nach heißen: "negativ getestet heißt runter mit der Maske", sagte er am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung mit der Initiative "Lasst uns öffnen", die sich für Lockerungen der Corona-Maßnahmen einsetzt. Aiwanger verteidigte die Planung, Tests direkt in den Schulen abzunehmen.

Wenn man sie die Eltern und Kinder zuhause machen lasse, müsse man bedenken, dass es auch 20 Prozent Kinder gebe, die ohne Frühstück in die Schule geschickt würden. Daher müsse man dann damit rechnen, dass ein zweistelliger Prozentsatz "ohne Test in der Schule aufschlägt". Ein Test in der Schule berge zwar das Risiko, dass ein positiv getestetes Kind "mit hochrotem Kopf in der Klasse sitzt", weil ihm das Ergebnis peinlich sei, dennoch glaube er, dass dies der richtige Weg sei. Ursprünglich seien die Freien Wähler zwar für Elterntests gewesen, hätten sich in der Koalition aber nicht durchsetzen können.

16.00 Uhr: Britischer Minister zu Astrazeneca-Beschränkung: Kein Impfstoffmangel

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sieht trotz der geänderten Empfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff in seinem Land keinen Grund für Impfstoffmangel. «Wir haben mehr als genug an Pfizer- und Moderna-Impfstoff, um ihn all denen anzubieten, die jünger sind als 30 Jahre», sagte Hancock der BBC am Donnerstag. Das werde die Geschwindigkeit der Impfkampagne nicht beeinflussen. Die britische Impfkommission hatte ihre Empfehlung am Mittwoch für den Astrazeneca-Impfstoff nach einer Überprüfung geändert. Das Präparat soll künftig möglichst nur noch über 30-Jährigen verabreicht werden, wie die Kommission am Mittwoch mitteilte. Grund sind Berichte über seltene Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Vakzin.

15.55 Uhr: 1.322 Corona-Neuinfektionen in Oberbayern

Das Landesamt für Gesundheit meldet für Oberbayern 1.322 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – so viele wie für keinen anderen Regierungsbezirk. An zweiter Stelle folgt Schwaben mit 615. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 101,62 – bayernweit 120,51. Seit gestern sind in Oberbayern fünf Menschen mit oder an Covid-19 gestorben.

15.50 Uhr: Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel so niedrig wie im Dezember

Die Zahl der schwerkranken Corona-Patienten in Israel ist trotz weitreichender Lockerungen der Maßnahmen erstmals seit mehr als vier Monaten wieder auf unter 300 gefallen. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, es gebe noch 290 Schwerkranke. Zuletzt war die Zahl am 1. Dezember mit 277 Schwerkranken niedriger gewesen, allerdings damals als Ergebnis des zweiten Lockdowns im Land. Nach dessen Lockerung war die Zahl zunächst wieder gestiegen. Ende Januar gab es noch rund 1.200 schwerkranke Corona-Patienten in Israel.

Fast vier Monate nach Beginn der rasanten Corona-Impfkampagne werden in dem kleinen Mittelmeerland auch immer weniger Neuinfektionen registriert. Am Donnerstag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 274 neue Fälle gemeldet worden. Nur 0,5 Prozent von 53.755 Tests fielen demnach positiv aus. Viele Krankenhäuser haben ihre Corona-Intensivstationen bereits geschlossen. Bisher haben knapp 5,3 Millionen der insgesamt 9 Millionen Israelis eine Erstimpfung mit dem Präparat von Biontech/Pfizer erhalten. Fast 4,9 Millionen Einwohner sind vollständig geimpft. Vor allem Geimpfte und Genesene genießen wieder viele Freiheiten.

15.40 Uhr: Ramelow: Bund soll für alle Länder Sputnik-Impfstoff bestellen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist gegen Alleingänge der Länder bei der Bestellung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Ramelow sehe die Bundesregierung weiterhin in der Pflicht, einen Rahmenvertrag für den Bezug des Impfstoffs für Deutschland zu schließen, erklärte Regierungssprecher Falk Neubert am Donnerstag in Erfurt auf Anfrage. Thüringens Regierungschef hatte sich immer wieder dafür ausgesprochen, Sputnik V nach seiner Zulassung in Deutschland einzusetzen. Er habe darüber mehrfach mit Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) gesprochen, so der Regierungssprecher.

Ramelow habe deshalb mit Verwunderung auf das Vorpreschen von Bayern reagiert. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Mittwoch erklärt, Bayern habe sich mit einem Vorvertrag 2,5 Millionen Impfdosen Sputnik V für den Fall einer EU-Zulassung des Wirkstoffs gesichert.

15.20 Uhr: Höchster Inzidenzwert Niederbayerns in Dingolfing-Landau

Den Zahlen des Robert-Koch-Instituts zufolge, hat der Landkreis Dingolfing-Landau mit 203,7 am Donnerstag, 8.4.21, die höchste 7-Tage-Inzidenz in Niederbayern. Somit hat der Landkreis am Donnerstag die 200er Grenze erreicht. Vorerst hat das aber noch keine Auswirkungen. Aktuell seien 362 Personen infiziert, so das Landratsamt.

Der Grund für den Anstieg der Corona-Zahlen seien laut Landratsamt mehrere kleine Ausbrüche in verschiedenen Gewerbe- und Industriebetrieben. Dort sollen nun die Kontakte und Ansteckungswege genau geprüft und mögliche Schwachstellen in Hygienekonzepten beseitigt werden, so das Landratsamt. Zudem habe es Fälle in der Notbetreuung von Kindergartengruppen gegeben, sowie viele Fälle im privaten Rahmen, wo keine Masken getragen oder die Abstandsregeln nicht eingehalten wurden.

15.10 Uhr: Slowakische Arzneimittelkontrolle kritisiert Sputnik-Hersteller

In der Slowakei hat das staatliche Institut für Arzneimittelkontrolle SUKL einen kritischen Bericht über den russischen Impfstoff Sputnik V veröffentlicht. Die gelieferten Impfstoffe seien nicht in allen Details identisch mit den zuvor in der renommierten Fachzeitschrift Lancet beschriebenen, hieß es in dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vorlag. Zuvor hatten slowakische Medien darüber berichtet.

Auch Informationen aus anderen Ländern, in denen Sputnik V bereits eingesetzt wurde, seien wegen mangelnder Übereinstimmung nicht auf die an die Slowakei gelieferten Vakzine anwendbar. "Diese Vakzine haben nur den Namen gemeinsam", schrieben die slowakischen Kontrolleure wörtlich. Schon vorher hatten sie der Herstellerfirma mangelhafte Information vorgeworfen.

14.55 Uhr: Schärfere Corona-Maßnahmen während des Fastenmonats Ramadan

Wegen eines befürchteten Anstiegs an Corona-Infektionen im muslimischen Fastenmonat Ramadan wollen Länder im arabischen Raum die Vorschriften während der Festtage wieder verschärfen. So will Saudi-Arabien das traditionelle Fastenbrechen (Iftar) und das Frühstück vor dem Morgengrauen (Suhur) in Moscheen verbieten, wie der Nachrichtenkanal Al-Arabija berichtete. Gläubige in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten müssen in Moscheen Mundschutz tragen und dürfen sich dort zum speziellen Nachtgebet (Tarawih) höchstens 30 Minuten lang aufhalten. Im Oman wird das öffentliche Leben während des Ramadans, der in den meisten Ländern voraussichtlich am kommenden Dienstag beginnt, wieder stark eingeschränkt. Geschäfte müssen geschlossen bleiben, auch sämtliche Aktivitäten in den Bereichen Sport, Kultur und Unterhaltung werden ausgesetzt. Außerdem soll eine nächtliche Ausgangssperre von 21.00 Uhr abends bis 4.00 Uhr morgens gelten. Auch in der Türkei sind während des Fastenmonats verschärfte Corona-Maßnahmen angedacht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bereits vor einem Anstieg der Corona-Infektionen im arabischen Raum während der Festtage gewarnt.

14.40 Uhr: Nagelsmann hält Idee eines Quarantäne-Trainingslagers für Lösungsansatz

Julian Nagelsmann hofft, dass die Saison der Fußball-Bundesliga unter normalen Umständen zu Ende gespielt werden kann. "Ich hoffe nicht, dass noch mal was passiert", sagte der Trainer von RB Leipzig am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz in Bezug auf die Corona-Pandemie. Grundsätzlich verstehe er die Idee der Deutschen Fußball Liga (DFL) eines Corona-Quarantäne- Trainingslagers. "Ich hätte damit kein Problem, auch wenn ich lieber daheim bin. Es wäre für mich kein Weltuntergang", sagte Nagelsmann. Für alle gesellschaftlichen Bereiche hofft er, dass die Pandemie-Lage bald beendet ist, "und wir die Saison zu Ende spielen können, auch ohne Quarantäne-Trainingslager", betonte Nagelsmann.

14.25 Uhr: Bauarbeiten für Astrazeneca-Produktionstätte in Dessau begonnen

Das Pharmaunternehmen IDT Biologika hat in Dessau-Roßlau den Grundstein für ein weiteres Gebäude zur Impfstoffproduktion gelegt. Ab Anfang 2023 will das Unternehmen dort den Corona-Impfstoff von Astrazeneca produzieren. Insgesamt investiere das Unternehmen rund 100 Millionen Euro in den Ausbau des Standortes in Sachsen-Anhalt, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Damit werde das Projekt etwa doppelt so schnell umgesetzt, wie in der Branche üblich. Neben der neuen Produktionsstätte solle noch eine weitere Abfüllanlage entstehen, teilte das Unternehmen mit.

IDT hatte die Kooperation mit dem britisch-schwedischen Hersteller vor Wochen bekanntgeben. "IDT und der Biopharmapark Dessau mit seinen weiteren Partnern am Standort sind dabei, sich zu einem der Biopharmazentren im Herzen Europas zu entwickeln", sagte Firmenchef Jürgen Betzing.

14.20 Uhr: 90 Millionen Impfungen in Indien seit Januar

Nach einer kurzen Verschnaufpause steigt die Zahl der die Corona-Infektionen in Indien derzeit wieder deutlich an. In den vergangenen sieben Tagen wurden durchschnittlich mehr als 100.000 Neuinfektionen pro Tag registriert, berichten indische Medien. Am Donnerstag waren es demnach 127.000. Experten führen die zweite Welle auch auf Nachlässigkeit beim Corona-Schutz nach der Eindämmung der ersten Welle im Herbst zurück.Premierminister Narendra Modi erhielt unterdessen am Donnerstag öffentlich seine zweite Impfdosis. Er forderte die Bürger zur Nachahmung auf. Seit Beginn der Impfungen Mitte Januar wurden landesweit laut Medienberichten in zweieinhalb Monaten bereits 90 Millionen Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Bürger über 45 Jahren geimpft. Davon hätten elf Millionen bereits die zweite Impfdosis erhalten.

Die Immunisierung der rund 1,4 Milliarden Inder gegen Corona ist weltweit die größte und ambitionierteste Covid-Impfkampagne. Seit Beginn der Corona-Krise wurden in Indien offiziell 13 Millionen Infektionen gemeldet; davon gelten 12 Millionen als genesen. Mindestens 167.000 Personen sind bislang an den Folgen der Viruserkrankung gestorben.

14.10 Uhr: KSC-Sportchef Kreuzer widerspricht Kritik

Das Team des Tabellensechsten in der 2. Liga war am Dienstag vom Gesundheitsamt Karlsruhe nach dem dritten Corona-Fall binnen einer Woche für 14 Tage in Quarantäne geschickt worden.

Sportchef Oliver Kreuzer hat Kritik widersprochen, der Verein habe sich nicht an das geltende Hygienekonzept gehalten. "Diese Aussage stimmt nicht", sagte der Sportgeschäftsführer des Fußball-Zweitligisten am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Der KSC achte penibel darauf, dass jedes Detail umgesetzt werde. "Seit Beginn der Pandemie versuchen wir das gesamte Konzept zu 100 Prozent einzuhalten. Es ist uns ja tatsächlich auch 14 Monate lang geglückt", sagte der 55-Jährige: "Jetzt hat es uns einmal erwischt".

14.00 Uhr: Zwei Millionen Griechen mindestens einmal geimpft

In Griechenland sind zwei Millionen Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Dies teilte Regierungssprecherin Aristotelia Peloni am Donnerstag in Athen mit. Der griechischen Impfstatistik zufolge sind bislang gut 1,3 Millionen der insgesamt rund 11 Millionen Einwohner Griechenlands einmal geimpft. Rund 691.000 Menschen haben zudem bereits die zweite Impfung erhalten. Am Mittwochabend hatte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis alle Bürger erneut aufgerufen, das Angebot wahrzunehmen: "Ich bitte Sie, lassen Sie sich impfen", sagte er bei einem Fernsehinterview. Die Impfung sei der beste Weg, aus der Pandemie herauszukommen.

13.50 Uhr: Elternverband begrüßt Testpflicht an Schulen

Der Bayerische Elternverband sieht die angekündigte Testpflicht an allen bayerischen Schulen grundsätzlich positiv. "Wir Eltern haben mehr Sicherheit im Klassenzimmer gefordert (...). Wir können jetzt nicht zurückgehen und sagen, jetzt lehnen wir die Tests ab", sagte die stellvertretende Verbandsvorsitzende Henrike Paede im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Insgesamt seien die Tests eine "gute Nachricht." Zwei Tests in der Woche gäben eine große Sicherheit, so Paede weiter. Dass nicht getestete Schüler künftig nicht mehr am Unterricht teilnehmen dürfen, bezeichnet Paede als konsequent. "Das Problem ist, dass die freiwillige Testbeteiligung zu niedrig ist." Den Vorschlag, nur geschultes Personal die Tests in den Schulen durchführen zu lassen, hält Paede für nicht praktikabel.

13.20 Uhr: Europäisches Menschenrechtsgericht hält Impfpflicht für zulässig

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) sieht in einer Impfpflicht keinen Verstoß gegen die Menschenrechte. "Die Maßnahmen können in einer demokratischen Gesellschaft als notwendig angesehen werden", urteilte das Gericht am Donnerstag nach einer Klage mehrerer Familien gegen die in Tschechien bestehende Impfpflicht für Kinder. Die tschechische Gesundheitspolitik sei im "besten Interesse" der Kinder, urteilte das Gericht. "Das Ziel muss sein, dass jedes Kind gegen schwere Krankheiten geschützt ist, durch Impfung oder durch Herdenimmunität", führte das Gericht weiter aus. Die Impfpflicht sei deshalb keine Verletzung von Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens). Es ist das erste Urteil des EGMR zu einer Impfpflicht für Kinder. Experten zufolge könnte es Auswirkungen auf die derzeit vielerorts laufenden Corona-Impfkampagnen haben.

12.55 Uhr: Bartsch und Ramelow gegen Unionsvorstoß für mehr Bundeskompetenzen

Die Linkspartei lehnt den Vorstoß aus der Unionsfraktion für mehr Kompetenzen des Bundes zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ab. "Bevor der Bund das Infektionsschutzgesetz ändert, muss er erstmal die bestehenden Möglichkeiten ausschöpfen", sagte der Chef der Linken-Bundestagsfraktion Dietmar Bartsch der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Auch Thüringens linker Ministerpräsident Bodo Ramelow zeigte sich skeptisch: "Man kann auf dem derzeitigen Infektionsschutzgesetz so einen Stufen- und Rahmenplan aufbauen. Dazu muss man den langen Weg der Gesetzesänderung und Bundesratsbeteiligung gar nicht gehen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

12.45 Uhr: Woidke befürwortet Einsatz von Corona-Impfstoff Sputnik V

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kann sich den Einsatz des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V vorstellen. Dies bestätigte die Staatskanzlei am Donnerstag. Für die Impfkampagne werde sehr viel Impfstoff benötigt, sagte Woidke demnach. "Dafür sollte jeder geeignete, zuverlässige und zugelassene Impfstoff genutzt werden", meinte der Regierungschef. "Das gilt selbstverständlich auch für Sputnik V."

12.25 Uhr: Stiko-Chef sieht keine Widersprüche unter Experten zu Astrazeneca

In der Debatte um den Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat der Vorsitzende der deutschen Ständigen Impfkommission (Stiko) der Wahrnehmung widersprochen, es gebe Meinungsverschiedenheiten unter Experten. Es gebe keinen Widerspruch zwischen den Einschätzungen der EU-Arzneimittelbehörde EMA, dem Paul-Ehrlich-Institut und der Stiko, sagte der Virologe Thomas Mertens am Donnerstag im RBB-Inforadio. Dass der Astrazeneca-Impfstoff in seltenen Fällen zu schweren und auch lebensgefährlichen Nebenwirkungen (bestimmten Arten von Blutgerinnseln) führen könne, bestreite niemand.

Mertens betonte vielmehr die unterschiedlichen Aufgaben und Blickwinkel der Institutionen: Die EMA sei für die grundsätzliche Zulassung zuständig, machte er deutlich. Bei der Stiko gehe es vielmehr darum, den Impfstoffeinsatz zum besten Nutzen der Bevölkerung in Deutschland zu regeln.

12.15 Uhr: Corona-Quarantäne bei Sandhausen: Spiel bei Greuther Fürth abgesetzt

Nach der angeordneten Corona-Quarantäne für den SV Sandhausen hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) das kommende Zweitligaspiel bei der SpVgg Greuther Fürth für Freitag abgesetzt. Dies teilte die DFL am Donnerstag mit. Damit haben die Franken im Aufstiegsrennen eine ungewollte Pause. Die nächste planmäßige Partie der Fürther ist damit das Gastspiel beim SV Darmstadt am 16. April. Auch der Karlsruher SC ist in Quarantäne. Nicht wie geplant stattfinden werden der DFL zufolge die Partien des KSC bei Fortuna Düsseldorf (10. April) und gegen den FC Erzgebirge Aue (17. April) sowie die Spiele von Sandhausen in Fürth und gegen den Hamburger SV (16. April).

12.00 Uhr: Vorstoß aus Unionsfraktion für mehr Bundeskompetenzen in Pandemie

Angesichts des uneinheitlichen Vorgehens der Länder bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie kommt aus der Unionsfraktion im Bundestag ein Vorstoß für mehr Kompetenzen des Bundes. Ziel ist es, bundesweit gleiche Maßnahmen in der Krisenbewältigung zu ermöglichen. Die Initiative der Abgeordneten Norbert Röttgen, Johann Wadephul und Yvonne Magwas sieht vor, "dem Bund (zusätzlich) dieselben Handlungsmöglichkeiten zu geben wie den Ländern, nämlich durch Rechtsverordnung die Durchsetzung der nationalen Ziele des Infektionsschutzgesetzes zu gewährleisten."

11.50 Uhr: Private Impftermine in Pakistan bereits nach kurzer Zeit ausgebucht

In Pakistan sind private Impftermine gegen das Coronavirus bereits nach kurzer Zeit ausgebucht. Die ersten 50 000 Impfdosen, die die private Pharmafirma AGP angeboten hatte, seien "binnen weniger Stunden" gebucht gewesen, sagte ein Sprecher von AGP, Umair Mukhtar, am Donnerstag. Man führe Verhandlungen mit Russland und wolle so rasch wie möglich weitere Sputnik-V-Impfdosen importieren, sagte Mukhtar weiter. Pakistan ist eines der ersten Länder, in dem Impfungen neben einem offiziellen Regierungsprogramm auch durch private Pharmafirmen vertrieben werden.

Für die Entscheidung, Impfungen nicht nur im Rahmen des Gratis-Impfprogramms der Regierung zur Verfügung zu stellen, wurde Islamabad in den vergangenen Wochen wiederholt kritisiert. Dies fördere die Ungleichheit im Land, hieß es unter anderem. Bisher wurden in Pakistan nur von China gespendete Impfstoffe verimpft. Die Impfkampagne verläuft schleppend, weil es Vorbehalte gegenüber dem chinesischen Präparat gibt. Offiziellen Angaben zufolge wurden in dem Land mit 220 Millionen Einwohnern bisher eine Million Menschen geimpft.

11.40 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern will eine Million Impfstoff-Dosen Sputnik V

Wie Bayern sichert sich auch Mecklenburg-Vorpommern noch vor der möglichen EU-Zulassung den Zugang zu dem russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. Wie Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag in Schwerin mitteilte, hat sich das Land gegenüber Russland eine Option auf eine Million dieser Impfdosen gesichert. "Wir sind aktuell noch in einer Phase, wo es große Abhängigkeiten von noch zu wenigen Herstellern gibt", begründete Glawe den Vorstoß. Mecklenburg-Vorpommern versuche auch eigene Wege zu gehen, um das Tempo und die Planbarkeit der Impfungen zu verbessern. "Wir sind interessiert an langfristigen Kooperationen mit Russland. Darüber hinaus prüft das Land, ob im Land ansässige Firmen eine Abfüllung oder Produktion ermöglichen könnten."

11.30 Uhr: French Open um eine Woche verlegt

Die Coronavirus-Pandemie sorgt auch in diesem Jahr für eine Verlegung der French Open und für neue Terminprobleme auf der Tennis-Tour. Statt wie 2020 um mehrere Monate wird das Grand-Slam-Turnier in Paris diesmal um eine Woche nach hinten verschoben und soll nun vom 30. Mai bis zum 13. Juni ausgetragen werden, wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten. Eigentlich war das Turnier vom 23. Mai bis zum 6. Juni terminiert und hatte damit drei Wochen für die ohnehin kurze Rasen-Saison unter anderem mit einem Vorbereitungsturnier in Stuttgart offen gelassen. Das Vorzeigeprodukt des französischen Tennisverbands soll vor der "größtmöglichen Zahl von Fans" gespielt werden, während gleichzeitig Gesundheit und Sicherheit gewährleistet werden sollen. Jede Woche sei dafür wichtig und könne einen Unterschied ausmachen.

Die Folge: Nach aktuellem Stand führt die Verlegung zu Terminkollisionen mit dem bisher geplanten Start der Rasen-Saison. Am 7. Juni sollten unter anderem die Turniere in Stuttgart, Nottingham und in 's-Hertogenbosch beginnen.

11.24 Uhr: Tokio will schärfere Corona-Maßnahmen

Gut drei Monate vor dem geplanten Beginn der Olympischen Spiele will die Stadt Tokio der beschleunigten Ausbreitung des Coronavirus mit verschärften Maßnahmen entgegentreten. Die Gouverneurin Yuriko Koike sagte, sie habe die japanische Regierung gebeten, auf Basis eines neuen Gesetzes zur Pandemiebekämpfung Anordnungen erlassen zu dürfen. Das Gesetz sieht Strafen für Unternehmer vor, die gegen Regeln verstoßen.

In der Hauptstadt breiten sich besonders ansteckende Varianten des Virus aus. Koike äußerte sich besorgt insbesondere über die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante. Weniger als ein Prozent der japanischen Bevölkerung ist bislang gegen das Virus geimpft.

11.17 Uhr: Corona-Hilfe darf nicht wegen alter Schulden gepfändet werden

Selbstständige und Kleinstunternehmer müssen mit dem Geld aus der Corona-Soforthilfe keine alten Schulden begleichen. Die Mittel seien zweckgebunden und daher nicht pfändbar, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Sie dienten der Abmilderung einer finanziellen Notlage. Gläubiger haben also keinen Zugriff. Das geht aus einer Entscheidung der obersten Zivilrichter aus dem März hervor, die heute veröffentlicht wurde.

11.10 Uhr: Ifo-Chef fordert Verschärfung der Corona-Maßnahmen

Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, fordert eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. "Wir müssen die sozialen Kontakte reduzieren, damit wir die Infektionen herunterbringen, denn sonst wird es auch keine nachhaltige wirtschaftliche Erholung geben", sagte der Präsident des Forschungsinstitus in einem Interview. Ob die Kontaktreduzierung durch Schließung des Einzelhandels oder der Schulen erreicht werde, sei letztlich eine politische Entscheidung.

Es sei fatal, dass die Politik die Osterferien habe vorbeiziehen lassen, ohne diese für eine Reduzierung der sozialen Kontakte zu nutzen, kritisierte Fuest. Ohne schärfere Maßnahmen bleibe Deutschland "im Jojo-Lockdown, in den uns die Politik jetzt leider geführt hat, weil sie eben nicht viel früher eine überzeugende Strategie eingeschlagen hat", so der Ifo-Chef.

10.54 Uhr: EU-Kommissar Breton: Sputnik V kann nicht kurzfristig helfen

Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V kann nach Einschätzung des Impfstoff-Beauftragten der EU-Kommission, Thierry Breton, nicht kurzfristig bei der Impfkampagne der Europäischen Union helfen. Auf die Frage, ob Präparate etwa aus Russland oder China dazu beitragen könnten, bis zum Sommer 70 Prozent der Erwachsenen in der EU zu impfen, schrieb der Franzose am Donnerstag in einem Blog-Eintrag: "Ich fürchte, die Antwort ist nein."

Breton betonte nun, dass er zwar keinen Grund habe, an der Effektivität, Sicherheit und Qualität jener Impfstoffe zu zweifeln, die außerhalb der EU entwickelt worden seien. Dies zu bewerten sei jedoch Sache der Europäischen EU-Arzneimittelbehörde EMA. Jedes Unternehmen, das einen neuen Impfstoff produzieren wolle, brauche aber mindestens zehn Monate. Deshalb müsse man sich auf die Produktion jener Impfstoffe konzentrieren, die in der EU bereits zugelassen oder kurz davor sind. Breton zeigte sich jedoch optimistisch, dass es auch ohne Impfstoffe wie Sputnik V bis Ende Juni genügend Dosen in der EU gibt, um etwa 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen.

10.42 Uhr: Thailand legt Nachtleben in 41 Provinzen lahm

Wegen eines Anstiegs der Corona-Zahlen in Thailand werden in Bangkok und 40 weiteren Provinzen alle Unterhaltungslokale für zwei Wochen geschlossen. Betroffen seien Bars, Pubs, Clubs und Karaoke-Lokale, berichtete die Zeitung "Bangkok Post". Die Maßnahme trete in Kraft, sobald Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha am Freitag den Plan unterzeichne.

Zuletzt waren neue Infektionsfälle vor allem in Nachtlokalen entdeckt worden. Zudem gebe es Angst vor einer Ausbreitung der britischen Variante in dem südostasiatischen Land, das bisher eher glimpflich durch die Krise gekommen ist, hieß es. Auch sorgen sich die Behörden wegen des traditionellen Neujahrsfests Songkran, das in der kommenden Woche gefeiert wird und zu dem Millionen Menschen unterwegs sind, um etwa ihre Familien zu besuchen.

10.26 Uhr: Spahn kündigt Gespräche mit Russland über Sputnik-Impfstoff an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bilaterale Gespräche mit Russland angekündigt über eventuelle Lieferungen des Corona-Impfstoffs Sputnik V im Falle einer EU-Zulassung. Zunächst gehe es um die Zulassung durch die EU. "Dafür muss Russland Daten liefern." Solange dies nicht geschehe, könne es keine Zulassung geben.

Die zweite Frage sei dann die der Bestellung, sagte Spahn. Die EU-Kommission habe am Mittwochabend erklärt, dass sie über Sputnik V nicht Verträge schließen werde wie mit den anderen Herstellern wie etwa Biontech. "Daraufhin habe ich auch im EU-Gesundheitsministerrat für Deutschland erklärt, dass wir dann bilateral auch mit Russland reden werden, und zwar erst mal darüber, wann überhaupt welche Mengen kommen könnten", sagte Spahn.

09.50 Uhr: Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in der Türkei

Die Corona-Neuinfektionen in der Türkei sind auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie angestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwochabend 54.740 Neuinfektionen an einem Tag und 276 Todesfällen in 24 Stunden im Zusammenhang mit Covid-19. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist besonders in der Millionenmetropole Istanbul hoch. Sie lag zuletzt bei rund 590 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche.

Die Türkei mit ihren rund 84 Millionen Einwohnern hatte Corona-Beschränkungen Anfang März teilweise aufgehoben - seitdem steigen die Fallzahlen rapide. Inzwischen gelten wieder strengere Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen am gesamten Wochenende in bestimmten Regionen. Im Fastenmonat Ramadan, der kommende Woche beginnt, sollen weitere Maßnahmen greifen. Cafés und Restaurants, die zurzeit geöffnet sind, müssen dann etwa auf Paketservice umstellen.

09.12 Uhr: Zug auf Sylt wegen eines Corona-Falls evakuiert

Ein Zug der Deutschen Bahn ist heute in Westerland auf Sylt wegen eines Corona-Falls evakuiert worden. Die leere Bahn sei nach Husum zur Desinfektion gebracht worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Der Zug hätte von Sylt nach Hamburg fahren sollen. Wie viele Reisende betroffen waren und wie der Corona-Fall bekannt wurde, konnte die Sprecherin nicht sagen.

09.06 Uhr: Vertrauen in Medien im Corona-Jahr deutlich gestiegen

Das Vertrauen in Medien ist in Deutschland einer Langzeitstudie zufolge am Ende des Corona-Jahres 2020 deutlich gewachsen. 56 Prozent der Befragten gaben im November und Dezember an, voll und ganz beziehungsweise eher Medien zu vertrauen, wenn es sich um wirklich wichtige Dinge wie etwa Umweltprobleme, Gesundheitsgefahren oder politische Skandale dreht. Das geht aus den am Donnerstag von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz veröffentlichten Ergebnissen der siebten Studien-Ausgabe hervor.

So hoch war der Wert demnach noch nie, die Ergebnisse zu der Frage hatten sich in den vergangenen Studien-Ausgaben in einer Spanne zwischen 28 und 44 Prozent bewegt. Werte für die "Langzeitstudie Medienvertrauen" sind erstmals 2008 erfasst worden. Zu den Ergebnissen der Studie, die repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren ist, hieß es: In der Corona-Krise sei der Informations- und Orientierungsbedarf in der Bevölkerung offenbar mit wachsendem Vertrauen in die Medien einhergegangen. In der Mitteilung betonte die Hochschule an anderer Stelle zugleich: «Ob es sich hierbei um ein nachhaltiges Vertrauensplus handelt, muss sich erst noch zeigen.» Es sei möglich, dass sich die Stimmung in den darauf folgenden Wochen erneut verändert habe, parallel zur wachsenden Unzufriedenheit mit dem politischen Krisenmanagement.

08.56 Uhr: Zwei Festnahmen wegen Impfbetrug in Mexiko

Zwei Männer haben sich in Mexiko als Senioren verkleidet und so Corona-Impfungen erschlichen. Die beiden hatten sich die Haare und Augenbrauen weiß gefärbt und waren mit gefälschten Ausweisen vor zwei Wochen zu einer Impfstätte in Mexiko-Stadt gegangen, wie die Bürgermeisterin der Stadt mitteilte. Dort wurden ihnen demnach Impfdosen gespritzt, obwohl in Mexiko bislang nur Beschäftigte im öffentlichen Gesundheitswesen, einige Lehrer und Menschen im Alter von mindestens 60 Jahren immunisiert werden sollen. Letztlich seien die Betrüger aber wegen ihrer Stimmen aufgeflogen. Die Männer im Alter von 30 und 35 Jahren seien festgenommen worden, gegen sie werde wegen Ausweisfälschung ermittelt.

In Mexiko wurden bisher rund 9,7 Millionen Corona-Impfdosen verabreicht und gut 1,3 Millionen Menschen - etwa 1 Prozent der Bevölkerung - vollständig geimpft. Zwischenzeitlich wurden die Impfstoffvorräte knapp. Die Regierung warf reichen Ländern vor, sich die Vakzine unter den Nagel zu reißen. Inzwischen hat die zuständige Behörde sechs Präparaten eine Notfallzulassung erteilt.

08.33 Uhr: Reise- und Tourismuswirtschaft fordert Verlängerung der Überbrückungshilfen

Die deutsche Reise- und Tourismuswirtschaft hat eine Verlängerung der staatlichen Überbrückungshilfen ins zweite Halbjahr hinein gefordert. "Es ist absehbar, dass es dauern wird, bis wir wieder zu einem annähernd normalen Geschäft in der Tourismuswirtschaft kommen werden", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, Michael Frenzel. Daher müsse die Hilfe über den 30. Juni hinaus verlängert werden.

08.07 Uhr: Fahrgastzahl im Linienfernverkehr mit Bahnen und Bussen im Jahr 2020 halbiert

Bedingt durch die Corona-Pandemie waren im Jahr 2020 nur etwa halb so viele Fahrgäste im Linienfernverkehr mit Bussen und Bahnen unterwegs wie im Vorkrisenjahr 2019. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war das Fahrgastaufkommen mit 88 Millionen Personen um 49 % geringer als 2019. Im Eisenbahn-Fernverkehr reisten mit 82 Millionen Fahrgästen 46 % weniger Menschen. Im Linienverkehr mit Fernbussen ging die Fahrgastzahl sogar um 71 % auf 6,1 Millionen zurück.

07.52: Rekordzahl neuer Corona-Infektionen in Indien

Indien hat eine Rekordzahl neuer Coronainfektionen vermeldet. Das Gesundheitsministerium gab am Donnerstag 126.789 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden bekannt. 685 Menschen starben, die höchste Zahl seit November. Fast die Hälfte der Neuinfektionen entfielen auf den Bundesstaat Maharashtra.

Premierminister Narendra Modi erhielt seine zweite Impfdosis. Er rief die Impfberechtigten per Twitter auf, sich ebenfalls die Spritzen verabreichen zu lassen. In dem Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern sind bislang mehr als 90 Millionen Beschäftigte des Gesundheitswesens und Menschen über 45 Jahren mindestens ein Mal geimpft worden. Elf Millionen von ihnen haben auch eine zweite Dosis erhalten.

07.45 Uhr: Ministerpräsident Weil gegen harten Lockdown

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht derzeit keinen Anlass für eine bundesweite Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen. Er erkenne aktuell keinen exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen, wie er befürchtet worden war, sagte Weil heute im "Morgenmagazin" des ZDF und warnte vor einem "kurzatmigen Aktionismus", wie er vor Ostern geherrscht habe. Weil verwies auf die Situation in Niedersachsen, wo derzeit die Inzidenz sinke. Die Lage in den Krankenhäusern sei entspannt.

Der SPD-Politiker räumte ein, dass die Zahlen zur Pandemielage wegen der Osterfeiertage nur eingeschränkt aussagekräftig seien und die Auswirkungen möglicher Familienbesuche noch nicht erkennbar. "Jetzt haben wir aber schon wieder Donnerstag in der Woche nach Ostern", sagte Weil. Und entgegen der Annahme der Skeptiker sei ein Anstieg der Zahlen noch nicht zu erkennen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bundesweit bei 105,7. Für Niedersachsen gab das RKI die Zahl der neuen Ansteckungen binnen einer Woche bezogen auf 100.000 Einwohner mit 76,7 an.

07.19 Uhr: Beamtenbund fordert Verzicht auf Präsenzunterricht ohne Corona-Test

Der Beamtenbund dbb hat die Kultusminister der Länder zu klaren Regeln gegen eine weitere Zuspitzung der Corona-Lage durch offene Schulen aufgefordert. "Von der Kultusministerkonferenz fordern wir klare Entscheidungen: Wenn die Schulen in der dritten Welle geöffnet sein sollen, müssen die Lehrkräfte auch geimpft und die Schülerinnen und Schüler getestet werden", sagte der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach. Heute beraten die Kultusminister der Länder über das weitere Vorgehen an den Schulen nach den Osterferien.

06.44 Uhr: Über 75.000 Neuinfektionen und 800 weitere Tote in USA

In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 75.642 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Damit haben sich in den Vereinigten Staaten insgesamt mehr als 30,89 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 800 auf 557.658. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Todeszahlen auf.

06.35 Uhr: Pro Asyl: Massenunterkünfte auflösen und Flüchtlinge impfen

Der Geschäftsführer der Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl, Günter Burkhardt, fordert angesichts der Corona-Pandemie die Auflösung von Massenunterkünften für Flüchtlinge. "Unsere Hauptforderung ist die Auflösung der Großlager für Flüchtlinge und vor allem die Abschaffung der Pflicht, bis zu 18 Monate in einer Erstaufnahmeeinrichtung zu bleiben", sagte er in einem Interview. Die Grundbedingung im Kampf gegen das Virus sei es, Abstand zu halten, doch dies sei dort gar nicht oder nur schwer möglich. "

Außerdem sollte man prioritär diejenigen impfen, die am meisten im Kontakt mit anderen sind", ergänzte Burkhardt. Das treffe nicht zuletzt auf Flüchtlinge zu: "Stattdessen reagiert man mit Quarantäne und Isolierung." Der Pro-Asyl-Chef kritisierte außerdem, dass Flüchtlinge während der Pandemie weiter abgeschoben würden. In der Impfverordnung des Bundes sind Flüchtlinge in Gruppe 2 unter der Kategorie "Hohe Priorität" einsortiert - hier allerdings an 17. und damit vorletzter Stelle.

06.14 Uhr: Montgomery fordert Auswahlmöglichkeit bei Impfstoff

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zum Astrazeneca-Impfstoff begrüßt und eine Auswahlmöglichkeit für Vakzine bei Corona-Impfungen gefordert. "Die Diskussion um den Astrazeneca-Impfstoff reißt nicht ab. Da ist es gut, dass die EMA klare Kante zeigt", sagte Montgomery in einem Interview. Noch fehle zwar die wissenschaftliche Evidenz, der Impfstoff sei aber aller Wahrscheinlichkeit nach für die sehr seltenen Hirnvenenthrombosen vor allem bei Frauen unter 60 Jahren verantwortlich, sagte Montgomery. "Das Risiko der Impfung ist aber deutlich geringer als das Risiko der Erkrankung. Diese Informationen gehören in die Risikoinformation jedes Impfwilligen", sagte der Weltärzte-Chef.

Gleichwohl sollte man aus seiner Sicht den Einsatz der anderen Impfstoffe verstärken, "um Irritationen in der Bevölkerung vorzubeugen". "Wir müssen jetzt noch mehr auf Biontech, Moderna und Johnson & Johnson setzen. Und man muss den Menschen so bald wie möglich ein Wahlrecht für den Impfstoff einräumen", sagte Montgomery.

06.05 Uhr: Spanien verabreicht Astrazeneca nur noch an Menschen über 60

Auch in Spanien wird der Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur noch an Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren verabreicht. Dies kündigte Gesundheitsministerin Carolina Darias am Mittwochabend an. Spanien folgt damit dem Beispiel anderer EU-Länder. Deutschland, Italien und die Niederlanden hatten bereits zuvor beschlossen, das Astrazeneca-Vakzin nur noch an Menschen über 60 zu verabreichen. In Belgien und Frankreich ist die Altersgrenze für dieses Präparat inzwischen bei 55 angesetzt.

Hintergrund ist eine auffällige Häufung von Thrombose-Fällen bei Frauen unter 55 Jahren, die den Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers gespritzt bekommen hatten. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA gelangte aber am Mittwoch nach einer erneuten Prüfung des Astrazeneca-Mittels zu dem Schluss, dass bei diesem der Nutzen gegenüber den Risiken überwiege. Blutgerinnsel sollten als "sehr seltene Nebenwirkung" des Impfstoffs aufgeführt werden, erklärte die Behörde. Trotz der Häufung von Thrombosefällen bei Frauen unter 55 Jahren konnte die EMA keine spezifischen Risikofaktoren für Blutgerinnsel nach einer Astrazeneca-Impfung wie etwa Alter, Geschlecht oder Vorerkrankungen feststellen, wie Behördenchefin Emer Cooke erläuterte. "Eine plausible Erklärung für diese seltenen Nebenwirkungen ist eine Immunreaktion auf den Impfstoff." Insgesamt bleibe die EMA aber bei ihrer positiven Einschätzung dieses Impfstoffs. "Er rettet Leben", betonte Cooke.

05.58 Uhr: Musikschulen und Schulen gleichberechtigt behandeln

In der Debatte um weitere Öffnungen in der Corona-Krise fordert der Bundesgeschäftsführer des Verbands deutscher Musikschulen, Schulen und Musikschulen gleichberechtigt zu behandeln. Er wünsche sich, dass Musikschulen und Allgemeinbildende Schulen den gleichen Stellenwert erhalten, sagte Matthias Pannes, dessen Verband bundesweit rund 930 Musikschulen vertritt. "Bildung ist mehr als Schule", erklärte er.

Verordnungen in den einzelnen Bundesländern regeln derzeit, wann und unter welchen Voraussetzungen Musikschulunterricht stattfinden darf. Viele Einrichtungen sind in der Pandemie auch auf digitalen Unterricht umgestiegen. Pannes sorgt sich dabei vor allem um Anfänger und jüngere Kinder. "Für Kinder, die im Vorschulbereich und im Grundschulalter erreicht werden, ist das Lernen mit allen Sinnen einfach wichtig."

05.40 Uhr: Lehrerverband und Schülerkonferenz fordern einheitliche Regeln

Vor der Sitzung der heutigen Kultusministerkonferenz haben Lehrerverbände und Schülervertreter die Minister aufgefordert, zu bundeseinheitlichen Regeln bei Schulöffnungen und Corona-Tests zu kommen. "Der Ball liegt jetzt bei den Kultusministern", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger: "Sie können jetzt zeigen, ob sie es schaffen, mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie endlich bundeseinheitliche Vorgaben zum Thema Schule vorzulegen."Meidinger betonte weiter, es brauche eine Testpflicht für alle Schüler in Deutschland: "Das heißt: Mindestens zwei Mal in der Woche muss verbindlich getestet werden." Auch beim Thema Schulöffnungen sei eine einheitliche Linie nötig: "Es kann nicht angehen, dass jedes Bundesland macht, was es will - und einzelne sagen, sie öffnen unabhängig von den Inzidenzen."

Auch der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, forderte die Kultusministerinnen und Kultusminister auf, sich auf eine einheitliche, für alle verbindliche Linie beim Thema Schulöffnungen verständigen: "Für uns als Schülerinnen und Schüler ist klar: Die Schulen sollen überall da, wo es vertretbar ist, offen bleiben." Das sei wichtig für alle, die zu Hause nicht so gut gefördert werden könnten - aber auch für Kinder und Jugendliche generell.

05.28 Uhr: Mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 20.407 Neuansteckungen sowie 306 weitere Todesfälle registriert.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ging nach Angaben des RKI erneut etwas zurück und lag am Donnerstag bei 105,7. Am Vortag hatte sie 110,1 betragen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieser Zeitspanne an. Die Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung und Lockerung von Restriktionen.

Mittwoch, 07. April 2021

22.40 Uhr: Lauterbach hat sich mit Astrazeneca-Präparat impfen lassen

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich mit dem Präparat von Astrazeneca gegen Corona impfen lassen. Das gab der 58-Jährige am Mittwochabend via Twitter bekannt. "Astrazeneca Impfstoff ist heute leider erneut in Schlagzeilen. Wahr ist: es ist ein hochwirksamer Impfstoff, schwere Nebenwirkungen sind sehr rar", schrieb Lauterbach. Der Leiter des Impfzentrums in Leverkusen und er hätten am Dienstag zahlreiche Dosen des Mittels verabreicht. "Selbstverständlich habe ich ihn auch genommen." Dazu postete Lauterbach zwei Fotos, auf einem davon ist er bei seiner eigenen Impfung zu sehen.

22.20 Uhr: UEFA-Präsident nach Treffen mit Söder optimistisch für EM-Spiele

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hält nach einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) EM-Spiele in München auch unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Pandemie für möglich. Es sei ein gutes Treffen gewesen, sagte der Slowene am Mittwochabend am Rande des Champions-League-Spiels FC Bayern München gegen Paris Saint-Germain im Pay-TV-Sender Sky. "Und ich bin mir auch sicher, dass der Ministerpräsident bemüht ist, dass die EM hier stattfinden wird", sagte Ceferin. Zuletzt hatte es Diskussionen darüber gegeben, dass die Europäische Fußball-Union (UEFA) in den zwölf Spielorten auf EM-Spiele mit Zuschauern bestehen werde. Wegen der Infektionslage in Deutschland sind derzeit aber keine Sportveranstaltungen mit Zuschauern erlaubt. München hatte auf Anfrage mitgeteilt, «weiterhin mit verschiedenen Szenarien, was mögliche Zuschauer im Stadion betrifft», zu planen. Im Stadion des FC Bayern sollen die drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Weltmeister Frankreich (15. Juni), Europameister Portugal (19. Juni) und Co-Gastgeber Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale (2. Juli) ausgerichtet werden.

22.10 Uhr: Italien empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff nun für über 60-Jährige

Auch Italien ändert seine Impfrichtlinien und empfiehlt das Präparat von Astrazeneca jetzt für Menschen über 60 Jahre. Das gab der Präsident des obersten Gesundheitsinstituts (CTS), Franco Locatelli, am Mittwochabend in Rom bekannt. Er und andere Experten des Gesundheitsministeriums betonten, dass der Impfstoff in Italien weiter als ein sehr gutes Mittel eingestuft werde. Aufgrund von sehr seltenen Vorkommnissen von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit dem Präparat habe Gesundheitsminister Roberto Speranza sich aber für die "bevorzugte Verwendung" von Astrazeneca-Dosen bei Menschen über 60 Jahre entschieden. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte am Mittwoch erklärt, dass es sich nach ihrer Einschätzung bei den Blutgerinnseln um Nebenwirkungen des Vakzins handelt. Die EMA nahm jedoch keine Änderung an ihrer uneingeschränkten Empfehlung für den Impfstoff vor. Italien hatte sich zuletzt daran orientiert. In Europa gelten in unterschiedlichen Staaten allerdings schon länger unterschiedliche Regeln beim Einsatz des Astrazeneca-Mittels. In Deutschland hatte die ständige Impfkommission (Stiko) den Astrazeneca-Impfstoff zuletzt für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Andere Staaten nehmen 55 Jahre als Altersgrenze.

22.00 Uhr: 25 Spieler und Betreuer bei Vancouver Canucks mit Corona infiziert

Der Corona-Ausbruch beim NHL-Team der Vancouver Canucks mit inzwischen 25 infizierten Spielern und Betreuern geht allem Anschein nach von einer einzigen infizierten Person aus. Das geht aus einer auf der Canucks-Homepage veröffentlichten Stellungnahme zweier Ärzte hervor. Alle 25 Personen haben sich mit einer Variante des Coronavirus angesteckt. Noch sei nicht klar, welche. Unter den 21 Vancouver-Profis, die auf der Corona-Liste der NHL stehen, ist auch Nationalspieler Marc Michaelis. Spieler auf dieser Liste sind nicht zwangsläufig selbst infiziert, auch Kontaktpersonen stehen darauf. Laut Stellungnahme gibt es eine Kontaktperson im Team. Die Canucks haben zuletzt am 24. März gespielt. Alle folgenden Partien wurden abgesagt. Ursprünglich hatte die NHL damit gerechnet, dass das Team am 8. April wieder spielen kann.

21.50 Uhr: Reuters-Insider: Deutschland plant bilateralen Vertrag zu Sputnik V

Deutschland will nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters einen bilateralen Vertrag für den Ankauf des russischen Impfstoffes Sputnik V aushandeln. In der Sitzung der EU-Gesundheitsminister habe die EU-Kommission erklärt, keinen Vorvertrag zu Sputnik V wie mit den anderen Impfstoffanbietern schließen zu wollen, heißt es unter Berufung auf Teilnehmerkreise. Bundesminister Jens Spahn habe bei dem Treffen angekündigt, dass Deutschland nunmehr bilateral einen Vertrag verhandeln werde, um sich den Impfstoff zu sichern. Zuerst müsse dabei geklärt werden, welche Mengen Russland überhaupt wann liefern könne. In jedem Fall setze Deutschland aber weiterhin auf eine europäische Zulassung, habe Spahn betont. Russland müsse der europäischen Arzneimittelagentur EMA dafür nun die dafür notwendigen Daten liefern.

21.35 Uhr: Rekorde bei Neuinfektionen und Todesfällen in der Türkei

Das türkische Gesundheitsministerium meldet 54.740 Neuinfektionen und 276 weitere Todesfälle - in beiden Fällen die höchste Zahl seit dem Beginn der Pandemie. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte vergangene Woche strengere Beschränkungen an. Im Fastenmonat Ramadan - ab dem 13. April - sollen dabei an den Wochenenden landesweite Lockdowns gelten.

21.15 Uhr: Laut BIld-Zeitung will Kanzlerin Merkel eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes

Einem Medienbericht zufolge strebt Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes an. Ziel sei es, die Corona-Maßnahmen bundesweit zu vereinheitlichen, berichtet die "Bild" unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollen Landkreise bei erhöhten Inzidenz- und R-Werten sowie unter Berücksichtigung anderer Faktoren dazu verpflichtet werden, ihre Maßnahmen zu verschärfen.Laut "Bild" planen Unions-Abgeordnete mit Unterstützung der Fraktionsspitze bereits eine Initiative, um es auch der Bundesregierung zu ermöglichen, Corona-Maßnahmen per Rechtsverordnung zu erlassen. Somit wäre neben den Landesregierungen auch die Bundesregierung ermächtigt, Corona-Beschränkungen zu verhängen. Einer der Initiatoren des Vorstoßes, CDU-Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen, sagte dem Bericht zufolge: "Es geht nicht darum, die Länder zu schwächen. Es geht darum, dass der Bund überhaupt handeln kann." Bislang hätten sich rund zwei Dutzend Abgeordnete hinter die Initiative gestellt.

20.20 Uhr: Brasiliens Regierung schließt Lockdown aus

Auch auf dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Pandemie in Brasilien schließt Präsident Jair Bolsonaro harte Ausgangsbeschränkungen in dem südamerikanischen Land weiter aus. "Wir werden nach Alternativen suchen. Wir werden die Politik des Zuhausebleibens, des Abriegelns, des Lockdowns nicht hinnehmen", sagte der Staatschef am Mittwoch einem Bericht des Nachrichtenportals G1 zufolge bei einem Besuch im Süden des Landes. Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und stemmt sich mit Verweis auf die wirtschaftlichen Folgen seit Beginn der Pandemie gegen einen landesweiten Lockdown.

20.10 Uhr: RKI registriert 9677 Corona-Neuinfektionen und 298 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.677 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 298 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.051 Neuinfektionen und 249 neue Todesfälle verzeichnet. Nach RKI-Annahmen werden derzeit aufgrund von Urlaub und geschlossenen Praxen gegebenenfalls noch etwas weniger Tests als vor den Ferien durchgeführt. Das RKI geht davon aus, dass die Testhäufigkeit erst nach den Osterferien, also in den meisten Bundesländern nach dem kommenden Wochenende, wieder auf einem mit den Vorwochen vergleichbaren Niveau liegt.

19.55 Uhr: Münchner Tourismus drastisch eingebrochen

Im Corona-Jahr 2020 ist der Tourismus in München drastisch eingebrochen. So blieben etwa Gäste aus Übersee, den Arabischen Golfstaaten und China nach Ausbruch der Pandemie fast komplett aus. Einen massiven Rückgang gab es auch bei Touristen aus dem europäischen Ausland und bei Geschäftsreisenden. Das geht aus dem jetzt vorgelegten Jahresbericht des Wirtschaftsreferats hervor. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nur rund sieben Millionen Übernachtungen registriert. Das entspricht einem Minus um mehr als 60 Prozent. Von "dramatischen Zahlen" spricht Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU).

Mehr zum Thema: Bilanz 2020: Münchner Tourismus drastisch eingebrochen

19.45 Uhr: Söder droht in der EM-Zuschauerfrage mit Widerstand

Markus Söder droht in der Zuschauerfrage bei der Fußball-EM mit politischem Widerstand, Dublin gibt keine Garantien und wackelt als Spielort bedenklich. Gut zwei Monate vor Beginn der EURO steht die UEFA vor kniffligen Aufgaben. Köln (SID) Die erste Frist ist abgelaufen - doch die Sorgen für die UEFA sind nicht kleiner geworden. Während mehrere Gastgeberstädte der kommenden Fußball-EM gleich konkrete Zuschauerpläne offenlegten, wackelt Dublin als Spielort bedenklich. An der Zuschauerfrage könnte auch der deutsche Spielort München scheitern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jedenfalls äußerte laute Kritik an den Plänen der Europäischen Fußball-Union (UEFA), die Spiele der Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli) in zwölf Städten und ausdrücklich vor Zuschauern austragen zu wollen - und schürte damit auch Zweifel an EM-Spielen in München.

19.30 Uhr: Britische Corona-Variante in USA nun häufiger als Ursprungsvirus

Die zuerst in Großbritannien entdeckte, sehr ansteckende Corona-Variante B.1.1.7 kommt in den USA nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC inzwischen häufiger vor als das ursprüngliche Virus. CDC-Chefin Rochelle Walensky sagte am Mittwoch in Washington, auf Basis der jüngsten Schätzungen sei die britische Corona-Variante in den Vereinigten Staaten die aktuell vorherrschende Variante. Die Behörde hatte bereits im Januar gewarnt, dass es dazu kommen könnte. Grundlage für das Aufspüren von Corona-Mutanten ist die sogenannte Genom-Sequenzierung. Da dies in den USA nur in begrenztem Ausmaß gemacht wird, sind die Angaben zur Verbreitung der Virusvariante lediglich Schätzungen. Auch in anderen Ländern hat sich die britische Virus-Variante rasant ausgebreitet. In Deutschland hat sie die Ursprungsvariante des Virus mittlerweile ebenfalls weitgehend verdrängt.

Zum Artikel "FAQ: Welche Corona-Mutanten gibt es und wie gefährlich sind sie?"

19.25 Uhr: Volle Zuschauerkapazität beim Finale der Snooker-WM geplant

Das Finale der Snooker-Weltmeisterschaft soll in diesem Jahr als erstes Indoor-Event in Großbritannien wieder vor Publikum stattfinden. Das gab der Snooker-Weltverband am Mittwoch bekannt. Man erwarte, dass beim Finale am 2. und 3. Mai die volle Zuschauerkapazität im Crucible-Theater in Sheffield ausgeschöpft werden kann. Allerdings müssen dabei Masken getragen werden. Die Snooker-WM ist Teil eines Pilotprojekts der britischen Regierung, um schrittweise die Rückkehr von Zuschauern bei Großveranstaltungen zu ermöglichen. Teilnehmer der Snooker-WM müssen sich vor und nach dem Event mehrfach auf das Coronavirus testen lassen.

19.15 Uhr: Realschullehrer fordern ein "Nachjustieren" bei der Teststrategie an Schulen

Nach dem Beschluss, Bayerns Schulen ab Montag mit Testpflicht wieder zu öffnen, gibt es von Seiten der Realschullehrer Kritik an der Teststrategie. Man müsse hier "nachjustieren", forderte der Bundes- und Landesvorsitzende der Realschullehrer, Jürgen Böhm, in der Rundschau im BR Fernsehen. Es sei schwierig, in der Schule zu testen. Böhm wünsche sich dafür eine "Erziehungspartnerschaft" mit den Eltern. Zudem sei auch die Fahrt im Schulbus eine Gefahr, und die werde nach der momentanen Strategie ungetestet unternommen. Bei Lehrern und Schülern herrsche große Unsicherheit, so der Bundes- und Landesvorsitzende der Realschullehrer. Viele gingen mit Angst in die Schule. Er halte es für gut, noch einen zeitlichen Korridor zu schaffen, damit das Testen dann auch wirklich funktioniere. Man könnte die ausgefallenen Faschingsferien als Pufferzone anhängen, schlug Böhm vor, um die Teststrategie zu überarbeiten.

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Nach dem Beschluss, Bayerns Schulen mit Testpflicht zu öffnen, gibt es von Realschullehrern Kritik an der Srategie. Man müsse "nachjustieren."

18.55 Uhr: Stadtrat stimmt für Suspendierung von Halles OB wegen Impfaffäre

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) soll wegen der Impfaffäre vom Dienst suspendiert werden. Das hat der Stadtrat am Mittwoch auf einer Sondersitzung beschlossen, wie Stadtratsvorsitzende Katja Müller (Linke) im Anschluss mitteilte. Grund für das zeitweise Verbot seiner Dienstgeschäfte ist die vorzeitige Impfung Wiegands gegen das Corona-Virus und damit im Zusammenhang ein gestörtes Vertrauensverhältnis. Wie Müller weiter mitteilte, stimmte eine deutliche Mehrheit von 34 der anwesenden 48 Stadträte für die Suspendierung. Es gab 13 Gegenstimmen und eine Enthaltung. Die Impfaffäre von Halle hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Zu dem gestörten Vertrauensverhältnis zwischen dem Stadtrat und dem Oberbürgermeister der Saalestadt sagte Müller, es gehe vor allem um die Begleitumstände seiner vorzeitigen Impfung. Nach Ansicht des Stadtrates hat Wiegand vor dem Gremium die Unwahrheit gesagt. Wiegand selbst nahm an der Stadtratssitzung nicht teil. Laut Müller hat der Oberbürgermeister für diesen Donnerstag bis zum Sonntag (11.4.) Urlaub eingereicht.

18.45 Uhr: Irland gibt "keine Garantien für Mindestzuschauerzahl" bei der Fußball-EM

Irlands Hauptstadt Dublin ist womöglich der größte Wackelkandidat als Spielort bei der Fußball-Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli). Der irische Fußballverband FAI teilte am Mittwoch mit, man habe auf Anraten der Regierung die UEFA darüber informiert, dass man "aufgrund der COVID-19-Pandemie zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Lage ist, Garantien für eine Mindestzuschauerzahl bei den Spielen der EURO 2020 zu geben". Am Mittwoch verstrich die Frist für die zwölf vorgesehenen Gastgeberstädte, zu denen auch der deutsche Spielort München gehört, bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ein Konzept für eine Teilzulassung von Zuschauern vorzulegen. Eine Garantie für die Zulassung von Fans wurde in dieser Phase des Entscheidungsprozesses allerdings noch nicht verlangt.

Zum Artikel "EM-Spiele in München: Söder kritisiert Zuschauerpläne der UEFA"

18.34 Uhr: 10.000 Dosen Corona-Impfstoff nicht geliefert

Eine ausgefallene Lieferung bremst in Rheinland-Pfalz erneut das Impftempo. Am Dienstag seien rund 10.000 fest zugesagte Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer nicht geliefert worden, sagte Landesimpfkoordinator und Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm (SPD) am Mittwoch in Mainz. Die Gründe dafür seien unklar. Zudem gebe es Hinweise, dass Ende April eine Lieferung von Moderna ausfallen könne. Der Bund habe zugesagt, dass künftig jede Woche mit 110.000 Impfstoff-Dosen zu rechnen sei, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD).

18.25 Uhr: Haiti wartet noch immer auf die ersten Impfdosen

Nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie kann Haiti seinen elf Millionen Einwohnern nicht eine einzige Impfspritze anbieten. Experten fürchten nun, dass die Gesundheit der Haitianer vor der zunehmenden Gewalt und politischen Instabilität im Land in den Hintergrund rückt.

Bislang sind für Haiti nur 756.000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca vorgesehen. Sie stammen aus dem Covax-Programm der Vereinten Nationen, die die bedürftigsten Länder mit kostenlosen Impfungen gegen das Coronavirus versorgen wollen. Der zugesagte Impfstoff sollte spätestens im Mai eintreffen, doch nun werden Verzögerungen erwartet, weil Haiti eine Frist verstreichen ließ und der wichtigste Hersteller in Indien nun zuerst die gestiegene Nachfrage im eigenen Land bedient.

18.15 Uhr: Milliardenstaatshilfe wegen getöteter Nerze in Dänemark genehmigt

Nach der umstrittenen Massentötung von Millionen Nerzen in Dänemark hat die EU-Kommission Staatshilfen für die betroffenen Firmen in Höhe von rund 1,75 Milliarden Euro genehmigt. Die Regelung erlaube es, Nerzzüchter und andere Betriebe der Nerzbranche für Einbußen zu entschädigen, teilte die für Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin heute mit.

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hatte am 4. November angekündigt, dass alle Zuchtnerze in Dänemark getötet werden sollen. Als Begründung hatte die Regierung angeführt, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Etwa vier Millionen der mehr als 15 Millionen getöteten Tiere wurden auf Militärgeländen vergraben, viele traten aber im Zuge der Verwesung wieder an die Erdoberfläche. Eine Mehrheit der dänischen Parlamentsparteien hatte sich Ende 2020 darauf geeinigt, dass die Nerze wieder ausgegraben und weggeschafft werden. Bis Mitte Juli sollen die Tiere verbrannt werden.

18.09 Uhr: Testpflicht soll für Geimpfte entfallen

Wer den vollen Corona-Impfschutz hat, soll künftig voraussichtlich im Alltag und bei Reisen weitgehend auf Corona-Tests verzichten können. Personen mit vollständigem Impfschutz könnten so behandelt werden wie Menschen, die über ein tagesaktuell negatives Testergebnis verfügten, heißt es in einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums. Das Ministerium stellte die Empfehlungen heute den Gesundheitsministerinnen und -ministern der Länder vor. Das Thema solle bei der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche auf der Tagesordnung stehen, hieß es.

Bei Flugreisen aus dem Ausland soll demnach alternativ zum derzeit verlangten negativen Testergebnis auch ein Nachweis vorgelegt werden können, dass man mindestens 14 Tage vorher die Gabe der zweiten Impfdosis mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff erhalten hat. Auch bei Reisen aus Risiko- oder Hochinzidenzgebieten soll die Testpflicht der Empfehlung gemäß für entsprechend Geimpfte entfallen. Bei der Einreise aus Virusvariantengebieten soll es hingegen bei der Testpflicht bleiben, da bei manchen Varianten der Impfschutz kleiner ist.

Wer vollen Impfschutz hat, solle zudem von Quarantänemaßnahmen ausgenommen werden, so lange man keine Krankheitssymptome hat. Das Robert Koch-Institut werde seine Quarantäne-Empfehlungen bis zum Ende der Woche anpassen. In beiden Fällen – negativ getestet oder vollständig geimpft – sei von einem "deutlich reduzierten Ansteckungsrisiko" auszugehen. "Die Impfung oder der tagesaktuelle Test geben zusätzliche, aber keine hundertprozentige Sicherheit", so die Empfehlung des Bundes an die Länder. Geimpfte und negativ Getestete müssten daher auch weiter Abstand halten, Hygiene beachten und Masken tragen.

Zum Artikel "Testpflicht soll für Corona-Geimpfte weitgehend entfallen"

17.40 Uhr: Bhutan impft 60 Prozent seiner Bevölkerung in neun Tagen

Seit Beginn der Corona-Impfkampagne in Bhutan vor neun Tagen haben bereits 60 Prozent der Bürger eine erste Impfdosis erhalten. Wie die Behörden des kleinen Landen zwischen Indien und China am Mittwoch mitteilten, wurden 470.000 der insgesamt 770.000 Einwohner geimpft. Die Gesundheitsbehörden nutzten dazu den von Indien gespendeten Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca.

Mit seiner Geschwindigkeit bei den Impfungen liegt Bhutan noch vor Israel, den Seychellen und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Israel ist weltweit führend bei der Zahl der Einwohner, die bereits zwei Dosen erhalten haben. Bhutan verzeichnete bislang 896 Corona-Infektionen und einen Todesfall in Zusammenhang mit dem neuartigen Virus.

17.14 Uhr: Zweifel an EM-Spielen mit vielen Zuschauern in München

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht derzeit kaum eine Chance auf ein gefülltes Münchener Stadion während der Fußball-Europameisterschaft. "Im Moment kann ich mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen mit großartigen Zuschauerzahlen zu operieren, es dauert ja nicht mehr lange", sagte Söder. Im Stadion des FC Bayern sollen die drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Weltmeister Frankreich (15. Juni), Europameister Portugal (19. Juni) und Co-Gastgeber Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale (2. Juli) ausgerichtet werden.

"Ich halte auch nichts davon, wenn auf europäischer Ebene diskutiert wird: Es findet nur dort statt, wo möglicherweise Zuschauer komplett zugelassen werden", sagte Söder. Bis zu diesem Mittwoch mussten München und die weiteren elf EM-Gastgeberstädte ihre Konzepte für die Ausrichtung der Partien bei der Europäischen Fußball-Union UEFA einreichen.

17.05 Uhr: Söder wirbt für Impfangebote an jüngere Politiker

Angesichts steigender Ansteckungsgefahren durch neue Corona-Varianten hält CSU-Chef Markus Söder Impfungen für Politiker unter 60 Jahren für angebracht. "Wir müssen auch überlegen, noch mal tatsächlich in den nächsten Wochen, ob wir nicht noch ein paar Impfdosen übrig haben, wenn die Zahl wächst, um die Funktionsfähigkeit beispielsweise eines Landtags aufrecht zu erhalten, oder des Bundestages", sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch nach der Sitzung des Kabinetts in München. "Nach meiner Überzeugung müssen die Parlamente in dieser Situation absolut handlungsfähig sein."

Bislang erhalten auch Politiker in Deutschland ihre Impfangebote nur entsprechend der geltenden Impfreihenfolge, maßgeblich ist hier also meist das Alter. Das bedeutet, dass Personen unter 60 Jahren derzeit nur in Ausnahmen, etwa wegen des Berufs, schon geimpft werden können.

16.50 Uhr: Astrazeneca in Großbritannien nur noch für über 30-Jährige

Die britische Impfkommission hat ihre Empfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff geändert. Das Präparat soll künftig möglichst nur noch Erwachsenen über 30 Jahren verabreicht werden, wie die Kommission heute mitteilte. Grund sind Berichte über seltene Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Vakzin.

16.44 Uhr: Papst ruft erneut zu Corona-Impfungen auf

Papst Franziskus hat zum Weltgesundheitstag seinen Appell zu Corona-Impfungen erneuert. "Wir alle sind aufgerufen, die Pandemie zu bekämpfen. In diesem Kampf stellen die Impfstoffe ein wesentliches Instrument dar", hießt es in einem heute verbreiteten Tweet des Kirchenoberhaupts. Alle Menschen, vor allem die schwächsten, brauchten Unterstützung. Nur gemeinsam lasse sich eine gerechtere und gesündere Welt aufbauen, so der Papst. Der 84-Jährige hatte sich im Januar gegen das Coronavirus impfen lassen und in dem Zusammenhang erklärt, er habe kein Verständnis für Impfverweigerer. Wer sich nicht immunisieren lasse, setze nicht nur das eigene Leben, sondern auch dasjenige anderer aufs Spiel, sagte er in einem Interview des italienischen Senders Canale 5.

16.30 Uhr: Lebenserwartung sinkt in fast allen EU-Staaten

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist im ersten Jahr der Corona-Pandemie in fast allen EU-Ländern gesunken. 22 der 27 Länder verzeichneten 2020 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang, wie das EU-Statistikamt Eurostat heute in Luxemburg mitteilte. Am stärksten waren Spanien (minus 1,6 Jahre) und Bulgarien (minus 1,5 Jahre) betroffen. In Deutschland sank die Lebenserwartung bei der Geburt demnach um 0,2 Jahre auf 81,1 Jahre.

Unter der Lebenserwartung zu einem bestimmten Zeitpunkt versteht man die Anzahl der Jahre, die eine Person im Schnitt noch zu leben hat, wenn die zu dem Zeitpunkt herrschenden Sterbebedingungen weiter gelten würden. Langfristig betrachtet werden EU-Bürger eigentlich immer älter: Die durchschnittliche Lebenserwartung stieg nach Angaben von Eurostat seit den 1960er Jahren im Schnitt um mehr als zwei Jahre pro Jahrzehnt. In den letzten Jahren habe diese Entwicklung aber in mehreren Staaten stagniert oder sei sogar rückläufig gewesen. Nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie sei die Lebenserwartung 2020 schließlich in der überwiegenden Mehrheit der Staaten gesunken. Auch in den USA war die Lebenserwartung im ersten Halbjahr 2020 von 78,8 auf 77,8 Jahre zurückgegangen - der niedrigste Wert seit 2006.

Innerhalb der EU gibt es weiterhin ein starkes Gefälle: Am ältesten werden die Bewohner Maltas mit 82,6 Jahren. Es folgen Schweden, Italien und Spanien (jeweils 82,4 Jahre). Am niedrigsten ist die Lebenserwartung in Litauen (75,1), Rumänien (74,2) und Bulgarien (73,6). 2019 lag die EU-weite Lebenserwartung bei 81,3 Jahren. Für Irland liegen noch keine Daten vor.

16.15 Uhr: EMA sieht weiter mehr Nutzen als Risiko bei AstraZeneca-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) sieht weiter mehr Nutzen als Risiko bei der Nutzung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca. Es sei zwar ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und seltenen Thrombose-Fällen festgestellt worden, teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Diese Thrombosen seien vor allem bei Frauen im Alter von unter 60 Jahren binnen zwei Wochen nach der Impfung aufgetreten. Spezifische Risikofaktoren seien nach den bisherigen Erkenntnissen nicht bestätigt worden. Die EMA gab zunächst keine Einschränkungen für den Einsatz des Mittels bekannt.

Astrazeneca hat immer wieder erklärt, Studien hätten keine erhöhte Thrombose-Gefahr gezeigt. Die EMA geht nach eigenen Angaben derzeit mehr als 60 Berichten zu Gehirn-Thrombosen - also Blutgerinnseln - nach. Einige verliefen tödlich. Vergangene Woche hatte die EMA erklärt, sie habe keine bestimmten Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht oder Vorerkrankungen feststellen können. Mehrere Länder - darunter Deutschland - empfehlen die Impfung mit Astrazenca inzwischen nicht mehr für jüngere Menschen. Die Thrombose-Fälle treffen in erster Linie Frauen.

16.10 Uhr: Bayern will 2,5 Millionen Dosen von russischem Impfstoff Sputnik V bestellen

Bayern will 2,5 Millionen Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V bestellen. "Sollte Sputnik zugelassen werden in Europa, dann wird der Freistaat Bayern zusätzliche Impfdosen, ich glaube, es sind 2,5 Millionen, im Juli erhalten", kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch an. Mit der Lieferung von Sputnik sollen die Zusatzkapazitäten an Impfstoff in Bayern erhöht werden.

Ein Vorvertrag mit einem Unternehmen in Illertissen sollte noch am Mittwoch von Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) unterzeichnet werden. Die bayerische Landesregierung habe mit der beauftragten Institution der russischen Regierung für den Vertrieb des Impfstoffs eine Absichtserklärung abgeschlossen, sagte Holetschek. Der Impfstoff solle in Illertissen produziert werden. "Das wird erst im Verlauf des Jahres der Fall sein."

In der Absichtserklärung sei definiert, dass der Impfstoff auch importiert werden könne. "Voraussetzung ist natürlich, dass er zugelassen ist", ergänzte Holetschek. Bei Sputnik handele es sich um einen "hochwirksamen" Impfstoff. "Ich wünsche mir, dass wir den Impfstoff sehr schnell zur Verfügung haben", sagte der Landesgesundheitsminister.

16.00 Uhr: Zulassung von Sputnik V in der Slowakei bleibt vorerst offen

Ob die Slowakei den von der EU nicht zugelassenen russischen Impfstoff Sputnik V einsetzt, will der neue Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky erst Anfang kommender Woche entscheiden. Noch fehle ihm eine endgültige Stellungnahme des staatlichen Arzneimittel-Kontrollinstituts , erklärte der Minister.

In einem vorläufigen Zwischenbericht hatte das Kontrollinstitut bereits Ende März erklärt, dass es aufgrund mangelhafter Daten keine seriöse Stellungnahme abgeben könne. Die Verantwortung müsse daher das Ministerium tragen, das eine Zulassung auch ohne positiven Bericht erteilen könne, betonte eine Sprecherin des Kontrollinstituts am Dienstag. Bereits gelieferte Sputnik V-Impfdosen bleiben bisher ungenutzt.

15.40 Uhr: EU-Kommission stellt 123 Millionen Euro für Corona-Varianten-Forschung zur Verfügung

Im Kampf gegen gefährliche Coronavirus-Varianten stellt die EU-Kommission der Forschung 123 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld aus dem Forschungsprogramm "Horizont Europa" solle dafür sorgen, dass den kurz- bis mittelfristigen Bedrohungen durch Mutanten begegnet werden könne, teilte die Brüsseler Behörde mit. "Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um für die Zukunft gerüstet zu sein, von der Früherkennung der Varianten bis zur Durchführung und Koordinierung klinischer Studien für neue Impfstoffe und Behandlungsmethoden", sagte die zuständige EU-Kommissarin Marija Gabriel. Konkret soll das Geld beispielsweise für die Weiterentwicklung vielversprechender Behandlungs- oder Impfstoffkandidaten genutzt werden. Auch solle die Infrastruktur etwa für einen schnelleren Datenaustausch von Forschern gefördert werden. Anträge dafür können vom 13. April bis zum 6. Mai 2021 eingereicht werden.

15.30 Uhr: Fast alle Firmen aus Autobranche bieten Mitarbeitern Corona-Tests an

Fast alle Unternehmen in der Automobilbranche werden ihren Mitarbeitern in Kürze regelmäßige Corona-Tests in Büros und Fabriken anbieten. Bei 75 Prozent der Firmen seien Schnell- und Selbsttests bereits möglich, weitere 22 Prozent planten dies zeitnah umzusetzen, teilte der Branchenverband VDA mit.

Die Bundesregierung hat der Wirtschaft mit Auflagen gedroht, wenn nicht mindestens 90 Prozent der Unternehmen regelmäßige Testmöglichkeiten schaffen. Bis Montag - dann wollen Bund und Länder über den weiteren Kurs in der Corona-Krise beraten - soll eine Bewertung dazu vorliegen. Das kündigten ein Sprecher des Arbeitsministeriums und eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums an. Laut Erkenntnissen der Wirtschaftsverbände ziehen viele Mitarbeiter bislang aber nicht richtig mit. Nur 27 Prozent nutzen demnach die regelmäßigen Tests in ihren Betrieben.

15.05 Uhr: Neue Antikörper-Studie zum Impfstoff Moderna

Auch ein halbes Jahr nach der vollständigen Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Moderna bleibt der Schutz einer neuen Studie zufolge hoch. Ein Langzeittest mit 33 Probanden habe sechs Monate nach der zweiten Impfung in allen Altersklassen ein weiterhin hohes Niveau an Antikörpern gegen Covid-19 gezeigt, berichten US-Experten im "New England Journal of Medicine" (NEJM). Die Studie werde weitergeführt, um die Wirksamkeit des Vakzins über noch längere Zeit beobachten zu können.

Bislang ist unklar, wie lang der Schutz durch die Covid-19-Impfstoffe hält. Anfang des Monats hatten aber auch schon die mRNA-Impfstoffhersteller Pfizer/Biontech mitgeteilt, dass der Schutz durch ihr gemeinsames Präparat sechs Monate nach der zweiten Dosis genauso hoch ist wie kurz danach. Zudem hätten sich keine Sicherheitsbedenken gezeigt. Die Produkte von Pfizer/Biontech und Moderna gelten als sehr ähnlich.

Zum Artikel "Welche Corona-Impfstoffe gibt es und wie funktionieren sie?"

14.47 Uhr: WHO-Chef kritisiert Verteilung von Impfstoffen

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat angesichts des Weltgesundheitstages eine ungerechte Verteilung von Impfstoffen angeprangert. Länder mit geringen Einkommen hätten erst 0,1 Prozent der Corona-Impfstoffe erhalten, sagte er während einer Online-Veranstaltung. Die Pandemie habe das Beste aber auch das Schlechteste der Menschheit zum Vorschein gebracht. So hätten viele Arbeiterinnen und Arbeiter im Gesundheitswesen Mut gezeigt und es habe auch gute Ambitionen von Firmen gegeben. Gleichzeitig sei die Ungleichheit in der Welt größer geworden und es habe Unternehmen gegeben, die von der Not anderer profitieren wollten. "Wir haben vielleicht unterschiedliche Kulturen, Sprachen und einen unterschiedlichen Glauben aber wir teilen die gleiche DNA", sagte der Äthiopier.

14.40 Uhr: Olympischer Fackellauf durch Osaka abgesagt

Der Weg des olympischen Feuers wird nicht wie ursprünglich geplant durch die Präfektur Osaka und ihre gleichnamige Millionenstadt führen. Gouverneur Hirofumi Yoshimura verkündete die endgültige Absage, nachdem es dort zu einem signifikanten Anstieg der Corona-Infektionen gekommen war. Zudem verhängten die Behörden einen Ausnahmezustand für die gesamte Region, da mit 878 Neuinfektionen ein neuer Tageshöchstwert seit Beginn der Pandemie erreicht wurde. Ursprünglich war lediglich eine Absage des Fackellaufes für die Stadt Osaka diskutiert worden. Laut dem Organisationskomitee für die Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) soll das am 13. und 14. April geplante Teilstück nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Expo-Gedenkpark im Norden von Osaka stattfinden.

14.33 Uhr: Anpfiff zum Impfen: Im Stade de France gibt es Spritzen gegen Covid

Beim Namen Stade de France denkt in Frankreich aktuell wohl niemand mehr an große Sportveranstaltungen. Seit Anfang der Woche ist Frankreichs größtes Stadion ein riesiges Impfzentrum - Vaccinodrome heißt es auf Französisch. Zu Beginn sollen dort um die 10.000 Impfungen gegen Covid-19 pro Woche verabreicht werden. Innen drin herrscht hektisches Treiben, aber alles ist durchorganisiert. Die Impfungen gibt es nicht auf dem Fußballfeld, sondern in den fensterlosen Kellerräumen des riesigen Gebäudes, in das rund 80 000 Menschen passen.

Das Stade de France wurde für die Fußball-WM 1998 gebaut. Neben Sportveranstaltungen finden darin auch Konzerte statt. Mit Stand Dienstagabend haben in Frankreich gut 9,5 Millionen Menschen mindestens eine erste Impfung bekommen. Das sind gut 14 Prozent der Bevölkerung. Bis zum Ende des Sommers, das hat Präsident Emmanuel Macron versprochen, sollen alle, die sich impfen lassen möchten, auch eine Impfung bekommen.

14.10 Uhr: Bayern setzt bei Kontakt-Nachverfolgung auf Luca-App

Bayern will zukünftig die Luca-App nutzen, um Kontakte in der Corona-Krise besser nachverfolgen zu können. Markus Söder (CSU) kündigte nach einer Kabinettssitzung in München an, dass der Freistaat eine bayernweite Lizenz erwirbt. Bürgerinnen und Bürger können die App kostenlos auf ihre Handys laden.

Die Luca-App funktioniert mit einer Art virtuellen Visitenkarte: Nutzer müssen zunächst ihre Kontaktdaten eingeben. Das Programm verschlüsselt die Informationen und generiert wechselnde QR-Codes. Mit den Codes können sich die Nutzer dann in Restaurants, Kinos oder bei Veranstaltungen anmelden, ohne sich in eine Liste eintragen zu müssen. In Nürnberg wird die Luca-App schon genutzt, auch einige Bundesländer setzen die App schon ein.

13.44 Uhr: Tschechien ersetzt in Pandemie erneut Gesundheitsminister

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat bereits zum dritten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie den Gesundheitsminister ausgewechselt. Er sei abberufen worden, gab der bisherige Amtsinhaber Jan Blatny auf einer Pressekonferenz bekannt. Als neuer Minister wurde kurz darauf der Krankenhausmanager Petr Arenberger vereidigt.

Hintergrund dürfte ein Streit um eine mögliche Notfallzulassung des russischen Impfstoffs Sputnik V sein. Blatny hatte eine Entscheidung der EU-Behörden abwarten wollen. Präsident Milos Zeman warf ihm vor, mit seiner Blockadehaltung für den Tod von Menschen mitverantwortlich zu sein. Der 76-Jährige sprach sich für den Einsatz "so vieler effektiver Impfstoffe wie möglich" aus, gleich ob aus China oder Russland.

Nach Ansicht der Opposition dient Blatny nur als Sündenbock für die Fehler der Regierung. In Tschechien finden in sechs Monaten Parlamentswahlen statt. Das Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern ist hart von der Corona-Pandemie getroffen worden. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 1,5 Millionen bestätigte Infektionen und 27.329 Todesfälle.

13.35 Uhr: Testpflicht an Bayerns Schulen unabhängig von Inzidenzwert

Die bayerische Staatsregierung führt nach den Osterferien eine generelle Corona-Testpflicht in Schulen ein. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte nach einer Kabinettssitzung, man habe sich für eine "Inzidenz-unabhängige Testpflicht für alle Schulen" entschieden. Alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte müssten sich mindestens zwei mal pro Woche testen lassen. Zur Auswahl stünden sowohl PCR-Tests als auch Schnell- und Selbsttests, die allerdings alle in der Schule vorzunehmen sind, erläuterte der CSU-Chef. Sollte die Inzidenz über 100 liegen, komme womöglich auch ein noch kürzeres Test-Intervall infrage.

Dies müsse "alles an der Schule" stattfinden, betonte Söder. Eine Teilnahme am Unterricht sei nur mit negativem Testergebnis möglich. Grundsätzlich bleibe beim Thema Schule unter einer Sieben-Tages-Inzidenz von 100 in den Stadt- und Landkreisen "alles wie bislang", erläuterte Söder. Dies bedeute in aller Regel Wechselunterreicht. Bei einer Inzidenz von mehr als 100 bleibe es "beim Distanzunterricht" mit Ausnahme der Abschlussklassen. Zu diesen gehörten auch die Q11 an den Gymnasien sowie die vierten Klassen an den Grundschulen.

13.25 Uhr: Söder - Corona-Lockerungen und Modellprojekte frühestens am 26. April

Angesichts der hohen Infektionszahlen verschiebt die Staatsregierung mögliche Corona-Lockerungen und den Start der Modellprojekte für weitere Öffnungsschritte um mindestens zwei Wochen. Auch in Regionen, in denen wegen einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 oder 100 theoretisch weitere Öffnungen in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport möglich wären, können diese also frühestens ab dem 26. April erfolgen. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München. Auch der Start von Modellprojekten für weitergehende Corona-Lockerungen wird entsprechend verschoben.

Die Corona-Regeln für den Handel werden vereinheitlicht: Für Bau- und Gartenmärkte, Gärtnereien, Blumenläden und Buchhandlungen gelten künftig die gleichen Regeln wie für alle anderen Einzelhandelsgeschäfte abseits des täglichen Bedarfs, unter anderem die Inzidenz-Grenzen für Öffnungen. Öffnungen sind also für all diese Geschäfte nur unter den Bedingungen zulässig, wie sie für den übrigen Einzelhandel gelten.

13.23 Uhr: Chilenische Forscher - Erste Impfdosis schützt nicht

Die erste Impfdosis allein schützt nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus: Bei der ersten Dosis liegt die Wirksamkeit in den 28 Tagen bis zur zweiten Dosis bei nur drei Prozent und damit im Bereich der statistischen Fehlermarge, wie eine Studie der Universität von Chile ergab. Zwei Wochen nach der zweiten Impfung lag die Wirksamkeit dagegen bei 56,5 Prozent.

Für ihre Untersuchung kombinierten die Forscher die Wirksamkeit des chinesischen Impfstoffes Coronavac und des Impfstoffes von Pfizer-Biontech. Coronavac kommt in Chile, das eine der am weitesten fortgeschrittenen Impfkampagnen in Südamerika hat, in 93 Prozent der verabreichten Dosen zum Einsatz. Seine Wirksamkeit lag demnach zwei Wochen nach der zweiten Impfung bei 54 Prozent, die Wirksamkeit von Pfizer-Biontech wird in einer israelischen Studie mit 94 Prozent angegeben.

Den Forschern zufolge lag die Wirksamkeit der ersten Coronavac-Dosis nach zwei Wochen bei 27,7 Prozent und nahm in den Tagen bis zu zweiten Dosis rapide weiter ab. Die Studie zeige, dass die erste Dosis "nach vier Wochen keinen relevanten Effekt mehr hat", sagte der Rektor der Universität von Chile, Ennio Vivaldi. Deren Empfänger seien im Grunde genauso anfällig für eine Infektion wie Nicht-Geimpfte. Nur wer sich zweimal impfen lasse, könne das Ansteckungsrisiko deutlich senken.

13.12 Uhr: Corona bringt Münchner Flughafen Hunderte Millionen Verlust

Der Einbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat den Münchner Flughafen tief in die roten Zahlen gedrückt. Vorläufigen Berechnungen zufolge machte er 2020 rund 320 Millionen Euro Verlust. Im Jahr zuvor hatte der Flughafen noch einen Rekordgewinn von 178 Millionen Euro ausweisen können.

Entscheidender Faktor war die Corona-Pandemie. Sie hatte das Passagieraufkommen von zuletzt 37 auf 11 Millionen Reisende absacken lassen und auch Luftfracht und Luftpost getroffen. Das ließ den Umsatz einbrechen - von 1,6 Milliarden auf 580 Millionen.

13.06 Uhr: "Extrem angespannte Situation" auf Intensiv-Stationen in Region Hof-Wunsiedel

Die anhaltend hohen Corona-Inzidenzwerte in der Stadt Hof sowie den Landkreisen Hof und Kronach wirken sich inzwischen auf die Intensiv-Stationen vor Ort aus. Vor allem in den Krankenhäusern Hof, Naila und Münchberg (Landkreis Hof) sei die Situation "extrem angespannt", erklärte Markus Hannweber, der Leiter der Integrierten Leitstelle Hochfranken auf BR-Anfrage.

Für Stadt und Landkreis Hof gibt es insgesamt nur noch drei freie Intensivbetten, der Landkreis Wunsiedel meldet noch sechs freie Betten. Eine vergleichbare Lage habe es seit Ausbruch der Pandemie vor einem Jahr bisher kaum gegeben, erklärt Hannweber. Wegen der Situation wurden gestern einige Patienten aus Hof und Marktredwitz in andere Krankenhäuser Oberfrankens verlegt. Außerdem wurden für Hof und Wunsiedel planbare Operationen weitgehend abgesagt.

12.52 Uhr: Polen verlängert Corona-Beschränkungen bis 18. April

Polen verlängert seine Corona-Beschränkungen bis zum 18. April. Die Situation in den Krankenhäusern sei weiterhin sehr schwierig, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski in Warschau. Dies gelte vor allem für die Region Schlesien. Nach Angaben des Ministeriums werden derzeit landesweit rund 34.700 Covid-Patienten in den Kliniken behandelt - so viele wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Mehr als 3.300 von ihnen müssen künstlich beatmet werden. Schulen und Kindergärten bleiben weiter geschlossen, auch Friseure und Kosmetikstudios dürfen nicht öffnen.

Polen kämpft derzeit mit der dritten Welle der Corona-Pandemie. In der vergangenen Woche hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen den Rekordwert von 35.251 erreicht. Am Mittwoch meldete das Gesundheitsministerium 14.910 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, im selben Zeitraum starben 638 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Die Bundesregierung hat Polen als Hochinzidenzgebiet eingestuft. In dieser Kategorie finden sich Länder und Regionen wieder, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche über 200 liegt. Die Einreise aus dem Nachbarland ist nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt.

12.32 Uhr: Nürnberger Klinikum sieht sich an Belastungsgrenze

Das Nürnberger Klinikum sieht sich in der Corona-Pandemie aktuell an der Belastungsgrenze. Vor allem in den vergangenen zwei Wochen habe sich die Lage durch zahlreiche neue Covid-19 Patienten stark zugespitzt, heißt es. Aktuell werden demnach an den beiden Standorten Nord- und Südklinikum insgesamt 102 Corona-Patienten behandelt, 28 davon auf der Intensivstation. 95 Prozent der Patienten tragen dabei eine Virusmutation.

Wenn die Anzahl der Patienten weiter steige, müssten verschiebbare Operationen abgesagt werden, so Prof. Dr. Stefan John, Leiter der Abteilung Interdisziplinäre Intensivmedizin Klinikum Nürnberg Süd. Das sei jedoch keine dauerhafte Lösung, da auch diese Eingriffe nicht auf unbestimmte Zeit aufschiebbar seien. Momentan seien die Intensivstationen in beiden Kliniken zu 80 Prozent belegt, allerdings sei es aus Personalgründen nicht möglich, alle Betten zu belegen.

12.20 Uhr: Großbritannien beginnt mit Verabreichung des Moderna-Impfstoffs

Das Vereinigte Königreich nutzt jetzt auch den Moderna-Impfstoff. Die erste Impfung erfolgte in Wales. Bis Mitte April soll das Vakzin auch im Rest des Landes eingesetzt werden. Lieferengpässe bei Astrazeneca haben das Impfprogramm verlangsamt. Deswegen sei der Impfstart mit Moderna eine willkommene Ergänzung zum Repertoire aus den Impfoffen von Biontech/Pfizer und Astrazeneca, hieß es. "Wir haben 17 Millionen Dosen bestellt, die in den kommenden Wochen in ganz Großbritannien in die Arme gehen werden", twitterte Premierminister Boris Johnson.

12.06 Uhr: Laschet verteidigt "Brücken-Lockdown"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat seinen heftig umstrittenen Vorstoß für einen "Brücken-Lockdown" verteidigt. "Alle sollten sich jetzt noch einmal schnell, hart und klar zusammenraufen", sagte der CDU-Bundesparteichef beim Besuch eines Drive-In-Impfzentrums im westfälischen Schwelm. Sein Vorschlag für einen "Brücken-Lockdown" im Kampf gegen die dritte Corona-Welle liege auf dem Tisch. Dafür habe er viel Ablehnung vor allem aus der SPD erfahren, bedauerte Laschet und fragte: "Was sind denn eure Ideen?"

"Es ist die entscheidende Phase der Pandemie", betonte der CDU-Politiker. Nötig sei "Vorsicht auf den letzten Metern, die wir zu gehen haben". Daher plädiere er für einen "Brücken-Lockdown". Damit will Laschet die Zeit überbrücken, bis viele Menschen geimpft sind. Der Vorstoß hatte ihm Kritik und Spott eingebracht.

Auf Fragen von Journalisten, warum sein Bundesland bei der Notbremse in Regionen mit einer hohen Wocheninzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner nicht konsequenter sei, sagte Laschet: "Die Notbremse gilt." Allerdings setze man darauf, im Verbund mit Corona-Tests auch Theaterbesuche oder Einkaufen im Modus "Click and Meet" möglich zu machen.

11.55 Uhr: Merkel offenbar für kurzen, harten Lockdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel favorisiert angesichts der Infektionszahlen offenbar einen klaren Lockdown aus: "Deswegen ist jede Forderung nach einem kurzen, einheitlichen Lockdown richtig", sagte ihre Vize-Sprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Die Infektionszahlen seien derzeit wegen der Ostertage nicht verlässlich. Die wachsende Zahl der belegten Intensivbetten spreche aber eine klare Sprache.

"Wir brauchen eine stabile Inzidenz unter 100", ergänzte Demmer mit Blick auf die Zahl der Fälle über sieben Tage pro 100.000 Einwohner. Für eine Vorverlegung der Ministerpräsidentenkonferenz von nächster Woche gebe es keine Mehrheit. Es gebe aber Gespräche mit den Ländern: "Die Vielfalt der Regelungen trägt nicht zur Akzeptanz bei."

11.40 Uhr: Tausende bayerische Schüler nur auf Probe ins Schuljahr 2020/21 vorgerückt

Noch nie sind in Bayern so viele Schüler wegen schlechter Noten nur auf Probe in die nächste Jahrgangsstufe vorgerückt wie in diesem Schuljahr. "Natürlich hat das mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auswirkungen wie Distanz- und Wechselunterricht zu tun", sagte die SPD-Bildungspolitikerin Simone Strohmayr. Ihre Partei hatte eine entsprechende Anfrage an die Staatsregierung gestellt. Demnach rückten an den Gymnasien für das Schuljahr 2020/21 rund 4.500 Schüler nur auf Probe vor, an den Realschulen waren es mehr als 5.500. Im Schuljahr davor waren es nur 809 beziehungsweise 913.

"Offensichtlich leiden die Leistungen vieler Schülerinnen und Schülern erheblich unter der Corona-Situation", sagte Strohmayr weiter. Umso wichtiger sei eine individuelle Förderung. Es dürfe nicht sein, dass Kinder und Jugendliche benachteiligt würden, die von zuhause nicht die benötigte Unterstützung erhielten.

Die Probezeit dauert grundsätzlich bis zum 15. Dezember, kann in Ausnahmefällen aber verlängert werden. Wie viele Schüler die Probezeit im Schuljahr 2020/21 bestanden haben, wird erst in kommenden Herbst ermittelt.

11.16 Uhr: Nächtliche Ausgangssperre in Region Hannover nach Gerichtsurteil aufgehoben

Die Region Hannover hat die wegen der Corona-Pandemie verhängte nächtliche Ausgangssperre nach einer erneuten gerichtlichen Niederlage wieder aufgehoben. Die Regelung sei "mit sofortiger Wirkung" zurückgenommen worden, erklärte die Regionalverwaltung. Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg die Ausgangssperre in zweiter Instanz per Eilverfahren als unverhältnismäßig und unnötig eingestuft.

Die Region Hannover umfasst die niedersächsische Landeshauptstadt sowie umliegende Kreise und Gemeinden. Diese erbringen bestimmte Leistungen seit 2001 gemeinsam, auch Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie werden dort koordiniert. Die nächtliche Ausgangssperre sollte eigentlich noch bis nächsten Montag gelten. Sie griff zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Vergleichbare nächtliche Ausgangsbeschränkungen gibt es in zahlreichen Kommunen.

11.07 Uhr: BGH - Corona-Soforthilfe für Selbstständige ist nicht pfändbar

Die Corona-Soforthilfe für Selbstständige und Kleinstunternehmen ist nicht pfändbar. Sie diene nicht der Befriedigung von Gläubigeransprüchen, die vor dem 1. März 2020 entstanden sind, so entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Der Pfändungsfreibetrag einer Schuldnerin muss demnach um die von ihr bezogene Corona-Hilfe erhöht werden.

Im vorliegenden Fall handelte es sich um 9.000 Euro, die der Schuldnerin Ende März 2020 aus Bundesmitteln und Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen auf ein Pfändungsschutzkonto überwiesen worden waren. Die Bank weigerte sich, die Summe auszuzahlen, da noch Pfändungen bestanden: Seit 2016 hatte der Gläubiger Ansprüche von 12.000 Euro gegen die Schuldnerin.

Diese beantragte beim Amtsgericht Euskirchen, den Pfändungsfreibetrag zu erhöhen, was das Gericht auch anwies. Die Beschwerde des Gläubigers vor dem Landgericht Bonn hatte keinen Erfolg. Nun scheiterte auch die Rechtsbeschwerde vor dem BGH. Die Corona-Hilfe sei zweckgebunden, argumentierten der BGH. Sie diene der Existenzsicherung - ein Ziel, das nicht erreicht würde, wenn der Gläubiger das Geld bekäme.

10.51 Uhr: NRW bleibt trotz sinkender Infektionszahlen bei Notbremse

In Nordrhein-Westfalen bleibt trotz sinkender Infektionszahlen in einigen Landkreisen die sogenannte Notbremse mit Corona-Einschränkungen in Kraft. Das kündigt das Gesundheitsministerium in Düsseldorf an. Dies gelte auch für Kreise wie Olpe, Wesel und den Rhein-Sieg-Kreis, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz seit drei Tagen wieder unter der Marke von 100 liegt. Als Grund werden die wenig verlässlichen Zahlen über Ostern genannt. Für eine Aufhebung der Notbremse-Regelung sind in NRW künftig mindestens sieben Tage mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 und eine stabile Tendenz erforderlich.

10.36 Uhr: Tübingens OB verteidigt Modellprojekt

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat das Modellprojekt seiner Stadt trotz gestiegener Corona-Infektionszahlen verteidigt. Der Tübinger Weg mit der Kombination von Öffnungen und Tests sei eine Alternative zum aktuell diskutierten "Brücken-Lockdown", sagt der Grünen-Politiker den Sendern RTL und ntv.

Obwohl einige Öffnungen wieder zurückgenommen worden seien, spricht Palmer weiter von einem "gutem Modell" - man sei besser als der Bundesdurchschnitt. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Tübingen beträgt am Mittwoch 98,8. CSU-Chef Markus Söder hatte im ZDF darauf verwiesen, dass die Teststrategie in Tübingen nicht funktioniere.

10.19 Uhr: Corona-Neuinfektionen im Gazastreifen auf Höhepunkt

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Gazastreifen hat einen Höhepunkt erreicht. Wie das Gesundheitsministerium in dem von der islamistischen Hamas beherrschten Palästinensergebiet mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 1.916 neue Corona-Fälle registriert. Dies ist die höchste Zahl an einem Tag seit Beginn der Pandemie vor mehr als einem Jahr. Insgesamt wurden den Angaben zufolge am Dienstag 4.982 Tests gemacht, von denen mehr als ein Drittel positiv ausfielen.

Seit Beginn der Pandemie sind in dem Küstenstreifen laut Ministerium insgesamt 642 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Nach Angaben des Ministeriums stehen im Gazastreifen 81.600 Corona-Impfdosen zur Verfügung. Insgesamt erhielten demnach bisher mehr als 27.600 Einwohner eine Erstimpfung, mehr als 8.000 sind vollständig geimpft. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten Zehntausende Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik gespendet.

10.04 Uhr: Neuinfektionen in Indien auf Höchststand

Indien hat einen neuen Höchstwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. Innerhalb eines Tages seien 115.736 neue Infektionen erfasst worden, teilte das indische Gesundheitsministerium mit. Demnach wurden auch 630 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. Es wird befürchtet, dass diese Zahlen in dem Riesenland weiter deutlich steigen. In absoluten Zahlen ist Indien das am drittmeisten von Corona betroffene Land - nach Brasilien und den USA.

Trotzdem halten sich viele Inderinnen und Inder nicht an Corona-Beschränkungen. Sie feiern große hinduistische Feste und besuchen Regionalwahlveranstaltungen, bei denen viele Leute ohne Masken und Abstand zusammenkommen.

Indien stellt selbst zwar Impfstoffe in Massenproduktion her, aber die Impfkampagne liegt hinter dem von der Regierung angestrebten Ziel zurück, bis Sommer 300 Millionen der mehr als 1,3 Milliarden Menschen im Land impfen zu lassen. Bislang wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums seit dem Impfstart im Januar 87 Millionen Dosen verabreicht.

09.42 Uhr: Inzidenz in München weiter gesunken

Die Corona-Inzidenz ist in München noch einmal etwas nach unten gegangen. Laut Robert-Koch-Institut liegt der Wert in der bayerischen Landeshauptstadt jetzt bei 82,8 (gestern: 85,4) und damit den fünften Tag in Folge unter 100. Seit heute können die Läden auch wieder Terminshopping ("Click & Meet") anbieten. Museen, Galerien, den Botanischen Garten und den Tierpark Hellabrunn kann man mit Termin ebenfalls besuchen. Die nächtliche Ausgangssperre ist aufgehoben, und es können sich wieder bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen.

Für Kitas ändert sich dagegen erst einmal nichts - dort gibt es weiter nur Notbetreuung. Wie die Regelung in den Schulen nach den Osterferien aussieht, hängt von der Inzidenzeinstufung am Freitag ab. Grundsätzlich gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die Neuinfektionszahlen in den nächsten Tagen wieder steigen – bayernweit. Über die Feiertage waren weniger Leute zum Testen gegangen. Zudem hatten viele Gesundheitsämter wohl nicht alle Daten weitergeleitet. Jetzt melden sie nach, mit entsprechender Auswirkung auf den Inzidenzwert.

09.30 Uhr: Bekleidungsgeschäfte in Gunzenhausen illegal geöffnet

In Gunzenhausen hatten am Dienstag mehrere Bekleidungsgeschäfte unerlaubterweise geöffnet. Wie die Polizei mitteilte, wurden die Verantwortlichen auf die derzeit gültigen Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz hingewiesen. Daraufhin mussten die Ladenbesitzer die Geschäfte auf Anordnung des Landratsamts schließen. Sie müssen nach Angaben der Polizei mit einer Strafe wegen einer Ordnungswidrigkeit rechnen, die durch das Landratsamt geahndet werde.

09.16 Uhr: Amtsärzte fordern "kurzen, aber harten" Lockdown

Die Amtsärzte in Deutschland plädieren in der aktuellen Phase der Corona-Pandemie für "einen kurzen, aber harten Lockdown". "Es bringt nichts, bei einer dritten Welle in steigende Infektionszahlen hinein zu öffnen, wie es derzeit im Saarland geschieht", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Erst wenn die Inzidenz wieder niedrig sei, könnten die Gesundheitsämter Infektionsketten nachverfolgen. Dann seien schrittweise Testkonzepte und digitale Kontaktnachverfolgung möglich. Den Vorschlag eines "Brücken-Lockdowns" des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) bezeichnete Teichert als "bislang sehr unpräzise. Mir ist nicht klar, was er genau meint".

Insgesamt seien weniger Ausnahmen und mehr Einheitlichkeit bei den Maßnahmen in Deutschland nötig. "Viele nehmen die Corona-Regeln nicht mehr ernst, weil sie nicht mehr überblicken, was wo gilt2, kritisierte sie.

08.58 Uhr: Staat mit höchstem Finanzierungsdefizit seit der Wiedervereinigung

Die öffentlichen Haushalte haben 2020 wegen der Corona-Krise ein so großes Defizit aufgewiesen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Das kassenmäßige Finanzierungsdefizit von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung summierte sich auf 189,2 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Es handelt sich um das erste Defizit seit 2013 und das höchste seit der deutschen Vereinigung", hieß es dazu. 2019 war noch ein Überschuss von 45,2 Milliarden Euro erzielt worden.

Die Ausgaben wuchsen um 12,1 Prozent auf 1.678,6 Milliarden Euro. Der Anstieg lasse sich hauptsächlich durch höhere Zuweisungen und Zuschüsse infolge der Corona-Pandemie erklären, teilten die Statistiker mit. So gingen vom Bund an die Länder rund 17,8 Milliarden Euro, die als Corona-Hilfen an kleine Unternehmen und Soloselbstständige weitergeleitet werden - davon 14,1 Milliarden Euro Soforthilfen und 3,7 Milliarden Euro Überbrückungshilfen. Rund 13 Milliarden Euro gingen als Zuweisungen an den Gesundheitsfonds. Daraus erhielten die Krankenkassen Mittel, um Leistungen für ihre Versicherten zu finanzieren.

Gleichzeitig sanken im vergangenen Jahr die Einnahmen um 3,5 Prozent auf 1.489,4 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem bei, dass die Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben um 3,8 Prozent auf 1.308,4 Milliarden Euro schrumpften. "Der Bund glich dieses Einnahmendefizit im Wesentlichen durch Schuldenaufnahme aus", erklärten die Statistiker.

08.12 Uhr: Weniger Kurzarbeit im März - vor allem in der Industrie

Die Zahl der Kurzarbeiter ist dem Ifo-Institut zufolge im März ungeachtet der beginnenden dritten Corona-Welle gesunken. Sie sei auf 2,7 von 2,9 Millionen im Februar zurückgegangen, teilten die Münchner Forscher zu ihrer Schätzung mit. Das entspricht 8,0 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, nachdem es zuvor noch 8,7 Prozent waren. "Der Rückgang fand in fast allen Wirtschaftszweigen statt, insbesondere in der Industrie", sagte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link.

Im Handel liegt der Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit mit 15,8 Prozent allerdings mehr als doppelt so hoch wie in der Industrie. Hier nahm die Zahl der Kurzarbeiter um fast 100.000 auf 718.000 ab. Vor allem der Einzelhandel (20,2 Prozent) und der Kfz-Handel (11,7 Prozent) greifen demnach noch stark auf Kurzarbeit zurück, der Großhandel liegt bei 10,0 Prozent. "Bei den Dienstleistern außerhalb des Gastgewerbes dürfte die Zahl der Kurzarbeiter im März leicht gesunken sein", so das Ifo-Institut. Im März hatten leichte Lockerungen des Corona-Lockdowns begonnen.

07.48 Uhr: Minister Müller - Ausbeutung der Natur ist eine Ursache der Pandemie

Zum Welttag der Gesundheit hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zu einem Umdenken aufgerufen. "Der Ausbruch der Pandemie ist auch Folge des weltweiten ausbeuterischen Umgangs mit der Natur", schrieb Müller in einem Gastbeitrag für die Düsseldorfer "Rheinische Post". Das Virus habe seinen Ursprung bei Wildtieren und habe sich auf einem Wildtiermarkt verbreitet. "Deswegen müssen wir den Wildtierhandel drastisch verringern und die gefährlichsten Wildtiermärkte jetzt schließen", forderte der CSU-Politiker.

"Wo Regenwälder brennen und Wildtiere ausgerottet werden, verlieren Viren ihren ursprünglichen Wirt und springen leichter auf Menschen über", warnte der Minister. Jedes Jahr würden an solchen vom Tier auf den Menschen übertragbaren Krankheiten bereits 2,7 Millionen Menschen sterben. "Stoppen wir diesen Trend nicht, dann wird Covid-19 nicht die letzte Pandemie gewesen sein", mahnte Müller.

07.34 Uhr: Neue Amnesty-Chefin fordert globale Impfgerechtigkeit

Die Corona-Pandemie ist laut Amnesty International von vielen Regierungen als Vorwand benutzt worden, Menschenrechte einzuschränken. Deswegen sei es für die Menschenrechtsorganisation zu einer der dringendsten Aufgaben geworden, sich für die gerechte und globale Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus einzusetzen, sagte die neue Generalsekretärin Agnès Callamard der Nachrichtenagentur AP.

"Was wir gefunden haben, ist, dass die Opfer von Covid-19 - ob nun in Großbritannien, den USA, Indien, dem Nahen Osten, Brasilien - hauptsächlich unter den am meisten entrechteten und verletzlichsten Gruppen sind", sagte Callamard. Die Pandemie habe vieles offen gelegt. Sie zu beenden, werde noch mehr enthüllen, insbesondere bei den wohlhabenden und mächtigen Nationen, die mehr Impfstoffe gekauft hätten, als sie bräuchten.

07.18 Uhr: Corona schädigt laut Studie auch Psyche und Nerven

Corona-Patienten haben häufiger neurologische oder psychische Probleme als Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen. Eine britische Studie im Fachjournal "The Lancet Psychiatry" fand ein um 44 Prozent höheres Risiko für Angsterkrankungen oder Stimmungsschwankungen als nach einer Grippe.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Hirnerkrankungen und psychiatrische Störungen nach Covid-19 häufiger auftreten als nach der Grippe oder anderen Atemwegsinfektionen", teilte Mitautor Max Taquet von der Universität Oxford mit. Die genauen Gründe dafür seien noch unklar.

Insgesamt litt etwa ein Drittel der erfassten Patienten innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Covid-19-Diagnose an einer neurologischen oder psychischen Erkrankung, meist Angst- und Stimmungsstörungen. Die britischen Forscher analysierten digitale Daten von mehr als 236.000 Patienten, die überwiegend in den USA behandelt wurden.

Bereits in der Vergangenheit hatten Studien einen Zusammenhang zwischen neurologischen Erkrankungen und einer Infektion gesehen. Aber auch durch Folgen der Isolation infolge von Lockdowns und Quarantänen sind die Krankschreibungen wegen psychischer Leiden gestiegen. In Bayern ergaben Versichertendaten, dass 2020 deutlich häufiger Menschen mit Depressionen und Ängsten bei der Arbeit ausfielen.

07.04 Uhr: Ärztepräsident fordert Corona-Politik auf Grundlage "verlässlicher Daten"

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Politik zu gut vorbereiteten und auf wissenschaftlicher Basis konzipierten Beschlüssen zur Corona-Eindämmung aufgerufen. "Weitreichende Lockdown-Maßnahmen wie Ausgangssperren oder erneute Schulschließungen sollten nicht im statistischen Blindflug veranlasst werden, sondern auf Grundlage sauberer und verlässlicher Daten", sagte er der "Rheinischen Post".

"Die letzte Bund-Länder-Runde zur sogenannten Osterruhe hat gezeigt, dass unausgegorene Entscheidungen Vertrauen und Akzeptanz in der Bevölkerung kosten können", analysierte Reinhardt. Daraus sollten alle Beteiligten lernen: "Die weitere Corona-Politik in Deutschland sollte deshalb unter Einbeziehung breiterer Expertise von zahlreichen Professionen im Bundestag diskutiert und auch vom Parlament legitimiert werden." Das wären "echte vertrauensbildende Maßnahmen, die uns sicher mehr bringen als Schnellschüsse ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage".

Zur aktuellen Corona-Lage sagte Reinhardt, die zunehmende Belegung der Betten auf den Intensivstationen sei "ein deutlicher Warnhinweis". Verlässliche Erhebungen über Neuinfektionen lägen allerdings momentan nicht vor, "weil über Ostern möglicherweise weniger oder verspätet gemeldet worden ist".

06.53 Uhr: Lambrecht befürwortet Vorstoß für mehr Freiheiten für vollständig Geimpfte

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich hinter den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gestellt, vollständig gegen das Coronavirus geimpften Menschen mehr Freiheiten einzuräumen. "Wenn jetzt wissenschaftlich belegt wird, dass von Geimpften keine höhere Gefahr für andere ausgeht als von negativ getesteten Personen, entfällt eine wichtige Begründung für die Einschränkung ihrer Grundrechte", sagte Lambrecht der "Bild"-Zeitung.

Die Grundrechte seien durch das Grundgesetz garantiert, betonte Lambrecht. Sie dürften nur in Ausnahmefällen, mit guter Begründung und unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit eingeschränkt werden. "Wir leben in keinem Obrigkeitsstaat, der Grundrechte nach Belieben einschränken oder zurückgeben kann."

Spahn hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, Geimpften nach dem Ende der dritten Infektionswelle wieder mehr Freiheiten einzuräumen. In der "Bild am Sonntag" begründete er dies mit einer neuen Analyse des Robert-Koch-Instituts (RKI), wonach vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte weniger infektiös sind als symptomfrei Infizierte mit negativem Corona-Schnelltest.

06.28 Uhr: CDU-Wirtschaftsrat gegen Laschets "Brücken-Lockdown"

Der Wirtschaftsrat der CDU distanziert sich von der Forderung des Parteivorsitzenden Armin Laschet nach einem "Brücken-Lockdown". Einem Vorabbericht der "Augsburger Allgemeine" zufolge erklärt der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, dass die Forderung nach immer neuen Verlängerungen oder Verschärfungen des Lockdowns fantasielos sei: "Unternehmen und Bürger erwarten von der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten nach mehr als einem Jahr Pandemie eine ausgefeiltere Strategie." Die aktuellen Grundrechtseinschränkungen seien bereits eine schwere Belastung für Wirtschaft und Bürger. Jetzt käme es darauf an, die Impfungen voranzutreiben.

05.05 Uhr: RKI meldet knapp 10.000 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Mittwoch 9.677 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. 298 weitere Menschen sind in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 110,1 von 123,0 am Vortag. Insgesamt wurden bislang mehr als 2,9 Millionen Infektionen in Deutschland bestätigt. 77.401 Personen starben dem RKI zufolge nach einer Infektion mit dem Virus. Das RKI erkärte auf der offiziellen Webseite, sinkende Zahlen könnten auch daran liegen, dass an Ostern weniger Menschen einen Arzt aufsuchten und somit weniger getestet werde. Auch könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und Landesbehörden ihre Fallzahlen an das RKI übermittelten.

Dienstag, 06. April 2021

23.20 Uhr: Söder: Laschets "Brücken-Lockdown" entspricht meiner Linie

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den Vorstoß seines nordrhein-westfälischen Kollegen, CDU-Chef Armin Laschet, für einen zwei- bis dreiwöchigen harten Lockdown begrüßt und als Anschluss an eigene Positionen eingeordnet. Es sei wichtig, durch ein sehr konsequentes Management bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie aus der Endlosschleife herauszukommen. "Ich habe diese These eigentlich, wenn ich das so sagen darf, immer vertreten, die Kanzlerin auch", sagte der CSU-Vorsitzende in der ZDF-Sendung "Markus Lanz": "Jeder, der mitmacht - finde ich super, weil es verstärkt die Basis jener, die für Umsicht und Vorsicht eintreten."

Laschet hatte am Ostermontag vorgeschlagen, im Kampf gegen die dritte Corona-Welle einen "Brücken-Lockdown" zu beschließen. Damit solle die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien.

21.46 Uhr: Kalifornien will Wirtschaft am 15. Juni komplett hochfahren

Kalifornien will Mitte Juni seine Wirtschaft wieder komplett hochfahren. "Wir können nun damit beginnen, unser Leben nach der Pandemie zu planen", sagt der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats, Gavin Newsom. Zwar würden weiter Masken und gewisse andere Maßnahmen nötig bleiben. Wenn jedoch die Fallzahl niedrig sei und Impfstoffe allgemein verfügbar, sollten am 15. Juni alle Geschäfte wieder öffnen können. In Kalifornien leben 39,5 Millionen Menschen, von denen 7,5 Millionen inzwischen komplett geimpft sind.

20.41 Uhr: Alle erwachsenen New Yorker sind impfberechtigt

Angesichts der rasanten Corona-Impfkampagne in den USA können künftig alle erwachsenen Bewohner des ehemaligen Covid-Epizentrums New York ein Vakzin erhalten. "Heute hat jede Person im Bundesstaat New York, die älter als 16 Jahre ist, Anspruch auf den Impfstoff. Es gibt keine Entschuldigung, nicht online zu gehen und heute einen Anruf (für einen Termin) zu tätigen", sagte der Gouverneur des Bundesstaates, Andrew Cuomo, am Dienstag. 16 Jahre ist das momentane Mindestalter, um in den USA geimpft zu werden. Bislang sind drei Impfstoffe zugelassen.

Insgesamt haben mehr als ein Drittel der knapp 20 Millionen New Yorker bereits zumindest eine Impfdosis bekommen. Täglich werden hier momentan im Schnitt 200.000 Dosen pro Tag gespritzt. Der Bundesstaat - und insbesondere die darin liegende gleichnamige Millionenmetropole - waren im vergangenen Frühjahr zum Epizentrum der Pandemie in den USA, zwischenzeitlich starben Hunderte Menschen pro Tag.

Die US-Regierung in Washington will die Impfberechtigung für alle Erwachsenen landesweit ab 19. April erreichen. Sie geht davon aus, dass bis Ende Mai genug Impfstoff für alle US-Amerikaner vorhanden sein wird.

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Anwohner am 1. April 2021 in einem Park in Budapest.

18.00 Uhr: Ungarn lockert Beschränkungen: "Meilenstein erreicht"

Ungarns Präsident Viktor Orban kündigt eine Lockerung der Beschränkungen an. "Heute haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht", sagt er in einem Video auf Facebook: Mehr als ein Viertel der Bevölkerung habe inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten. "Ab morgen können Läden wieder öffnen und Dienstleistungen angeboten werden." Andere Beschränkungen sollen bleiben, Schulen am 17. April öffnen. In Ungarn leben 9,8 Millionen Menschen. Daten der Johns Hopkins University zufolge hat das Land seit einigen Wochen die höchste Todesrate pro Kopf durch das Virus.

17.43 Uhr: Kein EU-Staat erfüllte Ende März das Impfziel

Keiner der 27 EU-Staaten hat das selbstgesteckte Ziel erreicht, bis Ende März mindestens 80 Prozent der über 80-Jährigen gegen eine Corona-Infektion zu impfen. Das sei auf "verschiedene Gründe" zurückzuführen, sagte ein Sprecher der EU-Kommission.

Im ersten Quartal wurden an die Staaten der EU 107 Millionen Impfdosen ausgeliefert - weit weniger als ursprünglich angenommen. Bis Ende Juni wird eine deutliche Beschleunigung der Auslieferungen erwartet. Der Sprecher der EU-Kommission sprach von 300 bis 360 Millionen Dosen im zweiten Quartal. Damit könne das "Kardinalziel" erreicht werden, 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen. "Das wird uns in eine Lage versetzen, in der wir eine ausreichende Herdenimmunität zum Kampf gegen das Virus haben", sagte der Sprecher.

Nach einer Aufstellung der EU-Kommission aus der vergangenen Woche werden die EU-Staaten mit Hilfe der im zweiten Quartal erwarteten Impfstoffe zwischen 44 Prozent (Tschechien) und 93 Prozent (Malta) der Bevölkerung bis Ende Juni impfen können. Für Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien und die Niederlande werden Werte zwischen 55 und 65 Prozent der Bevölkerung angegeben.

17.17 Uhr: Sarajevo - Bürger protestieren wegen schleppender Impfstoffbeschaffung

Hunderte Bürger der bosnischen Hauptstadt Sarajevo haben ihren Ärger über die schleppende Beschaffung von Corona-Impfstoffen zum Ausdruck gebracht. Die Demonstranten zogen vor das bosnische Parlament und vor den Sitz der Föderationsregierung, berichtete das Nachrichtenportal "klix.ba". Sie forderten den Rücktritt der bosnischen Gesamtregierung sowie der Regierung der Föderation BiH, des bosniakisch-kroatischen Landesteils.

Die Demonstranten warfen den Regierungsorganen vor, bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen versagt zu haben. Tatsächlich wird in Bosnien wenig geimpft. Die Vakzine, die zur Verfügung stehen, stammen aus internationalen Spenden oder dem internationalen Impfstoff-Programm Covax.

Zugleich ist das Balkanland fest im Griff der Pandemie. Die Zahl der Neuansteckungen lag bei 664 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. In den vergangenen 24 Stunden starben in dem Land mit 3,5 Millionen Einwohnern 99 Menschen an den Folgen einer Infektion.

17.03 Uhr: WHO kritisiert: Einige Staaten weiter ohne Impfstoff

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiert in scharfen Worten, dass einige Staaten weiter komplett ohne Zugang zu Impfstoff seien. Dies sei eine "Farce", sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Ein Hochfahren der Vakzin-Produktion und eine gerechte Verteilung seien der Schlüssel, um die aktue Phase der Pandemie zu überwinden.

17.02 Uhr: EU dementiert Astrazeneca-Lieferstopp nach Australien

Die EU hat Vorwürfe zurückgewiesen, den Export von Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs nach Australien blockiert zu haben. Es sei kein neuer Lieferstopp beschlossen worden, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Zuvor war aus australischen Regierungskreisen verlautet, die EU halte 3,1 Millionen Dosen des Vakzins zurück. "Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben", sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Man rechne jedoch nicht mehr damit. Einer EU-Sprecherin zufolge hat die Kommission bislang einen von 491 Impfstoff-Exportanträgen abgelehnt. Dabei habe es sich um 250.000 Dosen für Australien gehandelt. Sieben Anträge würden überprüft. Die Sprecherin sagte nicht, ob darunter die neue Lieferung nach Australien sei.

Australien liegt um 83 Prozent hinter dem ursprünglichen Impfplan zurück. Ministerpräsident Scott Morrison machte das Fehlen der 3,1 Millionen Dosen dafür verantwortlich. In Australien sind 909 Todesfälle seit dem Beginn der Pandemie verzeichnet worden. Dort leben etwa 25,4 Millionen Menschen.

16.22 Uhr: Österreich verlängert Lockdown für Wien und andere Bundesländer

Österreich verlängert für die Hauptstadt Wien und zwei weitere Bundesländer den Lockdown um eine Woche bis zum 18. April. Grund dafür ist die nach wie vor angespannte Situation auf den Intensivstationen. Für die sechs weiteren Bundesländer wurden trotz teilweise steigender Infektionszahlen keine Änderungen beschlossen. "In Absprache mit den Experten haben wir uns verständigt, dass wir weiterhin auf ein regionales Vorgehen setzen", sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Im Osten des Landes hat sich die ansteckendere britische Virus-Variante, die auch zu schwereren Verläufen führt, stark verbreitet. Zum 1. April wurden in Wien, Niederösterreich und im Burgenland der Handel und körpernahe Dienstleister wie Friseure geschlossen. Die Schulen wurden auf Fernunterricht umgestellt.

16.03 Uhr: Spanien will bis Ende August 70 Prozent der Erwachsenen impfen

Spanien beschleunigt in der Corona-Pandemie das landesweite Impfprogramm. Ein starker Anstieg bei den Impfstoff-Lieferungen in den kommenden Monaten werde es dem Land ermöglichen, bis Ende August 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung - etwa 33 Millionen Menschen - zu impfen, kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez an. Die Priorität sei jetzt mehr denn je, pausenlos zu impfen: "Impfen, impfen und impfen", gab der Regierungschef bei einer Pressekonferenz als Credo aus.

Bis September erwartet Spanien 87 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus. Jeder, der das wolle, werde einen Impfstoff erhalten können, sagte Sánchez.

15.44 Uhr: USA wollen offenbar allen Bürgern ab dem 19. April ein Impfangebot machen

Die Impfungen gegen das Coronavirus sollen in den USA noch schneller vorankommen. Präsident Joe Biden wolle am Dienstag nach dem Besuch eines Impfzentrums ankündigen, dass sich alle Erwachsenen schon ab dem 19. April impfen lassen könnten, erklärte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses.

Bislang war geplant, dass die Einzelstaaten ab dem 1. Mai allen Erwachsenen eine Impfung ermöglichen müssen. Der Präsident hatte erst in der vergangenen Woche erklärt, dass 90 Prozent aller erwachsenen US-Bürger ab dem 19. April einen der drei zugelassenen Impfstoffe erhalten könnten. Niemand solle dafür einen Weg von mehr als acht Kilometern in Kauf nehmen müssen. Zuerst berichtete der Fernsehsender CNN über die verkürzte Frist.

15.27 Uhr: EMA - Noch keine Entscheidung zu Astrazeneca-Impfstoff getroffen

Nach Äußerungen eines EMA-Verantwortlichen über einen Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und dem vereinzelten Auftreten von Blutgerinnseln hat die EU-Arzneimittelbehörde klar gestellt, dass sie in der Sache noch keine Entscheidung getroffen hat. Der EMA-Ausschuss für Medikamentensicherheit habe "noch keine Schlussfolgerung gezogen und die Prüfung läuft derzeit weiter", teilte die EU-Behörde mit. Eine Entscheidung werde voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag bekanntgegeben.

Der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, hatte in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Il Messagero" eine Verbindung zwischen der Astrazeneca-Impfung und dem vereinzelten Auftreten gefährlicher Blutgerinnsel insbesondere bei jüngeren Geimpften hergestellt. "Meiner Meinung nach können wir mittlerweile sagen, dass es klar ist, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt", sagte er. Zudem legte er nahe, dass die EMA den Zusammenhang bereits "in den nächsten Stunden" offiziell feststellen werde.

15.06 Uhr: Städtetag fordert strengere Regeln und kritisiert Lockerungen

Im Ringen um eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen angesichts hoher Infektionszahlen hat sich der Deutsche Städtetag für strengere Regeln ausgesprochen. "Unsere Gesundheitsämter sagen, die Kontaktedauer, die es braucht, um sich anzustecken, ist viel, viel geringer bei der Virus-Mutation", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy im rbb-Inforadio: "Und wir haben eine große Blackbox im Bereich Schule und Kita. Da sagen uns einige Großstädte, gerade im Bereich von Jugendlichen, von Kindern, gibt es sehr hohe Inzidenzwerte."

Zwar sehe der Städtetag Lockerungen wie aktuell im Saarland nicht prinzipiell kritisch, allerdings müsse beispielsweise Restaurantbesitzern gezeigt werden, wie es danach weitergeht. Normalität könne es nur nach einem harten Lockdown geben, betonte Dedy, "Impfen und Testen - das wird ein großes Thema sein". Erst- und Zweitimpfung sollten "möglichst lange" auseinander liegen, damit mehr Menschen gleichzeitig ein Vakzin erhalten. Zudem forderte der Städtetag-Sprecher das Angebot an Schnelltests auszuweiten.

Mit Blick auf die kommende Bund-Länder-Runde, die nach aktuellem Stand am 12. April stattfinden soll, forderte Dedy eine bessere Vorbereitung. Das sei bei dem vergangenen Treffen "ganz offenkundig nicht der Fall" gewesen.

14.12 Uhr: Berlin schließt zwei Impfzentren wegen Mangels an Impfstoff

Wegen Mangels an Corona-Impfstoff werden zwei von sechs Impfzentren in Berlin kurzfristig geschlossen. In der Arena in Treptow sowie dem Impfzentrum Messe werde der Betrieb noch am Dienstag eingestellt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Senatskreisen. In beiden Zentren wurde zuletzt der Impfstoff des Herstellers Biontech verabreicht.

14.05 Uhr: Kretschmer unterstützt Laschet-Vorstoß zu "Brücken-Lockdown"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer unterstützt den Vorstoß des CDU-Vorsitzenden Armin Laschet nach einem schnellen und harten "Brücken-Lockdown". "Er hat ohne Zweifel Recht", sagte Kretschmer der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung": "Mit der Dynamik vor Ostern werden wir Ende Mai nicht erreichen." Erst dann könne man erwarten, dass die Impfungen einen nennenswerten Beitrag zur Verringerung des Infektionsgeschehens liefern.

"Wir sind es auch denjenigen schuldig, die in den Krankenhäusern unter Hochdruck und extremer Belastung arbeiten, nicht wieder so furchtbare Situation wie zu Weihnachten eintreten zu lassen", sagte Kretschmer. Das Problem sei, dass sich für viele Menschen die Realität in den Krankenhäusern im privaten Umfeld nicht abbilde: "Sie spüren die Last der Einschränkungen, aber nicht die Bedrohung durch das Virus." In Sachsen würden täglich 100 bis 200 neue Infektionen reichen, damit die Intensivstationen in kurzer Zeit überlastet seien.

13.45 Uhr: Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland steigt deutlich

Die Zahl der in Krankenhäusern registrierten Corona-Intensivpatienten ist nach Angaben des Divi Melderegisters deutlich gestiegen. Sie beträgt nun 4.340 nach 4.152 am Vortag.

13.36 Uhr: Arbeitgeber - Allermeiste Firmen bieten Coronatests an

Die allermeisten Unternehmen in Deutschland ziehen laut Arbeitgeberverband BDA bei den geplanten Corona-Tests für Mitarbeiter mit. In 80 bis 90 Prozent der Firmen sei dies bereits möglich oder stehe unmittelbar bevor, teilte der BDA mit. Die Spitzenverbände der Wirtschaft hatten ihre Mitglieder vor knapp einem Monat aufgerufen, auf freiwilliger Basis Angebote zu machen, um in der dritten Welle der Coronavirus-Pandemie eine höhere Sicherheit in Büros zu gewährleisten.

Die Umsetzung erfolge ohne Bürokratie und gesetzliche Regulierung, am stärksten bei großen Konzernen, so der BDA. "Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Dazu zählen Lieferschwierigkeiten und Beschaffungsprobleme, aufwendige Organisation der Tests in Betrieben sowie eine zögerliche Annahme des Testangebots bei Beschäftigten und zusätzlich rechtliche Unsicherheiten."

Die Bundesregierung will diese Woche bewerten, ob genügend Unternehmen mitziehen. "Mein Eindruck ist, dass da noch mehr Engagement möglich wäre von den Unternehmen", sagte Vize-Kanzler Olaf Scholz (SPD) mit Blick auf Testmöglichkeiten und mehr Homeoffice. Wenn es keine "vollständige Umsetzung" gebe, werde die Regierung rechtliche Möglichkeiten ergreifen.

13.20 Uhr: Polen will alle über 60-Jährigen bis Ende April impfen

Polen will bis Ende April allen Bürgern im Alter von über 60 Jahren eine Corona-Impfung ermöglichen. Im Laufe der kommenden zwei Wochen erwarte das Land die Lieferung von zwei Millionen Impfdosen, sagte der Impfbeauftragte der Regierung, Michal Dworczyk, in Warschau.

Polen kämpft derzeit mit der dritten Welle der Corona-Pandemie. In der vergangenen Woche hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen den Rekordwert von 35.251 erreicht - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Die Bundesregierung hat Polen als Hochinzidenzgebiet eingestuft. In dieser Kategorie finden sich Länder und Regionen wieder, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche über 200 liegt. Die Einreise aus dem an Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen grenzenden Nachbarland ist nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt.

13.03 Uhr: Scholz kritisiert Laschet - Kein Bund-Länder-Treffen ohne Konzept

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat CDU-Chef Armin Laschet für dessen Vorstoß für einen "Brücken-Lockdown" kritisiert und sich skeptisch über eine vorgezogene Bund-Länder-Runde schon in dieser Woche geäußert. "Es macht nicht Sinn, sich zusammenzusetzen, ohne dass man sorgfältig das, was man dort beschließt, auch vorbereitet hat", sagte Scholz in Berlin. Zugleich monierte er, Laschet habe als NRW-Ministerpräsident trotz hoher Infektionszahlen nicht alle vereinbarten Regelungen eingehalten und nicht konsequent Ausgangsbeschränkungen in betroffenen Regionen eingeführt.

"Ich fände es gut, wenn diese Verabredung, die wir miteinander haben, (...) überall gilt und von allen beachtet würde", betonte Scholz. Wichtig seien gerade Klarheit und Führung: "Zur Klarheit gehört, zu sagen, was wir tun - und das dann auch zu tun, was wir gesagt haben." Dazu gehörten neben der Rücknahme einzelner Öffnungsschritte eben auch Ausgangsbeschränkungen.

12.55 Uhr: Holetschek fordert Details über Laschets "Brücken-Lockdown"

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) aufgefordert, seinen "Brücken-Lockdown"-Vorschlag zu konkretisieren. Bayern setze sich für ein konsequentes Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie ein, teilte das Gesundheitsministerium in München mit. Daher sei erfreulich, wenn andere Bundesländer auf diesen Kurs einschwenkten.

Allerdings müsste mehr Klarheit herrschen, "was genau Nordrhein-Westfalen plant". Damit neue Schritte von den Bürgern akzeptiert würden, brauche es konkrete Konzepte, die mit wissenschaftlichen Daten untermauert sind. Bei einem Anstieg der Infektionszahlen müsse über schärfere Maßnahmen beraten werden, so Holetschek. Zunächst wäre den Menschen jedoch schon geholfen, wenn sich alle Länder an die vereinbarten Regeln hielten und die Notbremse ab einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 100 stringent umsetzten.

Laschet hatte sich am Ostermontag für einen "Brücken-Lockdown" ausgesprochen, bis "das Impfen in großer Breite wirkt". Als Zeitraum nannte er zwei bis drei Wochen und als Zielmarke eine bundesweite Inzidenz unter 100.

12.48 Uhr: Impfungen in Frankreichs größtem Fußballstadion gestartet

Im größten Fußballstadion Frankreichs hat eine Massen-Impfkampagne begonnen. Seit Dienstag können sich im Stade de France im nördlichen Pariser Vorort Saint-Denis Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Dort bildeten sich lange Schlangen. Ziel ist, in dem Stadion wöchentlich 10.000 Impfdosen zu verabreichen.

Die Hälfte der Impfstoffe soll Bewohnern des Verwaltungsbezirks Saint-Denis gespritzt werden, der in Frankreich von der Pandemie derzeit am stärksten betroffen ist. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in dem dicht besiedelten Gebiet war Anfang März auf mehr als 800 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen. Zuletzt war sie leicht rückläufig.

In Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern haben bisher nach offiziellen Angaben gut 9,3 Millionen Bürger eine erste Impfdosis erhalten. Knapp 1,5 Millionen haben einen vollständigen Impfschutz

12.33 Uhr: Ein Toter bei Protesten gegen Lockdown in Bangladesch

Bei gewaltsamen Protesten gegen einen einwöchigen Lockdown in Bangladesch ist mindestens ein Demonstrant getötet worden. Bei den Protesten am Montag waren einige Hundert Händler auf die Straßen der Hauptstadt Dhaka gezogen und hatten gefordert, dass sie ihre Läden unter Auflagen wieder öffnen dürfen.

Am Abend kamen dann laut Polizei einige Tausend Protestierende mit Stöcken zusammen und setzten Behördenbüros in Brand. Einige Menschen seien auch in eine Polizeistation eingedrungen. Die Polizei habe mit Schüssen und Tränengas reagiert. Bei den Protesten seien etliche Menschen verletzt worden, darunter auch Polizisten.

Das Gesundheitsministerium hatte die Menschen am Wochenende angewiesen, angesichts rasch steigender Corona-Zahlen zu Hause zu bleiben. Läden sollten schließen, öffentliche Verkehrsmittel nicht fahren und Inlandsflüge gestrichen werden. Premierministerin Sheikh Hasina sagte, dass der Lockdown strikt durchgesetzt werden solle.

12.19 Uhr: Unionsfraktionschef lobt Vorschlag von Laschet

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus unterstützt den Vorstoß von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) für einen zeitlich begrenzten harten Lockdown. "Der Vorschlag von Armin Laschet ist richtig", sagte Brinkhaus den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Bis der Anteil der Geimpften in der Bevölkerung hoch genug ist, müssen wir für einen klar begrenzten Zeitraum mit einem 'Brücken-Lockdown' die Gesundheit schützen und die Corona-Infektionen eindämmen." Brinkhaus mahnte zügiges Handeln an: Es brauche jetzt "eine schnelle Entscheidung von Bund und Ländern".

Zuvor hatte sich bereites Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) offen für den Vorschlag seines NRW-Kollegen Laschet gezeigt, schon in den nächsten Tagen in einer Bund-Länder-Runde über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten. "Ich wäre bereit, die Ministerpräsidentenkonferenz vorzuziehen", sagte Bouffier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Sie müsste dann aber als Präsenzveranstaltung stattfinden."

Der CDU-Vorsitzende Laschet hatte am Montag vorgeschlagen, die bislang für den 12. April geplanten Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf diese Woche vorzuziehen. Dabei solle ein harter Lockdown beschlossen werden, um die Corona-Infektionszahlen zu drücken.

12.12 Uhr: Niedersächsischer Ministerpräsident erteilt "Brücken-Lockdown" Absage

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat dem Vorschlag des nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für einen "Brücken-Lockdown" eine Absage erteilt. "Vor Ostern hat Aktionismus bei vielen Menschen für einen Vertrauensverlust gesorgt, nach Ostern dürfen wir diesen Fehler nicht wiederholen", sagte Weil der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Er habe "erhebliche Zweifel" gegenüber dem Vorschlag. Wichtige Detailfragen seien weiter ungeklärt, sagte Weil der Zeitung.

"Solche Vorschläge tragen zur Verunsicherung der Menschen bei, helfen uns aber nicht bei der Eindämmung des Infektionsgeschehens", sagte Weil weiter. Im Gegenteil sei eine "stetige, verlässliche Politik" notwendig, "um Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern zurückzugewinnen". Für eine vorgezogene Bund-Länder-Konferenz sehe er deshalb keinen Grund.

11.56 Uhr: EMA-Vertreter sieht Zusammenhang zwischen Astrazeneca-Impfung und Thrombosen

Ein hochrangiger Vertreter der EU-Arzneimittelbehörde EMA hat eine Verbindung zwischen der Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff und dem Auftreten von Blutgerinnseln bei manchen Geimpften gezogen. "Meiner Meinung nach können wir mittlerweile sagen, dass es klar ist, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt", sagte der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, mit Blick auf die Thrombosen nach Astrazeneca-Impfungen in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Il Messaggero".

Cavaleri legte in dem Interview nahe, dass die EMA den Zusammenhang noch am Dienstag offiziell feststellen könnte. Wie das Astrazeneca-Vakzin in wenigen Fällen Blutgerinnsel bei Geimpften auslöst, ist nach seinen Angaben jedoch noch nicht klar.

Bislang hat die EMA den Astrazeneca-Impfstoff als sicher empfohlen und wie der britisch-schwedische Hersteller hervorgehoben, dass es keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen der Impfung und den Blutgerinnseln gebe. Mehrere EU-Länder, darunter Deutschland, schränkten den Einsatz des Vakzins jedoch ein.

11.44 Uhr: Britische Behörden untersuchen Thrombose-Fälle bei Astrazeneca-Geimpften

Die britische Arzneimittelbehörde untersucht Fälle von seltenen Blutgerinnseln im Gehirn nach einer Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca. Das teilte die Medicines and Healthcare Regulatory Agency (MHRA) mit. Zuvor hatte es einen Medienbericht gegeben, wonach die Behörde erwägt, das Präparat nicht mehr für unter 30-Jährige zu empfehlen.

"Unsere gründliche und detaillierte Untersuchung zu Berichten von sehr seltenen und spezifischen Arten von Blutgerinnseln mit einer geringen Anzahl an Blutplättchen nach einer Impfung mit Astrazeneca wird fortgeführt", sagte MHRA-Chefin June Raine der Mitteilung zufolge. Eine regulatorische Entscheidung sei noch nicht gefallen, betonte sie jedoch. Die Behörde rief dazu auf, Impftermine weiterhin wahrzunehmen.

In Deutschland hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wegen der Thrombose-Fälle, die vor allem bei jungen Frauen auftraten, beschlossen, das Präparat in der Regel nur noch an Menschen ab 60 Jahre zu verabreichen - für jüngere Menschen ist eine Impfung damit nur nach Aufklärung über die Risiken auf eigene Gefahr möglich.

11.32 Uhr: Polizei macht Stichproben bei Einreise aus den Niederlanden

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen überprüft seit Dienstag stichprobenartig Einreisende aus den Niederlanden aufgrund der Hochstufung des Landes zum Hochinzidenzgebiet. Seit Mitternacht müssen Einreisende beim Grenzübertritt einen Testnachweis vorzeigen können, der höchstens 48 Stunden alt sein darf.

"Wir sind mobil unterwegs, die Grenze ist nicht geschlossen", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Kleve. Kontrolliert werde auf Autobahnen, Kreis- und Bundesstraßen sowie in Zügen. Wenn jemand keinen negativen Test vorweisen könne, werde er aber auch nicht an der Einreise gehindert: "Wir weisen keinen Reisenden an der Grenze zurück." Vielmehr würden dann die Daten des Reisenden aufgenommen, und er werde aufgefordert, umgehend in Deutschland einen Test nachzuholen und das Ergebnis zu mailen.

Die Entscheidung, die Niederlande mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen als Hochinzidenzgebiet einzustufen, war am Sonntag von der Bundesregierung getroffen worden.

11.04 Uhr: Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Griechenland

In Griechenland haben Einzelhändler in den Großstädten Thessaloniki und Patras gegen Öffnungsverbote protestiert. Sie hängten Trauerflor und Todesanzeigen in die Schaufenster ihrer hell erleuchteten Geschäfte, wie griechische Medien berichteten. Die Händler drückten damit ihren Unmut gegen Öffnungsverbote in ihren Städten aus, die dort wegen hoher Corona-Fallzahlen verhängt wurden. Seit Montag dürfen in Griechenland Geschäfte unter Auflagen wieder öffnen.

In den betroffenen Städte sind die Krankenhäuser fast vollständig belegt. Waren dürfen auch nicht mit der Methode "Click and collect" verkauft werden, bei der die Kunden online bestellen und ihre Ware vor Ort abholen. "Per Regierungsdekret sind wir lebendig begraben", steht etwa auf den Plakaten der Geschäfte, die sich an dem Protest beteiligten sowie: "Öffnet uns - wir wollen Arbeit statt Corona-Hilfen."

10.38 Uhr: Umfrage - Corona-Schnelltests am Arbeitsplatz laufen schleppend an

Nur ein knappes Viertel (23 Prozent) der in Präsenz Beschäftigten bekommt einer Befragung zufolge vom Arbeitgeber mindestens einmal wöchentlich einen kostenlosen Corona-Schnelltest angeboten. Trotz eindringlicher Appelle laufe das Testprogramm in den Betrieben bisher nur schleppend an, beklagte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf. Die "enttäuschend geringe Umsetzungsquote" zeige, dass eine verbindliche Regulierung für eine "konsequente und rasche Einführung" von betrieblichen Schnelltests notwendig sei, erklärte Elke Ahlers vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Stiftung.

Laut der Online-Erhebung berichteten 23 Prozent der befragten Arbeitnehmer in der zweiten Märzhälfte, dass Präsenzbeschäftigte im Betrieb mindestens einmal pro Woche einen Schnelltest machen können. Für weitere sechs Prozent würden Schnelltests zwar schon angeboten, jedoch noch nicht im vorgesehenen Umfang. Weitere 17 Prozent der Beschäftigten gaben an, dass der Arbeitgeber die Einführung bereits angekündigt, aber noch nicht umgesetzt habe, erklärte die Hans-Böckler-Stiftung. Für eine Mehrheit von 54 Prozent der Arbeitnehmer gebe es jedoch weder betriebliche Schnelltests noch seien diese angekündigt.

Schnelltests für Präsenzbeschäftigte seien auch mit dem Bund-Länder-Beschluss vom 22. März noch nicht verbindlich eingeführt worden, erläuterte die Stiftung. Stattdessen setze die Politik bei den Unternehmen weiter auf Freiwilligkeit. Aus dem Arbeitsschutzgesetz ergebe sich jedoch schon jetzt eine allgemeine Fürsorgepflicht, betonte die WSI-Expertin Ahlers.

10.19 Uhr: Bund reagiert verhalten auf Laschets Vorschlag für vorgezogene Corona-Runde

Die Bundesregierung hat sich zurückhaltend zum Vorstoß von CDU-Chef Armin Laschet für ein Vorziehen der nächsten Bund-Länder-Runde zur Corona-Politik geäußert. Der Bund stehe "immer bereit für gemeinsame Beratungen", erklärte ein Regierungssprecher in Berlin: "Voraussetzung ist, dass diese gut vorbereitet sind."

NRW-Ministerpräsident Laschet hatte am Montag vorgeschlagen, die bislang für den 12. April geplanten Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf diese Woche vorzuziehen. Dabei müsse dann ein harter Lockdown beschlossen werden, um die Corona-Infektionszahlen zu drücken, sagte er.

Von den Landesregierungen wurde Laschets Vorstoß ebenfalls verhalten aufgenommen. Bayern und Thüringen etwa verwiesen ähnlich wie die Bundesregierung darauf, dass ein Vorziehen der Beratungen nur Sinn mache, wenn konkrete Beschlüsse vorbereitet seien.

09.26 Uhr: Dänemark lockert Beschränkungen

Die Däninnen und Dänen können erstmals seit Monaten wieder zum Friseur gehen oder sich ein Tattoo stechen lassen. Seit Dienstag dürfen Dienstleister wie Friseure, Tätowierer, Masseure und Kosmetiker nämlich fast im gesamten Land wieder Kunden bedienen, auch Sonnenstudios und Fahrschulen dürfen im nördlichen Nachbarland wieder öffnen. Kunden sollen aber auf ihrem Smartphone einen maximal 72 Stunden alten negativen Corona-Test, eine Impfung gegen Covid-19 oder eine überstandene Infektion vorzeigen können.

Auch in den dänischen Schulen ist seit Montag mehr los: Nachdem zuvor schon die Kinder bis zur vierten Jahrgangsstufe in ihre Klassenzimmer zurück durften, können nun auch die älteren Schüler zumindest in Teilzeit - das bedeutet jede zweite Woche - zum Präsenzunterricht zurückkehren. Ausgenommen von den Lockerungen sind einige wenige Gemeinden, in denen die Neuinfektionszahlen derzeit zu hoch sind.

Die Lockerung dieser Corona-Maßnahmen ist Teil eines langfristigen Plans, mit dem Dänemark nach und nach die Beschränkungen des öffentlichen Lebens zurückfahren möchte. Das erklärte Ziel ist, die Maßnahmen schrittweise bis auf wenige Ausnahmen auslaufen zu lassen, bis alle Risikogruppen und alle Menschen über 50, die dies wünschen, ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten haben. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Corona-Zahlen nicht plötzlich wieder in die Höhe schießen.

07.25 Uhr: Mehr Abstand zwischen den Impfungen in Bayern

Damit in kürzerer Zeit mehr Menschen geimpft werden können, weitet Bayern die Abstände zwischen erster und zweiter Impfdosis aus. Das hat Gesundheitsminister Holetschek der "Augsburger Allgemeinen" bestätigt. Schon seit 12. März werde das praktiziert, damit setze der Freistaat die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission um. Beim Impfungen mit den Vakzinen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna liegen jetzt meistens sechs Wochen zwischen erster und zweiter Impfung, bei AstraZeneca sind es zwölf Wochen. Bayern verzichte weitgehend auf die Zurückstellung vom Impfdosen, erklärte Holetschek. So sei die Reserve bei AstraZeneca komplett aufgehoben, bei Biontech/Pfizer auf 10.000 Impfdosen reduziert worden. Bayern tue aber alles dafür, dass jeder rechtzeitig seine zweite Impfung bekomme, sagte Holetschek.

07.10 Uhr: Fast 132 Millionen Infektionen weltweit

Insgesamt haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor gut einem Jahr auf der ganzen Welt 131,56 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt, 2.995.918 Menschen starben nach einer Infektion. Das hat eine Auswertung der offiziellen Behördenangaben durch die Nachrichtenagentur Reuters ergeben.

05.15 Uhr: Inzidenz sinkt auf 123

Das Robert Koch-Institut meldet für heute 6.885 Neuinfektionen mit Covid-19. Das sind 2.664 Fälle weniger als vor einer Woche. Damit sinkt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner auf 123 im Vergleich zu 128 gestern. Allerdings sind die Daten über die Osterfeiertage wenig aussagekräftig, da viele Gesundheitsämter in dieser Zeit keine Daten übermitteln. Gestorben sind in den letzten 24 Stunden laut RKI 90 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Montag, 05. April 2021

21.30 Uhr: Corona-Lage in Spanien spitzt sich zu

Die Corona-Lage in Spanien spitzt sich zu. Offiziellen Daten zufolge steigt die Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner, die sich in den vergangenen 14 Tagen mit Covid-19 infiziert haben, auf 163,4. Am Samstag waren es noch 151,8 gewesen. Der Leiter des Gesundheits-Notdienstes, Fernando Simon, sagt, die Zahl der Neuinfektionen steige landesweit und das beginne sich im Gesundheitssystem Druck aufzubauen. Gleichwohl sei die Entwicklung nicht so heftig wie bei den vergangenen Infektionswellen.

21.15 Uhr: Chef des Hausärzteverbandes verlangt Klarheit über Astrazeneca

Zum Start der Corona-Impfungen in vielen Hausarztpraxen fordert Verbandschef Ulrich Weigeldt Klarheit über die Nebenwirkungen des Präparats von Astrazeneca. "Impfen darf nicht zur Mutprobe werden - weder für die Patienten noch für den Arzt", sagte der Chef des Hausärzteverbandes der "Bild" (Dienstag). Bund und Länder hatten vor einer Woche nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, den Impfstoff von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

Es fehle an Klarheit, welche Vorerkrankungen und Prädispositionen die Geimpften gehabt hätten, bei denen solche Hirnvenenthrombosen aufgetreten seien, kritisierte Weigeldt. "Hausärzte kennen ihre Patienten und könnten differenzierte Entscheidungen treffen - alle unter 60 Jahre von der Impfung mit Astrazeneca auszuschließen, ist sehr holzschnittartig." Dennoch will Weigeldt seinen Kollegen nicht empfehlen, die Vorgabe der Stiko zu umgehen. "Wenn da irgendetwas passiert, gibt es einen Riesenaufstand."

20.45 Uhr Stadt Hof hofft auf Bundesregelung

Hof hat erneut einen negativen Corona-Spitzenwert: Mit 462,2 hatte die Stadt am Ostermontag den bundesweit höchsten 7-Tage-Inzidenzwert pro 100.000 Einwohner. Und das, obwohl die bayerischen Landkreise entlang der Grenze zu Tschechien zusätzliche Impfdosen bekommen haben. Die Impfquote mit 17 Prozent sogar über dem Bundesdurchschnitt liegt und dank eines Pilotprojektes die Hausärzte bereits seit März in ihren Praxen impfen können. Die Erklärung sieht Hofs Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) vor allem im privaten Bereich. Die Hauptinfektionsquelle sei im privaten Umfeld, in der Freizeit, zu Hause – also dort wo man auch mit öffentlichen Vorgaben oder Kontrollen gar nicht rankomme, so die Oberbürgermeisterin zum BR. Die Virusmutante sei so ansteckend, dass bei einer Infektion gleich die gesamte Familie auch betroffen sei. "Bei großen Familien dann auch gleich sechs oder sieben Leute", so Döhla. Auch seien immer häufiger Jüngere betroffen.

In Hof hofft man daher auf ein Signal aus Berlin, einen bundesweiten Lockdown. Eine Bundesregelung mit einer kurzen, schärferen Maßnahme, könnte auch in der ganzen Region helfen, so die Oberbürgermeisterin weiter. Denn weitere Begrenzung ausschließlich in Hof scheinen beim Blick auf die ebenfalls dunkelroten Nachbarregionen nur bedingt sinnvoll. Auch sind in Hof die rechtlichen Möglichkeiten nahezu ausgeschöpft. Kontrollen der Masken-und Abstandspflicht wurden ausgedehnt, alle weiteren Schritte seien ein weiterer Einschnitt in die Grundrechte und punktuell nur für eine Stadt nicht wirksam, so Döhla. Seit Karfreitag gilt in Hof außerdem auch auf Spielplätzen Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren.

19.30 Uhr: Müller gegen Laschets Vorschlag für vorgezogene Corona-Beratungen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat den Vorschlag von NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) abgelehnt, in einer vorgezogenen Ministerpräsidentenkonferenz über einen "Brücken-Lockdown" zu beraten. "Es ist, glaube ich, noch sehr viel unklar, was Herr Laschet damit meint", sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag dem ARD-Hauptstadtstudio.

Laschets Vorschlag werfe viele Fragen auf. "Ein Brücken-Lockdown für eine Übergangszeit und dann mit welchen Maßnahmen? Und das soll so lange gelten, bis viele Menschen geimpft sind. Was heißt das alles?" Er glaube, da seien viele Überlegungen bei Laschet noch nicht abgeschlossen, sagte Müller. "Und insofern, glaube ich, macht es auch keinen Sinn, jetzt vorfristig zu einer Ministerpräsidentenkonferenz zusammenzukommen."

Laschet hatte zuvor gefordert, mit einem "Brücken-Lockdown" die Zeit zu überbrücken, bis viele Menschen geimpft seien. Die Lage erfordere es, "dass wir noch mal in vielen Bereichen nachlegen", sagte der CDU-Vorsitzende. Zugleich sprach er sich dafür aus, die für den 12. April geplante Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs vorzuziehen. Es seien nun mehr Tempo und klare Entscheidungen notwendig.

19.15 Uhr Erneut mehr als 40 000 Corona-Neuinfektionen in Türkei

Das türkische Gesundheitsministerium hat rund 43.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Die Zahl lag damit am Montag den vierten Tag in Folge über der Marke von 40.000. Zudem wurden 193 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit Covid-19 registriert, wie das Ministerium mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist besonders in der Millionenmetropole Istanbul hoch. Sie lag zuletzt bei rund 590 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche.

Das Land mit rund 84 Millionen Einwohnern hatte die Corona-Beschränkungen Anfang März teilweise aufgehoben - seitdem steigen die Fallzahlen rapide. Inzwischen gelten wieder strengere Maßnahmen in bestimmten Regionen, wie Ausgangssperren am Wochenende. Restaurants und Cafés sollen aber erst zu Beginn des Fastenmonats Ramadan Mitte April wieder geschlossen werden.

18.30 Uhr: Lockerungen in England ab dem 12. April

Der britische Premierminister Boris Johnson stellt angesichts sinkender Neuinfektionszahlen Lockerungen der Corona-Beschränkungen ab kommenden Montag in Aussicht. Dann dürften in England alle Geschäfte, Fitnessstudios, Friseure und Außenbereiche der Pubs wieder öffnen, sagt der Regierungschef. Auch er selbst werde dann in einen Pub gehen. Das Vorhaben sei Teil des im Februar vorgestellten Vier-Stufen-Plans für Lockerungen. Die Menschen sollten aber weiterhin möglichst von zu Hause aus arbeiten und Reisen unterlassen.

17.55 Uhr: Saarland-Modell vor dem Start für mehr Öffnung

Erstmals geht ein ganzes Bundesland als Corona-Modellprojekt an den Start: Im Saarland dürfen von Dienstag an Außengastronomie, Kinos, Theater, Fitnessstudios und Tennishallen wieder öffnen. Voraussetzung für Gäste und Nutzer ist meist ein negativer Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Zudem können sich im Freien bis zu zehn Personen treffen, wenn sie negativ getestet worden sind. Mit dem "Saarland-Modell" will die Landesregierung den Bürgern wieder mehr Freiheiten ermöglichen. "Es muss uns nach einem Jahr Pandemie mehr einfallen als nur zu schließen und zu beschränken", hatte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gesagt. Und: "Mit dem Saarland-Modell soll keine Corona-Infektion unentdeckt bleiben." Möglich sei das Projekt, weil das Saarland beim Impfen und Testen auch im bundesweiten Vergleich sehr gut aufgestellt sei. Das Projekt laufe, solange die 7-Tage-Inzidenz an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern stabil unter 100 liegt. Steige die Inzidenz darüber, greife ein Ampelsystem - mit einer dann ausgeweiteten Testpflicht (gelb) bis hin zur Notbremse mit einem konsequenten Lockdown. Am Sonntag hatte die Inzidenz bei 88,2 gelegen.

17.40 Uhr: IWF stellt neue Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft vor

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird am Dienstag (14.30 Uhr MESZ) seine neue globale Konjunkturprognose vorstellen. Der Fonds rechnet in diesem Jahr trotz der Pandemie mit einem stärkeren Wachstum als noch zuletzt angenommen. Im Januar hatte der IWF ein Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent erwartet. Nun sei mit einer «weiteren Beschleunigung» zu rechnen, kündigte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa vergangene Woche an. Die Wirtschaft in vielen Industriestaaten werde sich dank der Impfkampagnen in diesem Jahr erholen, sagte Georgiewa. Zudem habe es unter anderem in den USA weitere staatliche Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur gegeben, erklärte sie vergangenen Dienstag. Sie warnte allerdings, dass sich eine Erholung in zwei Geschwindigkeiten abzeichne: Auf der einen Seite stehen demnach die USA und China, die zwei größten Volkswirtschaften, die die Krise noch in diesem Jahr hinter sich lassen dürften und stark wachsen. Auf der anderen Seite stehen viele schwer von der der Corona-Krise erschütterte Länder, denen es schwer fällt, die Verluste der Krise rasch wettzumachen.

17.30 Uhr: Viele Hausärzte beginnen mit Corona-Impfungen

In Deutschland beginnt die zweite Stufe der Impfkampagne gegen das Coronavirus. In vielen Regionen - etwa in Nordrhein-Westfalen - starten am Dienstag auch die Hausärzte mit Impfungen in ihren Praxen - oder bereiten sich darauf vor, in den nächsten Tagen loszulegen. Bislang wurden die Vakzine vor allem in den bundesweit 430 Impfzentren verabreicht. Da zunächst nur wenig Dosen Impfstoff zur Verfügung stehen, wird es in den Praxen allerdings zunächst langsam losgehen. In der ersten Woche erhalten alle Praxen zusammen erst einmal 940 000 Impfdosen. Das macht rein rechnerisch nur gut 26 Dosen pro Praxis.

17.15 Uhr: Datenschutzbeauftragter kritisiert "Luca-App"

Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Johannes Caspar, hat fehlende Transparenz der Anbieter der Luca-App kritisiert. "Ohne den Quellcode ist nicht einsehbar, wie eine Software funktioniert", sagte Caspar der "Rheinischen Post". Die App wird in einigen Bundesländern zur Kontaktnachverfolgung eingesetzt, weitere Länder wollen damit anfangen."Unzweifelhaft müssen datenschutzrechtliche Dokumentationen vor der Inbetriebnahme erstellt und das Risiko für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen bekannt sein", sagte Caspar der Zeitung. Die Datenschutzfolgenabschätzung sei bis zum heutigen Tage noch nicht bekannt gegeben worden, für eine datenschutzrechtliche Bewertung aber unerlässlich.

17.00 Uhr: Bar-Besitzer in Hongkong wegen Schließungen im Hungerstreik

Eine Gruppe von Bar-Besitzern in Hongkong ist aus Protest gegen die bereits seit Monaten andauernde Schließung ihrer Lokale in der Corona-Pandemie in einen symbolischen Hungerstreik getreten. An dem Protest beteiligen sich auch mehrere Eigentümer der beliebten Karaoke- und Mahjong-Bars. Der Protest der Bar-Besitzer begann am Jahrestag der erstmaligen Schließung von Bars und Kneipen in Hongkong im Zuge der Corona-Pandemie. Es handelt sich allerdings um keinen vollständigen, sondern einen symbolischen Hungerstreik, da die Teilnehmer lediglich in abwechselnden Schichten auf die Nahrungsaufnahme verzichten. Die Bars und Kneipen in Hongkong mussten im vergangenen Jahr an insgesamt 230 Tagen vollständig geschlossen bleiben. Mit Einschränkungen durften sie an 101 Tagen öffnen, normal öffnen nur an 24 Tagen.

16.55 Uhr: Noch kein Termin für vorgezogene Runde mit Merkel

Für die von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ins Gespräch gebrachten vorgezogenen Beratungen über mögliche weitere Verschärfungen der Corona-Beschränkungen gibt es noch keinen Termin. Der Bund sei immer bereit, zu beraten, wenn es sich als erforderlich erweise, hieß es am Montag aus Regierungskreisen in Berlin. Eine solche Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse aber gut vorbereitet sein, so dass bereits vorher im Wesentlichen klar sei, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten. Eine schnell anberaumte MPK mit völlig unterschiedlichen Vorstellungen zwischen den Ländern dürfe es nicht noch einmal geben, hieß es weiter. Daher sei noch kein Termin festgelegt. Bund und Länder hatten ursprünglich den 12. April als Termin für die nächsten gemeinsamen Beratungen vorgesehen.

16.45 Uhr: Erstes Bundeswehr-Impfzentrum arbeitet rund um die Uhr

Das bundesweit erste Impfzentrum der Bundeswehr im saarländischen Lebach arbeitet seit Sonntag rund um die Uhr. Im Drei-Schicht-Betrieb seien bis zu 1.000 Impfungen pro Tag möglich, teilte das Verteidigungsministerium bei Twitter mit. Rund 110 Soldaten würden dazu eingesetzt. Mehr als 14.000 Nachttermine bis Mai seien vergeben, erklärte das Ministerium am Sonntag. Das Impfzentrum auf dem Gelände einer Kaserne ist eines von vier im Saarland, in dem Saarländer gegen Corona geimpft werden. Es ist seit Anfang März in Betrieb. Bislang gibt es noch ein weiteres Impfzentrum der Bundeswehr in Berlin, ein drittes sei in Bonn im Aufbau. Um sich ein Bild von der Premiere zu machen, war Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vor Ort, ebenso wie der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Hans hatte zuvor einen "Impf-Marathon" angekündigt: Das Saarland hatte vor wenige Tagen 81.900 zusätzliche Impfdosen (Biontech) aus dem EU-Kontingent für Grenzregionen erhalten. Auch die anderen Impfzentren im Land sind über die Osterfeiertage, auch am Ostersonntag, geöffnet.

16.35 Uhr: Wenig Zuspruch für Corona-Demos in Bayern

Die für Ostermontag angekündigten Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen sind auf wenig Zuspruch gestoßen. Zwei von vier angemeldeten Veranstaltungen in München wurden kurzfristig abgesagt, wie die Polizei mitteilte. Zu einer weiteren kamen nur etwas mehr als 200 Personen. Angemeldet waren bei dieser Demonstration 1.000 Menschen. Laut Polizei verlief die Veranstaltung ruhig. Rund 400 Beamte waren im Einsatz, der Großteil davon auf der Theresienwiese, wo die Demonstration stattfand. Für den späten Nachmittag und Abend waren zwei weitere Demonstrationen angemeldet. Bei einer Aktion in München waren 500 Personen angemeldet, in Nürnberg maximal 250 Personen.

16.10 Uhr: CDU-Vorsitzender drängt auf "Impfen unter Hochdruck"

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich im Kampf gegen das Coronavirus für ein Impfen "unter Hochdruck" ausgesprochen. Das Impfen bleibe die stärkste Waffe. Noch vor Beginn der Sommerferien werde deutlich mehr als die Hälfte der Deutschen mindestens ein Mal geimpft sein, sagte der CDU-Chef am Ostermontag nach dem Besuch eines Impfzentrums der Städteregion Aachen. Von Geimpften gehe nach Erkenntnis des Robert Koch-Instituts praktisch kaum mehr ein Risiko für die Verbreitung des Virus aus. "Wir wollen bis zum Ende des Aprils 20 Prozent aller Menschen geimpft haben", sagte Laschet.

16.00 Uhr: Eine Woche Lockdown in Bangladesch - Händler protestieren

Angesichts schnell steigender Corona-Zahlen hat am Montag in Bangladesch ein einwöchiger landesweiter Lockdown begonnen. Trotzdem gingen am Montag Hunderte Händler auf die Straßen der Hauptstadt Dhaka und forderten die Regierung auf, ihnen zu erlauben, ihre Läden mit Sicherheitskonzepten geöffnet zu lassen. Das südasiatische Land ist nach UN-Angaben eines der am wenigsten entwickelten der Welt. Auch suchten etliche Menschen auf den Straßen Dhakas nach Rikschas, da öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr fuhren. Oder sie kauften in kleinen Tante-Emma-Läden ein, während die großen Läden geschlossen blieben. Das Gesundheitsministerium Bangladeschs hatte die Menschen am Wochenende angewiesen, zu Hause zu bleiben. Läden sollten schließen, öffentliche Verkehrsmittel nicht fahren und Inlandsflüge wurden gestrichen. Fabriken dürfen demnach offen bleiben, wenn sie Schutzkonzepte vorweisen und ihren Angestellten Transport zur Verfügung stellen. Auch lebenswichtige Dienstleistungen wie Essensversorgung und Krankenhäuser sollten weiter funktionieren.

15.50 Uhr: Viele Fahrzeuge an Ostern aus dem Nordosten zurückgewiesen

Während der Ostertage sind hunderte Fahrzeuge aus Mecklenburg-Vorpommern zurückgewiesen worden, die sich unerlaubterweise im Bundesland aufhielten. Am Ostersonntag wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg 95 Fahrzeuge zurückgeschickt, wie die Polizei am Montag mitteilte. Zudem seien 175 Menschen aufgefordert worden, MV wieder zu verlassen, da sie keinen triftigen Grund nachweisen konnten. Die betroffenen Menschen verhielten sich laut Polizei überwiegend kooperativ. Insgesamt seien am Ostersonntag 776 Fahrzeuge kontrolliert worden. Im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock waren es nach eigenen Angaben 63 zurückgewiesene Fahrzeuge am Ostersonntag. Hierbei wurden 191 Menschen aufgefordert das Bundesland wieder zu verlassen. Die Polizei hatte angekündigt, zu den Ostertagen verstärkt die Einreise ins Bundesland zu kontrollieren. Am Karfreitag und Karsamstag wurden laut Polizei bereits hunderte Fahrzeuge zurückgeschickt. Eine Bilanz der gesamten Ostertage lag zunächst noch nicht vor.

15.40 Uhr: Grüne fordern "radikalen Wellenbrecher"

Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt verlangt von der Bundesregierung ein härteres Vorgehen gegen die Pandemie. "Wir brauchen jetzt einen radikalen Wellenbrecher", sagte Göring-Eckardt der "Welt" (Dienstagausgabe) laut Vorabmeldung. "Die Bundesregierung darf nicht noch mehr wertvolle Zeit verlieren." Die Grünen unterstützten einen "verbindlichen bundeseinheitlichen Stufenplan, eingebettet in das Infektionsschutzgesetz und vom Bundestag beschlossen".

15.15 Uhr: Rückschlag für Astrazeneca: US-Produktionsstätte geht an Konkurrenz

Astrazeneca hat in den USA eine Produktionsstätte für seinen Corona-Impfstoff an den Konkurrenten Johnson & Johnson verloren. Der US-Pharmakonzern teilte mit, Johnson & Johnson werde nun die "volle Verantwortung" für die Produktionsstätte des Auftragsherstellers Emergent Biosolutions im Bundesstaat Maryland übernehmen. Dort wurde bislang auch der Corona-Impfstoff von Astrazeneca hergestellt, der in den USA noch nicht zugelassen ist. Die Firma erklärte, man werde mit der US-Regierung kooperieren, um eine alternative Produktionsstätte für den US-Markt zu finden. Die Zeitungen "New York Times" und "Washington Post" berichteten am Wochenende, dass die Regierung Johnson & Johnson in einem ungewöhnlichen Schritt in die Verantwortung gedrängt hatte, nachdem wegen eines Produktionsfehlers an dem Standort jüngst Millionen Impfdosen des Herstellers entsorgt werden mussten. Auslöser war den Berichten zufolge, dass Inhaltsstoffe der beiden Impfstoffe vermischt worden waren. Johnson & Johnson hatte am Mittwoch nur mitgeteilt, dass ein Inhaltsstoff die Qualitätskontrolle nicht bestanden habe.

15.10 Uhr: Volle Cafés und Fitnessstudios: Portugal öffnet wieder

Jubel und Aufbruchstimmung in Portugal: Im Zuge der seit Wochen sinkenden Infektionszahlen hat der frühere Coronavirus-Hotspot die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie weiter gelockert. Seit Montag dürfen Gastronomiebetriebe wie Kneipen, Cafés und Restaurants erstmals nach gut zweieinhalb Monaten wieder Gäste empfangen. Auch Museen und Galerien, Läden mit einer Verkaufsfläche von höchstens 200 Quadratmetern, Straßenmärkte und Fitnesszentren sowie andere Sporteinrichtungen wie Tennis- und Golfplätze dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Für Schüler mehrerer Jahrgänge gibt es wieder Präsenzunterricht. Die Menschen freuten sich sehr und stürmten bei besten Frühlings-Temperaturen um die 20 Grad schon vormittags auf die Straßen. Vor allem Fitnessstudios und Terrassen waren überall in der Hauptstadt Lissabon schnell voll. Es gab hinter den Masken viele glückliche Gesichter. "Zu Hause hocken zu müssen macht sehr traurig. Wenn man trainieren darf, ist man auch gesünder", sagte ein junger Mann in einem Fitnesszentrum zum Fernsehsender TVI24. Eine neben ihm stehende junge Frau räumte ein: "Ich bin heute Morgen sofort rausgerannt".

15.00 Uhr: Norweger will Quarantäne durch Grenzüberquerung auf Skiern entgehen

Ein Norweger hat versucht, der verpflichtenden Corona-Quarantäne zu entgehen, indem er auf Skiern die Grenze zwischen Schweden und Norwegen überquerte. Der 50-jährige Trond Helge Rönning musste am Wochenende von Rettungskräften aus einer misslichen Lage befreit werden, nachdem er in den Bergen von schlechtem Wetter überrascht wurde. "Insgesamt hatte er noch etwa 40 Kilometer vor sich", sagte ein Rettungshelfer aus dem norwegischen Dorf Tydal. Rönning habe nach Norwegen reisen wollen, um dort nach Papieren zu suchen und dann nach Schweden zurückkehren, wo er sich um ein Bauprojekt kümmern müsse. "Aber um eine Quarantäne zu vermeiden, entschied er sich, die Grenze in den Bergen zu überqueren", sagte der Rettungshelfer.

14.45 Uhr: Laschet dringt auf neuen "Brücken-Lockdown"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt angesichts der anschwellenden dritten Corona-Welle auf einen neuen "Brücken-Lockdown" und das Vorziehen der bislang für kommenden Montag geplanten nächsten Ministerpräsidentenkonferenz. Die Kontakte im privaten Bereich, aber auch am Arbeitsplatz müssten weiter verringert werden, möglicherweise auch durch Ausgangsbeschränkungen, sagte Laschet am Montag beim Besuch eines Impfzentrums in Aachen. Er sprach von einer "Ausnahmesituation", in der jetzt schnelles Handeln notwendig sei.

14.05 Uhr: Große Mehrheit vertraut nicht in Merkels Impfversprechen

Fast zwei Drittel der Deutschen glaubt nicht daran, dass die Bundesregierung wie versprochen jedem Impfwilligen bis zum 21. September eine Corona-Impfung anbieten kann. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur erwartet nur knapp ein Viertel (23 Prozent), dass das Ziel eingehalten wird. 62 Prozent rechnen dagegen nicht damit. 15 Prozent machten keine Angaben.

13.50 Uhr: Olympia-Gastgeber Japan sorgt sich vor vierter Corona-Welle

Weniger als vier Monate vor dem geplanten Beginn der Olympischen Spiele in Japan wächst in dem Land die Sorge vor einer besonders heftigen vierten Corona-Infektionswelle. "Die vierte Welle wird größer sein", sagt der Gesundheitsexperte und Regierungsberater Koji Wada. Grund sei die Ausbreitung von Virusmutanten wie der zuerst in Großbritannien aufgetretenen Form.

13.45 Uhr: Lauterbach für Kurswechsel in Impfstrategie

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert einen Kurswechsel in der Corona-Impfstrategie hin zu möglichst vielen kurzfristigen Erstimpfungen. Wenn der Abstand zur Zweitimpfung bei den mRNA-Impfstoffen von BioNTech und Moderna von sechs auf zwölf Wochen verlängert würde, könnten bis Juli mehr als 60 Millionen Menschen in Deutschland erstgeimpft und so gegen schwere Krankheitsverläufe geschützt sein, sagte er der "Augsburger Allgemeinen". "Wenn wir jetzt unsere Strategie wechseln und auf möglichst viele Erstimpfungen ausrichten, wird kein vierter Lockdown mehr nötig sein."Lauterbach verwies auf Erfahrungen aus Großbritannien sowie Modellrechnungen unter seiner Beteiligung, wonach so "weit über 10 000" Todesfälle verhindert werden könnten. "Studienergebnisse aus Australien weisen darauf hin, dass der Schutz der mRNA-Impfstoffe auch zwischen der sechsten und der zwölften Woche nach der Impfung so stark ausgeprägt ist, dass bei einer Corona-Infektion das Risiko schwerer Verläufe mit Klinikaufenthalten oder tödlichem Ausgang extrem gering ist."

13.24 Uhr: "Deutschland macht sich lächerlich"

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat wegen der Defizite der deutschen Politik und Gesellschaft im Umgang mit der Corona-Pandemie mehr Mut zu Veränderung gefordert. Den Bürgern sei in der Krise "brutal vor Augen geführt" worden, "dass Deutschland sich überbürokratisiert und die Digitalisierung auf vielen Feldern komplett verschlafen hat", sagte Ischinger dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel. Während andere Länder längst durchdigitalisiert seien, mache Deutschland sich "lächerlich", meinte der frühere Spitzendiplomat und fügte hinzu: "Das ist zum Weinen."

Ihn ärgere, "dass unsere Politiker nicht mehr Pragmatismus wagen", sagte Ischinger. Die Schlussfolgerung könne nur lauten: "Wir müssen den Mut zu Veränderungen aufbringen." Wandel durchzusetzen, werde in Deutschland schwer werden, weil dort "Vollkaskomentalität weit verbreitet" sei und viele "bloß kein Risiko eingehen" wollten. "Diese Welt ist jedoch immer stärker von Risiken und rücksichtslos geführten Großmachtkonflikten geprägt", warnte der frühere Botschafter und Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Die nächste und übernächste Pandemie warte schon. Deshalb gelte: "Besser, wir schlagen jetzt die Pflöcke ein, damit wir beim nächsten Mal früher, entschlossener und effizienter reagieren können."

13.04 Uhr: Keine Verschiebung der Abiprüfungen geplant

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD) hat betont, dass Schülern wegen der Corona-Pandemie keine Nachteile entstehen sollen. "Niemand sollte die Jugendlichen, die jetzt vor dem Abschluss stehen, zusätzlich zur normalen Prüfungsnervosität verunsichern", betonte Ernst, die auch Brandenburger Bildungsministerin ist, auf Anfrage.

Der Forderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen, erteilte Ernst eine Absage.

12.42 Uhr: Deutscher Lehrerverband gegen Ausfall der Abiprüfungen

Der Deutsche Lehrerverband lehnt die Forderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ab, die Abiturprüfungen wegen der Corona-Krise in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen und durch bisher erzielte Noten zu ersetzen. "Bereits im letzten Jahr für das letztjährige Abitur hatte die GEW diese Forderung erhoben, und es war im Nachhinein gesehen absolut richtig, dass die Bundesländer dieser damals Forderung nicht gefolgt sind", sagte der Chef des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Die Abiturprüfungen hätten 2020 trotz ähnlich hoher Inzidenzen wie jetzt sicher und weitgehend problemlos stattgefunden, betonte Meidinger. Die Ergebnisse seien "ähnlich, sogar insgesamt leicht besser ausgefallen als die Jahre vorher".

Viele Bundesländer hätten zudem auf die steigenden Inzidenzen reagiert und die Abiturprüfungen auf Termine im Mai und Juni verschoben. Gegen eine Ersetzung der Prüfungen durch bisherige Noten spreche auch, dass bereits in einem Bundesland die Abiprüfungen komplett abgeschlossen seien und in anderen Ländern schon liefen. Außerdem würde durch einen Ausfall die Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern und auch zu bisherigen Jahrgängen massiv erschwert, arumentierte Meidinger. Er befürchtet darüber hinaus wegen fehlender Prüfungen auf den Abschlusszeugnissen einen "dauerhaften Negativstempel als Corona-Jahrgang".

11.54 Uhr: Schulze warnt vor Teilnahme an Corona-Demos

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, hat vor der Teilnahme an Corona-Protestversammlungen gewarnt. Angesichts der Radikalisierung der Szene müsse sich "jede Demokratin und jeder Demokrat klar machen, mit wem er oder sie auf die Straße geht", sagte sie. In ganz Bayern haben nach ihren Angaben "seit Mai 2020 mindestens 72 Corona-Protestversammlungen stattgefunden, an denen sich Rechtsextremisten oder Reichsbürger beteiligt haben oder die gleich ganz von ihnen angemeldet und geleitet wurden".

Eine Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen belege, dass in der Coronaprotest-Szene "Aufrufe zu gewalttätigen Blockade- und Sabotageaktionen, zur Erstürmung staatlicher Einrichtungen und zu Angriffen auf Regierungsmitglieder im Umfeld der Demonstrationen kursieren". Verschwörungsmythen seien gefährlich. Es brauche deshalb ein Programm von Maßnahmen dagegen.

Die bayerischen Sicherheitsbehörden hätten keinen ausreichenden Überblick über Straf- und Gewalttaten im Zusammenhang mit den Corona-Protesten, warnte Schulze. Auch die zahlreichen antisemitischen Vorfälle und die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten würden nicht jeweils einzeln registriert. "Hier müssen Erkenntnislücken schnell geschlossen, Verbindungen dringend aufgedeckt und Vorfälle systematisch erfasst und geahndet werden", forderte sie.

11.39 Uhr: Spahn rechnet mit 20 Prozent an Geimpften bis Ende April

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass bis Ende April 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine erste Impfdosis erhalten haben. Im ersten Quartal seien aufgrund der Impfstoff-Knappheit lediglich etwa zehn Prozent der Deutschen gegen das Coronavirus geimpft worden, "wir werden die nächsten zehn Prozent jetzt in einem Monat schaffen können", sagte Spahn beim Besuch eines Impfzentrums in Berlin.

Spahn betonte, die Impfkampagne werde "im zweiten Quartal immer mehr an Geschwindigkeit gewinnen". Neben dem Impfzentren würden dabei auch zunehmend die Arztpraxen eine Rolle spielen. "Impfen verhindert nicht die dritte Welle", warnte Spahn aber auch. Weiterhin seien Kontaktbeschränkungen erforderlich, insbesondere angesichts der Ausbreitung der ansteckenderen Varianten des Coronavirus. Spahn verwies dabei auch auf die Lage auf den Intensivstationen, wo die Belegung von Betten durch Covid-Patientinnen und -Patienten wieder deutlich ansteigt.

11.21 Uhr: Oberbürgermeister will Demos zukünftig verbieten

Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) will Veranstaltungen der Anmelder der sogenannten Querdenken-Demonstration vom Samstag zukünftig verbieten. Aus der Politik in Land und Bund hatte es zuvor Kritik am Vorgehen der Stuttgarter Behörden gehagelt. Tausende Menschen waren am Samstag meist ohne das Einhalten der Corona-Schutzmaßnahmen durch die Innenstadt gezogen, einige von ihnen griffen Journalisten an.

Diese Angriffe verurteilte Nopper am Sonntag "auf das Schärfste". Zudem kritisierte er, dass sich die für die Versammlung Verantwortlichen entgegen ihrer Zusage nicht an die Corona-Auflagen gehalten hätten. "Es widerspricht zutiefst meinem Gerechtigkeitsempfinden, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstrationen den grundrechtlichen Schutzmantel der Versammlungsfreiheit missbrauchen, um sich den Corona-Beschränkungen zu entziehen, sich aber andererseits Familien und Freundeskreise an Ostern nur unter Beschränkungen treffen dürfen", teilte er mit.

Gleichzeitig verteidigte Ordnungsbürgermeister Clemens Maier den Verzicht auf ein Versammlungsverbot. "Auf Grundlage der Anmeldungen lagen nach Einschätzung von Stadt und Polizei die Voraussetzungen für ein Verbot der Demonstrationen nicht vor", erklärte er. Allerdings solle das Geschehen vom Samstag in den kommenden Tagen gemeinsam mit der Landesregierung aufgearbeitet werden.

Nach Polizeiangaben vom Samstagabend waren bei der Demonstration mehr als 10.000 Teilnehmer unterwegs, die größtenteils weder die Abstände einhielten noch Schutzmasken trugen. Zudem kam es zu Ausschreitungen. So wurden Journalisten mit Steinen beworfen.

11.12 Uhr: Ab morgen verschärfte Einreiseregeln nach Holland

Die Bundesregierung hat in Absprache mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) die Niederlande als Corona-Hochinzidenzgebiet eingestuft. Die Einstufung wird um Mitternacht in der Nacht zum Dienstag wirksam. Ab diesem Zeitpunkt gelten verschärfte Regeln für Einreisen aus dem Nachbarland.

Alle Menschen, die sich in den zehn Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem Hochinzidenzgebiet oder einem Virusvariantengebiet aufgehalten haben, müssen bereits bei der Einreise einen Bescheid über einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Flugreisende müssen diesen Nachweis bereits vor dem Abflug vorlegen. Lediglich für Pendler, Beschäftigte im Güterverkehr und für Transitreisende gelten erleichterte Regeln.

Nach EU-Angaben vom Donnerstag wiesen die Niederlande einen Inzidenzwert von 554 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen auf, mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Die NRW-Landesregierung kündigte an, die Polizei werde die Einhaltung der Testpflichten ab Dienstag durch Stichprobenkontrollen überwachen, ähnlich wie dies bereits an der deutsch-französischen Grenze praktiziert wird.

10.36 Uhr: Leichte Lockerungen in Schottland

In Schottland haben am Ostermontag nach monatelangem Lockdown die Friseure wieder ihre ersten Kunden in Empfang genommen. Außerdem durften Gartencenter und einige weitere Geschäfte am Montagmorgen wieder öffnen. Ein Barbier in der Nähe von Glasgow öffnete der Nachrichtenagentur PA zufolge bereits um 6.00 Uhr morgens - in seinem Salon mit vier Beschäftigten waren für den ersten Tag 96 Termine vorgesehen. Außerdem darf an Universitäten wieder vor Ort unterrichtet werden und Jugendliche können an Outdoor-Sport-Angeboten teilnehmen.

Auch in England können sich die Menschen auf weitere Lockerungen freuen: Premierminister Boris Johnson wollte am Montag die für den 12. April geplanten Öffnungen offiziell unterzeichnen: Dann sollen nicht-essenzielle Geschäfte sowie die Außengastronomie wieder öffnen dürfen. Private Treffen in Innenräumen und Reisen ins Ausland bleiben jedoch noch bis mindestens Mitte Mai verboten.

Die Infektionslage in Großbritannien hat sich in den vergangenen Wochen dank des harten Lockdowns und der weit fortgeschrittenen Impfkampagne deutlich entspannt: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei rund 48 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

10.13 Uhr: 100.000 Neuinfektionen in Indien

In Indien steigt die Zahl der Neuinfektionen erstmals über 100.000 an einem Tag. Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden binnen 24 Stunden 103.558 Ansteckungsfälle nachgewiesen. Seit Ausbruch der Pandemie sind es damit mehr als 12,59 Millionen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um 478 auf 165.101.

Trotzdem leben viele Menschen wieder so, als gebe es keine Pandemie mehr. Es gibt auch vor den Parlamentswahlen in mehreren Bundesstaaten große Wahlveranstaltungen. Zum großen Pilgerfest Kumbh Mela strömen Hunderttausende Inder zum heiligen Flus Ganges, oft ohne Masken, wie Aufnahmen vor Ort zeigen. Zudem könnten Virusmutationen zum Anstieg beitragen. Noch Anfang des Jahres gab es teilweise weniger als 10.000 erfasste Fälle an einem Tag, beim bisherigen Höchststand im vergangenen Sommer waren es teils knapp 100.000 pro Tag.

Indiens Impfkampagne liegt derzeit noch klar hinter dem von der Regierung angestrebten Ziel, bis Sommer 300 Millionen der mehr als 1,3 Milliarden Menschen im Land impfen zu lassen. Seit dem Impfstart im Januar wurden 79 Millionen Dosen verabreicht. Indien gilt auch als Apotheke der Welt. Das Land produziert viel Impfstoff für den Export. Aber angesichts der rasch steigenden Fallzahlen im Land wurde dieser nun eingeschränkt. Davon betroffen ist auch die UN-Initiative Covax, die ärmere Länder mit Impfdosen versorgen soll.

10.04 Uhr: Nach Corona-Notbremse: München lockert wieder

Die seit Ostersonntag in München geltenden schärferen Corona-Regeln werden ab Mittwoch wieder gelockert. Nachdem in der Landeshauptstadt an Karfreitag die kritische Inzidenzmarke von 100 am dritten Tag in Folge überschritten war, trat am Ostersonntag die sogenannte Corona-Notbremse in Kraft. Weil aber von Karsamstag bis Ostermontag der Inzidenzwert drei Tage lang wieder unter 100 lag, werden die verschärften Maßnahmen nach Angaben der Stadt ab Mittwoch wieder zurückgenommen. Die nächtliche Ausgangssperre entfällt dann, und Geschäfte, Museen und der Tierpark dürfen wieder öffnen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag in München laut Robert Koch-Institut (RKI) am Ostermontag bei 96,1. Am Ostersonntag betrug der Wert 94,5. Das RKI verweist darauf, dass Infektionszahlen an Feiertagen unter Umständen zeitverzögert von den Gesundheitsämtern gemeldet werden und sich zudem möglicherweise weniger Menschen testen lassen.

Bayernweit steigen die Neuinfektionen seit einiger Zeit wieder deutlich an. Ein Großteil der Landkreise und kreisfreien Städte im Freistaat hat den Inzidenzwert von 100 überschritten. Spitzenreiter war am Montag die Stadt Hof mit 469,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche.

10.00 Uhr: Corona-Tests für alle in Großbritannien

In England soll es für Alle zwei Mal in der Woche einen Corona-Test geben. So solle die Übertragungskette durchbrochen werden, sagt der britische Premierminister Boris Johnson. Infektionsfälle ohne Krankheitssymptome würden so erkannt. Es wird zudem eine Ankündigung Johnsons erwartet, dass in England alle Einzelhändler, Gaststätten im Freien und Friseure ab 12. April öffnen dürfen sowie internationale Reisen wieder möglich werden. Nach dem gegenwärtigen Plan ist dies für Mitte Mai vorgesehen. Die Regierung in London ist für die Maßnahmen in England verantwortlich, in Wales, Schottland und Nordirland sind es die dortigen Regionalregierungen.

09.36 Uhr: Handelsverband für Ausgangssperre ab 22 Uhr

Der Handelsverband HDE plädiert für Ausgangssperren erst nach 22.00 Uhr. Griffen sie zu früh, gäbe es in den Stunden davor ein erhöhtes Kundenaufkommen, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der "Wirtschaftswoche". "Das gilt es im Sinne einer wirkungsvollen Bekämpfung der Pandemie zu verhindern." Bei Sperren ab 22.00 Uhr wären die Auswirkungen für den Einzelhandel sicherlich überschaubar. "Wenn die Regelung früher ansetzen würde, gäbe es wohl Auswirkungen auf die Lebensmittelhändler, die ihre Geschäfte oft auch in den Abendstunden für die Berufstätigen noch geöffnet halten." In jedem Fall müsse es Sonderregelungen für die Angestellten im Lebensmittelhandel für den Weg zur Arbeit und nach Hause geben.

09.25 Uhr: Slowenien stoppt Impfung mit Astrazeneca

Auch in Slowenien sollen unter 60-Jährige nicht mehr mit Astrazeneca geimpft werden. Wie die zuständige Beratungskommission mitgeteilt hat, will man erst abwarten, was es mit den weltweit aufgetretenen Hirnthrombosen auf sich hat. Slowenien meldet aktuell eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 350, ähnlich wie Tschechien.

Dort hat die Regierung jetzt allerdings entschieden, den Corona-Notstand am kommenden Sonntag zu beenden. Dann werden unter anderem die Reisebeschränkungen innerhalb des Landes und die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben. Deutlich entspannt hat sich die Lage in Portugal. Dort ist es gelungen, die Inzidenz von weit über 800 im Januar auf jetzt 30 zu verringern. Ab heute dürfen Straßencafés, kleinere Geschäfte und Museen wieder öffnen, und an weiterführenden Schulen geht der Unterricht wieder los.

09.13 Uhr: Städte- und Gemeindetag begrüßt Privilegien für Geimpfte

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützt den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Geimpften mehr Freiheiten einzuräumen. "Wenn sichergestellt ist, dass bereits geimpfte Personen nicht mehr ansteckend sind, sollten sie auch von den notwendigen Maßnahmen ausgenommen werden und beispielsweise keinen verpflichtenden Test mehr vor Einkauf oder Restaurantbesuch machen müssen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Dies würde zudem den Anreiz, sich impfen zu lassen, noch einmal deutlich erhöhen." Spahn hatte der "Bild am Sonntag" gesagt: "Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde." Wer zwei Impfungen erhalten hat, könnte dann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur. Zudem müssten nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne.

08.34 Uhr: Mehrheit für mehr Kompetenz beim Bund

Eine Mehrheit der Deutschen wünscht sich in Krisenzeiten mehr Entscheidungsspielraum für die Bundesregierung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 53 Prozent der Befragten dafür aus, dem Bund mehr Möglichkeiten zu geben, Maßnahmen zur Krisenbewältigung auch ohne Zustimmung der Länder zu beschließen. 36 Prozent meinten dagegen, Bund und Länder sollten die wesentlichen Entscheidungen weiterhin gemeinsam treffen. Elf Prozent machten keine Angaben.

Die wesentlichen Entscheidungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden derzeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder gefällt. Die Umsetzung liegt in vielen Fällen aber bei den Ländern und wird unterschiedlich gehandhabt. Merkel hatte zuletzt mehrere Bundesländer wegen ihres Krisenmanagements kritisiert. Sie drängt auf härtere Maßnahmen und behält sich vor, diese notfalls über das Infektionsschutzgesetz durchzusetzen. Aber auch solche Änderungen müssten über den Bundesrat von den Ländern mitgetragen werden.

Besonders groß ist der Wunsch nach mehr Kompetenzen des Bundes bei den Wählern der Grünen mit 66 Prozent. Dahinter folgen die Anhänger von CDU/CSU (64 Prozent), SPD (62 Prozent), Linke (56 Prozent), FDP (55 Prozent) und AfD (39 Prozent).

08.22 Uhr: Kaffeekonsum gestiegen

Die Menschen in Deutschland haben im Corona-Jahr 2020 mehr Kaffee getrunken als im Jahr zuvor. Wegen der Einschränkungen durch die Pandemie und des vermehrten Homeoffice-Einsatzes hätten die Menschen den Konsum in die eigenen vier Wände verlagert, teilte der Deutsche Kaffeeverband in Hamburg mit.

Insgesamt legte der Kaffeemarkt den Angaben zufolge 2020 um 1,5 Prozent zu. Das entspreche pro Kopf einer Steigerung von 20 Tassen Kaffee auf insgesamt 168 Liter. "Lockdown heißt nicht, dass der Konsument keinen Kaffee mehr trinkt, wenn Coffee-Shop und Kantine geschlossen sind. Vielmehr haben sich die Konsumorte in dieser Zeit verändert", sagte Hauptgeschäftsführer Holger Preibisch.

So verbrauchten die Menschen den Angaben zufolge zu Hause 37.900 Tonnen Röstkaffee mehr als 2019. Das entspreche einer Steigerung von elf Prozent. Auf der anderen Seite ging der Konsum außerhalb der eigenen vier Wände etwa in der Gastronomie oder am Arbeitsplatz um 30.300 Tonnen zurück. Das sei ein Minus von 23 Prozent.

Parallel zum größeren Kaffeedurst haben die Menschen auch ihre Kaffeemaschinen aufgerüstet. Inzwischen besitze fast jeder dritte Haushalt einen Vollautomaten. Entsprechend sei auch der Absatz von ganzen Kaffeebohnen um 26 Prozent gestiegen und erreiche nun einen Marktanteil von 37 Prozent. Nach wie vor am beliebtesten mit einem Marktanteil von 50 Prozent sei jedoch der klassische Filterkaffee. Dessen Absatz sei um 0,2 Prozent gestiegen.

08.01 Uhr: Portugal lockert Beschränkungen

Portugal lockert ab heute seine Corona-Regeln. Das Land hatte vor zwei Monaten die höchsten Corona-Fallzahlen weltweit, mittlerweile sind es die niedrigsten in Europa.

Straßencafés, kleinere Geschäfte und Museen dürfen wieder öffnen. An weiterführenden Schulen geht der Unterricht wieder los. Allerdings sind die Portugiesen weiter aufgerufen, ihre Wohnungen nur aus dringenden Gründen zu verlassen. Es gilt eine Homeoffice-Pflicht. Außerdem wurden die Einreisebeschränkungen für Touristen bis 15. April verlängert.

07.43 Uhr: Höchststand an Infizierten in Venezuela

Venezuela hat mit 1.786 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt seien binnen einer Woche mehr als 9.400 Neuinfektionen verzeichnet worden, sagte Präsident Nicolás Maduro im staatlichen Fernsehen. Mehr als 1.600 Menschen starben seit Pandemiebeginn in dem rund 30 Millionen Einwohner zählenden südamerikanischen Land an oder mit dem Coronavirus. Die Zahlen werden jedoch von der Opposition und Nichtregierungsorganisationen in Frage gestellt. Krankenhäuser und Kliniken sind laut Augenzeugenberichten überfüllt. In Venezuela breitet sich derzeit die hochansteckende brasilianische Mutante rasant aus.

Venezuela startete im März eine Impfkampagne mit dem russischen Sputnik-V-Impfstoff und dem chinesischen Sinopharm-Vakzin. Bislang hat das Land von den vereinbarten zehn Millionen Sputnik-V-Impfdosen 250.000 erhalten.

07.22 Uhr: Erntehelfer dürfen länger bleiben

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zeigt sich zuversichtlich, in diesem Jahr genügend ausländische Saisonarbeitskräfte zu finden: "Es wird noch einer Anstrengung bedürfen, aber ich gehe davon aus, dass genügend Erntehelfer kommen werden." Die Ministerin verwies auf die Kabinettsentscheidung, die kurzfristige Beschäftigungsmöglichkeit auszuweiten. So könnten Erntehelfer 102 statt 70 Tage eingesetzt werden. "Sie können also länger in den Betrieben bleiben, das reduziert die Fluktuation und leistet so einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung."

Kämen die Saisonarbeitskräfte aus einem Hochinzidenzgebiet, müssten sie bereits bei der Einreise einen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sei, sagte Klöckner. Auch vor Ort werde zusätzlich getestet. Außerdem gebe es vorsorglich eine Arbeitsquarantäne und feste Teams.

06.43 Uhr: Sorge wegen weiteren Schulbetrieb

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek blickt vor dem Hintergrund steigender Corona-Zahlen mit großer Sorge auf den weiteren Schulbetrieb in Deutschland nach den Osterfeiertagen und -ferien. "Es wird überall eine Gratwanderung sein und sehr vom regionalen Infektionsverlauf gerade auch unter den Kindern und Jugendlichen abhängen", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Es werden in den Schulen noch einmal ganz schwierige Wochen, in denen ein Präsenzunterricht leider immer wieder am seidenen Faden hängen wird." Karliczek fügte hinzu, es werde auch sehr von der Disziplin der gesamten Gesellschaft abhängen, wie es an den Schulen weitergehe.

Sie sprach sich für Wechselunterricht "mit einem guten Test- und Hygienekonzept" bei Inzidenzen bis 100 aus. Nach Ostern müssten Schüler zwei Mal pro Woche getestet werden. In einigen Bundesländern sind bereits entsprechende Testpflichten geplant. "Wo die Zahlen über 100 steigen, muss dies als lautes Warnsignal gesehen werden. Präsenzunterricht wird nur dann möglich sein, wenn die bekannten Maßnahmen zur Infektionsprävention ganz strikt eingehalten werden", sagte Karliczek.

06.26 Uhr: Mehr als 100.000 Neuinfizierte binnen 24 Stunden

In Indien steigt die Zahl der Neuinfektionen erstmals über 100.000 an einem Tag. Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden binnen 24 Stunden 103.558 Ansteckungsfälle nachgewiesen. Seit Ausbruch der Pandemie sind es damit mehr als 12,59 Millionen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um 478 auf 165.101.

06.07 Uhr: Rund 8.500 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland haben sich binnen 24 Stunden 8.497 Menschen neu mit dem Corona-Virus infiziert. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zum Vortag leicht von 127 auf 128.Die Sieben-Tage-Inzidenz, welche die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, stieg zuletzt stetig an, nachdem sie im Februar zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen war. In den vergangenen Tagen blieb sie etwa gleich. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach Angaben des RKI auf 2.893.883. Insgesamt 77.013 Infizierte starben.

In Bayern liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 132,7. Hier wurden in den letzten 24 Stunden 1.553 Neuinfizierte und elf Todesfälle gemeldet. Den höchsten Wert bundesweit weist nach wie vor die Stadt Hof auf. Er liegt bei 469,2, gefolgt vom Landkreis Kronach mit 329,6 und dem Landkreis Hof mit 319,6.

05.12 Uhr: Indien beantragt Medikamenten-Zulassung

Der indische Arzneimittelhersteller Cadila Healthcare beantragt eigenen Angaben zufolge die Genehmigung für ein bereits zugelassenes Hepatitis C Medikament zur Behandlung von Covid-19. Zwischenergebnisse einer Spätstudie seien vielversprechend, teilt das Unternehmen mit.

04.37 Uhr: Städte- und Gemeindebund skeptisch

Der Städte- und Gemeindebund hat mit Skepsis auf den Vorstoß von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) reagiert, einheitliche Corona-Regeln per Bundesgesetz durchzusetzen. Zwar wäre mehr Einheitlichkeit zwischen den Bundesländern "wünschenswert, weil die Menschen die unterschiedlichen Regelungen sonst kaum nachvollziehen können", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies per Bundesgesetz zu regeln, komme für die jetzt laufende dritte Welle aber nicht mehr in Betracht.

Ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren würde die Zustimmung des Bundesrates voraussetzen, "was erfahrungsgemäß mehrere Wochen lang dauert", sagte Landsberg. Bund und Länder könnten sich auch kurzfristig auf strengere gemeinsame Regeln verständigen. "Das würde allerdings voraussetzen, dass sich dann auch alle wirklich an die getroffenen Vereinbarungen halten."

Landsberg rief die Bundesländer dazu auf, die Corona-Notbremse wie mit dem Bund vereinbart einzuhalten. Das Infektionsgeschehen sei "dramatisch". "Die Notbremse muss jetzt konsequent umgesetzt werden."

03.23 Uhr: Klöckner wirbt für Urlaub auf dem Bauernhof

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wirbt für Urlaub auf dem Bauernhof. "Gerade in der Pandemie, wenn es die Umstände vor Ort zulassen, ist Urlaub auf dem Bauernhof eine gute Möglichkeit", sagt die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Familien, die sich dort in Ferienwohnungen selbst versorgen, können sicherer sein als an Buffets großer Hotelanlagen auf so mancher Urlauberinsel."

01.12 Uhr: Bei Abiturprüfungen flexibel reagieren

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. "Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen", sagt GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag) laut Vorabbericht. Leistungen aus dem Unterricht könnten dann die Grundlage der Notengebung bilden. Laut dem Bericht des RND geht der hessische Kultusminister Alexander Lorz davon aus, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr überall stattfänden. Eine Absage wäre zum Nachteil der Schüler. "Sie würden den Jugendlichen fürs Leben einen Malus mitgeben. Das wären für immer diejenigen, die das Corona-Notabitur gemacht hätten. Nach dem Motto: Die haben ja keine richtige Prüfung geschrieben."

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