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Dritte Corona-Welle: Laschet schlägt "Brücken-Lockdown" vor | BR24

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Bildrechte: pa / dpa / David Young

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt angesichts der stärker werdenden dritten Corona-Welle auf einen harten Lockdown im April. Die nächsten Bund-Länder-Beratungen müssten vorgezogen werden.

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Dritte Corona-Welle: Laschet schlägt "Brücken-Lockdown" vor

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt angesichts der stärker werdenden dritten Corona-Welle auf einen harten Lockdown im April. Die nächsten Bund-Länder-Beratungen müssten vorgezogen werden.

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  • BR24 Redaktion

Wie lässt sich die dritte Corona-Welle wirkungsvoll bekämpfen? Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hatte angekündigt, darüber über Ostern "nachdenken" zu wollen. Nun hat er seine Vorstellungen verkündet: Der CDU-Chef sprach sich am Ostermontag für einen harten und kurzen Lockdown im April aus.

Mit einem solchen "Brücken-Lockdown" müsse die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien, sagte Laschet beim Besuch eines Impfzentrums in Aachen. Zudem forderte er ein Vorziehen der bislang für den 12. April geplanten Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

"Einig mit Merkel und Spahn"

Die Lage erfordere es, "dass wir nochmal in vielen Bereichen nachlegen und uns Richtung Lockdown bewegen", sagte Laschet. Er sei sich bei seiner Einschätzung mit vielen Ministerpräsidenten, der Kanzlerin und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einig. Es seien nun mehr Tempo und klare Entscheidungen notwendig. Die Runde der Ministerpräsidenten mit Merkel müsse in dieser Woche in Präsenz tagen.

"Wir dürfen nicht wieder eine Ministerpräsidentenkonferenz erleben wie beim letzten Mal. Mit stundenlangen Diskussionen, mit stundenlangen Auszeiten." Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen

Laschet plädiert für weniger private Kontakte

Gebraucht würden weniger private Kontakte, sagte Laschet mit Blick auf seine Forderung nach einem "Brücken-Lockdown". Das könnten auch Ausgangsbeschränkungen in den Abend- und Nachtstunden bedeuten. Diese seien ein effektives Mittel, um Kontakte im privaten Raum zu reduzieren. Zudem müsse man sich auf das Notwendige bei Kitas- und Schulen fokussieren - bei gleichzeitiger Absicherung durch flächendeckende und eng getaktete Tests.

Mehr müsse zudem im Bereich Homeoffice getan werden. "Es sind immer noch viel zu viele Menschen in Bewegung zum Arbeitsplatz", sagte Laschet. In den zwei bis drei Wochen des Lockdowns müsse die Homeoffice-Offensive der Wirtschaft nochmals vorankommen. Dazu werde die Bundesregierung diese Woche nochmals mit den Wirtschaftsverbänden auch über Testungen sprechen. Es müsse zudem bei der Schließung der Gastronomie bleiben, außerdem müsse es im gesamten Freizeitbereich nochmals eine Reduzierung geben.

CDU-Chef verweist auf Lage auf Intensivstationen

Laschet sprach von einer "Ausnahmesituation", in der schnelles Handeln notwendig sei. Der CDU-Chef verwies unter anderem auf die wieder steigende Zahl von Corona-Infizierten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Diese erhöhte sich bis Ostermontag auf mehr als 4.100. "Geschieht nichts, werden die Zahlen weiter erheblich zunehmen", warnte Laschet.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Ostermontag 8.497 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. 50 weitere Menschen sind in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 128,0 von 127,0 am Vortag. Insgesamt wurden bislang mehr als 2,89 Millionen Infektionen in Deutschland bestätigt.

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