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Impfstoff von Johnson & Johnson

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    Johnson&Johnson-Impfstoff: EMA prüft Zusammenhang mit Thrombosen

    Die EU-Arzneimittelbehörde EMA untersucht auch mehrere Fälle von Blut-Gerinnseln nach Impfung mit dem Stoff von Johnson&Johnson. Ein Fall sei tödlich verlaufen. Bei Astrazeneca gibt es einen neuen Verdacht: wegen einer seltenen Gefäßerkrankung.

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    • BR24 Redaktion

    Erst Astrazeneca, jetzt Johnson & Johnson. Vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln sind nach einer Corona-Impfung mit dem Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson aufgetreten, teilte die EMA in Amsterdam mit. Diese sollen nun näher untersucht werden.

    Vier seltene Thrombosen, ein tödlicher Verlauf

    Drei Thrombosefälle seien in den USA gemeldet worden, ein weiterer im Rahmen einer klinischen Studie an einem nicht näher genannten Ort. Eine Person sei gestorben, so die EMA.

    Die Behörde betonte, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

    Johnson & Johnson soll noch im April in der EU geliefert werden

    Das Johnson & Johnson-Vakzin war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist dort aber im Gegensatz zu den USA noch nicht im Einsatz. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Wirkstoff ab dem 19. April geliefert wird. Insgesamt sollen im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen geliefert werden. Anders als bei den anderen Impfstoffen ist hier nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig.

    Neuer Verdacht bei Astrazeneca: Verursacht Impfstoff auch seltene Gefäßerkrankung?

    Auch Astrazeneca steht schon wieder im Fokus der EMA: Nachdem die Behörde am Mittwoch einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers und dem Auftreten seltener Hirnthrombosen bestätigt hatte - und den Impfstoff trotzdem weiter empfiehlt - geht es nun um das Kapillarlecksyndrom.

    In fünf Fällen sei nach einer Astrazeneca-Impfung die Gefäßerkrankung aufgetreten, die auch als Clarkson-Syndrom bekannt ist. Bei dem nur sehr selten auftretenden Leiden ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße zu hoch, so dass Plasma austritt und es zu Ödemen und einem Abfall des Blutdrucks kommt.

    Die EMA muss auch hier einen Zusammenhang zwischen Impfung und Erkrankung erst noch prüfen.

    Trotz Thrombose-Risiken: Astrazeneca weiter empfohlen

    Bei den Thrombosen hatte die Arzneimittelagentur nach mehrfacher Prüfung festgestellt, dass die Häufigkeit gemeldeter Zwischenfälle mit Blutgerinnseln im Gehirn mit ungefähr 1 je 100.000 auftreten.

    Die EMA gab deshalb weiter uneingeschränkt grünes Licht für eine Verwendung. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Thrombose-Risiken. In Deutschland wurde der Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs grundsätzlich auf Menschen ab 60 Jahren eingeschränkt.

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