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Bayern-Karte. Wie viele Corona-Infektionen wurden bislang pro Landkreis gemeldet?

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    7-Tage-Inzidenz und mehr: Corona-Zahlen in Bayerns Landkreisen

    Welche Kreise haben die höchsten Inzidenzwerte? Wie viele Corona-Patienten liegen auf den Intensivstationen? Welche Altersgruppe ist besonders betroffen? Die wichtigsten tagesaktuellen Zahlen zur Corona-Pandemie in Bayern.

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    Von
    • Steffen Kühne
    • Heike Westram
    • Gudrun Riedl
    • Claudia Kohler
    • Oliver Schnuck

    Der bedeutendste Indikator des Infektionsgeschehens ist derzeit die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Summe der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Bund und Länder hatten sich bereits im Mai 2020 darauf geeinigt, die Bewertung lokaler Ausbrüche und die jeweils notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung danach zu bemessen.

    7-Tage-Inzidenz als wichtigster Gradmesser

    Die wichtigsten Grenzwerte für die 7-Tage-Inzidenz in Bayern werden wie folgt gezogen: Die Landkreise, die den Wert von 35 erreichen, werden in der Karte in einem hellen Orange dargestellt. Diejenigen, die 50 Neuinfektionen oder mehr pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen hatten, sind mit einem dunklen Orange markiert. Hellrot erscheinen die Landkreise, in denen diese Zahl 100 erreicht und übersteigt. Dunkelrot schließlich sind diejenigen ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200:

    Anmerkung: Die von den Landkreisen selbst vermeldeten Fallzahlen können in einzelnen Fällen stark von den Angaben des RKI abweichen - wie etwa Ende Oktober für den Landkreis Fürstenfeldbruck. Ein Grund dafür ist die sogenannte "Meldeverzögerung".

    Zahlen für die bayerischen Städte und Landkreise

    Die aktuellen Zahlen stellt das Robert Koch-Institut (RKI) täglich für alle bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte zur Verfügung – mehr zur Entstehung und Aussagekraft der Daten unten im Artikel.

    In der folgenden Tabelle erhalten Sie einen weiteren Überblick über die Zahlen aus Ihrer Region. Geben Sie ins Suchfeld den entsprechenden Namen ein:

    Anmerkung: Hohe regionale Werte erklären sich zum Teil auch durch lokale Ausbruchsgeschehen, oder vermehrte Fälle in einer einzelnen Einrichtung.

    Neue Corona-Fälle zeigen, wohin die Entwicklung geht

    Die Zu- oder Abnahme der Neuinfektionen ist derzeit einer der besten Indikatoren, um die Entwicklung des Infektionsgeschehens zu überblicken. Die folgende Grafik zeigt die neu gemeldeten Corona-Fälle pro Tag in Bayern. Um den Meldeverzug an den Wochenenden besser auszugleichen, werden sie nicht nach Melde- sondern nach Referenzdatum gezeigt. Auch diese Daten stammen vom Robert Koch-Institut (RKI).

    Neue Infektionswellen beginnen in den mittleren Altersgruppen

    Die Verteilung der neuen Fälle auf die verschiedenen Altersgruppen spielt bei der Einschätzung des Infektionsgeschehens und der Verhängung entsprechender Maßnahmen eine wichtige Rolle. Auch diese Zahlen werden täglich vom Robert Koch-Institut (RKI) bereitgestellt.

    Gerade zu Beginn eines Neuausbruchs tragen häufig jüngere Menschen das Virus weiter, bei denen eine SARS-CoV-2-Infektion eher milde und oftmals unentdeckt verläuft. Dadurch kann sich das Virus relativ schnell ausbreiten.

    Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenzen aufgeschlüsselt nach Altersgruppen. Ein Feld stellt einen Zeitschritt von sieben Tagen dar - ganz rechts steht immer der Inzidenzwert des aktuellen Tages. Wählen Sie ein Kästchen aus, um den genauen Wert und Tag zu erfahren:

    Im Herbst 2020 folgten steigenden Infektionszahlen in den mittleren Altersgruppen zeitverzögert die schweren Erkrankungen unter älteren Menschen und die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Personen.

    Vermehrte Fälle in diesen Altersgruppen können also ein Anzeichen für eine neue Infektionswelle sein. Umgekehrt zeigen sich in der Altersverteilung aber auch die Effekte der Impf-Bemühungen: Trotz steigender Fallzahlen im März 2021 sind die Inzidenzwerte in der obersten Altersgruppe stabil.

    Corona-Patienten auf den Intensivstationen

    Wie bereits angesprochen, kann auch die Zahl der Corona-Patienten, die wegen der Schwere ihrer Erkrankung auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, ein wichtiger Indikator zur Einschätzung der Pandemie sein. Diese Daten werden vom DIVI-Intensivregister täglich bereitgestellt.

    Die folgende Grafik zeigt die Gesamtzahl der Corona-Intensivpatienten, die pro Tag deutschlandweit gemeldet wird:

    Über die Daten

    Die Daten, die hier verwendet werden, werden täglich vom Robert Koch-Institut (RKI) und vom DIVI-Intensivregister bereitgestellt. In einer früheren Version dieses Artikels wurden in der Karte und der Landkreistabelle Daten des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) dargestellt. Aufgrund der aktuellen Corona-Regelungen werden diese Zahlen nicht mehr verwendet - Grundlage sind nun die Daten des RKI.

    Als Neuinfektionen werden die Fälle bezeichnet, die im Vergleich zum Vortag bei den Behörden neu gemeldet wurden. Die Gesamtfälle präsentieren die Summe aller jemals gemeldeten Infektionen, dazu zählen auch Personen, die längst wieder gesund und virenfrei sind. Die Fallzahlen können nur steigen. Von ihnen wird nichts mehr abgezogen, selbst wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei sein wird. Sie liefern keinerlei Anhaltspunkt, wie viele Menschen akut infiziert sind. Meldepflichtig sind nur Infektionen, nicht Genesungen.

    Die Daten sind nur bedingt tagesaktuell: Zwischen einer Infektion mit Covid-19 und der Feststellung können etliche Tage vergehen, die Meldung durchläuft mehrere Stationen. Nicht jede Infektion wird festgestellt und gemeldet. Da es viele Fälle ohne Symptome oder mit mildem Verlauf gibt, dürfte die Dunkelziffer der Infizierten deutlich höher sein. Dies ist vor allem bei der Betrachtung der Fälle nach Alterskohorten zu bedenken. In einigen Gruppen wird mehr getestet, als in anderen – die Dunkelziffer unter Schulkindern etwa war bisher deutlich höher als unter älteren Menschen.

    Dem LGL werden die Zahlen von den bayerischen Gesundheitsämtern gemeldet. Durch die sogenannte "Meldeverzögerung" und Verzögerungen bei den Tests kommt es in diesem Prozess laufend zu Nachmeldungen. Dadurch können die veröffentlichten Daten der Ämter voneinander abweichen. Das RKI wiederum bezieht die Daten von den Landesgesundheitsämtern wie dem LGL. Durch die weitere Meldeverzögerung weichen auch hier vor allem die tagesaktuellen Zahlen oft voneinander ab.

    Das DIVI-Intensivregister ist eine wichtige Datenquelle für verschiedene Indikatoren zur Auslastung des Krankenhaussystems durch die Corona-Pandemie. Die Zahl der Corona-Intensivpatienten wird allerdings erst seit dem 21. März 2020 erfasst. Seit dem 16. April 2020 ist die Datenübermittlung für die Krankenhäuser jedoch verpflichtend. Da die Zahl der meldenden Krankenhäuser mit der Zeit zugenommen hat, sind die Angaben im Nachhinein nicht ohne weiteres vergleichbar.

    "Weitere Informationen und Hintergründe zu den Corona-Daten und dem Verlauf der Pandemie in Bayern und Deutschland erhalten Sie täglich in unserem BR24-Newsletter. Hier geht’s zur Anmeldung!