Video-Aktion: "Das Museum lebt!" Klassikstars bespielen leere Pinakothek

Bratsche vor Baselitz, Trompetenheulen aus der Installation von Anish Kapoor. Da die Pinakothek der Moderne gerade nicht besucht werden darf, wurde sie kurzerhand als Konzertsaal umgenutzt. Die Sessions gibt's jetzt als Video.

Stand: 17.12.2020 | Archiv

Da steht er, allein mit seiner Bratsche und spielt vor der dräuenden Kulisse meterhoher, verkehrtherum aufgehängter Körper. Nils Mönkemeyer hat sich für sein Konzert in der Pinakothek der Moderne ganz bewusst für die expressiven Bilder des Baselitz-Raums entschieden. "Die Menschen hängen sozusagen über Kopf und die Welt steht Kopf. Aber gleichzeitig sehen wir sie auch anders rum. Wir entdecken in einer anderen Perspektive etwas Neues." Musik und Malerei in Dialog treten lassen, das ist das Konzept der Aktion "Das Museum lebt".

Zehn Musiker treten in zehn unterschiedlichen Räumen auf. Stargeigerin Anne-Sophie Mutter gibt mit ihrem Streichquartett Mozart vor Designklassikern. Jazz-Trompeter Bastian Rieser dagegen erkundet den weiten Klangraum der Rotunde und Anish Kapoors gewaltige Kugel-Installation Howl. Oliver Kase, Hausreferent der Pinakothek hofft, damit "den Besuchern die Atmosphäre dieses stillen träumenden Museum zu vergegenwärtigen."

Ab dem 18.12 erscheinen alle fünf Tage die Videos der kleinen Musiksessions. Nachzusehen auch auf dem Facebook-Kanal der Pinakothek der Moderne. Den Anfang macht Nils Mönkemeyer mit der Cello Suite Nr.2: Sarabande von Johan Sebastian Bach.