Streamingtipps Must-See-Serien in den Mediatheken

Kult aus Bayern, mal mit Nostalgiefaktor, mal als irrwitziges Abbild der Gegenwart: In den öffentlich-rechtlichen Mediatheken sind einige Serien-Schätze zu finden. Wer lieber internationale Produktionen bevorzugt: Auch hier ist der Suchtfaktor hoch.

Von: Bettina Dunkel

Stand: 27.01.2021

Maximilian Brückner in der zweiten Staffel von Hindafing | Bild: NEUESUPER / Arvid Uhlig

HINDAFING

"Hindafing", die Serie um den korrupten Provinzpolitiker Alfons Zischl, der sich zwar nach oben intrigiert, aber trotzdem in einer permanenten Abwärtsspirale gefangen ist, hat sich seit der Erstausstrahlung im Mai 2017 zum modernen Klassiker entwickelt. Großen Anteil daran hat Hauptdarsteller Maximilian Brückner, der den drogenabhängigen Saftsack Zischl mit jener fiesen Präsenz ausstattet, die so abstoßend ist, dass sie schon wieder anziehend ist.

MONACO FRANZE

Ja, ja, a bissl was geht immer und der "Monaco Franze" eh. Kult isser, der ewige Stenz, und sattsehen kann man sich tatsächlich nie an ihm. Bald 40 Jahre ist es jetzt schon her, dass Helmut Dietl den Kriminalkommissar und Lebemann Franz Münchinger losgeschickt hat auf die Straßen von München. Als passionierter Freund und Helfer hat er sich vor allem ums weibliche Geschlecht gekümmert, denn der Franz und die Frauen, des war schon immer so a Sach. Seit Kurzem treibt er wieder im BR sein Unwesen. Im realen Leben würde der Monaco Franze heutzutage wahrscheinlich eine Watschn nach der anderen kassieren. Aber wenn er so schaut, wie er schaut – tja, dann schauen wir ihm einfach gern dabei zu.

YEARS AND YEARS

Es muss ja nicht immer Bayern sein, auch anderswo entstehen gute Serien, sehr gute sogar, beeindruckende zuweilen. Eine davon ist die BBC/HBO-Co-Produktion "Years and Years", zu sehen seit Mitte Januar auf ZDFneo. Die sechsteilige Polit-Science-Fiction-Serie um eine wild zusammengewürfelte britische Familie spannt sich über einen Zeitraum von 15 Jahren und berührt nur allzu bekannte Themenkomplexe: Zukunftsangst, Klimakrise, Terror, Fake News und Wirtschaftswahnsinn. Donald Trump hat in der Serie übrigens eine zweite Amtszeit erhalten, Angela Merkel ist tot und Emma Thompson spielt eine machthungrige Populistin, die den aus der EU ausgetretenen Briten ein neues goldenes Zeitalter verspricht. Wer jetzt schon Bauchschmerzen bekommt, sollte sich vor dem Bingewatch-Abend dringend etwas Baldrian besorgen.

DETECTORISTS

Ok, nach all den politischen Verwerfungen ist’s mal wieder Zeit für eine Sitcom. Eine, von der in letzter Zeit öfter die Rede ist, trägt den unprätentiösen Titel "Detectorists". arte hat drei Staffeln der britischen Produktion im Mediatheks-Programm – und wer mal wieder mit einer richtig schön herzerwärmenden Serie auf dem Sofa versinken möchte, der sollte hier reinschalten. In 18 halbstündigen Episoden und einem Weihnachts-Special erzählt "Detectorists" von Männern, die auf Böden starren, auf Wiesen und Äcker, getrieben von der Hoffnung, dass ihr Metalldetektor einmal piepst und sie mit einem Schatz belohnt. Der lässt natürlich auf sich warten, dafür gibt es neben rostigen Matchbox-Autos jede Menge bittersüß-britischen Humor. Geschrieben hat die Serie übrigens Mackenzie Crook, den meisten wahrscheinlich bestens bekannt als der lange Kerl mit dem Holzauge in "Piraten der Karibik". Er spielt – an der Seite von Toby Jones – auch eine der Hauptrollen.