Mit Publikum! Kommende Theaterpremieren in Bayern

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist den Bühnen in Bayern wieder erlaubt. Solange die Inzidenz in den Städten stabil unter 100 liegt. Wir haben eine Auswahl der angekündigten Premieren mit Publikum zusammengestellt.

Stand: 12.05.2021 | Archiv

Johannes Nussbaum und Sibylle Canonica in Hamlet | Bild: Sandra Then

Die Sehnsucht danach, wieder spielen zu können, ist bei allen Theatern und Theaterschaffenden groß. Aber nicht in ganz Bayern ist eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs aufgrund der Corona-Lage möglich. Zudem kann nicht jedes Haus oder jede Gruppe sofort wieder starten. Einige Häuser haben jedoch Premieren mit Publikum angekündigt. Eine Auswahl:

Residenztheater München: "Hamlet"

Ist Hamlet der legendäre Zauderer, der nicht genug Mut zum Handeln hat, oder findet er sich vor den Trümmern eines hoffnungslos veralteten Regierungssystems wieder? Sind die Verschwörungen und Intrigen, die er aufdeckt, das eigentliche Wesen der Politik als Theaterbühne – oder sind sie vielmehr Halluzinationen eines trauernden Sohns und politikverdrossenen Studenten? Regisseur und Bühnenbildner Robert Borgmann präsentiert eine bildgewaltige und hoch musikalische Meditation über die Sterblichkeit des Menschen.
Premiere am 13.5., weitere Vorstellung 16.5. Die Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Weitere Informationen hier.

Volkstheater München: "ÜBERGEWICHT, unwichtig: UNFORM"

Die einen heruntergekommen, eher triebgesteuert und trotzdem philosophiefreudig. Die anderen bessergestellt und ziemlich prüde. Im Wirtshaus treffen bei Werner Schwab zwei Welten aufeinander. In seinem Stück zerfleischt sich eine Gesellschaft , wobei ihr die Sprache um die Ohren fliegt. Ein europäisches Abendmahl. Regie führt Abdullah Kenan Karaca.
Premiere am 20.5., weitere Vorstellungen: 21.5., 31.5.; weiter Informationen hier.

Bayerische Staatsoper: "Lear"

1978 schrieb Aribert Reimann "Lear" nach William Shakespeare als Auftragswerk für die Bayerische Staatsoper. Er komprimierte Shakespears Stück über Machthunger und die Unzulänglichkeiten familiärer Bindungen zu einem temporeichen Spiel der Machtbesessenheit. Christoph Marthaler inszeniert den Opernklassiker des 20. Jahrhunderts, musikalische Leitung hat Jukka-Pekka Saraste. Premiere am 23.5., weitere geplante Vorstellungen am 26.5., 30.5.; weitere Informationen hier.

Gärtnerplatztheater: "Undine – Ein Traumballett"

Undine, Rusalka, Melusine, die kleine Seejungfrau – das Motiv der (unmöglichen) Verbindung zwischen Mensch und Wasserwesen fasziniert seit jeher. Kein Wunder, denn ob Nixe oder Wassernymphe – sie verkörpert eine der stärksten Triebfedern der menschlichen Natur: die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren. Der Choreograph Karl Alfred Schreiner thematisiert in seinem Ballet den Wunsch, anders zu sein und doch dazuzugehören.
Premiere am 19.5.; weitere geplante Vorstellungen 24.5., 27.5.; weitere Informationen hier.

Gärtnerplatztheater: "Schuberts Reise nach Atzenbrugg"

"Wieso ist einer traurig, der ein Gott ist?" Dass hinter einem gefeierten Musikergott wie Franz Schubert auch ein Mensch mit seinen Schwächen, kleinen Freuden und inneren Ängsten verborgen liegt, zeigt diese als Auftragswerk für das Gärtnerplatztheater entstandene Oper von Peter Turrini und Johanna Doderer, die zugleich die ungeheure Einsamkeit um das Jahrhundertgenie deutlich macht. Die Vorpremiere gab es noch im Live-Stream zu sehen. Die Premiere soll jetzt vor Publikum stattfinden: am 16.5.; weitere geplante Vorstellungen am 20.5., 25.5.; weitere Informationen hier.

ETA Hoffmann Theater Bamberg: "Der Riss durch die Welt"

Sue und Tom schwimmen im Geld. Sie bekommen Besuch von der jungen Künstlerin Sophia und ihrem noch jüngeren Mitbringsel Jared. Eine Abendgesellschaft, die in der Katastrophe endet. Soziales Unten der Großstadthipster trifft in Roland Schimmelpfennigs Stück auf die Selbstgefälligkeit des Millionärs. Die Welt bekommt Risse, Surreales bahnt sich seinen Weg. 170 Fragmente einer gescheiterten Unterhaltung.
Premiere am 19.5.; weitere geplante Vorstellungen 21.5, 22.5, 25.5.; weitere Informationen hier.

ETA Hoffmann Theater Bamberg: "Der Stock"

Edward steht kurz vor der Pensionierung als Lehrer, doch es formiert sich Protest, der den salbungsvollen Abgang verhindert: Vor dem Haus skandieren die Schülerinnen und Schüler und werfen mit einem Stein die Fensterscheibe ein. Die Kinder haben herausgefunden, dass Edward früher Jungen mit dem Stock gezüchtigt hat. Der Auftakt zu einem Stück von Mark Ravenhill über dysfunktionale Familien, Generationenkonflikt und Machtmissbrauch.
Premiere am 20.5.; weitere geplante Vorstellungen 26.5., 27.5.; weitere Informationen hier.

Stadttheater Passau: "Herkules am Thermodon"

Herkules soll für König Eurystheus den Gürtel der Amazonkönigin Antiope beschaffen. Gemeinsam mit anderen griechischen Edelleuten bricht er ins Reich der Amazonen auf. Ein Krieg zwischen Männern und Frauen entbrennt, die entscheidende Schlacht aber wird auf dem Feld der Liebe geschlagen. Die schillernde Barockoper von Vivaldi erlebte am Landestheater Niederbayern ihre deutsche Erstaufführung. Jetzt wieder zu sehen.
Aufführungen am 15.5; weitere Informationen hier.

Änderungen jeweils vorbehalten. Bitte beachten Sie die tagesaktuellen Ankündigungen der Theater.