BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Corona-Ticker: Intensivmediziner gegen Lockerungen ab 7. März | BR24

© dpa-Bildfunk/Sebastian Gollnow

Intensivmediziner fordern Verlängerung des Lockdowns

41
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Corona-Ticker: Intensivmediziner gegen Lockerungen ab 7. März

Intensivmediziner haben eine Verlängerung des Lockdowns gefordert – sie fürchten sonst wieder zu viele Corona-Patienten auf Intensivstationen. Der Einzelhandel dagegen fordert die Öffnung der Läden ab dem 8. März. Alle News im Corona-Ticker.

41
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion

Die wichtigsten Corona-News des Tages

    • Intensivmediziner gegen Lockerungen ab 7. März (16.45 Uhr)
    • Handel fordert Öffnungen zum 8. März (12.15 Uhr)
    • Frankreich erschwert Einreise aus Deutschland (09.27 Uhr)
    • Deutsche Wirtschaft erlebt Umsatzeinbruch (08.34 Uhr)
    • RKI meldet 11.869 Neuinfektionen (06.06 Uhr)
    • Coronavirus: Weitere Artikel und Hintergründe finden Sie hier.

16.45 Uhr: Intensivmediziner fordern Lockdown-Verlängerung bis April

Deutschlands Intensiv- und Notfallmediziner haben eine Verlängerung des Lockdowns bis Anfang April gefordert. Drei Wochen mehr Disziplin seien entscheidend, um durch Impfungen eine schwer bis nicht mehr kontrollierbare dritte Welle zu vermeiden, sagte Gernot Marx, Präsident der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Nach einem neuen Prognosemodell der Vereinigung, könnte ein Öffnen am 7. März die Zahlen schwer kranker Corona-Patienten in Kliniken exorbitant in die Höhe treiben.

Der bisherige Höchststand lag im Januar bei etwa 6000 Corona-Patienten auf Intensivstationen. Im Moment seien es rund 2900, was in etwa dem Höhepunkt der ersten Welle im Frühjahr 2020 entspreche und beherrschbar sei, heißt es.

16.40 Uhr: Bayerische Impfkommission konstituiert sich

Die bayerische Impfkommission trifft sich zur Stunde im Münchner Dienstsitz des Gesundheitsministeriums zu ihrer konstituierenden Sitzung. Ihre Aufgabe ist, in begründeten Fällen Einzelfallentscheidungen für eine frühere Corona-Impfung besonders gefährdeter Personen zu treffen. In der kommenden Woche nimmt die Geschäftsstelle ihre Arbeit auf und schaltet eine Internetseite mit Antragsformular frei. Die Geschäftsstelle prüft Anträge auf Vollständigkeit und beigelegte Atteste. In der Woche danach wird die Kommission bereits erste Entscheidungen treffen.

Der Vorsitzende der Impfkommission ist der frühere ärztliche Direktor des Klinikums der Münchner Ludwig-Maximilans-Universität, Karl-Walter Jauch. Nach seinen Worten liegt die Hauptaufgabe der Kommission darin, seltene Erkrankungen und Konstellationen zu berücksichtigen.

16.25 Uhr: Estlands Regierung beschließt neue Corona-Beschränkungen

Estlands Regierung hat angesichts steigender Corona-Zahlen neue Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen. In dem baltischen EU-Land sind künftig Veranstaltungen in Innenräumen untersagt. Damit müssen die bislang noch eingeschränkt geöffneten Freizeit-, Kultur-, und Unterhaltungsstätten dichtmachen. Auch der Schulbetrieb - ausgenommen für die Klassen 1 bis 4 - bleibt auf Fernunterricht umgestellt. Die neuen Corona-Regeln gelten zunächst bis Ende März.

Veranstaltungen im Freien bleiben auf Beschluss des Kabinetts für bis zu zehn Personen weiter erlaubt. Auch gastronomische Betriebe dürfen offen bleiben und wie bisher bis zur Hälfte der verfügbaren Plätze vergeben. Künftig müssen sie aber bereits um 18.00 Uhr schließen. Auch der Außer-Haus-Verkauf ist weiter möglich.

16.20 Uhr: Baden-Württemberg will mit Hilfe von Schnelltests aus dem Lockdown

Baden-Württemberg dringt auf eine schrittweise Lockerung des Corona-Lockdowns mit Hilfe von Schnelltests. In einem Impulspapier für die Bund-Länder-Beratungen am kommenden Mittwoch, schlägt das Land vor, unter anderem Teile des Einzelhandels und der Gastronomie sowie Museen auf diese Weise zu öffnen. Die Veranstalter und Betreiber der Einrichtungen "müssen dafür Sorge tragen, dass nur Besucherinnen und Besucher Zutritt erhalten, die einen negativen Test vorweisen können", heißt es in dem Papier.

16.10 Uhr: EU-Gipfel - Österreich will nationalen Alleingang bei Scheitern von EU-Impfpass

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat, kurz vor Beginn des EU-Gipfels zu gemeinsamen Corona-Maßnahmen, seine Forderung nach einem Corona-Impfpass unterstrichen. "Wenn es keine europäische Lösung gibt, dann müssen wir dieses Projekt national umsetzen" sagte Kurz. Dabei würden Abkommen mit anderen Ländern angestrebt.

Ein digitaler grüner Pass für Geimpfte, Getestete und Genesene wäre der richtige Schritt, ein großes Stück Normalität zurückzugewinnen, so Kurz. "Das Ziel dessen ist, dass wir nicht im Dauerlockdown verharren wollen (...) Wir wollen, dass Menschen wieder Veranstaltungen, Gastronomie, Kultur, Sport und vieles andere mehr genießen und erleben können." Vorbild für die Lösung sei Israel, wo Personen mit Impf-Nachweis zum Beispiel wieder Fitness-Studios nutzen dürften. Er erwarte sich zumindest eine Verpflichtung der EU, eine solche Lösung zu entwickeln, sagte Kurz. Im Frühling müsse das dann umgesetzt werden.

16.05 Uhr: China beliefert Simbabwe und Mosambik mit Corona-Impfstoff

China hat mehreren afrikanischen Ländern Corona-Impfstoff versprochen. Simbabwe erhält laut einem Bericht der regierungsnahen Zeitung "The Herald" 400.000 Dosen gratis, 200.000 mehr als bisher zugesagt. 600.000 Dosen hat das Land demnach vom chinesischen Hersteller Sinopharm gekauft und in der vergangenen Woche mit Impfungen begonnen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnete Simbabwe bisher knapp 36.000 Corona-Infektionen und 1.400 Todesfälle.

Auch das Nachbarland Mosambik erhielt nach Angaben des britischen Senders BBC 200.000 Impfdosen aus China. In Mosambik wurden etwa 56.000 Infektionen und 606 Tote gemeldet. Beide Länder kämpfen mit Wirtschaftsproblemen und werden von China mit Krediten und Investitionen unterstützt. Nach Angaben der staatlichen chinesischen Agentur Xinhua exportiert China seine Impfstoffe in 27 Länder und beliefert 53 arme Länder kostenlos.

15.50 Uhr: Augsburger Landrat droht wegen abgelehnter Lockerungen mit Normenkontrollklage

Nach der Ablehnung seines Antrags auf regionale Corona-Lockerungen hat der Landrat des Landkreises Augsburg, Martin Sailer (CSU), der zuständigen Aufsichtsbehörde mit einer Klage gedroht. Wie das Landratsamt mitteilte, behält sich Sailer eine Normenkontrollklage gegen die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vor, sollte darin bei Lockerungen nicht deutlich zwischen Kommunen mit Inzidenzwerten unter 50 und solchen mit Werten unter 100 unterschieden werden. "Die Bürgerinnen und Bürger müssen darauf vertrauen können, dass auch wirklich Lockerungen erfolgen, wenn durch ihr Mitmachen und Durchhalten bestimmte Zielmarken erreicht werden", sagte Sailer demnach.

Der Landrat hatte bei der Regierung von Schwaben am 18. Februar regionale Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen beantragt, nachdem der Landkreis eigenen Angaben zufolge seit 9. Februar eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 gemeldet hatte. Unter anderem wollte Sailer im Landkreis Augsburg die Maskenpflicht im öffentlichen Raum abschaffen, kleine, inhabergeführte Geschäfte wieder öffnen lassen und Sportarten wie Tennis im Freien erlauben. Die Regierung von Schwaben lehnte den Antrag aber in Abstimmung mit dem bayerischen Gesundheitsministerium ab.

15.47 Uhr: Altmaier hält Lockerungen trotz steigender Zahl von Infizierten für möglich

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält weitere Lockerungen in der Corona-Krise trotz einer zuletzt leicht steigenden Zahl an Neuinfektionen für möglich. Altmaier sagte am Donnerstag dem TV-Sender Welt, er persönlich glaube, dass man mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen, beispielsweise den Schnelltests, sowie mit neuen Reservierungsmöglichkeiten etwa bei Geschäften Öffnungen machen könne, obwohl die Infektionszahlen noch nicht so weit gesunken seien wie geplant.

"Es ist ganz wichtig, dass es eine konkrete Öffnungsperspektive gibt", sagte Altmaier. Gesundheitsschutz und Öffnungen müssten unter einen Hut gebracht werden, man müsse bereit sein, neue Schritte zu gehen. Er nannte die Beratungen von Bund und Ländern am kommenden Mittwoch eine der wichtigsten in der ganzen Pandemie. Es müsse zu bundeseinheitlichen Regeln kommen, innerhalb derer es aber auch zu regional differenzierten Lösungen kommen könne.

15.45 Uhr: EU-Gipfel zu europäischen Corona-Maßnahmen hat begonnen

Der EU-Gipfel zur europaweiten Abstimmung der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat begonnen. Bei der von Ratspräsident Charles Michel einberufenen Videokonferenz wollen die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer über die Ausbreitung der Virus-Mutationen sowie die Herstellung und Verabreichung von Impfstoffen beraten.

Ein heikles Thema könnten Grenzkontrollen sein, wie sie Deutschland wegen der Pandemie zu mehreren Nachbarländern wieder eingeführt hat. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte sich am Abend in Berlin vor der Presse zum Gipfel äußern. Eine Impfbescheinigung dürfte ebenfalls Thema der Konferenz sein. Ein Beschluss über mögliche europaweit geregelte Rechte von bereits Geimpften wurde aber im Vorfeld noch nicht erwartet. Ferner steht die Solidarität mit Drittländern auf der Agenda.

15.30 Uhr: Grund- und Förderschulen und Kitas in Nürnberg öffnen ab kommender Woche wieder

Die Grund- und Förderschulen sowie die Abschlussklassen der Schulen in Nürnberg sollen ab kommender Woche wieder mit dem Wechsel- beziehungsweise Präsenzunterricht beginnen. Das teilte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) auf einer Pressekonferenz mit. Auch die Kitas sollen wieder aufmachen.

König nannte als Begründung, dass der 7-Tage-Inzidenzwert für Nürnberg um die 100 pendele. "Wir können es vertreten, dass wir wieder öffnen", sagte König. Man wolle nun wochenweise das Infektionsgeschehen in der Stadt beurteilen. Nach Angaben von Gesundheitsreferentin Britta Walthelm liegt der 7-Tage Inzidenzwert laut RKI bei 96,6. Es handele sich bei der Entwicklung des Wertes um eine Seitwärtsbewegung, die pendeln würde.

15.25 Uhr: Nächtliche Ausgangssperre in Regen endet vorläufig

Die nächtliche Ausgangssperre im Landkreis Regen, die dort schon seit Dezember ohne Unterbrechung gegolten hatte, ist ab sofort aufgehoben. Das hat der Landkreis im Amtsblatt bekannt gegeben. Grund für die Lockerung: die Inzidenz liegt seit 7 Tagen in Folge unter 100. Landrätin Rita Röhrl hofft, "dass sich die Lage im Landkreis stabilisiert und Tage der Ausgangssperre nicht wiederkommen".

Ganz sicher ist das aber nicht. Denn nach mehreren Fällen in einer Großfamilie und anderen Neuinfektionen ist die Inzidenz diese Woche wieder auf knapp unter 100 angestiegen. Heute lag sie bei 98,2. Sollte sie morgen über 100 steigen, muss die Lockerung wieder auf den Prüfstand, ebenso die Öffnung der Schulen.

15.15 Uhr: Studie zu möglicher dritter Dosis mit Biontech-Impfstoff

In einer neuen Studie werden das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Partner Pfizer die Wirkung einer möglichen dritten Impfung mit ihrem Corona-Impfstoff testen. Dafür sollen 144 Teilnehmer in den USA sechs bis zwölf Monate nach ihren ersten beiden Spritzen eine dritte bekommen, wie die beiden Unternehmen mitteilten.

Untersucht wird unter anderem, wie sich diese Auffrischungsimpfung auf die Immunität gegen derzeit kursierende und potenziell neu aufkommenden Varianten von Sars-CoV-2 auswirkt. Konkret wird den Angaben zufolge auf die Immunantwort des Körpers zum Zeitpunkt der dritten Impfung, nach einer Woche und nach einem Monat geschaut. Mitmachen werden Menschen aus zwei Altersgruppen - und zwar von 18 bis 55 Jahren und von 65 bis 85 Jahren, sie sollen im Rahmen der Studie bis zu zwei Jahre lang weiter beobachtet werden.

15.05 Uhr: Landkreis Wunsiedel hat den höchsten Inzidenzwert in Bayern

In Oberfranken sind seit gestern 207 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen mitteilt, ist damit die Zahl der infizierten Personen seit Ausbruch der Pandemie in Oberfranken auf 36.025 gestiegen.

Den höchsten 7-Tage-Inzidenzwert pro 100.000 Einwohner in Oberfranken verzeichnet der Landkreis Wunsiedel mit 309,7. Es ist der höchste Wert auch in Bayern. Den geringsten Corona-Inzidenzwert in Oberfranken hat der Landkreis Coburg mit 38.

13.31 Uhr: Tschechien bekommt von Frankreich 100.000 Impfdosen

Tschechien erhält von Frankreich 100.000 Dosen des Impfstoffes von Biontech/Pfizer. Diese würden bis Mitte März geliefert, sagte der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis der Nachrichtenagentur CTK. In Tschechien, wo 10,7 Millionen Menschen leben, sind 1,19 Millionen Infektionsfälle nachgewiesen. Rund 19.800 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Das EU-Mitglied ist eines der am stärksten von der Seuche betroffenen Länder weltweit.

13.22 Uhr: Ungarn verlängert Teil-Lockdown bis 15. März

Ungarn verlängert den Teil-Lockdown bis zum 15. März. Es sei zu erwarten, dass die Infektionszahlen in den kommenden beiden Wochen weiter steigen, sagt der Stabschef von Ministerpräsident Viktor Orban, Gergely Gulyas. Die nächsten beiden Wochen würden "außerordentlich schwierig". Die Impfungen würden beschleunigt, kommende Woche werde voraussichtlich der chinesische Sinopharm-Impfstoff geliefert. Im März und April sei mit insgesamt einer Million Dosen zu rechnen. Anders als die EU hat Ungarn bereits Vakzine aus China und Russland zugelassen.

13.14 Uhr: Städtetag will Finanzhilfen für Innenstädte

Der Deutsche Städtetag hat angesichts der angespannten Lage in vielen Innenstädten Finanzhilfen vom Bund im Umfang von 2,5 Milliarden Euro gefordert. Städtetagspräsident Burkhard Jung sagte, viele Städte machten sich wegen zunehmenden Leerstands große Sorgen. Traditionsreiche Unternehmen machten dicht. Immer mehr Menschen bestellten am Computer und ließen sich die Waren nach Hause liefern. Der Bund müsse sofort ein "Förderprogramm Innenstadt" auflegen: "Wir stellen uns dabei 500 Millionen Euro jährlich für 5 Jahre vor, um nachhaltig etwas zu erreichen."

13.03 Uhr: Niedersachsen startet Pilotprojekte mit Impfungen durch Hausärzte

In Niedersachsen sollen schon bald erste Hausärzte mit Corona-Impfungen beginnen. Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums starten am Freitag im Landkreis Osnabrück vier Pilotpraxen mit Hausbesuchen bei Patienten, die über 80 Jahre alt sind. Zusätzlich werden ab Montag in mehreren Praxen in verschiedenen Landkreisen Personen unter 65 Jahren geimpft. Nach dieser Erprobungsphase von höchstens etwa zwei Wochen könnten voraussichtlich ab April deutlich mehr Praxen mit im Boot sein, erklärt Gesundheitsministerin Carola Reimann.

12.51 Uhr: Finnland verschärft Corona-Beschränkungen - Fallzahlen steigen deutlich

Finnland wird seine Corona-Maßnahmen wegen steigender Infektionszahlen drastisch verschärfen. Bars und Restaurants müssten ab dem 8. März für drei Wochen schließen, teilte die Regierung mit. Zudem müssten Schüler der Sekundarstufe von zu Hause aus unterrichtet werden und die Kontakte in den am stärksten betroffenen Gebieten auf sechs Menschen begrenzt werden.

"Wenn wir zu lange warten, wird die Lage so schlimm, dass es zu spät sein wird, um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen", sagte Ministerpräsidentin Sanna Marin vor Journalisten in Helsinki. Die britische Virus-Variante habe "die Situation schnell verschlimmert".

Das nordeuropäische Land war dank eines effizienten Test- und Nachverfolgungssystems bisher glimpflich durch die Pandemie gekommen. Mitte Februar stiegen die Fallzahlen jedoch insbesondere wegen der britischen Virus-Variante stark an: Binnen einer Woche kletterte die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner von 46 auf 62.

12.40 Uhr: Städtetag für vorsichtige Linie bei Lockerungen

Der Deutsche Städtetag hat sich in der Debatte um Lockerungen in der Corona-Krise für einen vorsichtigen Kurs ausgesprochen. Sein Präsident Burkhard Jung sagte nach Beratungen mit anderen Stadtoberhäuptern zwar: "Wir brauchen klare Perspektiven" und es müsse Stufenpläne geben, um den coronamüden Menschen Zuversicht zu geben. Zugleich betonte der Leipziger Oberbürgermeister aber: "Für umfassende Öffnungen sehen wir derzeit allerdings noch keinen Spielraum."

Jung warnte vor Rückschlägen. Der unterbrochene Abwärtstrend der Infektionszahlen müsse sich wieder fortsetzen. Die Zahl der Neuinfektionen müsse auf ein stabil niedriges Niveau heruntergedrückt werden, um einen exponentiellen Anstieg zu verhindern. Die Infektionslage könne sich wegen der Mutationen sehr schnell wieder zuspitzen, warnte der SPD-Politiker. Die Impfung der Bevölkerung verlaufe langsamer als geplant.

Schnelltests könnten laut Jung eine gute Übergangslösung sein, die Tests seien jedoch nur ein vorsichtiges Indiz für eine tatsächliche Betroffenheit. Man dürfe sich nicht in falscher Sicherheit wiegen.

12.15 Uhr: Handel fordert Öffnung der Geschäfte ab dem 8. März

Der Einzelhandel fordert eine rasche Öffnung der wegen der Corona-Krise geschlossenen Geschäfte ab dem 8. März. "Wir brauchen jetzt den Einstieg in den Ausstieg aus dem Lockdown", verlangte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, in Berlin. Bund und Länder müssten auf der Ministerpräsidentenkonferenz am 3. März eine transparente und verbindliche Öffnungsstrategie beschließen.

Die Wiedereröffnung der Innenstädte dürfe nicht vom Erreichen einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen abhängig gemacht werden, verlangte Genth: "Es muss mehr geben als 'Geschlossen' bis 35." Genth plädierte für eine "Wiedereröffnung in Stufen", bei höheren Inzidenzen könnten strengere Vorgaben für Kundenzahl und Hygiene gelten.

Die Lage im Handel sei dramatisch betonte Genth unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage des Verbandes unter mehr als 2.000 Händlern. Mindestens 50.000 Unternehmen seien akut in Insolvenzgefahr und jeder weitere Tag des Lockdown werde diese Zahl erhöhen. Rund 250.000 Jobs seien akut gefährdet.

Eine Ursache dafür liege in den nach wie vor oft zu bürokratischen und zu langsamen staatlichen Hilfen. Im Schnitt hätten die vom Lockdown betroffenen Händler im vergangenen Jahr lediglich 11.000 Euro an Unterstützung erhalten. Inzwischen plant der HDE-Umfrage zufolge mehr als ein Viertel der Bekleidungshändler, gegen die Schließung des eigenen Geschäfts vor Gericht zu ziehen.

© BR

Handel fordert Öffnung der Geschäfte ab dem 8. März

11.54 Uhr: 400 Millionen Dosen "Geisterimpfstoff" angeboten

Regierungen in aller Welt haben nach Erkenntnissen von EU-Ermittlern rund 400 Millionen Dosen Impfstoffe angeboten bekommen, die nicht direkt von den Herstellern kommen. "Wir nennen das Geisterimpfstoffe, also irgendwelche mehr oder weniger obskuren Angebote, die auch schon an viele Staats- und Regierungschefs wohl gegangen sind", hieß es aus Kreisen der EU-Kommission. Die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf und die Strafverfolgungsbehörde Europol hätten Ermittlungen aufgenommen.

Man wisse nicht, ob es sich bei den Dosen im Wert von bis zu drei Milliarden Euro um echten Impfstoff handele, hieß es weiter. Es könne auch "Salzwasser in kleinen Fläschchen" sein. "Bild" berichtete, ein privater Vermittler habe zahlreichen Regierungen per E-Mail allein 100 Millionen Dosen des Impfstoffs des Herstellers Astrazeneca angeboten. Als Vermittler habe ein Mann fungiert, der auch schon Schutzausrüstung offerierte und deutschen Behörden bekannt sei.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte laut "Bild", dass man Angebote "unterschiedlicher Seriosität" erhalten habe. Deutschland, das an den EU-Beschaffungsmechanismus gebunden sei, habe aber keines dieser Angebote angenommen.

11.43 Uhr: Bayern senkt Klausuranforderungen für Schüler der elften Klassen

Wegen der Corona-Krise müssen die Schüler der elften Klassen in Bayern in diesem Schuljahr pro Fach nur zwei Klausuren schreiben. "Wir sichern trotz Corona die hohe Qualität des bayerischen Abiturs und Fachabiturs. Wichtig ist mir aber auch, dass wir eine Ballung von Schulaufgaben und Klausuren in den Präsenzphasen vermeiden", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) in München. Dies sei auch notwendig, weil sich die 11. Klassen an Gymnasien und Fachoberschulen derzeit noch im Distanzunterricht befänden.

Für den Abiturjahrgang 2021, der bereits seit 1. Februar meist im Wechselunterricht zurück an den Schulen ist, hatte Piazolo bereits die Abiturtermine verschoben und die Zahl der Schulaufgaben im zweiten Halbjahr reduziert.

Auch für die 12. und 13. Klasse der Beruflichen Oberschulen seien nun auch die Vorgaben für die sogenannten sonstigen Leistungsnachweise angepasst worden, so Piazolo. Hier seien coronabedingt in Ausnahmefällen auch etwa nur zwei rein mündliche Leistungsnachweise pro Halbjahr ausreichend.

11.07 Uhr: Chef der Impfkommission warnt vor Impfung "nach Gutsherrenart"

Der Chef der Ständigen Impfkommission in Deutschland (STIKO), Thomas Mertens, hat vor einer Vergabe der Corona-Impfungen "nach Gutsherrenart" gewarnt. Wenn seit Mittwoch Grundschullehrkräfte und Kita-Erzieherinnen vorrangig geimpft werden können, weiche das von der Impfreihenfolge ab, die die Impfkommission aufgrund wissenschaftlicher Kriterien empfohlen habe, sagte Mertens dem rbb-Sender Radioeins: "Ich warne davor, eine Priorisierung nach diesen evidenzbasierten Kriterien ganz aufzugeben, weil dies (...) zu einem Chaos und einer Vergabe von Impfungen nach Gutsherrenart führen würde."

Für Menschen mit Vorerkrankungen sei es zum Teil schwer verständlich, wenn sie durch eine geänderte Priorisierung auf eine Impfung, auf die sie warten, nun noch länger warten müssten, sagte Mertens. Lehrkräfte und Erzieherinnen hätten kein höheres Risiko für eine schwere Covid-Erkrankung - außer wenn sie selbst unter einer Vorerkrankung litten. Dann könnten sie aber schon nach den bisherigen Plänen vorrangig geimpft werden. Bei Beibehaltung der bisher gültigen Impfreihenfolge könnten auch die meisten Todesfälle vermieden und insgesamt die meisten Lebensjahre in der Bevölkerung gewonnen werden, sagte Mertens. 

11.02 Uhr: Steinmeier - Schnelle Corona-Impfung ist Gebot der Stunde

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bürger dazu aufgerufen, sich gegen Corona impfen zu lassen. "Schneller zu impfen, das ist das Gebot der Stunde", sagte er laut Redemanuskript zum Auftakt eines Videogesprächs mit Bürgerinnen und Bürgern aus Bayern über Stand und Entwicklung der Corona-Impfkampagne. Er habe deshalb wenig Verständnis für die Zurückhaltung gegenüber dem einen oder dem anderen Impfstoff: "Das ist ein Luxusproblem - erst recht aus der Sicht von Millionen Menschen, die noch auf die erste Dosis warten."

Alle zugelassenen Impfstoffe verdienten Vertrauen, betonte Steinmeier: "Wissenschaftliche Studien zeigen: Alle von der Europäischen Arzneimittel-Agentur genehmigten Impfstoffe sind wirksam und verträglich." Er ermutige daher alle Bürgerinnen und Bürger: "Nehmen Sie Ihr Impfangebot wahr, wenn Sie an der Reihe sind! Schützen Sie sich selbst und andere! Meine Frau und ich werden es ganz sicher tun."

10.47 Uhr: Arbeitsmarkt hält dem Lockdown weiter stand

Der Arbeitsmarkt in Deutschland hält dem zweiten Lockdown weiter stand. Zu dieser Einschätzung kommt das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nach Auswertung seines aktuellen Areitsmarktbarometers. Demnach ist der Index im Februar um 0,7 Punkte gegenüber dem Vormonat auf nun 100,9 gestiegen.

Damit zeige der Frühindikator verhalten günstige Aussichten für die Arbeitsmarktentwicklung im Frühjahr, urteilen die IAB-Experten. Die Entlassungszahlen hielten sich weiterhin in Grenzen. Mit Blick auf mögliche Lockerungen und die voranschreitenden Impfungen seien die Arbeitsagenturen in ihren Einschätzungen zur Arbeitsmarktentwicklung wieder optimistischer geworden.

Besonders die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers legte im Februar zu. Nach einem Plus von 1,2 Punkten gegenüber dem Vormonat liegt sie mit 100,3 Punkten erstmals seit Beginn der Corona-Krise nicht mehr im negativen Bereich. Damit werden keine Beschäftigungsrückgänge erwartet.

10.35 Uhr: Lehrergewerkschaft für Erfassung aller Corona-Fälle an Schulen

Angesichts der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts plädiert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) für eine lückenlose Erfassung aktueller Covid-19-Fälle an Schulen. "Es muss streng kontrolliert werden, was die Öffnungen der Schulen für eine Auswirkung auf das Infektionsgeschehen haben", sagte der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Udo Beckmann, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Damit würde das Vertrauen der Lehrkräfte und Eltern zurückgewonnen, die sich und die Schülerinnen und Schüler momentan nicht ausreichend geschützt sehen, so Beckmann. Er forderte die Kultusminister der Länder auf, die zwischenzeitlich eingestellten "schulstatistischen Informationen zur Covid-19-Pandemie" ab sofort wieder wöchentlich zu veröffentlichen. Es sei wichtig zu wissen, ob schon die ersten Lockerungsschritte an den Schulen zu einer signifikanten Änderung des Infektionsgeschehens führten.

Die Kultusministerkonferenz hatte im November begonnen, die Statistiken im Sieben-Tages-Rhythmus auf ihrer Website zu dokumentieren. Doch mit dem erneuten Lockdown und Schulschließungen wurde dieser Service Mitte Dezember vorerst ausgesetzt.

10.23 Uhr: Brinkhaus warnt vor zu weitreichenden Lockerungen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat mit Blick auf das nächste Bund-Länder-Spitzentreffen am kommenden Mittwoch vor zu weitgehenden Lockerungen der geltenden Corona-Regeln gewarnt. "Wenn in einem Bundesland die Baumärkte aufmachen, die in einem anderen zu sind, dann gibt es natürlich Einkaufstourismus", sagte Brinkhaus im Norddeutschen Rundfunk. Er mahnte die Länder zur Einheitlichkeit bei den Schutzmaßnahmen

Einkaufstourismus "führt zu mehr Kontakten, und Kontakte sind ja das, was wir verringern möchten, um die Pandemie zu bekämpfen", so Brinkhaus. Gelassener sieht er die anhaltenden Verzögerungen bei Impfungen und Schnelltests. Das werde sich schnell zurechtruckeln, sagte der CDU-Politiker dem NDR. "Es kommen ja immer mehr Impfdosen nach. Und es ist ja auch eine große Impfbereitschaft da", hob er hervor.

10.04 Uhr: Spahn verteidigt Verzögerung bei Schnelltests

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik an den Verzögerungen bei den von ihm zunächst für den 1. März angekündigten kostenlosen Schnelltests für alle erneut zurückgewiesen. Es habe noch Fragen aus den Bundesländern gegeben, die nun beim nächsten gemeinsamen Spitzentreffen von Bund und Ländern am Mittwoch kommender Woche geklärt werden sollten. Dabei gehe es vor allem darum, ob "bestimmte Öffnungsschritte, bestimmte Besuche etwa von Veranstaltungen oder von Geschäften" auch an Ergebnisse von Schnelltests geknüpft werden könnten.

"Es wird im März deutlich mehr Tests geben", nur einige Tage später als zunächst geplant, versicherte Spahn. Auch die nun zugelassenen neuen Selbsttests würden bald in die Geschäfte kommen. Das heiße allerdings nicht, "dass gleich übermorgen in allen Regalen in Deutschland diese Tests verfügbar sind". Auf jeden Fall bedeuteten die Schnelltests im Kampf gegen die Pandemie "eine neue Qualität".

09.48 Uhr: Corona bringt Zahl der Verkehrstoten auf historischen Tiefstand

Die Zahl der Verkehrstoten ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren gesunken. Bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen kamen 2.724 Menschen ums Leben - das waren 322 Todesopfer oder 10,6 Prozent weniger als im Jahr 2019, wie das Statistische Bundesamt unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte.

Auch die Verletztenzahl ging im Vorjahresvergleich um 14,7 Prozent auf rund 328.000 zurück. Als Hauptgrund nannten die Statistiker, dass wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr auf deutschen Straßen deutlich weniger Kilometer zurückgelegt worden seien als 2019.

Insgesamt nahm die Polizei den Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 2,3 Millionen Unfälle auf, 15,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Bei zwei Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (minus 16,3 Prozent). Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ging um 11,8 Prozent auf rund 264.900 zurück.

09.27 Uhr: Frankreich verschärft Einreiseregeln für Teile des deutschen Grenzgebiets

Wegen der Häufung hoch ansteckender Coronavirus-Varianten verschärft Frankreich die Einreiseregeln für Teile des Grenzgebiets zu Deutschland: Für alle nicht-beruflichen Fahrten in den französischen Verwaltungsbezirk Moselle ist ab März ein negativer PCR-Test nötig, wie das Gesundheits- und das Europaministerium in Paris mitteilten. Im Département Moselle an der Grenze zum Saarland und zu Rheinland-Pfalz breitet sich die südafrikanische Corona-Variante stark aus.

Frankreich und Deutschland vereinbarten überdies wöchentliche Corona-Tests für Berufspendler im Grenzgebiet, wie die Regierung in Paris weiter mitteilte. Zudem könnten deutsch-französische Polizei-Patrouillen verstärkt werden. Oberstes Ziel der beiden Länder ist es demnach, "dass Grenzpendler ihre berufliche Tätigkeit weiter ausüben können".

09.17 Uhr: Spahn - genug Impfstoff für Pädagogen und Vorerkrankte vorhanden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet wegen der höheren Priorisierung von Grundschul- und Kita-Personal nicht mit einer späteren Corona-Impfung von vorerkrankten Menschen. "Die Mengen an Impfstoff die wir verfügbar haben - übrigens gerade mit Blick auf die 18- bis 64-Jährigen und Astrazeneca - die machen aus meiner Sicht diesen Schritt möglich", sagte Spahn im Deutschlandfunk.

Deutschland habe derzeit "deutlich mehr Impfstoff" als noch vor ein paar Wochen, erklärte Spahn. Das ermögliche, "dass Menschen mit Vorerkrankungen trotzdem auch und sehr zeitnah ihr Impfangebot bekommen".

Nun sei es an den Ländern vor Ort Impfangebote sowohl für Vorerkrankte als auch Erzieherinnen und Erzieher und Lehrkräfte zu machen: "Im Moment scheitert dieses Angebot ja nicht daran, dass kein Impfstoff da wäre, und das ist ja schon mal eine neue Qualität im Vergleich zu vor vier Wochen."

Grundschullehrkräfte sowie Kita-Erzieherinnen können seit Mittwoch gegen Corona geimpft werden. Sie wurden von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge hochgestuft.

09.12 Uhr: Israel peilt ab April umfassende Öffnung an

Gut ein Jahr nach ersten Restriktionen will Israel im April offenbar weitgehende Öffnungen durchführen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte dies laut einer Mitteilung seines Büros an. Details blieben allerdings zunächst offen. So ist etwa unklar, ob dies auch Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln umfassen soll.

Die Ankündigung erfolgte weniger als vier Wochen vor einer Neuwahl - die vierte Abstimmung in zwei Jahren. Der 71-Jährige stellt sich am 23. März zur Wiederwahl. Er hatte bereits angekündigt, dass in Israel bis Ende März jedem ab 16 Jahren ein Impfangebot gemacht werden soll.

In Israel mit seinen etwa 9,3 Millionen Einwohnern läuft derzeit eine massive Impfkampagne. Netanjahus Regierung strebt die Immunisierung von mindestens 6,2 Millionen Bürgern an. Eine Erstimpfung erhielten bislang rund 4,6 Millionen Menschen, eine Zweitimpfung mehr als 3,2 Millionen. Parallel zur Impfkampagne blieben die Neuinfektionszahlen trotz stetem Rückgang zuletzt auf hohem Niveau.

09.03 Uhr: Barley zieht Impfprivilegien in Erwägung

Katarina Barley, die Vizepräsidentin des Europaparlaments, hat vor dem EU-Sondergipfel zur Corona-Pandemie eine Impfpflicht erneut abgelehnt. In SWR Aktuell betonte die SPD-Politikerin, einen Impfzwang dürfe es nicht geben. Lockerungen für Corona-Geimpfte zog Barley hingegen in Erwägung: "Wenn sicher ist, dass man nicht angesteckt wird und, dass man nicht mehr ansteckt, dann wird sich rein rechtlich die Frage stellen, ob man dann noch die Grundrechte in der Weise einschränken darf." Solange aber noch nicht gesichert sei, ob die Impfung auch davor schütze, andere Menschen zu infizieren, sei "diese Diskussion noch etwas verfrüht".

08.34 Uhr: Umsatz der deutschen Wirtschaft bricht im Januar ein

Der anhaltende Lockdown hat den Umsatz der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland im Januar nach acht Anstiegen in Folge einbrechen lassen. Industrie, Bau, Handel und Dienstleister nahmen zusammen 8,6 Prozent weniger ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Seit dem Tiefpunkt im April 2020 war der Umsatz kontinuierlich gestiegen - zuletzt im Dezember um 3,9 Prozent. Inzwischen liegt er wieder um 3,7 Prozent unter dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Die Entwicklung signalisiert ein mögliches Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes im laufenden ersten Quartal. Die Ökonomen der Deutschen Bank gehen davon aus, dass es um 2,0 Prozent zum Vorquartal zurückgehen wird. Ende 2020 hatte es noch zu einem Plus von 0,3 Prozent gereicht, da steigende Exporte und Bauinvestitionen den Rückgang beim privaten Konsum mehr als wettmachten.

08.14 Uhr: Trotz Lockdowns und Mutanten - Konsumstimmung hellt sich auf

Ungeachtet der unsicheren Corona-Lage hat sich die Konsumstimmung in Deutschland im Februar leicht erholt. Das Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK ermittelte in ihrer neuesten Konsumstudie Verbesserungen sowohl bei der Kauflust als auch bei der Erwartungen zum künftigen Einkommen, wie GfK in Nürnberg mitteilte.

"Die Verbraucher erholen sich etwas von dem Schock, der sie nach dem harten Lockdown Mitte Dezember erfasst hat. Die zuletzt gesunkenen Infektionszahlen und die angelaufenen Impfaktionen nähren die Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Maßnahmen", sagte der GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Er warnte jedoch auch vor allzugroßem Optimismus. "Eine nachhaltige Erholung der Anschaffungsneigung und damit auch des Konsumklimas wird es erst dann geben, wenn der harte Lockdown beendet wird und Geschäfte sowie Hotels und Restaurants wieder öffnen", sagte der Experte: "Sollten die Maßnahmen dagegen sogar noch einmal verlängert werden, schwinden die Chancen auf eine zügige Erholung und dem Konsumklima stehen weiterhin schwierige Zeiten bevor."

Die GfK hatte im Rahmen ihrer Studie "GfK-Konsumklima MAXX" vom 4. bis 15. Februar 2021 im Auftrag der EU-Kommission 2.000 Menschen befragt.

08.01 Uhr: Merkel ist gegen Impfpflicht - und vorerst auch gegen Privilegien

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Corona-Pandemie erneut eine Impfpflicht ausgeschlossen. Sie rate ab, über eine solche Pflicht nachzudenken, sagte Merkel im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Wir haben zugesagt, dass es keine Impfpflicht geben wird. Ich halte das bei der insgesamt hohen Impfbereitschaft auch nicht für notwendig." Es könne und müsse mit Argumenten geworben werden.

Bevor für Geimpfte Einschränkungen aufgehoben würden, müsse geklärt sein, dass diese Menschen nicht mehr ansteckend seien, sagte die Kanzlerin: "Solange die Zahl der Geimpften noch so viel kleiner ist als die derjenigen, die auf die Impfung warten, sollte der Staat beide Gruppen nicht unterschiedlich behandeln." Wenn es um private Vertragsverhältnisse gehe, könne sich der Staat aber kaum einmischen.

Merkel fügte hinzu: "Wenn wir genügend Menschen ein Impfangebot gemacht haben werden und sich einige partout nicht impfen lassen wollen, wird man überlegen müssen, ob es in bestimmten Bereichen Öffnungen und Zugänge nur für Geimpfte geben soll. Aber da sind wir noch nicht."

07.44 Uhr: Grüne wollen Bezug des Arbeitslosengeldes I in Corona-Krise verlängern

Die Grünen dringen darauf, die Sonderregelungen zum erweiterten Bezug des Arbeitslosengeldes I in der Corona-Krise zu verlängern. Es sei "absolut unverständlich", warum die Regelung nicht bis zum Ende dieses Jahres weiter gelten solle, sagte der Grünen-Arbeitsmarktexperte Wolfgang Strengmann-Kuhn der Nachrichtenagentur AFP.

Es sei ungerecht, dass Menschen, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld jetzt ausläuft, im Gegensatz zu jenen, die ihn bis Dezember 2020 verloren haben, keine Verlängerung bekommen. Die Pandemiesituation und die Lage auf dem Arbeitsmarkt hätten sich nicht grundlegend geändert, sagte Strengmann-Kuhn. "Diese Schieflage muss glattgebügelt werden."

Die Grünen wollen im Zuge der Beratungen über das Sozialschutzpaket III, das am Freitag im Bundestag zur Abstimmung steht, einen entsprechenden Änderungsantrag einbringen. Im Zuge der Corona-Hilfsmaßnahmen war im vergangenen Jahr beschlossen worden, dass ALG-I-Bezieher, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020 enden würde, die Leistung drei Monate länger bekommen. Dies wollen die Grünen nun um ein Jahr bis Dezember 2021 verlängern.

07.16 Uhr: Bayerns Gastgewerbe fordert Gleichbehandlung bei Öffnungen

Die Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Angela Inselkammer, hat gefordert, dass dem Gastgewerbe nicht länger "eine Sonderopferrolle aufgebürdet" werden dürfe. In Bayern müssten für Gasstätten die gleichen Regeln und Inzidenzwerte gelten wie für den Einzelhandel oder Baumärkte. Die Branche akzeptiere einen fortgesetzten Teil-Lockdown, "also weitgehende Schließungen als Dauerzustand" nicht. Es müsse auch im Gastgewerbe "wieder losgehen – und zwar so, dass die Betriebe wirtschaftlich arbeiten können", heißt es in einer Mitteilung.

Die Gastronomie habe bei den Öffnungen zwischen Frühjahr und Herbst 2020 bewiesen, dass ihre Hygienekonzepte funktionierten, so Inselkammer. Das gelte für die Betriebsteile innen und außen. Hotellerie und Gastronomie seien keine Pandemietreiber. Das habe das RKI den Wirten mit dem "Covid-Control-Plan" bestätigt. Demnach sei das Ansteckungsrisiko bei Zusammenkünften im Freien und in Hotels niedrig.

06.50 Uhr: Arbeitgeber fordern klare Impf- und Teststrategie

Die Arbeitgeber haben Bund und Länder zu einer "klaren, einheitlichen politischen Entscheidung" über eine Impf- und Teststrategie aufgefordert. "Es kann nicht sein, dass hier aus der Politik völlig unterschiedliche Signale kommen", erklärte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Je schneller wir testen und impfen, desto schneller können die bisherigen Beschränkungen zurückgenommen und der Weg für die wirtschaftliche Erholung frei gemacht werden."

Dies zeige auch der Blick ins Ausland, so die BDA. "Auch in Unternehmen können Schnell- und Selbsttests dazu beitragen, den Infektionsschutz weiter zu verbessern. Die Durchführung muss aber freiwillig bleiben, weil Chancen und Nutzen je nach Branche und Betrieb unterschiedlich sind."

Mehr Corona-Tests spielen eine große Rolle bei Überlegungen für Lockerungen. Bund und Länder wollen in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.

06.38 Uhr: Österreichs Kanzler will EU-weiten Corona-Impfpass - Israel als Vorbild

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat für ein EU-weites Corona-Impfzertifikat nach israelischem Vorbild plädiert. Diese Bescheinigung solle es am besten digital auf dem Handy geben, sagte Kurz der "Bild"-Zeitung. Der Impfpass solle unter anderem die Rückkehr zur Reisefreiheit in Europa ermöglichen. Auch Kultur, Sport und Gastronomie "können wir dann sicherstellen und gewährleisten".

In Israel können Bürger, die zwei Impfdosen gegen das Coronavirus erhalten haben, seit neuestem einen "Grünen Pass" ausgestellt bekommen. Dieser ermöglicht es ihnen unter anderem, wieder Fitnessstudios und Theater zu besuchen und in Hotels zu übernachten.

Die Bundesregierung hatte sich zuletzt offen für Gespräche über ein EU-Impfzertifikat und damit verknüpfte Reiseerleichterungen in Europa gezeigt. Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) sagte am Dienstag, Impfbescheinigungen könnten nicht nur für besonders stark vom Tourismus abhängige EU-Länder wichtig werden, sondern auch "für uns in Deutschland". Er nannte aber als Voraussetzung, dass ein "signifikanter Anteil" der Bevölkerung geimpft sein sollte.

06.30 Uhr: Tourismusbeauftragter erwartet problemlose Auslandsurlaube im Sommer

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), erwartet, dass die Bundesbürger im Sommer relativ problemlos ins Ausland verreisen können. "Ich hoffe, dass bis Sommer die meisten Deutschen geimpft sind und auch ins Ausland verreisen können", sagte Bareiß der "Bild"-Zeitung. Er sehe keinen Grund, warum beispielsweise nicht auf Mittelmeerinseln gereist werden könne, wenn dort die Corona-Inzidenzwerte unter 35 lägen.

Der CDU-Politiker bezog sich damit auf die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.00 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Bareiß warnte davor, Reisen unnötig schwer zu machen: "Wir können die Menschen ja nicht dauerhaft zu Hause festhalten."

06.14 Uhr: EU-Sondergipfel berät über Corona-Impfungen und Grenzkontrollen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen beraten heute bei einem Videogipfel, wie die Corona-Impfungen beschleunigt und Virusvarianten bekämpft werden können. Thema soll auch der Streit über verschärfte Grenzkontrollen sein sowie die Debatte über einen EU-einheitlichen Corona-Impfpass, der letztlich Vorteile wie freies Reisen für Geimpfte bringen könnte.

Das Impfen gegen das Coronavirus geht in der EU langsamer voran als etwa in Großbritannien, den USA oder Israel. Ein Grund ist Impfstoffmangel. Nun wollen die EU-Staaten unter anderem über eine schnellere Zulassung der Mittel in der EU beraten. Die Produktion und die Lieferungen sollen gesteigert werden. Von den Herstellern erwarte man die Erfüllung von Zusagen, schrieb Ratschef Charles Michel in seinem Einladungsbrief zum Gipfel.

Darin kündigte der Belgier zudem an, dass auch der Streit über die verschärften Grenzkontrollen von Deutschland und anderen Staaten diskutiert werden soll. Eigentlich hatten sich die EU-Staaten vor einigen Wochen auf Empfehlungen für ein einheitliches Vorgehen an den Grenzen geeinigt. Deutschland geht jedoch darüber hinaus und hat die Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien, der Slowakei und Österreich verschärft. Bei der EU-Kommission stößt das auf deutliche Kritik.

In der Debatte über einen gemeinsamen Impfpass dürfte es kaum Fortschritt geben, obwohl Länder wie Österreich, Griechenland und Zypern Druck mACHEN, denn ihre Wirtschaft ist besonders auf Touristen angewiesen.

06.06 Uhr: RKI meldet mehr Corona-Neuinfektionen als vor einer Woche - Inzidenz steigt

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11.869 Corona-Neuinfektionen gemeldet - und damit 1.662 mehr als genau vor einer Woche, am 18. Februar. Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstagmorgen mit bundesweit 61,7 höher als am Vortag (59,3).

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 385 weitere Todesfälle verzeichnet. Das ist weniger als vor genau einer Woche: Damals hatte das RKI binnen eines Tages 10.207 Neuinfektionen und 534 neue Todesfälle verzeichnet. Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.414.687 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.226.500 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 69.125.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,98 (Vortag ebenfalls 0,98). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 98 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Die RKI-Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 18.00 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

05.37 Uhr: Scholz will Corona-Lockerungen mit Schnelltests verbinden

Eine Woche vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise drängt Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) auf Öffnungsschritte in Verbindung mit Schnelltests. "Das Virus und seine Mutationen werden uns noch eine Weile begleiten, fürchte ich. Wir müssen also Wege finden, wie wir es hinbekommen, nicht immer weiter im Lockdown leben zu müssen", sagte Scholz der "Rheinischen Post": "Deshalb könnten wir die nächsten Öffnungsschritte mit Schnelltests verbinden."

Darüber werde am 3. März mit den Ministerpräsidenten beraten, sagte Scholz. "Für niemanden ist die aktuelle Situation einfach, deshalb ist mir eines ganz wichtig zu sagen: Wir haben allen Grund zur Hoffnung", betonte der SPD-Kanzlerkandidat. "Ich gehe davon aus, dass wir im Sommer wieder im Biergarten sitzen können und die nächste Bundesliga-Saison auch wieder im Stadion verfolgen werden."

Scholz kritisierte, dass im Vergleich zu anderen Ländern bislang wenig getestet wurde, und dies sei "nicht gut" gewesen. "Ich spreche mich seit langem dafür aus, viel mehr zu testen. Das muss aber mit einer Strategie verbunden sein, was man mit dem jeweiligen Testergebnis anfängt", betonte Scholz.

Donnerstag, 25.02.2021

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!