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Corona: Die Ereignisse vom 23. bis 29. November | BR24

© dpa-Bildfunk/Marijan Murat

Pflegerin auf einer Covid-Intensivstation

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    Corona: Die Ereignisse vom 23. bis 29. November

    Informationen zu Entwicklungen und Zahlen zum Coronavirus in Bayern, Deutschland und in der Welt vom 23. bis 29. November.

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    Dienstag, 24. November 2020

    21.10 Uhr: Cirque du Soleil lässt Insolvenz hinter sich

    Das schwer unter der Pandemie leidende kanadische Unterhaltungsunternehmen löst sich aus der Insolvenz. Das Unternehmen erklärt, es habe eine entsprechende Vereinbarung mit seinen Gläubigern getroffen. Der berühmte Zirkus musste wegen der Pandemie Vorstellungen absagen und Artisten entlassen.

    20.55 Uhr: Nur ein Kunde pro 25 Quadratmeter in Läden

    Bund und Länder wollen im Einzelhandel nur noch einen Kunden pro 25 Quadratmeter Verkaufsfläche zulassen. Dies geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf des Chefs der Staatskanzleien und des Bundeskanzleramts für die Corona-Chefrunde am Mittwoch hervor. Einzel- und Großhandel sollen zwar weiter geöffnet bleiben. Die Bürger werden aber aufgerufen, die Weihnachtseinkäufe möglichst auch unter der Woche zu tätigen. "Die Maskenpflicht wird erweitert und gilt künftig auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen", heißt es weiter. Der Bund hatte in den Beratungen mit den Ländern diese Quadratmeter-Begrenzung für den verkaufsstarken Dezember vorgeschlagen, um eine Überfüllung der Läden zu vermeiden.

    20.35 Uhr: Länder widersprechen angeblicher Einigung auf 16. Dezember

    Mehrere Bundesländer haben Berichten widersprochen, dass sie dem 16. Dezember als Beginn der Weihnachtsferien zugestimmt hätten. "Es bleibt abzuwarten, ob dieser Vorschlag in der Ministerpräsidentenkonferenz überhaupt erneut eingebracht wird", sagt der Chef der Staatskanzlei in Kiel, Dirk Schrödter, am Abend. Auch andere Landesregierungen teilen auf Anfrage mit, dass dieser Vorschlag des Bundes wohl nicht umgesetzt werde.

    20.20 Uhr: Schärfere Kontrollen geplant

    Der Bund plädiert zudem dafür, das Einhalten der Corona-Auflagen flächendeckend strenger zu kontrollieren. Das geht ebenfalls aus der Fassung des Kanzleramts hervor. Vorgesehen sind demnach auch verdachtsunabhängige Kontrollen, insbesondere im grenznahen Bereich, um das Einhalten der Quarantäneverordnungen zu überprüfen.

    20.05 Uhr: Macron lockert Corona-Beschränkungen in Frankreich

    Angesichts einer verbesserten Corona-Lage hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erste Lockerungen der strengen Beschränkungen im Land angekündigt. "Der Höhepunkt der zweiten Welle ist vorbei" sagte Macron bei einer Ansprache im französischen Fernsehen. Die Bemühungen hätten sich ausgezahlt - man müsse diese aber nun fortsetzen. Einzelhandelsgeschäfte, die bisher geschlossen waren, könnten von diesem Wochenende an wieder öffnen. Bürger müssen zwar weiter Bescheinigungen ausfüllen, wenn sie auf die Straße gehen und beispielsweise einkaufen wollen. Bars und Restaurants sollen aber vorerst geschlossen bleiben - ihre Wiederöffnung ist erst für den 20. Januar vorgesehen. Macron gab einen Ausblick auf die kommenden Wochen. So solle es ab dem 15. Dezember keine Ausgangsbeschränkungen mehr geben - allerdings eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr. Diese sei für Weihnachten und Silvester ausgesetzt. Wenn die Lage es zulasse, könnten auch Kinos und Theater unter bestimmten Bedingungen ab Mitte Dezember wieder öffnen.

    19.45 Uhr: Russland will Impfstoff womöglich in Deutschland produzieren lassen

    Russland erwägt einem Medienbericht zufolge, seinen Corona-Impfstoff Sputnik V in Deutschland produzieren zu lassen. Der Chef des Staatsfonds RDIF, Kirill Dmitriew, sagt der Agentur Interfax zufolge weiter, in dieser Woche werde zudem eine französische Delegation erwartet. Der Fonds gehört zu den wichtigsten Geldgebern des Projekts. Der Impfstoff ist bereits zugelassen, obwohl noch nicht alle klinischen Studien abgeschlossen wurden. Die Regierung in Moskau strebt an, im kommenden Jahr mehr als eine Milliarde Dosen weltweit zu produzieren.

    19.15 Uhr: Bund und Länder wollen schärfere Auflagen für den Einzelhandel

    Bund und Länder wollen in der Corona-Krise schärfere Auflagen für den Einzelhandel. In den Geschäften solle sichergestellt werden, dass sich nicht mehr als ein Kunde pro 25 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhält, wie aus einer am Dienstagabend nach Beratungen der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) verbreiteten aktualisierte Fassung des Länderentwurfs für die Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch hervorgeht. Bisher darf sich nicht mehr als ein Kunde pro 10 Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten.

    19.10 Uhr: Mehr Wechselunterricht an Schulen geplant

    In Ländern oder Regionen mit vielen Corona-Infektionen sollen in den Schulen ab Jahrgangsstufe 7 Konzepte wie ein Wechselunterricht umgesetzt werden. Das geht aus einer am Dienstagabend nach Beratungen der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) verbreiteten aktualisierten Fassung des Länderentwurfs für die Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Auch soll der Unterricht gestaffelt beginnen, damit die Anfahrt der Schüler morgens entzerrt wird.

    19.00 Uhr: Verwaltungsgerichtshof setzt Testpflicht für Grenzgänger außer Kraft

    Ein wichtiger Baustein der Anti-Corona-Strategie der Staatsregierung ist vor Gericht gekippt: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die wöchentliche Testpflicht für Grenzgänger vorläufig außer Kraft gesetzt. Die Vorschrift betraf bislang zahlreiche Pendler, die zum Arbeiten, im Rahmen einer Ausbildung oder zum Studium regelmäßig nach Bayern einreisen. Geklagt hatten zwei österreichische Gymnasiasten, die im Berchtesgadener Land die Schule besuchen.

    18.55 Uhr: Briten planen Lockdown-Lockerung zu Weihnachten

    Die vier Teile des Vereinigten Königreichs - England, Wales, Nordirland und Schottland - einigen sich einem Medienbericht zufolge auf eine abgestimmte Lockdown-Lockerung zu Weihnachten. Vom 23. bis zum 27. Dezember sollen sich drei Haushalte treffen dürfen, berichtet ein Journalist von Times Radio auf Twitter. Eine Bestätigung liegt nicht vor.

    18.45 Uhr: USA wollen in erstem Schub 6,4 Mio Impfdosen verteilen

    Die US-Behörden wollen nach der Zulassung eines Impfstoffes im ersten Schub 6,4 Millionen Dosen verteilen. Das geben Vertreter von Operation Warp Speed bekannt, die die Entwicklung der Impfstoffe koordiniert und fördert. Die USA haben etwa 328 Millionen Einwohner.

    18.30 Uhr: Spanien impft zuerst in Altenheimen gegen Covid-19

    Spanien impft zuerst in Altenheimen gegen Covid-19Madrid (KNA) Spanien wird zunächst Altenheimbewohner und das dortige Pflegepersonal gegen Covid-19 impfen und danach erst das Gesundheitspersonal. Das gab am Dienstag Gesundheitsminister Salvador Illa bei der Vorstellung des nationalen Corona-Impfplans für das kommende Jahr bekannt. Mit mehr als 1,5 Millionen Ansteckungen und 43.100 Todesopfern ist Spanien eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Fast die Hälfte aller Covid-19-Tote waren in Seniorenresidenzen zu beklagen. Rund 20.000 Menschen starben seit Ausbruch der Pandemie an der Viruskrankheit in spanischen Altenheimen.

    18.20 Uhr: Italien verzeichnet neuen Höchstwert bei Corona-Toten seit Ende März

    Italien hat einen Höchstwert an Corona-Toten seit dem März dieses Jahres verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien etwas mehr als 850 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Rom am Dienstag mit. «Das ist eine Zahl, die wir nicht mehr sehen wollten», sagte ein Experte des Gesundheitsministeriums, Franco Locatelli, am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Man müsse sich wieder ins Gedächtnis rufen, dass man noch nicht aus dem Problem raus sei.

    18.10 Uhr: Inzidenzwert in Passau bei 390, 2.266 bestätigte Neuinfektionen in Bayern

    In Bayern haben sich seit gestern 2.266 Menschen mit dem Coronavirus neu angesteckt. Hinzu kommen 621 Fälle, die nachgemeldet wurden, teilt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen heute mit. Die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie ist damit bayernweit auf 186.344 gestiegen.

    Im Freistaat gab es in den vergangenen 24 Stunden 11 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Hinzu kommen 56 Nachmeldungen. Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt damit auf 3.513. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt in Bayern aktuell bei 182,26 – eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vortag.

    Bayernweit am höchsten ist der Inzidenzwert in Passau, wo er auf 390,13 gestiegen ist. Auch in der Stadt Kaufbeuren ist die Inzidenzzahl mit 324,34 noch besonders hoch. Günzburg liegt mit 303,09 ebenfalls über der 300er-Marke. Den mit Abstand niedrigsten Wert verzeichnet Kulmbach mit 53,1. Hier ist der Wert in den vergangenen 24 Stunden nur leicht gestiegen. Ebenfalls deutlich unter der 100er-Marke liegen Stadt- und Landkreis Bayreuth mit 64,19 bzw. 75,24.

    Klicktipp: Corona-Zahlen in Bayerns Landkreisen

    17.38 Uhr: Bund regt offenbar noch früheren Beginn der Weihnachtsferien an

    Der Bund will bei den Corona-Verhandlungen mit den Ländern nach Informationen vor Nachrichtenagentur Reuters einige Ergänzungen durchsetzen. So schlägt die Bundesregierung laut Verhandlungskreisen vor, den Beginn der Weihnachtsferien nicht auf den 19. Dezember, sondern etwa schon auf den 16. Dezember vorzuverlegen. Dies solle mehr Sicherheit für die erwarteten Familientreffen an Weihnachten bringen. Außerdem wünscht die Bundesregierung eine klarere Formulierung über weitere Auflagen für Schulen, etwa was den teilweisen Unterricht von Zuhause aus angeht. In dem Länderpapier war der Schulteil wesentlich kürzer ausgefallen als erwartet.

    17.31 Uhr: Streit um die Marke "Querdenken" - Unternehmen sieht Rechte verletzt

    Um die Marke "Querdenken" bahnt sich eine juristische Auseinandersetzung an. Ein Unternehmen aus München geht gegen die Eintragung der Marke "Querdenken 711" beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) vor, die Michael Ballweg bereits im Juni anmeldete. Ballweg ist Gründer der Initiative "Querdenken", die regelmäßig gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu Protesten aufruft. "0711" steht für die Vorwahl Stuttgarts.

    Widerspruch gegen die Eintragung der Marke legte das in München ansässige Unternehmen namens "Querdenker United" ein. Dessen Geschäftsführer Ansgar Oschmann sagte, "wir werden verwechselt, und das schadet." Sein 1999 gegründetes Unternehmen wird im DPMA-Register als Inhaber der Marke "Querdenker" in Deutschland geführt. Die Marke wurde bereits 2011 eingetragen.

    16.39 Uhr: DIHK-Umfrage: Jede elfte Firma sieht sich von Insolvenz bedroht

    Die Corona-Krise sorgt zunehmend für Finanzprobleme bei Unternehmen. Über alle Branchen hinweg sieht sich nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags derzeit jeder elfter Betrieb von einer Insolvenz bedroht. Mehr als 80 Prozent davon sind demnach kleine Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern. Besonders häufig von einer Insolvenz bedroht sehen sich laut Umfrage Firmen aus der Reisewirtschaft, der Gastronomie sowie der Kultur-und Kreativwirtschaft - sie sind besonders hart von Beschränkungen zur Eindämmung des Virus betroffen.

    15.55 Uhr: Gericht kippt Testpflicht für Grenzgänger

    Wer aus dem Ausland nach Bayern reist, muss sich vorläufig nicht mehr wöchentlich einem Corona-Test unterziehen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gibt mit dieser Entscheidung einem Eilantrag zweier Schüler aus Österreich statt, die ein Gymnasium im Berchtesgadener Land besuchen.

    Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Testpflicht seien derzeit nicht erfüllt. Außerdem bestünden Zweifel, ob die Testpflicht verhältnismäßig ist. Eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren steht noch aus.

    15.40 Uhr: Merkel kündigt eigene Vorschläge für Runde mit Ministerpräsidenten an

    Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Vorschläge der Ministerpräsidenten zum Kampf gegen die hohen Corona-Infektionszahlen begrüßt, aber zugleich eigene Vorschläge zur Kontaktreduzierung für die Verhandlungen an diesem Mittwoch angekündigt. Das Papier der Länder sei gut, die Überlegungen fänden zum großen Teil die Unterstützung des Bundes, sagte Merkel am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern in der virtuellen Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Der Bund werde aber noch weitere Vorschläge machen. In einigen Bereichen seien gegebenenfalls nochmals spezifische Maßnahmen notwendig.

    Die Kanzlerin kündigte nach diesen Informationen an, sie werde sich am 14. oder 15. Dezember nochmals mit den Ministerpräsidenten zusammenschalten, um zu beurteilen, wo man dann bei der Infektionslage stehe.

    14.40 Uhr: Söder plädiert für europaweite Schließung von Skigebieten

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert wegen Corona für ein vorübergehende europaweite Schließung von Skigebieten und Skiliften. "Wenn wir Grenzen offen halten wollen, brauchen wir auch eine klare Übereinkunft, was das Skifahren betrifft. Ansonsten wird es eine schwierige Entwicklung", sagte Söder am Dienstag am Rande einer Landtagssitzung in München. Er verwies darauf, dass jemand, der in Risikogebieten Skifahren gehe, zehn Tage in Quarantäne müsse. Söder betonte dann aber: "Mir wäre lieber, wir würden ein einheitliches Übereinkommen auf europäischer Ebene haben: keine Skilifte offen überall beziehungsweise kein Urlaub überall."

    14.20 Uhr: Bund plant "Dezemberhilfen" für Firmen von 17 Milliarden Euro

    Der Bund plant bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns im Dezember Finanzhilfen für betroffene Unternehmen im Umfang von voraussichtlich 17 Milliarden Euro. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen. Zuerst hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichtet, Firmen könnten mit Hilfen in einem Umfang von 15 bis 20 Milliarden Euro rechnen.

    Die Verlängerung des Teil-Lockdowns in Deutschland bis kurz vor Weihnachten ist so gut wie sicher. Die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Montagabend darauf, dass die bis Ende November befristen Maßnahmen bundesweit zunächst bis zum 20. Dezember fortgeführt werden sollen, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr. Eine endgültige Entscheidung soll es bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ländern am Mittwoch geben.

    13.50 Uhr: Söder findet Beschlussvorlage für Coronagipfel nicht ausreichend

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält die Beschlussvorlage der Ministerpräsidenten für den Coronagipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für nicht ausreichend. "Ich glaube, an einigen Stellen braucht es noch Verbesserungen", sagte Söder in München. Es stehe viel Gutes in dem Papier, aber es gehe nicht weit genug - "da müssen wir nachschärfen".

    Am Dienstag sollten noch weitere Beratungen auf Ebene der Staatskanzleichefs stattfinden, fügte Söder hinzu. Er hoffe, dass das Papier noch um eine Hotspotstrategie ergänzt werden könne. Auch das Thema Silvester müsse noch weiter diskutiert werden.

    Die Ministerpräsidenten hatten Montagabend eine Beschlussvorlage formuliert, die eine Verlängerung des Teillockdowns bis 20. Dezember und auch Regelungen für Weihnachten bis Silvester beinhaltet. Söder sagte, das Bundeskanzleramt wolle das Papier noch "grundlegend angehen".

    13.46 Uhr: Neue Allgemeinverfügung für Landkreis Hildburghausen

    Der Landkreis Hildburghausen in Südthüringen weist mit einem 7-Tage Inzidenzwert von 482,6 deutschlandweit den höchsten Wert auf. Der Landkreis wird deshalb im Laufe des Tages eine neue Allgemeinverfügung veröffentlichen, die Auswirkungen auch auf den bayerischen Nachbarlandkreis Coburg haben wird.

    Wie Hildburghausens Landrat Thomas Müller (CDU) dem Bayerischen Rundfunk sagte, werden die Schulen und Kindergärten im Landkreis ab Mittwoch für fünf Tage geschlossen. Ab Dienstag nächster Woche sollen dann alle Schülerinnen und Schüler, Kindergartenkinder, Lehrpersonal und Erzieherinnen und Erzieher mit Schnelltests auf eine Infektion getestet werden. Sollten die Tests negativ sein, können die Getesteten ab dem Folgetag wieder die jeweilige Einrichtung besuchen.

    Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche und Angestellte, die etwa aus dem bayerischen Nachbarlandkreis Coburg nach Hildburghausen kommen. Auch Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Hildburghausen, die eine Einrichtung in einem Nachbarlandkreis besuchen, sollen sich im Landkreis Hildburghausen testen lassen.

    13.27 Uhr: EU schließt Vertrag über Moderna-Impfstoff

    Die Europäer bekommen auch den als sehr aussichtsreich erachteten Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna. Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über bis zu 160 Millionen Dosen ausgehandelt, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitteilte. Der Vertrag soll am Mittwoch formal besiegelt werden.

    Damit hat die EU-Kommission nun Verträge mit den Herstellern aller drei Impfstoffe, denen die besten Chancen für eine rasche Zulassung in den kommenden Wochen gegeben werden. Neben Moderna sind das Biontech/Pfizer und Astrazeneca. Alle drei hatten in den vergangen Tagen vielversprechende Testdaten bekannt gegeben. Demnach sind alle drei Vakzine wirksam und verträglich.

    Noch hat kein Corona-Impfstoff eine europäische Zulassung. Die ersten Lizenzen könnten nach Erwartung der Bundesregierung und der EU-Kommission im Dezember erteilt werden. Zuvor ist jedoch eine Prüfung durch die europäische Arzneimittel-Behörde EMA nötig.

    13.08 Uhr: Kretschmann und Brinkhaus kritisieren geplante Lockerungen zum Jahresende

    Nach den Beratungen der Ministerpräsidenten zur Corona-Krise zeigen sich der baden-württembergische Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) und Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus nicht vollends überzeugt von der Linie der Länder. "Ich bin skeptisch, ob das Paket insgesamt die nötige Wirkung entfalten wird", sagte Kretschmann in Stuttgart. Er halte den Zeitraum der vorgeschlagenen Lockerungen vom 23. Dezember bis zum 1. Januar für zu lang.

    Brinkhaus plädierte im Gegensatz zu den Ministerpräsidenten für strengere Corona-Regeln zumindest über Silvester. Weihnachten sei sehr wichtig, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin "Spiegel": "Aber Silvester müssen wir nun wirklich nicht wieder alles aufmachen. Weihnachten und Silvester zusammen würde uns wahrscheinlich wieder stark zurückwerfen."

    Die Regierungschefs hatten sich auf eine gemeinsame Linie geeinigt, mit der sie in die nächsten Beratungen zur Corona-Krise mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch gehen werden. Kontaktbeschränkungen sollen ab Anfang Dezember verschärft werden, aber im Zeitraum vom 23. Dezember bis zum 1. Januar sollen Treffen eines Haushaltes mit haushaltsfremden Menschen bis maximal zehn Personen ermöglicht werden. Kinder bis 14 Jahren sollen hiervon ausgenommen sein.

    13.01 Uhr: Steuerzahlerbund lehnt Corona-Soli ab

    Der Steuerzahlerbund lehnt Überlegungen aus den Ländern zu einem neuen Solidaritätszuschlag wegen der Corona-Kosten ab. "Die Diskussion um einen Corona-Soli ist reiner Populismus", sagte Präsident Reiner Holznagel der dpa. Bürger und Betriebe noch stärker zu belasten bringe nichts und sei ein falsches Signal. "Das hemmt die Konjunktur nur zusätzlich", sagte Holznagel.

    Die Ministerpräsidenten der SPD-regierten Länder hatten einen Solidaritätszuschlag ins Spiel gebracht. So müssten die im Gesundheitswesen verursachten Kosten nicht alleine durch die gesetzlich Versicherten abgefedert werden, hieß es. Im Beschlussentwurf aller Bundesländer für die Bund-Länder-Runde am Mittwoch ist der Vorschlag so aber nicht mehr enthalten. Es solle geprüft werden, wie die Krankenkassen-Beiträge aus Steuermitteln stabilisiert werden könnten, steht dort lediglich.

    12.50 Uhr: Lockdown bremst Neuinfektionen in Österreich nur langsam

    In Österreich flachen die Neuinfektionszahlen zu Beginn der zweiten harten Lockdown-Woche leicht ab. Binnen 24 Stunden wurden 4.377 neue positive Tests gezählt. "Das heißt, erste leichte Rückgänge, aber absolut keine Entwarnung", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Die Zahlen seien noch immer "dramatisch hoch". In der Vorwoche wurden täglich über 6.000 Neuinfektionen gemeldet, zu Monatsbeginn waren es rund 9.500.

    Österreich ist seit acht Tagen in einem zweiten harten Lockdown, nachdem der zu Monatsanfang verhängte Teil-Lockdown die Zahlen nicht gedrückt hatte. In den Krankenhäusern hat sich die Lage nicht entspannt: Derzeit befinden sich 4.689 Personen mit einer Covid-Erkrankung stationär in Behandlung. Erstmals sind davon über 700 Patienten auf Intensivstationen. Die Zuwächse sind aber geringer als zuletzt. Bisher gab es 2.577 Todesfälle in Verbindung mit Corona, 118 davon in den vergangenen 24 Stunden.

    12.43 Uhr: Bund will für 2021 rund 130 Millionen Schnelltests beschaffen

    Der Bund will für das neue Jahr weiteren Nachschub an Corona-Schnelltests organisieren, die künftig deutlich öfter eingesetzt werden sollen. Ziel sei, für das erste Quartal 2021 rund 60 Millionen Tests für Deutschland zu sichern, so das Gesundheitsministerium. Für das zweite Quartal sollen 40 Millionen Antigen-Tests folgen, dann bis Jahresende weitere 30 Millionen. Die Tests sollen prioritär im Gesundheitswesen und der Pflege eingesetzt werden.

    Für die letzten Monate dieses Jahres sind bereits größere Kontingente über Abnahmegarantien bei Herstellern gesichert worden, damit die Länder oder Einrichtungen sie kaufen können. Nach sechs Millionen Tests für Oktober und 12,5 Millionen für November sollen es laut Ministerium im Dezember 17,5 Millionen Schnelltests sein.

    Laut einer Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die seit Mitte Oktober gilt, können Schnelltests vor allem in Kliniken und Pflegeheimen auf breiter Front zum Einsatz kommen. Dies soll Bewohner, Personal und Besucher besser schützen.

    12.32 Uhr: NRW-Gericht kippt geplante Ladenöffnungen an Adventssonntagen

    In Nordrhein-Westfalen müssen Geschäfte anders als in der Corona-Schutzverordnung des Bundeslandes vorgesehen an den Adventssonntagen geschlossen bleiben. Das Oberverwaltungsgericht in Münster gab einem entsprechenden Eilantrag der Gewerkschaft Verdi statt.

    Die damit außer Vollzug gesetzte Regelung sah vor, dass zur Vermeidung von Infektionsgefahren durch einen unregulierbaren Kundenandrang Geschäfte ausnahmsweise an Adventssonntagen öffnen dürfen. Das OVG kam indes zu der Auffassung, die Regelung sei aller Voraussicht nach rechtswidrig. Es bestünden erhebliche Zweifel, dass die Sonntagsöffnung das Infektionsrisiko eindämmt. Der Beschluss ist unanfechtbar.

    12.26 Uhr: Bedford-Strohm zuversichtlich für Weihnachtsgottesdienste

    Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat im rbb bekräftigt, er habe keinen Anlass daran zu zweifeln, "dass wir Gottesdienste feiern können - vermutlich auch in den Kirchen unter sorgfältigster Beachtung der Hygiene-Maßnahmen".

    In den vergangenen Monaten hätten die Gemeinden viel Erfahrung gesammelt. Anders als zu Ostern gebe es ausgefeilte Hygiene-Konzepte, die sicherstellten, dass die Menschen Abstand halten könnten. Glücklicherweise habe es in den Gottesdiensten der Landeskirchen bislang keine größeren Infektionen gegeben.

    Ihn mache das zuversichtlich, "dass wir im Gespräch mit der Politik dann auch zu Vereinbarungen kommen, nach denen klar ist, der Schutz der Gesundheit muss Vorrang haben. Aber wenn wir alle Regeln beachten, wird es die Möglichkeit geben, Gottesdienste zu feiern", so der bayerische Landesbischof. Eine andere Möglichkeit sei, Gottesdienste draußen zu feiern - "mit Skiunterwäsche und Abständen und mit dem ganzen Sinn von Weihnachten, die Geburt Jesu ins Herz hineinzulassen".

    12.19 Uhr: Russland meldet 95-prozentige Wirksamkeit von Impfstoff "Sputnik V"

    Der russische Corona-Impfstoff "Sputnik V" ist nach Angaben seines Herstellers zu 95 Prozent wirksam. Dies sei das Ergebnis einer zweiten Zwischenanalyse der Daten aus klinischen Studien, teilten das russische Gesundheitsministerium, das staatliche Forschungszentrum Gamaleja und der russische Staatsfonds RDIF mit. Vor knapp zwei Wochen hatte Russland eine 92-prozentige Wirksamkeit von "Sputnik V" gemeldet.

    Die Analyse basiere auf vorläufigen Daten von Patienten, denen 42 Tage zuvor die erste Dosis des Impfstoffs verabreicht worden sei, hieß es in der Erklärung. Unklar blieb allerdings, wie viele Testfälle berücksichtigt worden waren. Russland hatte "Sputnik V" bereits im August zugelassen, ohne die letzte Testphase mit zehntausenden Probanden abzuwarten. Mitte Oktober wurde dann der zweite Impfstoff "EpiVacCorona" zugelassen.

    Im Ausland soll der Impfstoff weniger als 20 Dollar kosten. Je Dosis solle der Impfstoff, der in zwei Dosen verabreicht wird, weniger als zehn Dollar kosten, hieß es auf dem offiziellen Twitter-Account von Sputnik V. Der internationale Marktpreis wäre damit günstiger als der des Impfstoffs der Partner Biontech und Pfizer, der in Europa 15,50 Euro (gut 18 Dollar) pro Dosis kosten soll. Er wäre aber teurer als der Impfstoff von AstraZeneca, dessen Preis in Europa bei rund 2,50 Euro pro Dosis liegen soll.

    12.05 Uhr: Quarantäne für Kontaktpersonen soll auf zehn Tage verkürzt werden

    Für Kontaktpersonen von Corona-Infizierten soll ab 1. Dezember eine kürzere Quarantänezeit von 10 statt bisher 14 Tagen gelten - aber unter der Bedingung eines negativen Tests. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Bundesminister Jens Spahn (CDU) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Zehn Tage Quarantäne mit Schnelltest am Ende ist genauso sicher wie 14 Tage Quarantäne ohne Test. Aber es bedeutet für die Betroffenen vier Tage weniger Einschränkungen." Dies sei es wert, die Quarantäne zu verkürzen, ohne ein zusätzliches Risiko einzugehen.

    Die fachlichen Empfehlungen des bundeseigenen Robert Koch-Instituts (RKI) für die Gesundheitsämter sollen entsprechend angepasst werden, wie es in dem Länder-Beschluss weiter heißt. Als Kontaktperson ersten Grades gilt zum Beispiel, wer für mehr als 15 Minuten in näherem Kontakt mit weniger als 1,50 Metern Abstand zu positiv Getesteten war.

    12.00 Uhr: Positivrate bei Corona-Tests auf Höchststand von 9,6 Prozent

    Die Positivrate bei den Corona-Tests in Deutschland ist in der vergangenen Woche auf einen neuen Höchstwert von 9,6 Prozent gestiegen. Der Zuwachs habe sich entsprechend dem Infektionsgeschehen verlangsamt, sei aber weiterhin deutlich, teilt der Laborverband ALM mit.

    Insgesamt habe es mehr als 1,254 Millionen PCR-Tests in den teilnehmenden Laboren gegeben und damit etwa so viele wie in der Woche davor. 120.147 hätten einen positiven Befund ergeben, damit sei die Positivrate 0,4 Prozentpunkte höher ausgefallen. Die Kapazität sei um weitere vier Prozent auf fast 1,7 Millionen PCR-Tests pro Woche ausgebaut worden: "Die Kapazitäten für die Testung aller in der Nationalen Teststrategie priorisierten Personen stehen in den Laboren also bereit." Jetzt komme es auf eine zuverlässige Belieferung mit Verbrauchsmaterialien an.

    11.53 Uhr: Bundesamt warnt vor angeblichen Corona-Wundermitteln

    Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat vor vermeintlichen Wundermitteln gegen eine Covid-19-Erkrankung gewarnt. Nahrungsergänzungsmittel könnten eine derartige Erkrankung weder verhindern noch heilen, erklärte Friedel Cramer, Präsident des Bundesamtes, in Berlin.

    Dennoch versuchten aktuell einige Online-Anbieter die Unsicherheit in der Bevölkerung auszunutzen und den Umsatz ihrer Produkte mit zweifelhaften oder gar illegalen Werbeversprechen zu steigern. Bislang seien in Deutschland 60 unzulässige Online-Angebote, EU-weit 592 "auffällige Webseiten" identifiziert worden. Neben Kontrollen vor Ort durch zuständige Behörden seien Angebote geändert oder gelöscht worden.

    "Unter den Nahrungsergänzungsmitteln gibt es keine Wundermittel gegen Corona", betonte Cramer. Zudem handele es sich rechtlich gesehen um Lebensmittel und keine Arzneimittel. Deshalb sei "jegliche Form von Werbeaussagen, die eine Heilung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten versprechen, in der Europäischen Union verboten".

    11.37 Uhr: EU-Behörde EMA könnte bis Jahresende über Impfstoff entscheiden

    Die Europäische Arzneimittelagentur EMA könnte schon bald grünes Licht für einen ersten Corona-Impfstoff geben. Man sei dieser Entscheidung sehr nahe, sagt EMA-Chefin Emer Cooke in einem Interview mit der Zeitung "Irish Independent": "Vorausgesetzt, alles ist positiv - und wir müssen uns die Daten ansehen, um sicher zu sein -, könnten wir im besten Fall bis Ende des Jahres eine wissenschaftliche Meinung haben." Ziel sei es, eine positive Empfehlung zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie die FDA abgeben zu können. Die US-Gesundheitsbehörde könnte Mitte Dezember eine Entscheidung über den Impfstoff von Biontech und Pfizer fällen.

    Die EMA hat bereits mit einer fortlaufenden Überprüfung der klinischen Studien der Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca begonnen. Cooke sagte, die Impfstoffe seien sehr schnell entwickelt worden, was aus wissenschaftlicher Sicht "sehr vielversprechend" sei. Das bedeute aber auch, dass diese Ergebnisse gründlich geprüft werden müssten, ohne wissenschaftliche Standards außer Acht zu lassen.

    11.26 Uhr: Steinmeier - Corona bleibt vorerst tödliche Gefahr

    Die Corona-Pandemie bleibt nach den Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier "in diesem Herbst und Winter eine große, eine tödliche Gefahr". Die großen Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung seien zwar ein Lichtblick in der dunklen Jahreszeit, so Steinmeier in Berlin, das Virus bleibe aber eine Bedrohung: "Wir alle müssen diese Gefahr weiterhin ernst, wir müssen sie sehr ernst nehmen." Die Pandemie verlange vorerst weiterhin "Vernunft und Geduld, Rücksicht und Vorsicht", um Menschenleben zu schützen.

    Zugleich rief der Bundespräsident dazu auf, eine Spaltung der Gesellschaft nicht zuzulassen. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, "dass der Kampf gegen Corona die Demokratie, sogar den Zusammenhalt stärken kann".

    11.14 Uhr: BDI erwartet Produktionsminus von 10 Prozent bei deutscher Industrie

    Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) blickt düster auf die Lage in den Betrieben. "Die Corona-Pandemie hat eine scharfe Industrierezession ausgelöst und die Weltwirtschaft weiterhin fest im Griff", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang zum neuen Industriebericht des Verbands. "Wir rechnen für das gesamte Jahr mit einem Produktionseinbruch in der deutschen Industrie von zehn und in den Industrieländern von sechs Prozent."

    "Die deutsche Industrie befindet sich seit nunmehr neun Quartalen in einer Rezession", so Lang. Sowohl die Folgen der ersten Krisenmonate als auch die aktuell hohen Infektionszahlen stellten die wirtschaftliche Erholung auf die Probe. Rückgange der Industrieproduktion in anderen EU-Ländern gefährdeten die wirtschaftliche Gesundung, gerade auch der stark vernetzten deutschen Wirtschaft. Ziel müsse sein, die Nachfrage nach Industriegütern grenzübergreifend weiter zu stärken.

    11.06 Uhr: GEW reichen Maßnahmen der Länder nicht aus

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält die Vorlage der Länder zum Schulbereich für unzureichend. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten müssten sich auf Leitlinien für den Gesundheitsschutz verständigen, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe der Düsseldorfer "Rheinischen Post": "Wir dringen noch einmal darauf, jetzt schnell Modelle für den Wechselunterricht zu entwickeln, bevor die Schulen vom Infektionsgeschehen überrollt werden".

    Das Robert Koch-Institut habe gute Vorschläge gemacht, ab welchen Inzidenzwerten Maßnahmen wie Klassen zu teilen, Mund-Nasenschutz zu tragen und verstärkt zu lüften, ergriffen werden sollten. "Dies muss der Maßstab für die Entscheidungen von Bund und Ländern sein. Alles andere ist politisch verantwortungslos", betonte Tepe.

    Auch in den Kitas stiegen die Fälle an, so Tepe, auch dafür müssten die Regierungschefs ein Konzept finden. "Wenn Kitas für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig sind, müssen Beschäftigte und Kinder besser geschützt werden als bisher. Ein 'Weiter so' darf es nicht geben", sagte sie.

    10.50 Uhr: Familienunternehmer fordern Entschädigung für geschlossene Firmen

    Deutschlands Familienunternehmer pochen wegen der bevorstehenden Verlängerung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen auf Geld für die betroffenen Firmen. "Aus dem Lockdown light wird ein Lockdown medium", sagte Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbandes "Die Familienunternehmer". Viele Fragen blieben unbeantwortet, etwa nach Entschädigungen für die mittelbar und unmittelbar betroffenen Unternehmen. "Wenn der Staat Betriebe schließt, sollte er diese umgehend auch entschädigen. Wer A sagt, muss auch B sagen."

    Handel, Produktion und Dienstleistung müssten weiterlaufen genauso wie Schulen und Kitas, forderte Eben-Worlée, der Schwerpunkt weiterer Kontaktbeschränkungen und Schutzmaßnahmen müsse auf den Bereich des Privatlebens gelegt werden, nicht den der Betriebe.

    10.39 Uhr: Lufthansa will keinen Impfnachweis von Passagieren

    Anders als die australische Airline Qantas will die Lufthansa von ihren Passagieren keinen Corona-Impfnachweis verlangen. Die Einführung einer derartigen Pflicht sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant, erklärte ein Konzernsprecher in Frankfurt. Für die jeweiligen Einreisevoraussetzungen seien zudem die nationalen Regierungen der Länder zuständig. Diese müssten zunächst einen Plan zur Verteilung der bestellten Impfdosen erstellen, sobald sie verfügbar seien.

    Qantas-Chef Alan Joyce hatte zuvor angekündigt, dass seine Gesellschaft bei Interkontinentalflügen nur geimpfte Passagiere befördern werde, sobald ein Impfstoff zur Verfügung stehe. Über das Vorgehen bei australischen Inlandsflügen sei noch nicht entschieden.

    10.23 Uhr: Ifo-Index fällt - "Zweite Corona-Welle unterbricht Erholung"

    Trotz der Aussicht auf Impfungen gegen das Corona-Virus trübt sich die Stimmung der Firmen in Deutschland weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im November auf 90,7 Punkte von 92,5 Zählern im Vormonat und damit das zweite Mal in Folge, wie das Münchner Institut mitteilte. "Die Geschäftsunsicherheit ist gestiegen. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Manager beurteilten den Ausblick für ihre Geschäfte deutlich pessimistischer und ihre Lage etwas schlechter als zuletzt.

    Die deutsche Wirtschaft hatte sich im Sommer nach dem Corona-bedingten Einbruch im Frühjahr wieder gefangen und war um 8,5 Prozent gewachsen. Der Konjunktur droht Ökonomen zufolge durch die absehbare Verlängerung des Teil-Lockdowns jedoch ein erneuter Rückschlag. Bund und Länder werden am Mittwoch wahrscheinlich weiterreichende Corona-Maßnahmen beschließen.

    10.09 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Israel auf Vier-Wochen-Hoch

    Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf den höchsten Stand seit rund vier Wochen gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 943 neue Fälle registriert. Mehr Neuinfektionen waren zuletzt am 22. Oktober mit 1.032 vermeldet worden. Von den mehr als 52.000 gemachten Tests fielen 1,8 Prozent positiv aus, dies liegt auf dem Niveau der vorangegangenen Tage.

    In dem Neun-Millionen-Einwohner-Land verlief die Pandemie im Frühjahr vergleichsweise milde, auch wegen strikter Maßnahmen der Regierung. Nach umstrittenen Lockerungen nahmen die Fallzahlen im Sommer jedoch massiv zu. Die Regierung verhängte Mitte September einen zweiten landesweiten Lockdown. Ab Mitte Oktober begann die Regierung damit, schrittweise Lockerungen umzusetzen, etwa bei der Wiederöffnung der Schulen.

    09.56 Uhr: Laut LKA kein messbarer Anstieg von häuslicher Gewalt

    Die Corona-Krise hat nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) bislang nicht zu mehr bekannten Fällen häuslicher Gewalt geführt - entgegen anders lautenden Befürchtungen. "Vermutungen, dass die Corona-Krise das Problem häuslicher Gewalt verschärfen könnte, weil zerstrittene Eheleute oder Partner nun viel Zeit gemeinsam zu Hause verbringen, bestätigen sich zumindest bislang nicht", teilte das LKA in München mit. Die Fallzahlen bei häuslicher Gewalt seien "in diesem Jahr unauffällig und teilweise sogar rückläufig". Allerdings lägen "abschließend belastbare Zahlen dazu" noch nicht vor.

    Während der ersten Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr dieses Jahres berichteten 3,1 Prozent der Frauen zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland von körperlichen Auseinandersetzungen mit dem Partner. In 6,5 Prozent der befragten Haushalte wurden Kinder körperlich bestraft. 3,8 Prozent fühlten sich von ihrem Partner bedroht, 2,2 Prozent durften das Haus nicht allein verlassen.

    09.29 Uhr: Müller befürchtet mehr als 2 Millionen Tote in Afrika durch Corona-Auswirkungen

    Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller (CSU), ist besorgt über die Lage in Afrika. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte er: "Wir gehen allein auf dem afrikanischen Kontinent leider davon aus, dass innerhalb eines Jahres, zusätzlich zu dem Tod durch das Virus, zwei Millionen Menschen sterben würden, weil keine Medikamente mehr zu den Menschen in den Dörfern kommen."

    Bereits jetzt sei jeder zweite Job in Afrika gefährdet oder verloren gegangen, so der Minister, und es baue sich eine Hunger- und Armutskrise auf. "Weil der Lockdown in afrikanischen Ländern dazu geführt hat, dass Nahrungsmittelketten unterbrochen wurden und keine Medikamente mehr verteilt werden können." Wichtig seien jetzt Soforthilfen für die Länder, auch ein Schuldenerlass sei notwendig. Ein Lichtblick für Gerd Müller ist der Impfstoff, den müssten aber alle bekommen. "Auch die Ärmsten der Armen müssen Zugang haben, und die Industriestaaten müssen hier zur Finanzierung beitragen."

    09.10 Uhr: Mehr als 169.000 Neuinfektionen und knapp 900 Tote in den USA

    In den USA breitet sich die Corona-Pandemie weiter rasant aus. Die Behörden meldeten binnen eines Tages 169.190 nachgewiesene Neuinfektionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervorging. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es rund 160.000 gewesen. Am Freitag war mit rund 196.000 Neuinfektionen der bislang höchste Wert registriert worden.

    Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion binnen 24 Stunden belief sich am Montag auf 889. In der Woche zuvor waren es am gleichen Tag 758. Erstmals seit Anfang Mai war am Donnerstag mit 2015 neuen Todesfällen wieder die 2.000er-Marke überschritten worden. Der höchste Wert an einem Tag wurde am 15. April mit 2.609 Toten erreicht.

    Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 12,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 257.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

    08.55 Uhr: Linnemann gegen "Bazooka-Politik" bei Corona-Finanzhilfen

    Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann, hat eine zielgerichtete Verteilung der Corona-Finanzhilfen gefordert. "Es ist richtig, dass wir uns verschulden, aber bitte nicht so auf Pump, wie wir es im Moment machen", sagte Linnemann "Morgenmagazin" von ARD und ZDF. Die Bundesregierung müsse passgenaue Hilfen für die besonders betroffenen Bereiche anbieten und könne "nicht auf Dauer die Wirtschaft subventionieren mit Geldern, die wir in Zukunft nicht haben".

    "Die Bazooka-Politik muss vorbei sein", sagte Linnemann. An der einen Stelle würden die Hilfen überkompensiert. So bekämen etwa Fast-Food-Ketten 75 Prozent der Umsätze aus dem Vorjahr für Verkäufe im Restaurant und könnten weiter Geld mit dem Außer-Haus-Verkauf einnehmen.

    Gleichzeitig erhielten Einzelhändler keine Unterstützung, obwohl in vielen Innenstädten die Kunden wegblieben. "Da verstehe ich den Einzelhandel, dass der sauer ist, dass auf der einen Seite überkompensiert wird und auf der anderen Seite nicht geholfen wird", sagte Linnemann.

    08.30 Uhr: Länder für verschärfte Beschränkungen - Lockerung zu Weihnachten

    Die 16 Ministerpräsidenten haben sich auf eine verschärfte, verbindliche Kontaktbeschränkung auf zwei Haushalte mit maximal fünf Personen geeinigt, wollen aber Lockerungen für Weihnachten und Silvester. Zwischen dem 23. Dezember und dem 1. Januar sollen "Treffen eines Haushaltes mit haushaltsfremden Familienmitgliedern oder haushaltsfremden Personen bis maximal zehn Personen insgesamt" erlaubt werden, wie laut Reuters aus einer Beschlussvorlage der Länder hervorgeht. Kinder bis 14 Jahre sind jeweils ausgenommen.

    Arbeitgeber sollen laut der Länder-Vorlage prüfen, ob die Betriebsstätten entweder durch Betriebsferien oder großzügige Homeoffice-Lösung vom 23. Dezember bis 1. Januar geschlossen werden können. Damit solle bundesweit der Grundsatz "Bleibt Zuhause" umgesetzt werden.

    Die 16 Bundesländern haben sich demnach auch auf eine weitere Schließung der Gastronomie bis zum 20. Dezember geeinigt - wollen aber eine regionale Differenzierung: Wenn die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz auf einen Wert unter 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner fällt, dürfen Länder Einrichtungen auch früher öffnen, wenn dem andere Faktoren wie die Auslastung der Intensiv-Kapazitäten nicht entgegenstehen. Umgekehrt sollen in Corona-Hotspots auch weitere Verschärfungen möglich sein.

    Die Maskenpflicht soll erweitert werden und künftig auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen gelten.

    08.22 Uhr: Länder für Maskenpflicht in Corona-Hotspots ab Klasse sieben

    In Regionen mit deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen soll nach dem Willen der Länder künftig ab Klasse sieben grundsätzlich eine Maskenpflicht auch im Unterricht gelten. Das geht laut Deutscher Presse-Agentur aus dem Beschlussentwurf der Ministerpräsidenten für die Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch hervor. In "besonderen Infektionshotspots" soll es demnach in älteren Jahrgängen außer Abschlussklassen schulspezifisch "weitergehende Maßnahmen für die Unterrichtsgestaltung" geben, beispielsweise Hybridunterricht.

    08.18 Uhr: Konjunktur erholt sich stärker als erwartet

    Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist nach dem coronabedingten Absturz im Frühjahr etwas stärker gewachsen als zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 8,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. In einer ersten Schätzung war die Behörde von einem Plus von 8,2 Prozent ausgegangen.

    08.06 Uhr: Länder wollen Böllerverbot nur auf belebten Plätzen und Straßen

    Die Ministerpräsidenten der Länder wollen Silvesterfeuerwerk auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen untersagen, um größere Gruppenbildungen angesichts der Corona-Lage zu vermeiden. "Die örtlich zuständigen Behörden bestimmen die betroffenen Plätze und Straßen", heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden geeinten Beschlussentwurf der Länder für die Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch. Grundsätzlich wird "empfohlen", zum Jahreswechsel auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten - ein Verkaufsverbot ist demnach aber nicht vorgesehen.

    07.56 Uhr: England will Quarantäne für Einreisende aus Risikogebieten verkürzen

    Einreisende aus Risikogebieten können ab Mitte Dezember in England mit einer kürzeren Quarantäne-Dauer rechnen. Nach fünf Tagen solle es dann möglich sein, auf eigene Kosten einen Corona-Test zu machen und nach negativem Ergebnis die Wohnung wieder zu verlassen, wie Verkehrsminister Grant Shapps ankündigte. Bislang mussten sich alle Einreisenden aus Risikogebieten verpflichtend 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Auch Deutschland gilt derzeit für Großbritannien als Risikogebiet.

    Die Reisebranche begrüßte die Regelung, beschrieb sie aber als "überfällig". Viele andere Staaten, darunter auch Deutschland, ermöglichen bereits seit längerem, die Quarantäne nach der Einreise durch einen Corona-Test abzukürzen. In Nordrhein-Westfalen hatte zuletzt sogar ein Gericht die Quarantäne-Regeln gekippt und sie als unwirksam zur Bekämpfung der Pandemie bezeichnet.

    07.28 Uhr: Umfrage - Deutsche vermissen Kontakt zu Familie und Freunden

    In Zeiten der Corona-Pandemie vermisst rund die Hälfte aller Deutschen laut einer Umfrage am meisten den Kontakt zur Familie, zu Freunden und Nachbarn. Für 55 Prozent der Frauen und 43 Prozent der Männer stellten die Kontaktbeschränkungen die größte Entbehrung dar, teilte die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg nach der Befragung von rund 3.000 Bundesbürgern mit. Jeder zweite Befragte habe sogar gesagt, "dass er den Wert der Familie erst durch die Corona-Pandemie (wieder-)entdeckt hat".

    "Die meisten Bürger erkennen die Notwendigkeit der Einschränkungen und halten sich an die Regeln", erklärte Studienleiter Prof. Ulrich Reinhardt. Gleichzeitig sei die Sehnsucht nach einem Wiedersehen mit Verwandten und Freunden aber groß: "In dieser doppelten Notsituation agieren viele Bürger pragmatisch und weichen auf digitale Kommunikationsarten aus."

    So nutzten zwei Drittel der Bevölkerung mindestens einmal pro Woche Messengerdienste für Kontakte mit der Familie. Ähnlich populär sei das Telefon, fast ein Viertel (23 Prozent) nutzt die Videotelefonie. 34 Prozent der Befragten setzen den Angaben zufolge trotz der eingeschränkten Möglichkeiten auf Besuche - das seien fünf Punkte mehr als vor einem Jahr, als ohne Corona-Beschränkungen 29 Prozent angaben, die Familie einmal pro Woche zu besuchen.

    07.16 Uhr: Schweden verlässt mit strengeren Vorschriften seinen Sonderweg

    Mit dem Inkrafttreten von strengeren Vorschriften verlässt Schweden seinen Corona-Sonderweg. Erstmals gelten seit heute Auflagen für Treffen in der Öffentlichkeit, nur noch acht Menschen dürfen zusammenkommen. Bisher durften sich je nach Anlass 50 bis 300 Menschen treffen. Schulen und Restaurants sollen laut der Regierungsanordnung weiter geöffnet bleiben. Betreiber von Restaurants müssen allerdings darauf achten, dass pro Tisch nicht mehr als acht Gäste Platz nehmen.

    Schweden ging seit Beginn der Corona-Pandemie einen weniger restriktiven Weg als die meisten anderen europäischen Länder. Kritiker warfen den schwedischen Behörden deshalb vor, mit ihrer Strategie Menschenleben zu gefährden. Dennoch verzichtete die Regierung bisher auf das Verhängen von Einschränkungen - stattdessen sprach sie lediglich Empfehlungen für die Bürger aus. Die nun erstmals verhängten Einschränkungen gelten allerdings nicht für Treffen in privaten Wohnungen - der Regierung fehlt die Befugnis, um dafür Vorschriften zu machen.

    06.41 Uhr: Philologenverband gegen kurzfristige Verlängerung der Weihnachtsferien

    Der Deutsche Philologenverband warnt davor, zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie kurzfristig die Weihnachtsferien zu verlängern. Dies hätte nur ein "Planungschaos" zur Folge, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Lehrerinnen und Lehrer wollten ihren Unterricht vernünftig planen "Unter kurzfristigen Ferienverlängerungen hätten im Zweifel insbesondere diejenigen zu leiden, die bald Abitur machen oder bei denen andere Prüfungen anstehen", sagte Lin-Klintzing. Statt eines hektischen Herumdokterns an den Ferienzeiten brauche es vielmehr Reihentestungen zum Schulbeginn im neuen Jahr - also freiwillige Corona-Tests für alle Schüler und Lehrer.

    06.30 Uhr: Papst kritisiert Proteste gegen Corona-Auflagen

    Papst Franziskus kritisiert in einem neuen Buch die Proteste gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die von den Regierungen zum Schutz der Bevölkerung angeordneten Einschränkungen seien von einigen Gruppen fälschlicherweise als "politischer Angriff" auf ihre persönliche Freiheit betrachtet worden, schrieb der Papst in dem Buch "Wage zu träumen!".

    Zudem übte er Kritik an Demonstranten, welche die Maskenpflicht als "ungerechtfertigte Zumutung" anprangerten und warf ihnen vor, sich nicht in gleichem Maß gegen gesellschaftliche Probleme wie Rassismus und Kinderarmut einzusetzen. "Gegen so etwas würden sie nie protestieren; sie sind unfähig, sich außerhalb ihrer kleinen Welt der Interessen zu bewegen", schrieb Franziskus.

    06.03 Uhr: WHO warnt vor vorschnellen Lockerungen wegen Weihnachten

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor Lockerungen von Corona-Restriktionen über Weihnachten, wenn Behörden das Infektionsgeschehen nicht voll unter Kontrolle haben. "Wenn sich Menschen untereinander anstecken und wenn ein Land nicht die nötige Infrastruktur hat, um Fälle zu verfolgen und Kontakte zu isolieren und in Quarantäne zu schicken, dann wird eine Lockerung zu stärkeren Ansteckungen führen", sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan in Genf.

    Eine wissenschaftliche Formel, welche Lockerungen vertretbar oder wie viele Feiertage ohne größere Auflagen sicher seien gebe es nicht. "Es gibt nur ein höheres und niedrigeres Risiko, dass die Situation sich bessert oder verschlimmert", sagte Ryan. Regierungen müssten die Risiken einer stärkeren Ausbreitung des Virus mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken der Beibehaltung von Beschränkungen abwägen. Wenn Menschen sich über die Feiertage nicht treffen dürften, entstehe eine große Frustration, eine Corona- Müdigkeit und womöglich Widerstand gegen die Maßnahmen, räumte er ein.

    05.40 Uhr: 13.554 Corona-Neuinfektionen - etwas unter dem Vorwochenstand

    Binnen 24 Stunden wurden dem Robert-Koch-Institut 13. 554 neue Corona-Fälle übermittelt. Am vergangenen Dienstag hatte die Zahl bei 14.419 gelegen. Am Freitag war mit 23.648 gemeldeten Fällen ein Höchststand erreicht worden. Zu Beginn der Woche sind die Zahlen regelmäßig vergleichsweise niedrig, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

    Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 942.687 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 249 auf insgesamt 14.361. Das RKI schätzt, dass rund 636 .00 Menschen inzwischen genesen sind.

    Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 0,97 (Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, fast eine weitere Person ansteckt. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

    Montag, 23. November 2020

    23.20 Uhr: Länder wollen Schließungen bis 20. Dezember verlängern

    Die Ministerpräsidenten beenden ihre Beratungen. Wie erwartet einigen sie sich auf die Verlängerung der Schließungen etwa der Gastronomie bis zum 20. Dezember, heißt es in Teilnehmerkreisen. Am Dienstag soll es Gespräche mit dem Bund geben. Am Mittwoch wollen Kanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsident dann abschließend entscheiden, mit welchem Maßnahmen sie die hohen Infektionszahlen drücken wollen. Der Bund soll nach dem Wunsch der Länder die milliardenschweren Entschädigungen für die von den Schließung betroffenen Betriebe zahlen.

    22.55 Uhr: Italien will Skiferien über Weihnachten verbieten

    Italiens Regierung will den Skiurlaub in diesem Winter einschränken und erhofft sich dafür Unterstützung aus Deutschland und Frankreich. In Italien werden zwischen Weihnachten und Neujahr keine Skiferien möglich sein. Das hat Ministerpräsident Conte am Abend in einem Fernsehinterview angekündigt. Die Weihnachtszeit, so der Regierungschef, dürfe nicht zum Vorzimmer einer dritten Covid-19-Welle werden. Für sein Nein zum Skiurlaub setzt Conte auf Rückendeckung aus Berlin und Paris. Er arbeite derzeit daran, sagte Italiens Ministerpräsident, mit Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron ein gemeinsames europäisches Protokoll für die Winterferien zu erarbeiten. Widerspruch gegen das geplante Verbot von Skiferien über Weihnachten bekommt Conte bereits aus dem eigenen Land. Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, plädiert dafür, Skilifte geöffnet zu lassen, aber Bars und Restaurants in den Skigebieten zu schließen.

    22.35 Uhr: Spaniens König Felipe VI. nach Corona-Kontakt in Quarantäne

    Spaniens König Felipe VI. hat sich nach einem Corona-Kontakt in eine zehntägige Quarantäne begeben. Das habe der Königspalast am Montagabend mitgeteilt, berichteten spanische Meiden übereinstimmend. Der König habe erfahren, dass eine Person, mit der er am Sonntag engeren Kontakt hatte, positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, habe das Königshaus weiter mitgeteilt. Felipe habe für die Zeit der Quarantäne alle Termine abgesagt. Über den Zustand des Staatsoberhauptes wurde zunächst nichts bekannt. Seine Frau, Königin Letizia, sowie seine beiden Töchter, Prinzessin Leonor und die Infantin Sofía, könnten jedoch weiter ihren normalen Tätigkeiten nachgehen, hieß es. Letizia war bereits im März während der ersten Corona-Welle in Quarantäne, ebenso wie Leonor, die Thronfolgerin, nachdem es in ihrer Schulklasse einen Corona-Fall gegeben hatte.

    22.10 Uhr: Laschet lehnt Böllerverbot im privaten Kreis ab

    Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet lehnt das vor allem von SPD-Ländern geforderte Verbot von Sylvester-Böller ab. Es dürfe sicherlich keine großen Menschenansammlungen geben, sagt der CDU-Politiker im ZDF. Man solle aber "dieses kleine private Feuerwerk nicht untersagen". Bei den diskutierten Kontaktbeschränkungen spricht sich der CDU-Politiker gegen eine zu strenge Obergrenze etwa für Weihnachten aus. Zehn Personen seien in Ordnung. Man dürfe aus den Fragen keinen Parteienstreit machen.

    21.35 Uhr: Keine einheitliche Linie in Sachen Silvesterböller unter Ländern

    Unter den Ministerpräsidenten der Länder zeichnet sich bisher keine einheitliche Linie zur Frage eines generellen Verkaufsverbots für Silvesterböller ab. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montagabend von Teilnehmern der Länder-Beratungen. Es wurde betont, Entscheidungen solle es erst am Mittwoch bei den Beratungen von Bund und Ländern geben. Diskutiert wurde demnach ein Verbot von Feuerwerken zu Silvester auf bestimmten öffentlichen Plätzen. Die unionsgeführten Bundesländer hatten sich anders als SPD-Länder gegen ein Verkaufsverbot für Silvesterböller ausgesprochen. Der Verkauf und das Mitführen von Pyrotechnik solle nicht untersagt werden, heißt es in einem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Stattdessen solle es einen Appell geben sowie ein Verbot von Feuerwerk auf belebten Plätzen. In einem Papier des SPD-geführten Berlins als Vorsitzland der Ministerpräsidentenkonferenz hieß es, zum Jahreswechsel solle der Verkauf, der Kauf und das Zünden von Feuerwerk verboten werden - besonders um die Einsatz- und Hilfskräfte zu entlasten, die Kapazitäten des Gesundheitssystems freizuhalten und um größere Gruppenbildungen zu vermeiden.

    21.20 Uhr: China verlangt mehr Inklusion bei der Entwicklung in der Welt nach COVID

    Die Pandemie, die weltweit mehr als 57,4 Millionen Menschen infiziert und mehr als 1,3 Millionen Tote gefordert hat, habe viele große Schwächen der globalen Führung offengelegt. Die internationale Gemeinschaft frage sich, was die Gruppe der 20 (G20) zur Verbesserung des Systems tun könne, sagte der chinesische Präsident Xi Jinping bei seiner Ansprache per Videolink auf dem G20-Gipfel in Riad. Xi sagte, die G20 spiele im weltweiten Kampf gegen COVID-19 eine unersetzliche Rolle und sollte Multilateralismus, Offenheit, Inklusivität und eine wechselseitig vorteilhafte Zusammenarbeit pflegen und mit der Zeit Schritt halten.

    21.15 Uhr: Prinzessin Michael of Kent erholt sich von Covid-19

    Nach dem Auftreten schwerer Covid-19-Symptome hat die britische Prinzessin Michael of Kent mittlerweile wohl die schlimmste Phase ihrer Erkrankung überstanden. Sie sei "auf dem Weg der Besserung", sagte ihr Sprecher Simon Astaire. "Sie ist vor drei Wochen erkrankt, aber sie ist nun aus dem Schlimmsten heraus." Die 75-Jährige ist bereits seit Wochen im Kensington-Palast in Quarantäne. Auch ihr Mann Michael, ein Cousin der Queen, hatte sich in Isolation begeben, allerdings keine Symptome gezeigt. Die Prinzessin, die den Vornamen ihres Mannes im Titel trägt, litt hingegen unter hohem Fieber und Erschöpfungssyndromen.

    21.05 Uhr: Frankreich meldet weniger als 5.000 Neuinfektionen pro Tag

    Erstmals seit Wochen haben die Gesundheitsbehörden Frankreichs weniger als 5.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Es seien rund 4.450 Neuinfektionen registriert worden, teilten die Behörden am Montagabend mit. Zu Beginn der Woche sind die Zahlen in der Vergangenheit zwar immer niedriger gewesen. Dennoch ist das der niedrigste Wert seit Ende September. Auch die Quote positiver Tests geht in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern weiter zurück und liegt bei gut 13 Prozent. Gleichzeitig wurden 500 Corona-Tote innerhalb eines Tages in den Krankenhäusern gemeldet - ein vergleichsweise hoher Wert. Die Corona-Lage verbessert sich allerdings seit einiger Zeit in Frankreich - die Behörden gehen davon aus, dass der Höhepunkt der zweiten Welle überschritten ist.

    20.55 Uhr: Keine Corona-Impfpflicht in Großbritannien geplant

    Die britische Regierung wird nach Angaben von Premierminister Boris Johnson keine Zwangsimpfungen anordnen. So etwas werde es nicht geben, sagt er auch einer Pressekonferenz in London. Er betont aber zugleich, dass er Impfungen gegen das Coronavirus für eine gute Sache halte. "Jeder sollte sich impfen lassen, sobald eine Impfung verfügbar ist." Die "Propaganda der Impfgegner" lehne er "total ab".

    20.35 Uhr: Bedeutender Wallfahrtsort in Mexiko bleibt wegen Corona geschlossen

    Millionen Menschen pilgern jedes Jahr im Dezember zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko-Stadt - in diesem Jahr bleibt die Kirche wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Sie werde vom 10. bis 13. Dezember geschlossen, um zum Wohl des gesamten mexikanischen Volkes eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung der katholischen Kirche und der Regierung der mexikanischen Hauptstadt. Die Entscheidung sei notwendig, auch wenn in einem der schwierigsten Jahre der mexikanischen Geschichte viele Menschen vermutlich das Bedürfnis hätten, bei der Jungfrau Trost zu suchen.

    20.25 Uhr: Ärzte weiter für Einsatz von Remdesivir bei Corona-Patienten

    Trotz einer kritischen WHO-Studie wollen Intensiv- und Notfallmediziner sowie Pneumologen in Deutschland das Medikament Remdesivir zunächst weiter zur Behandlung bestimmter Corona-Patienten einsetzen. Das geht aus neuen Leitlinien zur stationären Behandlungen von Covid-19-Patienten hervor, die mehrere medizinische Gesellschaften am Montag veröffentlichten. "Bei hospitalisierten, nicht beatmeten Patienten mit Covid-19 Pneumonie und Sauerstoffbedarf, kann eine Therapie mit Remdesivir erfolgen", heißt es in der Empfehlung. "Allerdings ist das eine ganz schwache Empfehlung", sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der Nachrichtenagentur Reuters. Es bleibe den Ärzten freigestellt, ob sie das Mittel der US-Firma Gilead verwenden wollen, das ursprünglich gegen eine Ebola-Erkrankung entwickelt wurde.

    20.05 Uhr: CDU-Politiker fordert Impfung vor Großveranstaltungen

    Der CDU-Gesundheitspolitiker und Europaabgeordnete Peter Liese hat sich für eine Corona-Schutzimpfung als Voraussetzung für Besuche von Großveranstaltungen ausgesprochen. Die Veranstalter sollten nur Besucher mit Impfausweis einlassen, sobald im kommenden Jahr jeder die Möglichkeit habe, sich impfen zu lassen, sagte Liese laut «Westfalenpost». Liese sprach sich zudem aktuell für weitere Maßnahmen aus, um die Zahl der Neuinfektionen zu senken. So sollten Schüler über 14 Jahre in geteilten Klassen unterrichtet werden.

    19.50 Uhr: US-Behörden melden fast 148.000 neue Fälle

    Die US-Seuchenschutzzentren CDC melden 147.840 Neuinfektionen und 882 weitere Todesfälle. Damit sind laut den CDC in den Vereinigten Staaten insgesamt fast 12,2 Millionen Ansteckungen und knapp 256.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Die CDC-Zahlen können von den Statistiken der einzelnen Bundesstaaten abweichen.

    19.20 Uhr: Sixt fürchtet Verlust von 100 Millionen Euro in 2020

    Deutschlands größter Autovermieter befürchtet in diesem Jahr einen Verlust von knapp 100 Millionen Euro. Vor Steuern dürfte im fortgeführten Geschäft 2020 ein Verlust von 70 bis 95 Millionen Euro anfallen, nach einem Vorsteuergewinn von bereinigt 308 Millionen Euro 2019, wie Sixt mitteilte. Der operative Konzernumsatz werde auf rund 1,5 (2019 bereinigt: 2,49) Milliarden Euro schrumpfen. Auf dem Geschäft des Autovermieters lastet die Virus-Pandemie und die damit einhergehenden Kontakt- und Reisebeschränkungen. Die Ergebnisse aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich Leasing, insbesondere der darin enthaltene einmalige Sondereffekt aus dem Verkauf der Beteiligung an der Sixt Leasing SE, seien nicht in der Prognose enthalten. Von diesen Ergebnissen stünden den Gesellschaftern der Sixt SE rund 65 Millionen Euro zu.

    19.15 Uhr: Gaststättenverband lehnt Öffnung nur über Weihnachten ab

    Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat sich gegen Überlegungen gewandt, eine Öffnung von Restaurants und Hotels nur für wenige Tage über Weihnachten zu erlauben. "Unsere Unternehmen sind keine Garagen, die man nach Belieben auf- und zusperren kann", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zu Erwägungen, einen Betrieb vom 21. bis 27. Dezember zu ermöglichen. Nach den Wochen der Schließung müssten Restaurants und Hotels aufwändig gereinigt und dekoriert werden sowie der Einkauf- und die Personalplanung organisiert werden. Wenn schon, dann müssten die Betriebe bis mindestens Mitte Januar offen bleiben können, so Hartges. Auch solle darüber nicht bereits bei dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch entschieden werden, sondern erst Mitte Dezember. Für den Fall eines weiteren Lockdowns pochte Hartges auch auf weitere staatliche Hilfen.

    19.05 Uhr: WHO: Weitere 4,3 Milliarden Dollar für Impfkampagne nötig

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benötigt weitere 4,3 Milliarden Dollar für ihre weltweite Impfkampagne. Es bestehe das Risiko, dass die Armen und besonders Gefährdeten im weltweiten Rennen um einen Corona-Impfstoff unter die Räder kämen, sagt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Über die Initiative Covax werden Impfstoffdosen für Länder bereitgestellt, die sich die Medikamente auf anderem Weg nicht beschaffen können. Bislang haben die Geberländer fünf Milliarden Dollar zugesagt, davon umgerechnet rund 600 Millionen Dollar aus Deutschland.

    18.50 Uhr: Kretschmann für früheren Ferienbeginn

    Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist für einen früheren Start der Schüler in die Weihnachtsferien als bisher geplant. Er wolle sich auch bei der anstehenden Bund-Länder-Schalte für längere Weihnachtsferien stark machen, sagte ein Regierungssprecher. In Baden-Württemberg wie in einigen anderen Ländern sei bislang der letzte Schultag der 22. Dezember (Dienstag). Wenn die Schüler bereits am 18. Dezember (Freitag) in die Ferien entlassen würden, habe man bis Heiligabend eine Strecke von fünf bis sechs Tagen, die man nutzen könne, um Kontakte zu minimieren. "Dann wird man an den Feiertagen mit einem entspannteren Gefühl zu den Großeltern fahren und im Kreise der Familie das Weihnachtsfest begehen können", hieß es aus dem Staatsministerium.

    18.45 Uhr: Walter-Borjans plädiert für Verlängerung der November-Hilfen

    SPD-Chef Norbert Walter-Borjans plädiert für eine Verlängerung der November-Hilfen für Gaststätten, Hotels, Kultureinrichtungen und Freizeitbetriebe, falls der Teil-Lockdown ausgedehnt wird. "Wenn wir die Corona-Maßnahmen verlängern, müssen auch die Hilfen verlängert werden", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland laut Vorabbericht. "Niemand kann ein Interesse daran haben, nach der Pandemie in einem Land zu leben, in dem es keine Bühnen und Hotels, keine Cafés und Restaurants mehr gibt."

    18.37 Uhr: Schwesig für Lockerungen bei Inzidenz unter 35

    Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich vor den Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch für frühere Corona-Lockerungen in Bundesländern ausgesprochen, die einen Inzidenzwert von unter 35 haben. Mecklenburg-Vorpommern erfülle diese Voraussetzungen zwar noch nicht, "aber wenn die Zahlen weiter absinken und dann stabil bleiben, könnten wir bei uns erste Lockerungen vornehmen", sagte Schwesig der Deutschen Presse-Agentur.

    Schwesig betonte erneut, dass es für Corona-Hotspots verschärfte Regeln geben müssen. "Wir haben in Deutschland Regionen mit mehr als 200 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wir müssen verhindern, dass die Welle aus den Hochrisikogebieten in andere Regionen hineinschwappt." Absolute Priorität habe, dass die Schulen und Kitas offen bleiben. An einer Verlängerung der Kontaktbeschränkungen führe kein Weg vorbei - diese würden möglicherweise sogar noch verschärft werden müssen.

    18.22 Uhr: Über 50.000 Corona-Tote in Italien

    In Italien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 50.000 überschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums verzeichneten die Behörden binnen 24 Stunden 630 Tote mit Sars-CoV-2. Demnach starben bislang knapp 50.500 Menschen mit dem Virus. Zugleich sank die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages auf rund 23.000. Da am Wochenende weniger Testkapazitäten zur Verfügung stehen, fällt dieser Wert am Montag aber oft geringer aus. Verglichen mit dem Montag der Vorwoche (knapp 27.400) lagen die Zahlen allerdings niedriger. Insgesamt wurden bisher etwa 1,432 Millionen Corona-Fälle registriert.

    18.14 Uhr: England kehrt vom Lockdown zum Warnstufen-System zurück

    England kehrt nach einem vierwöchigen Teil-Lockdown Anfang Dezember wieder zu einem Warnstufen-System mit regionalen Corona-Beschränkungen zurück. "Wir werden zu einem regionalen Ansatz mit verschiedenen Stufen zurückkehren - und dort die strengsten Maßnahmen einführen, wo Covid am präsentesten ist", sagte der britische Premier Boris Johnson in einer virtuellen Ansprache an das Parlament. Dabei sollen die Maßnahmen gegenüber den vor dem Teil-Lockdown geltenden Stufen verschärft werden.

    Welche Regionen in welche der drei Risikostufen - mittel, hoch oder sehr hoch - eingruppiert würden, soll im Laufe der Woche bekanntgegeben werden. Es müssten allerdings zunächst mehr Regionen in eine höhere Stufe eingeordnet werden, hieß es bereits. Die Gastronomie darf unter Auflagen ab dem 3. Dezember in Regionen mit niedrigeren Stufen wieder öffnen. Gleiches gilt für nicht-essenzielle Geschäfte, Fitnessstudios und Friseure. Bei Sportevents sollen je nach Risikostufe sogar bis zu 4.000 Zuschauer zugelassen werden.

    17.55 Uhr: Alle Schulen und Kitas im Landkreis Hildburghausen schließen

    Nach besonders hohen Corona-Infektionszahlen binnen einer Woche werden ab Mittwoch im thüringischen Landkreis Hildburghausen alle Schulen und Kitas geschlossen. Darauf verständigte sich der Kreis mit der Thüringer Landesregierung, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner erreichte am Montag 396. In keinem anderen Landkreis in Deutschland war die Sieben-Tagen-Inzidenz laut Robert Koch-Institut höher.

    Landrat Thomas Müller (CDU) ging davon aus, dass die Infektionslage sich weiter verschärfen wird. "Wir werden jetzt Richtung 500 marschieren", sagte er mit Blick auf die 7-Tage-Inzidenz. Müller hatte schon länger gefordert, die Schulen und Kitas zu schließen. Insgesamt sei die Lage so, dass sich kaum mehr klare Infektionsherde ausmachen ließen. "Das geht querbeet durch alle Altersschichten", sagte der Landrat.

    Nach Ministeriumsangaben ist für Kinder in dem Landkreis die Betreuung gesichert. Für den gesamten Landkreis sei eine neue Verordnung geplant, die unter anderem auch strengere Kontaktbeschränkungen enthalte, sagte der Sprecher.

    17.40 Uhr: WHO-Chef - Licht am Ende des Tunnels wird heller

    Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hält nach den jüngsten Meldungen zur Wirkung der neuen Corona-Impfstoffe ein Ende der Corona-Pandemie für möglich. "Mit den jüngsten positiven Angaben aus den Impf-Testreihen wird das Licht am Ende dieses langen, dunklen Tunnels heller", sagte Tedros in Genf: "Es gibt jetzt eine reale Hoffnung, dass Impfstoffe - zusammen mit den bewährten Maßnahmen öffentlicher Gesundheit - helfen werden, die Covid-19-Pandemie zu beenden."

    Tedros appellierte an die wohlhabenden Länder, mehr Geld für die Unterstützung ärmerer Länder bereitzustellen. "Dies ist kein Akt der Wohltätigkeit", sagte Tedros: "Es ist der schnellste und smarteste Weg, um die Covid-19-Pandemie zu beenden und die Weltwirtschaft wieder anzukurbeln." Das dafür aufgelegte Programm der WHO, der ACT-Accelerator, brauche sofort 4,3 Milliarden Dollar (3,6 Mrd Euro) für die Beschaffung und Auslieferung großer Mengen von Impfstoffen, Tests und Medikamenten. Weitere 23,8 Milliarden Dollar seien im kommenden Jahr nötig.

    17.24 Uhr: Busbranche bietet Busse zur Entzerrung des Schülerverkehrs an

    Viele Busunternehmen haben noch freie Kapazitäten, um den Schülertransport in Corona-Zeiten zu entzerren. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer hervor. "Viele mittelständische Busunternehmen können und wollen zusätzliche Fahrten im Schulbusverkehr anbieten", teilte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands, Christiane Leonard, mit. Die Kapazitäten würden bislang nicht voll genutzt.

    Die Reisebusbranche gehöre zu den am schwersten von der Corona-Krise betroffenen Wirtschaftszweigen, sagte Leonard. Tausende Busse seien bereits abgemeldet worden. Sie rief Städte und Gemeinden dazu auf, die Kapazitäten zu nutzen. Wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen wird momentan auch eine Entzerrung des Schülerverkehrs diskutiert, damit die Schüler nicht dicht gedrängt Bus oder Bahn fahren müssen.

    17.10 Uhr: Habeck für Ladenschließungen in Hotspots

    Grünen-Chef Robert Habeck hat einen ausgeweiteten Teil-Lockdown für Corona-Hotspots vorgeschlagen. Man könne sich vorstellen, dass in den "dunkelroten Regionen" Läden, die nicht dem täglichen Bedarf dienen, geschlossen werden, sagte er während einer digitalen Pressekonferenz. In Regionen, in denen die Lage gut sei, könnten hingegen möglicherweise Lockerungen erfolgen.

    Habeck forderte eine "regionale Differenzierung" auf der Basis einheitlicher Maßstäbe. "Es wäre falsch, die Maßnahmen jetzt flächendeckend zu lockern und aufzuheben", sagte er. Man müsse feststellen, "dass der Wellenbrecher die Welle nicht so gebrochen hat, wie es erhofft oder versprochen wurde".

    17.00 Uhr: Slowakei streitet über Fortsetzung von Massentests

    In der Slowakei hat sich der regierungsinterne Streit über die Corona-Massentests verschärft. Nachdem Regierungschef Igor Matovic erneut Sanktionen gegen Test-Verweigerer angedroht hatte, stellte der liberale Wirtschaftsminister Richard Sulik das Pandemiekonzept der Regierung in Frage: "Der Kampf gegen das Coronavirus verläuft chaotisch und ignoriert die Meinungen von Experten", sagte Sulik in Bratislava.

    Als überhaupt erster Staat hatte die Slowakei am Allerheiligen-Wochenende Ende Oktober Corona-Massentests im ganzen Land durchgeführt. Außer Kindern durfte danach zwei Wochen lang niemand mehr auf die Straße, ohne einen negativen Test vorzuweisen. Auch wegen dieser Sanktionsdrohung stellten sich 3,6 Millionen der 5,5 Millionen Einwohner in Warteschlangen.

    Während sich Matovic rühmte, die Idee werde in Liverpool, Südtirol und Österreich nachgeahmt, kritisierten slowakische Mediziner die Durchführung. So seien die ohnehin ungenaueren Schnelltests oft unsachgemäß eingesetzt worden. Es habe weder eine nachbereitende Analyse gegeben noch eine Verfolgung von Kontakten der positiv Getesteten.

    16.34 Uhr: CDU/CSU will keinen Corona-Soli

    Die Union hat Überlegungen von SPD-Ministerpräsidenten zur Einführung eines Corona-Soli zurückgewiesen. "Wir lehnen einen solchen Solidaritätszuschlag entschieden ab", sagte Unionsfraktionsvize Andreas Jung (CDU) der "Welt". Ein derartiger Zuschlag zur Stabilisierung der Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung in der Corona-Pandemie sei nicht nötig. Jung verwies darauf, dass die gesetzliche Kassen 2021 durch einen weiteren Steuerzuschuss von fünf Milliarden Euro gestärkt würden.

    Ein möglicher Corona-Soli ist in dem Beschlussentwurf erwähnt, den die Länder unter Führung des SPD-regierten Berlin für das Spitzengespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch vorbereitet haben. In dem Entwurf heißt es, der Bund werde gebeten zu prüfen, wie eine steuerfinanzierte Stabilisierung der Kassenbeiträge aussehen könnte, "damit die durch die Corona-Pandemie im Gesundheitswesen verursachten Mehrkosten nicht einseitig durch die gesetzlich Versicherten abgefedert werden müssen". In eckigen Klammern ist hinzugefügt: "zum Beispiel durch einen Solidaritätszuschlag".

    16.30 Uhr: Handball-EM der Frauen gesichert

    Die Austragung der Frauen-EM im Handball (3. bis 20. Dezember) ist gesichert. Die Regierung Dänemarks erteilte zehn Tage vor dem geplanten Auftaktspiel die Freigabe für die alleinige Ausrichtung des Turniers, das nach dem Absprung von Co-Gastgeber Norwegen auf der Kippe gestanden hatte. "Es gibt jetzt grünes Licht für die gesamte Handball-Europameisterschaft auf dänischem Boden", sagte die für den Sport zuständige Kulturministerin Joy Mogensen.

    Neben Herning werden die Partien in Kolding stattfinden, wo auch die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) von Bundestrainer Henk Groener ihre Vorrundenspiele in der Gruppe D bestreiten wird. Das Finalwochenende geht in Herning über die Bühne. "Das ist eine gute Nachricht, insbesondere für die Mannschaft. Sie hat nun ein klares Ziel vor Augen", sagte DHB-Vorstandschef Mark Schober.

    16.12 Uhr: Lauterbach hofft auf Böller-Verbot

    SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Ministerpräsidenten und die Bundesregierung am Mittwoch ein Böllerverbot für den Jahreswechsel verabschieden werden. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass am Mittwoch ein Böllerverbot beschlossen wird", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Appelle reichten nicht aus, so Lauterbach. Kein Ministerpräsident könne ernsthaft dieses Risiko eingehen wollen. "Wo Feuerwerk erlaubt ist, kommen Menschen zusammen, trinken und umarmen sich. Es ist der perfekte Corona-Cocktail", sagte Lauterbach. "Und zwei Wochen später hätte das Bundesland die nächste Infektionswelle als Beweis für das Versagen der Regierung zu beklagen. Das kann niemand wollen", so der SPD-Politiker.

    16.04 Uhr: Luxemburg geht in den Teil-Lockdown

    Im Kampf gegen die Corona-Pandemie verschärft Luxemburg seine Maßnahmen: Voraussichtlich ab Donnerstag müssen Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen bis zum 15. Dezember schließen. Der Schulbetrieb soll weiterlaufen, für obere Klassen soll es Wechselunterricht zwischen Präsenz und "Homeschooling" geben. Ein entsprechendes Gesetz hat die Regierung auf den Weg gebracht. Das Parlament soll am Mittwoch darüber abstimmen, so dass die neuen Regeln in der Nacht zum Donnerstag in Kraft treten könnten.

    "Wir ziehen heute die Notbremse", sagte Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel. Die sozialen Kontakte "müssen für drei Wochen auf ein Minimum reduziert werden". Künftig dürften nur noch maximal zwei Personen, die nicht zum Haushalt gehören, eingeladen werden. Bisher lag die Zahl bei vier Personen: "Wir bitten darum, dass man drei Wochen auf bestimmte Dinge verzichtet."

    Luxemburg kämpft seit Wochen gegen hohe Corona-Infektionszahlen. Die bisherigen Maßnahmen hätten nicht gereicht, um einen Trend nach unten zu bekommen, sagte Bettel. Seit Ende Oktober gilt in Luxemburg eine nächtliche Ausgangssperre von 23.00 bis 6.00 Uhr und eine verstärkte Maskenpflicht wenn mehr als vier Personen zusammentreffen.

    15.53 Uhr: Betrüger fordern von Senioren Geld für Impfung

    Angesichts positiver Nachrichten zur Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus haben sich Betrüger eine neue Masche einfallen lassen: Sie riefen zumeist ältere Menschen an und erzählten ihnen, dass ein Verwandter oder Bekannter dringend auf eine Corona-Impfung angewiesen sei, warnte die Polizei in Brandenburg. Für die Impfung forderten sie dann jeweils zwischen wenigen hundert bis hin zu mehreren zehntausend Euro.

    Insgesamt vier Betrugsversuche dieser Art seien ihnen bereits gemeldet worden, erklärten die Brandenburger Beamten. In allen vier Fällen seien die Angerufenen nicht auf die Masche hereingefallen. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.

    15.16 Uhr: EU-Behörde - Deutsche Maßnahmen womöglich nicht ausreichend

    Die derzeit in Deutschland geltenden Corona-Maßnahmen genügen nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC womöglich nicht, um die Infektionszahlen bis Weihnachten zu verringern. "Es gibt neun Länder, in denen wir prognostizieren, dass die momentanen Maßnahmen nicht ausreichend sein werden, um zu einem Abwärtstrend bei der Inzidenz der bestätigten Fälle zu führen", heißt es in einem ECDC-Bericht. Dazu zählt demnach auch Deutschland.

    Bei zehn Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), die Ende Oktober oder Anfang November Lockdowns und andere strikte Maßnahmen umgesetzt haben, schätzt die Behörde dagegen, dass dieses Vorgehen ähnlich starke Effekte haben dürfte wie im Frühjahr. Für zwölf weitere Staaten geht das ECDC ebenfalls von einer Verringerung der Fallzahlen, Krankenhaus- und Todesfälle auf ein niedriges Niveau aus, allerdings langsamer als im April.

    Mit dem Bericht will das ECDC aufzeigen, wie sich die Zahl der Corona-Infektionen und -Todesfälle sowie der Bedarf an Krankenhaus- und Intensivbetten in den kommenden Wochen entwickeln könnte. Auch zur Debatte über eine Lockerung der Corona-Maßnahmen zur Weihnachtszeit äußerte sich das ECDC: Dies hätte demnach in der ersten Januarwoche 2021 eine Zunahme der Krankenhauseinweisungen zur Folge.

    15.07 Uhr: 1.404 Neuinfektionen in Bayern

    In Bayern gibt es seit gestern 1.404 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen mitgeteilt. Die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie steigt damit bayernweit auf 183.507.

    Im Freistaat gab es in den vergangenen 24 Stunden 14 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt damit auf 3.440.

    Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt in Bayern aktuell bei 179,16. Bayernweit am höchsten ist der Inzidenzwert in Passau mit 373,08 und in der Stadt Kaufbeuren mit 335,60. Den mit Abstand niedrigsten Wert verzeichnet Kulmbach mit 51,7. Allerdings ist der Wert in Kulmbach von gestern auf heute über die Marke von 50 gestiegen.

    14.27 Uhr: Ukrainischer Präsident nach Infektion wieder virusfrei

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach einer Corona-Infektion nach eigenen Angaben wieder virusfrei. Sein letzter Test sei negativ gewesen, schrieb der 42-Jährige auf Facebook. Er freue sich, wieder normal arbeiten zu können.

    Selenskyj war am 9. November positiv auf das Virus getestet worden. Wenige Tage später wurde er stationär in einem Krankenhaus in Kiew aufgenommen. Seine Sprecherin betonte damals, er habe nur milde Symptome, in der Klinik könne er sich aber besser isolieren und habe Zugang zu medizinischer Behandlung.

    Seit Ende September haben auch in der Ukraine die Corona-Zahlen zugenommen. Am Montag wurden 10.945 Neuinfektion in dem Land registriert, das ungefähr halb so viele Einwohner hat wie Deutschland. Insgesamt wurden mehr als 635.000 Infektionen und über 11.000 Todesfälle bestätigt. In der Ukraine gilt seit fast zwei Wochen ein teilweiser Lockdown mit Schließung nicht essenzieller Geschäfte nur an den Wochenenden.

    14.14 Uhr: Neue Corona-Fälle in China

    Nach neuen Corona-Fällen in drei Städten suchen die Behörden in China mit Massentests nach möglichen weiteren Infizierten. In der Metropole Shanghai wurden zwei Neuinfektionen gemeldet, damit stieg deren Zahl dort auf sieben seit Freitag. Videos im Internet, die offenbar von Angestellten stammten, zeigten chaotische Szenen am Flughafen, wo der neue Corona-Ausbruch seinen Ausgang genommen hatte. Es kam zu Gerangel zwischen größeren Menschengruppen und Gesundheitsbeamten in Schutzanzügen, die sie testen wollten.

    13.42 Uhr: 55 Millionen Euro an Coronahilfen für Profisport schon bewilligt

    Etwas mehr als ein Viertel des 200 Millionen Euro schweren Corona-Soforthilfeprogramms des Bundes für den Profisport sind bereits geflossen. Wie das Bundesministerium des Innern mitteilte, lagen bis zum geplanten Fristablauf am 22. November insgesamt 339 Anträge vor. Dabei handelt es sich um eine Summe von knapp 69 Millionen Euro (68 883 291,55). 259 Anträge mit einem Volumen von 55.389.636,53 Millionen Euro wurden bewilligt. Pro Club können bis zu 800.000 Euro beantragt werden.

    Anfang Juli hatte der Bundestag ein Hilfspaket verabschiedet, um die Folgen der Corona-Krise für den Profisport zu mildern. Angesprochen sind Sportvereine und Unternehmen im professionellen und semiprofessionellen Wettbewerb. Die "Coronahilfen Profisport" haben ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro. Die Antragsfrist galt zunächst bis zum 31. Oktober und wurde zuletzt bis zum 22. November verlängert. Das Programm könnte nun sogar bis ins kommende Jahr ausgedehnt werden.

    13.31 Uhr: Kinder wünschen sich vom Weihnachtsmann Ende der Pandemie

    Viele Kinder wünschen sich vom Weihnachtsmann das Ende der Corona-Pandemie. Das geht aus zahlreichen Briefen hervor, die bislang in der niedersächsischen Weihnachtspostfiliale Himmelsthür angekommen sind. In einem Briefzentrum in der Nähe von Hildesheim beantworten neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Post Kinderbriefe an den Weihnachtsmann. Mehr als 3.000 Briefe sind bislang eingetroffen, darunter Hunderte aus dem Ausland, wie Mitarbeiter der Post sagten. Neben Wünschen für ein Ende der Pandemie bitten Kinder demnach um Spielsachen und Süßigkeiten.

    13.20 Uhr: UNO - Neuer Treibhausgas-Rekord trotz Corona-Maßnahmen

    Die Treibhausgase in der Atmosphäre haben nach UN-Angaben trotz der weltweiten Corona-Maßnahmen einen neuen Rekordwert erreicht. Die Konzentration der Treibhausgase sei im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen, erklärte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf. Trotz der weltweiten Beschränkungen beispielsweise für die Industrie wegen der Corona-Pandemie habe die Konzentration in diesem Jahr weiter zugelegt.

    Zwar sei durch die Corona-Maßnahmen der Ausstoß an Treibhausgasen vorübergehend gesunken, erklärte die UN-Organisation. Dies habe aber die Rekord-Konzentration in der weltweiten Atmosphäre nicht verringert. "Der Rückgang der Emissionen im Zusammenhang mit den Lockdowns ist nur ein kleines Zucken auf der langfristigen Kurve. Wir brauchen aber einen substantiellen Abfall der Kurve", erklärte WMO-Chef Petteri Taalas.

    13.02 Uhr: Bundesweite Daten zur Corona-Lage an Schulen geplant

    Die Kultusminister der Länder wollen künftig einmal in der Woche bundesweite Daten zur Corona-Lage an den Schulen bereitstellen. Das kündigte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) in einem Gespräch mit Journalisten an. Bisher war es schwierig, ein genaues Gesamtlagebild über die Anzahl der geschlossenen Schulen, Corona-Infektionen bei Lehrern und Schülern und Betroffenen in Quarantäne zu bekommen, weil die Daten in den Bundesländern unterschiedlich erhoben und nicht zentral erfasst wurden.

    Künftig werde eine regelmäßige wöchentliche Zusammenstellung veröffentlicht, sagte Hubig. Zum ersten Mal soll das ihren Angaben zufolge "in den nächsten Tagen" passieren. Der genaue Zeitpunkt war zunächst noch offen.

    Die letzten bekannten Zahlen der KMK stammen vom 12. November. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich knapp 200.000 der rund 11 Millionen Schülerinnen und Schüler und 13.000 der rund 800.000 Lehrkräfte in Quarantäne. 106 der mehr als 30.000 Schulen waren komplett geschlossenen.

    11.55 Uhr: Deutschland hat sich 23 Millionen Schnelltests gesichert

    Deutschland hat sich dem Bundesgesundheitsministerium zufolge rund 23 Millionen Schnelltests auf das Virus gesichert. Die Verfügbarkeit dieser Tests steige aber schnell, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Schnelltests hätten den Vorteil, dass kein Labor dafür nötig sei. Allerdings brauche es dennoch geschultes Personal.

    11.15 Uhr: Rekordanstieg in Russland

    In Russland melden die Behörden den Rekordwert von 25.173 neuen Positiv-Tests. Die Gesamtzahl liegt inzwischen bei über 2,1 Millionen. Weitere 361 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Damit steigt die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 36.540.

    08.45 Uhr: Corona-Impfstoff von AstraZeneca bis zu 90 Prozent effektiv

    Mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca hat ein weiteres Unternehmen positive Daten zu einem Corona-Impfstoff vorgelegt. Der Impfstoff erreicht nach vorläufigen Studien eine Effektivität von bis zu 90 Prozent. Im Durchschnitt habe die Erfolgsrate bei zwei verschiedenen Testvarianten bei 70 Prozent gelegen, teilte das Forscherteam mit. Berücksichtigt wurden dabei sowohl Daten bei einmaliger als auch zweifacher Impfung. Die Wirksamkeit der Vakzine von Pfizer/Biontech und Moderna liegt für Doppelimpfungen nach vorläufigen Daten bei rund 95 Prozent. Der Astrazeneca-Impfstoff kann den Angaben zufolge bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad aufbewahrt werden.

    Der gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelte Astrazeneca-Wirkstoff gehörte bereits seit längerem zu den vielversprechenden Kandidaten: So hatte die EU bereits vorab bis zu 300 Millionen Dosen davon bestellt. Insgesamt haben verschiedene Länder bereits Milliarden Dosen bei Astrazeneca in Auftrag gegeben.

    08.35 Uhr: Mehr als 20.000 Strafverfahren mit Bezug zur Corona-Pandemie

    Die deutschen Staatsanwaltschaften haben seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich mehr Arbeit. Insgesamt hätten sie mehr als 20.000 Fälle von erschlichenen Corona-Soforthilfen oder anderen Straftaten mit Bezug zur Pandemie erreicht, sagte Sven Rebehn, der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, der "Welt". Die Verwaltungsgerichte bearbeiteten mehr als 6.000 Fälle, die mit Corona zusammenhängen.

    Relativ viele Verfahren drehen sich um möglichen Subventionsbetrug. "Da geht es um die Corona-Beihilfen oder auch sonstige Betrugsmaschen: Internet-Fakeshops, gefälschte Corona-Medikamente oder minderwertige Masken, die als FFP-2 verkauft werden", sagte Rebehn der Zeitung. Mit 7.500 Fällen verzeichneten die Ermittler die höchsten Zahlen in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Berlin. In der Hauptstadt muss die Staatsanwaltschaft mehr als 4500 Fälle mit Pandemiebezug bearbeiten, weitere 1.700 Fälle liegen noch beim Landeskriminalamt.

    Laut einer Umfrage der vom Richterbund herausgegebenen "Deutschen Richterzeitung" wird es vermutlich bis weit ins nächste Jahr dauern, bis die Strafjustiz alle Corona-Verfahren abgearbeitet hat.

    08.15 Uhr: Lage auf Intensivstationen spitzt sich zu

    "Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich zu", sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, der "Rheinischen Post". Die Politik habe seit September zu viel Zeit verschenkt.

    "Noch immer gibt es keine klaren Anweisungen an die Krankenhäuser, dass sie planbare Eingriffe und medizinisch unkritische Operationen verschieben sollen", kritisierte Janssens. Diese Anweisung sei jetzt zwingend notwendig, damit die Krankenhäuser handlungsfähig bleiben und gleichzeitig müssten unbürokratisch und schnellstmöglich finanzielle Kompensationen für Einnahmeverluste bereitgestellt werden.

    07.30 Uhr: BioNTech-Impfstoff könnte in Kürze britische Zulassung bekommen

    Der Corona-Impfstoff des Mainzer Biotechunternehmens BioNTech und des US-Pharmakonzerns Pfizer könnte einem Medienbericht zufolge bereits in den kommenden Tagen eine Zulassung in Großbritannien erhalten. Die britischen Aufsichtsbehörden seien kurz davor, mit einer offiziellen Bewertung des Mittels zu beginnen, berichtete der "Telegraph" am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise. Der Nationale Gesundheitsdienst NHS sei angewiesen worden, sich für eine Verabreichung ab dem 1. Dezember bereitzuhalten. Das Gesundheitsministerium in London äußerte sich nicht dazu, ab wann mit ersten Impfungen begonnen werden könne.

    Am Freitag hatten die beiden Unternehmen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt. Die FDA will am 10. Dezember darüber beraten, ob sie grünes Licht für den Impfstoff gibt.

    07.10 Uhr: Mehr als 134.000 Neuinfektionen in den USA

    Die USA verzeichnen binnen eines Tages mindestens 134.345 Corona-Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der Ansteckungen steigt damit auf 12,24 Millionen, wie aus einer Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis amtlicher Daten hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle nach einer Infektion mit dem Virus erhöhte sich um mindestens 864 auf 256.722. Die USA weisen weltweit die meisten Corona-Infektionen und Todesfälle auf.

    06:40 Uhr: Spahn rechnet mit ersten Corona-Impfungen noch im Dezember

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass noch in diesem Jahr die ersten Bundesbürger in Impfzentren gegen das Corona-Virus immunisiert werden können. "Es gibt Anlass zum Optimismus, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird. Und dann können wir mit den Impfungen sofort loslegen", sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

    Er habe die Länder gebeten, dass die Impfzentren bereits Mitte Dezember einsatzbereit seien, sagte der Minister. Dies scheine zu klappen. Er habe lieber ein startbereites Impfzentrum, das noch ein paar Tage außer Betrieb sei, als einen zugelassenen Impfstoff, der nicht gleich genutzt werde, sagte Spahn.

    Spahn zeigte sich zudem optimistisch, dass es nicht bis Ende 2021 dauern werde, bis alle Bevölkerungsgruppen durchgeimpft seien. So werde für viele der voraussichtlichen Impfstoffe keine tiefe Kühlung benötigt. Sie könnten in normalen Arztpraxen ausgegeben werden. Das gehe dann schnell, sagte Spahn.

    05:50 Uhr: 10.864 Neuinfektionen und 90 weitere Todesfälle

    In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 10.864 auf 929.133, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um 90 auf 14.112 zu. Am Montag fallen die Zahlen in der Regel niedriger aus, da die Gesundheitsämter am Wochenende häufig nicht alle Daten übermitteln. Vergangenen Montag wurden 10.824 bestätigten Fälle gemeldet.

    Am Sonntag waren gut 15.700 Neuinfektionen gemeldet worden. Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des Instituts 929.133 Infektionsfälle registriert.

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