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So schützen Masken gegen das Coronavirus | BR24

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Apotheker mit FFP2-Maske

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So schützen Masken gegen das Coronavirus

Masken, die Mund und Nase bedecken, helfen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Hier erfahren Sie, wie sie das tun und worin sich FFP2-Masken, Alltagsmasken und OP-Masken unterscheiden.

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Von
  • Jan-Claudius Hanika

Seit Monaten gilt an vielen Orten die Pflicht, Mund und Nase zu bedecken. Dies soll die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 eindämmen. Zunächst genügte das Tragen sogenannter OP-Masken oder Alltagsmasken zum Einhalten der Vorschriften. Seit Mitte Januar muss in Bayern jedoch im Einzelhandel und öffentlichen Nahverkehr eine FFP2-Maske getragen werden. Seit die Maskenpflicht gilt, ist sie heftig gestritten. Bei diesem Für und Wider gerät allerdings manchmal in den Hintergrund, dass Masken nur ein Baustein im Kampf gegen die Pandemie sind. Ebenso wichtig sind Maßnahmen wie Abstand halten, Hygieneregeln beachten und regelmäßiges Lüften.

Wie breitet sich das Coronavirus aus?

In den meisten Fällen stecken sich Menschen über die Luft mit Coronaviren an. Infizierte Personen verbreiten sie über Tröpfchen von Speichel und Nasensekret, die sie beim Husten, Niesen und Sprechen ausstoßen, und sogenannte Aerosolen, die beim Ausatmen entstehen. Aerosole sind ein Gemisch aus Luft und winzigen Teilchen. Im Gegensatz zu Tröpfchen können sie längere Zeit in der Luft bleiben und sich über weitere Strecken bewegen. Ein Infizierter kann mit seiner Atemluft bereits Viren verbreiten, wenn er noch keine Krankheitssymptome hat oder gar keine entwickelt.

Wie verringert eine Maske die Ausbreitung des Coronavirus?

Mit einer OP-Maske oder Alltagsmaske schützt der Träger die Mitmenschen in seiner Umgebung vor einer möglichen Ansteckung. Die Maske reduziert den Ausstoß von Tröpfchen und Aerosolen und damit auch von Krankheitserregern aus den Atemwegen. Die Partikel in einem Aerosol sind zwar zu einem großen Teil kleiner als 5 Mikrometer und können daher zwischen den Maschen von Stoffmasken nach außen dringen. Eine Maske bremst aber beim Ausatmen auch das Aerosol, das mit den Luftstrom aus den Atemwegen kommt. Auf diese Weise kann eine Maske die Konzentration infektiöser Partikel in der unmittelbaren Umgebung des Maskenträgers reduzieren. Möglicherweise schützt eine OP-Maske oder Alltagsmaske auch ihren Träger. Auf jeden Fall gilt das für eine FFP2-Maske, wenn sie korrekt getragen wird. Das Material, aus dem sie besteht, filtert den größten Teil der Partikel in Virengröße aus der Atemluft. Das gilt auch, wenn dies nicht ausdrücklich in der beiliegenden Gebrauchsanweisung steht.

Was zeigt die Wirksamkeit von Masken gegen das Coronavirus?

Die Wirksamkeit des Mund-Nasen-Schutzes konnte schon früh eine Studie am Beispiel von Jena zeigen. Als erste größere deutsche Stadt hatte sie bereits Anfang April 2020 eine Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr angeordnet. Für eine andere Studie betrachteten Wissenschaftler verschiedene deutsche Regionen, in denen das Tragen von Gesichtsmasken zu unterschiedlichen Zeitpunkten Pflicht wurde. So konnten sie den Anstieg der Infektionen in Regionen mit Masken und Regionen ohne Masken vergleichen. Ergebnis: 20 Tage nach der Einführung von obligatorischen Gesichtsmasken war die Anzahl der Neuinfektionen um rund 45 Prozent reduziert. Eine Auswertung mehrerer Studien aus den USA, Kanada, China, Thailand und Deutschland bestätigte im Februar 2021 erneut, wie effektiv das Tragen von Masken die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen kann.

So schützen Masken vor dem Coronavirus

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Welche Masken schützen wie?

Wie gut ein Mund-Nasenschutz wirkt, hängt auch vom Material ab. Wissenschaftler der Duke-Universität in den USA haben verglichen, wie wirksam unterschiedliche Gesichtsmasken Tröpfchen beim Sprechen zurückhalten. Am besten schnitten FFP2-Masken ohne Ventil zum Ausatmen ab. Sie hielten mehr als 99,9 Prozent der Tröpfchen zurück. An zweiter Stelle kamen chirurgische Masken mit mehr als 90 Prozent, danach folgten selbstgenähte Baumwollmasken mit 70 bis 90 Prozent, je nach Zahl der Stofflagen und Falten. FFP2-Masken mit Ventil zum Ausatmen wirkten als Tröpfchenbremse so wie simple Baumwollmasken und damit deutlich schlechter als die FFP2-Masken ohne Atemventil. Halstücher ließen rund die Hälfte der Tröpfchen durch. Am schlechtesten schnitt ein Schlauchschal aus Polarfleece ab. Bei ihm war die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen sogar höher als beim Sprechen ohne irgendeine Gesichtsbedeckung.

Was ist beim Tragen einer Maske zu beachten?

Ein Mund-Nasen-Schutz schützt nur dann optimal, wenn er korrekt angewendet wird. Man sollte sich so exakt wie möglich an die Empfehlungen halten, auch wenn das aufwendig und im Alltag manchmal schwer praktikabel scheint.

  • Beim Anziehen einer Maske sollte man vermeiden, dass Krankheitserreger auf die Innenseite gelangen könnten. Daher vorher gründlich die Hände waschen oder desinfizieren.
  • Die Maske muss Mund, Nase und die Wangen richtig bedecken! An den Rändern sollte sie bündig eng anliegen, damit wenig oder keine Luft an den Seiten ungefiltert eindringen und entweichen kann.
  • Beim ersten Tragen testen, ob die Maske genügend Luft durchlässt. Sie soll das normale Atmen möglichst wenig behindern.
  • Wenn die Maske durchfeuchtet ist, diese abnehmen und gegen eine frische, trockene austauschen.
  • Auf der Außenseite der gebrauchten Maske können sich Krankheitserreger befinden. Daher sollte man vermeiden, diese zu berühren. Das bedeutet auch: Den Mund-Nasen-Schutz nicht zwischendurch unter die Nase oder unter das Kinn ziehen und später wieder nach oben vor das Gesicht.
  • Nach dem Absetzen die Hände gründlich waschen. Eine waschbare Community-Maske dann am besten sofort bei mindestens 60 Grad waschen oder bis dahin luftdicht verschlossen aufbewahren. Aber nicht lange, sonst droht Schimmel.

Was man sollte man beim Tragen einer FFP2-Maske beachten?

Seit 18. Januar 2021 gilt in Bayern die Plicht, in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Einzelhandel eine FFP2-Maske zu tragen. FFP2-Masken sind eigentlich für den Arbeitsschutz gedacht, bieten aber auch sonst einen guten Schutz vor dem Coronavirus, sowohl dem Träger als auch seinen Mitmenschen. Die Hygiene-Regeln für das Masken auf- und absetzen sind dieselben, wie für die Alltagsmasken aus Stoff. Jeder FFP2-Maske sollte eine Anleitung beiliegen.

  • Zunächst die Hände gut waschen oder desinfizieren. Dann die Masken über Mund, Nase und Wange platzieren. Die Ränder der Maske sollen dicht am Gesicht aufliegen, die metallenen Nasenbügel so verbiegen, dass oben keine Atemluft entweicht.
  • Abnehmen sollten sie die Maske nur über die Bänder, nicht auf die Maske selbst fassen.
  • FFP2-Masken sind, wie ihre Äquivalente, die KN95 und N95-Masken, in der Regel Einwegprodukte. Am besten ist es deshalb, sie nach der vom Hersteller ausgewiesenen Maximal-Tragedauer zu entsorgen.

Wie lange dürfen FFP2-Masken getragen werden?

FFP2-Masken sind eigentlich Einwegprodukte, die nach einer Arbeitsschicht entsorgt werden sollten. Auch bei Durchfeuchtung sollten FFP2-Masken ausgetauscht werden, weil sie dann nicht mehr so gut filtern. Die meisten FFP2-Masken sind mit "NR" für "not reusable" (nicht wiederverwendbar) gekennzeichnet. Wenige Wiederverwendbare tragen ein "R" (reusable). In der aktuellen Situation werden FFP2-Masken aber nur selten mehrere Stunden wie im Arbeitsleben getragen, sondern nur kurz beim Einkaufen oder in vergleichbaren Situationen. FFP2-Masken lassen sich daher auch mehrmals verwenden. Allerdings müssen sie nach jeder Benutzung gut trocknen können und zwar an einem Ort, an dem sie keine anderen Gegenstände kontaminieren können. Waschen, Desinfektionsmittel oder große Hitze sind keine geeigneten Pflegeoptionen für FFP2-Masken. Auf diese Weise lassen sich zwar Viren unschädlich machen, dabei wird aber auch das Material der Masken geschädigt oder zerstört und ihre Wirksamkeit ist dahin.

Gibt es einen Unterschied zwischen FFP2-Masken und N95-Masken?

Atemschutzmasken werden auf der ganzen Welt nach verschiedenen Standards geprüft. Getestet werden zum Beispiel die Filterleistung und wie hoch der Widerstand beim Ein- und beim Ausatmen ist. Die Voraussetzungen für die einzelnen Prüfsiegel sind jedoch bei FFP2 (Europa), N95 (USA), KN95 (China) und den weiteren Standards wie in Japan, Korea und Brasilien sehr ähnlich. Das bedeutet: Masken, die einen der Standards einhalten, entsprechen bis auf Feinheiten auch den anderen und sind in der Praxis von gleicher Qualität.

Kann das Tragen einer Maske gesundheitsschädlich sein?

Wer gesund ist, kann einen Mund-Nasen-Schutz unbesorgt tragen. Die Maske erhöht zwar den Widerstand beim Atmen, was aber durch kräftigeres Atmen ausgeglichen wird. Nach längerem Tragen eines Mund-Nase-Schutzes kann die Kohlendioxid-Konzentration im Blut tatsächlich leicht ansteigen. Bei einer Studie mit Freiwilligen zeigten sich jedoch auch bei kurzfristiger hoher Arbeitsbelastung keine gesundheitlich relevanten Veränderungen bei den Blutgaswerten. Das Gefühl, nur schwer Luft zu bekommen, ist auch kein Hinweis auf mehr CO2 im Blut.

Ein geringer Anstieg der CO2-Konzentration führt höchstens zu einer leichten Müdigkeit, und auch nur bei Menschen, die darauf sehr sensibel reagieren. Das gilt übrigens auch für Kinder, wie eine Studie aus Singapur gezeigt hat. Masken verursachen auch keine Atemwegsinfekte, wenn sie richtig und regelmäßig gereinigt und an einem sauberen Ort aufbewahrt werden.

Gibt es eine zeitliche Obergrenze für das Tragen von Masken?

Gegner der Maskenpflicht berufen sich immer wieder auf angebliche Vorschriften, die deren Tragezeit beschränken sollen. Eine davon soll von von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV stammen, nämlich der bereits lange vor der Coronavirus-Pandemie gültigen DGUV-Regel "Benutzung von Atemschutzgeräten". Die DGUV ist der Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, die unter anderem für die Abwehr gesundheitlicher Gefahren bei der Arbeit zuständig sind, also auch für eine drohende Infektion mit dem Coronavirus.

In der DGUV-Regel "Benutzung von Atemschutzgeräten" findet sich tatsächlich eine Tragezeitbegrenzung für FFP2-Masken. Für "Filtrierende Halbmasken ohne Ausatemventil" ist dort eine maximale Tragedauer von 75 Minuten angegeben, daran soll eine Erholungsdauer von 30 Minuten anschließen. Dies sind "Anhaltswerte beim Einsatz von Atemschutzgeräten, bei deren Einhaltung im Allgemeinen die Überbelastung eines geeigneten Gerätträgers vermieden wird." Die Tragezeitbegrenzung soll also einer möglichen Überbelastung bei der Arbeit vorbeugen und ist keine Angabe einer maximalen Tragezeit, ab der Gefahren für die Gesundheit drohen.

Schon im Frühjahr 2020 gingen nach der Einführung der Pflicht zum Tragen eine Alltagsmaske bei der DGUV vermehrt Anfragen zum Gebrauch von Mund-Nase-Bedeckungen ein. Im Mai 2020 hatte die DGUV eine Empfehlung zur Tragezeitbegrenzung für Mund-Nase-Bedeckungen veröffentlicht. Die darin empfohlenen Tragezeiten für Mund-Nase-Bedeckungen aus Baumwolle, Leinen oder Seide sowie medizinische Gesichtsmasken entsprechen denen für filtrierende Halbmasken mit Ausatemventil.

Bei mittelschwerer Arbeit rät die DGUV zu einer Tragedauer von zwei Stunden mit einer anschließenden Erholungsphase von 30 Minuten. Damit ist keine Arbeitspause gemeint, sondern eine Tätigkeit, die ohne Maske und unter Einhaltung der übrigen jeweils geltenden Hygieneregeln möglich ist. Bei leichter Arbeit ist laut DGUV auch eine Verlängerung der Tragedauer auf drei Stunden möglich. Diese Empfehlungen sind rechtlich nicht bindend und sollen dies auch nicht sein.

„Die vorliegende Empfehlung ist als Hilfestellung und Orientierung für die Betriebe einzuordnen, sinnvolle Tragezeiten für die Beschäftigten festzulegen, nicht als verbindliche Vorgabe.“ DGUV

Wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Personen gewährleistet ist und es auch sonst die Situation zulässt, ist es aus Sicht der DGUV oft möglich, für kurze Zeit die Mund-Nase-Bedeckung abzunehmen. Bereits dies sollte in der Regel für eine ausreichende Erholung sorgen. Darüber hinaus stellt die DGUV klar, dass auch in Schulen der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt, wenn Schüler und Lehrer Mund-Nase-Bedeckungen tragen.

Warum muss das Verkaufspersonal in Bayern keine FFP2-Masken tragen?

Bei der FFP2-Maskenpflicht, die seit Januar 2021 in Bayern gilt, waren zunächst keine Ausnahmen im Einzelhandel vorgesehen. Der Handelsverband Bayern HBE hat sich jedoch erfolgreich dafür eingesetzt, dass diese nur für Kunden gilt, aber nicht für das Verkaufspersonal. Ein Wechsel zwischen maximal 75 Minuten Tragedauer und einer mindestens 30-minütigen Tragepause zur Erholung, wie ihn die Empfehlung der DGUV vorsieht, sei laut HBE in der Praxis nicht umsetzbar.

Minimale Auswirkungen selbst bei sehr schwerer Lungenfunktionsstörung

Bei Menschen mit massiven Atemproblemen, zum Beispiel wegen einer eingeschränkten Lungenfunktion, Angina pectoris oder einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), kann das Tragen einer Maske allerdings tatsächlich zu Problemen führen. Die Auswirkungen sind aber selbst bei Menschen mit sehr schwerer Lungenfunktionsstörung höchstens minimal, ergab eine Studie der American Thoracic Society. Menschen, die eine Mund-Nasen-Bedeckung so stark beim Atmen behindert, dass ihre Gesundheit darunter leiden könnte, sind deshalb von der Maskenpflicht ausgenommen. Sie sollten aber ein entsprechendes ärztliches Attest oder einen Schwerbehindertenausweis dabeihaben, um bei einer Kontrolle einen Nachweis vorweisen zu können.

Was sind "Corona-Killer-Masken"?

Einige Hersteller bewerben Gesichtsmasken mit spezieller Beschichtung. Sie sollen die Coronaviren nicht nur zurückhalten, sondern auch unschädlich machen. Experten halten die Technik, die dahinter steckt, für plausibel. Allerdings bieten auch solche Masken keinen hundertprozentigen Schutz. Vernünftige Hygiene, gründliches Händewaschen und eine herkömmliche Mund-Nasen-Bedeckung sowie genügend Abstand sind als Schutz ausreichend. Zudem können die "Killer-Masken" schädliche Substanzen enthalten. Die Drogeriemarktkette Müller hat aus diesem Grund am 14. Dezember eine Charge der Masken der Marke "viral Protect" zurückgerufen. Ein Ersatz für eine FFP2-Maske sind die diese Masken nicht. Die Inhaltsstoffe der Beschichtung töten möglicherweise Viren ab, haben aber keinen Einfluss auf die Filterleistung der Maske.

Was bringen transparente Masken?

Ein korrekt getragener Mund-Nase-Schutz bedeckt etwa das halbe Gesicht und damit auch die Mimik, die sich dort abspielt. Für manche Menschen ist das ein essentielles Problem: Gehörlose etwa können nicht mehr von den Lippen ablesen, was ihr Gegenüber sagt. Auch in Kinderbetreuungs- und Pflegeeinrichtungen ist die Kommunikation erschwert, wenn sich die dort Arbeitenden nicht über ihren Gesichtsausdruck artikulieren können. Als Alternative zu Mund-Nase-Bedeckung und OP-Maske wurden und werden daher Klarsicht-Masken angeboten.

Umstrittene Kunststoffmasken in Bayern nicht mehr zulässig

Manche Modelle schließen an den Wangen dicht ab und sind mit Filtern ausgestattet, die die ein- und ausströmende Luft reinigen. Andere Masken bedecken nur etwas mehr als Mund und Nase und lassen an den Rändern eine deutliche Lücke zum Gesicht. Bei diesen kann die ausgeatmete Luft seitlich und nach unten entweichen. Von Ende Juli bis Mitte Dezember durften diese Klarsichtmasken in Bayern statt eines Mund-Nase-Schutzes getragen werden, etwa in der Gastronomie. Die Vorgaben dazu waren in der Siebten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (7. BayIfSMV) festgelegt. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hingegen betrachtete diese transparenten Kunststoffmasken schon länger nicht als gleichwertig mit einer Mund-Nase-Bedeckung. Diese Kunststoffmasken können Aerosole nicht aufhalten. Das zeigte auch ein Untersuchung der Hochschule München. Das Ergebnis war, dass sich Aerosole beim Tragen einer Klarsichtmaske im Raum stark ausbreiten. Als Reaktion darauf änderte das bayerische Gesundheitsministerium seine Anforderungen an Mund-Nasen-Bedeckungen und erklärte nur noch textile Masken für zulässig.

"Masken haben die Eigenschaft, in Abhängigkeit von ihrer Filterleistung Aerosolpartikel abzufiltern. Schutzschilde aus luftundurchlässigen Materialien haben diese Eigenschaft nicht. Schutzschilde lenken zwar den Luftstrom um und verhindern, dass die Aerosole unmittelbar auf mein Gegenüber zuströmen, allerdings verhindern sie nicht, dass die volle Aerosoldosis in den Raum gelangt. Auch bei der Einatmung filtern sie keine Aerosole ab. Sie bieten damit weder einen Fremd- noch einen Selbstschutz und können daher nicht empfohlen werden." PD Dr. Dominic Dellweg, Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft GmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg

Transparente Kunststoffmasken, die eine Lücke lassen, kommen daher nur noch als zusätzlicher Schutz in Situationen und an Orten in Betracht, an denen keine Maskenpflicht gilt. Das stellt jedoch die Menschen vor Probleme, die beispielsweise wegen einer Hörbehinderung beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln eine transparente Maske getragen haben. Für sie forderte der Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung "neue Lösungen zu entwickeln und anzubieten, die den Anforderungen des Infektionsschutzes und den Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung gerecht werden." Die Einführung der FFP2-Maskenpflicht.

Gesichtsvisier keine Alternative

Zeitweise nutzen manche Menschen statt einer Mund-Nase-Bedeckung ein transparentes Gesichtsvisier (Face Shield). Das ist angenehmer zu tragen, als Infektionsschutz aber kaum geeignet, da es die Atemluft nicht filtert. Die geringe Wirkung von Gesichtsvisieren zeigte auch eine Studie der Florida Atlantic University: Beim Husten und Niesen blockiert das Visier zwar den Luftstrom nach vorne, für die ausgestoßenen Tröpfchen ist es aber relativ leicht, um das Visier herumzuwandern und sich in der Umgebung zu verteilen. Wegen der mangelnden Schutzfunktion hat Österreich Ende Oktober die Verwendung eines Visiers anstelle eines Mund-Nase-Schutzes untersagt. Auch das Robert Koch-Institut stellt fest, dass Visiere maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen können.

"Die Verwendung von Visieren kann daher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zur MNB angesehen werden. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Rückhaltewirkung von Visieren auf ausgestoßene respiratorische Flüssigkeitspartikel deutlich schlechter ist." Robert Koch-Institut

Ein Gesichtsvisier kann den Träger jedoch vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen schützen, die sein Gegenüber ausstößt. Daher kann ein Visier eine sinnvolle Ergänzung zu einem Mund-Nasen-Schutz sein, zum Beispiel in einer Zahnarztpraxis. Ein Ersatz für einen Mund-Nasen-Schutz ist es aber keinesfalls.

Warum gab es zu Beginn der Covid-19-Pandemie keine Maskenpflicht?

Zu Beginn der Covid-19-Pandemie war unklar, wie das neuartige-Corona-Virus von Mensch zu Mensch weitergegeben wird. Inzwischen weiß man, dass Tröpfchen und Aerosole eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung der Krankheitserreger spielen. Die Gefahr einer sogenannten Schmierinfektion, zum Beispiel durch das Berühren von Gegenständen wie Türklinken, wird inzwischen als weniger hoch als damals eingeschätzt.

Weil das Coronavirus vorwiegend über die Atemwege weitergegeben wird, schützt eine Mund-Nase-Bedeckung vor dessen Verbreitung. Im Frühjahr existierten jedoch noch keine wissenschaftlichen Studien, ob diese ein wirksames Gegenmittel sind. Daher gab es anfangs Skepsis gegenüber der Mund-Nase-Bedeckung, unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Diese empfiehlt aber bereits seit vielen Monaten ebenfalls Masken als Infektionsschutz. Denn inzwischen belegen zahlreiche Studien, dass der Träger einer Mund-Nase-Bedeckung seine Mitmenschen vor einer Ansteckung schützt und anscheinend auch sich selbst.

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Die Stiftung Warentest hat FFP2-Masken von Drogerien, Baumärkten, Onlinehändlern und Apotheken untersucht. Die Filterwirkung war bei allen hoch. Allerdings schützten nicht alle Modelle gleich gut.

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