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Masken gegen Corona: Welche am besten schützen | BR24

© pa/dpa/firo Sportphoto/J¸rgen Fromme

Welche Masken schützen wie?

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Masken gegen Corona: Welche am besten schützen

Mund und Nase zu bedecken ist manchmal lästig, hilft aber effektiv gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Warum Masken schützen und ob das Kunststoffmasken auch tun - ein Überblick.

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Inzwischen gilt als gesichert, dass sich die meisten Menschen über die Luft mit Covid-19 anstecken. Dagegen schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung, auch Mund-Nasen-Schutz, Gesichtsmaske oder einfach Maske genannt. Sie reduziert den Ausstoß von Viren aus den Atemwegen und senkt so das Ansteckungsrisiko.

Wie schützt eine Maske vor der Ausbreitung des Corona-Virus?

Das Coronavirus verbreitet sich über Tröpfchen von Speichel und Nasensekret, die beim Husten, Niesen und Sprechen ausgestoßen werden, und sogenannte Aerosole, die beim Ausatmen entstehen. Das kann auch der Fall sein, wenn der Betreffende noch keine Krankheitssymptome hat oder gar keine entwickelt.

Mit einer Gesichtsmaske schützt der Träger die Mitmenschen in seiner Umgebung vor einer Ansteckung, denn sie reduziert den Ausstoß von Tröpfchen und Aerosolen. Aerosole sind ein Gemisch aus Luft und winzigen flüssigen oder festen Teilchen. Diese sind zu einem großen Teil kleiner als 5 Mikrometer, daher können sie zwischen den Maschen von Stoffmasken nach außen dringen. Eine Mund-Nasen-Maske wirkt aber trotzdem gegen die Verbreitung von Viren: Sie bremst den ausgeatmeten Luftstrom mit den Aerosolen ab. Das reduziert die Konzentration möglicherweise infektiöse Partikel in der unmittelbaren Umgebung des Maskenträgers.

Im Gegensatz zu Tröpfchen können Aerosole längere Zeit in der Luft stehen bleiben oder sich über weitere Strecken bewegen. Daher sollte man auf regelmäßiges Lüften achten und Abstand halten, auch wenn man eine Maske trägt.

Zudem ist es anscheinend so, dass eine Gesichtsmaske auch den Träger vor einer Ansteckung schützt. Die Wirksamkeit des Mund-Nase-Nasen-Schutzes konnte eine Studie am Beispiel von Jena zeigen. Als erste größere deutsche Stadt hatte sie bereits Anfang April eine Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr angeordnet.

Was ist beim Tragen einer Maske zu beachten?

Ein Mund-Nasen-Schutz schützt nur dann optimal, wenn er korrekt angewendet wird. Man sollte sich so exakt wie möglich an die Empfehlungen halten, auch wenn das aufwendig und im Alltag manchmal schwer praktikabel scheint.

  • Beim Anziehen einer Maske sollte man vermeiden, dass Krankheitserreger auf die Innenseite gelangen könnten. Daher vorher gründlich die Hände waschen oder desinfizieren.
  • Die Maske muss Mund, Nase und die Wangen richtig bedecken! An den Rändern sollte sie bündig eng anliegen, damit wenig oder keine Luft an den Seiten ungefiltert eindringen und entweichen kann.
  • Beim ersten Tragen testen, ob die Maske genügend Luft durchlässt. Sie soll das normale Atmen möglichst wenig behindern.
  • Wenn die Maske durchfeuchtet ist, diese abnehmen und gegen eine frische, trockene austauschen.
  • Auf der Außenseite der gebrauchten Maske können sich Krankheitserreger befinden. Daher sollte man vermeiden, diese zu berühren. Das bedeutet auch: Den Mund-Nasen-Schutz nicht zwischendurch unter die Nase oder unter das Kinn ziehen und später wieder nach oben vor das Gesicht.
  • Nach dem Absetzen die Hände gründlich waschen. Die Maske dann am besten sofort bei mindestens 60 Grad waschen oder bis dahin luftdicht verschlossen aufbewahren. Aber nicht lange, sonst droht Schimmel.

Welche Maske schützt am besten vor dem Coronavirus?

© BR24

Welche Masken schützen wie?

Wie gut ein Mund-Nasenschutz wirkt, hängt auch vom Material ab. Wissenschaftler der Duke-Universität in den USA haben verglichen, wie wirksam unterschiedliche Gesichtsmasken Tröpfchen beim Sprechen zurückhalten. Am besten schnitten FFP2-Masken ohne Ventil zum Ausatmen ab. Sie hielten mehr als 99,9 Prozent der Tröpfchen zurück. An zweiter Stelle kamen chirurgische Masken mit mehr als 90 Prozent, danach folgten selbstgenähte Baumwollmasken mit 70 bis 90 Prozent, je nach Zahl der Stofflagen und Falten. FFP2-Masken mit Ventil zum Ausatmen wirkten als Tröpfchenbremse so wie simple Baumwollmasken und damit deutlich schlechter als die FFP2-Masken ohne Atemventil. Halstücher ließen rund die Hälfte der Tröpfchen durch.

Am schlechtesten schnitt ein Schlauchschal aus Polarfleece ab. Bei ihm war die Zahl der ausgestoßenen Tröpfchen sogar höher als beim Sprechen ohne irgendeine Gesichtsbedeckung.

Wirken "Corona-Killer-Masken" tatsächlich?

Einige Hersteller bewerben Gesichtsmasken mit spezieller Beschichtung. Sie sollen die Coronaviren nicht nur zurückhalten, sondern auch unschädlich machen. Experten halten die Technik, die dahinter steckt, für plausibel. Allerdings bieten auch solche Masken keinen hundertprozentigen Schutz.

Vernünftige Hygiene, gründliches Händewaschen und eine herkömmliche Mund-Nasen-Bedeckung sowie genügend Abstand seien als Schutz weiterhin ausreichend.

Was bringen transparente Masken?

Ein korrekt getragener Mund-Nase-Schutz bedeckt etwa das halbe Gesicht und damit auch die Mimik, die sich dort abspielt. Für manche Menschen ist das ein essentielles Problem: Gehörlose etwa können nicht mehr von den Lippen ablesen, was ihr Gegenüber sagt. Auch in Kinderbetreuungs- und Pflegeeinrichtungen ist die Kommunikation erschwert, wenn sich die dort Arbeitenden nicht über ihren Gesichtsausdruck artikulieren können. Als Alternative zu Mund-Nase-Bedeckung und OP-Maske werden daher Klarsicht-Masken angeboten.

Eng anliegende Kunststoffmasken in Bayern erlaubt, aber mit wenig Nutzen

Manche Modelle schließen an den Wangen dicht ab und sind mit Filtern ausgestattet, die die ein- und ausströmende Luft reinigen. Andere Masken bedecken nur etwas mehr als Mund und Nase und lassen an den Rändern eine deutliche Lücke zum Gesicht. Bei diesen kann die ausgeatmete Luft seitlich und nach unten entweichen. Seit Ende Juli dürfen diese Klarsichtmasken in Bayern statt eines Mund-Nase-Schutzes getragen werden, etwa in der Gastronomie. Die Vorgaben dazu sind in der Siebten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (7. BayIfSMV) festgelegt. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hingegen betrachtet diese transparenten Kunststoffmasken nicht als gleichwertig mit einer Mund-Nase-Bedeckung. Denn es bleibt das Problem, dass Kunststoffmasken Aerosole nicht aufhalten können.

"Masken haben die Eigenschaft, in Abhängigkeit von ihrer Filterleistung Aerosolpartikel abzufiltern. Schutzschilde aus luftundurchlässigen Materialien haben diese Eigenschaft nicht. Schutzschilde lenken zwar den Luftstrom um und verhindern, dass die Aerosole unmittelbar auf mein Gegenüber zuströmen, allerdings verhindern sie nicht, dass die volle Aerosoldosis in den Raum gelangt. Auch bei der Einatmung filtern sie keine Aerosole ab. Sie bieten damit weder einen Fremd- noch einen Selbstschutz und können daher nicht empfohlen werden." PD Dr. Dominic Dellweg, Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft GmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg

Transparente Kunststoffmasken sollten daher nur in Ausnahmensituationen wie bei der Kommunikation mit Gehörlosen zum Einsatz kommen.

Ist ein Gesichtsvisier eine Alternative?

Manche Menschen nutzen statt einer Mund-Nase-Bedeckung ein transparentes Gesichtsvisier (Face Shield). Das ist angenehmer zu tragen, als Infektionsschutz aber kaum geeignet, da es die Atemluft nicht filtert. Die geringe Wirkung von Gesichtsvisieren zeigt erneut eine Studie der Florida Atlantic University: Beim Husten und Niesen blockiert das Visier zwar den Luftstrom nach vorne, für die ausgestoßenen Tröpfchen ist es aber relativ leicht, um das Visier herumzuwandern und sich in der Umgebung zu verteilen. Wegen der mangelnden Schutzfunktion hat Österreich Ende Oktober die Verwendung eines Visiers anstelle eines Mund-Nase-Schutzes untersagt. Auch das Robert Koch-Institut stellt fest, dass Visiere maximal die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen können.

"Die Verwendung von Visieren kann daher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zur MNB angesehen werden. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Rückhaltewirkung von Visieren auf ausgestoßene respiratorische Flüssigkeitspartikel deutlich schlechter ist." Robert Koch-Institut

Ein Gesichtsvisier kann den Träger jedoch vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen schützen, die sein Gegenüber ausstößt. Daher kann ein Visier eine sinnvolle Ergänzung zu einem Mund-Nasen-Schutz sein, zum Beispiel in einer Zahnarztpraxis. Ein Ersatz für einen Mund-Nasen-Schutz ist es aber keinesfalls.

Kann das Tragen einer Maske gesundheitsschädlich sein?

Wer gesund ist, kann eine Gesichtsmaske unbesorgt tragen. Die Maske erhöht zwar den Widerstand beim Atmen, was aber durch kräftigeres Atmen ausgeglichen wird. Nach längerem Tragen eines Mund-Nase-Schutzes kann die Kohlendioxid-Konzentration im Blut tatsächlich leicht ansteigen. Bei einer Studie mit Freiwilligen zeigten sich jedoch auch bei kurzfristiger hoher Arbeitsbelastung keine gesundheitlich relevanten Veränderungen bei den Blutgaswerten. Das Gefühl, nur schwer Luft zu bekommen, ist auch kein Hinweis auf mehr CO2 im Blut.

Ein geringer Anstieg der CO2-Konzentration führt höchstens zu einer leichten Müdigkeit, und auch nur bei Menschen, die darauf sehr sensibel reagieren. Das gilt übrigens auch für Kinder, wie eine Studie aus Singapur gezeigt hat. Masken verursachen auch keine Atemwegsinfekte, wenn sie richtig und regelmäßig gereinigt und an einem sauberen Ort aufbewahrt werden.

Gibt es eine zeitliche Obergrenze für das Tragen von Masken?

Gegner der Maskenpflicht berufen sich angebliche Vorschriften, die deren Tragezeit beschränken sollen. Eine davon soll von von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV stammen. Sie ist der Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, die unter anderem für die Abwehr gesundheitlicher Gefahren bei der Arbeit zuständig sind, also auch für eine drohende Infektion mit dem Coronavirus. Laut DGUV gehen bei diesen vermehrt Anfragen zum Gebrauch von Mund-Nase-Bedeckungen ein. Dahinter steht die Sorge, dass das Tragen einer Maske der Gesundheit schaden könnte. Im Mai 2020 hatte die DGUV eine Empfehlung zur Tragezeitbegrenzung für Mund-Nase-Bedeckungen veröffentlicht. Die darin empfohlenen Tragezeiten für Mund-Nase-Bedeckungen aus Baumwolle, Leinen oder Seide sowie medizinische Gesichtsmasken entsprechen denen für filtrierende Halbmasken mit Ausatemventil in der bereits lange vorher gültigen DGUV-Regel "Benutzung von Atemschutzgeräten".

Bei mittelschwerer Arbeit rät die DGUV zu einer Tragedauer von zwei Stunden mit einer anschließenden Erholungsphase von 30 Minuten. Damit ist keine Arbeitspause gemeint, sondern eine Tätigkeit, die ohne Maske und unter Einhaltung der übrigen jeweils geltenden Hygieneregeln möglich ist. Bei leichter Arbeit ist laut DGUV auch eine Verlängerung der Tragedauer auf drei Stunden möglich. Diese Empfehlungen sind rechtlich nicht bindend und sollen dies auch nicht sein.

„Die vorliegende Empfehlung ist als Hilfestellung und Orientierung für die Betriebe einzuordnen, sinnvolle Tragezeiten für die Beschäftigten festzulegen, nicht als verbindliche Vorgabe.“ DGUV

Wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Personen gewährleistet ist und es auch sonst die Situation zulässt, ist es aus Sicht der DGUV oft möglich, für kurze Zeit die Mund-Nase-Bedeckung abzunehmen. Bereits dies sollte in der Regel für eine ausreichende Erholung sorgen. Darüber hinaus stellt die DGUV klar, dass auch in Schulen der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt, wenn Schüler und Lehrer Mund-Nase-Bedeckungen tragen.

Minimale Auswirkungen selbst bei sehr schwerer Lungenfunktionsstörung

Bei Menschen mit massiven Atemproblemen, zum Beispiel wegen einer eingeschränkten Lungenfunktion, Angina pectoris oder einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), kann das Tragen einer Maske allerdings tatsächlich zu Problemen führen. Die Auswirkungen sind aber selbst bei Menschen mit sehr schwerer Lungenfunktionsstörung höchstens minimal, ergab eine Studie der American Thoracic Society. Menschen, die eine Mund-Nasen-Bedeckung so stark beim Atmen behindert, dass ihre Gesundheit darunter leiden könnte, sind deshalb von der Maskenpflicht ausgenommen. Sie sollten aber ein entsprechendes ärztliches Attest oder einen Schwerbehindertenausweis dabeihaben, um bei einer Kontrolle einen Nachweis vorweisen zu können.

Warum gab es zu Beginn der Covid-19-Pandemie keine Maskenpflicht?

Zu Beginn der Covid-19-Pandemie war unklar, wie das neuartige-Corona-Virus von Mensch zu Mensch weitergegeben wird. Inzwischen weiß man, dass Tröpfchen und Aerosole eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung der Krankheitserreger spielen. Die Gefahr einer sogenannten Schmierinfektion, zum Beispiel durch das Berühren von Gegenständen wie Türklinken, wird inzwischen als weniger hoch als damals eingeschätzt.

Weil das Coronavirus vorwiegend über die Atemwege weitergegeben wird, schützt eine Mund-Nase-Bedeckung vor dessen Verbreitung. Im Frühjahr existierten jedoch noch keine wissenschaftlichen Studien, ob diese ein wirksames Gegenmittel sind. Daher gab es anfangs Skepsis gegenüber der Mund-Nase-Bedeckung, unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Diese empfiehlt aber bereits seit vielen Monaten ebenfalls Masken als Infektionsschutz. Denn inzwischen belegen zahlreiche Studien, dass der Träger einer Mund-Nase-Bedeckung seine Mitmenschen vor einer Ansteckung schützt und anscheinend auch sich selbst.

© BR

Die bayerische Polizei kontrolliert bei einem Aktionstag verstärkt, ob die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr eingehalten wird. Bis in die Nacht hinein patrouillieren die Beamten in Bussen und Bahnen.

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