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Wie entwickelt sich die Corona-Kurve in Deutschland? | BR24

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Wie entwickelt sich die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland?

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Wie entwickelt sich die Corona-Kurve in Deutschland?

Wie entwickelt sich die Coronavirus-Pandemie in Deutschland? Unsere Grafik zeigt täglich aktuell, wie viele Fälle an die Behörden gemeldet wurden und ob es gelingt, die Zahl der Neuinfektionen weiter zu reduzieren.

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Alle Zahlen, die derzeit zum Coronavirus, der Zahl der Infizierten oder Genesenen erscheinen, sind mit Bedacht zu nutzen:

Die Dunkelziffer an Infektionen mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 ist vermutlich sehr hoch, da nicht alle infizierten Personen gleich getestet werden. Bis ein positiver Test gemeldet ist und in die Statistik einfließt, vergeht ebenfalls Zeit. Offizielle Zahlen sind daher niedriger als die tatsächlichen Zahlen bzw. hinken der Entwicklung zeitlich hinterher.

Die Übersichtskarte zu den aktuellen Coronavirusfällen in Bayern finden Sie hier.

Summe aller Infektionen im Verlauf der Zeit

Der folgende Graph zeigt die Gesamtzahl aller zu einem bestimmten Zeitpunkt beim Robert-Koch-Institut bekannten Corona-Fälle in Deutschland. Der Graph gibt keine Auskunft darüber, wie viele Personen akut erkrankt, verstorben oder wieder genesen sind, sondern zeigt die Gesamtzahl aller bekannten, positiv getesteten Fälle kumuliert. Die Grafik wird täglich aktualisiert, da immer wieder Fälle verzögert gemeldet werden, aktualisieren wir die Fallzahlen auch rückwirkend.

Verlauf nicht linear, sondern logarithmisch dargestellt

Um die Entwicklung der Infektionsrate des SARS-CoV-2-Virus zeigen zu können, nutzen wir in dieser Darstellung eine logarithmische Skala, in der die Schritte nach oben nicht linear (100, 200, 300 usw.) verlaufen, sondern im Zehner-Logarithmus.

Der Vorteil der logarithmischen Skala ist, dass sie die Entwicklung im sehr kleinen Zahlenbereich zu Beginn der Corona-Infektionen (ganz links) vergleichbar macht mit der Entwicklung im großen Zahlenbereich derzeit (ganz rechts). Der Trend in der aktuellen Infektionsrate wird dadurch besser vergleichbar. Allerdings: Der extrem rasche Anstieg der Infektionszahlen in den ersten Tagen der Epidemie in dieser Skala weniger steil dargestellt.

Auf die Entwicklung kommt es jetzt an

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen entwickelte sich noch bis Mitte März exponentiell: Eine infizierte Person steckte in kurzer Zeit 2 bis 3 weitere an, diese in ebenso kurzer Zeit wieder jeweils 2 bis 3 weitere Personen. Wo anfangs nur 100 Personen infiziert waren, waren es 2 bis 3 Tage später 200 und nochmals 2 bis 3 Tage später 400.

Was in den letzten Wochen passiert ist

Ende Februar verdoppelte sich die Zahl der gemeldeten Infektionen in Deutschland noch alle 2 bis 3 Tage: Wo 100 Personen infiziert waren, waren es 2 bis 3 Tage später 200 und nochmals 2 bis 3 Tage später 400.

Seit dem 21. März flachte die Kurve deutlich ab: Nur noch alle 5 bis 6 Tage verdoppelte sich in den folgenden Tagen die Zahl der gesamten gezählten Infektionen. Erkennen können Sie das immer daran, wie steil die Kurve gerade verläuft.

Ab dem 1. April verdoppelte sich die Zahl der gemeldeten Fälle in etwa alle 10 bis 11 Tage. Inzwischen dauert es noch länger. Das bedeutet, dass die Zahl der gemeldeten Fälle weiter abnimmt. Die Verdopplungszeit berechnen wir aus den Fallzahlen der letzten fünf Tagen, um die Meldeverzögerung auszugleichen.

Seit dem 15. April ist die Verdopplungszeit auf alle 20 bis 25 Tage gestiegen. Das bedeutet, dass die Zahl der Neuinfektionen weiterhin zurückgeht. Laut RKI-Chef Lothar Wieler sei das ein Zeichen dafür, dass die Maßnahmen wirken.

Bis zum 27. April hat sich die Ausbreitung des Virus weiter verlangsamt, doch sie ist keineswegs gestoppt. Alleine in den vergangenen beiden Wochen wurden beim RKI etwa 30.000 Neuinfektionen in Deutschland bekannt.

Derzeit berechnet das RKI keine Verdopplungszeiten mehr. Da die Gesamtzahl der bisherigen Infektionen momentan eher moderat (linear) wächst, ist die sogenannte Reproduktionszahl in den Vordergrund getreten. Sie beschreibt, wie viele andere Menschen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt.

"Flatten the Curve" - die Kurve muss flacher werden!

Was wir alle wollen: Die Infektionsrate muss weiter sinken. Also, beobachten Sie diese Kurve: Wenn die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus weiterhin greifen, wird der Graph bald noch flacher verlaufen, hoffentlich irgendwann sogar waagrecht - wenn es gar keine neuen Infektionen mehr gibt.

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Seit einer knappen Woche leben wir mit strengen Ausgangsbeschränkungen. Intern überlegt die Bundesregierung, wie man das öffentliche Leben wieder schnell in Gang bringen könnte. Zum Beispiel durch die Einführung von Massentests.

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