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Warum Speisen so heißen Tiramisu

Pizza und Tiramisu -  das dürften die zwei bekanntesten italienischen Worte sein. Tiramisu gehört schon längst zu den beliebtesten Desserts, auch in Deutschland. Der Name bedeutet nichts anderes, als „Richte mich auf“, „Zieh mich hoch“. Der starke Espresso, mit dem die Löffelbiskuits für diese Nachspeise getränkt werden, tut sicher das Seine dazu. Eier, Zucker und Mascarpone das Ihre.

Stand: 17.05.2014

Tiramisù-Torte | Bild: privat

„Aus Eigelb, Zucker und Keksen hat man traditionell eine stärkende Creme für Kinder und Alte gemacht“, erzählt der Besitzer des Restaurants  „Le Beccherie“  in Treviso in Venezien. Es hat leider gerade zugemacht, aber es gilt als eine der Wiegen des Tiramisu. Der Großvater soll sich immer gewünscht haben: „Macht mir was, was mich hochzieht,  was mich in Schwung bringt“. Daraufhin hat der Konditor des Restaurants vor über 40 Jahren ein Dessert entwickelt und es Tiramisu genannt. Eine andere Version besagt: 1939 soll ein Gast in Norditalien nach dem Genuss der Süßspeise ausgerufen haben: „C’ha tirato su“. Das hat mich aufgerichtet. Daraufhin hat der Wirt des Restaurants das Dessert, das vorher „Coppa Vetturino“ hieß, „Tiramesu“ genannt. Nachweislich auf einer Speisekarte ist der Name aber erst 1969 zum ersten Mal aufgetaucht. Allerdings gibt es viele berühmte Vorläufer der Süßspeise: sowohl die „Charlotte Russe“, die der französische Koch Marie-Antoine Carème um 1800 zu Ehren des russischen Zaren erfunden hat, als auch die „Zuppa Inglese“, in Siena auch „Zuppa del Duca“ genannt, sind Schichttorten mit Löffelbiskuit, die dem Tiramisu ähneln.

Mit Mascarpone wurde die Schichttorte erstmals in Modena zubereitet, weshalb die Norditaliener das Original für sich beanspruchen. Inzwischen gibt es unendlich viele Zubereitungsarten: mit Früchten, mit Amaretto, mit und ohne Ei,  „light“ mit Sahne oder Quark. Aber das Original bleibt das Original und ist immer eine Sünde wert:

Das Originalrezept aus dem Restaurant le Beccherie

Zutaten (für 4-6 Personen):
350 ml starker Espresso, 2 TL Zucker, 4 Eigelb, 100 g Zucker, 450 g Mascarpone, 30 Biskuits (eigentlich flache italienische, es gehen aber auch Löffelbiskuits), 2 EL Kakaopulver

Zubereitung:

Zuerst den Espresso kochen und 2 TL Zucker darin auflösen, solange er noch warm ist. Dann abkühlen lassen. Die vier Eigelb und den Zucker in einer Schüssel so lange mit dem Quirl (oder Mixer) schlagen, bis eine leichte, luftige Creme entsteht. Dann den Mascarpone unterheben. Mit den Biskuits eine flache Form auslegen und mit dem Espresso tränken. Mit der ersten Hälfte der Creme bestreichen, dann die zweite Biskuit-Creme-Etage draufsetzen.

Am Ende gleichmäßig mit Kakao betreuen. Tiramisù für drei bis vier Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.

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