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Warum Speisen so heißen Der Stollen

Butter, Rosinen, Mandeln und viele andere reichhaltige Zutaten machen den Stollen zum Festgebäck. Mit unserem klassischen Stollen-Rezept gelingt Ihnen das klassische Weihnachtsgebäck.

Stand: 13.11.2018

Christstollen in Scheiben geschnitten. Foto: Creativstudio (c)MEV Verlag GmbH/ CD: Designers_Fond_Collection_Volume_42, 03.02.2012 | Bild: MEV/Creativstudio

Stollen-Rezept

Diesen Stollen, den Sie nach unserem Rezept backen, können Sie bis Ostern aufbewahren, wenn Sie ihn richtig lagern. Ideal zum Lagern sind 10 bis 18 Grad und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Dann hält er sich, wie übrigens auch der Original Dresdner Stollen, 16 Wochen.

Stollen nach Oma Lilly

Für den Stollen sollte man sich mindestens einen halben Tag Zeit nehmen.

Noch besser gelingt er, wenn alle Zutaten (außer der Hefe) bereits am Vorabend bereitgestellt werden, um die gleiche Temperatur zu haben.

Zutaten:

  • 1000g Mehl
  • 70g Hefe
  • 1 TL Zucker
  • 375 ml warme Milch
  • 1 TL Salz
  • 3 Eier
  • 180g Zucker
  • abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
  • Mark von einer Vanilleschote
  • 500g Butter
  • 250g Mehl
  • 150g gestiftete Mandeln
  • 500g Sultaninen
  • 250g Korinthen
  • 100g Zitronat
  • 100g Orangeat
  • 4cl Rum
  • 250g Butter zum Bestreichen
  • 200g Puderzucker zum Bestäuben

Stollen-Teig: Zubereitung

Vorweg: Bei der Zubereitung ist es wichtig, die Gehzeiten des Hefeteigs zu kontrollieren, um ein optimales Ergebnis zu haben. Geht der Teig zum Beispiel zu lange, tritt die Butter wieder aus dem Teig aus, und der Stollen wird am Ende trocken. Geht der Teig zu kurz, wird der Stollen zu fest.

Also los geht’s: 1 kg Mehl in eine Schüssel sieben und mit dem Löffel eine Vertiefung hineindrücken. Die Hefe in die warme (nicht zu heiße!) Milch bröckeln und in der Milch auflösen. Dieser Hefemilch einen Teelöffel Zucker zufügen und in die Mehl-Mulde gießen. Vom Rand Mehl abnehmen und mit einem Sieb über die Hefemilch stäuben bis diese vollständig bedeckt ist. Die Schüssel mit einem frischen Küchenhandtuch abdecken und an einem warmen Ort (z.B. vor der Heizung) ca. 20 Minuten gehen lassen, bis der Vorteig Risse hat.

Den Zucker, die Eier, das Salz und die Zitronenschale miteinander verquirlen, zu dem Hefeansatz geben und zu einem trockenen, festen Teig schlagen. Wenn man eine Küchenmaschine hat, am besten den Knethaken verwenden. Ohne Küchenmaschine zunächst die Zutaten mit den Knethaken des Handrührgerätes vermengen und dann mit den Händen weiter kneten. Den Teig wieder zugedeckt 10 bis 15 Minuten gehen lassen.

Fruchtmischung für den Stollen zubereiten

In der Zwischenzeit die Vanilleschote aufschlitzen und mit dem Messerrücken das Mark herauskratzen und an der Butter abstreifen (wie bei den Kipferln). Die Vanille-Butter mit 250g Mehl verkneten. Das ist eine etwas klebrige Angelegenheit, aber die Butter bleibt dadurch besser im Teig und macht den Stollen dadurch saftiger. Die Vanille-Mehl-Butter unter den gegangenen Teig arbeiten und weitere 15 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit die Mandeln, Rosinen, Korinthen und kandierten Früchte in einer Schüssel mischen und mit dem Rum übergießen und ziehen lassen.

Die Fruchtmischung rasch unter den gegangenen Teig kneten und wiederum für 15 Minuten gehen lassen. Den Teig in zwei oder drei Portionen (nach Belieben) teilen und zu Stollen formen. Dafür werden die Portionen zu ca. 30 cm langen Rollen geformt. Dabei nicht zu viel ziehen, sondern eher durch sanftes Rollen und Drücken den Teig in Form bringen. Die Rollen in der Mitte mit dem Nudelholz eindrücken, so dass eine Kuhle entsteht und an den Längsseiten dickere Wülste entstehen. Die dickere von den Wülsten auf die Kuhle klappen, so dass sie neben der dünneren Wulst zu liegen kommt.

Die so geformten Stollen auf mit Backpapier ausgelegte Bleche setzen und mit einem Tuch bedeckt ca. 20 bis 30 Minuten gehen lassen, bis die Stollen deutlich an Volumen zugenommen haben.

Stollen backen

Den Backofen auf 200° vorheizen und die Stollen nacheinander auf der unteren Schiene im Backofen ca. 40 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen prüfen ob der Teig gut ist, es darf nichts hängen bleiben. Kurz vor Ende der Backzeit pro Stollen ca. 100g Butter schmelzen und den noch warmen Stollen damit rundum (auch von unten) bestreichen und dick mit Puderzucker bestäuben. Hier lassen sich die Reste von den Vanillekipferln und Mohnblumen bestens verarbeiten ;-). Die Butter-Zucker-Schicht verhindert das Austrocknen des Stollens.
Den ausgekühlten Stollen in Alufolie wickeln, in einen großen Gefrierbeutel stecken und bis zum Verzehr an einem kühlen Ort lagern.De

Woher kommt der Ausdruck Stollen?

Das Wort Stollen kommt vom Althochdeutschen "stollo" und bedeutet Pfosten oder Stütze. Ein bisschen erinnert die Form des Stollen ja auch an so etwas wie ein Pfosten. Möglicherweise stammt die Bezeichnung auch aus vorchristlicher Zeit von den alten Germanen. Säulen, die den höchsten Gottheiten geweiht waren, hießen „stulo“.

Die Form und vor allem die weiße Zuckerdecke des Stollen erinnern aber auch an das in weiße Windeln gewickelte Jesuskind. Sicher ist jedenfalls, dass sich der Stollen aus einem alten Kultgebäck entwickelt hat und dass es Stollen schon seit dem Mittelalter gibt.

Dresdner Stollen - war das der erste Stollen?

Am berühmtesten ist zwar der DresdnerDen Stollen, aber der erste urkundlich erwähnte Stollen stammt aus Naumburg an der Saale aus dem Jahr 1330 . Da wird er erstmals in einem Privileg erwähnt, das der Bischof der Bäckerzunft gewährt hat. Der Stollen, der früher immer erst an Weihnachten angeschnitten wurde, war allerdings längst nicht so reichhaltig wie heute.


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