Ein Arzt impft einen Patienten
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Ein Arzt impft einen Patienten

    Corona: Die Ereignisse vom 26. Juli bis 01. August 2021

    Informationen zu Entwicklungen und Zahlen zum Coronavirus in Bayern, Deutschland und in der Welt vom 26. Juli bis 01. August 2021.

    Sonntag, 01. August 2021

    21.45 Uhr: Florida meldet Rekorde bei Corona-Infektionen und Spital-Einweisungen

    Florida entwickelt sich zum Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA. Der Staat im Südosten des Landes meldete am Samstag die höchste Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie. Die Gesundheitsbehörden bestätigten 21.683 neue Fälle von Covid-19. Am Sonntag meldeten sie prompt die Rekordzahl von 10.207 Corona-Patienten in Krankenhäusern des Staates.

    Auf Florida entfallen inzwischen etwa ein Fünftel aller Neuinfektionen in den USA. In der vergangenen Woche gab es pro Tag durchschnittlich 1.525 Krankenhauseinweisungen wegen Corona und 35 Überweisungen auf Kinderstationen.

    21.05 Uhr: US-Immunologe Fauci mahnt zum Impfen

    Der US-Spitzenimmunologe Anthony Fauci hat vor neuen Problemen in der Coronavirus-Pandemie gewarnt. Er erwarte zwar keine weiteren Lockdowns, sagte Fauci am Sonntag dem Fernsehsender ABC, rechne für die Zukunft aber mit einigem Schmerz und Leid, weil viele seiner Landsleute noch immer nicht geimpft seien. Ungeimpfte beeinträchtigten andere, weil sie das Virus übertrügen und ausbreiteten.

    Fauci trat dem Argument entgegen, dass ein Ja oder Nein zur Impfung eine reine Einzelentscheidung sei. Wer sich nicht impfen lasse, verletze die Rechte anderer, besonders derjenigen, die für das Virus anfällig seien. Wer Mitmenschen gefährde, greife in deren Rechte ein.

    In den USA sind etwa 60 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Derzeit steigt die Zahl der Neuinfektionen pro Tag, insbesondere wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus.

    20.30 Uhr: Thailand verschärft angesichts von Rekordzahl an Neuinfektionen die Corona-Regeln

    Angesichts einer Rekordzahl an Neuinfektionen hat Thailand die Corona-Regeln nochmals verschärft. Die nächtliche Ausgangssperre und andere Beschränkungen würden ab Dienstag in 16 weiteren Provinzen gelten, kündigte die Regierung am Sonntag in Bangkok an. Das südostasiatische Land kämpft derzeit mit einer dritten schweren Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird.

    Obwohl für mehr als zehn Provinzen und auch die Hauptstadt Bangkok mit ihren geschätzt zehn Millionen Einwohnern bereits seit geraumer Zeit eine nächtliche Ausgangssperre und strikte Regeln gelten, nimmt die Zahl der Neuinfektionen immer weiter zu. Deshalb gilt ab Dienstag in nunmehr 29 der 79 Provinzen des Landes nicht nur eine nächtliche Ausgangssperre, sondern auch weitere strikte Regeln: Restaurants dürfen nur Lieferdienste anbieten, öffentliche Parks und Einrichtungen bleiben geschlossen.

    Die ersten Corona-Fälle der jüngsten Welle gehen auf Nachtclubs in Bangkok zurück, die häufig von Ausländern sowie der thailändischen Elite und Politikern besucht werden.

    19.38 Uhr: England hebt Quarantäne-Pflicht für Corona-Geimpfte aus der EU und den USA auf

    Reisen nach England wird wieder leichter: Ab Montag entfällt für Corona-Geimpfte aus der EU und den USA die bisher geltende Quarantäne-Pflicht. Reisende aus Frankreich fallen wegen der dortigen Verbreitung der Beta-Variante des Coronavirus nach britischen Regierungsangaben nicht unter die neue Regelung. Die Befreiung von der Quarantäne-Pflicht gilt nach Behördenangaben für alle, die vollständig mit einem von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA oder der US-Behörde FDA zugelassenen Impfstoff geimpft sind.

    Bislang waren lediglich Menschen von den Quarantäne-Regeln ausgenommen, die den Impfstoff in Großbritannien verabreicht bekommen hatten. Die ab Montag geltenden neuen Regeln betreffen allerdings lediglich die Einreise nach England. Die Regionalregierungen von Schottland, Wales und Nordirland erlassen ihre eigenen Einreisebestimmungen.

    19.35 Uhr: Bund und Länder beraten über Drittimpfungen und mehr Impfungen für Jugendliche

    Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten über Corona-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen. Diese sollten laut einer Beschlussvorlage im September beginnen, um ein Abflauen des Infektionsschutzes zu vermeiden. Das Angebot soll sich zunächst vorrangig an Hochbetagte, Pflegebedürftige und Menschen mit Immunschwäche richten.

    Zudem wollen die Ministerinnen und Minister Impfungen von Jugendlichen und Kindern ab zwölf Jahren stärker vorantreiben - ungeachtet der bisherigen Zurückhaltung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Alle Zwölf- bis 17-Jährigen sollen ab sofort Corona-Impfungen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna in Impfzentren erhalten können, aber auch durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Dies soll zu einem sicheren Schulstart nach den Sommerferien beitragen.

    19.01 Uhr: Hackerangriff legt Impfanmeldung in Italiens Hauptstadtregion lahm

    Ein Hackerangriff auf die Webseite der italienischen Hauptstadtregion Latium hat die Anmeldefunktion für Corona-Impfungen lahmgelegt. Die Attacke habe kurz nach Mitternacht begonnen und sei auch noch am frühen Sonntagabend zu spüren gewesen, sagte der Gesundheitskommissar der Region, Alessio D’Amato, im Fernsehen. Wer für eine Impfung am Sonntag angemeldet sei, erhalte seine Spritze aber trotzdem. Allerdings werde alles etwas länger dauern, weil die Daten jetzt per Hand aufgenommen werden müssten.

    16.57 Uhr: Bayern rüstet sich für Auffrischungsimpfungen

    Bayern rüstet sich dafür, im Herbst Auffrischimpfungen gegen Corona anzubieten. Schon allein aus präventiven Gesichtspunkten dürfte eine Auffrischungsimpfung sinnvoll sein. so der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Daher habe Bayern bereits seine Corona-Impfstrategie auf die neuen Herausforderungen ausgerichtet. Mit den mobilen Teams würden auch die besonders schutzbedürftigen Personen in Einrichtungen geimpft.

    Wichtig seien ihm "klare und unbürokratische Vorgaben", welche Gruppe als erstes eine Impfung zur Auffrischung des bisherigen Impfschutzes bekommt. Dazu bräuchte es "belastbare Aussagen" des Bundes und der Ständigen Impfkommission.

    16.45 Uhr: Zehntausende demonstrieren in Frankreich gegen Gesundheitspass und Impfpflicht

    In Frankreich sind am Samstag mehr als 200.000 Menschen gegen die geplante Ausweitung des Gesundheitspasses und die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen auf die Straße gegangen. Landesweit wurden 72 Menschen festgenommen, wie das Innenministerium am Sonntag mitteilte.

    Insgesamt fanden am Samstag in mehr als 150 Städten Demonstrationen statt, darunter in Toulon, Rennes, Lille, Lyon, Montpellier, Bordeaux, Marseille, Nizza und Straßburg. Zu den Rufen "Freiheit, Freiheit", die die meisten Demonstrationen skandierten, kamen auch Parolen, die sich gegen Staatschef Emmanuel Macron und die Medien richteten. Viele Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie "Macron raus" oder "Gesundheitsterror".

    Das französische Parlament hatte das Gesetz zur Verschärfung der Corona-Regeln am vergangenen Sonntag nach langem Ringen verabschiedet. Es tritt am 9. August in Kraft und sieht eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie für Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte vor. Anders als ursprünglich von der Regierung gewollt, droht Impfverweigerern in diesen Berufen allerdings nicht die Entlassung, sondern nur eine Aussetzung des Gehalts.

    Beschlossen wurde auch eine Ausweitung des Gesundheitspasses, der Aufschluss über eine Impfung oder einen Negativ-Test gibt. Dabei soll nun erstmals eine Corona-Testpflicht für nicht Immunisierte in Gaststätten und Fernzügen sowie auf Messen und Jahrmärkten greifen. In Kinos, Theatern oder Museen muss bereits seit 21. Juli eine Impfung, eine überstandene Infektion oder ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden.

    16.07 Uhr: Gesundheitsminister wollen Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen einleiten

    Die Regierungen von Bund und Ländern wollen im September mit Corona-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen beginnen. Das geht aus Beschlussvorlagen für die Gesundheitsministerkonferenz am Montag hervor. Konkret genannt werden alle Hochbetagten sowie Menschen mit Immunschwäche und Pflegebedürftige.

    Verimpft werden sollen grundsätzlich die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna, unabhängig davon, ob vorher etwa die Impfstoffe von Astrazeneca oder Johnson & Johnson verwendet wurden. Auch Betriebsärztinnen und -ärzte sollen Auffrischungsimpfungen verabreichen können. Begründet werden die Auffrischungen mit Studien, die auf ein allmähliches Nachlassen des Infektionsschutzes auch bei vollständig Geimpften hinweisen, gerade in den Risikogruppen.

    15.20 Uhr: US-Mediziner - Kein neuer Lockdown erwartet

    Die USA rechnen trotz der Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus nicht mit einem erneuten Lockdown. Das sagt US-Präsident Joe Bidens medizinischer Chefberater Anthony Fauci dem Sender ABC News.

    13.39 Uhr: Ethikrat-Mitglied: Wer Personen befördert, muss geimpft sein

    Wolfram Henn, Humangenetiker und Mitglied des Deutschen Ethikrats, fordert eine Impfpflicht für Mitarbeiter in der Personenbeförderung. Eine Krebspatientin solle sich darauf verlassen können, dass der Taxifahrer, der sie zur Chemotherapie bringe, sie nicht unnötig gefährde, schreibt Henn in einem Gastbeitrag für die "Augsburger Allgemeine" (Montag).

    Auch Lehrkräfte und Pflegepersonal müssten zur Impfung verpflichtet werden. Die juristischen Hürden hält Henn für klein. Wenn man bereits bestehende Vorgaben des Arbeits- und des Beamtenrechts sinnvoll anwende, lasse sich schon jetzt eine berufsbezogene Impfpflicht realisieren. Bei Pflegepersonal müsse Patientenschutz vor Datenschutz gehen. Es dürfe nicht sein, dass eine hochgefährdete Patientin nicht erfährt, ob die zu ihr ins Haus kommende Pflegeperson geimpft sei oder ein "ambulanter Superspreader", betonte Henn.

    13.33 Uhr: Erneut über 3.000 Corona-Infektionen in Olympia-Stadt Tokio

    In der Olympia-Stadt Tokio liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen am fünften Tag in Serie über der Marke von 3.000 Fällen. Die Stadt registrierte am Sonntag innerhalb von 24 Stunden 3.058 Neuinfektionen, nachdem am Vortag ein Höchststand von 4.058 Fällen registriert erreicht worden war. Am Sonntag sind die Zahlen gewöhnlich niedriger, da weniger getestet wird.

    Die Gouverneure von Tokio sowie anderen betroffenen Präfekturen wollen die Regierung auffordern, härtere Maßnahmen wie Ausgangssperren zu prüfen. Einen Lockdown wie in anderen Ländern hat Japan bisher nicht verhängt. Stattdessen gilt in Tokio und anderen Präfekturen bis 31. August ein Notstand, der nur lockere Maßnahmen vorsieht. So sollen Restaurants und Bars keinen Alkohol ausschenken und früher schließen.

    13.05 Uhr: Zwei Sumatra-Tiger im Zoo von Jakarta von Covid-19 genesen

    Im Zoo der indonesischen Hauptstadt Jakarta haben sich zwei seltene Sumatra-Tiger von einer Infektion mit dem Coronavirus erholt. Der neunjährige Tino erkrankte am 9. Juli, er litt an Kurzatmigkeit, Niesen und einer laufenden Nase, wie Suzi Marsitawati von der Park- und Forstbehörde am Sonntag erklärte. Zudem habe Tino seinen Appetit verloren. Zwei Tage später habe der zwölfjährige Hari dieselben Symptome gezeigt.

    Beide Tiger seien positiv auf das Coronavirus getestet worden und sofort mit Antibiotika, Antihistaminen, entzündungshemmenden Medikamenten und Multivitaminen behandelt worden. Nach zehn bis zwölf Tagen sei es ihnen besser gegangen, inzwischen seien sie genesen.

    Wie sich die beiden infizierten, ist unklar. Der Zoo ist im Rahmen der Corona-Beschränkungen geschlossen. Unter den Pflegern und anderen Zoomitarbeitern habe es keine Infektionen gegeben, sagte Marsitawati.

    Sumatra-Tiger sind eine Unterart des Tigers, die vom Aussterben bedroht ist.

    13.02 Uhr: Großbritannien lockt junge Menschen zur Impfung

    Um die Corona-Impfquote bei jungen Leuten zu steigern, gibt es in Großritannien finanzielle Anreize. So bietet der Fahrdienstleister Uber günstigere Fahrten und Mahlzeiten für Menschen, die sich impfen lassen. Bei Konkurrent Bolt sind Fahrten zu Impfzentren kostenlos, Deliveroo verteilt Gratis-Gutscheine, und die Kette Pizza Pilgrims will zwei Filialen in Impfzentren umwandeln und dort kostenlose Pizzastücke verteilen.

    Bisher haben rund zwei Drittel (67 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen eine erste Impfung erhalten. Zuletzt war das Impftempo aber gesunken. Die Regierung fürchtet zudem, dass einige junge Leute ihre zweite Impfung nicht wahrnehmen.

    Gesundheitsminister Savid Javid betonte, mit der Impfung beschützten junge Leute nicht nur sich selbst, ihre Familien und Freunde. Damit würden sie auch dazu beitragen, dass alle Menschen "wieder die Dinge tun können, die Sie versäumt haben".

    11.50 Uhr: Schäuble kritisiert Querdenker

    Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat die sogenannte Querdenker-Szene scharf kritisiert: "Wenn weltweit praktisch alle Fachleute sagen, Corona ist gefährlich und Impfen hilft, wer hat dann eigentlich das Recht zu sagen: Ich bin aber klüger? Das ist für mich ein nahezu unerträgliches Maß an Überheblichkeit", sagte Schäuble der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

    Eine für diesen Sonntag angemeldete Großdemonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen in Berlin war zwar gerichtlich untersagt worden. Allerdings waren kleinere Kundgebungen und vier Autokorsos genehmigt. Die Polizei versuchte mit einem Großaufgebot, größere Menschenansammlungen zu unterbinden.

    10.16 Uhr: Corona-Lockerungen in Dänemark

    Trotz vergleichsweiser hoher Infektionszahlen hat Dänemark mehrere Corona-Regeln gelockert. So gibt es etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Kapazitätsgrenzen mehr. Die Pflicht zu zwei Tests pro Woche für Schüler und Studenten wird in eine Empfehlung geändert. Veranstaltungsorte wie Theater und Kinos mit weniger als 500 Zuschauern sowie Museen, Vergnügungsparks und Zoos müssen keinen Impfnachweis oder Test mehr für den Eintritt verlangen.

    Das Leben in Deutschlands nördlichstem Nachbarland lief schon bisher beinahe beschränkungsfrei. Als Datum für weitere Lockerungen ist der 1. September vorgesehen. Dann sollen Beschränkungen fürs Nachtleben fallen.

    10.01 Uhr: Florida meldet Höchststand an Corona-Neuinfektionen

    Florida hat die höchste Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie gemeldet. Die Gesundheitsbehörden bestätigten am Samstag 21.683 neue Fälle von Covid-19. Der Staat im Südosten der USA hat sich zuletzt zum nationalen Epizentrum der Pandemie entwickelt.

    Der republikanische Gouverneur Ron DeSantis ist gegen eine Maskenpflicht oder Vorschriften für Impfungen. Gemeinsam mit dem Parlament des Staats hat er die Möglichkeiten für Bezirks- und Gemeindeverantwortliche beschränkt, Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu verhängen. Am Freitag verbot DeSantis Schulbezirken, Schülern nach den Ferien das Tragen von Masken im Unterricht vorzuschreiben. Themenparks wie Universal, SeaWorld oder Walt Disney World haben die Maskenpflicht in Innenräumen dagegen inzwischen wieder eingeführt. Mehr als 39 000 Menschen sind seit März 2020 in Florida in Verbindung mit dem Virus gestorben.

    08.24 Uhr: Corona-Impfstoffhersteller Biontech expandiert

    Der Mainzer Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech expandiert. Für die kommenden Monate sei ein umfangreicher Stellenaufbau geplant, erklärte das Unternehmen laut "Welt am Sonntag". 500 neue Stellen quer durch alle Abteilungen seien derzeit ausgeschrieben.

    Vor der Corona-Pandemie beschäftigte Biontech gut 1.300 Mitarbeiter. Das Unternehmen arbeitete in erster Linie an neuen Therapiemöglichkeiten gegen Krebserkrankungen. Gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer entwickelte Biontech dann im vergangenen Jahr den ersten in vielen Ländern zugelassen Impfstoff gegen das Coronavirus. In den vergangenen anderthalb Jahren stieg die Zahl der Biontech-Mitarbeiter bereits auf rund 2000. Laut dem Bericht der "Welt am Sonntag" will der Hersteller nun zum ersten Mal in ein eigenes Vertriebsteam von 60 Mitarbeitern investieren, um die Vermarktung zugelassener Produkte selbst voranzubringen.

    05.03 Uhr: Seehofer: Impfung muss für alle freiwillig bleiben

    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Überlegungen zu einer Impfpflicht kritisiert. "Die Impfung muss für alle freiwillig bleiben. Das haben wir von Anfang an gesagt und das müssen wir auch halten. Ich hielte es für fatal, wenn man wegen fehlender Impfung vom Arbeitgeber oder einer Versicherung benachteiligt würde. Davor kann ich nur dringend warnen", sagt Seehofer laut einem Vorabbericht der "Bild am Sonntag". Er halte nichts davon, direkten oder indirekten Druck auf Impfverweigerer auszuüben. Stattdessen müsse stärker als bisher für die Impfung geworben werden. Sie sei der einzige Weg aus der Pandemie.

    04.15 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 17,5

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 17,5. Wie das Robert-Koch-Institut am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 2.097 Neuinfektionen sowie ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

    Am Vortag hatte die Inzidenz noch 16,9 betragen. Vor einer Woche lag sie bei 13,8. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

    Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.771.262. Insgesamt wurden bislang 91.659 Corona-Tote gemeldet. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit rund 3.654.500 an.

    04.04 Uhr: Leibniz-Institut empfiehlt Maskenpflicht und Lüften in Schulen

    Um Wechselunterricht und Homeschooling zu vermeiden, empfiehlt das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen zu Beginn des neuen Schuljahrs weiter eine strikte Maskenpflicht. "Wenn wir zum vollen Präsenzunterricht zurückwollen, und darum geht es ja, dann geht das nur durch konsequentes Masketragen und Lüften", sagt der Public-Health-Experte des Instituts, Hajo Zeeb, gegenüber der "Welt am Sonntag". Zudem dürften nicht belüftbare Räume für den Unterricht nicht genutzt werden. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern fängt das neue Schuljahr am Montag an.

    01.11: Müller: Deutschland sollte mehr Corona-Impfstoff abgeben

    Entwicklungsminister Gerd Müller hat dazu aufgerufen, mehr Corona-Impfstoff an Entwicklungsländer abzugeben. "Die Abgabe von überschüssigen Impfdosen ist der schnellste Weg, die weltweite Impfkampagne voranzubringen", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Müller erinnerte an die Zusage der Bundesregierung, ärmeren Ländern bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfstoffdosen zu geben. "Diese Menge sollten wir schrittweise weiter aufstocken, weil inzwischen in Deutschland ausreichend Impfstoff verfügbar ist", sagte er. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits Mitte Juli angekündigt, dass Deutschland über die bereits angekündigten 30 Millionen Impfdosen hinaus weiteren Impfstoff an andere Länder geben werde.

    Müller warnte, die Welt dürfe nicht gespalten werden in Länder, die sich mit hohen Impfraten schnell wirtschaftlich erholen könnten und solche, die dem Virus schutzlos ausgeliefert blieben. So seien in Afrika bislang weniger als zwei Prozent der Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft.

    00.01: Einreise-Testpflicht gestartet

    Seit Mitternacht gilt bei der Einreise nach Deutschland eine Testpflicht. Damit soll eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zum Ende der Sommerferien verhindert werden. Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist - mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gab es bisher schon für alle Flugpassagiere. Jetzt gilt sie für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn.

    Bei einem Aufenthalt in Gebieten mit neuen, besorgniserregenden Virusvarianten ist ein Testnachweis Pflicht. Nachweise als Genesener oder Geimpfter reichen in diesem Fall nicht. Außerdem gibt es nur noch zwei statt drei Kategorien für weltweite Gebiete mit höheren Infektionsrisiken: Hochrisikogebiete und Gebiete, in denen neue, besorgniserregende Virusvarianten kursieren.

    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kündigte entsprechende Kontrollen an. "Wer nach Deutschland einreist, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden. Bundes- und Landespolizei arbeiten hier Hand in Hand", sagte er der "Bild am Sonntag".

    00.01 Uhr: Millionen US-Mieter von Zwangsräumung bedroht

    In den USA sind ab Mitternacht Millionen Mieter von Zwangsräumungen bedroht. Zum 1. August läuft eine Regelung aus, dass Mieter in der Corona-Pandemie bei Zahlungsrückstand nicht aus ihren Wohnungen geworfen werden dürfen. Ein Vorschlag, das Verbot bis zum 18. Oktober zu verlängern, war zuletzt im Kongress gescheitert. Das Weiße Haus hat deutlich gemacht, den Schutz nicht einseitig zu verlängern, weil es dazu keine rechtliche Befugnis habe.

    Einer Studie des Aspen Institute zufolge sind derzeit mehr als 15 Millionen Menschen in 6,5 Millionen US-Haushalten mit ihren Mietzahlungen im Rückstand. Sie schulden den Vermietern der Studie zufolge zusammen mehr als 20 Milliarden Dollar.

    Samstag, 31. Juli 2021

    20.50 Uhr: Französischer Fußballverband führt Gesundheitspass ein

    In Frankreich benötigen Fußballer künftig einen Gesundheitspass, um am Vereinsfußball teilnehmen zu können. Das gab der französische Fußballverband (FFF) am Samstag bekannt. Nur mit diesem Ausweis, in dem Negativ-Tests, Impfungen oder eine überstandene Corona-Infektion vermerkt sind, sei es künftig möglich, Fußball zu spielen, die Umkleideräume zu nutzen und die Tribünen zu betreten.

    "Wir sind uns bewusst, dass der Gesundheitspass eine zusätzliche Belastung für unsere Lizenznehmer und unsere Klubs darstellt", sagte FFF-Präsident Noel Le Graet in der offiziellen Erklärung: "Diese Maßnahme scheint nun aber die sicherste Lösung zu sein, um wieder in den Fußball einzusteigen und gleichzeitig unsere Spieler so gut wie möglich zu schützen. Ihre Gesundheit hat für uns Priorität."

    20.15 Uhr: Kretschmanns Appell zum Ferienstart: impfen, impfen, impfen!

    Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat zum Ferienstart in seinem Bundesland noch einmal eindringlich dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen. Er warnte Ungeimpfte vor den Folgen. Um eine neue Infektionswelle im Herbst zu verhindern, gebe es nur eine Lösung: "Lassen Sie sich jetzt impfen - und nicht irgendwann!", sagte der Regierungschef in einer Fernsehansprache im SWR am Samstagabend.

    Für ungeimpfte Menschen könne die Teilnahme am öffentlichen Leben dort eingeschränkt werden, wo es notwendig sei, warnte der Regierungschef. "Bedenken Sie auch: So manches wird unbequem für Sie werden, wenn Sie sich nicht impfen lassen." Sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich steigen, würden Aktivitäten wie der Besuch im Gasthaus oder im Kino Nicht-Geimpften allenfalls noch mit Test erlaubt sein. "Außerdem müssen Sie damit rechnen, dass Sie die Tests aus eigener Tasche bezahlen müssen, wenn Sie unser Impfangebot nicht wahrnehmen."

    19.45 Uhr: Israel beginnt mit dritter Corona-Impfung für ältere Menschen

    In Israel können sich ab Sonntag alle Menschen ab 60 zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Ab Sonntag erlaubt sind zudem Impfungen von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit besonders hohem Risiko, bei einer Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben. Kindern ab zwölf Jahren stehen die Impfungen bereits seit Anfang Juni offen.

    Trotz einer intensiven Impfkampagne steigt auch in Israel die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Deshalb hatte sich die Regierung zu dem Alleingang bei den Auffrischungsimpfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer entschlossen. Trotz der steigenden Infektionszahlen dürfen aber geimpfte Touristen ab Sonntag wieder nach Israel einreisen.

    18.25 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien gesunken

    In Großbritannien ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen gesunken. Am Samstag verzeichneten die Behörden 26.144 neue Fälle. Am Freitag waren es 29.622 gewesen.

    17.55 Uhr: Scholz: Kostenpflicht für Corona-Tests rechtzeitig ankündigen

    Eine mögliche Kostenpflicht für Corona-Tests sollte nach Ansicht von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz frühzeitig angekündigt werden. "Ich bin dafür, dass wir da den Zeitraum rechtzeitig und lange vorher festlegen, aber dass man weiß, das kommt", sagte der Bundesfinanzminister bei einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag in Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern.

    Er sprach sich erneut dafür aus, dass der Staat ab einem bestimmten Zeitpunkt die Tests für diejenigen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen können, nicht mehr zahlt. Das gelte nicht etwa für Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können und auch nicht für junge Menschen, für die die Impfung derzeit nicht empfohlen wird. "Aber für alle anderen muss dann irgendwann in ein paar Wochen gelten, dass sie die Tests dann selber bezahlen müssen", sagte er.

    17.40 Uhr: 5.000 Menschen demonstrieren in der Schweiz gegen Corona-Maßnahmen

    In der Schweiz haben am Samstag mehrere tausend Menschen gegen die Einschränkungen in der Corona-Pandemie und gegen die Impfkampagne demonstriert. Laut Polizei versammelten sich in Luzern rund 5.000 Demonstranten. Ein Beamter sei im Laufe der Kundgebung angegriffen und verletzt worden, hieß es. Zwei Personen seien vorübergehend festgenommen worden. Die Demonstranten kritisierten, dass die Corona-Politik die Freiheit unnötig und viel zu stark einschränke. "Freiheit ist systemrelevant", lautete eines der Transparente.

    17.25 Uhr: Münchner Infektiologe Spinner: "Weg von den Inzidenzwerten"

    "In jedem Fall müssen wir weg von den Inzidenzwerten" – das meint Infektiologe Christoph Spinner vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Die Inzidenzen alleine könnten nur eine Grundlage bilden, um den Verlauf der Pandemie einzuschätzen. Die Auslastung der Kliniken und Intensivstationen müssten unbedingt als wesentliche Bausteine in einen Indikatorenmix hinzugenommen werden, erklärt der Pandemiebeauftragte des Klinikums rechts der Isar. Denn es gehe vor allem darum, eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden und die Pandemieausbreitung so zu steuern, dass ein weitgehend normales Gesellschaftsleben möglich sei.

    16.50 Uhr - China verhängt örtlich harte Maßnahmen

    Auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante reagieren Chinas Behörden mit harten Maßnahmen. Im Pekinger Stadtbezirk Changping, wo bisher zwei Fälle gemeldet wurden, müssen rund 41.000 Menschen in ihren Wohnungen bleiben. In der chinesischen Hauptstadt handelt es sich um die ersten offiziell verzeichneten Corona-Fälle seit sechs Monaten.

    Die Touristenstadt Zhangjiajie in der Provinz Hunan, in der eine Handvoll Ansteckungen auf eine Theatervorstellung zurückzuführen sind, verhängte am Freitag eine Ausgangssperre für alle 1,5 Millionen Einwohner und schloss alle Touristenattraktionen, wie aus einer offiziellen Mitteilung hervorgeht.

    Die Regierung in Peking verfolgt eine Null-Covid-Strategie: Treten in einer Stadt oder Provinz kleine Cluster auf, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet.

    13.40 Uhr - Olympische Spiele 2022: "Müssen uns erneut mit der Pandemie befassen"

    IOC-Präsident Thomas Bach rechnet damit, dass das Coronavirus auch die Olympischen Winterspiele in Peking (4. bis 22. Februar 2022) prägen wird. "Wir müssen uns erneut mit der Pandemie befassen. Die Pandemie wird bis dahin nicht in der ganzen Welt vorbei sein, also müssen wir realistisch sein und die richtigen Maßnahmen finden", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Samstag bei Eurosport. In Tokio besteht eine tägliche Testpflicht für die rund 11.000 Aktiven sowie das Umfeld.

    Die Zahl der Fälle, die in direktem Zusammenhang mit den Spielen in Japans Hauptstadt stehen, hält sich weiter im Rahmen. Am Samstagmorgen gaben das IOC und die Organisatoren 21 neue Fälle bekannt, wobei kein Bewohner des olympischen Dorfs betroffen war. In Japan wurde am Samstag allerdings die Marke von 4.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden überschritten - erstmals seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020.

    11.22 Uhr – Jeder fünfte Jugendliche hat laut Spahn eine erste Impfung

    900.000 Jugendliche in Deutschland zwischen 12 und 17 Jahren haben mittlerweile eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das twitterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag.

    Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs.

    Von der Gesamtbevölkerung in Deutschland sind nach Spahns Angaben mittlerweile 61,6 Prozent (51,2 Millionen Menschen) einmal geimpft, 52 Prozent (43,2 Millionen) vollständig.

    10.43 Uhr – Kulturrat: Neue Verordnung erleichtert Einreise für Künstler

    Die neue, von Sonntag an geltende Corona-Einreiseverordnung bringt nach Darstellung des Deutschen Kulturrats Verbesserungen für Künstlerinnen und Künstler mit sich. So werde die Einreise aus Hochrisikogebieten erleichtert. Dafür sei eine Ausnahme von der Quarantäne festgelegt worden für nicht vollständig geimpfte Personen, die zur künstlerischen Berufsausübung auf der Grundlage vertraglicher Verpflichtungen an künstlerischen oder kulturellen Produktions- oder Präsentationsprozessen teilnehmen.

    Die Regelung sei längst überfällig gewesen, sagte der Geschäftsführer des Kulturrats, Olaf Zimmermann, in einer Mitteilung. Der internationale Austausch sei essenziell für das kulturelle Leben. Die Veränderung der Einreiseverordnung sei eine wichtige Maßnahme, um den internationalen Kulturaustausch wieder zu beleben.

    09.35 Uhr – Scholz für Verlängerung der Corona-Hilfen

    Bundesfinanzminister Olaf Scholz plädiert für eine Verlängerung der Corona-Hilfen. Hilfen wie die Kurzarbeiter-Regelung und auch die Wirtschaftshilfen seien bis 30. September befristet, sagt der SPD-Kanzlerkandidat der Funke Mediengruppe. Er wolle beides bis zum Jahresende verlängern. Möglicherweise müsse man auch im nächsten Jahr dem einen oder anderen Unternehmen helfen.

    Darüber hinaus hat sich Scholz gegen eine reine Fixierung auf die Inzidenz bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgesprochen. Seiner Ansicht nach sollte man neben den Inzidenzen auch die Situation in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen im Blick behalten.

    Der SPD-Kanzlerkandidat sprach sich zudem dafür aus, Corona-Tests bald nur noch gegen Bezahlung anzubieten und zwar, wenn alle sich hätten impfen lassen können - also in wenigen Wochen. Ausnahmen solle es allerdings für diejenigen geben, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können, sowie für Kinder und Jugendliche.

    09.20 Uhr - Zentralrat: Muslime sollen sich impfen lassen

    Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat die Angehörigen der islamischen Religionsgemeinschaft aufgerufen, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Es gebe für Muslime keine religiösen Gründe, das Impfen gegen Corona abzulehnen, sagte der Vorsitzende, Aiman A. Mazyek, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" und fügte hinzu, im Gegenteil, der Schutz anderer vor Krankheiten und die eigene gesundheitliche Unversehrtheit seien im Islam ein hohes Gut.

    Seiner Meinung nach sind nicht alle, die noch ungeimpft sind, Impfgegner. Viele seien auch einfach zu bequem. Jetzt gehe es darum, das letzte Drittel aus seiner Impf-Lethargie zu holen. Zwei Drittel der Moscheegemeinden in Deutschland bieten vor allem an Wochenenden Impfaktionen an, so Mazyek.

    08.20 Uhr: Wunsch nach Präsenzunterricht

    Gut jeder zweite Jugendliche in Deutschland wünscht sich wieder ausschließlich Präsenzunterricht. Das meldet das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Jugend-Digitalstudie der Postbank. Demnach plädieren 35 Prozent für einen Wechsel zwischen digitalem und analogem Unterricht. 14 Prozent seien für überwiegenden Fernunterricht. Befragt wurden der Zeitung zufolge 1.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren.

    07.05 Uhr: China: Industrie-Barometer sinkt stärker als erwartet

    In China verliert die Industrie nach ihrer starken Erholung von der Corona-Krise wieder an Fahrt. Das zeigt der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI), den die Statistikbehörde am Samstag veröffentlichte. Demnach sank das Barometer im Juli auf 50,4 von 50,9 Zählern im Vormonat. Der neue Wert ist der niedrigste seit Februar vergangenen Jahres, als die Volksrepublik mit den rabiaten Lockdowns zur Eindämmung des Coronavirus begann. Er signalisiert, dass die Geschäfte in der Industrie mittlerweile weniger kräftig zulegen. Werte über 50 zeigen Wachstum an. Zu der Abschwächung trugen gestiegene Rohstoff- und Logistikkosten, Lieferengpässe im Welthandel sowie extreme Wetterlagen wie Hochwasser in Zentralchina bei. Analysten hatten mit einem nur minimalen Index-Rückgang auf 50,8 Punkte gerechnet.

    06.32 Uhr: Radprofi Geschke kehrt bald nach Deutschland zurück

    Der positiv auf Corona getestete Radprofi Simon Geschke wird am Sonntag Japan verlassen und in die Heimat zurückkehren. Wie der Deutsche Olympische Sportbund mitteilte, ist auch ein vorgeschriebener zweiter PCR-Test zur Aufhebung der Quarantäne negativ ausgefallen. Der 35-Jährige war am vergangenen Samstag nach einem positiven Corona-Test in ein abgeschottetes Hotel in Tokio gebracht worden.

    04.42 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 16,9

    Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit nun dreieinhalb Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Morgen lag sie bei 16,9 - am Vortag betrug der Wert 16,5, am Samstag der Vorwoche 13,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2.400 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 21 Todesfälle verzeichnet.

    Zum Artikel: "RKI: 2.400 Neuinfektionen, Inzidenz steigt auf 16,9"

    04.30 Uhr: Scholz: Menschen sollten untereinander für Impfung werben

    Vizekanzler Olaf Scholz ruft die Bürger auf, untereinander für Impfung zu werben. "Wir alle sollten bei der Arbeit oder im Sportverein sagen: Ich habe mich impfen lassen, das war gut." Wer sich so verhalte, leiste einen Beitrag, auch diejenigen zu überzeugen, die skeptisch seien, sagt Scholz der Funke Mediengruppe. Zusätzlich sollten Inzidenzen nicht mehr als Hauptrichtwert in der Pandemie gelten. Die Situation in Krankenhäusern und auf Intensivstationen müsse auch betrachtet werden. Scholz: "Die Infektionszahlen steigen wieder, damit müssen wir umgehen. Aber es ist schon ein großer Unterschied zum Winter und zum Frühjahr, weil so viele jetzt geimpft und damit geschützt sind."

    04.27 Uhr: Disney: Pflicht-Impfung für US-Mitarbeiter

    In den USA verpflichtet Walt Disney seine Mitarbeiter zur Impfung. In einer Mitteilung gab Disney bekannt, dass Mitarbeiter, die noch nicht geimpft sind 60 Tage Zeit hätten, um ihre Impfungen zu vervollständigen. Disney folgt damit den Ankündigungen großer Technologieunternehmen wie Google, Uber und Facebook, die Anfang der Woche ihren Mitarbeitern ähnliche Anweisungen erteilten. Wegen der hochinfektiösen Delta-Variante kommt es in den USA zu einem Wiederanstieg der Fälle.

    04.25 Uhr: Bundeswahlleiter: Wahlen gesichert

    Bundeswahlleiter Georg Thiel sieht die Bundestagswahl auch bei einer vierten Corona-Welle als gut abgesichert an. Man gehe über Maskenpflicht und Abstandhalten hinaus, sagt Thiel der "Rheinischen Post" zufolge. "Wir haben alle Schlüsselpositionen dreifach besetzt und sorgen dafür, dass ab Anfang September diese drei Personen nicht mehr zusammen in einem Raum sind." Thiel erwartet einen Anstieg bei der Briefwahl. "Es wird vielerorts weniger Wahlhelfer in den Urnenwahllokalen und dafür mehr in den Briefwahlbezirken geben. Wenn möglich, wollen wir größere Wahllokale, damit dort die Abstände besser eingehalten werden können."

    00.03 Uhr: DKG plädiert für 12-Indikatoren-Matrix zur Einschätzung der Lage

    Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) plädiert für einen neuen Mix aus verschiedenen Indikatoren, um angesichts des Impffortschritts die Corona-Pandemie besser einschätzen zu können. Die bisher maßgebliche Sieben-Tage-Inzidenz ist dabei nur noch einer von insgesamt zwölf Indikatoren, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag) unter Berufung auf das ihr vorliegende Konzept berichtet. Weitere Kennzahlen sind unter anderem die Quote der positiven Tests, die Impfrate und die Klinikbelegung durch Covid-19-Erkrankte, zudem Faktoren, die die Dynamik des Geschehens erfassen."Mit dieser Matrix lässt sich auf einen Blick leicht erkennen, wie die aktuelle Pandemielage tatsächlich ist und welche Trends beziehungsweise Zusammenhänge es gibt", sagte DKG-Chef Gerald Gaß dem RND. "Die Politik muss endlich handeln und einen Indikatorenmix festlegen, auch um durch diese Transparenz die Akzeptanz in der Bevölkerung für Maßnahmen gegen Corona zu erhalten." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt schon seit längerem auf die Berücksichtigung auch anderer Kennzahlen als der Inzidenz zur Einschätzung der Lage. Aus Sicht des Robert Koch-Instituts bleibt diese Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche aber der wichtigste Frühwarnwert.

    Freitag, 30. Juli 2021

    20.00 Uhr: US-Studie - Mehrheit von Infizierten bei Großevents waren geimpft

    Einer US-Studie zufolge waren drei Viertel der Infizierten nach mehreren Großereignissen im Bundesstaat Massachusetts eigentlich komplett geimpft. Dies deute auf eine hohe Übertragbarkeit der Delta-Variante hin, teilt die Seuchenbehörde CDC mit. Nach den Veranstaltungen im Landkreis Barnstable waren 469 Fälle verzeichnet worden, von denen 74 Prozent eine abgeschlossene Impfung aufwiesen. Bei 133 genauer Untersuchten sei in 90 Prozent der Fälle Delta gefunden worden. Offenbar könnte die Mutation im Gegensatz zu anderen Varianten auch durch komplett Geimpfte übertragen werden. CDC-Chefin Rochelle Walensky nannte die Studie besorgniserregend und verwies auf neue Empfehlungen der Behörde, dass auch komplett Geimpfte in Gebieten mit hoher Inzidenz Masken tragen sollen.

    19.42 Uhr: EU genehmigt Corona-Hilfen für deutsche Bahnunternehmen

    Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben von der Bundesregierung beschlossene Corona-Hilfen für Bahnunternehmen genehmigt. Wie die Brüsseler Behörde am Freitag mitteilte, geht es um Unterstützung im Gegenwert von mehr als 2,5 Milliarden Euro. Sie wird in Form einer Senkung der Entgelte gewährt, die Unternehmen im Güter- und im Personenfernverkehr für den Zugang zur Schieneninfrastruktur entrichten.

    "Die heute genehmigten Maßnahmen werden Unternehmen des Schienengüter- und des Schienenpersonenverkehrs in Deutschland dabei helfen, die durch die Corona-Pandemie verursachte schwierige Lage zu bewältigen", teilte die zuständige Vizepräsidentin Margrethe Vestager mit. Sie sollten zudem auch dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs mit anderen Verkehrsträgern zu wahren, um europäische Umwelt- und Klimaschutzziele zu erreichen.

    18.30 Uhr: Corona-Fallzahlen in Italien deutlich gestiegen

    In Italien sind die täglichen Corona-Infektionszahlen zuletzt weiter gestiegen. In beinahe allen Regionen und Autonomen Provinzen hätten die Behörden wachsende Fallzahlen in allen Altersgruppen verzeichnet, hieß es im wöchentlichen Corona-Lagebericht des italienischen Gesundheitsministeriums in Rom.

    Der zuletzt berechnete Sieben-Tage-Inzidenzwert lag bei landesweit durchschnittlich 58 Fällen je 100.000 Einwohnern. Die Delta-Variante ist in Italien nach jüngsten Ergebnissen am verbreitetsten. Am Freitag meldeten die Gesundheitsbehörden etwas mehr als 6.600 Corona-Neuinfektionen und 18 Tote im Zusammenhang mit dem Virus.

    18.20 Uhr: WHO-Chef sieht Olympioniken als Botschafter im Kampf gegen Corona

    Olympische Sportler sollten sich aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einsetzen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte Athletinnen und Athleten am Freitag auf, die olympischen Ideale in den Gesundheitsbereich weiterzutragen. "Wir wollen, dass sie zu Botschaftern der Solidarität werden", sagte Tedros bei einer Pressekonferenz in Genf.

    Wegen der mangelnden Versorgung vieler Länder mit Impfstoffen sei man noch weit vom Ziel entfernt, bis Ende September überall zehn Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 zu impfen, warnte Tedros. Bislang habe nur knapp mehr als die Hälfte aller Länder dieses Ziel erreicht. Probleme bereitet aus Sicht des WHO-Chefs nicht nur die geringe Bereitschaft reicher Länder, Impfdosen an ärmere abzugeben. Es mangele vielerorts auch an Virustests, Schutzkleidung für Gesundheitspersonal und Sauerstoff zur Behandlung von Kranken.

    17.58 Uhr: Delta-Variante breitet sich in China aus

    Ein Corona-Hotspot in der ostchinesischen Stadt Nanjing hat sich auf fünf Provinzen ausgebreitet und auch Peking erreicht. Die Gesundheitsbehörden von Nanjing meldeten insgesamt 184 Infektionsfälle, landesweit werden mindestens 206 Infektionen mit dem Hotspot in Verbindung gebracht. Zur Eindämmung ordneten die Behörden für hunderttausende Menschen Ausgangsbeschränkungen an.

    Alle Fälle sind nach Angaben der Behörden auf die ansteckendere Delta-Variante des Virus zurückzuführen. In der Provinz Jiangzu mit ihrer Hauptstadt Nanjing sind hunderttausende von Lockdowns betroffen. Im Pekinger Bezirk Changping, wo bisher zwei Fälle gemeldet wurden, müssen rund 41.000 Menschen in ihren Wohnungen bleiben. In Peking handelt es sich um die ersten Corona-Fälle seit sechs Monaten.

    Peking verfolgt eine Null-Covid-Strategie: Treten in einer Stadt oder Provinz Cluster auf, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet.

    17.51 Uhr: Bratwurst als Belohnung sorgt für Ansturm auf Impfstelle

    Eine Bratwurst als Belohnung hat der Impfstelle im südthüringischen Sonneberg einen regelrechten Ansturm auf Impftermine beschert. Bis zum Nachmittag kamen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) 250 Menschen, um sich neben der Spritze auch noch die kulinarische Spezialität abzuholen.

    Normalerweise würden in der Impfstelle pro Tag durchschnittlich bis zu 140 Impfungen verabreicht, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz. Das erstmals angebotene "Bratwurst-Impfen" ist eine von mehreren Ideen, mit denen Thüringen der zunehmenden Impfmüdigkeit begegnen will. Dazu gehören laut Gesundheitsministerium auch Impfangebote bei Fußballspielen des FC Carl Zeiss Jena oder solche bei Nacht.

    17.45 Uhr: Bahn-Gewerkschaft - Zug-Personal kein Impfpass-Kontrolleur

    Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lehnt eine Kontrolle von Impf- oder Testnachweisen durch das Zugpersonal ab. "Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter waren und sind keine Maskenpolizei, und sie sind auch keine Corona-Test-Kontrolleure", sagt EVG-Chef Klaus-Dieter Hommel. Dies sei eine staatliche Aufgabe. "Die Kontrolle, ob Reisende ihre Impfung, ihre Genesung oder einen Negativtest vorweisen können, ist somit Aufgabe der Bundespolizei." Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz hatte am Donnerstag auf die Frage, wer kontrollieren soll, ausweichend reagiert.

    17.34 Uhr: Auch New Yorker Broadway will Impf-Nachweise verlangen

    Die Theater am New Yorker Broadway wollen bei der Wiedereröffnung im September nach rund anderthalbjähriger Pause während der Corona-Pandemie nur Zuschauer mit Impf-Nachweis zulassen. Auch alle Mitarbeiter und Schauspieler an den insgesamt 41 Theatern müssten geimpft sein, teilte der Branchenverband Broadway League mit. Ausnahmen gebe es nur für Kinder unter zwölf Jahren, für die noch kein Impfstoff zugelassen ist, und für Menschen, bei denen medizinische Gründe oder religiöse Überzeugungen eine Impfung verhinderten - diese müssten einen negativen Test vorzeigen.

    Zudem müssten Zuschauer im Theater Masken tragen und dürften diese nur zum Essen und Trinken abnehmen. Die Regelung gelte zunächst bis mindestens Oktober. Ab Mitte September wollen viele der in der Pandemie seit März 2020 geschlossenen Broadway-Theater den Betrieb wieder aufnehmen.

    Zuvor hatten bereits unter anderem die Metropolitan-Opera und die Carnegie Hall angekündigt, mit dem Beginn der Saison zumindest vorerst nur noch vollständig geimpfte Zuschauer zuzulassen. Diese beiden Spielstätten schließen Kinder unter zwölf Jahren sogar ganz aus, solange für sie noch kein Impfstoff zugelassen ist.

    17.25 Uhr: US-Gesundheitsbehörde - Delta so ansteckend wie Windpocken

    Die Delta-Variante des Coronavirus ist der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge so ansteckend wie Windpocken und kann den Schutz von Impfungen leichter durchbrechen. Die Virusmenge in Infizierten sei deutlich höher als bei der ursprünglichen Variante und eine Ansteckung könne leichter weitergegeben werden, heißt es in einer internen CDC-Präsentation, die von der "Washington Post" veröffentlicht wurde.

    Die Behörde stellt allerdings nicht die Wirksamkeit der Impfstoffe in Frage: Diese schützten auch bei Delta mit hoher Wahrscheinlichkeit vor schweren Verläufen oder Tod. Der Schutz vor Ansteckung bestehe zwar auch, scheine aber schwächer. Zudem kommt die CDC zu dem Schluss, dass Delta gefährlicher ist als das ursprüngliche Virus und Erkrankte eher schwere Verläufe erfahren. Es müsse "anerkannt werden, dass sich der Krieg verändert hat", hieß es auf einer der Folien.

    Zuletzt hatte die CDC ihre Richtlinien angepasst und auch für Geimpfte in geschlossenen Räumen wieder das Maskentragen empfohlen. Die hochansteckende Ausprägung des Virus hat in den USA nach älteren Angaben mehr als 80 Prozent Anteil an allen Infektionen - die Zahl dürfte mittlerweile aber höher liegen.

    Die Immunologin Christine Falk äußerte sich kritisch zu den Berichten. "So weit würde ich nicht gehen", sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie der Funke Mediengruppe zu den Aussagen der CDC. Windpocken könnten über mehrere Meter durch die Luft übertragen werden. "Ich vermute hinter der drastischen Wortwahl auch eine politische Motivation", erklärte Falk. Sie spricht von einem "Kardinalfehler" der USA, im Gegensatz zu Deutschland die Maskenpflicht, Abstands- und Hygieneregeln zu früh aufgehoben zu haben: "Es braucht ein dramatisches Szenario, um die Bevölkerung wieder einzufangen."

    17.12 Uhr: Gericht lehnt Eilantrag gegen Corona-Demonstrationsverbot ab

    Das Verwaltungsgericht Berlin hat einen Eilantrag gegen das Verbot einer am Sonntag geplanten Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen abgelehnt. Der Antrag sei wegen der bereits im polizeilichen Verbotsbescheid aufgeführten Gesundheitsgefahren zurückgewiesen worden, sagte ein Gerichtsprecher in Berlin.

    Unter dem Motto "Für Frieden, Freiheit, Wahrheit" wollten die Veranstalter über die Straße Unter den Linden zum Brandenburger Tor ziehen und hatten dafür 3.500 Teilnehmer angekündigt. Mit der Begründung zu erwartender Verstöße gegen die Masken- und Abstandspflicht hatte die Berliner Polizei diese und weitere elf Demonstrationen aus der "Querdenken"- und Kritikerszene der Corona-Schutzmaßnahmen am Donnerstagnachmittag verboten.

    Gegen die Verbote sind laut Gerichtssprecher zwei weitere Eilanträge eingegangen, darunter von der Stuttgarter Initiative "Querdenken 711". Diese hatte für Sonntag auf der Straße des 17. Juni einen Aufzug mit 22.500 Menschen angemeldet. Eine Entscheidung über die Anträge werde noch am Freitag ergehen, sagte der Gerichtssprecher.

    17.06 Uhr: SPD wirbt auf Mallorca für Corona-Impfungen

    Zwei Monate vor der Bundestagswahl wirbt die SPD mit einer Plakatkampagne auf der bei Deutschen beliebten Urlaubsinsel Mallorca für Corona-Impfungen. Seit Donnerstag seien auf der Insel vor allem an der Partyhochburg Playa de Palma große Plakatwände mit dem Schriftzug SPD und Aufrufen zum Impfen zu sehen, schrieb die "Mallorca Zeitung".

    Es gebe zwei verschiedene Plakate. Auf einem sei ein Behältnis mit Impfstoff abgebildet. Darunter stehe "Schatzi, schenk mir 'ne Dosis" in Anspielung auf Mickie Krauses Ballermann-Hit "Schatzi, schenk mir ein Foto". Auf dem zweiten Plakat heiße es unter einem Impfstoff-Gläschen: "Ein kleiner Pieks für dich" und unter einem Foto von zwei Urlaubern: "Ein großer Schritt zur Normalität."

    Man wolle mit der Aktion noch mehr Menschen davon überzeugen, sich impfen zu lassen, zitierte die Zeitung SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Die fallenden Impfzahlen seien "nicht gut". Viele Deutsche seien gerade auf Mallorca im Urlaub, da sei es nur logisch, dass die SPD auch dort für den Kampf gegen Corona werbe, betonte Klingbeil demnach.

    16.52 Uhr: Zypern vor Start von Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren

    Zypern beginnt kommende Woche mit Corona-Impfungen von Minderjährigen ab dem Alter von zwölf Jahren. Die Gabe erfolge nur auf freiwilliger Basis und unter Verwendung von mRNA-Präparaten von Biontech und Moderna, teilten die Behörden mit. Für Impfungen von Kindern ist in Zypern zudem die Zustimmung von Eltern oder Erziehungsberechtigten nötig.

    Gesundheitsminister Michalis Hadjipantela sagte, dass sein Land mit der jüngsten Maßnahme dem Beispiel anderer EU-Staaten wie Deutschland, Frankreich und Italien folge, die mit Impfungen von Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren begonnen haben. Griechenland öffnet sein Impfprogramm ebenfalls für über Zwölfjährige, um der Verbreitung der Delta-Variante des Virus entgegenzuwirken.

    Hadjipantela rief junge Menschen auf, sich impfen zu lassen. In den vergangenen 14 Tagen lag das Durchschnittsalter von Infizierten in Zypern laut Behördenvertretern bei 28 Jahren. Die Forschergemeinde habe einstimmig klargestellt, dass das Risiko für die Ungeimpften am größten sei, sagte der Gesundheitsminister vor Reportern.

    16.36 Uhr: Holetschek - Impfverweigerer sind in "höchstem Maße egoistisch"

    Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) geht mit Impfverweigerern hart ins Gericht. "Ich halte es für falsch und in höchstem Maße egoistisch, bei Impfungen den Trittbrettfahrer zu spielen und darauf zu hoffen, dass sich schon alle anderen impfen lassen werden", sagte er beim Besuch einer Sonderimpfaktion im Landkreis Landshut laut Mitteilung.

    "Wenn alle abwarten würden - und mir ist im Übrigen nicht klar, was sich so manch einer davon erhofft -, dann können wir lange auf das Ende der Pandemie warten", fügte Holetschek hinzu. Mit Abwarten werde das Ende der Corona-Pandemie in die Länge gezogen und das schade den Menschen im Freistaat. Jeder, der sich impfen lassen könne, solle das auch tun. Mit Testen allein werde man die Pandemie nicht beenden.

    Wer Angst vor Impfnebenwirkungen habe, sollte mit seinem Arzt über seine Sorgen sprechen und sich ausführlich beraten lassen. "Hören Sie nicht auf Schauergeschichten von medizinisch Unkundigen, sondern reden Sie mit echten Fachleuten", sagte Holetschek. Jeder, der es infrage stelle, dass Impfen der einzig wirksame Weg aus der Corona-Pandemie sei, "ist erschreckend uninformiert", sagte Holetschek.

    16.32 Uhr: Fast alle Neuinfektionen in Italien jetzt durch Delta-Variante

    Die sogenannte Delta-Mutation hat in Italien innerhalb eines Monats fast alle andere Varianten des Coronavirus verdrängt. Stand 20. Juli sei Delta für knapp 95 Prozent aller Neuinfektionen verantwortlich, gab das Nationale Gesundheitsinstitut (ISS) bekannt. Einen Monat zuvor habe der Anteil noch bei knapp 23 Prozent gelegen.

    16.15 Uhr: Aiwanger will sich nicht von Söder "in die Querdenkerecke" stellen lassen

    FW-Chef Hubert Aiwanger hat auf BR-Nachfrage die Kritik von Ministerpräsident Söder an seinen jüngsten Äußerungen zurückgewiesen. Söder mache sich "Sorgen Vor uns, nicht um uns. Und wer jeden, der sich die Impfung noch überlegt, in die Querdenkerecke stellt, der treibt denen Menschen in die Arme", sagte Aiwanger.

    Söder hatte zuvor dem "Spiegel" gesagt, wer glaube, "sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können", verlasse die bürgerliche Mitte, er mache sich deshalb Sorgen um Aiwanger. Mit diesen Worten reagierte CSU-Chef Markus Söder auf die jüngsten Äußerungen des Freie-Wähler Chefs. Aiwanger lässt sich als einziges bayerisches Kabinettsmitglied nicht gegen Corona impfen und hat jüngst vor einer "Jagd" auf Ungeimpfte und vor einer "Apartheids-Debatte" gewarnt.

    Aiwangers Freie Wähler-Parteifreund Peter Bauer, der Patientenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, sagte dazu: "Das ist eine Einzelmeinung, die ich also weder teile noch unterstütze. Diese Meinung ist nicht die Meinung der Freien Wähler, sondern das ist eine Meinung von einer herausragenden Person. Aber es gibt auch nicht ganz unbedeutende Personen in dieser Partei, die faktenbasiert eine andere Meinung haben, und die vertrete ich."

    16.09 Uhr: Stark gestiegene Corona-Zahlen auf Island

    Island hat vier Tage in Folge jeweils mehr als 100 neue Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Das geht aus den aktualisierten isländischen Corona-Zahlen hervor. Was im ersten Moment nicht nach sonderlich viel klingen mag, ist für die Nordatlantik-Insel mit ihren rund 360.000 Einwohnern eine ganze Menge: Die inländische 14-Tage-Inzidenz, die die Isländer von den an der Grenze erkannten Fällen unterscheiden, stieg in den vergangenen Tagen auf 280,6 - zuvor hatte der Wert monatelang auf einem höchstens niedrigen zweistelligen Niveau gelegen.

    Die 14-Tage-Inzidenz nähert sich somit dem Spitzenwert vom Oktober 2020 an. Damals hatte sie bei rund 292 Fällen pro 100.000 Einwohner gelegen. Einen Tag mit mehr als 100 Corona-Neuinfektionen hatte es auf Island nach Angaben des Rundfunksenders RÚV zuvor überhaupt erst zweimal gegeben, nämlich jeweils einmal im März und Oktober 2020.

    Island hatte Ende Juni nach 15 Monaten mit Abstand halten, Maske tragen und weiteren Maßnahmen alle Beschränkungen im Land aufgehoben. Wegen der steigenden Zahlen waren vor wenigen Tagen einige Einschränkungen wieder eingeführt worden. Kneipen und Clubs müssen nun ab Mitternacht schließen, bei Veranstaltungen sind höchstens 200 Teilnehmer erlaubt. Außerdem sollen die Menschen wieder mindestens einen Meter Abstand halten und in Innenräumen Mund-Nasen-Schutz tragen.

    15.42 Uhr: Impfkommission sieht ungenügende Datenlage für Auffrischimpfungen

    Nach der Entscheidung zu einer dritten Corona-Impfdosis für ältere Menschen in Israel hat der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko) bekräftigt, dass Auffrischimpfungen das Gremium weiter intensiv beschäftigen. Die Stiko brauche für eine Empfehlung aber eine Datengrundlage, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens der Deutschen Presse-Agentur. Diese gebe es noch nicht.

    Den unabhängigen Experten gehe es bei den Daten um zwei Aspekte: ob die messbare Immunantwort im Labor nachlasse und ob trotz Impfung vermehrt Infektionen mit Erkrankung aufträten. Laboruntersuchungen zu Antikörperspiegeln gebe es bereits, diese erlaubten aber nicht die direkte Schlussfolgerung, dass auch die Schutzwirkung beim Menschen nachlässt, erläuterte Mertens. Es gehe auch noch um die Frage, welche Gruppen eine Auffrischung bekommen könnten: ob zum Beispiel Immunsupprimierte, alte Menschen oder alle.

    Der Virologe betonte weiter, dass nichts dagegen spreche, wenn ein Staat aus Fürsorgepflicht solche Impfangebote mache - auch ohne Evidenz. Aufgabe der Stiko seien jedoch Empfehlungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Insofern warte man eine Datengrundlage ab.

    15.22 Uhr: Bundeskabinett beschließt Testpflicht für ungeimpfte Reiserückkehrer

    Die Bundesregierung hat die allgemeine Testpflicht für Reisende, die nach Deutschland zurückkehren, offiziell beschlossen. Die neue Verordnung legt fest, dass Einreisende, die nicht geimpft oder genesen sind, ab diesem Sonntag einen aktuellen Corona-Test vorlegen müssen, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer mitteilte.

    Die Nachweispflichten gelten künftig für alle Ungeimpften, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben. Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet müssen allerdings auch Geimpfte weiterhin einen Test nachweisen. Genesene sind bei Nachweis Geimpften gleichgestellt.

    Zusätzlich wird ab dem 1. August eine Vereinfachung bei der Einstufung der Länder vorgenommen, indem nur noch zwei Arten von Risikogebieten ausgewiesen werden, nämlich Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete. Für Einreisende aus diesen Gebieten gelten weiterhin Anmelde- oder Absonderungspflichten. Die regelhaft 14-tägigen Quarantänepflichten für Einreisende aus Virusvariantengebieten bleiben weiterhin mit den entsprechend geltenden Ausnahmeregelungen bestehen.

    Die Quarantänepflichten für Einreisende aus Hochrisikogebieten entsprechen den Pflichten, wie sie für die bisherigen Hochinzidenzgebiete gelten. Nicht geimpfte oder genesene Einreisende müssen eine zehntägige Quarantäne antreten, die frühestens ab dem fünften Tag durch Übermittlung eines negativen Testnachweises beendet werden kann. Ausnahme: Wer jünger als zwölf Jahre ist, kann ohne Testnachweis nach fünf Tagen die Quarantäne beenden.

    15.10 Uhr: Deutlich weniger Aufführungen an deutschen Bühnen während Pandemie

    In der ersten von der Corona-Pandemie betroffenen Spielzeit ist die Zahl der Aufführungen an Deutschlands Bühnen drastisch gesunken. In der Spielzeit 2019/20 gab es 56.122 Aufführungen, wie aus der Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins hervorgeht. Das bedeute gegenüber der Vorsaison einen Rückgang um rund 33 Prozent, berichtete der Bühnenverein in Köln.

    Das professionelle Theaterschaffen sei nach dem ersten Lockdown im März 2020 für den Rest der Saison überwiegend zum Erliegen gekommen, hieß es. Insgesamt meldeten 353 Theater aus Deutschland ihre Daten. Um rund 13 Prozent auf 4.166 sank die Zahl der gespielten Werke in Deutschland, um rund 14 Prozent auf 6.220 die Zahl der Inszenierungen.

    Die Werkstatistik sei jedoch "keineswegs nur das Dokument eines Verlustes, sondern auch Zeichen für neue künstlerische Entwicklungen", sagte der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne. Aufgrund der Lockdowns hätten viele Theater innovative Wege zum Publikum gesucht. Die Theater hätten 584 Streams versendet, davon waren 15 Prozent neue digitale Inszenierungen.

    14.41 Uhr: Poetenfest in Erlangen fällt wieder kleiner aus

    Das Erlanger Poetenfest findet auch in diesem Sommer wegen der Corona-Pandemie wieder in kleinerer Version mit dezentralen Veranstaltungen statt. Es werden dennoch etwa 100 Schriftsteller, Publizistinnen und Künstlerinnen zu dem Literaturfestival vom 26. bis 29. August kommen, teilten die Veranstalter mit.

    Die aktuelle Literatur wird in diesem Jahr an fünf Orten in jeweils einstündigen Einzelveranstaltungen gefeiert. Auch für Kinder werden Autoren lesen. Da das 22. internationale figuren.theater.festival in diesem Jahr im Mai nur digital stattfinden konnte, werden auch aus diesem Programm beim Poetenfest Vorführungen gezeigt.

    14.32 Uhr: Mit PCR-Test - Berlin will Clubs für Pilotprojekt öffnen

    Mehrere Clubs in Berlin sollen für ein Pilotprojekt wieder drinnen öffnen dürfen - die Gäste sollen vorab zum PCR-Test. Das Projekt solle unter wissenschaftlicher Begleitung der Charité - also der Berliner Universitätsmedizin - aufzeigen, ob und wie Tanzveranstaltungen in Clubs "auch unter pandemischen Bedingungen in Zukunft sicher möglich sein können", teilte die Senatskulturverwaltung mit.

    Sechs Clubs sollen mitmachen, darunter der KitKatClub und das SO36. Das Projekt soll vom 6. bis 8. August laufen - von Freitagabend bis Sonntagmittag. Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher werden zugelassen. Sie sollen vorab mit PCR- anstelle von Schnelltests auf das Coronavirus untersucht werden.

    Dabei soll zum Beispiel nicht unterschieden werden, ob Menschen schon geimpft sind. Alle müssten die vorgeschlagene Teststrategie durchlaufen, hieß es in der Mitteilung. Wer mitmacht, soll einige Stunden vor Projektbeginn und einige Tage danach getestet werden.

    14.23 Uhr: Südafrika ab Sonntag kein Virusvariantengebiet mehr

    Deutschland stuft Südafrika ab Sonntag nicht mehr als Virusvariantengebiet ein. Die auch in Deutschland vorherrschende Delta-Variante habe die Beta-Variante dort mittlerweile weitgehend verdrängt, sagt eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums zu Begründung. Mit der Herabstufung entfallen etwa das Beförderungsverbot und harte Quarantäneauflagen.

    Südafrika wird nun als Hochrisiko- oder Hochinzidenzgebiet eingestuft. "Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nur noch für zehn Tage in Quarantäne, kann sie aber durch einen Test auf fünf Tage verkürzen." Heruntergestuft werden auch afrikanische Länder wie Namibia, Botsuana, Malawi, Mosambik, Sambia und Simbabwe.

    14.16 Uhr: Auch Bayern plant Rückgabe ungenutzter Impfdosen - Anzahl bislang unklar

    Die bayerische Staatsregierung will ungenutzte Corona-Impfdosen an den Bund zurückgeben. Betroffen seien Dosen der Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in München. Wie viele Impfdosen zurückgegeben werden sollen, blieb zunächst unklar.

    Die Gesundheitsminister der Länder hatten am 19. Juli beschlossen, Impfdosen an den Bund zurückzugeben, die vor dem Verfallsdatum in den kommunalen Impfzentren nicht mehr verwendet werden. Vom zentralen Lager des Bundes sollen die Impfstoffe dann an andere Staaten gespendet werden. Dazu müssen die Dosen nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums noch mindestens zwei Monate haltbar sein.

    Andere Länder hatten eine solche Rückgabe bereits in den vergangenen Tagen angekündigt. So wollte etwa das Land Baden-Württemberg 450.000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca an den Bund zurückliefern, Berlin plante mit bis zu 62.400 Impfdosen.

    13.59 Uhr: Stiko beklagt wachsenden Druck aus der Politik

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat einen mit Blick auf Corona-Schutzimpfungen von Kindern und Jugendlichen wachsenden Druck aus der Politik kritisiert. Die Forderungen empörten ihn und seien möglicherweise dem Wahlkampf geschuldet, erklärte Kommissionsmitglied Martin Terhardt dem Sender rbb in Berlin. Er empfinde den Druck als "groben Fehler". Zudem entwerte er die Arbeit der Stiko. Terhardt stellte eine neue Bewertung der Stiko in einigen Wochen in Aussicht. Bisher sei die Datenlage aber noch nicht ausreichend, um eine Corona-Schutzimpfung für die 12- bis 16-Jährigen allgemein zu empfehlen.

    13.47 Uhr: Sächsische Impfkommission gibt generelle Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren

    Die Sächsische Impfkommission (SIKO) hat generelle Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen. Die Empfehlung gilt ab Sonntag, wie die SIKO in Dresden mitteilte. Die SIKO begründete die Impfempfehlung mit der "überaus dynamischen Entwicklung der Coronavirus-Pandemie", zudem seien Daten aus den USA und Israel eingeflossen. "Hier überwiegt der Nutzen eindeutig das Risiko adverser Reaktionen", erklärte die SIKO.

    Bisher galt die Empfehlung in Sachsen erst für Kinder ab 16 Jahren. Für 12- bis 15-Jährige wurde die Impfung in dem Bundesland bislang nur bei bestimmten Risikofaktoren und chronischen Krankheiten, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf der Sars-CoV-2-Infektion einhergehen, empfohlen.

    Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt Corona-Impfungen zwischen zwölf und 17 Jahren bislang nur für Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen oder auf Wunsch nach individueller ärztlicher Beratung. Die Stiko verweist dabei auf die bislang dünne Datenlage. Aus der Politik waren allerdings immer wieder Forderungen laut geworden, die Corona-Impfung für alle Jugendlichen ab zwölf Jahren zu empfehlen.

    13.21 Uhr: Biden verstärkt Kampagne für Corona-Impfungen

    Angesichts der Impfskepis in großen Teilen der US-Bevölkerung hat Präsident Joe Biden seine Kampagne für die Immunisierung gegen das Coronavirus verstärkt. "Es geht um Leben oder Tod", sagte Biden in einer Fernsehansprache am Donnerstagabend (Ortszeit). Für die vier Millionen Beschäftigten der US-Bundesbehörden ließ er die Corona-Vorschriften verschärfen. Bei den Bundesstaaten und Kommunen warb Biden dafür, dass sie 100-Dollar-Prämien als Anreiz für die Impfung zahlen sollten.

    Die Behördenmitarbeiter müssen nach den neuen Direktiven ihre vollständige Impfung nachweisen oder aber ununterbrochen Masken am Arbeitsplatz tragen und sich regelmäßig testen lassen, wie das Weiße Haus mitteilte. Die Maskenpflicht gilt unabhängig vom Abstand zu Kolleginnen und Kollegen. Die ungeimpften Bundesbediensteten müssen sich zudem ein oder zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen lassen.

    Biden appellierte an die Privatwirtschaft, gleiche Regeln zu erlassen. Mehrere große US-Unternehmen, darunter die Internetkonzerne Google und Facebook, hatten bereits kurz zuvor angekündigt, für die Arbeit im Büro künftig eine Corona-Impfung vorzuschreiben. Auch der Fahrdienstleister Uber führt eine solche Impfpflicht ein, wie US-Medien am Donnerstag berichteten.

    13.05 Uhr: Covid-19-Kombinationsimpfung laut Studie sehr effizient

    Eine Kombinationsimpfung aus Astrazeneca und einem mRNA-Impfstoff ist wirksamer als die zweimalige Astrazenca-Impfung. Das hat ein Forscherteam der Technischen Universität München (TUM), dem Helmholtz-Zentrum München und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (FAU) herausgefunden.

    Die Forscher untersuchten das Blut von rund 500 Probanden, die etwa neun Wochen nach einer Astrazeneca-Impfung einen mRNA-Impfstoff erhalten hatten. Dabei stellten sie fest, dass die Immunantwort bei diesen Menschen sehr viel stärker ausgeprägt war, als bei Menschen, die zweimal den Impfstoff von Astrazeneca erhalten hatten.

    Die Kombinations-Impfung könne gut bei Unverträglichkeiten oder Lieferengpässen eingesetzt werden, so die Forscher. Sie könne auch ein Baustein sein, um die Wirksamkeit der Covid-19-Impfungen insgesamt zu verbessern, dazu seien allerdings noch weitere Studien auch mit anderen Präparaten notwendig.

    Zum Artikel: Kreuzimpfung: Kombi von Astrazeneca und mRNA-Impfstoff empfohlen

    12.42 Uhr: Söder sieht Aiwanger wegen Impf-Aussagen "auf einem schmalen Grat"

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist nach dessen jüngsten Äußerungen zu Corona-Impfungen auf Distanz zu seinem Stellvertreter Hubert Aiwanger gegangen. "Ich mache mir Sorgen um ihn", sagte Söder dem "Spiegel". "Er wandelt auf einem schmalen Grat", sagte der CSU-Chef mit Blick auf den Vorsitzenden der Freien Wähler: "Unabhängig davon, dass es in der Sache falsch ist, verstört der Sound der Argumente."

    Aiwanger lehnt seit Monaten eine eigene Corona-Impfung ab, trotz Drucks durch Söder. Nachdem er dies zunächst noch mit Abwarten erklärt hat, begründete der 50-Jährige seinen Verzicht zuletzt mit massiven Nebenwirkungen in seinem Bekanntenkreis durch die Impfung, ohne dies allerdings konkret zu untermauern. Außerdem sprach Aiwanger von einer "Jagd" auf Ungeimpfte.

    Söder sieht ein bewusstes Kalkül hinter den Aussagen Aiwangers: "Wer glaubt, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlässt die bürgerliche Mitte und nimmt am Ende selbst Schaden."

    12.29 Uhr: Grüne wollen mit Luftfiltern Schulen "krisenfest" machen

    Die Schulen müssen nach Auffassung der Grünen rasch mit Luftfiltern und Teststrategien ausgestattet werden, um Präsenzunterricht möglich zu machen. Es sei wichtig, "dass das nächste Schuljahr krisenfest ist", sagte Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bei einer Online-Pressekonferenz.

    Die Ministerpräsidenten müssten versprechen, dass Kitas und Schulen von möglicherweise notwendigen neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie erst nach allen anderen Bereichen betroffen wären, forderte die Parteivorsitzende. Bei einer etwaigen vierten Welle sollen Schul- und Kitaschließungen aus Sicht der Grünen nur als "letzte Maßnahmen" in Betracht kommen. Kinder, die zu Hause kein gutes Lernumfeld haben, müssten auch bei etwaigen Schließungen weiterhin die Möglichkeit haben, betreut in der Schule lernen zu können.

    Zum Artikel: Grundschule in Altenmünster: Corona-Schutz ohne Luftfilter

    11.58 Uhr: Eilantrag gegen Demonstrationsverbot in Berlin

    Nach dem Verbot von zwölf Demonstrationen am Wochenende in Berlin ist ein erster Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingegangen. Dieser richtet sich gegen das Verbot der Kundgebung "Für Frieden, Freiheit, Wahrheit", die am Sonntag über die Straße Unter den Linden ziehen wollte, wie ein Gerichtssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigte. Dazu angemeldet waren 3.500 Menschen.Das Berliner Verwaltungsgericht wollte noch am Freitag darüber entscheiden. Der Sprecher ging davon aus, dass noch mehr Eilanträge gegen die Verbote eingehen werden.

    Die Polizei hatte zwölf für das Wochenende geplante Demonstrationen und Versammlungen aus der "Querdenken"- und Corona-Kritiker-Szene verboten, darunter eine Demonstration der Stuttgarter Initiative "Querdenken 711" am Sonntag auf der Straße des 17. Juni mit 22.500 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Begründet wurden die Verbote mit bewussten Verstößen gegen die Infektions- und Abstandsregeln auf den bisherigen "Querdenken"-Versammlungen. "Querdenken 711"- Gründer Michael Ballweg hatte in den sozialen Netzwerken angekündigt, im Falle eines Versammlungsverbots würden alle gerichtlichen Instanzen genutzt.

    12.18 Uhr: Deutsche Wirtschaft legt im zweiten Quartal um 1,5 Prozent zu - BIP bleibt deutlich unter Vorkrisenniveau

    Die deutsche Wirtschaft hat sich in den vergangenen drei Monaten trotz anhaltender Pandemie etwas erholt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im zweiten Quartal um 1,5 Prozent höher aus als im Zeitraum Januar bis März, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Plus im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 betrug demnach 9,6 Prozent. Zur Erholung trugen vor allem höhere private und staatliche Konsumausgaben bei.

    Im Gesamtjahr 2020, das von der Corona-Pandemie geprägt war, war das BIP um 4,9 Prozent geschrumpft. Am schlechtesten schnitt mit einem Minus von 11,3 Prozent im Vorjahresvergleich das zweite Quartal 2020 ab, in das der erste Lockdown fiel.

    Das BIP liege weiterhin unter dem Niveau, das es vor Beginn der Corona-Krise hatte, erklärte das Statistische Bundesamt. Im Vergleich zum vierten Quartal 2019, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie, lag das BIP im zweiten Quartal 2021 um 3,4 Prozent niedriger.

    • Zum Börsen-Ticker: Inflationsrate im Euroland über zwei Prozent

    11.52 Uhr: Delta-Variante zeigt erste Spuren bei Urlaubsbuchungen

    Die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hinterlässt erste Spuren bei den Urlaubsbuchungen. Sie dämpft vor allem das Geschäft mit organisierten Reisen nach Spanien, wie aus Daten des Analysehauses Travel Data + Analytics (TDA) hervorgeht. Demnach sank der Umsatzanteil der Buchungen für das westliche Mittelmeer, die maßgeblich von Spanien geprägt sind, in der Woche ab 12. Juli auf 22 Prozent. Zuvor hatte er teilweise bei bis zu rund 40 Prozent gelegen. TDA wertet die Buchungen für organisierte Reisen unter anderem in Reisebüros aus.

    Spanien mit der Baleareninsel Mallorca ist das beliebteste Auslandsreiseziel der Menschen in Deutschland. Das tatsächliche Ausmaß der Rückgänge – einschließlich der jetzt zunehmenden Reisestornierungen – werde sich erst mit den gesamten Juli-Zahlen offenbaren, erläuterte TDA. Die Bundesregierung hatte zunächst Portugal und vergangene Woche auch Spanien als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft.

    11.31 Uhr: Corona-Tests an Kitas sollen im Herbst weitergehen

    Um weiter einen möglichst reibungslosen Regelbetrieb an bayerischen Kitas zu gewährleisten, müssen Beschäftigte und Kinder sich weiterhin auf Corona testen. Da es für Kinder derzeit noch keine Impfmöglichkeit gibt, seien Testungen ein wichtiger Baustein für eine sichere Kindergarten-Betreuung, teilte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) in München mit. Die Corona-Testungen sollen vorläufig bis 31. Dezember weiterlaufen.

    Das bisherige Hygiene- und Schutzkonzept sei bislang erfolgreich gewesen, sagte Trautner weiter. In den vergangenen Monaten seien weniger als ein Prozent der Kitas im Freistaat wegen Corona von Schließungen betroffen gewesen, aktuell liegt der Wert bei 0,25 Prozent. Eltern könnten auch im neuen Kita-Jahr Antigen-Selbsttests für ihre Kinder von den Apotheken beziehen. Die Kita stellten dazu einen Berechtigungsschein aus. Auch Kita-Beschäftigte erhalten zwei Antigen-Selbsttests pro Woche. Ministerin Trautner appellierte darüber hinaus an die Eigenverantwortung der Eltern. Sie sollten sich impfen lassen, denn eine Impfung sei weiterhin das wirksamste Mittel gegen die Pandemie.

    11.09 Uhr: Corona-Impfungen legen weiter zu

    Die Corona-Impfungen in Deutschland legen weiter zu. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geschützt sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 42,8 Millionen Menschen oder 51,5 Prozent aller Einwohner. Die Marke von 50 Prozent haben inzwischen 11 der 16 Bundesländer geschafft - darunter lagen noch Sachsen-Anhalt, Bayern, Hamburg, Brandenburg und Sachsen. An der Spitze steht weiter Bremen mit 59,9 Prozent voll geimpften Bürgern.

    Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, die Bundesregierung halte Wort, es gebe das angekündigte Impfangebot für alle im Sommer. "Nehmen Sie es wahr, lassen Sie sich impfen. Sie schützen sich und andere", schrieb er bei Twitter.

    • Aktuelle Zahlen zur Impfung in Bayern

    10.49 Uhr: AfD-Spitzenkandidatin Weidel will sich vorerst nicht impfen lassen

    Die Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl, Alice Weidel, will sich auf absehbare Zeit nicht gegen Covid-19 impfen lassen. Im ZDF-Morgenmagazin sagte sie am Freitag außerdem, es sei für sie nicht akzeptabel, "dass gesunde Ungeimpfte diskriminiert werden". Im Kurznachrichtendienst Twitter gab es für ihre Äußerungen viel Kritik, aber auch Zuspruch von einigen Impfgegnern.

    Zu den Spitzenpolitikern der AfD, die sich nach eigener Aussage haben impfen lassen, zählen unter anderem Alexander Gauland, der die AfD-Bundestagsfraktion gemeinsam mit Weidel leitet, und der Parteivorsitzende Jörg Meuthen. Sie haben sich - so wie auch mehrere Bundesminister - deutlich gegen die Einführung einer Covid-19-Impfpflicht ausgesprochen.

    • Zum Artikel: AfD auf Telegram – Nah dran an der Verschwörungsblase

    10.42 Uhr: Auszahlung von Corona-Kinderfreizeitbonus beginnt

    Im August beginnt die Auszahlung des Kinderfreizeitbonus an Familien mit geringen Einkommen. Kinder bis 18 Jahre erhalten einmalig 100 Euro, wie das Bundesfamilienministerium mitteilte. Ministerin Christine Lambrecht (SPD) erklärte, das Geld könnten die Familien mit geringem finanziellen Spielraum für Ferienspaß, Sport und Freizeitaktivitäten ausgeben. Der Bonus ist Teil eines Aufholprogramms für Kinder und Jugendliche, um negative Folgen der Corona-Einschränkungen abzumildern. Der Bund stellt für den Freizeitbonus 270 Millionen Euro zur Verfügung.

    Das Geld wird automatisch ausgezahlt an Familien, die Hartz IV-Leistungen beziehen, den Kinderzuschlag und Wohngeld erhalten sowie an Asylbewerberfamilien. Nur Eltern, die ausschließlich Wohngeld beziehen oder die Sozialhilfe in Anspruch nehmen, müssen einen formlosen Antrag bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit stellen.

    10.38 Uhr: Gefälschte Corona-Impfnachweise bei Kontrollen entdeckt

    Die Bundespolizei hat bei Kontrollen von Einreisenden gefälschte Test-, Genesenen- und Impfnachweise entdeckt. Im Zeitraum vom 13. Mai bis zum 25 Juli habe die Potsdamer Behörde 86 Fälle von Urkundenfälschungen bei Einreisenden festgestellt, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Seit dem 13. Mai werden demnach die Betrugsversuche mit Covid-19-Tests und seit Juni auch die mit Genesenen- und Impfnachweisen statistisch erfasst.

    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, dass die Kapazitäten für die Kontrollen nicht ausreichten. Deutschland habe über 3.800 Kilometer Landgrenze. "Wenn wir sie regelmäßig stichprobenartig kontrollieren sollen, ist das kaum zu meistern", erklärte der GDP-Chef für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf. Die Bundespolizei überprüft den Angaben nach den digitalen Covid-Impfnachweis, aber auch vorhandene Test- und Genesenen-Zertifikate mit Hilfe der vom Robert Koch-Institut (RKI) bereitgestellten App "CovPassCheck".

    10.10 Uhr: Israels Präsident Izchak Herzog erhält dritte Corona-Impfung

    Nach der Entscheidung Israels, älteren Menschen eine dritte Corona-Impfung zu geben, hat Präsident Izchak Herzog (60) am Freitag als erster seine Auffrischungsimpfung erhalten. Israel hatte angesichts steigender Infektionszahlen zuvor als erstes Land mitgeteilt, 60-Jährigen und älteren Jahrgängen eine dritte Impfung gegen das Coronavirus zu geben. Dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben, teilte Ministerpräsident Naftali Bennett mit. Mit Herzog ließ sich auch seine Frau Michal (60) erneut impfen.

    Ein Expertenteam hatte eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende FDA-Vorgabe gibt. Die allgemeine Impfkampagne in den Krankenkassen soll laut Bennett binnen weniger Tage beginnen. Nach Angaben des Regierungschefs haben in Israel bereits 2.000 Menschen mit Immunschwäche eine solche dritte Dosis erhalten, ohne dass es schwere Nebenwirkungen gegeben hätte. Der Hintergrund für die Entscheidung sind Zahlen des Ministeriums, wonach die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen habe.

    10.22 Uhr: RKI registriert 2.454 Corona-Neuinfektionen

    Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt seit über drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 16,5 – am Vortag betrug der Wert 16,0, am Freitag der Vorwoche 13,2. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2.454 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2089 Ansteckungen gelegen.

    Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 30 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 34 Todesfälle gewesen.

    10.01 Uhr: Spahn: Einreise-Testpflicht reduziert zusätzliche Infektionen

    Die ab diesem Sonntag (1.8.) geplante Ausweitung der Einreise-Testpflichten soll laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine stärkere Corona-Ausbreitung verhindern. "Alle nicht geimpften Einreisenden nach Deutschland müssen sich künftig testen lassen – egal ob sie mit dem Flugzeug, Auto oder der Bahn kommen", sagte der CDU-Politiker. "Damit reduzieren wir das Risiko, dass zusätzliche Infektionen eingetragen werden." Generell gelte, dass Reisen mit Impfung leichter sei: "Geimpfte sparen sich das Testen und müssen grundsätzlich auch nicht in Quarantäne", sagte Spahn. "Das Impfangebot an alle im Sommer steht. Wir haben genügend Impfstoff."

    • Testpflicht-Debatte: Scholz verteidigt Plan - Kritik wird lauter

    09.48 Uhr: Fast die Hälfte der Briten fand Ende der Corona-Maßnahmen zu früh

    Die Aufhebung fast aller Corona-Maßnahmen in England findet unter den Briten einer aktuellen Umfrage zufolge längst keine flächendeckende Zustimmung. 46 Prozent von 1.500 Befragten fanden das Ende der Beschränkungen "zu früh", wie aus einer veröffentlichten Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts für das Magazin Politico hervorgeht. 33 Prozent fanden den Zeitpunkt richtig und nur zwölf Prozent zu spät.

    Am 19. Juli hatte Premierminister Boris Johnson in England trotz extrem hoher Corona-Zahlen fast alle noch geltenden Maßnahmen aufgehoben. Nachtclubs öffneten wieder und Masken sowie Abstand sind nun an vielen Orten eine persönliche Entscheidung. Die Auswirkungen sind bislang noch unklar: Zur Überraschung vieler lag die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen deutlich unter jenen der Vorwoche, die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 354. Ob der Trend anhält, lässt sich noch kaum absehen.

    09.20 Uhr: Schüler und Studierende fordern mehr Corona-Impfungen für Jüngere

    Angesichts hoher Corona-Inzidenzen bei Jüngeren fordern Schüler- und Studierendenverbände mehr Impfangebote für jüngere Bevölkerungsgruppen. "Wir haben eine hohe Impfbereitschaft bei jungen Menschen. Aber die Angebote reichen noch nicht aus", sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ziel müsse es sein, aktiv auf die Jugendlichen zuzugehen. "An Orten, an denen sich vor allem Jüngere aufhalten, müsste es verstärkt entsprechende Impfangebote geben", forderte der Schülervertreter.

    Schramm beklagte, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) noch immer nicht generell die Impfung für 12- bis 16-Jährige empfehle. Dies führe ab Herbst dazu, dass sehr viele ungeimpfte Kinder an die Schulen zurückkehrten. "Das ist schade", sagte der Schülervertreter. "Viele Jüngeren hätten es sich bestimmt gewünscht, geimpft ins neue Schuljahr zu starten." Zumindest bei den älteren Jugendlichen gebe es aber die Chance, mehr zu impfen, etwa an Schulen.Auch ein Studierenden-Vertreter kritisierte, dass junge Bevölkerungsgruppen viel später die Möglichkeit gehabt hätten, sich impfen zu lassen. Daher gingen dort jetzt die Inzidenzen nach oben, sagte der Vorstand des freien Zusammenschlusses von Studentenschaften, Paul Klär. Grundsätzlich sei die Impfbereitschaft unter Studierenden hoch. Zahlreiche Universitäten hätten bereits deutlich gemacht, "dass Impfungen eine Voraussetzung sind für mehr Präsenz im kommenden Semester".

    09.06 Uhr: Steigende Coronazahlen: Olympia-Gastgeber Japan weitet Notstand aus

    Olympia-Gastgeber Japan weitet angesichts der steigenden Coronazahlen seinen Notstand auf weitere Präfekturen außerhalb der Metropolregion Tokio aus. "Wir müssen eine starke Botschaft senden", sagte Gesundheitsminister Norihisa Tamura: "Wir sind sehr besorgt." Am Donnerstag waren die Infektionen erstmals in der Pandemie in Japan auf über 10.000 geklettert. Im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen wurden am Freitag 27 positive Fälle bekannt gegeben, ebenfalls ein Höchststand. Die Organisatoren bestreiten aber jeglichen Zusammenhang und verweisen auf die Maßnahmen, die Masken- und Abstandspflicht sowie tägliche Tests der Athletinnen und Athleten beinhalten.

    Der Vorsitzende der Tokioter Ärztekammer warnte bereits vor indirekten Effekten der Spiele auf die Covid-Situation in Japan. "Für die Leute ist es schwierig, die Selbstbeherrschung zu bewahren, wenn wir dieses Festival veranstalten", sagte Haruo Ozaki. Außerhalb der Olympia-Blase setzt die japanische Regierung seit Beginn der Pandemie weniger auf Einschränkungen denn auf Eigenverantwortung. Im Notstand, der weit weniger streng als die meisten Lockdowns verläuft, müssen Restaurants und Bars früher schließen und dürfen keinen Alkohol verkaufen, die Sommerspiele finden zudem ohne Zuschauer statt. Angesichts der neuen Entwicklung denkt Premierminister Yoshihide Suga aber anscheinend über strengere Maßnahmen nach.

    • Zum Artikel: Corona, Hitze, Sponsoren weg - Olympiaauftakt mit Sorgen

      08.54 Uhr: Tschechiens Staatsbeschäftigte bekommen zwei freie Tage für Impfung

      In Tschechien erhalten Staatsbeschäftigte zwei zusätzliche freie Tage, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Dies habe die Regierung beschlossen, teilt Ministerpräsident Andrej Babis mit. "Das Ziel ist eine maximale Impfung, um uns vor einer Ansteckung aus dem Ausland zu schützen." Bislang sind in Tschechien 4,74 Millionen der insgesamt 10,7 Millionen Menschen vollständig geimpft.

    08.39 Uhr: Forscher: "Querdenker" werden weniger und radikaler

    Die vor einem Jahr gestartete "Querdenken"-Bewegung ist nach Einschätzung des Extremismusforschers Andreas Zick zwar kleiner, aber radikaler und professioneller geworden. Sie habe sich professionalisiert und Netzwerke gebildet, sagte Zick dem Evangelischen Pressedienst. Auch mit weniger Zulauf werde die Bewegung mit weiteren Aktionen auf sich aufmerksam machen und das Themenfeld erweitern. "Aktionen sehen wir jetzt mit der Demonstration am kommenden Sonntag, die auch dazu dient, die Bewegung zu sammeln", erläuterte der Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung.

    Die "Querdenker" und die vielen Splittergruppen auf den Protesten seien Ausdruck eines neuen Populismus in der gesellschaftlichen Mitte, erläuterte Zick. Dort entwickele sich eine neue radikale, von Verschwörungen bewegte und scheinbar bürgerliche Widerstandsbewegung. Diese sei nicht einfach als "rechtsextrem" einzustufen, sie habe beispielsweise kein Gegenmodell zur Demokratie. Pandemien beförderten solche Entwicklungen, weil Freiheiten eingeschränkt und radikalisierungsfähige Ungerechtigkeitsgefühle verstärkt würden.

    08.08 Uhr: Indien meldet höchste Zahl an Neuinfektionen seit drei Wochen

    In Indien registriert das Gesundheitsministerium 44.230 Neuinfektionen - das ist der höchste Wert an einem Tag seit drei Wochen und der jüngste Hinweis auf einen besorgniserregenden Anstieg der Infektionszahlen. Insgesamt haben sich bislang mehr als 31,57 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Die Zahl der Todesfälle steigt um 555 auf 423.217.

    07.49 Uhr: Über 200 Corona-Infizierte nach Flughafen-Ausbruch in China

    Nach einem Ausbruch am Flughafen der Metropole Nanjing breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus in China weiter aus. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, wurden mindestens 200 Infektionen in fünf chinesischen Provinzen nachgewiesen, die mit dem Ausbruch in Nanjing in Verbindung stünden. Die ersten Infektionen waren vergangene Woche bei Flughafen-Mitarbeitern in der Neun-Millionen-Metropole nachgewiesen worden. Es wurde vermutet, dass das Virus über einen Flug aus Russland nach Nanjing gelangte. 

    Die Behörden riefen dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten. Zudem wurden strenge Quarantäne-Regeln für Rückkehrer aus Nanjing verhängt, wo sich die gesamte Bevölkerung seit der vergangenen Woche gleich zweimal auf das Virus testen lassen musste. Seit mehr als einem Jahr hat sich das Leben in China, wo im Dezember 2019 weltweit die ersten Infektionen mit dem neuen Virus entdeckt worden waren, wieder weitgehend normalisiert. Die Behörden verfolgen eine strenge "Null-Covid-Politik": Bei Ausbrüchen wird sofort mit Massentests, Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverfolgung und Quarantäne reagiert.

    07.15 Uhr: Schäuble fordert von Stiko Freigabe von Corona-Impfung für Kinder

    Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich dafür stark gemacht, Impfungen gegen das Coronavirus für Kinder und Jugenliche über zwölf Jahren freizugeben. "Die Corona-Risiken sind auch für sie um ein Vielfaches höher als die einer Impfung", sagte Schäuble der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Ständige Impfkommission (Stiko) sollte daher entsprechenden EU-Empfehlungen folgen.

    "Wenn die europäische Zulassungsbehörde zwei Corona-Impfstoffe für sicher und wirksam auch für Kinder ab zwölf Jahren erklärt, spricht aus meiner Sicht sehr viel dafür, die Vakzine auch für diese Gruppe breit zu nutzen", sagte Schäuble weiter. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte vergangene Woche nach dem Impfstoff von Biontech/Pfizer auch das Vakzin von Moderna für Jüngere zugelassen. "Es steht dem Bundestagspräsidenten nicht an, die Ständige Impfkommission zu kritisieren", sagte der CDU-Politiker der NOZ. "Allerdings darf ich sie an ihre Verantwortung erinnern". Als Großvater wünsche er sich persönlich, "dass meine Enkel möglichst bald geimpft werden können".

    06.58 Uhr: Rio impft Bewohner von Armenviertel für Corona-Studie

    In einem Modellprojekt sollen Tausende Bewohner eines Armenviertels in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro gegen das Coronavirus geimpft werden. Bei dem Feldversuch soll die Wirksamkeit des Impfstoffs von Astrazeneca unter besonderer Berücksichtigung der Lebensbedingungen in dem Armenviertel Maré und neuer Covid-19-Varianten studiert werden, hieß es zum Auftakt der Kampagne in einer Mitteilung der Stadtverwaltung Rios.

    Das Armenviertel Maré ist mit rund 130.000 Bewohnern einer der größten Favela-Komplexe Rio de Janeiros. Bis Sonntag sollen mehr als 30.000 Bewohner im Alter von 18 bis 33 Jahren geimpft werden. Sie werden dann über sechs Monate lang begleitet. Der Feldversuch sei Teil einer Studie einer Forschungseinrichtung in Zusammenarbeit mit dem städtischen Gesundheitssekretariat und einer Nichtregierungsorganisation. Rios Bürgermeister Eduardo Paes hat erklärt, er wolle die Bevölkerung der Stadt rechtzeitig bis zum Karneval im kommenden Jahr durchimpfen.

    06.31 Uhr: Saudi-Arabien öffnet Grenzen für geimpfte Touristen

    Saudi-Arabien öffnet nach 17 Monaten seine Grenzen für gegen das Coronavirus geimpfte Touristen. Die wegen der Pandemie verhängte Einreisesperre für ausländische Reisende werde ab dem 1. August aufgehoben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Tourismusministerium.

    Demnach können Reisende mit Tourismusvisum, die mit den von Saudi-Arabien zugelassenen Impfstoffen (Pfizer/Biontech, Astrazeneca, Moderna und Johnson & Johnson) vollständig geimpft sind, einreisen und müssen sich nicht in Quarantäne begeben. Vor der Einreise muss ein negativer PCR-Test vorliegen.

    06.23 Uhr: Kubas Gesundheitssystem steht vor Zusammenbruch

    Das kubanische Gesundheitssystem steht laut dem Kuba-Referenten von Caritas International, Kilian Linder, kurz vor dem Zusammenbruch. Neue Corona-Höchstwerte und eine schwere Wirtschaftskrise hätten das Gesundheitswesen in Bedrängnis gebracht, sagte Linder dem Evangelischen Pressedienst. Es fehle an Schutzausrüstungen, Medikamenten und Gütern des täglichen Bedarfs. Weil der Tourismus im vergangenen Jahr ausgeblieben sei, fehlten Devisen, um Medizingüter oder Rohstoffe für die Herstellung eigener Produkte einzukaufen.

    Ein Jahr lang konnte Kuba die Corona-Pandemie unter Kontrolle halten. Aber mit der Öffnung des Tourismus im Juni sind die Infektionen rasant angestiegen. Bezogen auf 100.000 Einwohner liege die Zahl der wöchentlichen Neuansteckungen derzeit bei rund 400, sagte Linder. Zentrum der Pandemie sei die Region Matanzas, wo auch der Touristenort Varadero liegt.

    06.11 Uhr: Bundesländer geben Impfdosen an Bund zurück

    Vor dem Hintergrund einer nachlassenden Impfnachfrage geben erste Bundesländer ungenutzte Impfdosen an den Bund zurück. So wollen Hamburg und Berlin Zehntausende Impfdosen zurückführen. Andere Bundesländer prüfen noch oder beabsichtigen dies derzeit nicht. In einem Schreiben hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, "Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen", an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben.

    Die Impfstoffe sollten noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Impfstoff aus Arztpraxen sowie von Betriebsärzten soll nicht an den Bund zurückgeführt werden. Als erstes sollen Covid-19-Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson an den Bund zurückgehen, die in Verteilzentren gelagert und diese seit Lieferung durch den Bund nicht verlassen haben.

    06.04 Uhr: Vor Kabinettsbeschluss: Scholz verteidigt breitere Testpflichten

    Vizekanzler Olaf Scholz hat den angestrebten Beschluss zu erweiterten Corona-Testpflichten für nach Deutschland Einreisende verteidigt. "Es geht darum, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land zu schützen", sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Auf Änderungen müssen sich nach einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums in diesem Sommer nun vor allem Ungeimpfte einstellen. Es wird erwartet, dass die breiteren Testpflichten heute vom Kabinett beschlossen werden und dann ab Sonntag (1. August) gelten.

    • Zum Artikel: Reiserückkehrer: Regierung plant umfangreiche Testpflicht

    05.49 Uhr: Uber führt Impfpflicht für US-Angestellte ein

    Der Fahrdienstanbieter Uber hat eine Impfpflicht für seine Angestellten in den USA eingeführt. Damit folgt ein weiteres Digitalunternehmen : Auch Google und Facebook hatten zuvor eine Impfpflicht für ihre Angestellten eingeführt. Dem Magazin "Business Insider" zufolge verschob der Fahrdienstanbieter außerdem die Rückkehr seiner Angestellten aus dem Home Office bis mindestens Ende Oktober.

      Die Internetkonzerne Google und Facebook hatten zuvor angekündigt, dass ihre Angestellten für die Arbeit im Büro künftig eine Corona-Impfung vorweisen müssen. Dies werde in den kommenden Wochen zunächst in den USA eingeführt und danach auf andere Regionen ausgeweitet, erklärte Google; bei Facebook gilt dies ebenfalls für die USA.

    Donnerstag, 29. Juli 2021

    22.05 Uhr: Biden fordert 100 US-Dollar Belohnung für neue Corona-Impfungen

    Um die Impfquote in den USA anzuheben, fordert Präsident Joe Biden eine Belohnung von 100 US-Dollar (85 Euro) für jede neu geimpfte Person. Bundesstaaten, Bezirke und Kommunen sollten dafür übrige Mittel aus dem Konjunkturpaket vom März verwenden, erklärte das US-Finanzministerium am Donnerstag. Dies solle "ein extra Anreiz sein, um die Impfquote zu erhöhen, unsere Gemeinschaften zu schützen und Leben zu retten", hieß es.

    In den USA sind bislang erst gut 49 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft. Zuletzt stieg die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante im Schnitt wieder auf rund 60.000 an.

    20.12 Uhr: RKI: Zunehmend Corona-Fälle nach Reisen gemeldet

    Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim Infektionsgeschehen in Deutschland. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren.

    Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland. Der überwiegende Anteil der Corona-Übertragungen - mindestens 81 Prozent - finde allerdings weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI.

    Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland liegen bei weitem nicht bei jedem Fall vor. In Deutschland und dem europäischen Ausland sind dem Bericht zufolge als besorgniserregend eingestufte Virusvarianten vorherrschend. Hierzulande wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante in einer Stichprobe mittlerweile in rund neun von zehn Fällen gefunden (91 Prozent).

    19.52 Uhr: Israel will über 60-Jährigen dritte Corona-Impfung geben

    Angesichts steigender Infektionszahlen will Israel als erstes Land über 60-Jährigen eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus geben. Regierungschef Naftali Bennett teilte am Donnerstagabend mit, dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben. Ein Expertenteam in Israel hatte zuvor eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende FDA-Vorgabe gibt.

    Bennett sagte, die Impfkampagne in den Krankenkassen solle binnen weniger Tage beginnen. "Ich rufe ältere Menschen, die schon die zweite Dosis erhalten haben, sich auch zum dritten Mal impfen zu lassen", sagte er. "Dies schützt vor schwerer Erkrankung und Tod." Bisher hatten in Israel bereits mehrere Hundert Menschen mit Immunschwäche eine solche dritte Dosis erhalten.

    Der Hintergrund dafür sind Zahlen des Ministeriums, wonach die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen habe. Nach Angaben des Ministeriums verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land die ansteckendere Delta-Variante, hieß es. Allerdings kritisieren auch Experten der Regierung, dass die Zahlen zur Effektivität nicht wissenschaftlich erhoben seien.

    19.42 Uhr: Portugal will Beschränkungen schrittweise aufheben

    Portugal will angesichts sinkender Corona-Zahlen seine Beschränkungen in drei Schritten lockern. Ab Sonntag werde die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben, sagte Ministerpräsident Antonio Costa. Auch Einschränkungen bei den Öffnungszeiten für Restaurants und Geschäfte würden fallen. Ab September werde die Verpflichtung zum Tragen von Masken in der Öffentlichkeit aufgehoben, ab Oktober dürften Bars und Nachtclubs für Besucher mit Negativtest wieder öffnen. Die Zahl der Corona-Toten und Klinik-Einweisungen war in Portugal zuletzt so langsam gestiegen wie seit Februar nicht mehr.

    18.05 Uhr: Apotheken: Impfzertifikate schrittweise wieder erhältlich

    Erste Apotheken in Deutschland stellen nach einer Unterbrechung wieder digitale Corona-Impfzertifikate aus. Schrittweise werde begonnen, den Service für Geimpfte wieder anzubieten, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) in Berlin mitteilte. Wer das Zertifikat haben möchte, solle sich jedoch vorab auf der Internetseite mein-apothekenmanager.de informieren, welche Apotheke man zu dem Zweck aufsuchen kann. Wie viele Apotheken bereits wieder Zertifikate ausstellen, war zunächst nicht bekannt. Man rechne damit, dass in den nächsten Tagen die Allermeisten wieder an das notwendige System angeschlossen seien, sagte ein Abda-Sprecher. Dies hänge von den jeweiligen IT-Dienstleistern ab.

    18.00 Uhr: Krankenhausbetten in Bangkok werden knapp

    Wegen drastisch steigender Corona-Fallzahlen werden in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die Krankenhausbetten und die Quarantäne-Einrichtungen knapp. "Ich bin ganz offen, wir haben nicht genug Betten in den Krankenhäusern", sagte Somsak Akkasilp, Generaldirektor der staatlichen Gesundheitsdienste. In den großen Krankenhäusern seien die Intensivstationen überbelegt. Die Krankenhäuser in Bangkok hätten Kapazitäten für 1.000 neue Patienten pro Tag, sagte Somsak. Derzeit seien die Zahlen aber deutlich höher. Allein am Donnerstag wurden 4.000 Neuaufnahmen von Corona-Patienten in Bangkoks Krankenhäusern gezählt.

    Die Behörden gehen angesichts der Entwicklung dazu über, leichter Erkrankten eine Isolation zu Hause zu empfehlen. Allerdings gebe es dabei Probleme mit der medizinischen Versorgung, räumte Somsak ein. Auch die Quarantäne- und Isolations-Einrichtungen der Stadt füllen sich. Die Behörden arbeiten mit Privatkrankenhäusern zusammen, um mehr Betten zu beschaffen. "Wir wissen noch nicht, ob die Pandemie schon ihren Höhepunkt erreicht hat. Wir müssen die Kurve abflachen", sagte er.

    Das südostasiatische Land kämpft derzeit mit einer dritten schweren Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird. Trotz scharfer Maßnahmen und einer nächtlichen Ausgangssperre in den am stärksten betroffenen Provinzen wurden am Donnerstag landesweit rund 17.660 Neuinfektionen und 165 Todesfälle registriert.

    17.49 Uhr: Berliner Polizei verbietet mehrere Demonstrationen

    Die Berliner Polizei hat zwölf für Samstag und Sonntag geplante Kundgebungen und Demonstrationen verboten. Laut einer Mitteilung der Polizei zählt dazu eine "Querdenken"-Kundgebung auf der Straße des 17. Juni, für die die Organisatoren von der Initiative "Querdenken 711" für Sonntagnachmittag 22.500 Teilnehmer angemeldet hatten. Eine weitere "Querdenken"-Veranstaltung unter dem Motto "Die Wiedererlangung unserer Grundrechte", für die bereits für Samstagnachmittag 10.000 Teilnehmer angemeldet waren, hat die Versammlungsbehörde der Polizei ebenfalls verboten.

    Die Verbotsbescheide seien in den beiden Fällen bereits am Mittwochnachmittag zugestellt worden, so die Polizei. Unter anderem wurden außerdem weitere Kundgebungen von Gegnern der aktuellen Corona-Politik wie "Deutschland hat die Wahl" und der "Demonstrations-Umzug für die vollständige Öffnung von Kultur, Clubs und Veranstaltungen aller Art" untersagt.

    Die Verbote betreffen der Polizei zufolge Versammlungen, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig gesetzliche Regelungen, etwa zum Infektionsschutz nicht akzeptierten und in einer Vielzahl von Versammlungen wiederholt unter Beweis gestellt hätten, dass Infektionsschutzregeln nahezu ausnahmslos nicht eingehalten würden.

    17.40 Uhr: Proteste gegen Impf-Gesetz in der Slowakei

    In der slowakischen Hauptstadt Bratislava führen Proteste gegen eine gesetzlich festgeschriebene Testpflicht für Ungeimpfte Medienberichten zufolge zu Verkehrsbehinderungen. Die Menschenmenge vor dem Amtssitz von Präsidentin Zuzana Caputova sei den ganzen Tag über angewachsen, berichtet die Zeitung "Dennik N". Bislang seien die Proteste friedlich. Bei einer Blockade des slowakischen Parlaments am vergangenen Freitag setzte die Polizei Tränengas ein. Caputova unterzeichnete am Montag ein tags zuvor verabschiedetes Gesetz, das von Nicht-Geimpften einen negativen Test bei zahlreichen Gelegenheiten vorschreibt.

    17.15 Uhr: Ethiker Lob-Hüdepohl - Impfung spaltet Gesellschaft nicht

    Andreas Lob-Hüdepohl, Mitglied des Deutschen Ethikrats, sieht in der Diskussion um Vorteile für Geimpfte und Nachteile für Ungeimpfte keine Spaltung der Gesellschaft. Lob-Hüdepohl erklärte im Interview mit "Possoch klärt" auf dem BR24 YouTube-Kanal, dass jeder, der wolle, impfen lassen könne. Wer sich freiwillig gegen die Corona-Impfung entscheide, müsse auch die Folgen seiner Entscheidung akzeptieren, so der Professor für theologische Ethik weiter.

    Eine Spaltung wäre es, wenn jemand die Menschen in zwei Lager einteile, dies sei aber nicht der Fall. Die Menschen fügten sich selbst einem Lager hinzu, indem sie sich nicht impfen lassen. Dies könnten sie durch Impfung jederzeit ändern.

    Dass bei einer etwaigen vierten Corona-Welle im Herbst bestimmte Aktivitäten, wie Restaurantbesuch, nur noch Geimpften vorbehalten sein könnten, findet der Ethiker nicht verwerflich: "Ich bin auch vom Automobil-Kraftverkehr ausgeschlossen, wenn ich keinen Führerschein mache. (...) Es werden keine Grundrechte berührt. Es gibt nicht das Menschenrecht auf unbedingten Restaurantbesuch in jedem Restaurant."

    17.04 Uhr: Hohe Produktionsausfälle in britischer Autoindustrie wegen Selbstisolation

    Personalausfälle in der britischen Automobilindustrie haben zu sinkenden Produktionszahlen geführt. Zahlreiche Arbeiter müssten sich aufgrund der staatlichen Corona-Regelungen zur Kontaktrückverfolgung zuhause isolieren, wie der Herstellerverband Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) mitteilte. In einigen Firmen seien bis zu 30 Prozent der Arbeiter zuhause, da sie eine Benachrichtigung ihrer Corona-App erhielten.

    Der SMMT erklärte, im vergangenen Monat seien nur 69.079 Autos produziert wurden, so wenig wie zuletzt 1953. Die Autoproduktion habe zudem bereits unter der Pandemie, der weltweiten Knappheit an Computerchips und den neuen Handelsbestimmungen nach dem Brexit gelitten. SMMT-Geschäftsführer Mike Hawes forderte die Regierung dazu auf, ab dem 16. August vollständig geimpfte Mitarbeiter auf Basis von Tests von den Isolationsbestimmungen zu befreien.

    Der britische National Health Service (NHS) erklärte, die App habe in der Woche vom 21. Juli einen Rekord an nachverfolgten Kontakten ermittelt. Im ganzen Land klagen Unternehmen über Personalengpässe und Geschäftsbeeinträchtigungen, obwohl die meisten rechtlichen Beschränkungen am 19. Juli aufgehoben wurden.

    16.39 Uhr: Katalonien verlängert nächtliche Ausgangssperre

    Die Ausgangssperre in Barcelona und weiten Teilen der Urlaubsregion Katalonien ist bis 6. August verlängert worden. Ein Gericht habe grünes Licht für die zweite Verlängerung der Mitte Juli beschlossenen Corona-Maßnahme gegeben, erklärte eine Sprecherin der Regionalregierung. Die nächtliche Ausgangssperre von 1.00 Uhr nachts bis 6.00 Uhr morgens gilt für alle Ortschaften mit mehr als 5.000 Einwohnern.

    Katalonien ist die am stärksten von der neuen Corona-Welle betroffene Region Spaniens. Der seit einigen Wochen andauernde Anstieg der Infektionszahlen hat die Krankenhäuser in der nordöstlichen Region unter Druck gesetzt. 45 Prozent der Intensivbetten sind dort mit Corona-Patienten belegt, während es landesweit nur 17 Prozent sind.

    Auf Landesebene hatten sich die Fallzahlen am Mittwoch erstmals seit Wochen wieder stabilisiert. In den vergangenen zwei Wochen wurden knapp 700 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gemeldet - das sind immer noch fünf Mal mehr als vor einem Monat. In Katalonien liegt die Inzidenz noch immer bei über 1.000.

    16.27 Uhr: Mehr als 200 Corona-Fälle in Österreich nach Festival in Kroatien

    In Österreich sind 215 Corona-Infektionen unter Reiserückkehrern nach einem Festival in Kroatien registriert worden. Die Veranstaltung "Austria goes Zrce" fand vorige Woche auf der Insel Pag statt. Knapp 8.000 Menschen im Alter zwischen 19 und 27 Jahren waren zu der mehrtägigen Strandparty gereist, wie der Veranstalter Martin Reitstätter sagte. Österreichische Gesundheitsbehörden haben Besucher nun aufgefordert, sich testen zu lassen, um weitere mögliche Infektionen aufzuspüren.

    Laut Reitstätter wurden alle Partygäste vor dem Betreten des Geländes zwei Mal überprüft, ob sie geimpft, getestet oder von Corona-19 genesen waren. Er wies Vorwürfe einer Besucherin zurück, die in der Presse über teils laxe Kontrollen berichtete. Rund 60 Prozent der Gäste waren laut einer von den Veranstaltern durchgeführten Umfrage zumindest teilgeimpft. "Was uns am allermeisten schreckt: Dass es so viele Geimpfte unter den positiv Getesteten gibt", sagte Reitstätter.

    Rund ein Drittel der Neuinfektionen in Österreich sind laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) derzeit auf Auslandsreisen zurückzuführen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt auf 32.

    16.19 Uhr: SPD-Fraktion fordert Kostenübernahme für PCR-Tests von Reiserückkehrern

    Der Staat muss nach Ansicht der SPD-Fraktion die Kosten für geplante PCR-Tests für Rückkehrer aus Corona-Hochrisikogebieten übernehmen. Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums sollten bei Einreise aus einem solchen Land Schnelltests zur Abkürzung der Quarantäne bald nicht mehr ausreichen, sagte der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider der Deutschen Presse-Agentur. Die dann geforderten PCR-Tests seien aber erheblich teurer. "Für eine Familie kann das schnell mehrere hundert Euro betragen", sagte Schneider: "Deshalb fordere ich, dass in diesen Fällen die Kosten für die PCR-Tests vom Staat übernommen werden."

    Die Pläne des Gesundheitsministeriums sehen eine generelle Testpflicht bei Einreisen nach Deutschland vor, um die Corona-Ausbreitung zu bremsen. Ein mit anderen Ressorts abgestimmter Entwurf sieht ein Inkrafttreten an diesem Sonntag (1.8.) vor. Er soll aber noch weiter beraten werden.

    16.07 Uhr: Deutscher Lehrerverband lehnt Impfpflicht ab

    Der Deutsche Lehrerverband lehnt eine Impfpflicht ab. Die Impfquote bei Lehrkräften sei mit knapp 90 Prozent bereits eine der höchsten aller Berufsgruppen in Deutschland, sagt Verbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger dem "Handelsblatt". Eine Impfpflicht bei einem Impfstoff, über den - anders als beim Masernimpfstoff - keine jahrzehntelangen Erfahrungen vorlägen, werde für falsch gehalten.

    15.58 Uhr: Forscher - Impfgegner sind "Trittbrettfahrer der übelsten Sorte"

    In die Debatte um eine Impfpflicht gegen das Coronavirus hat sich mit drastischen Worten ein Wissenschaftler der Leopoldina eingeschaltet. "Sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz", sagte der Bonner Verhaltensökonom Armin Falk der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Und: "Die Allgemeinheit muss hier zahlen für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner." Er regte an, dass der Impfstatus künftig in Abwägungen bei möglichen Triage-Entscheidungen auf Intensivstationen einfließen könne. Weiter erklärte Falk, es handle sich bei denen, die nicht aus medizinischen Gründen von einer Impfung ausgenommen seien, um ein "Trittbrettfahrertum der übelsten Sorte". Weil die Nebenwirkungen des Impfens überschaubar und der Nutzen für die Gesellschaft riesig seien, fordert Falk eine "Impfverpflichtung". Das Mindeste aber müsse es sein, den Zugang zu Restaurants, Reisen und Veranstaltungen für Nicht-Geimpfte zu erschweren, "weil im Moment die Kooperativen die Dummen sind". An die Adresse des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der sich bislang nicht hat impfen lassen, sagte Falk: "Klappe halten, impfen lassen." Auch der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) rief zu einer Impfung auf. Für Christen sei das eine Pflicht, da eine Impfung "nicht nur uns, sondern auch unsere Mitmenschen" schütze, erklärte der Vorsitzende des KKV-Bundesverbandes, Josef Ridders. Deshalb gebe es eine "moralische und ethische Impfpflicht".

    15.39 Uhr: Licht am Ende des Corona-Tunnels? Bahn trotz Verlusten zuversichtlich

    Die Deutsche Bahn sieht sich auf einem guten Weg aus der Corona-Krise. "Die Auslastung in den Zügen liegt derzeit bei etwa 40 Prozent", sagte Bahnchef Richard Lutz bei der Präsentation der Halbjahreszahlen: "Tendenz steigend." Die Bahn nähere sich damit allmählich wieder dem Vorkrisen-Niveau an. Damals habe die Auslastung bei mehr als 50 Prozent gelegen.

    Beim Güterverkehr hat die Konzern-Tochter DB Cargo dieses Niveau schon erreicht. Die Verkehrsleistung betrug im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 43 Milliarden Tonnen-Kilometer. Das waren 12,6 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres und nur 1,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019.

    Doch ausgestanden ist die Krise noch nicht. 1,4 Milliarden Euro Verlust fuhr der Gesamtkonzern in den ersten sechs Monaten 2021 ein. Vor allem die fehlenden Einnahmen im Fernverkehr belasten die Bilanz. Hier gingen nicht nur die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich um fast 30 Prozent auf eine Milliarde Euro zurück. Auch die operativen Verluste (Ebit) erhöhten sich um fast 59 Prozent auf Minus 1,14 Milliarden Euro. Dennoch gibt sich die Bahn zuversichtlich und hält an ihren Prognosen fest: 2022 will der Konzern zurück in die schwarzen Zahlen, auch wenn er für 2021 noch von einem Ebit-Verlust von rund zwei Milliarden Euro ausgeht.

    15.14 Uhr: Israel bietet ab Sonntag dritte Impfung für über 60-Jährige an

    Israel bietet über 60-Jährigen ab Sonntag eine dritte Impfung mit dem Mittel von Biontech/Pfizer an, berichten der Radio-Sender Kan und Channel 13 TV. Das Gesundheitsministerium habe die Impfzentren informiert, dass sie die Auffrischung ab Sonntag anbieten können. Damit solle gegen die weitere Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus vorgegangen werden.

    15.05 Uhr: Habeck - Impfkommission soll "in die Gänge kommen"

    Grünen-Parteichef Robert Habeck wirft der Ständigen Impfkommission (Stiko) vor, eine Empfehlung zur Impfung von Jugendlichen zu verschleppen. "Die sollen mal ein bisschen in die Gänge kommen", sagte Habeck. Nur zu erklären, die Kommission habe nicht genug Daten und könne sich daher nicht äußern, sei angesichts der Dringlichkeit nicht genug: "Das Liegenlassen der Überprüfung, ob der Impfstoff für Jugendliche empfohlen werden kann, ist nicht angemessen für die Zeit."

    14.58 Uhr: Indischer Bundesstaat verkündet wegen vieler Corona-Fälle Lockdown

    Der indische Bundesstaat Kerala mit mehr als 30 Millionen Einwohnern hat angesichts steigender Corona-Zahlen einen Lockdown fürs Wochenende verhängt. Derzeit meldet Kerala nach Behördenangaben 37 Prozent der aktiven Corona-Fälle in dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Land. Am Wochenende dürfen nur unverzichtbare Dienstleistungen angeboten werden, so können etwa Lebensmittelläden öffnen und Essenslieferdienste arbeiten.

    Kerala wurde in Indien lange dafür gelobt, die Pandemie relativ gut im Griff zu haben. Nun sehen Experten mehrere Gründe für den Anstieg - etwa eine Lockerung von Corona-Maßnahmen während des muslimischen Opferfestes Eid-al-Adha. Auch berichten indische Medien, dass in dem Bundesstaat noch deutlich mehr Menschen empfänglich für das Virus seien als im Rest des Landes. Denn Antikörper-Untersuchungen zeigten, dass in Kerala nur 44 Prozent der Menschen, die älter als sechs Jahre sind, nach einer Corona-Infektion oder durch den Impfstoff Antikörper gebildet hatten. Im landesweiten Durchschnitt seien es 67 Prozent.

    Insgesamt hat sich die Corona-Lage in Indien nach einer heftigen Welle im April und Mai unter anderem im Zusammenhang mit der Delta-Variante wieder deutlich beruhigt. Damals gab es an einigen Tagen mehr als 400.000 bekannte Fälle am Tag, Krankenhäusern ging der medizinische Sauerstoff aus und Angehörige mussten selbst vor Krematorien warten. Inzwischen werden täglich rund 40.000 Fälle erfasst.

    14.45 Uhr: Corona-Krise setzt Löhne unter Druck

    Millionen Arbeitnehmer mussten in Kurzarbeit, Hunderttausende verloren ihren Job: Die Corona-Krise hat die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Deutschland hart getroffen. Das spiegelt sich auch immer stärker in der Lohnentwicklung wider. Erstmals seit einem Jahrzehnt wird aus Sicht von Wissenschaftlern der Anstieg der Tariflöhne 2021 voraussichtlich nicht ausreichen, um die allgemeine Preissteigerung auszugleichen. Und bei der Entwicklung der Reallöhne sah es für die Beschäftigen zuletzt auch nicht gut aus.

    In den Jahren 2018 und 2019 waren die Tariflöhne mit Zuwächsen von 3,0 und 2,9 Prozent noch relativ kräftig gestiegen. Schon im Jahr 2020 stiegen die Tariflöhne aber nur um 2,0 Prozent. Und der Abwärtstrend hat sich 2021 fortgesetzt. Nach den im ersten Halbjahr und in den Vorjahren für 2021 abgeschlossenen Tarifverträgen werden die Tariflöhne in diesem Jahr nur um 1,6 Prozent steigen, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung errechnete.

    Angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Inflationsrate werde die reale Tariflohnentwicklung mit einem Minus von 0,2 Prozent damit leicht negativ ausfallen. Die Folge: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer könnten sich mit ihrem Verdienst am Ende - etwas - weniger kaufen als noch im Vorjahr. In den vergangenen 20 Jahren habe es das nur drei Mal gegeben: 2006, 2007 und 2011.

    14.27 Uhr: Spekulationen im Inkrafttreten zur Testpflicht für Einreisende zum 1. August

    Die Testpflicht für alle ungeimpften Einreisenden soll nach Informationen aus Regierungskreisen, über die die Agentur Reuters berichtet, ab dem 1. August kommen. Bedenken gegen den Weg über eine Verordnung seien aus dem Weg geräumt, auch wenn die formelle Abstimmung in der Regierung noch ausstehe. Künftig sollen demnach nicht nur Flugreisende, sondern auch Personen, die mit Auto, Bahn oder Schiff nach Deutschland kommen, bei der Einreise einen Test vorlegen.

    Möglicherweise könnte aber auch das Infektionsschutzgesetz rasch geändert werden. Ein Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen von Union und SPD sieht offenbar vor, den Paragrafen 36 der Regelung so zu ändern, dass künftig von den Einreisenden ein Test verlangt werden kann - egal mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sind. Dies könnte ebenfalls bereits ab Anfang August gelten.

    Der Paragraf erlaubt eine Testpflicht bislang nur bei Einreisen auf dem Luftweg. Die Gesetzesänderung müsste zwar von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden, das Bundeskabinett könnte aber im Umlaufverfahren den Gesetzentwurf parallel zur Verordnung beschließen. Bundestag und Bundesrat könnten es dann später rückwirkend billigen.

    Auf eine gesetzliche Regelung zusätzlich zur Verordnung hatte vor allem der SPD-Rechtsexperte Johannes Fechner gedrungen. Er hatte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gesagt, die Änderung könnte vom Bundestag noch im August in einer Sondersitzung beschlossen werden.

    14.05 Uhr: WHO sieht trotz wenig Impfungen für Afrika "Licht am Ende des Tunnels"

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigt sich erfreut über zuletzt stark gestiegene Impfstofflieferungen nach Afrika. Nachdem die Lieferungen in den vergangenen Monaten fast komplett zum Erliegen gekommen seien, gebe es nun eine Trendumkehr, hieß es aus der Afrika-Zentrale der WHO in Brazzaville. Durch die Impfinitiative Covax hätten allein vorige Woche vier Millionen Impfdosen den Kontinent erreicht. Im gesamten Monat Juni seien es nur knapp 250.000 gewesen.

    "Es gibt Licht am Ende des Tunnels", so WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti. Zugleich warnte sie davor, diesen Trend wieder abreißen zu lassen. "Ich rufe alle Länder mit überschüssigen Dosen auf, mehr davon im Geist lebensrettender Solidarität und Eigeninteresse zu teilen, kein Land ist ohne das andere sicher", so die UN-Diplomatin.

    Afrika erlebt derzeit seine dritte Corona-Welle. In 26 afrikanischen Ländern konnte laut Moeti bislang die sogenannte Delta-Variante nachgewiesen werden. Zeitgleich impft Afrika seine Bevölkerung von allen Kontinenten am langsamsten. Derzeit seien lediglich 1,6 Prozent der Afrikaner voll gegen Covid-19 immunisiert.

    13.44 Uhr: Rekordzahl von Briten soll nach "Pings" in Quarantäne gehen

    In England und Wales sind so viele Menschen von der Corona-App als enge Kontakte von Infizierten benachrichtigt worden wie nie zuvor. In der Woche bis zum 21. Juli wurde laut Zahlen des Gesundheitsdienstes eine Rekordzahl von 689.313 Kontakten "gepingt", die sich daraufhin in Quarantäne begeben mussten. In der Woche zuvor waren es 618.903 Kontakte. Die App schlägt an, wenn sich Nutzer eine gewisse Zeit in direkter Nähe eines positiv Getesteten aufgehalten haben.

    Die "Pingdemic", wie das Phänomen von britischen Medien genannt wird, hat in Großbritannien in den vergangenen Tagen und Wochen für erhebliche Störungen gesorgt. Weil so viele Arbeitskräfte ausfielen, blieben Supermarktregale leer, Mülltonnen voll, und Züge fielen aus. Mittlerweile sind für eine Reihe von Berufsgruppen Ausnahmeregelungen beschlossen worden. Von Mitte August an sollen für alle Geimpften gelockerte Quarantäne-Regeln eingeführt werden.

    Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Land derzeit bei 377 (Stand: 23. Juli) mit fallender Tendenz. Gespannt wird darauf gewartet, ob sich dieser Trend trotz der weitreichenden Lockerungen in der vergangenen Woche fortsetzen wird.

    13.17 Uhr: Militärregime in Myanmar bittet Ausland um Corona-Hilfen

    Angesichts einer massiven dritten Corona-Welle im Land bittet die Junta in Myanmar um internationale Hilfe. Die Hilfeaufruf richte sich aber ausschließlich an Myanmar "freundlich gesonnene" Länder, berichten myanmarische Medien. Als solche gelten nach Ansicht von Experten vor allem China, das das Militärregime politisch stützt, Russland als wichtiger Waffenlieferant sowie die Mitglieder des südostasiatischen Staatenbundes ASEAN.

    12.56 Uhr: Verdi lehnt Impfpflicht am Arbeitsplatz ab

    Die Gewerkschaft Verdi ist gegen eine Impfpflicht am Arbeitsplatz und setzt stattdessen auf eine verbesserte Impfkampagne. "Wir lehnen eine Impfpflicht ab, auch für bestimmte Berufsgruppen", sagte Grit Genster, Leiterin des Bereichs Gesundheitspolitik bei Verdi, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. "Stattdessen setzen wir sehr darauf, dass gut informiert wird und niederschwellige Angebote gemacht werden."

    In den USA verhängten zuletzt die US-Internetkonzerne Google und Facebook für Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten wollen, eine Impfpflicht. Die Regelung soll in den kommenden Wochen in den USA eingeführt und später auch auf andere Regionen ausgeweitet werden. Hierzulande forderte etwa der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Bildungswesen.

    12.44 Uhr: Seehofer - Corona-Tests sollten kostenfrei bleiben

    Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist dagegen, Corona-Tests für Nicht-Geimpfte bald kostenpflichtig zu machen. "Solange die Pandemie anhält, würde ich nichts an der Kostenfreiheit ändern. Ich möchte, dass denen, die weder geimpft noch genesen sind, die Chance des Tests bleibt", sagte Seehofer der "Mittelbayerischen Zeitung". Er stellte sich damit gegen jüngste Überlegungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und auch von CSU-Chef und Bayerns Regierungschef Markus Söder.

    11.49 Uhr: Fußball-Bosse fordern: Zuschauer-Restriktionen sollen fallen

    Wenige Tage vor dem Saisonstart der Fußball-Bundesliga nimmt die Diskussion über die Zuschauer in den Stadien Fahrt auf. Zwei Wochen vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison drängen die von der Pleite-Angst getriebenen Klubs auf ein Ende der Zuschauer-Restriktionen. Vor allem die erst vor drei Wochen von der Politik beschlossene Kopplung an die Fallzahlen ist den Chefetagen ein Dorn im Auge. "Noch immer gilt die Inzidenz als Richtwert für die Zulassung von Zuschauern. Und damit fühlt es sich so an, als würden wir auf der Stelle treten", schrieb Sportvorstand Markus Krösche am Donnerstag in einem Gastbeitrag im Kicker.

    11.45 Uhr: RKI registriert 3.142 Corona-Neuinfektionen

    Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3.142 Corona-Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in gut drei Wochen auf mehr als das Dreifache gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie am Donnerstag bei 16,0 – am Vortag betrug der Wert 15,0 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9.

    11.38 Uhr: Militär zur Kontrolle von Corona-Lockdown in Sydney angefordert

    Die Polizei in Sydney hat angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen die Unterstützung des Militärs angefordert. 300 Soldaten sollen bei der Überwachung des Lockdowns in der australischen Millionenmetropole helfen, wie der Polizeichef des Bundesstaats New South Wales, Mick Fuller, am Donnerstag mitteilte. Der Lockdown gilt seit fünf Wochen. Die Restriktionen haben die Ausbreitung des Coronavirus bislang nicht bremsen können. Mit 239 Ansteckungsfällen wurde in Sydney zuletzt ein neuer Tageshöchstwert verzeichnet, wie die örtlichen Behörden mitteilten.

    11.17 Uhr: Corona-Arzt Wendtner kritisiert Stiko-Haltung zu Kindern

    Der Corona-Experte Clemens Wendtner hat die Zurückhaltung der Ständigen Impfkommission (Stiko) im Fall der Impfung von Jugendlichen kritisiert. Kinder seien bislang nicht ausreichend geschützt, sagte der Münchner Mediziner der "Augsburger Allgemeinen". "Daher ist es aus meiner Sicht so wichtig, zumindest die Jugendlichen ab zwölf Jahren zu impfen - ich persönlich kann es schwer nachvollziehen, dass sich die Stiko in dieser Pandemie in dieser Fragestellung so abwartend verhält." Eine Corona-Schutzimpfung für unter Zwölfjährige ist derzeit noch nicht möglich. Für ältere Kinder empfiehlt die Stiko die Impfung nur in bestimmten Fällen.

    11.07 Uhr: In Deutschland 50,9 Prozent vollständig geimpft

    Die Corona-Impfquote steigt in Deutschland weiter leicht an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen 50,9 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 9.45 Uhr). Das entspricht 42,36 Millionen Menschen. Am Vortag war ein wichtiger Meilenstein erreicht worden: Erstmals war mehr als die Hälfte der Bevölkerung zwei Mal gegen die Viruskrankheit immunisiert. Mindestens eine Impfdosis haben dem RKI zufolge inzwischen 61,3 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 51,01 Millionen Menschen verabreicht bekommen. Im Schnitt werden fünf Menschen pro Sekunde geimpft.

    10.54 Uhr: Olympia-Organisatoren verteidigen Schutzkonzep

    Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen im Umfeld der Olympischen Spiele und in Japan insgesamt haben die Olympia-Organisatoren ihre Schutzmaßnahmen verteidigt. Nichts deute darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen den Olympischen Spielen und der Zunahme der Neuinfektionen in der Bevölkerung gebe, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Donnerstag.

    Nach Angaben des Organisationskomitees wurden bislang 193 Sportler, Medienvertreter und Helfer der Olympischen Sommerspiele positiv auf das Coronavirus getestet, mehrere positive Tests am Flughafen oder in Trainingslagern nicht mit eingerechnet. Mit 24 positiven Tests wurde am Mittwoch die bisher höchste Zahl im Umfeld der Spiele gemeldet.

    10.30 Uhr: Berlin verbietet "Querdenken"-Demonstrationen am Wochenende

    Die Berliner Polizei hat zwei für das Wochenende geplante Demonstrationen gegen die Corona-Politik verboten. Wie die Polizei auf Anfrage bestätigte, wurden "nach Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen und unter Bewertung der objektiven Sachlage" zwei Versammlungen untersagt. Um welche Demonstrationen es sich genau handelt, teilte die Polizei nicht mit. Wie der RBB berichtete, soll es sich bei einer davon um die geplante Großdemo der "Querdenken"-Bewegung am 1. August handeln, zu der 22.500 Teilnehmer angemeldet waren. Kritik zum Verbot kam von der AfD.

    09.27 Uhr: Japans Regierungsberater warnt vor Überlastung des Gesundheitssystems

    Der wichtigste Coronavirus-Berater der japanischen Regierung hat angesichts der rasant gestiegenen Infektionszahlen vor einer Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt. "Wenn das Krisenbewusstsein nicht geteilt wird, wird der Druck auf das Gesundheitssystem früher oder später noch gravierender", warnte der Mediziner Shigeru Omi bei einer Ausschusssitzung im Parlament. Am Vortag waren die Neuinfektionen in der Olympia-Stadt auf den Höchststand von 3177 Fällen gestiegen. Landesweit wuchs die Zahl der Neuinfektionen in Folge der rasanten Ausbreitung der Delta-Variante erstmals binnen eines Tages über die Marke von 9000 Fällen auf insgesamt 9576.

    09.25 Uhr: Mehr Polizisten auf griechischen Corona-Inseln

    Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen auf mehreren griechischen Inseln will die Regierung die Zahl der Polizisten vor Ort erhöhen. Die Beamten sollen dafür sorgen, dass im Nachtleben die vorgegebenen Corona-Maßnahmen eingehalten werden, wie die griechische Zeitung "Kathimerini" unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete. Betroffen sind vor allem die Kykladen-Inseln Paros und Ios. Auch auf Kreta stiegen die Coronafälle in den vergangenen Wochen an. Es gelte dringend, auf den bei Touristen beliebten Inseln einen Lockdown zu vermeiden, hieß es.

    09.05 Uhr: Israel - Grüner Pass soll steigende Corona-Zahlen bremsen

    Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gilt in Israel seit Donnerstag wieder der sogenannte Grüne Pass. Bei Versammlungen von mehr als 100 Menschen müssen Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies gilt unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser.

    Der Grüne Pass, der Erleichterungen für Geimpfte und Genesene brachte, war in Israel im Februar eingeführt worden. Nach einem deutlichen Rückgang der Infektionszahlen waren die meisten Beschränkungen jedoch wieder aufgehoben worden.

    07.58 Uhr: Homeoffice geht nach Pflicht-Abschaffung weiter zurück

    Mit der Abschaffung der Homeoffice-Pflicht wird diese Möglichkeit des Arbeitens weniger genutzt. Der Anteil sank im Juli von 28,4 auf 25,5 Prozent der Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiteten, wie das Ifo-Institut am Donnerstag zu seiner monatlichen Umfrage unter Unternehmen mitteilte. "Die Menschen suchen wieder häufiger den persönlichen Kontakt im Büro", sagte Ifo-Experte Jean-Victor Alipour. Die Quote sei bereits vor der Abschaffung der Homeoffice-Pflicht Ende Juni gefallen, die durch den starken Rückgang der Corona-Infektionen möglich wurde. "Wir erwarten, dass sich in Zukunft vor allem hybride Arbeitsmodelle durchsetzen werden", sagte Alipour.

    07.14 Uhr: Biden fordert zivile Bundesangestellte zum Impfen auf

    US-Präsident Joe Biden wird einem Insider zufolge am Nachmittag (Ortszeit) ankündigen, dass sich alle zivilen Bundesangestellten gegen das Coronavirus impfen lassen sollen. Anderenfalls müssten sie sich regelmäßig auf eine Infektion testen lassen, Masken tragen, Abstand halten und sich Reisebeschränkungen unterwerfen. Wer sich gegen eine Impfung entscheide, werde nicht entlassen, sagt der Insider. Auch werde kein Impfstoff vorgeschrieben. In den USA gibt es rund 2,18 Millionen Zivilbeschäftigte, weitere 570.000 arbeiten für den US Postal Service.

    05.14 Uhr: Schäuble will Einschränkungen nur für Nichtgeimpfte

    Im Zuge der Diskussion um eine Impfpflicht in Deutschland fordert Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) Corona-Einschränkungen bald nur noch für Nichtgeimpfte. Die Impfpflicht-Debatte gehe "in die falsche Richtung", sagte Schäuble im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er sprach sich für eine Aufhebung von Corona-Auflagen nur für Geimpfte aus, um Impf-Unwillige zur Immunisierung zu bewegen.

    Da die Gefahr der Ansteckung durch Geimpfte oder Genesene geringer ist, könnten diese Gruppen nicht dauerhaft allen Beschränkungen unterwerfen werden, die für Nichtgeimpfte gelten müssen, um die Pandemie zu bekämpfen, sagte der CDU-Politiker.

    05.01 Uhr: Linksfraktion fordert mehr Geld für mobile Luftfilter in Schulen

    Die Linksfraktion fordert von der Bundesregierung mindestens 400 Millionen Euro an Zuschüssen an Länder und Kommunen für mobile Luftfilter in Schulen. "Das Ziel muss garantierter und sicherer Präsenzunterricht sein", sagte die wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion, Nicole Gohlke, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Noch eine Schließungsrunde wäre für Kinder, Eltern und Lehrkräfte nicht verkraftbar."

    04.31Uhr: IW-Chef Hüther für Impfpflicht im Gesundheits- und Bildungsbereich

    Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, fordert eine Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheits- und Bildungssektor und die Wiedereinführung kostenpflichtiger Corona-Tests ab Anfang September. Zudem brachte er eine Kostenbeteiligung von Impfunwilligen an den Behandlungskosten einer Covid-19-Erkrankung ins Gespräch. "In kritischen Berufen, insbesondere im Gesundheits- und Bildungssektor, sollte der Gesetzgeber eine Impfpflicht einführen, weil wir es hier mit schutzbedürftigen Personen zu tun haben", sagt Hüther der Zeitung "Rheinische Post". Auch eine generelle Impfpflicht solle man nicht ausschließen, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt -abgesehen von den genannten Berufsgruppen - kluge Anreize der bessere Weg seien.

    02.34 Uhr: Inzidenz als Pandemie-Richtwert - Spahn widerspricht Wiehler

    In der Debatte um die Inzidenz als Hauptrichtwert in der Pandemie hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, widersprochen. "Mit steigender Impfrate verliert die Inzidenz an Aussagekraft", sagte Spahn der "Bild". Daher brauche es "zwingend weitere Kennzahlen, um die Lage zu bewerten", etwa die Zahl der neu aufgenommenen Covid-Patienten im Krankenhaus.

    Ganz auf die Inzidenz verzichten will Spahn jedoch nicht: Bei weitem seien nicht ausreichend Menschen in Deutschland geimpft, "um ganz auf den Blick auf die Inzidenz verzichten zu können". RKI-Chef Wieler hatte am Montag in einer Bund-Länder-Schalte eine Niedrig-Inzidenz-Strategie gefordert und vor einer vierten Welle gewarnt.

    01.02 Uhr: Länder unterstützen Regierungspläne für allgemeine Testpflicht bei Reiserückkehrern

    In der Debatte um die Testpflicht bei Reiserückkehrern unterstützen viele Bundesländer die Pläne der Bundesregierung ausdrücklich. "Die Tests sind der zentrale Baustein, um das Infektionsgeschehen in der ungeimpften Bevölkerung einzudämmen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte angesichts des baldigen Endes der Sommerferien eine schnelle Entscheidung.

    Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält die angekündigte Änderung der Einreiseverordnung für richtig. "Aus dem vergangenen Jahr wissen wir, dass Reiserückkehrer viel zum Anstieg des Infektionsgeschehens beigetragen haben", sagte er dem RND. Es sei ein kleiner Mehraufwand für Jeden von uns, schaffe aber viel Sicherheit.

    Mittwoch, 28. Juli 2021

    22.05 Uhr: Biden fordert 100 US-Dollar Belohnung für neue Corona-Impfungen

    Um die Impfquote in den USA anzuheben, fordert Präsident Joe Biden eine Belohnung von 100 US-Dollar (85 Euro) für jede neu geimpfte Person. Bundesstaaten, Bezirke und Kommunen sollten dafür übrige Mittel aus dem Konjunkturpaket vom März verwenden, erklärte das US-Finanzministerium am Donnerstag. Dies solle "ein extra Anreiz sein, um die Impfquote zu erhöhen, unsere Gemeinschaften zu schützen und Leben zu retten", hieß es.

    In den USA sind bislang erst gut 49 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft. Zuletzt stieg die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante im Schnitt wieder auf rund 60.000 an.

    20.57 Uhr: Frankreich plant verschärfte Regelungen

    Ab dem 9. August sollen den Plänen der französischen Regierung zufolge wieder verschärfte Corona-Regelungen in Kraft treten. Wie bereits in Museen oder Kinos müssen sich Gäste eines Restaurants dann vor ihrem Besuch testen lassen. Zu den umstrittensten Punkten zählt die Ausweitung des Gesundheitspasses für nicht geimpfte Bürgerinnen und Bürger.

    In den vergangenen Tagen war landesweit gegen die Verschärfungen protestiert worden. Die Opposition hat sich an den Verfassungsrat gewandt, um das Gesetz zu verhindern. Dieser soll seine Entscheidung voraussichtlich am 5. August treffen.

    20.23 Uhr: Erneuter Anstieg der Coronafälle in der Türkei

    Wenige Wochen nach der Lockerung von Coronamaßnahmen in der Türkei ist die tägliche Fallzahl erstmals seit Anfang Mai über 20.000 gestiegen. Laut dem Gesundheitsministerium wurden am Mittwoch 22.291 neue Fälle gemeldet. Anfang des Monats hatte die Zahl noch zwischen etwa 5.000 und 6.000 gelegen. In Deutschland mit ähnlicher Bevölkerungsgröße meldeten die Gesundheitsämter am Mittwoch binnen eines Tages 2.768 Corona-Neuinfektionen.

    Anfang Juli hatte die türkische Regierung Ausgangsbeschränkungen aufgehoben, die mehr als ein halbes Jahr gegolten hatten. Auch Obergrenzen für Restaurantbesucher wurden aufgehoben, Büros, Kinos und Theater wieder geöffnet. Etwa die Hälfte der Bevölkerung hat sich bisher mindestens einmal impfen lassen. Die Türkei setzt die Präparate von Sinovac und Biontech/Pfizer ein.

    20.12 Uhr: RKI: Zunehmend Corona-Fälle nach Reisen gemeldet

    Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim Infektionsgeschehen in Deutschland. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren.

    Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland. Der überwiegende Anteil der Corona-Übertragungen - mindestens 81 Prozent - finde allerdings weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI.

    Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland liegen bei weitem nicht bei jedem Fall vor. In Deutschland und dem europäischen Ausland sind dem Bericht zufolge als besorgniserregend eingestufte Virusvarianten vorherrschend. Hierzulande wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante in einer Stichprobe mittlerweile in rund neun von zehn Fällen gefunden (91 Prozent).

    19.45 Uhr: Frankreich lässt Moderna für Jugendliche zu

    Die französische Gesundheitsbehörde hat den Corona-Impfstoff des Herstellers Moderna für die Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen zugelassen. Die Behörde begründete ihre Entscheidung vor allem mit der starken Ausbreitung der Delta-Variante des Erregers.Das Vakzin von Moderna ist der zweite Impfstoff, der in Frankreich für Jugendliche zugelassen ist. Mitte Juni hatte die Behörde bereits dem Impfstoff von BioNTech und Pfizer eine Genehmigung erteilt.

    19.32 Uhr: Scholz: Nicht-Geimpfte sollen Tests in absehbarer Zeit zahlen

    SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich dafür ausgesprochen, dass Nicht-Geimpfte ihre Tests in absehbarer Zukunft selbst zahlen müssen. Das solle nicht "von einen auf den anderen Tag" geschehen, sagte Scholz in Berlin. Schon jetzt gebe es genug Impfstoff gegen das Coronavirus, damit sich alle impfen lassen könnten. Aber es solle denen, die unsicher seien, noch ein bisschen Zeit gegeben werden, so der Finanzminister.

    Die Bundesregierung hatte in den vergangenen Tagen betont, keine Impfpflicht gegen das Coronavirus einführen zu wollen.

    18.54 Uhr: FDP-Chef Lindner gegen pauschale Testpflicht für Reiserückkehrer

    Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner hat sich kritisch über die Pläne der Bundesregierung zu erweiterten Testpflichten für Reiserückkehrer geäußert. Die unionsgeführte Bundesregierung bereite die Öffentlichkeit erneut auf erhebliche Freiheitseinschränkungen vor, sagte Lindner im schleswig-holsteinischen Strande. Es sei nicht das erste Mal, dass die Regierung "solche Testballons" starte. Als Beispiel nannte er die Diskussion um einen Wellenbrecher-Lockdown im November.

    Notwendig seien Vorbereitungen für den Herbst bei der Testinfrastruktur. Es müsse stärker auf die zuverlässigeren PCR-Tests gesetzt werden. "Luftreiniger, CO2-Messer, das ist das, was wir für den Herbst brauchen." Ein neuer pauschaler Lockdown müsse in jedem Fall ausgeschlossen werden.

    18.08 Uhr: New York ordnet Impfpflicht für Krankenhauspersonal an

    Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, hat angeordnet, dass alle Bediensteten im Gesundheitswesen, die Kontakt mit Kranken haben, geimpft sein müssen. Zudem gilt für alle Angestellten des Bundesstaates künftig, dass sie entweder geimpft oder getestet sein müssen.

    18.00 Uhr: Tschechien plant freie Tage für geimpfte Staatsbeamte

    Tschechien plant eine Belohnung für die Corona-Impfung: Alle Staatsbediensteten, die die Spritze erhalten haben, sollen zwei zusätzliche bezahlte Urlaubstage erhalten. Das kündigte Ministerpräsident Andrej Babis bei Twitter an. "Es ist wahr, dass manche von ihnen eine stärkere Impfreaktion hatten", räumte der Gründer der populistischen Partei ANO ein. Man wolle mit dem Schritt noch mehr Menschen zur Impfung motivieren, fügte der 66 Jahre alte Multimilliardär hinzu.

    In Tschechien mit seinen rund 10,7 Millionen Einwohnern gelten bisher 4,6 Millionen Menschen als vollständig geschützt. Das Kabinett soll über den Vorstoß bereits am Freitag entscheiden.

    17.30 Uhr: Niederlande: Weiter starker Rückgang der Neuinfektionen

    In den Niederlanden geht die Zahl der Neuinfektionen weiter stark zurück. Zuletzt wurden 3513 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet, fast 500 weniger als am Vortag. Das meldete das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM. In den vergangenen sieben Tagen ging den Angaben zufolge die Zahl der positiven Testergebnisse um fast 50 Prozent im Vergleich zur Vorwoche zurück. Grund für den rückläufigen Trend sind nach Angaben der Behörden die verschärften Maßnahmen vor allem für Nachtclubs und Diskotheken.

    Die Niederlande sind seit Dienstag von Deutschland wieder zum Hochinzidenzgebiet erklärt worden. Nach Aufhebung der meisten Maßnahmen waren die Infektionszahlen explosionsartig gestiegen.

    17.18 Uhr: Wirtschaft befürchtet Milliardenkosten durch US-Einreisestopp

    Die deutsche Wirtschaft befürchtet Kosten in Milliardenhöhe auf beiden Seiten des Atlantiks durch die von den USA verlängerten Einreisebeschränkungen für Europäer. Damit schadeten sich die Vereinigten Staaten wirtschaftlich selbst und auch anderen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, in Berlin.

    Die USA verweigern Europäern und anderen Ausländern wegen des Coronavirus weiter die Einreise ins Land. Gründe seien die hoch ansteckende Delta-Variante und die steigenden Infektionen in den USA, sagte Präsidialamtssprecherin Jen Psaki. Wie lange das Einreiseverbot voraussichtlich noch gilt, ließ sie offen. In der Reisebranche hieß es, man müsse möglicherweise bis September oder noch länger auf eine Aufhebung warten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich Mitte Juli bei ihrem Besuch bei US-Präsident Joe Biden für eine Aufhebung starkgemacht.

    16.48 Uhr: Heil schließt neue Homeoffice-Pflicht nicht aus

    Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will die Homeoffice-Pflicht notfalls wieder in Kraft setzen. Auf einen bestimmten Inzidenzwert wollte sich Heil aber nicht festlegen: "Es hängt auch davon ab, inwieweit steigende Werte ein Problem für das Gesundheitswesen werden", sagte er der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstagsausgaben).

    Die Homeoffice-Pflicht für Unternehmen war Anfang Juli ausgesetzt worden. "Aber Vorsicht an der Bahnsteigkante!", warnte Heil die Wirtschaft. Die Delta-Variante sorge für steigende Inzidenzen.

    16.02 Uhr: Geimpfte aus EU und USA dürfen ohne Quarantäne nach England einreisen

    Vollständig geimpfte Besucher aus der EU und den USA dürfen ab dem 2. August ohne Quarantäne wieder nach England einreisen. Dies kündigt der britische Verkehrsminister Grant Shapps an. Die Quarantäneausnahme soll nur für diejenigen gelten, die einen in den USA oder EU zugelassenen Impfstoff erhalten haben. Die Tourismusbranche hat der Regierung vorgeworfen, die Einreisebeschränkungen zu langsam zu lockern.

    15.56 Uhr: Corona-Pandemie bringt Staatsverschuldung auf Rekordniveau

    Vor allem wegen der Corona-Pandemie sind die öffentlichen Schulden in Deutschland im vergangenen Jahr auf Rekordniveau gestiegen. Sie wuchsen um 14,4 Prozent auf 2,173 Billionen Euro und erreichten damit den höchsten jemals in der Schuldenstatistik am Ende eines Jahres gemessenen Stand, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Der Pro-Kopf-Wert kletterte demnach auf 26.141 Euro, 3.281 Euro mehr als Ende 2019.

    Die Statistik fasst alle Schulden zusammen, die Bund, Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände und Sozialversicherung beim nicht-öffentlichen Bereich haben, also etwa bei privaten Banken. Auch Extrahaushalte werden dabei berücksichtigt.

    Der starke Anstieg der Verschuldung im vergangenen Jahr ist laut Statistischem Bundesamt insbesondere auf die Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie zurückzuführen. Die Entwicklung setzte sich demnach auch in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 fort.

    15.48 Uhr: Britischer Außenminister fordert mehr Impfdosen-Spenden

    Der britische Außenminister Dominic Raab warnt davor, dass die Welt erst 2024 voll geimpft sein wird, wenn nicht mehr Staaten Impfdosen spenden. Wenn dies in großen Umfang geschehe, könne man eine Impfung der Welt schon Mitte 2022 erreichen, sagt er der Nachrichtenagentur Reuters. Die westlichen G7-Industriestaaten hatten verabredet, bis Ende 2022 2,3 Milliarden Impfdosen an ärmere Staaten zu liefern. Dies geschieht vor allem durch die internationale Covax-Impfallianz, aber auch durch bilaterale Spenden. Großbritannien will dieser Wochen neun Millionen Dosen spenden, die es selbst nicht mehr benötigt. Deutschland beginnt im August mit bilateralen Lieferungen, ist aber größter Geldgeber von Covax.

    15.37 Uhr: SPD bringt Sondersitzung für Testpflicht ins Gespräch

    Aus der SPD wird eine Sondersitzung des Bundestages ins Gespräch gebracht, um eine Testpflicht für Reiserückkehrer im Infektionsschutzgesetz zu beschließen. "Justiz-, Gesundheits- und Innenministerium arbeiten bereits an einer Gesetzesänderung und sind schon auf der Zielgeraden", sagt SPD-Rechtsexperte Johannes Fechner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die erforderliche Änderung könnte vom Bundestag noch im August in einer Sondersitzung beschlossen werden." Eine Testpflicht brauche eine sichere gesetzliche Grundlage. "Es wäre Gift für das Vertrauen der Bevölkerung in die Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung, wenn Gerichte die Neuregelung wieder kippen würden", sagt Fechner.

    14.56 Uhr: Thailand richtet Not-Lazarett am Flughafen Bangkok ein

    Angesichts neuer Rekordwerte bei der Zahl der Neuinfektionen richtet Thailand auf dem Flughafen Bangkok ein Not-Lazarett mit 1.800 Betten ein. Die Zahl der Fälle werde noch weiter steigen, sagt der zuständige medizinische Direktor Rienthong Nanna der Nachrichtenagentur Reuters. Thailand verzeichnete zuletzt 16.533 Neuinfektionen, ein Rekord. In dem Land mit mehr als 66 Millionen Menschen sind bislang nur 5,6 Prozent komplett geimpft.

    14.28 Uhr: Bei der WHO gemeldete Corona-Todeszahlen stark gestiegen

    Die Zahl der gemeldeten Covid-19-Toten weltweit ist innerhalb einer Woche stark angestiegen: um 21 Prozent auf 69.000 in sieben Tagen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf berichtete. Die WHO bezieht sich auf Regierungsangaben für die Woche vom 19. bis 25. Juli. Insgesamt seien bislang mehr als vier Millionen Menschen weltweit nach einer Infektion gestorben. Experten verweisen darauf, dass nicht alle Menschen, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus an Covid-19 sterben, gemeldet werden. Andererseits hatten einige Gestorbene schwere Vorerkrankungen.

    Die Zahl der in der vergangenen Woche gemeldeten Infektionen lag bei 3,8 Millionen, das waren acht Prozent mehr als in der Vorwoche. Auf dem amerikanischen Kontinent stiegen sowohl Infektions- als auch Totenzahlen deutlich. Ebenso starben mehr Menschen in Südostasien. Seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 sind fast 194 Millionen Infektionen gemeldet worden.

    14.22 Uhr: EU-Kommission unterschreibt Vertrag für Corona-Medikament

    Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag mit der Pharmafirma GlaxoSmithKline unterschrieben, um ein Medikament gegen Corona zu beschaffen. Deutschland und 15 weitere EU-Länder beteiligen sich an der Ausschreibung für den Kauf des Mittels Sotrovimab für voraussichtlich 220.000 Behandlungen, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Das Medikament wird derzeit von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA geprüft. Es kann den Angaben zufolge zur Behandlung bei leichten Symptomen verwendet werden.

    Patienten die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigten, aber ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf hätten, könnten von der Behandlung profitieren. Laufende Studien deuteten darauf hin, dass eine frühzeitige Behandlung die Zahl der notwendigen Krankenhaus- oder gar Intensivstationsaufenthalte reduzieren könnte. Gemäß dem Vertrag können die EU-Staaten Sotrovimab erwerben, sobald es entweder in dem betreffenden Land eine Notfallgenehmigung oder eine bedingte Marktzulassung der EMA erhalten hat.

    Die EU-Kommission hatte Ende Juni bereits bekanntgegeben, dass sie fünf vielversprechende Corona-Medikamente im Blick hat, darunter Sotrovimab. Vier der Mittel enthalten sogenannte monoklonale Antikörper. Diese werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. Ein weiteres Medikament mit dem Namen Olumiant reduziert die Aktivität des Immunsystems und soll eigentlich gegen Rheuma helfen. Die Hoffnung ist, dass die entzündungshemmende Wirkung auch bei schweren Covid-19-Verläufen hilft.

    12.59 Uhr: Mehr Babys nach Corona-Lockdown geboren

    Neun Monate nach Beginn des ersten Corona-Lockdowns sind in Bayern mehr Babys zur Welt gekommen. Darauf wies das Bayerische Landesamt für Statistik in Fürth hin. Im Zeitraum von Dezember 2020 bis Februar 2021 seien insgesamt rund 31.000 Kinder im Freistaat geboren worden, dies seien 4,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

    "Noch deutlicher fiel der Geburtenzuwachs neun Monate nach den Lockerungen der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen im Sommer 2020 aus", berichtete die Behörde. Für den März 2021 sei mit rund 11.200 Geburten ein Plus von 7,8 Prozent festgestellt worden.

    Das Amt will sich allerdings auf die Ursache des Zuwachses nicht festlegen und sieht nicht zwingend einen Zusammenhang mit der Pandemie. Es könne sich auch "um eine Fortsetzung des allgemeinen Trends zu steigenden Geburtenzahlen" handeln.

    12.58 Uhr: Norwegen verschiebt erneut weitere Öffnungen

    Norwegen verschiebt zum zweiten Mal die vierte und letzte Stufe in seinem Öffnungsplan. Nun werde Mitte August erneut beraten, ob weitere Lockerungen möglich seien, sagt Gesundheitsminister Bent Höie. Damit sind weiterhin unter anderem private Versammlungen nur bis zwanzig Menschen erlaubt. Im April hatte die Regierung einen Vier-Stufen-Plan bekanntgegeben, um die Corona-Beschränkungen schrittweise aufzuheben. Bis Mitte Juni wurden die drei ersten Lockerungsstufen umgesetzt. Bislang haben 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung eine erste Impfung erhalten, 41 Prozent sind vollständig geimpft.

    12.30 Uhr: Weltweit 195,51 Mio Infektionen und über 4,3 Mio Tote

    Weltweit haben sich mehr als 195,51 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,34 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus.

    12.23 Uhr: Noch keine Einigung über Tests bei Einreise

    Die Bundesregierung hat einer Sprecherin zufolge noch nicht entschieden, ob ab 1. August flächendeckend Tests für ungeimpfte Einreisende eingeführt werden. Man befinde sich weiter in der Abstimmung, sagt die Regierungssprecherin. Sie reagiert damit auf eine Äußerung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, dass die Regierung zugesagt habe, bis zum 1. August alles zu probieren, um eine einheitlichen Testpflicht für alle nicht geimpften Einreisende einzuführen. Bisher gilt diese Pflicht für alle Flugreisende.

    11.44 Uhr: Leichte Erholung an deutschen Flughäfen

    Eine steigende Nachfrage nach Europaflügen hat an den deutschen Flughäfen im Juni für eine leichte Erholung in der Corona-Krise gesorgt. Das berichtete der Flughafenverband ADV in Berlin. 5,5 Millionen Gäste an den 28 erfassten Flughäfen bedeuteten zwar eine extreme Steigerung von mehr als 260 Prozent im Vergleich zum pandemiegeprägten Vorjahresmonat, waren aber immer noch weniger als ein Viertel (23,3 Prozent) des Aufkommens im Vorkrisen-Juni 2019.

    Lediglich bei den Europaflügen wuchs die Passagierzahl wieder über ein Viertel (26,5 Prozent) des Vorkrisenniveaus. "Die sinkende Inzidenz, der Impffortschritt und die gelockerten Reisebeschränkungen einhergehend mit dem Ferienbeginn lösen die Bremsen", erklärte der Verband. Die Anzahl der Flugreisen werde in diesem Sommer deutlich über dem Vorjahresniveau liegen. Bei den Interkontinentalverbindungen und im innerdeutschen Flugverkehr wurden erst 18,4 Prozent beziehungsweise 16,2 Prozent der alten Werte erreicht.

    11.41 Uhr: Über 3.000 neue Corona-Fälle in Tokio

    In der Olympia-Stadt Tokio steigen die Corona-Infektionen weiter deutlich an. Am Mittwoch seien 3.177 Neuinfektionen erfasst worden, teilen die Behörden der Stadt mit. Das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie und der zweite Tag in Folge mit einem Rekord. Erstmals liegt die Zahl über 3.000. Am Dienstag waren es 2.848 und am Montag 1.429 neue Fälle. Die Gouverneure von drei Präfekturen rund um Tokio wollen wegen der Ausbreitung des Virus den Ausnahmezustand ausrufen und die Regierung am Donnerstag um eine entsprechende Genehmigung bitten. Der Notstand in Tokio selbst gilt bis 22. August und damit über die Olympischen Spiele hinaus. Unter den Athleten, Betreuern und Mitarbeitern gab es bislang insgesamt 169 Fälle, darunter 16 neue am Mittwoch.

    11.34 Uhr: Gewerkschaft der Polizei sieht Testpflicht kritisch

    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht eine Ausweitung der Testpflicht auf alle ungeimpften Reiserückkehrer ab dem 1. August kritisch. GdP-Chef Andreas Roßkopf verweist in der "Rheinischen Post" auf Personalknappheit. "Wir als Bundespolizei wären für die Kontrollen in Zügen und an Bahnhöfen zuständig. Schon jetzt haben wir kaum genug Personal, um dort das Tagesgeschäft abzuarbeiten. Wenn solche Kontrollen hinzukommen, fehlen uns rund 2.500 Bundespolizisten."

    Hinzu kämen die Kontrollen des Autoverkehrs an den Landesgrenzen. Dafür seien zwar die Landespolizeien zuständig, doch die erhielten bereits jetzt Amtshilfe der Bundespolizei. Für stichprobenartige Kontrollen aller Autoreisenden fehlten Personal und Technik. "Ob eine solche Ausweitung der Testpflicht mit nur wenigen Kontrollen wirklich wirksam in der Pandemiebekämpfung ist, möchte ich anzweifeln."

    11.18 Uhr: Corona verhilft digitalen Gesundheitsangeboten zum Durchbruch

    Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie setzen immer mehr Menschen in Deutschland auf digitale Gesundheitsangebote. In einer am Mittwoch präsentierten repräsentativen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom sagten drei Viertel der Befragten, mit digitalen Technologien ließen sich solche Krisen besser bewältigen. Vor einem Jahr stimmte nur gut die Hälfte der Befragten (53 Prozent) dieser Aussage zu.

    Auf besonders großes Interesse stößt bei den Menschen in Deutschland das jüngste Digitalprojekt in der Pandemie-Bekämpfung: der digitale Impfnachweis. 42 Prozent der Smartphone-Nutzer haben ihn bereits auf dem eigenen Gerät gespeichert, zwei Prozent auf dem Smartphone einer anderen Person. Weitere 41 Prozent wollen sich den digitalen Nachweis künftig besorgen - 26 Prozent "in jedem Fall" und 15 Prozent "wahrscheinlich".

    10.59 Uhr: Zahl der Jugendlichen mit depressiven Symptomen im ersten Lockdown gestiegen

    Die Zahl der Jugendlichen mit Anzeichen einer Depression ist laut einer Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung im ersten Corona-Lockdown im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. In der Altersgruppe der 16- bis 19-Jährigen habe sich der Anteil damals von zehn Prozent auf etwa 25 Prozent erhöht, teilte das Institut am Mittwoch in Wiesbaden unter Verweis auf eine von ihm verfasste Studie zur Corona-Belastung von Kindern und Eltern mit.

    Laut Hochrechnungen sei die Gesamtzahl der bundesweit betroffenen Jugendlichen damals dementsprechend auf rund 477.000 gestiegen, berichtete das Institut weiter. Für seine Untersuchung, die sich unter anderem auch mit den Auswirkungen von Schulschließungen auf Bildungsstand und Familien befasste, nutzte es wiederum Analysen aus dem sogenannten Familienpanel pairfam aus dem Frühsommer 2020.

    • Zum Artikel: Schüler starten Aufklärung zum Thema Depressionen.

    10.56 Uhr: Bayern spendet Corona-Schutzausrüstung an Tunesien

    Für den Kampf gegen das Coronavirus hat Bayern medizinisches Schutzmaterial im Wert von 880.000 Euro an Tunesien gespendet. "Bayern und Tunesien verbindet eine langjährige Partnerschaft. Aufgrund der aktuell kritischen Entwicklung der Corona-Pandemie in Tunesien besteht ein akuter Bedarf an medizinischer Ausstattung", sagte Bayerns Staatsministerin für Europaangelegenheiten und Internationales, Melanie Huml (CSU), am Mittwoch in München. Die Spende enthalte vor allem FFP2- und OP-Masken, Schutzhandschuhe, Corona-Antigentests und fünf Beatmungsgeräte.

    10.22 Uhr: Bahn fährt erneut Milliardenverlust ein

    Die Deutsche Bahn fährt in der Corona-Krise weiter milliardenschwere Verluste ein. In den ersten sechs Monaten des Jahres steht unter dem Strich ein Minus von über 1,4 Milliarden Euro, wie Konzernunterlagen zeigen, die der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlagen. Vor allem der Fernverkehr mit ICE und IC war dafür verantwortlich. Hier wirkte sich aus, dass die Bahn ihre Züge trotz geringer Auslastung auch auf Wunsch des Bundes in der Pandemie ohne große Einschränkungen weiterfuhr. Immerhin blieb der Verlust im Gesamtkonzern deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,7 Milliarden Euro. Dafür sorgten unter anderem höhere Gewinne der Speditionstochter Schenker und des Schienennetzes. Der Umsatz fiel den Unterlagen zufolge mit rund 21,8 Milliarden Euro mehr als zehn Prozent höher aus als im Vorjahresvergleich.

    10.15 Uhr: Caligiuri vom FC Augsburg positiv auf COVID-19 getestet

    Fußballprofi Daniel Caligiuri vom Bundesligisten FC Augsburg ist positiv auf COVID-19 getestet worden. Wie die Schwaben am Mittwoch mitteilten, befindet sich der 33 Jahre alte Flügelspieler in häuslicher Quarantäne. Caligiuri ist bereits vollständig geimpft, allerdings waren an einem trainingsfreien Tag am vergangenen Wochenende leichte Symptome aufgetreten. "Mögliche Infektionswege werden in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt geprüft", hieß in der Mitteilung des Klubs. Caligiuri, in der vergangenen Saison in 33 Bundesligaspielen für den FCA im Einsatz, habe seit dem Wochenende keinen Kontakt zu seinen Teamkollegen gehabt. Weitere Schnell- und PCR-Tests in der Mannschaft und im Trainerteam waren negativ ausgefallen. Ein Großteil könne laut Klubangaben bereits einen vollständigen Impfschutz aufweisen. Bundesliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth sagte nach Bekanntgabe von Caligiuris Testergebnis das für Mittwoch geplante Testspiel gegen die Augsburger ab.

    09.43 Uhr: Hälfte der Deutschen vollständig geimpft

    Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland hat den vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus. 50,2 Prozent der Bürgerinnen und Bürger hätten den vollen Schutz, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Zudem sind demnach 61,1 Prozent mindestens einmal geimpft.

    09.24 Uhr: Südkorea: Neuer Tagesrekord bei Corona-Fällen

    Südkorea hat einen neuen Tagesrekord bei Corona-Fällen gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 1.896 Neuinfektionen festgestellt worden - und damit der höchste Tagesanstieg seit Pandemiebeginn, gaben die Behörden am Mittwoch bekannt. Rund 193.430 Menschen haben sich bisher in Südkorea angesteckt, mehr als 2080 sind mit oder am Virus gestorben. Brennpunkt des Infektionsgeschehens ist der Großraum Seoul. Um eine landesweite Ausbreitung einzudämmen, verhängten die Behörden erst am Dienstag strengere Abstandsregeln und Beschränkungen über Gebiete außerhalb der Hauptstadtregion.

    09.20 Uhr: Bericht: Bald keine Quarantäne mehr für geimpfte EU-Bürger in England

    Vollständig geimpfte EU-Bürger sollen Berichten zufolge bald in England nach der Einreise nicht mehr in Quarantäne gehen müssen. Minister der britischen Regierung wollten am Mittwoch Details der Regelung diskutieren, wie unter anderem der "Guardian" berichtete. Premierminister Boris Johnson sei besorgt, sein Land könne seinen «Impfbonus» einbüßen und hinter Europa zurückfallen, heißt es in der "Times". In vielen EU-Ländern gelten bereits seit Monaten gelockerte Bestimmungen für geimpfte Reisende. In England hingegen gilt bislang für ausländische Reisende aus Ländern von der sogenannten "orangenen Liste" - auf der auch Deutschland trotz niedriger Corona-Zahlen weiterhin steht - in Großbritannien eine strikte Quarantänepflicht.

    09.06 Uhr: SPD lehnt Prämien für Impfung ab

    Die SPD lehnt Anreize für eine Impfung wie eine Prämie von beispielsweise 100 Euro ab. Dann würden bereits Geimpfte die Frage stellen, warum sie nicht ebenfalls einen Bonus bekommen hätten, sagt SPD-Chefin Saskia Esken in der Sendung "Frühstart" bei RTL/ntv. Stattdessen müssten die Menschen besser darüber informiert werden, dass inzwischen genug Impfstoff vorhanden sei. Viele hätten keinen Hausarzt. Nötig seien mobile Impfungen an belebten Orten. "Die Impfungen müssen jetzt zu den Menschen gehen, wenn die Menschen nicht zur Impfung kommen."

    09.06 Uhr: Corona-Infektionen: Kreis bricht Kinderferienlager ab

    Der Landkreis Nordwestmecklenburg hat ein Ferienlager mit 75 Kindern wegen gehäufter Corona-Infektionen vorzeitig beendet. Wie ein Sprecher des Landkreises am Mittwoch sagte, stammten die Teilnehmer im Alter von 9 bis 13 Jahren hauptsächlich aus Mecklenburg-Vorpommern, aber auch aus einigen anderen Bundesländern. Sie seien nun zu Hause in Quarantäne.

    08.00 Uhr: Impfmüdigkeit und mehr Infektionen lassen Konsumklima stagnieren

    Die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen drücken auf die Konsumstimmung der Menschen in Deutschland. Die Erwartungen der Deutschen an die Konjunktur und die Einkommenserwartung seien leicht zurückgegangen - trotzdem sei die Kauflust noch einmal ganz leicht gestiegen, teilte das Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK am Mittwoch mit. GfK erstellt monatlich eine Prognose zur Konsumlaune in Deutschland. Im Juni hatte die Konjunkturerwartung der Deutschen noch ein Zehn-Jahres-Hoch erreicht.

    07.56 Uhr: USA: Rund 68.500 Neuinfektionen und 375 weitere Tote

    In den USA registrieren die Gesundheitsbehörden mindestens 68.437 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt haben sich damit bislang 34,78 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Toten in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 375 auf 610.278. Weltweit verzeichnen die USA die meisten Infizierten und Toten.

    07.05 Uhr: Über 43.600 Neuinfektionen in Indien

    In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 43.654 Neuinfektionen binnen eines Tages. Am Dienstag waren es noch knapp 29.700, der niedrigste Wert seit dem 17. März. Insgesamt wurden bislang mehr als 31,4 Millionen Ansteckungsfälle registriert. Weltweit weisen nur die USA mehr nachgewiesene Infektionen auf. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt in Indien um 640 auf 422.022.

    05.56 Uhr: Chef der Kassenärzte: Grundsätzliche Impfgegner nicht erreichbar

    Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sieht die niedergelassenen Ärzte in einer Schlüsselposition, um Skeptiker von einer Corona-Impfung zu überzeugen. Diese seien in den Praxen am besten aufgehoben, und die wichtige und häufig aufwendigere Beratung müsse adäquat vergütet werden, sagte Gassen den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Zugleich schränkte er ein: "Grundsätzliche Impfgegner werden wir nicht erreichen." Eine Impfpflicht lehnte Gassen ab. "Es geht um Akzeptanz, nicht um Zwang", sagte er und fügte hinzu: "Überlegen sollten wir aber, ob bei vorliegenden Impfangeboten für alle die Bürgertests noch kostenlos angeboten werden können."

    05.52 Uhr: New Yorker Metropolitan Opera öffnet nur für Geimpfte

    Die New Yorker Metropolitan Opera lässt in der kommenden Spielzeit nur geimpfte Zuschauer ein. Sowohl Publikum als auch die auftretenden Künstler müssen einen vollständigen Impfschutz vorweisen, wie das Haus am Dienstag inmitten der Debatte um die Impfpflicht in den USA mitteilte. "Die Met wird ein vollständig geimpftes Haus sein", erklärte die Met in einer E-Mail an ihre Besucher. Kinder unter. zwölf Jahren - die derzeit nicht geimpft werden dürfen - dürfen das Haus nicht betreten, auch wenn die sie begleitenden Erwachsenen geimpft sind. Die Met beschäftigt mehr als 3000 Mitarbeiter und ist damit die größte Organisation für darstellende Künste in den Vereinigten Staaten. Sie ist seit Pandemie-Beginn im März 2020 geschlossen. Die Leitung hofft, Ende September wieder öffnen zu können.

    05.30 Uhr: Tokio meldet mit 2.848 Neuinfektionen Tagesrekord

    Im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen melden die Organisatoren 16 weitere Positiv-Tests. Die Zahl der gemeldeten Fälle rund um die Wettkämpfe steigt damit auf 169. Die Olympiastadt verzeichnet offiziellen Angaben zufolge mit 2848 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen Tagesrekord. "Die Regierung wird mit Tokio und den Organisatoren der Olympischen Spiele zusammenarbeiten, um sichere Spiele zu gewährleisten", sagt Kabinettschef Katsunobu Kato bei einer regulären Pressekonferenz auf die Frage, ob die Spiele ausgesetzt werden könnten.

    05.18 Uhr: Saarlands Ministerpräsident Hans fordert Tests für ungeimpfte Reiserückkehrer

    In der Debatte um strengere Corona-Regeln für Urlauber fordert Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) eine umfassende Testpflicht für alle ungeimpften Reiserückkehrer. "Bei der Rückkehr aus dem Urlaub im Ausland wäre ein verpflichtender Corona-Test für nicht geimpfte Reiserückkehrende, wie ihn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wieder vorgeschlagen hat, eine gute Lösung", sagt Hans der Zeitung "Rheinische Post". Dies solle für alle Reisewege gelten, egal ob mit Flugzeug, Bus, Bahn oder Pkw. Im Saarland wäre dies gut umsetzbar, da man seit Monaten bereits über eine gut ausgebaute Test-Infrastruktur verfüge. "Allerdings darf dadurch der kleine Grenzverkehr, wie er gerade in der Europaregion zwischen dem Saarland, Frankreich und Luxemburg zum normalen Alltag der Menschen gehört, nicht beeinträchtigt werden."

    05.15 Uhr: FDP-Chef: Impffortschritt mit PCR-Tests kombinieren

    FDP-Chef Christian Lindner hat die Bundesregierung aufgefordert, die Pandemiestrategie für wieder steigende Infektionszahlen weiterzuentwickeln. "Die politische Sommerpause darf nicht dazu führen, dass die Bundesregierung die Vorbereitung auf den Herbst vernachlässigt", sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Zeit müsse genutzt werden, um durch mobile Teams zum Beispiel vor Supermärkten den Impfschutz zu verbessern. Auf steigende Fallzahlen könne auch mit einer weiterentwickelten Teststrategie reagiert werden. "PCR-Tests sind dabei zuverlässiger als Schnelltests, dauern heute nicht mehr so lange und sind im Pool auch nicht teurer als Schnelltests", sagte Lindner. "Zusammen mit Impffortschritten wäre das eine gute Kombination."

    05.00 Uhr: Ab 1. August erweiterte Testpflicht bei Einreisen

    Der Bund plant nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schon ab dem 1. August eine erweiterte Testpflicht für Einreisen nach Deutschland. "Der Bund hat uns heute zugesichert, er wird das jetzt bis zum 1.8. alles probieren mit einer einheitlichen Testpflicht nicht nur für Flugreisen sondern auch beispielsweise für alles was an normalem Autoweg oder Bahnweg kommt", sagte Söder am Dienstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Er glaube, dass das jetzt verständlicher, klarer und sicherer sei. Das ursprüngliche angedachte Datum für eine Einreiseverordnung ab 11. September wäre "ein Witz gewesen", sagte Söder, "da ist der Urlaub vorbei selbst in den Ländern mit späten Ferien."

    Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, fordert ein verbessertes mehrsprachiges Impfangebot in den Kommunen. «Nötig ist ein mehrsprachiges und aufsuchendes Informations- und Impfangebot vor Ort. Es gibt gute Beispiele in den Kommunen - von Corona-Lotsen, die vor Ort aufklären über Info-Busse und Lautsprecherwagen bis hin zu mobilen Impfstationen», sagte die CDU-Politikerin der «Rheinischen Post» (Mittwoch). Diese Beispiele müssten jetzt lokal und kommunal Schule machen.

    05.00 Uhr: US-Behörde empfiehlt wegen Delta-Variante wieder Maskentragen

    In einer Kehrtwende wegen der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC künftig wieder das Maskentragen. Auch vollständig Geimpfte sollen in einigen Teilen des Landes, in denen sich das Virus besonders stark ausbreitet, in öffentlichen Räumen wieder Mund und Nase bedecken, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Das gilt auch für Schulen. US-Präsident Joe Biden rief dazu auf, die neuen Richtlinien zu beachten.

    04.32 Uhr: Corona-Lockdown in Sydney wird um weitere vier Wochen verlängert

    Weil trotz des Lockdowns die Corona-Infektionszahlen in Sydney steigen, bleiben die Ausgangsbeschränkungen für die australische Millionenmetropole einen weiteren Monat bestehen. Die bereits seit fünf Wochen geltenden Maßnahmen werden bis zum 28. August verlängert, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Bislang wurden 177 Fälle im Zusammenhang mit einem Mitte Juni registrierten Corona-Ausbruch registriert. Menschen wurden aufgefordert, ihre Nachbarschaft nicht zu verlassen. Alleinlebenden wird jedoch gestattet, mit einer anderen Person eine "Single-Blase" zu bilden.

    04:21 Uhr: RKI: 2.768 Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 15,0

    Das Robe04.12rt-Koch-Institut (RKI) meldet 2,768 neue Positiv-Tests. Das sind 565 mehr als am Mittwoch vor einer Woche, als 2.203 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 15,0 von 14,5 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 21 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.586. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,76 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    04.01 Uhr: Forscher erwarten bei Bundestagswahl wegen Pandemie geringere Beteiligung

    Wissenschaftler der Bertelsmann-Stiftung erwarten bei der Bundestagswahl aufgrund der Corona-Pandemie eine geringere Wahlbeteiligung, die eine vertiefte soziale Spaltung widerspiegelt. Die Studie, die am Mittwoch veröffentlicht wird und dem "Tagesspiegel" vorab vorlag, prognostiziert eine sozial noch unausgewogenere Wahlbeteiligung als in früheren Jahren, die die Zusammensetzung und politischen Interessen der Wählerschaft noch weniger abbilden.

    Die Forscher gehen unter anderem als "Spätfolge der Pandemie" von einer sinkenden Beteiligung bei der Abstimmung im September aus. Niedrige Wahlbeteiligungen sind laut der vom "Tagesspiegel" zitierten Studie "fast immer auch sozial gespaltene Wahlbeteiligungen". Arme und Abgehängte, die vom Angebot der Parteien enttäuscht seien beziehungsweise ihre Interessen nicht vertreten sähen, gingen nämlich oft nicht wählen, gut gebildete und einkommensstarke Angehörige der oberen Mittel- und Oberschicht aber praktisch alle.

    01.23 Uhr: Bericht: RKI-Chef Wieler hält an Inzidenz als "Leitindikator" fest

    Angesichts der Diskussion über den Umgang mit steigenden Infektionszahlen hat sich RKI-Chef Lothar Wieler einem Medienbericht zufolge weiterhin für die Inzidenz als "Leitindikator" ausgesprochen. Wie die "Bild" am Dienstag berichtete, präsentierte der Direktor des Robert-Koch-Instituts bei einer Schaltkonferenz zwischen Kanzleramtschef Helge Braun und den Chefs der Staatskanzleien der Länder am Montag ein Papier, in dem er dafür plädierte, an der Inzidenz festzuhalten. Damit widerspricht Wieler auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der vor einigen Wochen erklärt hatte, dass der Inzidenzwert an Aussagekraft verliere. Laut "Bild" heißt es in dem Papier, dass Prävention "weiterhin die höchste Priorität (= niedrige Inzidenz)" habe. Wieler warnte demnach darin auch, dass "die vierte Welle" begonnen habe.

    01.04 Uhr: Amtsärzte plädieren für Corona-Impfung von Kindern ab zwölf Jahren

    Angesichts der wieder schnell steigenden Corona-Infektionszahlen sprechen sich die deutschen Amtsärztinnen und -ärzte dafür aus, auch alle Kinder ab zwölf Jahren zu impfen. "Wenn die Vakzine getestet, geprüft und zugelassen sind, sehe ich keinen Grund, sie nicht zur Impfung zu empfehlen, auch für Jüngere", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch. "Wenn es eine Zulassung für Impfstoffe gegen Covid-19 auch für Kinder und Jugendliche gibt, bin ich dafür, dass Menschen damit geimpft werden", sagte Teichert.

    00.13 Uhr: Biden: US-Regierung prüft Corona-Impfpflicht für Mitarbeiter

    Die US-Regierung erwägt, für ihre mehr als zwei Millionen Mitarbeiter eine Corona-Impfpflicht einzuführen. "Das wird zur Zeit geprüft", sagte US-Präsident Joe Biden auf die Frage einer Journalistin nach einer Impfpflicht für Angestellte des Bundes. "Aber falls Sie nicht geimpft sind, dann sind Sie nicht annähernd so intelligent wie ich dachte", sagte Biden am Dienstag (Ortszeit) bei einem Besuch des Büros der Geheimdienstkoordinatorin (ODNI) weiter. Der Demokrat Biden hat sich gegen eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. Die Impfkampagne in den USA tritt inzwischen jedoch auf der Stelle - und das trotz einer Fülle an Impfstoffen und vielen Impfanreizen. Politisch könnte aber selbst eine auf die Angestellten der Regierung begrenzte Impfpflicht heikel werden: Viele Republikaner dürften dies als Eingriff in die individuelle Freiheit zurückweisen.

    Dienstag, 27. Juli 2021

    21.50 Uhr: WTO weiter uneins über Aussetzung der Impfstoff-Patente

    Die Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) sind weiter uneins über eine Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe. Ein Ende der Diskussionen sei nicht absehbar, sagte WTO-Sprecher Keith Rockwell nach mehrstündigen Beratungen des Allgemeinen Rats der WTO. Das Thema sei "sehr emotional" und "zu wichtig". Die WTO-Miglieder wollen Anfang September bei einem informellen Treffen erneut beraten, bevor am 13. und 14. Oktober ein weiteres formelles Treffen stattfindet.

    Indien und Südafrika hatten im vergangenen Oktober eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes bei den Vakzinen vorgeschlagen, um die Produktion von Corona-Impfstoffen in Entwicklungsländern zu beschleunigen und der ungleichen Verteilung von Impfstoffen entgegenzuwirken. Pharmakonzerne und die Länder, in denen sie angesiedelt sind, argumentieren, Patente seien nicht das Haupthindernis bei der Erhöhung der Produktion. Zugleich warnen sie, dadurch würden Innovationen ausgebremst.

    21.15 Uhr: Briten wollen offenbar Geimpfte wieder ins Land lassen

    Der britische Premierminister Boris Johnson will einer Zeitung zufolge vollständig geimpfte Reisende aus der EU und den USA wieder ins Land lassen. Die Regelung könnte ab kommende Woche gelten, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Minister hätten Johnson zu dem Schritt gedrängt.

    19.52 Uhr: Israel will über 60-Jährigen dritte Corona-Impfung geben

    Angesichts steigender Infektionszahlen will Israel als erstes Land über 60-Jährigen eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus geben. Regierungschef Naftali Bennett teilte am Donnerstagabend mit, dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben. Ein Expertenteam in Israel hatte zuvor eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende FDA-Vorgabe gibt.

    Bennett sagte, die Impfkampagne in den Krankenkassen solle binnen weniger Tage beginnen. "Ich rufe ältere Menschen, die schon die zweite Dosis erhalten haben, sich auch zum dritten Mal impfen zu lassen", sagte er. "Dies schützt vor schwerer Erkrankung und Tod." Bisher hatten in Israel bereits mehrere Hundert Menschen mit Immunschwäche eine solche dritte Dosis erhalten.

    Der Hintergrund dafür sind Zahlen des Ministeriums, wonach die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen habe. Nach Angaben des Ministeriums verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land die ansteckendere Delta-Variante, hieß es. Allerdings kritisieren auch Experten der Regierung, dass die Zahlen zur Effektivität nicht wissenschaftlich erhoben seien.

    19.45 Uhr: São Paulo geht per Gesetz gegen "Impf-Feinschmecker" vor

    Die brasilianische Metropole São Paulo will mit einem Gesetz verhindern, dass sich Menschen den Corona-Impfstoff für die eigene Immunisierung selbst aussuchen. Demnach rutschen die in Brasilien als "Impf-Feinschmecker" bezeichneten Menschen an das Ende des Impfkalenders, wenn sie erwischt werden. "Derjenige, der wegen Verweigerung der verfügbaren Impfung aus dem Impfplan gestrichen wurde, wird wieder in den Plan aufgenommen, nachdem die Impfung der anderen zuvor festgelegten Gruppen abgeschlossen ist", hieß es am Dienstag in einer Mitteilung im Amtsblatt der Stadt.

    Wie das Gesetz gegen die "sommeliers de vacina" konkret durchgesetzt werden soll, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Kontrollen dürften schwierig werden: Meistens erkundigen sich die Menschen gleich bei der Ankunft an einer Impfstation und noch vor der Anmeldung, welcher Impfstoff dort verabreicht wird. Als besonders beliebt gilt das Präparat von Biontech/Pfizer.

    19.42 Uhr: Portugal will Beschränkungen schrittweise aufheben

    Portugal will angesichts sinkender Corona-Zahlen seine Beschränkungen in drei Schritten lockern. Ab Sonntag werde die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben, sagte Ministerpräsident Antonio Costa. Auch Einschränkungen bei den Öffnungszeiten für Restaurants und Geschäfte würden fallen. Ab September werde die Verpflichtung zum Tragen von Masken in der Öffentlichkeit aufgehoben, ab Oktober dürften Bars und Nachtclubs für Besucher mit Negativtest wieder öffnen. Die Zahl der Corona-Toten und Klinik-Einweisungen war in Portugal zuletzt so langsam gestiegen wie seit Februar nicht mehr.

    18.05 Uhr: Apotheken: Impfzertifikate schrittweise wieder erhältlich

    Erste Apotheken in Deutschland stellen nach einer Unterbrechung wieder digitale Corona-Impfzertifikate aus. Schrittweise werde begonnen, den Service für Geimpfte wieder anzubieten, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) in Berlin mitteilte. Wer das Zertifikat haben möchte, solle sich jedoch vorab auf der Internetseite mein-apothekenmanager.de informieren, welche Apotheke man zu dem Zweck aufsuchen kann. Wie viele Apotheken bereits wieder Zertifikate ausstellen, war zunächst nicht bekannt. Man rechne damit, dass in den nächsten Tagen die Allermeisten wieder an das notwendige System angeschlossen seien, sagte ein Abda-Sprecher. Dies hänge von den jeweiligen IT-Dienstleistern ab.

    18.00 Uhr: Krankenhausbetten in Bangkok werden knapp

    Wegen drastisch steigender Corona-Fallzahlen werden in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die Krankenhausbetten und die Quarantäne-Einrichtungen knapp. "Ich bin ganz offen, wir haben nicht genug Betten in den Krankenhäusern", sagte Somsak Akkasilp, Generaldirektor der staatlichen Gesundheitsdienste. In den großen Krankenhäusern seien die Intensivstationen überbelegt. Die Krankenhäuser in Bangkok hätten Kapazitäten für 1.000 neue Patienten pro Tag, sagte Somsak. Derzeit seien die Zahlen aber deutlich höher. Allein am Donnerstag wurden 4.000 Neuaufnahmen von Corona-Patienten in Bangkoks Krankenhäusern gezählt.

    Die Behörden gehen angesichts der Entwicklung dazu über, leichter Erkrankten eine Isolation zu Hause zu empfehlen. Allerdings gebe es dabei Probleme mit der medizinischen Versorgung, räumte Somsak ein. Auch die Quarantäne- und Isolations-Einrichtungen der Stadt füllen sich. Die Behörden arbeiten mit Privatkrankenhäusern zusammen, um mehr Betten zu beschaffen. "Wir wissen noch nicht, ob die Pandemie schon ihren Höhepunkt erreicht hat. Wir müssen die Kurve abflachen", sagte er.

    Das südostasiatische Land kämpft derzeit mit einer dritten schweren Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird. Trotz scharfer Maßnahmen und einer nächtlichen Ausgangssperre in den am stärksten betroffenen Provinzen wurden am Donnerstag landesweit rund 17.660 Neuinfektionen und 165 Todesfälle registriert.

    17.49 Uhr: Berliner Polizei verbietet mehrere Demonstrationen

    Die Berliner Polizei hat zwölf für Samstag und Sonntag geplante Kundgebungen und Demonstrationen verboten. Laut einer Mitteilung der Polizei zählt dazu eine "Querdenken"-Kundgebung auf der Straße des 17. Juni, für die die Organisatoren von der Initiative "Querdenken 711" für Sonntagnachmittag 22.500 Teilnehmer angemeldet hatten. Eine weitere "Querdenken"-Veranstaltung unter dem Motto "Die Wiedererlangung unserer Grundrechte", für die bereits für Samstagnachmittag 10.000 Teilnehmer angemeldet waren, hat die Versammlungsbehörde der Polizei ebenfalls verboten.

    Die Verbotsbescheide seien in den beiden Fällen bereits am Mittwochnachmittag zugestellt worden, so die Polizei. Unter anderem wurden außerdem weitere Kundgebungen von Gegnern der aktuellen Corona-Politik wie "Deutschland hat die Wahl" und der "Demonstrations-Umzug für die vollständige Öffnung von Kultur, Clubs und Veranstaltungen aller Art" untersagt.

    Die Verbote betreffen der Polizei zufolge Versammlungen, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig gesetzliche Regelungen, etwa zum Infektionsschutz nicht akzeptierten und in einer Vielzahl von Versammlungen wiederholt unter Beweis gestellt hätten, dass Infektionsschutzregeln nahezu ausnahmslos nicht eingehalten würden.

    17.40 Uhr: Proteste gegen Impf-Gesetz in der Slowakei

    In der slowakischen Hauptstadt Bratislava führen Proteste gegen eine gesetzlich festgeschriebene Testpflicht für Ungeimpfte Medienberichten zufolge zu Verkehrsbehinderungen. Die Menschenmenge vor dem Amtssitz von Präsidentin Zuzana Caputova sei den ganzen Tag über angewachsen, berichtet die Zeitung "Dennik N". Bislang seien die Proteste friedlich. Bei einer Blockade des slowakischen Parlaments am vergangenen Freitag setzte die Polizei Tränengas ein. Caputova unterzeichnete am Montag ein tags zuvor verabschiedetes Gesetz, das von Nicht-Geimpften einen negativen Test bei zahlreichen Gelegenheiten vorschreibt.

    17.20 Uhr: Ministerpräsidenten beraten Mitte August erneut

    Die Ministerpräsidenten der Länder wollen sich am 10. August zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie abstimmen. Das teilte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) und Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), am Dienstag mit. Müller hatte kurz zuvor angesichts der steigenden Infektionszahlen erklärt, dass der Korridor enger werde, in dem der gegenwärtigen Entwicklung noch wirksam entgegengewirkt werden könne.

    Er und andere Regierungschefs hatten ein zügiges Handeln und eine schnelle Beratung der Ministerpräsidenten gefordert. Diese werde nun am übernächsten Dienstag in gewohnter Form mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Videoschaltkonferenz stattfinden, hieß es. Ursprünglich war die nächste MPK für Ende August geplant.

    17.15 Uhr: Ethiker Lob-Hüdepohl - Impfung spaltet Gesellschaft nicht

    Andreas Lob-Hüdepohl, Mitglied des Deutschen Ethikrats, sieht in der Diskussion um Vorteile für Geimpfte und Nachteile für Ungeimpfte keine Spaltung der Gesellschaft. Lob-Hüdepohl erklärte im Interview mit "Possoch klärt" auf dem BR24 YouTube-Kanal, dass jeder, der wolle, impfen lassen könne. Wer sich freiwillig gegen die Corona-Impfung entscheide, müsse auch die Folgen seiner Entscheidung akzeptieren, so der Professor für theologische Ethik weiter.

    Eine Spaltung wäre es, wenn jemand die Menschen in zwei Lager einteile, dies sei aber nicht der Fall. Die Menschen fügten sich selbst einem Lager hinzu, indem sie sich nicht impfen lassen. Dies könnten sie durch Impfung jederzeit ändern.

    Dass bei einer etwaigen vierten Corona-Welle im Herbst bestimmte Aktivitäten, wie Restaurantbesuch, nur noch Geimpften vorbehalten sein könnten, findet der Ethiker nicht verwerflich: "Ich bin auch vom Automobil-Kraftverkehr ausgeschlossen, wenn ich keinen Führerschein mache. (...) Es werden keine Grundrechte berührt. Es gibt nicht das Menschenrecht auf unbedingten Restaurantbesuch in jedem Restaurant."

    17.04 Uhr: Hohe Produktionsausfälle in britischer Autoindustrie wegen Selbstisolation

    Personalausfälle in der britischen Automobilindustrie haben zu sinkenden Produktionszahlen geführt. Zahlreiche Arbeiter müssten sich aufgrund der staatlichen Corona-Regelungen zur Kontaktrückverfolgung zuhause isolieren, wie der Herstellerverband Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) mitteilte. In einigen Firmen seien bis zu 30 Prozent der Arbeiter zuhause, da sie eine Benachrichtigung ihrer Corona-App erhielten.

    Der SMMT erklärte, im vergangenen Monat seien nur 69.079 Autos produziert wurden, so wenig wie zuletzt 1953. Die Autoproduktion habe zudem bereits unter der Pandemie, der weltweiten Knappheit an Computerchips und den neuen Handelsbestimmungen nach dem Brexit gelitten. SMMT-Geschäftsführer Mike Hawes forderte die Regierung dazu auf, ab dem 16. August vollständig geimpfte Mitarbeiter auf Basis von Tests von den Isolationsbestimmungen zu befreien.

    Der britische National Health Service (NHS) erklärte, die App habe in der Woche vom 21. Juli einen Rekord an nachverfolgten Kontakten ermittelt. Im ganzen Land klagen Unternehmen über Personalengpässe und Geschäftsbeeinträchtigungen, obwohl die meisten rechtlichen Beschränkungen am 19. Juli aufgehoben wurden.

    16.39 Uhr: Katalonien verlängert nächtliche Ausgangssperre

    Die Ausgangssperre in Barcelona und weiten Teilen der Urlaubsregion Katalonien ist bis 6. August verlängert worden. Ein Gericht habe grünes Licht für die zweite Verlängerung der Mitte Juli beschlossenen Corona-Maßnahme gegeben, erklärte eine Sprecherin der Regionalregierung. Die nächtliche Ausgangssperre von 1.00 Uhr nachts bis 6.00 Uhr morgens gilt für alle Ortschaften mit mehr als 5.000 Einwohnern.

    Katalonien ist die am stärksten von der neuen Corona-Welle betroffene Region Spaniens. Der seit einigen Wochen andauernde Anstieg der Infektionszahlen hat die Krankenhäuser in der nordöstlichen Region unter Druck gesetzt. 45 Prozent der Intensivbetten sind dort mit Corona-Patienten belegt, während es landesweit nur 17 Prozent sind.

    Auf Landesebene hatten sich die Fallzahlen am Mittwoch erstmals seit Wochen wieder stabilisiert. In den vergangenen zwei Wochen wurden knapp 700 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gemeldet - das sind immer noch fünf Mal mehr als vor einem Monat. In Katalonien liegt die Inzidenz noch immer bei über 1.000.

    16.27 Uhr: Mehr als 200 Corona-Fälle in Österreich nach Festival in Kroatien

    In Österreich sind 215 Corona-Infektionen unter Reiserückkehrern nach einem Festival in Kroatien registriert worden. Die Veranstaltung "Austria goes Zrce" fand vorige Woche auf der Insel Pag statt. Knapp 8.000 Menschen im Alter zwischen 19 und 27 Jahren waren zu der mehrtägigen Strandparty gereist, wie der Veranstalter Martin Reitstätter sagte. Österreichische Gesundheitsbehörden haben Besucher nun aufgefordert, sich testen zu lassen, um weitere mögliche Infektionen aufzuspüren.

    Laut Reitstätter wurden alle Partygäste vor dem Betreten des Geländes zwei Mal überprüft, ob sie geimpft, getestet oder von Corona-19 genesen waren. Er wies Vorwürfe einer Besucherin zurück, die in der Presse über teils laxe Kontrollen berichtete. Rund 60 Prozent der Gäste waren laut einer von den Veranstaltern durchgeführten Umfrage zumindest teilgeimpft. "Was uns am allermeisten schreckt: Dass es so viele Geimpfte unter den positiv Getesteten gibt", sagte Reitstätter.

    Rund ein Drittel der Neuinfektionen in Österreich sind laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) derzeit auf Auslandsreisen zurückzuführen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt auf 32.

    16.19 Uhr: SPD-Fraktion fordert Kostenübernahme für PCR-Tests von Reiserückkehrern

    Der Staat muss nach Ansicht der SPD-Fraktion die Kosten für geplante PCR-Tests für Rückkehrer aus Corona-Hochrisikogebieten übernehmen. Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums sollten bei Einreise aus einem solchen Land Schnelltests zur Abkürzung der Quarantäne bald nicht mehr ausreichen, sagte der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider der Deutschen Presse-Agentur. Die dann geforderten PCR-Tests seien aber erheblich teurer. "Für eine Familie kann das schnell mehrere hundert Euro betragen", sagte Schneider: "Deshalb fordere ich, dass in diesen Fällen die Kosten für die PCR-Tests vom Staat übernommen werden."

    Die Pläne des Gesundheitsministeriums sehen eine generelle Testpflicht bei Einreisen nach Deutschland vor, um die Corona-Ausbreitung zu bremsen. Ein mit anderen Ressorts abgestimmter Entwurf sieht ein Inkrafttreten an diesem Sonntag (1.8.) vor. Er soll aber noch weiter beraten werden.

    16.07 Uhr: Deutscher Lehrerverband lehnt Impfpflicht ab

    Der Deutsche Lehrerverband lehnt eine Impfpflicht ab. Die Impfquote bei Lehrkräften sei mit knapp 90 Prozent bereits eine der höchsten aller Berufsgruppen in Deutschland, sagt Verbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger dem "Handelsblatt". Eine Impfpflicht bei einem Impfstoff, über den - anders als beim Masernimpfstoff - keine jahrzehntelangen Erfahrungen vorlägen, werde für falsch gehalten.

    15.58 Uhr: Forscher - Impfgegner sind "Trittbrettfahrer der übelsten Sorte"

    In die Debatte um eine Impfpflicht gegen das Coronavirus hat sich mit drastischen Worten ein Wissenschaftler der Leopoldina eingeschaltet. "Sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz", sagte der Bonner Verhaltensökonom Armin Falk der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Und: "Die Allgemeinheit muss hier zahlen für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner." Er regte an, dass der Impfstatus künftig in Abwägungen bei möglichen Triage-Entscheidungen auf Intensivstationen einfließen könne. Weiter erklärte Falk, es handle sich bei denen, die nicht aus medizinischen Gründen von einer Impfung ausgenommen seien, um ein "Trittbrettfahrertum der übelsten Sorte". Weil die Nebenwirkungen des Impfens überschaubar und der Nutzen für die Gesellschaft riesig seien, fordert Falk eine "Impfverpflichtung". Das Mindeste aber müsse es sein, den Zugang zu Restaurants, Reisen und Veranstaltungen für Nicht-Geimpfte zu erschweren, "weil im Moment die Kooperativen die Dummen sind". An die Adresse des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der sich bislang nicht hat impfen lassen, sagte Falk: "Klappe halten, impfen lassen." Auch der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) rief zu einer Impfung auf. Für Christen sei das eine Pflicht, da eine Impfung "nicht nur uns, sondern auch unsere Mitmenschen" schütze, erklärte der Vorsitzende des KKV-Bundesverbandes, Josef Ridders. Deshalb gebe es eine "moralische und ethische Impfpflicht".

      15.39 Uhr: Licht am Ende des Corona-Tunnels? Bahn trotz Verlusten zuversichtlich

      Die Deutsche Bahn sieht sich auf einem guten Weg aus der Corona-Krise. "Die Auslastung in den Zügen liegt derzeit bei etwa 40 Prozent", sagte Bahnchef Richard Lutz bei der Präsentation der Halbjahreszahlen: "Tendenz steigend." Die Bahn nähere sich damit allmählich wieder dem Vorkrisen-Niveau an. Damals habe die Auslastung bei mehr als 50 Prozent gelegen.

      Beim Güterverkehr hat die Konzern-Tochter DB Cargo dieses Niveau schon erreicht. Die Verkehrsleistung betrug im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 43 Milliarden Tonnen-Kilometer. Das waren 12,6 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres und nur 1,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019.

      Doch ausgestanden ist die Krise noch nicht. 1,4 Milliarden Euro Verlust fuhr der Gesamtkonzern in den ersten sechs Monaten 2021 ein. Vor allem die fehlenden Einnahmen im Fernverkehr belasten die Bilanz. Hier gingen nicht nur die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich um fast 30 Prozent auf eine Milliarde Euro zurück. Auch die operativen Verluste (Ebit) erhöhten sich um fast 59 Prozent auf Minus 1,14 Milliarden Euro. Dennoch gibt sich die Bahn zuversichtlich und hält an ihren Prognosen fest: 2022 will der Konzern zurück in die schwarzen Zahlen, auch wenn er für 2021 noch von einem Ebit-Verlust von rund zwei Milliarden Euro ausgeht.

          • Zum Artikel: Wie die Bahn wieder mehr Menschen in ihre Züge bekommen will

      15.35 Uhr: IWF warnt vor Spaltung der Weltwirtschaft

      Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt angesichts des Mangels an Covid-Impfstoffen in vielen Ländern vor einer Spaltung der Weltwirtschaft. Das globale Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr zwar um kräftige 6,0 Prozent wachsen, bekräftigte die in Washington ansässige Organisation ihre Prognose vom April. "Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich aber in den einzelnen Ländern weiter auseinanderentwickelt", warnte der IWF zugleich. "Der Zugang zu Impfstoffen stellt sich dabei als die wichtigste Bruchlinie heraus." Hier spalte sich die globale Erholung in zwei Blöcke. Auf der einen Seite viele Industrieländer, die sich dank Impffortschritten auf eine Normalisierung freuen könnten. Auf der anderen Seite viele Entwicklungs- und Schwellenländer, die immer noch gegen hohe Infektions- und Todeszahlen ankämpften.

      15.20 Uhr: RKI stimmt für Lolli-Tests an Schulen und Kitas

      Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht sogenannte Lolli-Tests als gute Möglichkeit für eine breite Corona-Testung von Kindern. Die Lolli-Methode könne "eine Grundlage für ein breit anwendbares und systematisches Testkonzept in Kitas und Schulen" sein, berichtete das RKI in Berlin.

      Vor allem eine mittlere und hohe Viruslast werde mit dieser Methode "sehr sicher" erkannt. Zudem sei die Testung im Vergleich zu Antigen-Schnelltesten sensitiver. Die Sensitivität gibt an, wie viele Kranke tatsächlich als krank erkannt werden. Nicht zuletzt werde die nicht-invasive Probenentnahme von den Kindern, den Eltern und dem Personal gut akzeptiert.

      Bei der Lolli-Methode wird die Probe durch 30-sekündiges Lutschen an einem Abstrichtupfer gewonnen. Die Tupfer werden direkt in der Einrichtung gesammelt und mittels PCR-Pooltestung auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 untersucht.

      15.14 Uhr: Israel bietet ab Sonntag dritte Impfung für über 60-Jährige an

      Israel bietet über 60-Jährigen ab Sonntag eine dritte Impfung mit dem Mittel von Biontech/Pfizer an, berichten der Radio-Sender Kan und Channel 13 TV. Das Gesundheitsministerium habe die Impfzentren informiert, dass sie die Auffrischung ab Sonntag anbieten können. Damit solle gegen die weitere Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus vorgegangen werden.

      15.05 Uhr: Habeck - Impfkommission soll "in die Gänge kommen"

      Grünen-Parteichef Robert Habeck wirft der Ständigen Impfkommission (Stiko) vor, eine Empfehlung zur Impfung von Jugendlichen zu verschleppen. "Die sollen mal ein bisschen in die Gänge kommen", sagte Habeck. Nur zu erklären, die Kommission habe nicht genug Daten und könne sich daher nicht äußern, sei angesichts der Dringlichkeit nicht genug: "Das Liegenlassen der Überprüfung, ob der Impfstoff für Jugendliche empfohlen werden kann, ist nicht angemessen für die Zeit."

      14.58 Uhr: Indischer Bundesstaat verkündet wegen vieler Corona-Fälle Lockdown

      Der indische Bundesstaat Kerala mit mehr als 30 Millionen Einwohnern hat angesichts steigender Corona-Zahlen einen Lockdown fürs Wochenende verhängt. Derzeit meldet Kerala nach Behördenangaben 37 Prozent der aktiven Corona-Fälle in dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Land. Am Wochenende dürfen nur unverzichtbare Dienstleistungen angeboten werden, so können etwa Lebensmittelläden öffnen und Essenslieferdienste arbeiten.

      Kerala wurde in Indien lange dafür gelobt, die Pandemie relativ gut im Griff zu haben. Nun sehen Experten mehrere Gründe für den Anstieg - etwa eine Lockerung von Corona-Maßnahmen während des muslimischen Opferfestes Eid-al-Adha. Auch berichten indische Medien, dass in dem Bundesstaat noch deutlich mehr Menschen empfänglich für das Virus seien als im Rest des Landes. Denn Antikörper-Untersuchungen zeigten, dass in Kerala nur 44 Prozent der Menschen, die älter als sechs Jahre sind, nach einer Corona-Infektion oder durch den Impfstoff Antikörper gebildet hatten. Im landesweiten Durchschnitt seien es 67 Prozent.

      Insgesamt hat sich die Corona-Lage in Indien nach einer heftigen Welle im April und Mai unter anderem im Zusammenhang mit der Delta-Variante wieder deutlich beruhigt. Damals gab es an einigen Tagen mehr als 400.000 bekannte Fälle am Tag, Krankenhäusern ging der medizinische Sauerstoff aus und Angehörige mussten selbst vor Krematorien warten. Inzwischen werden täglich rund 40.000 Fälle erfasst.

        14.45 Uhr: Corona-Krise setzt Löhne unter Druck

        Millionen Arbeitnehmer mussten in Kurzarbeit, Hunderttausende verloren ihren Job: Die Corona-Krise hat die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Deutschland hart getroffen. Das spiegelt sich auch immer stärker in der Lohnentwicklung wider. Erstmals seit einem Jahrzehnt wird aus Sicht von Wissenschaftlern der Anstieg der Tariflöhne 2021 voraussichtlich nicht ausreichen, um die allgemeine Preissteigerung auszugleichen. Und bei der Entwicklung der Reallöhne sah es für die Beschäftigen zuletzt auch nicht gut aus.

        In den Jahren 2018 und 2019 waren die Tariflöhne mit Zuwächsen von 3,0 und 2,9 Prozent noch relativ kräftig gestiegen. Schon im Jahr 2020 stiegen die Tariflöhne aber nur um 2,0 Prozent. Und der Abwärtstrend hat sich 2021 fortgesetzt. Nach den im ersten Halbjahr und in den Vorjahren für 2021 abgeschlossenen Tarifverträgen werden die Tariflöhne in diesem Jahr nur um 1,6 Prozent steigen, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung errechnete.

        Angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Inflationsrate werde die reale Tariflohnentwicklung mit einem Minus von 0,2 Prozent damit leicht negativ ausfallen. Die Folge: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer könnten sich mit ihrem Verdienst am Ende - etwas - weniger kaufen als noch im Vorjahr. In den vergangenen 20 Jahren habe es das nur drei Mal gegeben: 2006, 2007 und 2011.

              • Zum Artikel: Inflation steigt im Juli auf 3,8 Prozent - fünf Prozent absehbar

        14.27 Uhr: Spekulationen im Inkrafttreten zur Testpflicht für Einreisende zum 1. August

        Die Testpflicht für alle ungeimpften Einreisenden soll nach Informationen aus Regierungskreisen, über die die Agentur Reuters berichtet, ab dem 1. August kommen. Bedenken gegen den Weg über eine Verordnung seien aus dem Weg geräumt, auch wenn die formelle Abstimmung in der Regierung noch ausstehe. Künftig sollen demnach nicht nur Flugreisende, sondern auch Personen, die mit Auto, Bahn oder Schiff nach Deutschland kommen, bei der Einreise einen Test vorlegen.

        Möglicherweise könnte aber auch das Infektionsschutzgesetz rasch geändert werden. Ein Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen von Union und SPD sieht offenbar vor, den Paragrafen 36 der Regelung so zu ändern, dass künftig von den Einreisenden ein Test verlangt werden kann - egal mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sind. Dies könnte ebenfalls bereits ab Anfang August gelten.

        Der Paragraf erlaubt eine Testpflicht bislang nur bei Einreisen auf dem Luftweg. Die Gesetzesänderung müsste zwar von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden, das Bundeskabinett könnte aber im Umlaufverfahren den Gesetzentwurf parallel zur Verordnung beschließen. Bundestag und Bundesrat könnten es dann später rückwirkend billigen.

        Auf eine gesetzliche Regelung zusätzlich zur Verordnung hatte vor allem der SPD-Rechtsexperte Johannes Fechner gedrungen. Er hatte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gesagt, die Änderung könnte vom Bundestag noch im August in einer Sondersitzung beschlossen werden.

                • Zum Artikel: Müller und Kretschmann für Testpflicht von Urlaubsrückkehrern

        14.05 Uhr: WHO sieht trotz wenig Impfungen für Afrika "Licht am Ende des Tunnels"

        Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigt sich erfreut über zuletzt stark gestiegene Impfstofflieferungen nach Afrika. Nachdem die Lieferungen in den vergangenen Monaten fast komplett zum Erliegen gekommen seien, gebe es nun eine Trendumkehr, hieß es aus der Afrika-Zentrale der WHO in Brazzaville. Durch die Impfinitiative Covax hätten allein vorige Woche vier Millionen Impfdosen den Kontinent erreicht. Im gesamten Monat Juni seien es nur knapp 250.000 gewesen.

        "Es gibt Licht am Ende des Tunnels", so WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti. Zugleich warnte sie davor, diesen Trend wieder abreißen zu lassen. "Ich rufe alle Länder mit überschüssigen Dosen auf, mehr davon im Geist lebensrettender Solidarität und Eigeninteresse zu teilen, kein Land ist ohne das andere sicher", so die UN-Diplomatin.

        Afrika erlebt derzeit seine dritte Corona-Welle. In 26 afrikanischen Ländern konnte laut Moeti bislang die sogenannte Delta-Variante nachgewiesen werden. Zeitgleich impft Afrika seine Bevölkerung von allen Kontinenten am langsamsten. Derzeit seien lediglich 1,6 Prozent der Afrikaner voll gegen Covid-19 immunisiert.

        13.44 Uhr: Rekordzahl von Briten soll nach "Pings" in Quarantäne gehen

        In England und Wales sind so viele Menschen von der Corona-App als enge Kontakte von Infizierten benachrichtigt worden wie nie zuvor. In der Woche bis zum 21. Juli wurde laut Zahlen des Gesundheitsdienstes eine Rekordzahl von 689.313 Kontakten "gepingt", die sich daraufhin in Quarantäne begeben mussten. In der Woche zuvor waren es 618.903 Kontakte. Die App schlägt an, wenn sich Nutzer eine gewisse Zeit in direkter Nähe eines positiv Getesteten aufgehalten haben.

        Die "Pingdemic", wie das Phänomen von britischen Medien genannt wird, hat in Großbritannien in den vergangenen Tagen und Wochen für erhebliche Störungen gesorgt. Weil so viele Arbeitskräfte ausfielen, blieben Supermarktregale leer, Mülltonnen voll, und Züge fielen aus. Mittlerweile sind für eine Reihe von Berufsgruppen Ausnahmeregelungen beschlossen worden. Von Mitte August an sollen für alle Geimpften gelockerte Quarantäne-Regeln eingeführt werden.

        Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Land derzeit bei 377 (Stand: 23. Juli) mit fallender Tendenz. Gespannt wird darauf gewartet, ob sich dieser Trend trotz der weitreichenden Lockerungen in der vergangenen Woche fortsetzen wird.

        13.17 Uhr: Militärregime in Myanmar bittet Ausland um Corona-Hilfen

        Angesichts einer massiven dritten Corona-Welle im Land bittet die Junta in Myanmar um internationale Hilfe. Die Hilfeaufruf richte sich aber ausschließlich an Myanmar "freundlich gesonnene" Länder, berichten myanmarische Medien. Als solche gelten nach Ansicht von Experten vor allem China, das das Militärregime politisch stützt, Russland als wichtiger Waffenlieferant sowie die Mitglieder des südostasiatischen Staatenbundes ASEAN.

        12.56 Uhr: Verdi lehnt Impfpflicht am Arbeitsplatz ab

        Die Gewerkschaft Verdi ist gegen eine Impfpflicht am Arbeitsplatz und setzt stattdessen auf eine verbesserte Impfkampagne. "Wir lehnen eine Impfpflicht ab, auch für bestimmte Berufsgruppen", sagte Grit Genster, Leiterin des Bereichs Gesundheitspolitik bei Verdi, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. "Stattdessen setzen wir sehr darauf, dass gut informiert wird und niederschwellige Angebote gemacht werden."

        In den USA verhängten zuletzt die US-Internetkonzerne Google und Facebook für Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten wollen, eine Impfpflicht. Die Regelung soll in den kommenden Wochen in den USA eingeführt und später auch auf andere Regionen ausgeweitet werden. Hierzulande forderte etwa der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Bildungswesen.

        12.44 Uhr: Seehofer - Corona-Tests sollten kostenfrei bleiben

        Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist dagegen, Corona-Tests für Nicht-Geimpfte bald kostenpflichtig zu machen. "Solange die Pandemie anhält, würde ich nichts an der Kostenfreiheit ändern. Ich möchte, dass denen, die weder geimpft noch genesen sind, die Chance des Tests bleibt", sagte Seehofer der "Mittelbayerischen Zeitung". Er stellte sich damit gegen jüngste Überlegungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und auch von CSU-Chef und Bayerns Regierungschef Markus Söder.

        11.49 Uhr: Fußball-Bosse fordern: Zuschauer-Restriktionen sollen fallen

        Wenige Tage vor dem Saisonstart der Fußball-Bundesliga nimmt die Diskussion über die Zuschauer in den Stadien Fahrt auf. Zwei Wochen vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison drängen die von der Pleite-Angst getriebenen Klubs auf ein Ende der Zuschauer-Restriktionen. Vor allem die erst vor drei Wochen von der Politik beschlossene Kopplung an die Fallzahlen ist den Chefetagen ein Dorn im Auge. "Noch immer gilt die Inzidenz als Richtwert für die Zulassung von Zuschauern. Und damit fühlt es sich so an, als würden wir auf der Stelle treten", schrieb Sportvorstand Markus Krösche am Donnerstag in einem Gastbeitrag im Kicker.

        11.45 Uhr: RKI registriert 3.142 Corona-Neuinfektionen

        Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3.142 Corona-Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in gut drei Wochen auf mehr als das Dreifache gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie am Donnerstag bei 16,0 – am Vortag betrug der Wert 15,0 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9.

        11.38 Uhr: Militär zur Kontrolle von Corona-Lockdown in Sydney angefordert

        Die Polizei in Sydney hat angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen die Unterstützung des Militärs angefordert. 300 Soldaten sollen bei der Überwachung des Lockdowns in der australischen Millionenmetropole helfen, wie der Polizeichef des Bundesstaats New South Wales, Mick Fuller, am Donnerstag mitteilte. Der Lockdown gilt seit fünf Wochen. Die Restriktionen haben die Ausbreitung des Coronavirus bislang nicht bremsen können. Mit 239 Ansteckungsfällen wurde in Sydney zuletzt ein neuer Tageshöchstwert verzeichnet, wie die örtlichen Behörden mitteilten.

        11.17 Uhr: Corona-Arzt Wendtner kritisiert Stiko-Haltung zu Kindern

        Der Corona-Experte Clemens Wendtner hat die Zurückhaltung der Ständigen Impfkommission (Stiko) im Fall der Impfung von Jugendlichen kritisiert. Kinder seien bislang nicht ausreichend geschützt, sagte der Münchner Mediziner der "Augsburger Allgemeinen". "Daher ist es aus meiner Sicht so wichtig, zumindest die Jugendlichen ab zwölf Jahren zu impfen - ich persönlich kann es schwer nachvollziehen, dass sich die Stiko in dieser Pandemie in dieser Fragestellung so abwartend verhält." Eine Corona-Schutzimpfung für unter Zwölfjährige ist derzeit noch nicht möglich. Für ältere Kinder empfiehlt die Stiko die Impfung nur in bestimmten Fällen.

        11.07 Uhr: In Deutschland 50,9 Prozent vollständig geimpft

        Die Corona-Impfquote steigt in Deutschland weiter leicht an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen 50,9 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 9.45 Uhr). Das entspricht 42,36 Millionen Menschen. Am Vortag war ein wichtiger Meilenstein erreicht worden: Erstmals war mehr als die Hälfte der Bevölkerung zwei Mal gegen die Viruskrankheit immunisiert. Mindestens eine Impfdosis haben dem RKI zufolge inzwischen 61,3 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 51,01 Millionen Menschen verabreicht bekommen. Im Schnitt werden fünf Menschen pro Sekunde geimpft.

        10.30 Uhr: Berlin verbietet "Querdenken"-Demonstrationen am Wochenende

        Die Berliner Polizei hat zwei für das Wochenende geplante Demonstrationen gegen die Corona-Politik verboten. Wie die Polizei auf Anfrage bestätigte, wurden "nach Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen und unter Bewertung der objektiven Sachlage" zwei Versammlungen untersagt. Um welche Demonstrationen es sich genau handelt, teilte die Polizei nicht mit. Wie der RBB berichtete, soll es sich bei einer davon um die geplante Großdemo der "Querdenken"-Bewegung am 1. August handeln, zu der 22.500 Teilnehmer angemeldet waren. Kritik zum Verbot kam von der AfD.

        10.12 Uhr: EU - Mindestens 70 Prozent der Erwachsenen einmal geimpft

        In der EU haben inzwischen 70 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel mit. 57 Prozent der Erwachsenen verfügten schon über einen vollständigen Impfschutz. Damit nehme die EU weltweit einen der Spitzenplätze bei der Impfkampagne ein, betonte von der Leyen. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sprach in einem Tweet von einem "entscheidenden Meilenstein". "Der Aufholprozess war sehr erfolgreich - aber wir müssen uns weiter anstrengen", erklärte von der Leyen. Die CDU-Politikerin spielte damit darauf an, dass Anfang des Jahres etwa die USA oder Israel deutlich schneller darin gewesen waren, der Bevölkerung Impfangebote zu machen. Dies lag vor allem daran, dass in der EU anfangs nur sehr wenig Impfstoff zur Verfügung stand.

        Die Delta-Variante sei sehr gefährlich, so von der Leyen. Die Kommissionspräsidentin fuhr fort: "Ich appelliere deshalb an alle, die die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. Für die eigene Gesundheit und zum Schutz anderer." Von der Leyen sicherte zu, die EU werde "auch künftig ausreichend Impfstoff zur Verfügung stellen".

        09.25 Uhr: Mehr Polizisten auf griechischen Corona-Inseln

        Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen auf mehreren griechischen Inseln will die Regierung die Zahl der Polizisten vor Ort erhöhen. Die Beamten sollen dafür sorgen, dass im Nachtleben die vorgegebenen Corona-Maßnahmen eingehalten werden, wie die griechische Zeitung "Kathimerini" unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete. Betroffen sind vor allem die Kykladen-Inseln Paros und Ios. Auch auf Kreta stiegen die Coronafälle in den vergangenen Wochen an. Es gelte dringend, auf den bei Touristen beliebten Inseln einen Lockdown zu vermeiden, hieß es.

        09.05 Uhr: Israel - Grüner Pass soll steigende Corona-Zahlen bremsen

        Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gilt in Israel seit Donnerstag wieder der sogenannte Grüne Pass. Bei Versammlungen von mehr als 100 Menschen müssen Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies gilt unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser.

        Der Grüne Pass, der Erleichterungen für Geimpfte und Genesene brachte, war in Israel im Februar eingeführt worden. Nach einem deutlichen Rückgang der Infektionszahlen waren die meisten Beschränkungen jedoch wieder aufgehoben worden.

        08.36 Uhr: Bayern - Wieder Maskenpflicht im Klassenraum nach den Sommerferien

        Nach den Sommerferien müssen die bayerischen Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer in den ersten Wochen wieder einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dadurch sollen Infektionen durch Reiserückkehrer verhindert werden, schrieb Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) in einem Brief an die Erziehungsberechtigten in Bayern. Der Schulstart im Herbst könne für den weiteren Verlauf des Schuljahres entscheidend sein. Wie lange die Maskenpflicht bestehen bleiben soll, sagte er nicht. Außerdem rief Piazolo dazu auf, alle Kinder in der letzten Ferienwoche auf das Coronavirus in einem Testzentrum, an einer Teststation oder einer Apotheke testen zu lassen. "Jede Infektion, die schon vor Schulbeginn erkannt wird, erhöht die Sicherheit für die Mitschülerinnen und Mitschüler in den ersten Unterrichtstagen, verhindert Infektionen und Quarantäneanordnungen", erklärte Piazolo.

        08.24 Uhr: Olympia-Stadt Tokio erweitert Kapazitäten für Covid-Patienten

        In Tokio, dem Austragungsort der Olympischen Spiele, bereiten sich Krankenhäuser auf die Aufnahme zusätzlicher Covid-19-Kranke vor. Die Zahl der Betten für diese Fälle soll von derzeit 5.967 auf 6.406 erhöht werden, berichtet der Sender TBS. In der japanischen Hauptstadt hat sich am Montag mit 1.429 Fällen die Zahl der täglichen Neuinfektion im Vergleich zum Montag vor einer Woche verdoppelt.

        • Zum Artikel: Corona, Hitze, Sponsoren weg - Olympiaauftakt mit Sorgen

        08.04 Uhr: Südkorea - Chip- und Elektronikfirmen starten Impfkampagne

        Südkorea startet eine Impfkampagne in Schlüsselbetrieben der Chip-Herstellung und elektronischer Bauteile. Damit sollen Verzögerungen in den weltweiten Lieferketten vermieden werden. Sprecher global agierender Unternehmen wie Samsung Electronics, SK Hynix Inc und LG Display teilen mit, in den Werken sei mit der Impfung der Belegschaft begonnen worden.

        08.03 Uhr: Lockdown in Melbourne endet - Sydney weiter mit Beschränkungen

        Nach knapp zwei Wochen werden die strikten Corona-Beschränkungen im australischen Bundesstaat Victoria mit der Millionenmetropole Melbourne weitgehend wieder aufgehoben. Der Lockdown ende in der Nacht zum Mittwoch, teilte Regional-Premierminister Daniel Andrews mit. Zugleich appellierte er an die Bevölkerung, "wachsam gegenüber diesem Virus sein, der Delta-Variante, bis so viele Menschen wie möglich geimpft sind". Am Mittwoch dürfen Schulen, Restaurants, Fitnessstudios und Geschäfte wieder öffnen. Zudem sind im Freien Treffen von bis zu zehn Menschen erlaubt. Zuhause darf man aber weiterhin keine Gäste empfangen. Auch im Bundesstaat South Australia mit der Großstadt Adelaide ist die Lage wieder unter Kontrolle: Die vor einer Woche verhängten Beschränkungen enden hier ebenfalls am Mittwoch. Sydney bleibt hingegen nach einem guten Monat weiter im Lockdown.

        07.31 Uhr: Laumann - Impfungen für Pflegekräfte ethisch geboten

        Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ist gegen eine Corona-Impfpflicht, hält Impfungen für bestimmte Berufsgruppen allerdings für selbstverständlich. Für ihn gehöre "die Impfung zur Ethik bestimmter Berufe, etwa dem pflegenden oder dem lehrenden Beruf", dazu, sagte Laumann der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag). Es sollte selbstverständlich sein, dass jemand, der zum Beispiel andere Menschen pflegt, alles dafür tue, seine Patienten vor der Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen geht dem Zeitungsbericht zufolge davon aus, dass in dem Bundesland rund 80 Prozent der Menschen bereit sind, sich impfen zu lassen. Derzeit sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) fast 61 Prozent der deutschen Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. 49,4 Prozent haben den vollständigen Schutz, für den bei den meisten Vakzinen eine zweite Impfung notwendig ist. Die sogenannte Herdenimmunität setzt nach Schätzung des RKI eine Impfquote von mehr als 80 Prozent voraus.

        06.50 Uhr: Knapp 29.700 Neuinfektionen in Indien - Niedrigster Wert seit Mitte März

        In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 29.689 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der niedrigste Wert seit dem 17. März. Insgesamt wurden rund 31,44 Millionen Ansteckungsfälle registriert, weltweit weisen nur die USA mehr Infektionen auf. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt in Indien um 415 auf 421.832.

        06.46 Uhr: Auch wegen Corona - Schweiz Tummelplatz für Millionäre

        Seit Jahrzehnten ziehen Superreiche aus aller Welt in die Schweiz: Banken, Diskretion, Sicherheit und atemberaubende Kulisse sind einige Gründe dafür. Die Corona-Pandemie beflügelt nun den Run: "Die Pandemie löste einen Nachfrageboom nach Luxusimmobilien aus", berichtet die Bank UBS. Die höchsten Quadratmeterpreise werden in der Gemeinde Cologny bei Genf erzielt. Dort kostet ein einziger Quadratmeter so viel wie in manchen deutschen Gemeinden eine ganze Wohnung: umgerechnet rund 33.000 Euro. Corona habe die Sehnsucht vieler nach einem sicheren Hafen verstärkt, glauben UBS-Analysten: "Das Risiko höherer Steuern für Top-Verdiener (ist) - anders als mancherorts im Ausland - dank stabiler fiskalischer Position überschaubar." In der Schweiz liegt die Schuldenquote bei 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 70 Prozent, in anderen Ländern, etwa Frankreich, sind es sogar mehr als 100 Prozent.

        06.15 Uhr: Lauterbach warnt vor Schulstart ohne Corona-Einschränkungen

        Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat vor einem Schulstart nach den Sommerferien ohne jegliche Corona-Schutzmaßnahmen gewarnt. Aus den Bundesländern habe er schon "von der Idee gehört, nach dem Sommer den Unterricht ohne jede Einschränkung auch bei hohen Inzidenzen durchzuführen", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Dies sei gefährlich, weil sehr viele Kinder sich mit dem Coronavirus infizieren könnten.

        Es sei unklar, wie viele Kinder nach einer Covid-19-Erkrankung mit Spätfolgen oder gar einem schwächeren Immunsystem zu kämpfen hätten, betonte Lauterbach. Der SPD-Politiker forderte die Bundesländer auf, an den bewährten Schutzmaßnahmen wie Masken, Tests, Quarantäne oder auch Wechselunterricht festzuhalten. "Auch die Impfung von über zwölfjährigen Jugendlichen kann aus meiner Sicht sehr dabei helfen, die Pandemie zu überwinden", sagte er.

        05.20 Uhr: Veranstaltungsbranche fordert Impfpflicht für Besucher und Beschäftigte

        Großveranstaltungen nur noch für Geimpfte und Genesene - das ist laut Verband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft der einzige Weg zurück in die wirtschaftliche Normalität. "Im Bereich der Großveranstaltungen und Konzerte gibt es spätestens ab Ende September, wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, nur diesen Weg", sagt Jens Michow, geschäftsführender Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV). Auch das Personal und die Künstler müssten für solche Veranstaltungen dann natürlich geimpft sein. Die Alternative - Veranstaltungen weiterhin nur mit Abstandsgeboten, Maskenpflicht und begrenzter Besucherzahl - ist laut Michow wirtschaftlich nicht durchführbar.

        05.00 Uhr: Spanien und Niederlande jetzt Hochinzidenzgebiete

        Spanien und die Niederlande sind seit Mitternacht als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft. Damit gelten bei der Einreise von dort nach Deutschland zusätzliche Auflagen. Mit der Entscheidung vom Freitag hatte die Bundesregierung auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden Ländern reagiert. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen. Kurz vor Inkrafttreten der neuen Einstufung Spaniens und der Niederlande hätten nur sehr wenige deutsche Touristen ihren Urlaub auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca vorzeitig beendet, hieß es dort. Die Reisebranche hatte die Entscheidung der Bundesregierung kritisiert. Nach Angaben des Reiseverbandes DRV machten in der vergangenen Woche etwa 200 000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub. Hinzu kommen insgesamt geschätzt etwa 200 000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

        • Zum Artikel: Quarantäne nach dem Urlaub: Kinder wieder Verlierer

        04.31Uhr: IW-Chef Hüther für Impfpflicht im Gesundheits- und Bildungsbereich

        Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, fordert eine Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheits- und Bildungssektor und die Wiedereinführung kostenpflichtiger Corona-Tests ab Anfang September. Zudem brachte er eine Kostenbeteiligung von Impfunwilligen an den Behandlungskosten einer Covid-19-Erkrankung ins Gespräch. "In kritischen Berufen, insbesondere im Gesundheits- und Bildungssektor, sollte der Gesetzgeber eine Impfpflicht einführen, weil wir es hier mit schutzbedürftigen Personen zu tun haben", sagt Hüther der Zeitung "Rheinische Post". Auch eine generelle Impfpflicht solle man nicht ausschließen, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt -abgesehen von den genannten Berufsgruppen - kluge Anreize der bessere Weg seien.

        04.20 Uhr: RKI - 1.545 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 14,5

        Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 1.545 neue Positiv-Tests. Das sind 362 mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 1.183 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 14,5 von 14,3 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 38 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.565. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,75 Millionen Corona-Tests positiv aus.

        02.04 Uhr: Schwesig fordert Corona-Ampel wegen steigender Infektionszahlen

        Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mahnt zeitnahe Beratungen von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie an und fordert einen Strategiewechsel. "Wir sollten die nächste Konferenz der Regierungschefs der Länder mit der Kanzlerin vorziehen. Die Corona-Zahlen steigen weiter. Wir müssen jetzt gemeinsame Entscheidungen treffen, wenn wir uns gut auf den Herbst vorbereiten wollen", sagte Schwesig der Zeitung "Rheinische Post" (Dienstagausgabe). Gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sei sie der Auffassung, "dass wir einen neuen Corona-Warnwert brauchen, der neben der Inzidenz auch die Auslastung der Krankenhäuser und den Impffortschritt berücksichtigt". Mecklenburg-Vorpommern habe eine solche Corona-Ampel bereits eingeführt.

        01.02 Uhr: Länder unterstützen Regierungspläne für allgemeine Testpflicht bei Reiserückkehrern

        In der Debatte um die Testpflicht bei Reiserückkehrern unterstützen viele Bundesländer die Pläne der Bundesregierung ausdrücklich. "Die Tests sind der zentrale Baustein, um das Infektionsgeschehen in der ungeimpften Bevölkerung einzudämmen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte angesichts des baldigen Endes der Sommerferien eine schnelle Entscheidung.

        Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält die angekündigte Änderung der Einreiseverordnung für richtig. "Aus dem vergangenen Jahr wissen wir, dass Reiserückkehrer viel zum Anstieg des Infektionsgeschehens beigetragen haben", sagte er dem RND. Es sei ein kleiner Mehraufwand für Jeden von uns, schaffe aber viel Sicherheit.

                                • Zum Artikel: Müller und Kretschmann für Testpflicht von Urlaubsrückkehrern

        19.00 Uhr: Berichte: US-Behörde empfiehlt wegen Delta wieder Maskentragen

        In einer Kehrtwende wegen der hochansteckenden Delta-Variante des Corona-Virus wird die US-Gesundheitsbehörde CDC übereinstimmenden Medienberichten zufolge künftig wieder das Maskentragen empfehlen. Auch vollständig Geimpfte sollen nach dem Willen der CDC dann in einigen Teilen des Landes, in denen sich das Virus momentan besonders stark ausbreitet, in öffentlichen Räumen wieder Mund und Nase bedecken.

        Im Mai hatte die CDC für die allermeisten Situationen das Maskentragen in Innenräumen für vollständig geimpfte Personen nicht mehr für notwendig gehalten. Angesichts der deutlich ansteigenden Infektionszahlen wegen der Delta-Variante, die bereits mehr als 80 Prozent aller Neuansteckungen ausmacht, drehen die US-Experten ihre Einschätzung den Medien zufolge nun aber zurück.

        Besonders stark war die Zahl der neuen Fälle zuletzt in vielen südlichen US-Bundesstaaten wie Florida, Missouri oder Arkansas gestiegen. Dort ist die Impfquote besonders niedrig. Die CDC gibt nur Empfehlungen ab. Letztlich entscheiden die US-Bundesstaaten selbst.

        01.37 Uhr: Justizministerin Lambrecht - Gastronomen können nur für Geimpfte öffnen

        Angesichts des schleppenden Impftempos verweist Bundesjustizministerin Christine Lambrecht auf die Möglichkeit, Restaurants nur für Geimpfte zu öffnen. "Die Vertragsfreiheit ermöglicht privaten Anbietern wie Gastronomen eine weitgehend freie Gestaltung ihrer Angebote", sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagausgaben). Wer seinen Gästen einen besonderen Schutz anbieten wolle, könne deshalb auch Angebote machen, die sich nur an Geimpfte richten. Eine Impfpflicht schließt Lambrecht weiter aus. Jedoch solle die Allgemeinheit "nicht mehr auf Dauer für Testkosten aufkommen müssen, wenn Menschen ihre Impfangebote nicht wahrnehmen."

        18.25 Uhr: Teile Frankreichs kehren zu Maskenpflicht im Freien zurück

        Wenige Wochen nach der Aufhebung der Maskenpflicht im Freien in Frankreich wird diese in immer mehr Regionen und Städten des Landes wieder eingeführt. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus muss in der Präfektur Gironde im Südwesten Frankreichs auch im Freien wieder eine Maske getragen werden. Auch in anderen Landesteilen im Osten und Südosten des Landes sowie auf der Mittelmeerinsel Korsika gilt wieder eine strengere Maskenpflicht.

        Der Präfektur zufolge stieg die Inzidenz in der Gironde bei Bordeaux binnen zwei Wochen von 40 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner auf inzwischen 314. In Korsika stieg die Inzidenz zuletzt sogar auf 699. Die korsischen Behörden verhängten daher eine Maskenpflicht im Freien für belebte Straßen in großen Städten. Zuerst hatte das Département Pyrénées-Orientales (Östliche Pyrenäen) Mitte Juli die Maskenpflicht wieder eingeführt. Ausnahmen gelten nur am Strand und in der Natur. Erst Mitte Juni war die Maskenpflicht im Freien landesweit aufgehoben worden. In Innenräumen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln galt sie weiter.

        01.00 Uhr: Spahn will Testpflicht im Reiseverkehr ausweiten

        Die Bundesregierung bereitet einem Medienbericht zufolge eine erhebliche Verschärfung der Corona-Reiseauflagen vor. Das Gesundheitsministerium will "eine schnellstmögliche Ausweitung der Test-Pflichten bei Einreise", berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagausgaben) laut Vorabbericht. Bisher müssen Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten einen negativen Corona-Test vorlegen – es sei denn, sie sind vollständig geimpft oder genesen. Künftig will Minister Jens Spahn (CDU) einen Test offenbar unabhängig davon verlangen, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln die Reisenden nach Deutschland kommen, heißt es in dem Bericht. "Die Abstimmung in der Regierung dazu läuft", erklärt eine Sprecherin des Ministeriums. Wie die Zeitungen weiter berichten, sträubt sich bisher im Kabinett vor allem Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) gegen die Pläne, weil die umfassende Testpflicht unverhältnismäßig sei.

        • Zum Artikel: Spahn will offenbar Testpflicht für Reiserückkehrer ausweiten

        18.14 Uhr: Iran verzeichnet neuerlichen Corona-Höchstwert innerhalb eines Tages

        Im Iran hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Dienstag mehr als 34.900 neue Fälle, so viele wie noch nie an einem Tag seit dem Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert von 31.814 Neuinfektionen wurde erst einen Tag zuvor registriert.

        Die Behörden verzeichneten weitere 357 Todesfälle durch Covid-19. Die Gesamtzahl der Todesopfer durch das Virus stieg damit auf 89.479, das ist die höchste Zahl im Nahen Osten. Die rasante Ausbreitung der Delta-Variante führte bereits in der vergangenen Woche zu neuen Beschränkungen für die Bewohner der Hauptstadt. Die Regierung ordnete die Schließung von Verwaltungsbüros, öffentlichen Orten und nicht lebensnotwendigen Geschäften in Teheran an. Dennoch waren die Einkaufszentren und Märkte weiterhin voll, in den Büros und U-Bahn-Stationen drängten sich die Menschen.

        00.49 Uhr: Mediziner - Zahl der Intensiv-Patienten in vierter Welle niedriger

        Mediziner rechnen bei einer vierten Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen als in der jüngsten Hochphase, sehen aber für Kinder aufgrund der langen Isolation zusätzlich die Gefahr mangelnder Abwehr anderer Krankheiten. "Ich bin mir sicher, dass die Zahlen der Patienten auf den Intensivstationen und in den Krankenhäusern bei einer vierten Welle nicht so hoch sein werden wie bei der dritten Welle. Aber es ist noch nicht vorbei", sagt Stefan Kluge, Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), dem Redaktionsnetzwerk (RND, Dienstag). Das Virus sei in seiner Delta-Variante viel ansteckender als noch vor einem Jahr, weshalb auch nicht alle Regeln - wie etwa das Maskentragen in Supermärkten - aufgehoben werden sollten. "Eine zusätzliche Befürchtung ist, dass es zu einem Nachholeffekt anderer Krankheiten kommt. Aus Großbritannien und den Niederlanden gibt es dazu Berichte, dass sich besonders mehr kleine Kinder als in anderen Jahren mit dem RSV, dem respiratorischen Syncytial-Virus, infizieren", sagt die Leiterin der Klinischen Epidemiologie am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Berit Lange. Kämen dazu noch steigende Corona- und Influenza-Infektionen, könne es hier wieder zu Überlastungen des Gesundheitssystems kommen.

        Montag, 26. Juli 2021

        18.03 Uhr: Zahl der Todesfälle in Großbritannien auf Tageshoch seit März

        In Großbritannien ist die Zahl der Corona-Toten auf den höchsten Tageswert seit mehr als vier Monaten gestiegen. Am Dienstag meldeten die Behörden den Tod von 131 Menschen, das waren so viele wie seit dem 17. März nicht. Damals starben 141 Menschen innerhalb von vier Wochen nach einer Corona-Infektion. In den vergangenen sieben Tagen gab es landesweit 480 Corona-Tote, 40 Prozent mehr als in der Vorwoche.

        "Dies liegt unter anderem an der hohen Fallzahl, die in den vergangenen Wochen registriert wurde", sagte die medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörde Public Health England, Yvonne Doyle. "Wir wissen, dass Todesfälle folgen, wenn es eine hohe Anzahl von Neuinfektionen gibt, und die Daten von heute zeigen, dass wir uns immer noch in der dritten Welle befinden." Allerdings gibt es Anlass für vorsichtigen Optimismus. Am Dienstag sank die Zahl der Neuinfektionen den siebten Tag in Folge. Knapp 230.000 Neuinfektionen in einer Woche bedeuten ein Minus von gut 30 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

        21.45 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Türkei auf höchstem Stand seit Anfang Mai

        In der Türkei ist die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen auf mehr als 16.000 Fälle angestiegen - das ist der höchste Stand seit Anfang Mai. Zudem starben im gleichen Zeitraum 63 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, wie das Gesundheitsministerium am Montagabend mitteilte.

        Das Land mit rund 84 Millionen Einwohnern hatte Anfang Juli alle wegen der Pandemie erlassenen Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Seitdem steigen die Fallzahlen wieder. Die Türkische Ärztevereinigung TTB warf der Regierung eine falsche Pandemiepolitik vor. Sie forderte angesichts der steigenden Fallzahlen strengere Maßnahmen. Etwa solle die Regierung von Einreisenden entweder zwei Impfungen oder eine zweiwöchige Quarantäne verlangen, so die TTB.

        17.54 Uhr: Großbritannien nimmt weitere Berufe von Corona-Auflagen aus

        Großbritannien lockert die Auflagen zur Isolation für Tausende weitere Mitarbeiter in systemrelevanten Berufen. Die Regierung teilte mit, dies gelte unter anderem für Gefängnisaufseher, Tierärzte und Mitarbeiter der Straßenreinigung. Damit soll dem Personalmangel entgegengewirkt werden, der in einigen Branchen bereits zu Verwerfungen geführt hat.

        Auslöser ist die Corona-Warn-App des Nationalen Gesundheitsdienstes NHS, die Kontaktpersonen von coronainfizierten Menschen informiert und auffordert, sich zehn Tage lang zu isolieren. Derzeit registriert die App Zehntausende neue Fälle pro Tag, mit einer entsprechend hohen Zahl von Kontaktpersonen, die wie gewünscht zuhause bleiben. In Supermärkten, Restaurants und der Logistik hat das zu Personalmangel geführt.

        21.18 Uhr: US-Veteranenministerium führt Impfpflicht im Gesundheitswesen ein

        Das US-Ministerium für Veteranen fordert als erste größere Bundesbehörde des Landes von seinen Mitarbeiten im Gesundheitswesen eine Corona-Impfung. Hintergrund des Schritts vom Montag ist die zunehmende Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Virus. Manche Gemeinden in den USA melden eine beunruhigende Zunahme der Zahl ungeimpfter Corona-Patienten in Krankenhäusern.

        17.50 Uhr: Irland erlaubt Corona-Impfungen für 12- bis 15-Jährige

        In Irland dürfen bald 12- bis 15-Jährige eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Diesen Vorschlag unterbreitete die nationale Impfkommission der Regierung des EU-Staats. Der Nutzen der Impfung könne nun auf die jüngere Altersgruppe ausgeweitet werden, sagte Außenminister Simon Coveney dem Sender RTÉ. Erwartet wird, dass damit etwa 250.000 Jugendliche bereits von der kommenden Woche an geimpft werden können.

        Sie sollen einen mRNA-Impfstoff erhalten, also das Mittel von Moderna oder Pfizer/Biontech. Für den vollen Impfschutz sind zwei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen nötig. Damit könnten die meisten Jugendlichen bereits vor dem Schulstart nach den Sommerferien geschützt sein, hieß es. Allerdings sind noch logistische Änderungen bei der Online-Anmeldung und in den Impfzentren nötig, weil Eltern der Spritze zustimmen müssen.

        21.10 Uhr: USA verlängern Einreisestopp für Europäer

        Immer noch kein Urlaub in den USA - wegen steigender Coronazahlen halten die USA am Einreisestopp fest. Die Reisebeschränkungen werden auf bislang unbestimmte Zeit verlängert, heißt es aus dem Weißen Haus . Die USA lassen damit ihre Grenzen für Touristinnen und Touristen aus den 26 Schengenstaaten in Europa geschlossen, dazu noch Irland, China, Südafrika, Iran, Indien und Brasilien. Damit ist kein Urlaub in den USA möglich und auch kein Familienbesuch.

        Als Grund für den verlängerten Travel Ban nannte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, die steigenden Infektionszahlen durch die Deltavariante. Sie betreffen vor allem ungeimpfte Menschen und man erwarte, dass die Infektioneszahlen auch in den kommenden Wochen anziehen werden. Die verlängerten Reisebeschränkungen treffen vor allem die amerikanischen Fluggesellschaften und Reiseveranstalter hart, die zu Beginn der Urlaubssaison auf Lockerungen gehofft hatten. Die Delta-Variante des Coronavirus hat für einen Anstieg der Ansteckungszahlen in den USA gesorgt, insbesondere bei Umgeimpften.

        Die USA hatten vor über einem Jahr die Einreise für Bürger der EU, Großbritanniens, Chinas und des Iran eingeschränkt. Später kamen weitere Länder hinzu, darunter Brasilien und Indien. Ausnahmen vom US-Einreiseverbot gelten unter anderem für Studenten, Journalisten und Geschäftsleute.

        Die EU hob ihre Einreisebeschränkungen für US-Bürger im Juni auf und drängte die US-Regierung, nachzuziehen. Auch die Wirtschaft und durch die Regelungen getrennte Paare fordern eine Aufhebung des US-Einreiseverbotes. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich bei ihrem Besuch in Washington Mitte Juli für eine Aufhebung eingesetzt. Biden sagte damals eine rasche Überprüfung der Regelungen zu.

        17.41 Uhr: Kanada mit ausreichend Impfstoff versorgt

        Kanada hat Ministerpräsident Justin Trudeau zufolge jetzt genug Impfstoff vorrätig, um alle Berechtigten versorgen zu können. Mit dem Kauf von 66 Millionen Dosen liege seine Regierung zudem vor der angepeilten Frist Ende September. In Kanada wird spekuliert, dass Trudeau vorgezogene Wahlen ausrufen könnte und dabei mit Erfolgen im Kampf gegen die Pandemie werben will.

        19.29 Uhr: Nach Lockdown-Pause für Opferfest: Corona-Höchstwert in Bangladesch

        Nachdem Bangladesch einen strikten Lockdown mehr als eine Woche für das muslimische Opferfest Eid Al-Adha aufgehoben hatte, hat das Land seine höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen seit Pandemiebeginn registriert. Mehr als 15.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden am Montag in dem mehrheitlich muslimischen 160-Millionen-Einwohner-Land gemeldet. Zudem seien knapp 90 Prozent der Betten in Krankenhäusern belegt, sagte Gesundheitsminister Zahid Maleque. Innerhalb eines Tages wurden zudem 247 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona gemeldet.

        17.24 Uhr: Seehofer fordert Entscheidung zu Einreise-Regeln

        Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) dringt auf eine schnelle Regierungsentscheidung zur Verschärfung der Einreiseregeln. "Wir müssen alles tun, um eine vierte Welle zu verhindern. Dazu gehört auch, dass Reiserückkehrer künftig bei jeder Einreise einen negativen Corona-Test haben, egal aus welchem Land sie zurückkommen", sagt er der Zeitung "Bild". "Über die Details einer solchen Regelung reden wir derzeit in der Bundesregierung. Die Bedenken einiger Ministerien konnten der Gesundheitsminister und ich noch nicht ausräumen, aber wir sollten das schnell entscheiden."

        Die Kontrolle der Tests erfolge dann "wie bisher durch die Beförderer", zum Beispiel bei der Einreise mit dem Flugzeug oder im Individualverkehr "stichpunktartig im Rahmen der Schleierfahndung". Stationäre Grenzkontrollen werde es aber nicht geben. "Wer nachweislich geimpft oder genesen ist, braucht natürlich keinen Test", ergänzt Seehofer.

        19.19 Uhr: USA wollen Corona-Reisebeschränkungen vorerst nicht lockern

        Die USA wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufheben. "Wegen der Delta-Variante werden wir die bestehenden Reisebeschränkungen an dieser Stelle beibehalten", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Montag.

        16.04 Uhr: Tourismusbeauftragter gegen Einreise-Verschärfungen

        Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, spricht sich gegen Einreise-Verschärfungen aus. "Es kann nicht sein, dass bei steigenden Inzidenzen die Diskussion um notwendige Maßnahmen zuerst auf dem Rücken der Reisebranche und der Urlauber ausgetragen wird", erklärt der beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelte CDU-Politiker. "Die Bestimmungen der Einreiseverordnung haben uns auch in Zeiten mit höheren Inzidenzen gute Dienste erwiesen - dafür sind sie ausgelegt. Es ist nicht nachvollziehbar, dass bei steigenden Impfquoten überwiegend von Verschärfungen gesprochen wird."

        15.48 Uhr: Bhutan impft 90 Prozent der Erwachsenen innerhalb einer Woche

        Innerhalb von nur sieben Tagen hat das Himalaya-Königreich Bhutan 90 Prozent seiner infrage kommenden erwachsenen Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. Das teilte das dortige Gesundheitsministerium mit. Das zwischen Indien und China gelegene Land mit knapp 800.000 Einwohnern begann am 20. Juli mit der Verabreichung von zweiten Impfdosen. Das Kinderhilfswerk Unicef sprach von der "wohl schnellsten Impfkampagne während einer Pandemie".

        Bereits im April hatte Bhutan mit der Mitteilung Schlagzeilen gemacht, innerhalb von weniger als zwei Wochen etwa denselben Prozentsatz der Bevölkerung mit einer ersten Impfdosis versorgt zu haben. Zuvor hatte Indien 550.000 Dosen des Astrazeneca-Vakzins gespendet. Anschließend konnte das Land die Impfkampagne monatelang nicht fortsetzen, weil Indien den Export von Vakzinen wegen des eigenen hohen Bedarfs eingestellt hatte.

        Vergangene Woche trafen dann über das Covax-Programm der UN, das ärmere Länder mit Vakzinen versorgen soll, eine halbe Million Dosen des Serums von Moderna als Spende aus den USA sowie weitere 5.000 Dosen des Mittels von Biontech und Pfizer ein, ebenfalls über Covax. Mehr als 400.000 Dosen des Präparats von Astrazeneca erhielt Bhutan in den vergangenen zwei Wochen von Dänemark, Kroatien und Bulgarien.

        15.46 Uhr: Tui verlängert Kreditlinie bei KfW und Privatbanken bis 2024

        Der Reisekonzern Tui hat sich mit der Staatsbank KfW und privaten Geldhäusern auf eine Verlängerung einer milliardenschweren Kreditlinie in der Corona-Krise geeinigt. Der Kreditrahmen in Höhe von 4,7 Milliarden Euro stehe nun bis Sommer 2024 zur Verfügung und damit zwei Jahre länger als bisher geplant, teilte Tui überraschend in Hannover mit. Den Löwenanteil der Kreditlinie stellt mit rund drei Milliarden Euro die staatliche Förderbank KfW, die den Reisekonzern nach dem Geschäftseinbruch im vergangenen Jahr zusammen mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes vor dem Aus gerettet hat. Der Rest der Summe entfällt auf 19 private Banken.

        15.43 Uhr: Israel erlaubt in Ausnahmefällen Impfung von Kindern

        Israel will in extremen Ausnahmefällen eine Impfung von Fünf- bis Elfjährigen gegen das Coronavirus erlauben. Solche Ausnahmen könnten für Kinder gelten, die besonders gefährdet seien, im Falle einer Corona-Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Dies könne zum Beispiel bei extremer Fettleibigkeit, schweren chronischen Lungenkrankheiten oder Herzproblemen der Fall sein.

        Grundsätzlich sei eine Impfkampagne für Kinder in dem Alter derzeit kein Thema, hieß es in einer Anweisung an die Krankenkassen. Es gehe darum, die Zahl der Genehmigungen in solchen Fällen niedrig zu halten. Die Gruppe der bis Neunjährigen hat inzwischen im Altersvergleich den höchsten Anteil der registrierten Neuinfektionen. Laut Ministerium stellt sie mehr als zehn Prozent der Infizierten.

        Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Israel weiter deutlich an: Das Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 2.112 Fälle - so viele wie seit Mitte März nicht mehr. Die meisten neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus.

        14.07 Uhr: Weiterhin Maskenpflicht für Bayerns Bedienungen im Freien

        In Bayerns Gastronomie bleibt es bei der Maskenpflicht für Bedienungen auch im Freien. Geregelt wird dies ab sofort wieder in der bayerischen Corona-Verordnung selbst und nicht mehr nur in Rahmenkonzepten. Das hat das bayerische Kabinett entschieden. Damit soll ausgeschlossen werden, dass es in Einzelfällen Hygienekonzepte geben könnte, in denen keine Maskenpflicht für das Personal im Außenbereich gilt.

        Das Kabinett reagiert damit auf einen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs. Das Gericht hatte eine Normenkontrollklage gegen die Maskenpflicht für Bedienungen im Freien nicht zugelassen und dies damit begründet, dass dies nicht Teil der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sei, sondern nur Teil eines Rahmenkonzeptes, auf das in der Verordnung verwiesen werde. Dessen Inhalt sei bei der Erstellung der Hygienekonzepte durch die Gastronomen aber nicht zwingend.

        13.46 Uhr: Johnson mahnt angesichts sinkender Infektionszahlen zur Vorsicht

        Der britische Premierminister Boris Johnson hat vor voreiligen Schlüssen angesichts einer sinkenden Infektionsrate in Großbritannien gewarnt. "Die Menschen müssen weiterhin sehr vorsichtig bleiben, und das ist auch der Ansatz der Regierung", erklärte der Regierungschef.

        Kurz zuvor hatte der Epidemiologe Neil Ferguson vom Imperial College erklärt, Großbritannien könne in einigen Wochen die Coronavirus-Pandemie überwunden haben. Er sei zuversichtlich, dass man Ende September oder im Oktober auf den größten Teil des Pandemie-Geschehens zurückblicken könne, sagt er der BBC. Grund sei der Impferfolg. In Großbritannien fallen sei sechs Tagen die täglichen Neuinfektionen.

        13.38 Uhr: Impfungen für Fußball-Fans vor Münchner Allianz-Arena

        Fußball-Fans sollen jetzt gezielt gegen Corona geimpft werden: Die Stadt München und der FC Bayern bieten am 28. Juli und am 4. August kostenlose Impfungen vor der Allianz-Arena an - also vor dem Spiel des FCB gegen Borussia Mönchengladbach und vor der FCB-Teampräsentation. Eine vorherige Anmeldung ist für eine Spritze nicht nötig. Auch muss man den Erstwohnsitz nicht in München haben. Allerdings sollte man sich vorher unter www.impfzentren.bayern registrieren.

        Die Impfbusse stehen jeweils auf der Esplanade zwischen der U-Bahn-Station Fröttmaning und dem Stadion, am 28. Juli ab 15 Uhr für Interessenten ab 16 Jahren und am 4. August ab elf Uhr für Interessenten ab zwölf Jahren. Verwendet werden die Impfstoffe von Biontech und Johnson & Johnson.

        13.30 Uhr: Söder ist unzufrieden mit dem Impffortschritt

        Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist unzufrieden mit dem Corona-Impffortschritt im Freistaat. "Das eigentlich Ärgerliche" sei, dass man angesichts des Impfangebots in 80 bis 90 Tagen bei einer Herdenimmunität sein könne, sagte Söder nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Mit einer solchen Herdenimmunität könnte man wieder "die Normalität herstellen ohne Beschränkungen".

        Dies werde man aber nicht erreichen, mahnte Söder. Es gebe einen "Strömungsabriss" beim Impftempo und bei der Impfwilligkeit. Söder bezeichnete die Corona-Impfung als eine "Frage der Freiheit aus mehreren Gesichtspunkten". Man habe die Rechte der Bürgerinnen und Bürger wegen der Pandemie beschränkt, dies sei aber "nur in Ausnahmesituationen" vertretbar. Jeder Voll-Geimpfte müsse daher seine Rechte wieder erhalten: "Das ist keine Benachteiligung der Nicht-Geimpften."

        Um die Impfgeschwindigkeit zu erhöhen, sei der Hinweis auf mehr Freiheiten und mehr Normalität für Voll-Geimpfte der "entscheidende Ansatz". Er sei "gegen eine Impfpflicht", aber auch "gegen irgendwelche Impfprämien", sagte Söder. Er sprach sich dafür aus, über ein Ende der kostenlosen Corona-Tests für alle nachzudenken, die bereits ein Impfangebot erhalten haben.

        • Söder und Aiwanger zur Corona-Lage in Bayern

        15.52 Uhr: Bund - Ausreichend Impfstoff für "unmittelbare" Impfangebote vorhanden

        Für die Corona-Impfungen gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums inzwischen ausreichend Impfstoff, um allen Interessierten "unmittelbar" ein Impfangebot machen zu können. "Das zu Beginn der Impfkampagne ausgegebene Ziel, jeder impfwilligen Person bis Ende des Sommers ein Angebot einer Erstimpfung zu machen, wurde also bereits zu Anfang des Sommers und damit deutlich früher erreicht – und somit übererfüllt", heißt es in einem Bericht, mit dem Ressortchef Jens Spahn (CDU) den Gesundheitsausschuss des Bundestags und seine Länder-Kollegen über den Stand informierte.

        "Jetzt ist es von besonderer Bedeutung, die Bürgerinnen und Bürger mit dem Angebot zu erreichen, die sich bisher noch nicht für eine Impfung entschieden haben", heißt es in dem Bericht weiter. Dafür seien konkrete niedrigschwellige Angebote vor Ort besonders wichtig: "Es besteht weniger ein Mangel an Information als mehr ein Mangel an Gelegenheit." Für das noch bis Ende September laufende dritte Quartal werden demnach insgesamt mehr als 100 Millionen Impfdosen erwartet.

        Die Bundesregierung betreibt demnach auch Vorsorge für den Herbst und die Jahre 2022 und 2023 - etwa für mögliche Auffrischungsimpfungen, Impfungen von Kindern unter zwölf Jahren sowie Impfungen zum Schutz vor möglichen weiteren Virusvarianten. Dazu solle die gemeinsame Beschaffung über die Europäische Union fortgesetzt werden. Zur Risikostreuung soll weiterhin auf verschiedene Hersteller gesetzt werden. Geplant ist, für 2022 insgesamt 204 Millionen Impfdosen für Deutschland zu sichern.

        13.23 Uhr: Landeskirche startet Netzwerk für Angehörige von Corona-Opfern

        Bayerns evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat in Weiden den Startschuss zu einem landesweiten Selbsthilfegruppen-Netzwerk für Angehörige von Corona-Toten gegeben. Dafür kooperiert die Landeskirche mit der "Selbsthilfekoordination Bayern" (SeKo).

        Kirchengemeinden, Dienste und Werke sollen demnach für trauernde Angehörige, die etwa geschützte Räume für ihre Treffen benötigen, in Kooperation mit der SeKo geöffnet werden. Unterstützt wird das Vorhaben laut Bedford-Strohm von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. "Die Kraft liegt im Austausch, und Heilung liegt in der Begegnung mit Menschen", betonte der Landesbischof.

        Die Situation trauernder Angehöriger gehe ihm seit Beginn der Pandemie sehr nahe. Die Kirche mit ihren vielen seelsorgerlichen Angeboten widme sich bereits den Betroffenen, so Bedford-Strohm. Selbsthilfegruppen seien eine zusätzliche, besonders hilfreiche Form, mit Menschen, die ein ähnliches Schicksal erleiden, gemeinsam durch die Trauer zu gehen.

        • Zum Artikel: Corona: Startschuss für Netzwerk für trauernde Angehörige

        15.38 Uhr: Niederlande verbieten mehrtägige Sommer-Festivals

        Aus Sorge vor einem weiteren Hochschnellen der Corona-Infektionszahlen hat die niederländische Regierung mehrtägige Festivals in diesem Sommer verboten. Zudem wurden die Regelungen für Reiserückkehrer verschärft. Zwar sei die Zahl der bestätigten Neuinfektionen zuletzt zurückgegangen, sagte der amtierende Ministerpräsident Mark Rutte, dennoch bleibe die Lage angespannt, da die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern weiterhin ansteige.

        Im Juli waren in den Niederlanden zeitweise täglich mehr als 10.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Das Verbot mehrtägiger Festivals bis mindestens 1. September erfolge teilweise wegen logistischer Schwierigkeiten zum täglichen Testen aller Teilnehmer, sagte Rutte. Zudem biete der Schritt den Organisatoren Klarheit.

        Reiserückkehrer über zwölf Jahre müssen künftig entweder einen negativen Virustest, eine vollständige Impfung oder eine Genesung von einer Erkrankung mit dem Coronavirus nachweisen. Gesundheitsminister Hugo de Jonge sagte, mobile Teams würden an den Grenzen Kontrollen durchführen. Wer gegen die Auflagen verstoße, erhalte eine Strafe.

        13.02 Uhr: Weiterer Corona-Fall beim FC Bayern - Tolisso positiv

        Bayern München beklagt seinen ersten Corona-Fall in der neuen Saison. Wie der Fußball-Rekordmeister mitteilte, wurde Corentin Tolisso positiv getestet. Der 26-Jährige befindet sich nach Angaben des Klubs in seiner Heimat Frankreich in häuslicher Isolation. Wann oder wie sich Tolisso angesteckt haben könnte, wurde ebenso wenig bekannt wie der Zeitpunkt seiner Rückkehr nach München. Eigentlich sollte Tolisso dort bereits mit dem Gros der EM-Teilnehmer um Weltfußballer Robert Lewandowski am Montag eintreffen.

        Bereits in der vergangenen Spielzeit hatte es mehrere Corona-Fälle in der Profimannschaft des FCB gegeben. Unter anderem wurde Thomas Müller bei der Klub-WM in Katar positiv getestet.

        • Zum Artikel: FC Bayern: Tolisso positiv auf Corona getestet

        15.26 Uhr: Südafrika lockert Corona-Regeln nach Rückgang von Infektionszahlen

        Nach einem Rückgang der täglichen Zahl der Corona-Neuinfektionen in Südafrika hat die Regierung ein Verkaufsverbot für Alkohol aufgehoben. Andere Beschränkungen wurden gelockert. In einer Rede an die Nation sagte Präsident Cyril Ramaphosa am Sonntagabend, die durchschnittliche Zahl bestätigter Neuinfektionen habe in der vergangenen Woche bei etwa 12.000 gelegen, ein Rückgang um 20 Prozent gegenüber der Vorwoche.

        Geschäfte dürfen nun von Montag bis Donnerstag wieder Alkohol verkaufen, auch Restaurants und Bars dürfen alkoholische Getränke anbieten. Die Schulen sind wieder vollständig geöffnet, und eine nächtliche Ausgangssperre wurde auf die Zeit zwischen 22.00 und 4.00 Uhr beschränkt. Ramaphosa kündigte zudem die Wiedereinführung einer monatlichen Zahlung von 350 Rand (20 Euro) für Arbeitslose bis nächsten März an. Nach offiziellen Zahlen gingen im vergangenen Jahr im Zuge der Pandemie in Südafrika schätzungsweise zwei Millionen Jobs verloren.

        12.44 Uhr: Vier Profi-Ligen wollen bei der Ausweitung des Impfangebots helfen

        Die Initiative Profisport Deutschland (IPD) möchte Städte und Gemeinden bei der Umsetzung von Impfangeboten bei Sportveranstaltungen unterstützen. Das gaben die vier größten deutschen Profiligen gemeinsam bekannt. Man wolle zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, um die Impfbereitschaft in Deutschland zu erhöhen. Dadurch soll der Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützt werden. Bereits jetzt gibt es an einigen Standorten die Möglichkeit, sich gegen das Virus impfen zu lassen.

        107 Clubs der Deutschen Fußball Liga, der Basketball-Bundesliga, der ersten und zweiten Handball-Bundesliga sowie der Deutschen Eishockey Liga gehören der Initiative an.

        15.08 Uhr: Israel überprüft Quarantäne mithilfe von SMS und GPS

        Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen überprüft Israel künftig die Einhaltung der Quarantäne von Reiserückkehrern aus "roten" Ländern mithilfe von SMS und GPS. "Rote" Länder haben besonders hohen Inzidenzen. Dorthin dürfen Israelis nur mit Sondergenehmigung reisen. Personen würden während der einwöchigen Quarantäne SMS mit einem Link erhalten, erklärte ein Sprecher des Ministers für innere Sicherheit, Omer Bar-Lev. Sie müssten auf den Link klicken und würden damit ihre GPS-Koordinaten an die Behörden senden.

        Wer nicht auf den Link klicke, werde so wie bisher Kontrollbesuche von der Polizei erhalten, sagte der Sprecher. Ab kommender Woche werde es dann die Möglichkeit geben, auf den Link zu klicken und ein Selfie mit den GPS-Koordinaten des aktuellen Aufenthaltsortes zu verschicken. Israel hatte im vergangenen Jahr die Einhaltung der Quarantäne auch mit der Überwachung von Handys durch den Geheimdienst überprüft.

        Am Montag meldete das Gesundheitsministerium 1.398 Neuinfektionen. Bei rund 2,1 Prozent der fast 68.000 Getesteten fiel das Ergebnis demnach positiv aus. Die Zahl der Schwerkranken stieg auf 108, es gab keine neuen Todesfälle. Die meisten der neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus. Unter den Neuinfizierten in Israel sind viele jüngere Menschen und auch zweifach Geimpfte. Mehr als 57 Prozent der 9,3 Millionen Landesbewohner sind bereits vollständig geimpft.

        12.36 Uhr: UN-Funktionär - Corona trifft arme Länder jetzt schlimmer als 2020

        Die Corona-Pandemie trifft arme Länder aus Sicht des stellvertretenden UN-Nothilfekoordinators viel härter als im vergangenen Jahr. Viele betroffene Staaten hätten mit weitaus höheren Corona-Fallzahlen und steigenden Sterberaten als der Rest der Welt zu kämpfen, sagte Ramesh Rajasingham in New York in einer geschlossenen Sitzung des Sicherheitsrats.

        Angetrieben würden die Infektionen von einem mangelnden Zugang zu Impfstoffen, aber auch einer Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen, einer Zunahme privater Treffen und der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in mindestens 124 Ländern. 17 jener Staaten seien fragil und von Konflikten betroffen.

        "Diese Pandemie ist noch lange nicht vorbei", erklärte Rajasingham in einer Rede: "Wir befinden uns wohl in einer der gefährlichsten Perioden für die ärmsten Menschen auf unserem Planeten."

        So hätten im laufenden Jahr fast drei Viertel der Länder mit Bedarf an humanitärer Hilfe mehr Corona-Fälle oder Sterbefälle verzeichnet als im gesamten Vorjahr. In mehr als einem Drittel jener Länder seien "in diesem Jahr mindestens drei Mal mehr Fälle oder Tote gezählt worden" als im vergangenen Jahr.

        14.53 Uhr: Lindner ist gegen Bevorzugung von Geimpften - und warnt vor "Untertanenmentalität"

        Nach Auffassung von FDP-Chef Christian Lindner rechtfertigt das Risiko falsch negativer Coronatests nicht die Ungleichbehandlung von geimpften und negativ getesteten Menschen. "Es ist ein verantwortbares Risiko", sagte Lindner auf der Insel Usedom. Neben Tests, die nicht anschlagen, gebe es auch Impfdurchbrüche, und auch Genesene könnten sich erneut infizieren. Es gehe um die Frage, welches Risiko verantwortbar sei und welche Folgen es etwa hätte, wenn negativ getestete Menschen "prinzipiell keinen Zugang, auch nach Test, zum Beispiel zum gesellschaftlichen Leben haben".

        Lindner hält an der Gleichbehandlung negativ Getesteter, Geimpfter und Genesener fest. Man wisse, dass sie in gleicher Weise keine Gefahr für ihre Mitmenschen seien, sagte er bei seiner Wahlkampf-Sommertour. Er warnte vor einer "Untertanenmentalität" und davor, sich unverhältnismäßige Eingriffe in die eigene Freiheit gefallen zu lassen.

        12.08 Uhr: Corona-Beihilfe für Ferienflieger Condor genehmigt

        Deutschland darf den Ferienflieger Condor mit einer staatlichen Beihilfe von 525,3 Millionen Euro unterstützen. Die Entscheidung der EU-Kommission war nötig geworden, weil das Europäische Gericht im Juni eine frühere Genehmigung der Brüsseler Behörde über Beihilfen im Umfang von 550 Millionen kassiert hatte. Die EU-Kommission hatte ihre Zustimmung demnach nicht ausreichend begründet.

        Nun teilte die Behörde mit, sie habe das Urteil berücksichtigt und grünes Licht auf Grundlage einer Analyse des tatsächlich entstandenen Schadens gegeben. Hilfen, die über diesen tatsächlich entstandenen Schaden hinausgehen, sollen inklusive Zinsen zurückgezahlt werden.

        Konkret handelt es sich nach Angaben der EU-Kommission bei der Beihilfe zum einen um 204,1 Millionen Euro zur Entschädigung von Condor für in der Corona-Pandemie erlittenen Schaden und zum anderen um 321,2 Millionen Euro, um eine Restrukturierung der Airline zu unterstützen. Gegen die frühere Entscheidung der EU-Kommission hatte der irische Billigflieger Ryanair geklagt.

        14.35 Uhr: Die meisten Urlauber bleiben im Hochinzidenzland Spanien

        Die meisten deutschen Touristen auf Mallorca lassen sich den Urlaub von der Einstufung Spaniens als Hochinzidenzgebiet offensichtlich ganz und gar nicht vermiesen. Kurz vor Inkrafttreten der Entscheidung der Bundesregierung am Dienstag hätten nur sehr wenige Besucher den Urlaub auf der spanischen Mittelmeerinsel vorzeitig abgebrochen, sagte der Sprecher des Reiseveranstalters Tui, Aage Dünhaupt, der Deutschen Presse-Agentur.

        Auch der Deutsche Reiseverband sprach von einer "relativ entspannten" Lage. Es habe zwar vermehrt Anfragen von Kundinnen und Kunden bezüglich der Rückreise gegeben. Aber: "Die meisten Urlaubenden möchten ihren Urlaub zu Ende verbringen und auch bei denen, die den Urlaub geplant haben, gibt es keine Storno-Welle", teilte DRV-Sprecherin Kerstin Heinen mit.

        Noch bis Mitternacht zum Dienstag konnten Spanien-Urlauber unter Vorlage eines negativen Corona-Tests in die Heimat zurückfliegen. Ab Dienstag muss ein Nachweis über eine vollständige Impfung oder eine überstandene Erkrankung erbracht werden, um einer zehntägigen Quarantäne zu entgehen. Erst nach fünf Tagen besteht die Möglichkeit, sich mit einem Test aus der Quarantäne zu befreien.

        11.17 Uhr: Mehrere Corona-Fälle - Celta Vigo sagt Testspiel gegen Leverkusen ab

        Das geplante Testspiel von Bayer Leverkusen am Samstag gegen Celta Vigo fällt aus. Der spanische Club hat wegen mehrerer Corona-Fälle innerhalb der Mannschaft auf eine Reise nach Deutschland verzichtet. Nun sucht Bayer einen neuen Gegner zum Abschluss der Saisonvorbereitung, bevor der Fußball-Bundesligist am 7. August im DFB-Pokal beim 1. FC Lokomotive Leipzig sein erstes Pflichtspiel bestreiten wird. An diesem Mittwoch (16.00 Uhr) testet Leverkusen noch gegen den FC Utrecht. Für die Partie gegen den niederländischen Erstligisten sind insgesamt 400 Zuschauer im Ulrich-Haberland-Stadion zugelassen, noch gibt es rund 100 Tickets. Besucher müssen aber vollständig geimpft, genesen oder getestet sein.

        14.24 Uhr: Griechenland startet Impfung für Kinder von 12 bis 15 Jahren

        In Griechenland öffnet in den kommenden Tagen eine Online-Plattform, auf der für 12- bis 15-Jährige ein Termin zur Corona-Impfung gebucht werden kann. Das sagte der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias dem Fernsehsender Skai.

        Erst vor kurzem hat das Land mit der Impfung von 16- und 17-Jährigen begonnen. In dieser Altersgruppe sind bereits rund 30.000 Termine vergeben worden. Kikilias geht davon aus, dass die Zahl vor allem zum Beginn des neuen Schuljahres im September noch weiter steigen wird. Ein Termin für Minderjährige kann nur vereinbart werden, wenn die Eltern zustimmen. Der Gesundheitsminister appellierte nochmals an die Menschen, sich vor der bevorstehenden Feriensaison impfen zu lassen.

        Die Corona-Neuinfektionen schnellten in den vergangenen Wochen in Griechenland in die Höhe, nachdem die Regierung Maßnahmen gelockert und das Nachtleben freigegeben hatte. Seither ist Athen bemüht, den Anstieg unter Kontrolle zu behalten. So wurde unter anderem für Beschäftigte im Gesundheitssektor eine Impfpflicht verfügt, und in geschlossenen Räumen von Gastronomie, Theatern und Kinos haben nur noch Geimpfte Zutritt.

        11.13 Uhr: US-Veteranenministerium erlässt Impfpflicht für Mitarbeiter des Gesundheitswesens

        Das US-Veteranenministerium hat eine Corona-Impfpflicht für alle Mitarbeiter des Gesundheitswesens angekündigt. "Wann immer ein Veteran oder Veteranen-Mitarbeiter einen Fuß in eine Veteranen-Einrichtung setzt, müssen sie wissen, dass wir alles in unserer Macht Stehende getan haben, um sie vor Covid-19 zu schützen", sagte Veteranenminister Denis McDonough am Montag (Ortszeit). Das Ministerium ist die erste Bundesbehörde, die ihren Mitarbeitern eine Impfpflicht auferlegt - die US-Regierung hat sich in dieser Hinsicht bislang zurückgehalten. Mitarbeiter der Veteranen-Gesundheitsdienste wie Ärzte, Zahnärzte, Optiker und Krankenpfleger haben nun acht Wochen Zeit, um sich vollständig gegen Corona impfen zu lassen. Wie die US-Behörde Anfang des Monats mitteilte, sind bereits gut zwei Drittel der Mitarbeiter vollständig geimpft. Die neue Maßnahme betrifft laut einem Bericht der "Military Times" etwa 115.000 Menschen. Das Ministerium begründete die Impfpflicht unter anderem mit dem Tod von vier ungeimpften Mitarbeitern in den vergangenen Wochen.

        14.02 Uhr: Vor allem junge Erwachsene sind durch Corona einsamer geworden

        Die Corona-Pandemie hat Einsamkeitsgefühle laut einer Studie vor allem unter jungen Erwachsenen massiv verstärkt. Der Anteil der 18- bis 25-Jährigen, die sich einsam fühlten, habe sich in den ersten Monaten der Krise fast vervierfacht, heißt es in einer von der Brüsseler EU-Kommission veröffentlichten Studie. Er stieg demnach von neun Prozent im Jahr 2016 auf 35 Prozent in der Zeit von April bis Juli 2020.

        Das Gefühl der Einsamkeit wuchs auch insgesamt. 2016 hatten nur zwölf Prozent aller in der EU Befragten geantwortet, sie hätten sich in den zwei zurückliegenden Wochen mindestens über die Hälfte der Zeit einsam gefühlt. In den ersten Monaten der Pandemie sagte das eine unter vier befragten Personen. In Deutschland stieg der Anteil von 8,8 auf 24,5 Prozent. Alleinlebende traf die Pandemie laut der Studie härter. Der Anteil der Einsamen wuchs hier um 22 Prozentpunkte, während es bei Menschen mit Partnern oder Kindern nur neun Prozentpunkte waren.

        Außerdem ergab die Untersuchung, dass Wohlstand und Gesundheit gegen Einsamkeit schützen. Frauen und Männern seien von dem Problem gleich betroffen. Allerdings wurden die Befragungen 2016 und 2020 verschieden durchgeführt. Das schränkt ihre Vergleichbarkeit ein. 2020 beantworteten die Befragten von sich aus online Fragen.

        10.58 Uhr: Spahn und Gesundheitsexperten - Großer Mangel an Blutkonserven

        In Deutschland werden aktuell die Blutkonserven knapp. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) riefen am Dienstag bundesweit zur Blut- und Plasmaspende auf. Der Bestand an Blutkonserven habe sich aufgrund der Corona-Pandemie und aktuell auch wegen der Urlaubszeit stark verringert, erklärte die Bundeszentrale in Köln. Zusätzlich würden durch die Flutkatastrophe in einigen Regionen Deutschlands dringend Blutpräparate benötigt, um die vielen Verletzten versorgen zu können. "Nach Auskunft von Blutspendediensten ist die Lage so gravierend, dass bereits die Reserven für Notfälle knapp werden", so die BZgA. Erschwerend kommt laut Darstellung der Bundeszentrale hinzu, dass die Infrastruktur in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten teilweise so beschädigt ist, dass einige Blutspendedienste zurzeit keine Termine anbieten könnten. Spendenwillige sollten sich daher bei den Spendediensten nach möglichen Terminen erkundigen. Alternativ können sie auf Spendedienste in Regionen ausweichen, die nicht vom Hochwasser betroffen sind.

        • Zum Artikel: In Bayern werden Blutkonserven knapp

        13.43 Uhr: Dehoga - Zugang nur für Geimpfte in Restaurants jetzt kein Thema

        Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hält einen Zugang nur für Geimpfte in Restaurants und Kneipen nur in einem "Worst Case" für vorstellbar, wenn die Infektionslage sich dramatisch verschlechtert. Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es gibt derzeit keine Veranlassung, so etwas auf den Weg zu bringen. Das wäre Stufe X, davon sind wir aber weit entfernt."

        Aktuell bestehe in den meisten Bundesländern keine Testpflicht für die Innengastronomie. Diese trete nach den meisten Verordnungen der Länder wieder in Kraft, wenn der Inzidenzwert über 35 oder 50 liege: "Diese 3G-Regel, Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete, wäre dann die sachgerechte wie verhältnismäßige Maßnahme."

        Den Zeitungen der Funke Mediengruppe hatte Hartges gesagt, die Bundesregierung solle positive Anreize für Doppelgeimpfte schaffen, um die Impfquote zu erhöhen. "Dies bedeutet, dass der Restaurantbesuch wie der Hotelaufenthalt auf jeden Fall für doppelt Geimpfte auch im Herbst und Winter weiterhin erlaubt sein muss." Es müsse alles getan werden, um einen weiteren Lockdown zu verhindern.

        10.57 Uhr: Neuinfektionen in Tokio steigen auf Rekordhoch

        Während der Olympischen Spiele ist die Zahl der Neuinfektionen in Tokio auf einen Rekordstand gestiegen. Am Dienstag meldete die Hauptstadt 2848 Neuinfektionen binnen eines Tages. Damit wurde der vorherige Höchststand vom 7. Januar mit 2520 Fällen übertroffen. Experten hatten schon vor dem Beginn der Spiele gewarnt, dass die Neuinfektionen binnen eines Tages während des Spektakels auf über 3000 steigen könnten. Die Lage könnte "kritisch" werden, hieß es. Tokio befindet sich im mittlerweile vierten Corona-Notstand.

        Nicht die Olympia-Teilnehmer seien das Hauptproblem, hatte der Politikprofessor Koichi Nakano von der Sophia University in Tokio kürzlich der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Vielmehr sei es der Umstand, dass die Spiele überhaupt stattfinden zu einem Zeitpunkt, da die Bevölkerung über den immer wieder verlängerten Corona-Notstand zunehmend "frustriert" sei. "Die Leute werden ungeduldig und hören nicht mehr auf die Regierung". Das durch Japans Medien geschürte Interesse an den Spielen trage dazu bei, dass viele Bürger ungeachtet der Appelle der Regierung nicht zu Hause blieben, sondern wie bei den Radrennen so nah wie möglich etwas von Olympia mitbekommen wollten.

        13.34 Uhr: Die Linke will Nicht-Geimpfte nicht unter Druck setzen

        Die Linke hat davor gewarnt, nicht geimpfte Menschen unter Druck zu setzen. Stattdessen seien bessere Informationen und Impfmöglichkeiten notwendig, sagte Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler in Berlin. Schindler sprach von einer falschen Debatte zur falschen Zeit. Menschen die nicht geimpft seien, bräuchten keine Gängelung. Es gehe um bessere Impfangebote und nicht um einen Impfzwang. Er glaube, ein Großteil wolle sich impfen lassen.

        10.18 Uhr: Bericht - Italien prüft Corona-Impfpflicht für Lehrer

        In Italien erwägt die Regierung nach einem Zeitungsbericht eine Corona-Impfpflicht für Lehrer und anderes Personal an den Schulen. Noch in dieser Woche könnte dazu ein Dekret erlassen werden, hieß es am Dienstag in der Zeitung "Corriere della Sera". Zuvor solle es noch ein Treffen mit den Gewerkschaften geben. Gesundheitsminister Roberto Speranza sagte im Fernsehen, es werde geprüft, was das wirksamste Mittel sei, um Präsenzunterricht wieder zu ermöglichen.

        Nach offiziellen Angaben sind 85 Prozent der Lehrer zumindest einmal gegen Covid-19 geimpft. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Ministerpräsident Mario Draghi betonte in der Vergangenheit immer wieder, wie wichtig normaler Unterricht in den Klassen sei. Derzeit sind in Italien Ferien, noch bis September. Wegen der Pandemie mussten viele Mädchen und Jungen vergangenes Jahr zu Hause via Internet am Unterricht teilnehmen.

        13.22 Uhr: Neuer Höchstwert bei Neuinfektionen im Iran

        Der Iran meldet einen neuen Höchstwert bei den täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Als Ursache wird von den Gesundheitsbehörden eine zunehmende Verbreitung der Delta-Variante angegeben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden trotz eines Lockdowns binnen eines Tages 31.814 Neuinfektionen registriert. Im selben Zeitraum starben 322 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus. Der bisherige Höchstwert lag bei 27.444 Fällen, registriert am letzten Dienstag. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Iran liegt nun bei über 3,7 Millionen, die der Corona-Toten bei fast 89.000.

        Der Iran ist von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen, auch weil die Wirtschaftskrise und US-Sanktionen die Einfuhr von Impfstoffen für das Land erheblich erschwert haben. Die Impfkampagne für die mehr als 83 Millionen Menschen kommt daher auch nur schleppend voran. Bislang wurden ungefähr 13 Prozent der Iraner mit hauptsächlich chinesischen Vakzinen geimpft.

        13.10 Uhr: Psychische Erkrankungen trotz Corona-Lockerungen weiter auf hohem Stand

        Trotz vieler Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen hat sich die psychische Belastung vieler Berufstätiger in Bayern kaum gebessert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Krankendaten bei der Kaufmännischen Krankenkasse KKH. Demnach sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Freistaat durchschnittlich 41,1 Tage wegen Depressionen, Angststörungen, Burnout und ähnlichen Krankheiten krankgeschrieben gewesen.

        Das sind zwar 1,6 Tage weniger als im ersten Corona-Jahr 2020, aber immer noch drei Tage mehr als 2019 vor der Pandemie. Auf Platz eins der häufigsten seelischen Leiden in Bayern liegen depressive Episoden mit rund 40.000 Fehltagen gefolgt von kurzzeitigen depressiven Reaktionen und Anpassungsstörungen (rund 34.000 Fehltage). Im Bundesdurchschnitt fehlen Arbeitnehmer 2021 bislang 42,5 Tage aufgrund psychischer Diagnosen.

        12.52 Uhr: Holetschek will weniger Rechte für Ungeimpfte

        Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) spricht sich dafür aus, dass Ungeimpfte künftig in Deutschland weniger Rechte haben. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte er: "Ich glaube, dass es die Motivation zum Impfen möglicherweise ein Stück stärken wird, wenn man auch konkret sieht, welche Möglichkeiten damit verbunden sind."

        Man müsse sich jetzt im Detail anschauen, in welchen Bereichen ein negativer Coronatest nicht mehr gleichwertig zu einer Impfung anerkannt werden könnte. Solch eine Unterscheidung zwischen Geimpften und Ungeimpften sei bei Restaurantbesuchen und privaten Veranstaltungen eher möglich als im öffentlichen Bereich. Außerdem sprach sich, wie bereits Ministerpräsident Söder, auch Holetschek dafür aus, Coronatests kostenpflichtig zu machen.

        Ausgenommen sein sollen bei den Einschränkungen jedoch Kinder unter zwölf Jahren und Menschen, die sich nicht impfen lassen können, so Holetschek. Für über 12-jährige sollten Ausnahmen jedoch eher nicht gelten: "Wir werden bei den über 12-jährigen jetzt relativ schnell eine Diskussion kriegen, ob es nicht doch möglich ist, ein Impfangebot zu machen." Das werde er als Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz forcieren.

        Dabei will er sich offenbar nicht vom Votum der Ständigen Impfkommission (Stiko) einschränken lassen, die derzeit die Impfung für Jugendliche ohne Vorerkrankungen nicht empfiehlt. Auf BR-Nachfrage sagte Holetschek: "Das ist natürlich günstig, wenn die Stiko auch dazu ein Votum gibt. Auf der anderen Seite wird die Politik jetzt irgendwann entscheiden müssen."

        12.34 Uhr: Indien verfehlt selbstgesetztes Impfziel

        Indien wird das selbstgesetzte Ziel von einer halben Milliarde Covid-Impfungen bis Ende des Monats verfehlen. Der Hersteller des einzigen zugelassenen heimischen Impfstoffs, Bharat Biotech, könne die Produktion nicht wie erwartet hochfahren, teilt die Regierung mit. Bislang sind in Indien 430 Millionen Dosen verimpft, ursprünglich sollten bis Ende Juli 516 Millionen Einheiten gespritzt werden. In Indien wurde vergangenen Oktober weltweit erstmals die besonders aggressive Delta-Variante des Virus entdeckt.

        12.22 Uhr: Bund will "keine Impfpflicht durch die Hintertür"

        Die Bundesregierung lässt offen, ob Ungeimpfte bei weiter steigenden Corona-Zahlen mit Einschränkungen rechnen müssen. Zugleich unterstrich Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer: "Es bleibt dabei, wir wollen keine allgemeine Impfpflicht durch die Hintertür." Es müsse aber alles getan werden, um eine Situation wie im Frühjahr zu vermeiden. Innerhalb einer Woche seien die Fallzahlen um 75 Prozent gestiegen. Es seien "zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen", wenn sich diese Entwicklung fortsetze.

        Demmer ließ offen, ob Kanzleramtschef Helge Braun mit seinen Aussagen zu möglichen Einschränkungen für Nicht-Geimpfte die Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel wiedergegeben habe. "Die Geimpften und die Genesenen tragen nicht gravierend zum Infektionsgeschehen bei", sagte Demmer. Ihr Anteil daran sei geringer als bei nur Getesteten. Es gehe um drei Herausforderungen - Erhöhung der Impfquote, Umgang mit Reiserückkehrenden und Umgang mit den steigenden Zahlen. Dazu werde es sicher auch eine Konferenz mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder geben. Einen Termin gebe es aber noch nicht.

        12.07 Uhr: Baerbock schließt Einschränkungen für Ungeimpfte nicht aus

        Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock schließt angesichts steigender Corona-Infektionszahlen Einschränkungen für Ungeimpfte nicht aus. Das Wichtigste sei zunächst, jedem Menschen ein Impfangebot zu machen, sagte sie beim Wahlkampfauftakt der Brandenburger Grünen für die Bundestagswahl in Michendorf. "Und dann im nächsten Schritt, wenn das geleistet worden ist, darüber zu sprechen, dass in manchen Bereichen eben Leute, die geimpft sind, Dinge tun können und andere nicht", erklärte Baerbock.

        Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hatte die Diskussion über Einschränkungen für Menschen ohne Corona-Impfung am Sonntag angestoßen. "Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist", sagte Braun der "Bild am Sonntag".

        11.25 Uhr: München kassiert 2,1 Millionen Euro Corona-Bußgelder

        Die bayerische Landeshauptstadt hat seit März 2020 knapp 2,1 Millionen Euro durch Corona-Bußgelder eingenommen. Das bestätigte das KVR auf BR-Anfrage. Es handelt sich dabei, so KVR-Sprecher Johannes Meyer, nicht um zweckgebundene Einnahmen. Deshalb fließen die Gelder in die Stadtkasse und stehen dem Kämmerer zur Verfügung. Demnach sind seit März 2020 insgesamt 35.265 Anzeigen wegen Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen eingegangen. Damit habe sich das Aufkommen bei der Bußgeldstelle mehr als verdoppelt, so das KVR. Rund die Hälfte des Personals der Bußgeldstelle sei derzeit mit dem Bearbeiten von Corona-Anzeigen beschäftigt. Die Abteilung beschäftige regulär 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um das große Aufkommen zu bewältigen, sei das Team durch interne Umschichtung um weitere 27 Mitarbeiter verstärkt worden. Laut KVR betrug die höchste Geldbuße, die im Zusammenhang mit Corona-Verstößen bislang im Stadtgebiet verhängt wurde, 10.000 Euro. Ein Gaststättenbetreiber hatte die Schutz- und Hygienevorschriften nicht eingehalten, außerdem wurde in seinem Betrieb eine hohe Anzahl an Gästen festgestellt.

        07.37 Uhr: FDP-Chef Lindner gegen Impfpflicht

        Der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner hat sich im Kampf gegen das Coronavirus gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. Außerdem forderte er eine Fortsetzung der Test-Strategie: Testbasierte Öffnungskonzepte haben sich in der Vergangenheit während der letzten Wellen schon bewährt", betonte der FDP-Chef. Diese seien zugleich "eine Möglichkeit dafür, dass wir im Herbst bei steigenden Zahlen gesellschaftliches Leben offenhalten können". Es müsse eine "politische Garantie" geben, dass ein neuer Lockdown ausgeschlossen werde, forderte Lindner.

        Er schlug zudem vor, den Einsatz von mobilen Impfteams auszubauen und das Pandemiegeschehen künftig anders einzuordnen: "Die Orientierung auf die Inzidenz, wie wir sie jetzt gerade auch wieder in der öffentlichen Debatte erleben, überzeugt schon lange nicht mehr", sagte er.

        06.58 Uhr: Frankreichs Parlament billigt strengere Corona-Regeln

        Das französische Parlament hat nach langen Debatten in der Nacht zum Montag eine Verschärfung der Corona-Regeln gebilligt. Damit wird eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen eingeführt. Zudem wird die Nachweispflicht über einen negativen Coronatest, eine Impfung oder Genesung ausgeweitet. Premierminister Jean Castex begrüßte die neuen Regelungen. Die Änderungen sind umstritten. Am Samstag waren nach Angaben des Innenministeriums landesweit mehr als 160.000 Menschen dagegen auf die Straße gegangen. Von August an wird nun ein "pass sanitaire" - also ein Nachweis über einen negativen Coronatest, eine Impfung oder Genesung - auch für Fernzüge, Bars oder Restaurants nötig sein. Frankreich kämpft derzeit gegen eine vierte Corona-Welle. Von den etwa 67 Millionen Einwohnern haben etwa 40 Millionen zumindest eine Impfung.

        06.05 Uhr: Fauci - USA bewegen sich in Umgang mit Corona in "falsche Richtung"

        In weiten Teilen der USA steigen die Corona-Fallzahlen wieder rasant. Der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci hat vor Rückschritten in Kampf gegen die Pandemie in seinem Land gewarnt. Die USA fänden sich gerade in einer "unnötigen Notlage" wieder steigender Fallzahlen wieder, die vor allem auf ungeimpfte Bürger zurückzuführen sei, sagte Fauci in der am Wochenende ausgestrahlten Sendung "State of the Union" des Nachrichtensenders CNN. "Wir bewegen uns in die falsche Richtung". Er sei darüber "sehr frustriert". Unter führenden Köpfen der Gesundheitsbehörden werde aktuell erwogen, das Maskentragen auch für Geimpfte wieder zu empfehlen, sagte der medizinische Chefberater von Präsident Joe Biden weiter.

        04.18 Uhr: 16 weitere Corona-Fälle bei den Olympischen Spielen

        Drei weitere Athleten sind bei den Olympischen Spielen in Tokio positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gaben die Organisatoren am Montag bekannt. Insgesamt gab es 16 weitere Neuinfektionen im Umfeld der Sommerspiele. Damit stieg die Zahl der positiven Tests bei den Spielen seit Beginn der Erfassung am 1. Juli auf 148. Welche Athleten betroffen sind, teilten die Veranstalter nicht mit. Im deutschen Team hatte es am Eröffnungstag in Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben.

        18.58 Uhr: Griechenland empfiehlt Impfungen auch für 12- bis 15-Jährige

        Griechenland empfiehlt nun auch Impfungen für Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren. Diese könnten das Vakzin von Biontech/Pfizer und das von Moderna bekommen, sagt die Chefin des Impfkomitees, Maria Theodoridou. Die Einbeziehung dieser Gruppe in das allgemeine Impfprogramm könne helfen, andere gesundheitsgefährdete Jugendliche und Angehörige zu schützen und den Weg für Schulöffnungen im September zu ebnen. Die griechische Regierung bietet unter anderem Bargeld und kostenlose mobile Daten für Jugendliche, um die Impfquote zu steigern. In Deutschland gibt es Kritik an der Ständigen Impfkommission (StiKo), die die Impfung von über 12-Jährigen bisher nur in Ausnahmefällen empfiehlt.

        18.47 Uhr: Dobrindt will Geimpfte von Quarantänepflichten befreien

        CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich dafür ausgesprochen, Geimpfte von Quarantänepflichten zu befreien. "Die Delta-Variante erhöht das Risiko für Nicht-Geimpfte, eine Infektion zu bekommen und sie weiter zu verbreiten", sagte er der "Welt". Deswegen müssten sich Quarantäne-Regeln von Nicht-Geimpften und Geimpften unterscheiden. Mittelfristig sollten Corona-Tests auch wieder selbst bezahlt werden, fügte der CSU-Landesgruppenchef hinzu.

        18.00 Uhr: New York: Impfung oder wöchentliche Tests für städtisches Personal

        Nach dem medizinischen Personal müssen in New York ab Mitte September auch alle städtischen Mitarbeiter entweder einen Impfnachweis vorlegen oder sich wöchentlich testen lassen. Das teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Montag mit. Unter die zum Schulanfang in Kraft tretende Regelung fallen rund 340 000 städtische Angestellte, darunter auch Polizisten und Lehrpersonal.

        "Der September ist der Schlüsselpunkt der Erholung", sagte de Blasio bei einer Pressekonferenz. "Und deswegen wird am ersten Schultag am 13. September von jedem städtischen Mitarbeiter erwartet, dass er entweder geimpft ist oder sich wöchentlich testen lässt."

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        17.43 Uhr: Zu lange gelagerter Impfstoff verabreicht - Stadt Landshut bietet kostenlose Antikörpertests an

        Nachdem am Freitag (23.07.) bekannt geworden war, dass im Impfzentrum Landshut Moderna-Impfstoff verabreicht wurde, der zu lange gelagert worden war, bietet die Stadt den Betroffenen nun kostenlose Antikörpertests an. Dadurch soll festgestellt werden, ob die Impfung tatsächlich gewirkt hat.

        Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz (parteilos) werde am Mittwoch alle über 1.700 Betroffenen per Brief über das weitere Vorgehen informieren. Für einen Antikörpertest ist eine Blutabnahme erforderlich, die ab kommenden Samstag im Impfzentrum erfolgen wird, heißt es. Darüber hinaus können sich Betroffene auch von Impfärzten persönlich beraten lassen und das weitere Vorgehen im konkreten Einzelfall abstimmen, so Putz. Am rechtlichen Status "vollständig geimpft" ändere sich nichts.

        Des Weiteren teilt die Stadt Landshut mit, dass unter den 1.722 mit abgelaufenem Impfstoff Geimpften keine auffälligen Nebenwirkungen und keine Ansteckungen mit dem Coronavirus aufgetreten sind. Eine Stellungnahme des Gesundheitsministeriums bestätige außerdem, dass "von dem Impfstoff keine Gefahren für die Gesundheit ausgehen und dass es keinen Hinweis auf eine verminderte Wirksamkeit gibt".

        • Zum Artikel: Zu lange gelagerter Corona-Impfstoff in Landshut verabreicht

        17.32 Uhr: Kretschmer sieht Nachteile für Nichtgeimpfte

        Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) sieht bei einer möglichen vierten Corona-Welle im Herbst Menschen mit Impfschutz klar im Vorteil. "Sie dürfen keine Einschränkungen haben wie diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen. Das ist keine Diskriminierung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Die Werkzeuge der Politik seien begrenzt: "Ich halte es für richtig, dass es keinen Impfzwang gibt. Das heißt aber auch, dass man ohne Impfung Nachteile wie das ständige Testen in Kauf nehmen muss." Man habe den Verlauf der Pandemie durch richtiges Verhalten selbst in der Hand.

        Kretschmer, der selbst bereits doppelt geimpft ist, hatte sich wiederholt mit Sorge über die Impfmüdigkeit in der sächsischen Bevölkerung geäußert. Derzeit ist nur knapp die Hälfte der Menschen im Freistaat komplett geimpft: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt die Quote bei 45,6 Prozent. Der Freistaat steht damit bundesweit auf dem letzten Platz, ebenso bei den Erstimpfungen.

        17.18 Uhr: Münchner Stadtrat will Corona-Hilfsfonds für Bedürftige auflegen

        Mit einem rund 7,5 Millionen Euro umfassenden Fonds will die grün/rote Rathaus-Koalition die sozialen Folgen der Corona-Pandemie in München bekämpfen. Mit dem Geld sollen mehrere städtische Sozialprogramme unterstützt werden, so zum Beispiel die Schuldnerberatung oder Angebote in den Alten- und Service-Zentren aber auch die Kinder und Jugendarbeit.

        Wie genau der Fonds finanziert werden soll ist allerdings noch unklar. Angesichts des Einbruchs bei der Gewerbesteuer hat die größte Kommune Deutschlands finanziell zu kämpfen. So hoffen Vetreter des Münchner Stadtrates, dass Bund und Freistaat entweder die Gewerbesteuerausfälle weiterhin überbrücken oder den Kommunen eine größere Schuldenaufnahme erlauben.

        Wie stark die Corona-Pandemie sozial schwache Bevölkerungsgruppen trifft, zeigt der immer höhere Bedarf an geförderten Wohnungen. Seit Juli 2020 registriert das zuständige Sozialreferat eine monatliche Steigerung von rund 800 Anträgen. Bis Ende 2021 geht das Münchner Sozialreferat von über 40.000 aus. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es gut 23.000 Anträge.

        17.12 Uhr: New York verlangt von Beschäftigten Impfung oder wöchentliche Tests

        Die Stadt New York fordert von ihren Bediensteten bis Mitte September eine Impfung gegen das Coronavirus. Andernfalls müssten sie sich künftig wöchentlich testen lassen, kündigte Bürgermeister Bill de Blasio an. Betroffen sind rund 340.000 Beschäftigte, darunter Lehr- und Polizeikräfte. New York ist damit einer der größten Arbeitgeber in den USA, der einen solchen Schritt ergreift.

        Damit wird niemand zu einer Impfung gezwungen. Die Behörden hoffen aber, dass vielen bislang Zögerlichen die wöchentlichen Tests zu umständlich und zu unangenehm sind und sie sich für eine Impfung entscheiden. "Es geht um unsere Erholung. Es geht um das, was wir tun müssen, um New York City wieder zurückzubringen", sagte de Blasio.

        Das angestrebte Datum, der 13. September, fällt mit dem Schulbeginn nach den Ferien zusammen. Der demokratische Bürgermeister hat angekündigt, dass alle Schüler dann wieder Vollzeit-Präsenzunterricht erhalten sollen.

        16.54 Uhr: "Pingdemie" - Britischen Nahverkehrsunternehmen fehlen Mitarbeiter

        Weil sich zunehmend Beschäftigte wegen Corona-Kontakten selbst isolieren müssen, sagen Verkehrsunternehmen in Großbritannien Fahrten ab oder dampfen ihre Fahrpläne ein. Fahrgäste wurden aufgefordert, rechtzeitig ihre Verbindungen zu überprüfen. In London blieben am Wochenende zwei U-Bahn-Linien geschlossen, weil mehr als 300 Mitarbeiter als Kontaktpersonen identifiziert sind und sich deshalb in Quarantäne begeben mussten, auch wenn sie doppelt geimpft sind. Nach dem Warnton der britischen Corona-App sprechen Medien von einer "Pingdemie".

        Auf mehreren Strecken in London fuhren auch am Montag weniger Züge, ebenso auf einer wichtigen Verbindung von der Hauptstadt nach Nordwestengland. Ziel sei, Personalengpässe zu bewältigen und einen zuverlässigen Service zu gewährleisten, hieß es zur Begründung.

        Die "Pingdemie" sorgte zuletzt in vielen Branchen für Probleme. Lebensmittelregale blieben leer und Mülltonnen wurden nicht geleert. Die Regierung will nun Ausnahmen für Beschäftigte in strategisch wichtigen Berufen wie dem Lebensmittelhandel ermöglichen. Sie dürften dann mit einem negativen Corona-Test zur Arbeit erscheinen, auch wenn sie "gepingt" wurden. Die Gewerkschaften kritisierten das Vorhaben scharf.

        16.33 Uhr: Trotz sinkender Inzidenz hohe Corona-Todeszahl in Indonesien

        Indonesiens tägliche Corona-Infektionszahlen gehen weiter zurück - die Zahl der täglichen Todesfälle bleibt aber hoch. Sie liege nahe einem Allzeithoch von mehr als 1.500, teilte das indonesische Gesundheitsministerium mit.

        Das südostasiatische Land registrierte in den letzten 24 Stunden 28.228 Coronafälle, was die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen nach Angaben des Ministeriums auf fast 3,2 Millionen erhöhte. Weitere 1.487 Todesfälle über Nacht ließen die Zahl der virusbedingten Todesopfer auf 84.766 steigen. Die Zahl der täglich Genesenen erreichte einen Höchstwert von 40.374.

        Es gebe Anzeichen dafür, dass die Pandemie in Indonesien unter Kontrolle sei, da die Belegung der Krankenhausbetten und die täglichen neuen Fälle zu sinken begännen, sagte Indonesiens Präsident Joko Widodo am Sonntag. Das viertbevölkerungsreichste Land der Erde gilt dennoch als globaler Corona-Hotspot. Grund ist die Ausbreitung der Delta-Variante.

        16.16 Uhr: USA werden wohl an Einreisebeschränkungen festhalten

        Die USA werden Insidern zufolge wegen des Corona-Virus auch weiterhin Europäern und anderen Ausländern die Einreise in das Land verwehren. "Nach derzeitigem Kenntnisstand mit der Delta-Variante werden die USA an den bestehenden Reisebeschränkungen festhalten", sagte ein Vertreter des US-Präsidialamtes der Nachrichtenagentur Reuters.

        Derzeit können unter anderem Ausländer, die sich zuletzt in den Schengen-Staaten, Großbritannien oder China aufgehalten haben, nicht in die USA einreisen. Fluglinien und Touristikkonzerne hatten in den vergangenen Monaten massiv für eine Aufhebung der Beschränkungen geworben, die für Europäer schon seit über einem Jahr in Kraft sind. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich Mitte Juli bei ihrem USA-Besuch im Gespräch mit US-Präsident Joe Biden für eine Aufhebung für Europäer starkgemacht.

        Vergangenen Freitag hatte die US-Regierung allerdings entschieden, die Einreisebeschränkungen für Reisende aus den Nachbarländern Mexiko und Kanada bis zum 21. August zu verlängern. Dabei hatte Kanada vor kurzem bekanntgegeben, dass vollständig geimpfte Amerikaner ab dem 9. August wieder in das Land einreisen dürfen. In vielen Ländern Europas und in Kanada sind die Impfquoten höher als in den USA.

        12.43 Uhr: Kanzleramtsminister verteidigt Vorstoß zu Einschränkungen für Nicht-Geimpfte

        Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat seinen umstrittenen Vorschlag zur Einschränkung von Rechten Nicht-Geimpfter verteidigt. Sollte es im Herbst zu einem hohen Infektionsgeschehen kommen, sei es die "Ultima Ratio", Kontakte zu beschränken, sagt Braun "Bild Live". Man könne zwar generell mit der Akzeptanz von negativen Tests auch den Nicht-Geimpften viel ermöglichen. Wenn dies aber alles nicht reiche, müssten sie damit rechnen, dass Beschränkungen auf sie zukommen könnten. Er plane damit keine Impfpflicht durch die Hintertür: "Das kann man nicht sagen."

        • Zum Artikel: Kanzleramtschef: Geimpfte bekommen mehr Freiheit als Ungeimpfte

        11.14 Uhr: Dänemark will Kreuzgeimpften dritte Dosis anbieten

        In Dänemark soll Menschen mit einer Kreuzimpfung zweier verschiedener Corona-Impfstoffe eine dritte Dosis angeboten werden. Das dänische Gesundheitsministerium teilte dem Rundfunksender DR mit, dass den Kreuzgeimpften das Angebot eines dritten Pikses gemacht werde, nachdem die nationale Impfkampagne abgeschlossen sei. Grund dafür ist, dass mehrere Länder außerhalb des EU- und Schengenraums eine Impfung mit unterschiedlichen Präparaten bei der Einreise nicht als vollständige Impfung anerkennen.

        10.50 Uhr: Fast die Hälfte der Bevölkerung voll gegen Corona geimpft

        Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland wurde vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von heute (Stand 9.45 Uhr) sind inzwischen 49,4 Prozent der Gesamtbevölkerung voll geimpft. Das sind rund 41,1 Millionen Menschen. 50,6 Millionen - 60,9 Prozent - haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Laut RKI wurden am Sonntag 119.376 Impfungen verabreicht.

        Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge nach wie vor an erster Stelle mit einem Anteil von 69,8 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 56,9 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,6 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (45,6 Prozent).

        10.17 Uhr: Schnellere Erdüberlastung durch Corona-"Reboundeffekt"

        Am Donnerstag ist der globale Erdüberlastungstag. Dann hat die Menschheit nach Berechnungen des Global Footprint Network alle Ressourcen verbraucht, die ihr bei nachhaltiger Nutzung für das gesamte Jahr zur Verfügung gestanden hätten, teilte die Umweltorganisation Germanwatch am Montag in Berlin mit. Durch die Corona-Pandemie hatte sich der Erdüberlastungstag im vergangenen Jahr um mehr als drei Wochen nach hinten verschoben - die Übernutzung der Erde war also etwas zurückgegangen. In diesem Jahr sind jedoch laut Bericht die nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde wieder genau so früh verbraucht wie 2019. "Wir erleben nun den befürchteten Rebound-Effekt, das sprunghafte Wiederansteigen der Emissionen nach dem Höhepunkt der Pandemie", sagte Steffen Vogel von Germanwatch. "Dass der Ressourcenverbrauch trotz Anhaltens der Pandemie schon dieses Jahr wieder das Niveau von 2019 erreicht, zeigt: Wir brauchen dringender denn je ein Umsteuern in der Klima- und Ressourcenpolitik."

        09.44 Uhr: Irland öffnet Innengastronomie für Geimpfte wieder

        In Irland dürfen Restaurants und Cafés in Irland seit heute auch in geschlossenen Räumen wieder Gäste bedienen. Zugelassen sind pro Tisch bis zu sechs Erwachsene, die vollständig geimpft sein müssen, sowie maximal neun Minderjährige als Begleitung. Kurzfristig änderten die Behörden die Regeln für die Kontaktnachverfolgung: Aus jeder Gruppe muss nur eine Person ihre persönlichen Daten angeben.

        Erwartet wird, dass mehr als 3.000 Pubs öffnen, die die bisher geltenden Abstandsregeln nicht erfüllen konnten oder wollten. Viele Kneipen hatten deshalb seit Beginn der Pandemie geschlossen. Bisher haben in dem EU-Staat knapp 2,4 Millionen Menschen - fast die Hälfte der Bevölkerung - zwei Impfungen gegen das Coronavirus erhalten.

        09.07 Uhr: Dutzende neue Corona-Fälle in chinesischer Stadt Nanjing

        In der ostchinesischen Stadt Nanjing nimmt die Zahl der Corona-Neuinfektionen zu. Heute wurden 38 neue Fälle gemeldet, insgesamt waren es damit seit vergangener Woche mehr als 60. Für Zehntausende gelten in Nanjing strenge Ausgangsbeschränkungen, mit Massentests von weiten Teilen der Bevölkerung soll der Ausbruch eingedämmt werden.

        Die Gesundheitsbehörden meldeten auch eine Neuinfektion in der nahe gelegenen Stadt Suqian und eine in der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas. Beide sollen mit dem Nanjing-Cluster in Verbindung stehen. Weitere 36 Infektionen in China waren den Angaben zufolge auf Ansteckungen im Ausland zurückzuführen, die Hälfte davon in der Provinz Yunnan im Grenzgebiet zu Myanmar.

        08.58 Uhr: Weltärztepräsident: Mehr Freiheitsräume für Geimpfte richtig

        Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hält es für richtig, wenn gegen das Coronavirus Geimpfte mehr Möglichkeiten und Freiheitsräume bekommen als Nichtgeimpfte. "Es gibt keinen Grund, Geimpften und Immunen ihre Grundrechte weiter vorzuenthalten, nur weil ein paar ewige Skeptiker sich der Impfung entziehen", sagte er den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. "Das gilt, sobald alle ein Impfangebot erhalten haben. Und das ist inzwischen geschehen."

        08.55 Uhr: Dobrindt will von Stiko Überprüfung der Empfehlung für 12-Jährige erreichen

        CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt fordert die Ständige Impfkommission (Stiko) auf, ihre Empfehlungen für das Impfung von über 12-Jährigen zu überprüfen. "Wir brauchen zügig eine Zulassung der Impfstoffe für unter 12-Jährige und eine erneute Überprüfung der Empfehlungen der Stiko", sagt er mit Blick darauf, dass die Stiko die Impfung der über 12-Jährigen bisher nur in Ausnahmefällen empfiehlt. Mittelfristig sollten Ungeimpfte Tests wieder selbst bezahlen müssen, fügt der CSU-Politiker hinzu. "Diese Normalität für Geimpfte muss auch dann möglich sein, wenn es für Nicht-Geimpfte Einschränkungen bedarf."

        • Zum Artikel: Stiko-Experte: Impfempfehlung ab 12 Jahren derzeit nicht möglich

        08.21 Uhr: SPD-Rechtsexperte Fechner - Einschränkungen für Nicht-Geimpfte verfassungsrechtlich bedenklich

        Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, hat sich gegen schärfere Corona-Einschränkungen für Nicht-Geimpfte ausgesprochen.

        Im r-Inforadio sagte Fechner: "Diese pauschale Ungleichbehandlung von Bürgern halte ich für verfassungsrechtlich höchst bedenklich." Fechner schlug stattdessen vor, stärker für die Impfung gegen das Coronavirus zu werben, "indem wir auf den hohen Nutzen von Impfungen noch intensiver hinweisen. Und ich glaube, wir müssen mittelfristig die Tests kostenpflichtig machen. Ich glaube, das wäre auch ein Anreiz für Bürger, sich impfen zu lassen - wenn sie sich dann nicht mehr testen lassen müssen, um ins Kino oder ins Restaurant gehen zu können."

        • Zum Artikel: Corona-Diskussion über die Rechte von Ungeimpften

        07.15 Uhr: Justizministerin Lambrecht lehnt Impfpflicht ab

        Bundesfamilien- und Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) lehnt eine Impfpflicht ab. "Es wird keine allgemeine Impfpflicht geben", sagte Lambrecht dem "Deutschlandfunk". Sie sei rechtlich auch nicht möglich. Eine Corona-Impfung könne ihrer Einschätzung nach auch keine Voraussetzung für einen Arbeitsvertrag sein. Sollte es in Heimen oder Krankenhäusern Impfverweigerer geben, habe man immer noch die Möglichkeit, dass diese regelmäßig getestet werden müssten. Dass Geimpfte, Genese und Getestete etwa beim Zugang zu Veranstaltungen gleichgestellt seien, habe sich bewährt. Nachdem jeder eine Impfangebot erhalten habe, müsse man aber die Frage stellen, warum die Allgemeinheit diese Tests bezahlen müsse, sagt Lambrecht.

        04.46 Uhr: RKI meldet 958 Neuinfektionen

        Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 958 neue Positiv-Tests. Das sind 412 mehr als am Montag vor einer Woche, als 546 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 14,3 von 13,8 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Drei weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.527. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,75 Millionen Corona-Tests positiv aus. Die Montagswerte sind meist weniger aussagekräftig als die an anderen Wochentagen, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten an das RKI übermitteln und weniger getestet wird.

        00.26 Uhr: Nach Corona-Protesten: Tunesiens Präsident feuert Regierungschef und übernimmt Amtsgeschäfte

        Tunesiens Präsident Kais Saied hat Ministerpräsident Hichem Mechichi in einem überraschenden Schritt seines Amtes enthoben und die Arbeit des Parlaments vorerst ausgesetzt. Er selbst werde die Regierungsgeschäfte gemeinsam mit einem neuen Ministerpräsidenten übernehmen, kündigte Saied am Sonntagabend nach einem Krisentreffen mit Vertretern von Militär und Sicherheitsbehörden an. Zudem werde die Immunität sämtlicher Abgeordneter aufgehoben. Die Ankündigungen folgen auf regierungskritische Proteste in mehreren Teilen des Landes wegen stark steigender Corona-Fallzahlen und einer anhaltenden Wirtschaftskrise. Die Demonstranten forderten dabei den Rücktritt der Regierung und die Auflösung des Parlaments. Tunesien erlebt derzeit einen starken Anstieg der Corona-Fallzahlen. Bisher wurden 555.000 Corona-Infektionen und etwa 18.000 Todesfälle gemeldet. Die Impfungen kommen nur langsam voran. Das Land hat seit den arabischen Aufständen von 2011 als einziges Land der Region den Übergang in die Demokratie geschafft.