Eidinger über seinen "Jedermann" in Salzburg Der Reiche, "der da rumhurt, der übertreibt's ein bisschen"

Lars Eidinger legte die Figur des Reichen nicht als Bösewicht an, sondern als eine Art Max Mustermann, "in der sich jeder wiedererkennen" konnte. Außerdem in der großen BR-Sondersendung zu den ersten Tagen der Salzburger Festspiele: Schauspielerin Mavie Hörbiger und Intendant Markus Hinterhäuser.

Stand: 27.07.2021

spielt den "Jedermann" in Salzburg | Bild: Salzburger Festspiele / Matthias Horn

So schwierig die vergangene Spielzeit (und damit ausgerechnet die Jubiläumssaison) für die Salzburger war, so prächtig hat diese nun also begonnen. Mit Lars Eidinger und Verena Altenberger im "Jedermann", mit der Shakespeare-Adaption "Richard the Kid & the King" und nun mit dem gefeierten "Don Giovanni" von Regisseur Romeo Castellucci und Dirigent Teodor Currentzis. Seit 101 Jahren gibt es die Festspiele jetzt schon - und doch zeigen sie sich vital wie selten.

In der Sondersendung "Salzburger Festspiele Spezial“ präsentieren BR-Moderatorin Ursula Heller und ORF-Kollege Martin Traxl die Highlights der ersten Festivaltage – und begrüßen im Malersaal des Salzburger Festspielhauses den "Jedermann" Lars Eidinger sowie dessen deutsch-österreichische Schauspielkollegin Mavie Hörbiger. Die 41-Jährige ist im Ensemble des Wiener Burgtheaters und spielt im "Jedermann" Gott und Teufel zugleich.

"Ich brauche auch keinen Schwanz!"

"Ich wollte keinen Schwanz": Mavie Hörbiger als Teufel in der Salzburger "Jedermann"-Inszenierung

"Ich wollte keinen Schwanz", sagt sie im Exklusiv-Interview zu ihrer Teufels-Rolle – "Ich brauche auch keinen Schwanz." Eidinger antwortet auf die Frage, warum er den "großen Macker" aus dem "Jedermann" herausgelassen habe: "Um die Identifikation zu ermöglichen. Ich glaube, den Macker würde man von sich weghalten. Oder den Reichen, der da rumhurt und rumsaut, der übertreibt's ein bisschen - der muss dafür bezahlen. Ich wollte, dass jeder die Möglichkeit hat, sich in der Figur wiederzuerkennen."