1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

Schalom 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

Stand: 26.01.2021

Seit mindestens 1700 Jahren leben Jüdinnen und Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschland – nachweislich seit dem 11. Dezember 321, als ein Edikt Kaiser Konstantins die Berufung von Juden in Ämter der Stadtverwaltung von Köln gestattete.

Dieser erste urkundliche Beleg für die Existenz einer jüdischen Gemeinde auf deutschem Boden steht am Anfang einer wechselvollen Geschichte. Einer Geschichte mit tiefen Zäsuren und Brüchen. Aber auch einer Geschichte der Vielfalt und der Bereicherung in allen Lebensbereichen – in Politik und Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport.

Das Jubiläum der Ersterwähnung jüdischen Lebens hierzulande ist Anlass für ein bundesweites deutsch-jüdisches Festjahr. Dieses begleitet der Bayerische Rundfunk das ganze Jahr über in Hörfunk, Fernsehen und online mit einem umfangreichen, laufend um neue Beiträge erweiterten BR-Thema: "Schalom – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".

Porträts

Charlotte Knobloch 2005 | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Porträt Charlotte Knoblochs Traum wurde wahr

In der Nachkriegszeit wollte Charlotte Knobloch München verlassen. Doch sie ist geblieben und setzt sich intensiv für die jüdische Gemeinde der Stadt ein, seit 1985 als ihre Präsidentin. 2005 wurde sie Ehrenbürgerin von München. [mehr]

 Former US Secretary of State Henry Kissinger looks on during a meeting with Russian President Vladimir Putin 2016 | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Porträt Henry Kissinger - Advokat der Fluchtburg

Henry Kissinger ist der berühmteste und umstrittenste Außenminister der USA. So unumstritten seine intellektuelle Brillanz ist, so kontrovers ist sein Ruf als Politiker. [mehr]

Rabbiner Dr. Henry G. Brandt. | Bild: BR zum Video Porträt Rabbi Dr. Henry G. Brandt - Von der Suche nach dem Verlorenen

"Schuld war eigentlich der rosarote Elefant. Sonst wäre ich vielleicht nie nach Deutschland zurückgekehrt", sagt Rabbi Dr. Henry G. Brandt. Was er damit meint und wie sein Kindheitstraum, Trambahnfahrer zu werden, durch eine Abenteuerreise auf einem Schiff nach Tel Aviv ersetzt wurde, davon berichtet der 90-Jährige in diesem Film. [mehr]

Er war mit seiner Band "Pankow" einer der bekanntesten Rockmusiker der DDR: André Herzberg, geboren 1955 in Ostberlin als Sohn von linientreuen Kommunisten. | Bild: BR/Gerald von Foris zum Video Porträt Das Schweigen der Väter - André Herzberg, Sänger und Autor

Er war mit seiner Band „Pankow“ einer der bekanntesten Rockmusiker der DDR: André Herzberg, geboren 1955 in Ostberlin als Sohn von linientreuen Kommunisten. Sie waren aus der Emigration in England heimgekehrt und hatten ihr Judentum gleichsam "abgegeben", um sich nicht dem Misstrauen der Partei oder antisemitischen Vorurteilen auszusetzen. [mehr]

Der Augsburger Rabinner Henry Brandt war lange Mentor für den einstigen Opernsänger - und motivierte ihn, eine Ausbildung zum Kantorzu machen | Bild: BR zum Video mit Informationen Porträt Der Kantor Nikola David

Der serbische Tenor Nikola David hat das Publikum mit seiner Stimme begeistert, ob am Landestheater Thüringen oder am Theater Augsburg. Doch heute steht er nicht mehr auf der Bühne, sondern er singt in der Synagoge. [mehr]

Die jüdische Psychotherapeutin Rahel Mann  | Bild: BR/Andrea Roth zum Video mit Informationen Porträt Ich lebe immer jetzt! - Psychotherapeutin Rahel Mann

Rahel Mann ist eine vielseitige Frau: Ausgebildet zur Medizinerin, hat sie lange als Psychotherapeutin gearbeitet. Mit 60 Jahren ging sie für zehn Jahre nach Israel und studierte dort Hebräisch. [mehr]

Zusammenleben

Thorarollen in der Synagoge Bayreuth  | Bild: BR / Andreas Bönte zum Video Schalom Bavaria Auftakt zum Festjahr in Bayern

Am 12.01.2021 wird in Bayern das Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" offiziell eröffnet. Das Jubiläum geht auf ein Edikt des römischen Kaisers Konstatin zurück, das als erster Nachweis jüdischen Lebens in Deutschland gilt. Die Zeitspanne von 1700 Jahren zu erfassen, ist nur schwer möglich. Die bayerische Eröffnungsfeier führt als Auftaktveranstaltung des Jahres in die vielfältigen Dimensionen der deutsch-jüdischen Geschichte ein, die mehr ist als Holocaust und Antisemitismus. [mehr]

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, spricht bei einer internationalen Gedenkfeier für die Überlebenden des Holocaust im Jüdischen Zentrum München. | Bild: picture alliance/dpa | Angelika Warmuth zum Video Schalom Bavaria Gespräch mit Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Lena Prytula und Dr. Ludwig Spaenle

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres geben Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Ludwig Spaenle, Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, und Lena Prytula, Teilnehmerin des Projekts "Meet a Jew" des Zentralrates der Juden in Deutschland, im Gespräch mit Andreas Bönte einen Einblick in die Entwicklung des jüdischen Lebens bis heute. [mehr]

Josef Schuster und Andreas Bönte | Bild: BR zum Video Jüdisches Leben in Deutschland Ein Gespräch mit Dr. Josef Schuster

Wann hört die Meinungsfreiheit auf und wann schwingt legitime Kritik am Staat Israel in Antisemitismus um? Darüber spricht der Moderator Andreas Bönte mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland Dr. Josef Schuster. [mehr]

Portal der Synagoge Ohel Jakob, Jakobsplatz | Bild: picture-alliance/dpa zum Video Schalom Bavaria Jüdisches Leben in Bayern

Am Beispiel von vier jüdischen Gemeinden wird jüdisches Leben in Bayern porträtiert. Neben jüdisch religiösem Brauchtum wie Rosch Haschana (Neujahrsfest), Jom Kippur (Versöhnungstag) oder den Sukkot-Tagen (Laubhüttenfest) wird besonders hervorgehoben, wie sich jüdische Traditionen mit christlichen Traditionen in sehr entspannter Weise leben lassen. [mehr]

Leny Prytula vom Projekt "Meet a Jew" unterwegs in Nürnberg | Bild: BR/Benedikt Preisinger zum Video Wie junge Menschen Brücken bauen | Doku SchalomAleikum: Meet a Jew!

Das Projekt "SchalomAleikum“ des Zentralrats der Juden in Deutschland fördert die Begegnung von Juden und Muslimen und will dazu beitragen, Spannungen zu lösen. [mehr]

Essen und Trinken

Fürther Zitronentorte | Bild: BR zum Video Jüdische Rezepte wiederentdeckt Die Fürther Zitronentorte

Essen ist Heimat. Und so werden im Jüdischen Museum Franken in Fürth immer mal wieder alte jüdische Rezepte nachgebacken, zum Beispiel aus dem handschriftlichen Kochbuch der Familie Gundelfinger. Eine Herausforderung, vor allem wenn die Backanleitung fehlt ... [mehr]

Zwei Rabbiner beim Teigkneten | Bild: Bayerischer Rundfunk zum Video Zwei Rabbiner am Herd Kochen für den Shabbat in Amberg

Die Israelitische Kultusgemeinde Amberg zeigt, wie die Oberpfälzer Juden früher etwa den Shabbat gefeiert haben. An diesem heiligen Ruhetag haben die Amberger Juden gerne die regionale Küche genossen. Zwei Rabbiner möchten das reiche kulinarische Erbe wiederbeleben. [mehr]

Interview mit Zeev Vilf im "Wir in Bayern"-Wohnzimmer | Bild: BR zum Video 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland Interview mit Zeev Vilf

30 Jahre lang hat Zeev Vilf einen koscheren Lebensmittelladen mit eigener Metzgerei in München geführt. Der gebürtige Pole war mit seiner Mutter in den 50er Jahren nach Isreal ausgewandert, kam aber zum Studium nach Bayern zurück. [mehr]

Kultur

Susanne Weinhöppel an ihrer Harfe. | Bild: BR/Petra Schütz zum Video Der Klang des Lebens Die Harfenistin Susanne Weinhöppel

Das Motto der Musikerin Susanne Weinhöppel: Die Welt mit Klang reparieren. Mal kämpferisch, dann wieder zärtlich erzählt sie in ihren Liedern Geschichten, Gratwanderungen zwischen Trauer und Lebensfreude, Sehnsucht und Ironie, Hoffnung und Witz. Andrea Roth hat in ihrem Film die starke eigenwillige Frau porträtiert. [mehr]

Die Fotografin Sharon Back (rechts) beim Fotoshooting mit Rabbiner Ehrenberg. | Bild: BR/Andrea Roth zum Video Deutschland ist kein warmes Land Die Fotografin Sharon Back

Sharon Back, 1974 in Tel Aviv geboren, wuchs zunächst in Israel auf. Als sie zwölf war, zogen die Eltern mit ihr nach Berlin. In der Schule in Steglitz, erzählt sie, erlebte sie viel Antisemitismus. Mit 18 ging sie nach New York, machte eine Fotografenausbildung und zog wieder nach Tel Aviv. Hier entwickelte sich ihr Schwerpunkt der Porträtfotografie. [mehr]

Die Malerin Ilana Lewitan. | Bild: BR/Sharon Bruck zum Video Lebensgeschichten in Farbe Die Malerin Ilana Lewitan

Ilana Lewitans Bilder tragen Namen wie "Spuren aus der Vergangenheit", "Das Geheimnis des Glücks liegt im Verborgenen" oder "Versuche es, flüstert der Traum". [mehr]

Der Bialik-Platz in Tel Aviv. | Bild: BR/Adrian Klinkan zum Video Deutsch-israelische Bauhaus-Beziehungen Shalom Bauhaus

Anlässlich 100 Jahre Bauhaus 2019 hat sich Tel Aviv aufgeputzt. Auch mit Hilfe deutscher Handwerker. Das Max-Liebling-Haus wurde als Bildungsstätte neu eröffnet. Der Film lädt die Zuschauer zu einem Stadtbummel durch die Tel Aviver Bauhäuser ein. Zu den bekannten und auch weniger bekannten Exemplaren. [mehr]

Zeitzeugen

Aba Lewit (links) und Fabian Eder am Set. | Bild: BR/Backyard - Manufaktur für Film/Carlo Hofmann zum Video Sprich mit mir Aba Lewit und Fabian Eder

Aba Lewit überlebt Mauthausen und seine "Befreiung" und kommt durch Zufall nach Wien, wo er seine spätere Frau kennenlernt - selbst die einzige Überlebende ihrer Familie. [mehr]

Theo Krausz. | Bild: BR/Backyard - Manufaktur für Film/Carlo Hofmann zum Video Sprich mit mir Heinz und Theo Krausz

Heinz Krausz wird von seiner Mutter im letzten Moment in einen Zug gesetzt, der ihn von seiner Heimatstadt Wien nach Triest bringt, wo ihn der bereits geflüchtete Vater auf ein Schiff nach Palästina setzt. Während seine Mutter nach Auschwitz deportiert wird und dort mit Hilfe eines österreichischen SS-Mannes überlebt, [mehr]

Samuel Schrott. | Bild: BR/Backyard - Manufaktur für Film/Carlo Hofmann zum Video Sprich mit mir Herbert und Samuel Schrott

Herbert erzählt seinem Enkel Samuel von seinem Todesmarsch und der Befreiung. Von einer abenteuerlichen Reise in ein zerstörtes Wien. Er spricht über Antisemitismus und Hoffnung. Das Gespräch mit seinem Enkel ist von Humor genauso geprägt wie von berührenden Momenten. [mehr]