Religion


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Sukkot Das jüdische Laubhüttenfest

Jedes Jahr im Herbst feiern die Juden ihr Laubhüttenfest, das hebräische Sukkot. Sie danken für die Ernte und erinnern an die Flucht des israelischen Volkes aus der ägyptischen Knechtschaft.

Stand: 08.01.2017 | Archiv

Juden feiern das Laubhüttenfest | Bild: picture-alliance/dpa

24 September

Montag, 24. September 2018

Für die Feiertage des Laubhüttenfestes errichten viele Juden im Garten, auf dem Balkon oder im Hof Laubhütten, meist aus Stoffplanen und Ästen. Für den Bau dieser sogenannten Sukka gibt es festgelegte Regeln. So ist beispielsweise die Anzahl der Wände vorgegeben, die Mindestgröße oder die Beschaffenheit des Daches. In dieser Laubhütte werden dann die Mahlzeiten eingenommen, Gäste empfangen, gefeiert, gebetet und mitunter sogar übernachtet – eine ganze Woche lang.

Symbol für Schutz und Vergänglichkeit

Mit dem Bau der Laubhütte gedenken die Juden der Befreiung des israelischen Volkes aus der ägyptischen Knechtschaft. Vierzig Jahre mussten sie nach der Flucht durch die Wüste wandern, bis sie endlich das gelobte Land erreichten. Dabei dienten die selbstgebauten Laubhütten als Behausung und boten Schutz.

Aber nicht immer stand das Laubhüttenfest in einem heilsgeschichtlichen Zusammenhang. Ursprünglich wurde es als Erntedankfest gefeiert. Während der Erntezeit standen die Hütten auf den Feldern. Sie boten Schutz vor der Mittagssonne, dienten zum Feiern oder auch zum Übernachten.

Neben der historischen Deutung des Sukkots sollen die Feierlichkeiten die Gläubigen auch stets an das Elementare im Leben erinnern. So symbolisiert die Laubhütte Vergängliches, auf das man nicht vertrauen sollte. Besser sei es doch, mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein und sich nicht an Besitz zu klammern. Gott hingegen ist unvergänglich, ihm kann immer vertraut werden.

"Strauß der vier Arten" als Erntedank

Zur Feier des Laubhüttenfestes gehört ein Strauß mit vier vorgegebenen Pflanzenarten. Der Lulaw, wie er genannt wird, besteht aus Etrog, einer Zitrusfruchtart, einem Dattelpalmzweig, Myrte und Bachweide. Den Strauß bringen die Gläubigen zur Feier in die Synagoge.

Zu Hause soll der Lulaw beim täglichen Gebet in alle Himmelsrichtungen und nach oben und unten geschüttelt werden. Mit dem Strauß wird Gott für die reichhaltigen Gaben der Natur gedankt.

Das Laubhüttenfest beginnt jedes Jahr fünf Tage nach dem Versöhnungsfest und dauert sieben Tage.

Laubhüttenfest: Termine ab 2018

2018: 24. - 30. September
2019: 14. - 20. Oktober


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