Bayern 2 - Hörspiel


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Dokumentarische Höredition

Stand: 20.11.2017 | Archiv

Anita Lasker-Wallfisch  | Bild: Dominik Gigler

Die Quellen Sprechen

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945
Dokumentarische Höredition

Von den antisemitischen Aktionen in Deutschland nach der nationalsozialistischen Machtergreifung zum Holocaust, der sich über ganz Europa erstreckt: Schauspieler und Zeitzeugen lesen hunderte von ausgewählten Dokumenten – verfasst von Tätern, Opfern und Beobachtern. Zeitungsberichte, Hilferufe, Verordnungen, Befehle, Privatbriefe und Tagebuchaufzeichnungen. Historiker erläutern die politischen Hintergründe und diskutieren Forschungsfragen. Zeitzeugen erzählen, was ihnen widerfuhr und wie sie überleben konnten.

Die dokumentarische Höredition Die Quellen sprechen entsteht im Zeitraum von 2013 bis 2018. Sie folgt in ihrer Auswahl dem aktuellen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Editionsprojekt zur Judenverfolgung 1933-1945, das viele Dokumente erstmals zugänglich macht.

Radio - Hörbuch - Webseite

Die Höredition wird im Radio und im Internet präsentiert: Nachdem 2013 die erste Staffel mit den ersten vier von insgesamt 16 Teilen veröffentlicht wurde, folgte im Mai 2015 die zweite Staffel mit weiteren vier Teilen. Im November 2017 sendet Bayern 2 in einem fast acht Stunden umfassenden Die Quellen sprechen-Programm erstmals im Radio 15 Gespräche mit Zeitzeugen und Wissenschaftlern, die im Zeitraum von 2012 bis 2015 aufgenommen wurden.

Die Webseite die-quellen-sprechen.de macht alle Dokumente der Höredition sowie die Gespräche mit Historikern und Zeitzeugen dauerhaft öffentlich zugänglich. Die gesprochenen Quellen werden ergänzt durch Kurzbiografien, Manuskripte und erweiterte Recherchemöglichkeiten.

Die Höredition Die Quellen sprechen bietet drei Reihen an:

Dokumente

Ausgangspunkt der Höredition sind ausgewählte, von Schauspieler-/innen und Zeitzeugen gelesene Dokumente der Publikation Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Diese Reihe mit Lesungen wird ein Volumen von dreißig Stunden umfassen.

Diskurs

Die Reihe Diskurs ermöglicht Historiker/-innen Forschungsfragen und Hintergründe zu erläutern und zu diskutieren. Weitere Gespräche setzen sich mit Entwicklung, Konzeption und Realisation der Höredition auseinander. In Vorbereitung sind Beiträge, die den Diskurs erweitern und generell den Kontext zur aktuellen, Holocaust-Forschung herstellen sollen.

Zeitzeugen

Persönliche, lebensgeschichtliche Einblicke vermittelt die Reihe Zeitzeugen: hier berichten an der Höredition mitwirkende jüdische Zeitzeugen, wie sie die Verfolgung erlebt und überlebt haben. Ein Ziel der Höredition ist es, die letzte Möglichkeit mündliche Überlieferungen von Holocaust-Überlebenden aufzuzeichnen, zu nutzen und überhaupt Zeitzeugen an dem Projekt stark zu beteiligen. Deshalb geben die Zeitzeugen nicht nur Opferdokumenten ihre Stimme, sie erzählen auch von ihren eigenen Erfahrungen.


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