Bis 04.08. in der arte Mediathek "Toni Erdmann" von Maren Ade

Er ist wieder da: Toni Erdmann, der schräge Typ mit dem schiefen Gebiss und der Wischmob-Frisur. Sandra Hüller und Peter Simonischek glänzen als Vater-Tochter-Gespann, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Eine absurd schöne Familiengeschichte, von der Kritik zurecht gefeiert.

Stand: 31.07.2020

Toni Erdmann - Filmszene | Bild: NFP

Auch wenn's mit dem Auslands-Oscar nichts geworden ist: "Toni Erdmann" ist und bleibt eine der besten deutschen Komödien der letzten Jahre. 2016 feierte die Vater-Tochter-Geschichte von Maren Ade in Cannes Premiere, die internationale Presse war begeistert, der Film galt als Favorit auf die Goldene Palme. Denn so etwas hatte man lange nicht gesehen: einen deutschen Film, der wirklich witzig war, für die Lacher nicht die Brechstange einsetzte, sondern schräge Ideen und kluge Dialoge – und allem voran zwei herrlich aufspielende Hauptdarsteller.

Die eine nackt, der andere im Kukeri-Kostüm

Im Interview haben Sandra Hüller und Peter Simonischek erzählt, dass sie noch während der Dreharbeiten nicht wussten, was genau Maren Ade ausheckte. Ein ums andere Mal ließ sie die Darsteller Szenen wiederholen, die Handlung blieb die gleiche, die Stimmung allerdings variierte. Denn Ade liebt es, ihre Figuren zu beobachten, sie kennenzulernen und herauszufinden, was noch in ihnen stecken könnte, was ihre Geheimnisse sein könnten. Vielleicht ist das der Grund, warum sie schnurstracks ins Langzeitgedächtnis stiefeln und es sich dort gemütlich machen – die eine nackt, der andere im Kukeri-Kostüm.

Wer jetzt die Achseln zuckt und nicht weiß, wovon die Rede ist: Bis zum 04. August kann diese Wissenslücke mit einem Besuch der arte Mediathek geschlossen werden.