Stream: ARTE Concert David Bowies letzter Auftritt als Ziggy Stardust

Vielleicht die ikonischiste Metamorphose des Pops: David Bowies in seiner Rolle des inergalaktischen Rockstars "Ziggy Stardust". Den letzten Auftritt hatte Bowies Kunstfigur 1973. Hier geht's zum restaurierten Konzertmitschnitt.

Stand: 05.01.2021

Ziggy Stardust and the Spiders from Mars (1973)David Bowie (Studio Canal Archive Collection - Digitised from Transparency) | Bild: picture alliance / Mary Evans Picture Library

1973, London. Die Sonne sinkt vor der Hammersmith-Arena. Geich wird hier die Zukunft zu Ende gehen und hunderte junge Leute haben sich dafür rausgeputzt. Mädchen in Schlaghosen mit glitzernd bepinselten Cyberclownbäckchen, Jungs mit neonfarbenen Blitzen quer über die Augenpartie und dazwischen leuchten orangerot wie Marssand etliche Imitationen jenes ikonischen Vokuhilas mit dem Bowie für Furore sorgte. Er ist das Markenzeichen diesen androgynen Starman, der gleich ein letztes Mal die Galaxis mit seinem Sound elektrifizieren wird: Ziggy Stardust.

Der Film "Ziggy Stardust And The Spiders From Mars" zeigt David Bowies letzten Auftritt mit seiner Band "Spiders From Mars". Es ist zugleich sein Abschied von der Kunstfigur "Ziggy Stardust", mit der er die Popwelt 1972 auf den Kopf gestellt hat und zwar mit dem Konzeptalbum "The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars". Das Album erzählt von dem sexfreudigen und drogensüchtigen Weltraumrockstar Stardust, der Liebe und Frieden verkündet, während in "Five Years" unsere Welt zu Ende geht. Ein vergebenes Unterfangen, Stardust ist am Ende nur ein futuristischer Quijote im Angesicht intergalaktischer Windmühlen.

Großer Sound und einzigartiges Zeitdokument

Auf seinem Abschiedskonzert spielt Bowie natürlich die großen Hits des Albums wie "Starman" oder "Suffragette City", aber auch frühere Weltraumgeschichten wie die von Major Tom in „Space Oddity“. Auftritt er mal zusammen mit der Band in Glamrock-Manier, mal ganz allein, garantiert aber in immer ausgefalleneren Kostümen.

Der Film ist dabei kein reiner Konzertmitschnitt, sondern zeigt dazwischen auch Backstage-Impressionen. Etwa wenn Bowie nackt bis auf die Unterhose und Zigarette rauchend ein Pläuschchen hält. Die Stardustpose bleibt perfekt bis in die Garderobe. "Ziggy Stardust And The Spiders From Mars" wird dadurch zu einem faszinierenden musikgeschichtliches Zeitdokument, das einen den Charme des tausendgesichtigen Bowies noch einmal nachempfinden und die Songs nocheinmal ganz anders hören lässt.

2003 erschien der Film von D.A. Pennebaker in einer komplett restaurierten Fassung. Gemischt wurde die Musik von Tony Visconti, der neben Bowie auch T.Rex, Thin Lizzy oder Morrissey produzieren sollte. Der Film "Ziggy Stardust And The Spiders From Mars" ist bis zum 13. Februar hier und auf Arte Concert verfügbar.