Zukunftsperspektiven Museen müssen Orte der Begegnung bleiben

Ein Museum ist kein Haus, in dem tote Objekte hängen – Museen sind Orte, an denen sich Menschen begegnen. Sagt Matthias Mühling, Direktor des Münchner Lenbachhauses. Dass Ausstellungen gerade schlecht besucht sind, stellt die Kunsthäuser deshalb vor mehr als nur Geldprobleme.

Stand: 15.09.2020

Lenbachhaus in München | Bild: BR / Ernst Eisenbichler

Die Salzburger Festspiele wurden 100 Jahre alt – und sie fanden statt, welch eine Sensation! Unter strengen Corona-Maßnahmen und ohne Virus-Zwischenfälle. Die Filmfestspiele Venedig waren ebenfalls Covid-frei. Und wie macht man’s in Bayern?  

Die Museen sind wieder offen, doch alle Probleme sind damit nicht aus der Welt geschaffen. Symposien, Schulklassen, Touristen aus Übersee: Das alles war einmal. Die Luftfeuchtigkeit im Museum ist schön hoch, die Viren sinken dort zu Boden. Und dennoch kommen unter der Woche keine Gruppen mehr. 

Kunstfreunde kommen auch jetzt, irgendwie finden sie ihren Weg in die Ausstellungen. Gar nicht mehr aber kommen Menschen, die es eher zufällig ins Museum führt, etwa als Ausflugsgruppe. Genau diese Zufallsbesucher aber machen 50 Prozent des Publikums aus.  

Der Leiter des Lenbachhauses in München, Matthias Mühling, befürchtet, dass die Museen deshalb eine ihrer zentralen Funktionen verlieren: “Ein Museum ist ein Ort, an dem sich Menschen vor Kunst begegnen, insbesondere in großen Gruppen. Dadurch entsteht Diskussion, Streit, Kritik. Und das ist im Moment vom Museum und von der Kunst abgeschnitten.“ 

Hier der ganze Beitrag zum Thema aus der BR Kulturmagazin "Capriccio" vom 15.9.2020 in der BR Mediathek.