Livestream mit Christoph Süß Verleihung des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises

Kunst kann etwas bewegen! Das beweisen die vier prämierten Filme, die mit dem diesjährigen Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet werden. Hier im Livestream am 5.12. um 19:00 Uhr.

Stand: 25.11.2020

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ehrt alle zwei Jahre Regisseur*innen und Autor*innen, die sich mit ihren Kino-, Fernseh- und Filmproduktionen in herausragender Weise mit dem Thema Menschenrechte auseinandersetzen. Ausgezeichnet werden vier Produktionen und wir übertragen die Verleihung hier im Livestream (siehe unten):

In der Kategorie Langfilm: Für Sama

Die Filmemacher Waad al-Kateab und Edward Watts haben einen beeindruckenden Film gedreht. FÜR SAMA ist ein filmischer Liebesbrief an al-Kateabs im Krieg geborene Tochter. Über Jahre hat die junge Frau mit ihrem Handy und ihrer Kamera zunächst die Protestbewegungen und dann den furchtbaren Krieg in Syrien dokumentiert. „Für Sama“, so urteilt die Jury, "ist ein Film der wehtut und den jeder in der Welt sehen muss, auch wenn es teilweise nicht auszuhalten ist, was in seiner Drastik wie in seinem extrem subjektiven Fokus für manche Zuschauer auch manipulativ wirken kann." 

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FÜR SAMA | Trailer deutsch german [HD] | Bild: kinofilme (via YouTube)

FÜR SAMA | Trailer deutsch german [HD]

In der Kategorie Kurzfilm: Ab 18! - Die Tochter von ..

Als Micaela drei Jahre war, wurde ihre Mutter entführt. Ihre Kindheit in Argentinien war geprägt von der Suche nach der Mutter. Mit 19 Jahren lebt Micaela erstmals allein - ohne Polizeischutz. In Argentinien gilt der Fall Marita Verón als Politikum. - Eine junge Frau, die von Menschenhändlern auf offener Straße verschleppt wurde, und bis heute verschwunden ist. Und ihre Tochter, die angetrieben von der kämpferischen Großmutter, von klein an auf der Suche war. Wie lebt man ein Leben, in dem man in erster Linie "die Tochter von" ist?
Die Jury lobte: "Der Film berührt uns, weil er uns verdeutlicht, wie wichtig es ist, unseren eigenen Weg mit Mut und Willenskraft zu gehen, seien die Umstände noch so schwer."

In der Kategorie Hochschule und Bildung: Masel Tov Cocktail

Dimitrij Liebermann (19) ist Jude und hat Tobi geschlagen. Dafür soll er sich entschuldigen. Nur leid tut es ihm nicht unbedingt. Auf dem Weg zu Tobi begegnet Dimitrij ein Querschnitt der deutschen Gesellschaft und immer wieder ein Problem, das es auszuhandeln gilt: Seine deutsch-jüdische Identität. Eine Bestandsaufnahme. Die Jury begründete ihr Urteil so: "Der „Masel Tov Cocktail“ kommt süffig daher, mit extrem herber Note im Abgang treffen Arkadij Khaet und Mickey Paatszch sehr geschmackssicher den Punkt: Ihr Film teilt in alle Richtungen aus und ist wohltuend respektlos."

In der Kategorie Non-Professional: Just. Another. Month.

Weltweit haben mehr als 500 Millionen Frauen während ihrer Periode keinen Zugang zu Sanitärprodukten. Das betrifft vor allem die Länder des globalen Südens. Oft fehlen sowohl angemessene sanitäre Infrastrukturen. Dieses Phänomen wird auch als Periodenarmut bezeichnet. Es führt zur Nutzung von unhygienischen Materialien, wie Blätter, Zeitungspapier oder Stofffetzen, was wiederum Infektions- und Krankheitsrisiken erhöht. In Namibia leiden viele Frauen und Mädchen nicht nur unter Periodenarmut, sondern vor allem darunter, dass die Menstruation als etwas Unreines oder als Tabu betrachtet wird.
Rosa-Lena Lange und Charlotte Weinreich sind zwei Studentinnen aus Freiburg, die diesen Dokumentarfilm gedreht haben. Die Jury hebt lobend hervor: "Dem Film gelingt es gleichzeitig, Frauen nicht als Opfer zu stilisieren. Die Zuschauer*innen merken: Es geht hier auch um Lösungen."

Livestream am 5.12. – 19 Uhr

Am Samstag, den 5. Dezember 2020 um 19:00 Uhr wird der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis vergeben. Die Veranstaltung findet nur online statt, wird von Christoph Süß moderiert und von der KulturBühne live übertragen:

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