Nobelpreisträgerinnen zur Politik Herta Müller spricht mit Swetlana Alexijewitsch

Die Nobelpreisträgerinnen Herta Müller und Svetlana Alexievich haben bittere Erfahrungen in kommunistischen Regimen in große Literatur und resiliente Sprache übersetzt. Wie das geht? Darüber sprechen sie auf dem Digital-Festival "re-writing future".

Stand: 22.02.2021

Der Film begleitet Herta Müller auf Reisen nach Stockholm, beobachtet sie im Umgang mit dem kräftezehrenden Betrieb auf der Frankfurter Buchmesse, auf Lesereise in Krakau, in Berlin, wo sie heute lebt. Wochenlang durchstöbert sie ihre Securitate-Akte in Bukarester Archiven, drei ganze Ordner voll Abhöraktionen, Verleumdungskampagnen, Psychoterror. | Bild: BR/BR

"In einer Diktatur kann es keine Städte geben, weil alles klein ist, wenn es bewacht wird", schreibt Herta Müller in "Herztier". Wie kaum eine andere Literatin weiß die in Rumänien als Teil der deutschsprachigen Minderheit geborene Müller messerscharfe Kritik zu formulieren, gerade wenn es um die Aufarbeitung der Verbrechen während des Kommunismus geht. Dies nicht nur in Interviews, sondern auch in ihrem mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnetem Roman "Atemschaukel". Der speist sich unter anderem aus dem Bericht ihres Schriftstellerfreunds Oskar Pastior, der als 17jähriger in die Sowjetunion deportiert wurde.

Mit dieser lyrischen Energie stößt die rumänisch-deutsche Schriftstellerin nicht nur in jene Gefühlswelten vor, denen Menschen, die Unterdrückung erfahren, ausgesetzt sind. Sie entwickelte dabei eine der beeindruckendsten literarischen Handschriften der letzten Jahrzehnte.

Sprache der Hoffnung

Auf dem Berliner Digital-Festival "re-writing future" wird Müller nun auf eine nicht minder prägende Autorin treffen: Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch. Die in der Ukraine geborene und in Weißrussland lebende Schriftstellerin litt selbst unter sowjetischer Zensur und erhielt erst spät Anerkennung für ihr literarisches Werk, in dem die Befragung von Zeitzeugen eine große Rolle spielt: etwa bei der Aufarbeitung von verdrängten Kriegserlebnissen oder Tschernobyl-Katastrophe.

Heute gehört die Nobelpreisträgerinnen zu den scharfen Kritikern von Putin und Lukaschenko. Im Dialog werden die beiden sprechen, wie aus einer Praxis des Widerstands eine Sprache der Hoffnung werden kann.

YouTube-Vorschau - es werden keine Daten von YouTube geladen.

BERLINER KORRESPONDENZEN mit Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch [DE] | Bild: Maxim Gorki Theater (via YouTube)

BERLINER KORRESPONDENZEN mit Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch [DE]