Eltern ohne Filter-Podcastfolge über Adoption Wie ein Paar über Umwege zu Eltern wurde

Charlotte und ihr Mann durften zwei Mädchen direkt nach der Geburt adoptieren. Auch wenn sie die leiblichen Eltern ihrer Kinder nicht kennen, spüren sie eine tiefe Verbindung zu ihnen.

Stand: 18.11.2020 | Archiv

Ein Spielzeug-Mobile hängt in einem Kinderzimmer. | Bild: BR/Julia Müller

Das Leben von Eltern zu zeigen wie es ist, das hat sich der BR-Podcast „Eltern ohne Filter“ vorgenommen. Sie sprechen mit Vätern darüber, was ihre Rolle als Hausmann mit ihnen macht, mit Müttern über die Frage, ob sie sich selbst noch erkennen, nun, da die Kinder da sind und mit Paaren über die vielen Wege, Kinder zu bekommen.

Der Schmerz, ungewollt kinderlos zu sein, er trifft Paare oft unvorbereitet und hart, wenn Freunde im Umfeld schwanger werden. „Eine Freundin hat mir eine Karte geschickt, auf der stand 'Ich bin schwanger!'. Da hat es mich so niedergestreckt, dass ich nur noch im Bett lag und geheult habe“, erzählt Charlotte über den Tag, an dem sie entschied, sich von dem unerfüllten Kinderwunsch nicht weiter unterkriegen zu lassen.
Sie und ihr Mann beschlossen, Kinder auf einem anderen Weg zu bekommen: Sie wollten ein Kind adoptieren.

Der lange Weg zum Wunschkind

Mit dieser Entscheidung ging für das Paar ein neuer steiniger Weg los: Antrag auf Adoption, das endlose Warten, das Bangen um ein Kind und das Gefühl, dass einem bei jedem Anruf des Jugendamts das Herz in die Hose rutscht. Es könnte sofort klappen, ein Kind zu adoptieren, vielleicht erst in ein paar Jahren oder auch nie. „Ich habe mich irgendwann entschieden, etwas für das Kind zu nähen, das wollte ich mir nicht nehmen lassen“, sagt Charlotte. Gleichzeitig versuchte sie, sich gedanktlich darauf vorzubereiten, gar nicht Mutter zu werden.

Auf der einen Seite ist das Paar, das sich ein Kind wünscht, auf der anderen Seite eine Mutter, die ihr Kind abgibt. Adoption ist noch immer stigmatisiert. Zu unrecht, findet Charlotte. „Da ist jemand, die geht gerade einen ganz schweren Weg alleine. Und sie macht das, weil sie ihr Kind liebt.“ sagt sie.