Bayern 1 - Experten-Tipps


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Pflanzenfragen Nutzgarten

Tomaten, Gurken, Bohnen, Kräuter, Äpfel ... dem Nutzgarten sind schier keine Grenzen gesetzt. Für eine reiche Ernte gibt's einiges zu beachten. Die BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner beantwortet Ihre Fragen.

Von: Karin Greiner

Stand: 15.03.2019

Nutzgarten | Bild: mauritius-images

Woran erkenne ich, dass der Kürbis reif ist?

Die Größe allein gibt noch keinen Hinweis auf den Reifegrad. Dazu müssen Sie auf andere Merkmale achten. Zum einen sollte die Farbe voll ausgeprägt sein. Der Hokkaido ist zum Beispiel leuchtend orange. Außerdem sollten Sie hören, ob er reif ist. Dazu klopfen Sie mit einem Finger oder der flachen Hand vorsichtig auf den Kürbis. Wenn’s hohl klingt, ist die Frucht reif. Wenn beide Merkmale zutreffen, können Sie den Kürbis ernten. Dazu immer ein Stück Stiel mit abschneiden. Der Stiel sollte schon ein bisschen holzig sein. Dann brauchen Sie zum Ernten auch ein gutes Messer oder eine scharfe Gartenschere. Den Kürbis samt Stiel können Sie dann trocken und kühl lagern. Allerdings halten sich Hokkaidos nicht ewig. Nach ein paar Wochen sollten Sie ihn schon verzehren.

Warum trägt mein Quittenbäumchen so wenig Früchte?

Das kann zum einen daran liegen, dass während der Blütezeit schlechtes Wetter war und die Bienen deshalb nicht zum Bestäuben ausgeflogen sind. Wenn Sie Ihr Quittenbäumchen zurückgeschnitten haben, trägt es meistens in dem Jahr auch weniger Früchte. Quitten setzen ihre Blüten an den Triebspitzen an – und genau die werden ja weggeschnitten. Aber grämen Sie sich nicht: Die Verjüngungskur ist eine wichtige Erholung für den Baum. Im Jahr darauf wird er dann umso mehr Früchte tragen.

Gibt es unter den Vogelbeeren auch giftige Sorten?

Vogelbeeren, die Früchte der Eberesche, reifen in sehr unterschiedlichen Farbtönen. Von kräftig rot bis orange. Alle enthalten einen ähnlich hohen Anteil an Parasorbinsäure. Deshalb können Vogelbeeren roh, und in größeren Mengen genossen vor allem bei Kindern zu Bauchschmerzen und Durchfall führen. Wegen ihres bitteren Geschmacks sind die Früchte für Kinder aber normalerweise wenig attraktiv.

Von Erwachsenen werden auch rohe Beeren in der Regel gut vertragen, abgekocht sind Vogelbeeren auch für Kinder unproblematisch. Für Liköre oder Chutneys sind reife Früchte aller Farbtöne geeignet. In Gärten findet sich manchmal auch die sogenannte Mährische Eberesche, eine Zuchtform mit einem extrem niedrigen Parasorbinsäure-Gehalt. Sie erkennen sie an den größeren Früchten, die auch deutlich weniger bitter schmecken als ihre wilden Verwandten.

Warum schmeckt der Salat aus dem Garten bitter?

Das kann verschiedene Ursachen haben. Es gibt Salatsorten, die sehr bitter schmecken. Vielleicht haben sich davon Samen in Ihr Samentütchen verirrt. Zum anderen kann es sein, dass im Beet nebenan Pflanzen stehen, die viel Wasser brauchen, wie ein Buchs zum Beispiel. Er macht es dem Salat streitig. Dann schmeckt der Salat auch bitter, weil er nicht genügend Wasser bekommt. Hier können Sie einfach mehr und auch gezielt am Salat gießen.

Wenn Sie erst bei der Ernte merken, dass der Salat bitter schmeckt, hilft es, wenn Sie ihn gründlich waschen. Das Wasser entzieht den Milchsaft, also die Quelle der Bitterkeit. Außerdem können Sie Strunk und Blattadern großzügig entfernen, um den Geschmack zu mildern. Oder Sie bereiten einen Mischsalat als milden und bitteren Sorten zu. Und zu guter Letzt: Bitterstoffe sind für den Körper gesund!

Eignen sich Kaffeesatz oder Teeblätter als Dünger?

Kaffeesatz und Teeblätter sind eigentlich keine Dünger, sondern viel mehr Bodenverbesserungsmittel. Sie säuern den Boden leicht an und sorgen für eine bessere Krümelstruktur. Das mögen die meisten Pflanzen (außer Kohlgewächsen, die einen basischen, kalkhaltigen Boden brauchen), wenn Sie es in „haushaltsüblichen“ Mengen verwenden. Wer unsicher ist, kompostiert Kaffeesatz und Teereste.

Wenn Sie ein Ameisenproblem haben, können Sie Kaffeesatz streuen. Das vertreibt die Tiere.

Wie sinnvoll ist eine Bodenanalyse?

Wenn in Ihrem Garten alles gut wächst, brauchen Sie keine Bodenanalyse. Bei einer Gartenneuanlage kann es durchaus sinnvoll sein. Oder wenn Ihr Gemüse nicht gut gedeiht oder die Zierpflanzen mickern. Das muss auch nicht jedes Jahr gemacht werden, sondern es reicht alle drei bis fünf Jahre. So eine Bodenanalyse ist nicht teuer, es kostet etwa 20 Euro. Sie bekommen dann Informationen über die in der Erde enthaltenen Hauptnährstoffe sowie eine Düngeempfehlung.

Bodenanalysen führen zum Beispiel Garten-Center, private Labors, Gartenbauvereine oder die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim durch.

Ist der weiß-gräuliche Belag auf der trockenen Erde im Gewächshaus schädlich?

Nein, das ist nicht schlimm. Dabei handelt es sich um Salzausblühungen. Die Erde im Gewächshaus verliert schneller an Nährstoffen, weil die Pflanzen hier einfach intensiver wachsen als im Freiland. Sie können die obere Erdschicht (etwa 20 Zentimeter) erneuern. Um die Salzausblühungen einzudämmen und gleichzeitig den Pflanzen etwas Gutes zu tun, können Sie mehr Humus in die Erde geben. Auch eine Mulchschicht hält den Boden aktiv und ist gleichzeitig Nahrung für die Pflanzen. Solange alles wächst, ist auch die Salzschicht kein Problem.

Allerdings sollten Sie die Schicht genau anschauen: Wenn sie ein "Pelzchen" hat, könnte es Schimmel sein. Der entsteht, wenn das Gewächshaus nicht gut gelüftet wird und die Erdoberfläche ständig feucht ist.

Das Mispelbäumchen ist sieben Jahre alt und etwa zwei Meter hoch. Warum blüht es nicht?

Mispeln werden etwa 80 bis 100 Jahre alt. Mit sieben Jahren ist das Bäumchen quasi noch ein Kind. Es ist einfach noch zu jung, um Blüten zu bilden. Das kann bis zu 20 Jahre dauern, bis aus dem Bäumchen ein Baum wird. Damit die Mispel gut wächst und gedeiht, braucht sie einen halb-schattigen Standort. Sie mag’s warm und gedeiht in den Regionen, in denen Wein wächst, am besten.

Was ist der Unterschied zwischen einer Mispel und einer Mistel? Oder ist es ein- und dasselbe?

Die Mispel ist ein Obstbaum, der kleine braune Früchte trägt. Sie sind etwa so groß wie eine Walnuss oder eine kleine Aprikose, sehen ein bisschen wie ein kleiner brauner Apfel aus. Ihr Geschmack ist leicht säuerlich. Richtig gut schmecken sie erst, nachdem sie Frost erlebt haben.

Die Mistel hingegen hängt oben im Baum und ist ein Schmarotzer. Allerdings richtet sie kaum Schaden an, ein ausgewachsener Apfelbaum kann bis zu fünf große Misteln tragen. Misteln liefern die Zweige, unter denen sich Verliebte in der Weihnachtszeit küssen.

Woran liegt es, wenn die Jalapeno-Paprika nicht wirklich scharf werden?

Paprika oder Peperoni brauchen viel Zuwendung und Wärme, vor allem am Ende der Reifezeit, um scharf zu werden. Eigentlich brauchen sie einen tropischen Sommer, den gibt’s aber in Bayern nicht. Desweiteren hilft es, wenn Sie die Paprika zum Schluss weniger gießen und nicht mehr düngen. Dann bilden sie Schärfe aus. Pflanzen sind Lebewesen, es lässt sich nicht immer steuern, was sie machen. Mir ist es zum Beispiel auch schon passiert, dass an einer Pflanze unterschiedlich scharfe Paprika dran waren. Am besten einfach nächstes Jahr wieder versuchen!

Wie bekämpfe ich Blattläuse am Schnittknoblauch, auch Chinesischer Schnittlauch genannt?

Hat man den Schnittknoblauch im Topf gezogen, hilft am besten die Blattläuse mehrmals mit einem starken Wasserstrahl herunter zu spülen.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Triebe nochmal stark zurück zu schneiden. Bis die neuen Triebe dann frisch nachwachsen, sind auch genügend Nützlinge unterwegs, die einen neuen Befall verhindern oder minimieren.

Dies Methode ist auch für im Beet gezogenen Schnittknoblauch sehr sinnvoll.

Abzuraten ist vom Besprühen mit Lavendelwasser, da der Schnittknoblauch dann sein Aroma verliert.

Was kann ich gegen die braunen Flecken auf dem Schnittlauch unternehmen?

Diese braunen Flecken treten beim Schnittlauch häufig auf, es handelt sich um Schnittlauchrost, eine Pilzkrankheit. Mein Tipp: Ernten Sie den Schnittlauch früher und häufiger! Gegen den Rost selbst können Sie nicht viel unternehmen, das kommt und geht. Schneiden Sie den Schnittlauch radikal zurück, der treibt ja schnell nach.

Eine Verjüngungskur wirkt manchmal Wunder: Graben Sie den Schnittlauch aus und teilen ihn in mehrere Teile, die höchstens faustgroß sind. Die pflanzen Sie dann an einer anderen Stelle oder in einem Topf ein. Der Schnittlauch wächst schnell und fühlt sich dann wieder über Jahre wohl – ganz ohne Rost!

Warum werden die Walnüsse am Baum schwarz?

Der Baum ist wahrscheinlich von einem Pilz oder von Bakterien befallen. Besonders in kühlen und feuchten Sommern setzen sie den Walnussbäumen zu. Wenn die Blätter lange feucht sind, können sich Pilze und Bakterien rasend schnell ausbreiten und Laub und junge Früchte befallen.

Es gibt dagegen leider keine zugelassenen Spritzmittel. Wichtig ist, dass Sie alles, was befallen ist, gründlich beseitigen, damit der Infektionskreislauf unterbrochen wird.

Wer einen neuen Walnussbaum pflanzt, sollte darauf achten, dass der Baum luftig steht. Der Wind sollte gut durch die Äste streifen, damit die Blätter gut abtrocknen können.

Bei einem ausgewachsenen Baum kann man leider nicht viel tun, als auf gute Wachstumsbedingungen zu hoffen. Sehr dichte Kronen kann man im Herbst vorsichtig auslichten, damit der Wind besser durchstreift und das Laub nach Regenfällen schneller trocknet.

Wie schütze ich meine Pflanzen bei einem Kälteeinbruch nach den Eisheiligen?

Wenn die Temperaturen unter fünf Grad fallen, können empfindliche Pflanzen Schäden davontragen. Besonders empfindlich sind wärmeliebende Gemüse wie Tomaten, Gurken, Kürbis, Zucchini und Schnittsalat, sowie alles frisch gepflanzte.  Erdbeerblüten können so stark geschädigt werden, dass die Früchte verkümmern. Auch Hibiskus, Geranien, Petunien und Begonien oder Basilikum leiden unter den niedrigen Temperaturen.

Sie sollten möglichst mit einem Vlies vor der Kälte geschützt werden. Am Morgen danach sollten Sie die Pflanzen auf Kälteschäden kontrollieren: Schwarze Flecken auf dem Basilikum, welke Triebe oder verfärbte Blätter sind Anzeichen dafür. Die geschädigten Pflanzenteile müssen Sie großzügig abschneiden und entsorgen. Sie sind Eingangspforten für Schädlinge und Krankheiten.

Eine mit Frost überzogene rote Tulpenblüte. | Bild: mauritius-images zum Artikel Eisheilige Wann sind die Eisheiligen 2020?

Der Frühling ist da und man möchte den Garten und Balkon mit frischen Pflanzen versehen. Damit soll man, laut Bauernregel, allerdings bis nach den Eisheiligen warten. Wann sind die eigentlich? [mehr]

Keine Angst, wenn die Pflanzen danach (sehr kümmerlich und) etwas gerupft ausschauen. Sie erholen sich erstaunlich schnell.

Kann ich Radieschen auch im Haus ziehen?

Leider nicht. Radieschen brauchen sehr viel Sonne, durch die Fensterscheibe kommt zu wenig Licht bei den Pflänzchen an. Das reicht nur zum Keimen und Blätterwachsen. Die Radieschen brauchen für die Wurzel die Energie aus der Sonne. Sie können die Radieschen aber in einem Blumenkasten draußen auf dem Fensterbrett ziehen.

Welche Kräuter kann ich zusammen in einen Kasten pflanzen?

Kräuter, die gleiche Vorlieben haben, können zusammen in einen Kasten. Petersilie, Schnittlauch und Basilikum brauchen viel Wasser und einen nährstoffreichen Boden. Sie ergänzen sich gut.

Lavendel, Thymian, Rosmarin, Oregano und Majoran bevorzugen karge, sandige Böden und mögen's lieber trocken. Am besten mischen Sie Sand unter die Erde.

Sie harmonieren untereinander, sollten aber nicht mit Basilikum, Petersilie und Schnittlauch in ein Behältnis gepflanzt werden.

Warum wächst Petersilie im Topf so schlecht?

Petersilie ist ein ganz empfindliches Pflänzchen. Sie braucht lockere Erde und muss regelmäßig gegossen werden. Wenn Sie das Gießen vergessen, nimmt die Petersilie das persönlich.

Mein Tipp: Petersilie im Topf abernten und in den Garten pflanzen. Dazu teilen Sie die Petersilie und wenn’s schön warm ist, ins Beet pflanzen, ggf. vor Frost schützen. Petersilie aus dem Supermarkt eignet sich nicht so gut, weil sie schnell im Warmen gezogen werden, deshalb sind sie empfindlicher als Petersilie vom Gärtner.

Sie können Petersilie im Sommer auch direkt ins Freiland säen: Die Saat über Nacht in warmes Wasser einweichen, aussäen und warten. Der Boden sollte locker und nährstoffreich sein. Ernten Sie dann nicht alles ab, sondern lassen Sie einen Teil blühen, damit die Petersilie aussäen kann. So haben Sie am richtigen Standort lange was davon.

Hilft Unkrautvlies gegen Unkraut?

Ein Unkrautvlies eignet sich vor allem bei neu angelegten Beeten, um hartnäckige Wurzelunkräuter auszuhungern. Man legt es dem vorher gründlich und bereits weitgehend von Wurzeln befreiten Boden auf und deckt es mit Humus ab. Es hilft etwa ein bis zwei Jahre gegen Unkraut. Allerdings nur gegen die Pflanzen, die von unten kommen – also die aus Wurzelresten in der Erde wieder emporzutreiben versuchen.

Viele Pflanzen verbreiten sich aber über die Luft mit Samen, wie zum Beispiel der Löwenzahn. Gegen die ist auch ein Unkrautvlies machtlos. Am effektivsten hilft hartnäckiges und regelmäßiges Jäten gegen Unkraut.

Und viel "Unkraut" können Sie nutzen. Aus Löwenzahn können Sie Salat machen, aus Franzosenkraut einen grünen Smoothie. Giersch nutze ich für Salat oder Gemüse, gern auch mal für eine vegetarische Lasagne.

Warum wirft der Apfelbaum im Juni/Juli die Äpfel ab?

Das ist ein normaler Vorgang: Der Apfelbaum wirft Ende Juni/Anfang Juli überschüssiges Obst ab. Er behält nur die Früchte, die er auch versorgen kann. Dieses Jahr (2013) kommt erschwerend hinzu, dass es während der Apfelblüte kalt war. Deshalb waren zu wenig Bienen zum Bestäuben unterwegs. Es haben sich zwar Früchte gebildet, allerdings sind diese nicht fortpflanzungsfähig. Deshalb sieht der Apfelbaum keinen Sinn darin, diese Früchte zu versorgen und wirft sie ab. Dagegen können Sie leider nicht viel machen. Im Garten ist kein Jahr wie das andere: Einmal gibt’s so viel Obst, dass man nicht weiß, wohin damit und dann gibt’s Jahre, in denen gerade mal ein Apfel ausreift.

Das Phänomen Juni-Wurf tritt außer bei Äpfeln auch bei Birnen und Zwetschgen auf.

Warum sind die Äpfel schon am Baum faulig? Und wohin mit den faulen Äpfeln?

Daran ist der Apfelwickler schuld. Der Schädling frisst sich ins Kernhaus, dann faulen die Äpfel von innen heraus und fallen ab, bevor sie reif sind. Sie müssen den Baum nicht fällen, um das Problem in den Griff zu kriegen. Die wichtigste Maßnahme: Das ganze Fallobst sofort und sorgfältig aufsammeln und entfernen. Werfen Sie die Äpfel nicht auf den Kompost, sondern in die Biotonne. So hat der Apfelwickler keine Nahrung und kann auch nicht im Boden überwintern. Oder bringen Sie sie zum Wertstoffhof. Dort wird anders kompostiert, das überlebt der Apfelwickler nicht.

Eine zweite Maßnahme: Wickeln Sie um den Baumstamm einen Wellpappering. Darin verkriechen sich die Larven gern. Im Spätwinter, vor der Apfelblüte, nehmen Sie den Ring ab und entsorgen ihn – und damit einen Großteil der Larven. Sprechen Sie auch mit Ihren Nachbarn: Der Apfelwickler ist weit verbreitet. Mit einer gemeinsamen Aktion können Sie ihm Herr werden. Außerdem ist es hilfreich, den Apfelbaum immer gut auszuschneiden und zu pflegen.

Warum werden die Blätter und Astspitzen im Apfelbaum dürr?

Das kann zwei Gründe haben: Es könnte die Spitzendürre sein, eine Pilzkrankheit. Oder es handelt sich um Feuerbrand, der von Bakterien verursacht wird. Feuerbrand muss beim Landratsamt gemeldet werden.

Um herauszufinden, was Ihrem Baum fehlt, empfehle ich Folgendes: Nehmen Sie ein oder zwei der befallenen Triebe und stecken Sie sie in einen Gefrierbeutel. Den lassen Sie ein paar Tage bei Zimmertemperatur liegen. Wenn sich ein weißlicher Pilzrasen bildet, handelt es sich um die Spitzendürre. Das sieht zuerst aus, als ob’s mit Mehl bestäubt wurde. Danach sieht’s aus, als ob Schimmel wächst. Dann ist es eben der Pilzbefall. Die Spitzendürre bekommen Sie mit einem kräftigen Rückschnitt in den Griff. Entfernen Sie dabei auch alles alte Laub, das am Boden liegt und achten Sie darauf, dass weder am Boden noch am Baum alte Früchte sind.

Sollte sich diese weißliche Schicht nicht bilden, ist es höchstwahrscheinlich Feuerbrand. Da müssen Sie beim Landratsamt anrufen und das melden. Das Landratsamt leitet dann mit Ihnen zusammen die nächsten Schritte ein.

Feuerbrand kann bei allen Kernobstsorten auftreten. Also auch bei Birne, Quitte, Zierquitte oder bei Weißdorn.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um einen Apfelbaum zu schneiden?

Bei Apfelbäumen und anderen Kernobstsorten ist der beste Zeitpunkt zum Schneiden der Spätwinter. Mit jedem Schnitt fügen Sie dem Baum eine Wunde zu, die er wieder schließen muss. Das klappt am besten, wenn er wieder anfängt zu wachsen. Der genaue Zeitpunkt zum Schneiden hängt auch von Ihrer Region ab: Im Allgäu ist der Termin später als in Unterfranken. Am besten beobachten Sie den Baum. Wenn die Knospen dicker werden, können Sie schneiden.

Wann kann ich den Zwetschgenbaum schneiden?

Nach meiner Erfahrung ist es bei Zwetschgen am besten, wenn Sie ihn im Sommer, direkt nach der Ernte schneiden.

Kann man Zierpflaumen essen?

Ja, Zierpflaumen sind genießbar. Dazu gehören zum Beispiel die roten Blutpflaumen, die auch rotes Laub haben. Sie können diese Zierpflaumen wie Zwetschgen verarbeiten, also Kompott kochen oder einen Kuchen bzw. Datschi damit backen.

Auch andere Zierfrüchte, wie Zierquitten oder Zieräpfel, sind essbar. Aus Zierquitten lässt sich ein Saft gewinnen oder ein Gelee bereiten. Die etwas herben Zieräpfel können Sie zum Beispiel einkochen.

Übrigens: Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden (Reineclauden, fränkisch auch Ringlo) sind botanisch alles ein und dasselbe. Sie sind verschiedene Sorten einer Art, die sich auch untereinander kreuzen.

Wann schneidet man Haselsträucher?

Haselsträucher sind sehr robust, die können Sie eigentlich immer schneiden. Allerdings sollten Sie gleich ganze Triebe von unten herausschneiden. Dann wächst der Strauch schön nach. Würden Sie nur oben einzelne Äste oder Zweige wegnehmen, sieht der Strauch schnell aus wie ein Besen.

Die Rinde meiner Obstbäume ist seit zwei Jahren aufgeplatzt. Ein senkrechter Riss, das nackte Holz schaut raus. Was ist das und wie ist das zu behandeln?

Das ist ein Frostriss. Der kommt von krassen Temperaturschwankungen. Diese Wunde heilen Sie, indem Sie Baumharz draufgeben und abwarten, bis es wieder zuwächst.

Was sind das für helle Beerchen in den Brombeeren?

Wenn bei den Brombeeren Beeren-Teile hell bleiben, kann das zwei unterschiedliche Gründe haben.

Sind die Einzelbeerchen hell, fast weiß, schrumpfen und trocknen dann ein, handelt es sich um Sonnenbrand. Man kann die Brombeeren noch gefahrlos essen, aber sie sehen für den Frischverzehr halt nicht mehr so schön aus. Sie können diese Brombeeren aber zum Einkochen verwenden und Marmelade oder Gelee herstellen.

Wenn die Einzelbeerchen rot, prall und ganz hart sind, ist die Brombeergallmilbe der Verursacher. Da reifen die Beeren dann nicht richtig und die Brombeere schmeckt auch nicht so gut. Wenn nur wenige Stellen an der Brombeere betroffen sind, können Sie sie für eine gemischte Beerenmarmelade verwenden. Oft schmeckt auch ein Saft noch gut. Jedenfalls ist es nicht gefährlich, diese Beeren noch zu essen, lediglich der Geschmack ist beeinträchtigt.

Wie trägt der Johannisbeerstrauch mehr Früchte?

Johannisbeersträucher müssen regelmäßig geschnitten werden. Wenn sie zu dicht wachsen, zu viele Triebe haben, blühen sie schwach und tragen dann wenig Früchte. Der beste Zeitpunkt zum Schneiden ist direkt nach der Ernte (Mitte/Ende Juli). Schneiden Sie alle alten Triebe raus und lassen nur die jungen stehen. Damit der Strauch ideal trägt, reichen fünf bis sieben Triebe aus. Anders als bei Apfelbäumen haben Johannisbeersträucher keine Wassertriebe. Das, was wächst, sind Jungtriebe, die Sie im Frühjahr heranziehen können. Ein Trieb kann etwa drei bis vier Jahre Früchte tragen. Danach ist er zu alt und muss geschnitten werden.

Tipp: Setzen Sie mehr als einen Johannisbeerstrauch. Johannisbeeren befruchten sich zwar selbst, wenn jedoch ein zweiter oder dritter Strauch in der Nähe steht, ist die Bestäubung besser. Sie können da auch eine andere Sorte wählen, zum Beispiel eine mit weißen Früchten oder eine, die später reif wird. So können Sie auch länger ernten.

Gedüngt werden Johannisbeersträucher entweder im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Arbeiten Sie einfach zwei Schaufeln reifen Kompost in die Erde ein.

Ich ziehe in einem Eimer Buschbohnen. Anstatt zu wachsen werden sie nur gelb. Woran liegt das?

Wichtig ist, dass der Eimer ein oder besser mehrere Löcher im Boden hat, um Staunässe zu verhindern. Sie sollten keinen schwarzen Kunststoffeimer verwenden, weil sich in ihm die Erde zu sehr aufheizt und die Wurzeln förmlich kochen. Nehmen Sie lieber einen Tontopf, da ist das Bodenklima für die Bohnen besser. Bohnen mögen’s zwar sonnig, während der Mittagshitze sollten Sie jedoch für Schatten um das Gefäß sorgen.

Wir ziehen Zucchini im Gewächshaus. Die Pflanzen wachsen auch prima, aber die Früchte werden höchstens zehn Zentimeter lang und dann verfaulen sie. Was kann ich tun?

Das tritt bei Zucchini häufig auf, wenn sie zu stark mit Stickstoff gedüngt, zu feucht und zu warm stehen – wie das oft im Gewächshaus der Fall ist. Zucchini können Sie aber im Freiland ziehen, die wachsen bei uns im Freien sehr gut. Mein Tipp für die diesjährigen Pflanzen: Ernten Sie die Zucchini so früh wie nur möglich, bevor sie überhaupt faulig werden können. Sie schmecken ohnehin am besten, wenn sie nur gerade fingerlang sind.

Warum hat die Gurke viele Blüten, aber kaum Früchte?

Wahrscheinlich hat sie einfach zu viele Blüten. Pro Pflanze sind etwa zehn Blüten ausreichend. Die kann die Pflanze dann auch versorgen und Früchte bilden. Manchmal wurde auch zu viel gedüngt. Dann bilden sich zwar Früchte, diese bleiben aber klein, werden gelb und fallen ab. Außerdem mögen es Gurken überhaupt nicht, wenn sie mit kaltem Wasser gegossen werden. Mein Tipp: Füllen Sie die Gießkannen gleich nach dem Gießen wieder mit Wasser und stellen Sie die Kannen in die Sonne. Dann wird das Wasser schön warm. Zudem sollten die Gurken so stehen, dass Bienen und Hummeln sie anfliegen und bestäuben können.

Was kann ich auf den abgeernteten Gemüsebeeten noch anpflanzen?

Alles, was eine kurze Kulturzeit hat, also in wenigen Wochen reif ist, können Sie anpflanzen. Salat in allen Variationen, zum Beispiel Romana, Radicchio, Endivien. Auch Kohlgemüse wie Kohlrabi, Chinakohl, Brokkoli, Rosen- oder Grünkohl. Das sind typische Wintergemüse, die können Sie locker noch anbauen. Und falls es dann doch kühler wird, können Sie ein Vlies zum Schutz drübermachen.

Wie lange kann ich die Samentütchen verwenden?

Auf den Samentütchen steht, ob sie für Sommer- oder Herbstanbau geeignet sind. Die können Sie natürlich noch ansäen. Probieren Sie’s doch mal mit Spinat, Radieschen, Rettichen oder Gartenkresse. Gartenkresse wächst höher als die im Schälchen und passt wunderbar zum Salat – im doppelten Sinn: Zuerst säen Sie die Gartenkresse zwischen den Salat- und Gemüsepflänzchen und danach würzen Sie Ihren Salat und Ihr Gemüse damit.

Kann ich meine Beete auch nackt lassen?

Das würde ich nicht empfehlen. Bei einem Gewitter- oder Platzregen liegt der Boden ungeschützt da und wird weggeschwemmt. Bei Trockenheit reißt die Erde auf und verbackt. Da haben Sie im Folgejahr mit verschiedenen Schwierigkeiten zu kämpfen. In die Risse legen Schnecken zum Beispiel ihre Eier rein.

Damit die Beete nicht nackt bleiben, könnten Sie auch Bienenfreund zur Gründüngung säen. Das pflegt den Boden, reichert Humus an und obendrein freuen sich die Bienen – wie der Name schon verrät.

Woher weiß ich, wann eine Passionsfrucht reif ist? Kann ich sie essen?

Essen kann man Passionsfrüchte auf jeden Fall. Die bekanntesten darunter sind  Maracujas, die meisten schmecken ganz hervorragend, manche aber auch sehr sauer. Ähnlich wie bei Äpfeln verrät der Farbumschlag die Reife. Wenn man nicht weiß, wie eine reife Passionsfrucht farblich aussehen soll, empfiehlt es sich, daran zu riechen. Feiner, fruchtiger Duft verrät die Reife.

Als pflegeleichte exotische Früchte gelten in unseren Breiten auch die Kumquats. Die bekommt man an einem hellen, kühlen Ort leicht durch den Winter. Zitronen oder Mandarinenbäumchen sind ein wenig heikler. Da ist es wichtig, dass man das Bäumchen im Herbst so lange wie möglich draußen in der Sonne stehen lässt. Im Winter mögen Zitronenbäume sehr helle und kühle Orte. Und beim Gießen braucht es Fingerspitzengefühl. Die Erde darf nicht zu nass sein und auch nicht austrocknen.

Noch heikler ist es, Vanilleschoten in einem Garten in Mitteleuropa zu ziehen. Die Vanillepflanze gehört zu den Orchideen, stammt aus tropischen Gegenden und gilt als extrem empfindlich. Nicht nur das Wetter bei uns macht ihr zu schaffen, es geht auch um die richtige Pflege. So muss man sie per Hand bestäuben. Und wenn man es dann wirklich schafft, Vanilleschoten zu ernten, reicht das auch noch nicht zum Kuchenbacken. Dafür muss die Vanille erst noch fermentiert werden.

Kann ich Ananas selbst ziehen?

Ja, mit etwas Glück. Setzen Sie einen Ananasschopf mit der Schnittstelle in Wasser und warten Sie, bis sich Wurzeln bilden. Danach setzen Sie den Schopf vorsichtig in einen Topf mit Erde. Passen Sie auf, dass die feinen Wurzeln nicht abbrechen. Ananas wollen sehr warm und sehr sonnig stehen. Beim Gießen müssen Sie auch vorsichtig sein – nicht zu viel und nicht zu wenig. Sie müssten es schaffen, dem „Hula-Mädchen“ in Bayern ein bisschen Hawaii-Feeling zu geben.

Kann ich Avocado selbst ziehen?

Sie können es versuchen: Stecken Sie den eiförmigen Avocadokern rundum drei oder vier Zahnstocher. Mit diesen Stützen legen Sie den Kern mit dem dicken Ende nach unten auf ein mit Wasser gefülltes Glas. Er soll höchstens zu einem Drittel im Wasser sein. Hell und sehr warm aufstellen.

Wenn sich Wurzeln gebildet haben, sich der Kern oben spaltet und ein Trieb herauskommt, behutsam in Erde umpflanzen.

Leider gehen die Pflanzen oft ein, weil sie viel Wärme und Luftfeuchtigkeit brauchen, über 80 Prozent. Das haben wir in unseren Breiten nicht.

Wie kann ich überschüssige Brennesseljauche noch verwenden?

Im Herbst wird ja nicht mehr gedüngt. Sie können die Jauche zum Beispiel auf abgeerntete Gemüsebeete geben. Eine dicke Schicht Mulch drüber und schon sind die Beete für den Winter vorbereitet. Auch auf dem Komposthaufen leistet die Brennesseljauche gute Dienste: Sie reichert den Kompost an.

Wie viel Wasser braucht eine Tomate?

Das kann man weder pauschal sagen noch mathematisch berechnen. Es hängt von vielen Faktoren ab: Wie groß ist die Pflanze? Wie ist das Wetter? Wie viel Feuchtigkeit kann der Boden speichern? Anfangs brauchen die Tomatenpflanzen noch wenig Wasser, weil sie klein sind. Je größer sie werden, desto öfter müssen sie gegossen werden. Am besten prüfen Sie, ob der Boden trocken oder feucht ist. Auch an den Pflanzen selbst können Sie das sehen. Wenn die Blätter straff aussehen, sind die Tomaten noch gut versorgt. Wenn das Grün jedoch schlaff und welk aussieht, sollten Sie gießen. Auch wenn’s mit dem Gartenschlauch einfacher wäre: Ich nehme zum Gießen immer eine Gießkanne. Darin kann sich das Wasser von der Sonne erwärmen und das mögen die Pflanzen.

Warum werden die Tomaten am Blütenansatz braun?

Das ist die sogenannte Blütenendfäule. Das tritt auf, wenn die Tomaten zu wenig Kalzium bekommen. Und das wiederum kann an schwankender Wasserversorgung und Düngung liegen. Wenn Sie also einmal richtig viel gießen und dann wieder zu wenig. Mein Tipp: Finden Sie einen Gießrhythmus und gießen Sie dann immer gleichmäßig, egal, ob’s grad regnet oder brütend heiß ist. Ebenso mit dem Düngen. Düngen Sie gleichmäßig und wenig, verwenden Sie am besten organischen Dünger mit Langzeitwirkung. Außerdem können Sie Algenkalk oder Gesteinsmehl in die Erde einarbeiten. Mit der Zeit laugt der Boden einfach aus und das macht sich dann an den Tomaten bemerkbar.

Was ist zu tun, wenn Tomaten mit der Krautfäule befallen sind?

Krautfäule ist eine Pilzerkrankung, die über Sporen übertragen wird, zum Beispiel vom Regen. Besonders häufig kommt das vor, wenn in der Umgebung Kartoffeln gepflanzt werden.

Auf den nassen Blättern und Früchten der Tomaten keimen die Sporen. Wenn das Blatt nass ist, können sie eindringen und binnen Stunden kann es dazu führen, dass die Tomatenpflanzen absterben. Dann ist alles verloren. Sie müssen auch die Früchte entsorgen, sie sind nicht mehr genießbar.

Tipps, um der Krautfäule vorzubeugen:

  • Tomaten immer nur von unten gießen. Bei Gießen darauf achten, dass keine Erde hochspritzt. Mit der Erde können Sporen auf die Blätter gelangen. Am besten entfernen Sie die erdnahen Blätter.
  • Tomaten am besten an einer regengeschützten Stelle pflanzen oder ein Dach über die Pflanzen bauen. So bleiben die Blätter trocken und die Pilzsporen haben kaum eine Chance.
  • Nach einem Befall alle Gerätschaften reinigen: Stäbe, Scheren und sonstiges Werkzeug gut abwaschen oder mit Essig desinfizieren. So beugen Sie einem Befall im nächsten Jahr vor.
  • Den Boden müssen Sie nicht austauschen. Sie sollten aber alle befallenen Tomatenreste gründlich entsorgen, damit hier im Folgejahr kein neuer Schaden entsteht.

Was muss ich bei der Tomatenzucht im Gewächshaus beachten?

Tomaten brauchen Platz. Am besten hat jede Pflanze einen Quadratmeter für sich. Anfangs wirkt das Gewächshaus sehr leer. Allerdings wachsen die Pflanzen und brauchen dann viel Platz. Halten Sie auch genügend Abstand zur Wand, die Tomaten sollten etwa einen halben Meter davon entfernt stehen. Blätter, die an die Wand stoßen, einfach abschneiden. Es darf sich kein Schwitzwasser bilden.

Wenn Sie die Tomaten zu dicht stellen, rächt sich das später mit Krankheiten. Wenn die Tomaten nicht genügend Raum haben oder sich Schwitzwasser bildet, haben Pilzkrankheiten wie Kraut- und Braunfäule ein leichtes Spiel. Lüften Sie das Gewächshaus regelmäßig.

Außerdem wichtig: Verwenden Sie die richtigen Tomatensorten. Nicht jede Sorte ist fürs Gewächshaus geeignet. Schauen Sie einfach aufs Samentütchen oder fragen Sie Ihren Gärtner.

Was ist bei der Tomaten-Anzucht zu beachten?

Wenn Sie Tomaten selbst vorziehen, sollten Sie spezielle Anzuchterde verwenden. Die enthält keine Nährstoffe. Am besten geben Sie je drei Samen in ein Töpfchen. Nach dem Austreiben lassen Sie den stärksten Trieb stehen. Die anderen Triebe können Sie entweder verschenken oder wegwerfen. Nach dem Pikieren, also Umtopfen, scheint es so, als würden die Tomaten erst nicht wachsen. Das täuscht: Nach dem Umpflanzen müssen die Tomaten neue Wurzeln bilden, deshalb stockt das oberirdische Wachstum.

Beim Düngen müssen Sie sehr vorsichtig sein. Die jungen Pflanzen brauchen erst nach dem Pikieren Dünger, also Nahrung. Am besten verwenden Sie Flüssigdünger, allerdings sehr niedrig dosiert, höchstens ein Viertel der angegebenen Menge. Die Dosis erhöhen Sie allmählich. Die volle Dosis gibt’s erst, wenn die Tomaten ins Freie kommen. Wegen der Frostgefahr ist das erst Mitte Mai, nach den Eisheiligen.

Was kann man anstelle von "Pikiererde" verwenden?

Wer seine Tomatenpflänzchen selbst zieht, sät die Samen zuerst in Aussaaterde. Sie enthält keinen Dünger, weil das die Wurzeln der Jungpflanzen verbrennen würde. Wenn aus dem Samen ein stattlicher Sämling geworden ist, wird es Zeit zum Pikieren, also Umsetzen. Hierfür verwendet man Pikiererde. Diese gibt's jedoch kaum noch zu kaufen. Allerdings können Sie eine solches Substrat leicht selbst herstellen, denn Pikiererde ist einfach ein Zwischending zwischen ungedüngter Aussaat- und gedüngter Pflanzerde. Mischen Sie einfach Aussaat- und Pflanzerde halb-halb zusammen und setzen Sie dort die kleinen Pflänzchen ein. Eine andere Variante: Sie verwenden Aussaaterde und düngen diese mit Flüssigdünger nach, niedrig dosiert. Ich empfehle, weniger als die Hälfte der laut Packungsaufschrift üblichen Menge zu verwenden. Die zarten Jungpflanzen brauchen weniger als gedacht und würden bei einer zu hohen Dosis regelrecht in die Höhe schießen. Solange die Pflanzen noch im Haus sind also lieber kurz halten. Erst im Freiland, nach den Eisheiligen, sollen sie richtig wachsen. Und dann werden sie auch gedüngt.

Muss ich Langzeitdünger verwenden?

Nicht unbedingt, aber im Gegensatz zu schnell wirksamen Düngern wie z.B. Blaukorn oder vielen Flüssigdüngern besteht hier nicht so schnell eine Gefahr der Überdüngung und Nährstoffauswaschung. Außerdem sparen sie Aufwand, denn man muss sie nur sporadisch verabreichen.

Langzeitdünger sind Dünger, die ihre Wirkstoffe erst nach und nach abgeben, die Pflanzen also nachhaltig versorgen. Kompost, verrotteter Mist und Hornspäne sind beispielsweise Langzeitdünger. Die darin gebundenen Nährstoffe können Pflanzen erst nutzen, wenn sie vom Bodenleben umgebaut und freigesetzt wurden.

Für Balkonpflanzen wird oft mineralischer Langzeitdünger verwendet. Das sind speziell ummantelte Kügelchen mit feinen Poren, durch die Nährsalze nur allmählich in das Substrat gelangen. Solche Dünger kann man auch für Gemüse wie Gurken und Tomaten, etwa im Gewächshaus, verwenden. Trotzdem empfehle ich für Freiland und Gemüse aber Kompost – denn der sorgt gleichzeitig für eine Aufwertung des Bodens, für mehr Lockerung und Wasserspeicherkraft.

Welche Bedingungen brauchen pikierte Tomaten im Gewächshaus?

Tomaten sind wärmeliebende Pflanzen. Wenn die Sonne aufs Gewächshaus scheint, klettern die Temperaturen schnell auf über 30 Grad. Da können Sie den Tomatenpflänzchen beim Wachsen schon fast zuschauen. Allerdings schießen die Pflanzen zwar in die Höhe, bilden aber ihr Immunsystem kaum aus. Deshalb ist regelmäßiges Lüften wichtig, damit die Tomaten gegen Pilze und andere Krankheiten abgehärtet werden. Langsameres Wachstum sorgt auch dafür, dass die Stängel stabiler werden und die Pflanzen dann standfester sind. Achten Sie beim Lüften aber darauf, dass die Pflänzchen nicht verkühlen. Machen Sie die Gewächshaustür deshalb am Spätnachmittag, gegen 16 oder 17 Uhr, wieder zu. So wird die Tageswärme über Nacht gespeichert.

Warum faulen die Tomaten am Fruchtansatz?

Diese etwa münzgroße Faulstelle ist die sogenannte Blütenendfäule. Sie tritt nicht nur bei Tomaten, sondern auch bei Zucchini, Kürbis und Paprika auf. Ursache dafür ist Kalziummangel. Es wurde wohl zu viel mit Stickstoff gedüngt oder Trockenheit hat den Pflanzen zu schaffen gemacht, so dass das Kalzium nicht richtig transportiert werden konnte. Die Früchte sind noch genießbar. Schneiden Sie die Stelle ab, die Fäule ist nicht gefährlich, nur hässlich. Vorbeugend können Sie mit speziellem Kalziumdünger düngen und gießen. Achten Sie beim Gießen darauf, dass Sie viel Wasser geben. Wenn Sie zu wenig Wasser geben, verdunstet das an der Oberfläche. Das fördert einerseits die Fäule, andererseits gelangt das Wasser nicht zu den Wurzeln und kann so von der Pflanze nicht aufgenommen werden.

Bis wann muss ich meine Tomaten ernten?

Die Tomaten dürfen keinen Frost erleben, deshalb sollten Sie die letzten Früchte möglichst bald ernten. Die ersten Nachtfröste kommen oft schon Mitte Oktober.

Wie werden Tomaten noch reif?

Tomaten reifen auch im Haus noch nach. Ein warmer Platz in der Küche, auf dem Fensterbrett oder oben auf dem Schrank, eignet sich zum Beispiel. Dabei ist es egal, ob der Platz hell oder dunkel ist. Ein kleiner Trick: Legen Sie einen Apfel dazu. Äpfel verströmen das Reifegas Ethylen, das lässt die Tomaten schneller reifen.

Kann ich Äpfel und Kartoffeln in einem Raum lagern?

Das ist nicht zu empfehlen, da Äpfel das Reifegas Ethylen ausströmen. Das Gas lässt sich auch durch ein Vlies nicht abschirmen. Ich empfehle deshalb getrennte Räume zur Lagerung.

Reifen Feigen im Haus nach?

Nein, Feigen müssen am Baum reifen. Dazu brauchen sie sehr viel Licht und Wärme. Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder lassen Sie den Feigenbaum draußen stehen und hoffen auf ein paar schöne Herbsttage. Oder Sie holen den Baum ins Haus. Da ist es allerdings auch an hellen Stellen zu dunkel, die Pflanze wird Blätter verlieren. Aber vielleicht reifen die Feigen noch.

Wie werde ich Wühlmäuse im Garten los?

Um Wühlmäuse loszuwerden, gibt’s mehrere Methoden. Nicht alle funktionieren gleich gut, Sie müssen ein bisschen experimentierfreudig sein. Am besten klappt’s mit Schlagfallen, die in die Gänge gestellt werden. Die Fallen gibt’s im Fachhandel. Ein Trick: Berühren Sie die Fallen nur mit Handschuhen, und schlämmen Sie Handschuhe und Falle vorher mit einer Lehmbrühe ein, damit der menschliche Geruch weggeht. Wichtig ist auch der Köder. Ich habe mit gelben Rüben gute Erfahrung gemacht, aber auch hier gilt: ausprobieren!

Sie können auch versuchen, die Wühlmäuse mit schlechten Gerüchen zu verjagen: Hundehaare, zerhackte Walnusszweige, Farnlaub, Brennesselbrühe, Mottenkugeln oder alte Parfümreste.

Diese solarbetriebenen Ultraschallgeräte haben nur in einigen Fällen funktioniert. Wenig erfolgversprechend ist auch der Flaschentrick: Man gräbt Weinflaschen mit dem Hals nach oben schräg in die Erde ein. Die Idee dahinter: Der Wind streicht über den offenen Flaschenhals und erzeugt Töne, die in die Erde übertragen werden. Abraten würde ich von Buttersäure, die stinkt bestialisch.

Sie dürfen die Mäuse übrigens nicht lebend fangen und wo anders aussetzen. Das ist zudem wenig erfolgversprechend, weil die Wühlmäuse unter Umständen zurückkommen.

Sie können bei Obstbäumen auch vorbeugen: Bevor Sie den Baum pflanzen, wickeln Sie ein nagesicheres Drahtgeflecht um den Wurzelballen. Das schützt den Baum vor den Mäusezähnen.

Was hilft gegen Drahtwürmer?

Sie können die Drahtwürmer mit ihrer Lieblingsspeise, Kartoffeln, ködern. Dazu halbieren Sie die Kartoffeln der Länge nach und graben sie mit der Schnittfläche nach unten ein bisschen in die Erde ein, etwa drei bis fünf Zentimeter. Zwei bis drei Tage später holen Sie die Kartoffeln raus, die Drahtwürmer hängen noch an ihrem „Festmahl“ und lassen sich leicht aus dem Beet lesen. Sollte es mit Kartoffeln nicht funktionieren, können Sie es auch mit Karotten probieren.

Die herausgelesenen Drahtwürmer geben Sie in einen Eimer und übergießen sie mit kochendem Wasser.

Drahtwürmer mögen keine sauren Böden. Hier können Sie mit Kalk den pH-Wert erhöhen. Ein anderer Tipp: Sie können zwischen das Gemüse Tagetes und Ringelblumen pflanzen. Das verjagt die Würmer.

Was muss man im Herbst noch gießen?

Alles, was frisch gepflanzt oder immergrün ist, muss auch im Herbst durchdringend gegossen werden. Alles andere nicht mehr.

Immergrüne Pflanzen verlieren anders als laubabwerfende Gewächse auch im Winter Wasser, weil es über ihre Blätter vor allem bei milder Winterwitterung und bei intensivem Sonnenschein verdunstet. Aber aus gefrorenem Boden können die Pflanzen keinen Nachschub ziehen. Sorgen Sie deshalb durch Wässern im Herbst vor, dass die Pflanzen in ihrem Holz und den Wurzeln gut versorgt sind.

Frisch gepflanzte Bäume, Sträucher und Stauden haben noch kein ausreichendes Wurzelwerk ausgebildet. Durch gründliches Gießen wurzeln die Pflanzen noch sicher vor dem Winter ein.


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