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Herbst So machen Sie Ihren Garten winterfest

Wie bringe ich meine Blumen über den Winter? Welche Bäume muss ich im Herbst schneiden? Was soll ich vor dem Winter pflanzen? Mit unseren Tipps können Sie entspannt in die kalte Saison starten.

Stand: 09.10.2018

Mann und Frau arbeiten im Garten, Herbst | Bild: mauritius-images

Vertikutieren - Rasenpflege im Herbst

Der große Stolz vieler Hobbygärtner ist der Rasen. Damit auch nächstes Jahr die Gäste der Grillparty über das satte Grün staunen, sollten Sie im Herbst solange wie möglich gemähen und welkes Laub auf sammeln. Laub ist der ideale Nährboden für Pilze und Schimmel, die dem Rasen nichts Gutes tun. Der letzte Schnitt sollte kürzer als sonst sein, also etwa 4 cm. Danach müssen Sie den Rasen noch vertikutieren.

Dazu brauchen sie einen Vertikutierer. Damit sollten Sie kreuz und quer über die Rasenfläche fahren. Die Messer sowohl des Hand- als auch des elektrischen Geräts sollten höchstens drei Millimeter in die Erde schneiden, sonst nehmen die Gras-Wurzeln Schaden. Danach wäre der richtige Zeitpunkt Unebenheiten im Rasen zu bereinigen und kahle Stellen nachzusäen. Um dem Rasen vor dem Winter noch ein wenig Kraft zu geben, gibt es speziellen Herbstdünger mit viel Kalium. Anschließend hat der Rasen Ruhezeit. Am besten Sie betreten ihn nur wenig, vor allem nicht bei großer Nässe oder Frost.

Blumen überwintern

"Jeden Tag, den die Pflanzen länger an der frischen Lft verbringen können, ist ein Gewinn"

Karin Greiner, Pflanzenexpertin

Viele Blumen und Pflanzen überstehen einen Winter draußen im Garten. Sie müssen nur etwas abgedeckt werden, damit sie weder vertrocknen noch erfrieden. Kaiserkronen, Strauchpfingstrosen, Fackellilien, frisch gepflanzte Bäume und auch Petersilie brauchen über die kalte Jahreszeit eine Zudecke. Verwenden Sie dafür einfach Sackleinen, Bambusmatten oder Flies. Lavendel und Rosmarien müssen Sie im gegensatz dazu eher vor Nässe schützen.

"Sie machen Lavendel und Rosmarien winterfest, in dem Sie trockenes Laub anhäufen und Reisig drumherum stecken wie ein Zelt. So kann das Wasser gut ablaufen. Sie können auch einen Reisigkorb oder eine alte Obstkiste darüber stülpen."

Karin Greiner, Pflanzenexpertin

Stauden und mediterrane Pflanzen, die nicht zuverlässig winterhart sind, beispielsweise Kamelien oder der Schneeball, brauchen Schutz sonst vertrocknen Sie. Dazu bedecken Sie am besten den Boden ringsum mit einer dicken Mulchschicht.

War der erste Nachtfrost schon im Garten, ziehen alle nicht-winterfesten Knollen, z.B. Dahlien, Gladiolen oder Begonien, in den Keller oder einen anderen kühlen dunklen Raum um. Für das Winterquartier gilt: Je kühler es ist, desto dunkler darf es sein. Ideal wäre eine Temperatur zwischen 5 und 10 Grad mit etwas Tageslicht. So können die Pflanzen pausieren und sparen ihre Kräfte für den Frühling.

Pflanze mit Blattläusen, Icon mit Fragezeichen und Ausrufzeichen | Bild: picture-alliance/dpa, Montage: BR/Renate Windmeißer zu den Meldungen Pflanzenfragen Schädlinge und Krankheiten

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Kontrollieren Sie Ihre Kübelpflanzen vor dem Einwintern unbedingt sorgfältig auf Schildläuse, Wolläuse oder weiße Fliegen an den Blättern und Maden an den Wurzeln. Sie sollten sich keine Winterschädlinge ins Haus tragen. Schildläuse zum Biespiel befallen vor allem Palmen und hartlaubige, immergrüne Kübelpflanzen wie Oleander, Olive und Zitrusarten. Auch Wolläuse befallen gerne Zitrusarten, Wolfsmilchgewächse und Ficus-Arten, aber auch verschiedene Palmen und Kakteen. Lassen Sie Ihre Kübelpflanzen deshalb bis zum Einwintern so lange wie möglich draußen, denn dort sind sie vor Schädlingsbefall am besten geschützt. Sofern Ihre Pflanzen es vertragen sollten Sie sie vor dem Überwintern kräftig zurückschneiden. Je geringer die Blattmasse ist, desto schlechter ist die Nahrungsgrundlage für die Schädlinge. Außerdem wirken Pflanzenschutzmaßnahmen besser, wenn die Pflanzen kompakt sind.

Winterharte Kübelpflanzen können den ganzen Winter über draußen an der frischen Luft bleiben. Damit auch sie keine zu kalten Füße bekommen, legen Sie einfach dicke Bastmatten um die Kübel und fisieren diese mit einem Strick. Oder Sie stellen den Kübel in eine Holzkiste und füllen den Hohlraum mit Laub. Eine isolierende Styroporplatte als Untersetzer hält die Kälte von unten ab. Die isolieren Kübelpflanzen stellen Sie dicht an die Hauswand, so sind sie vor Niederschlag geschützt. Wichtig ist hier, dass Sie die Pflanzen an frostfreien Tagen weiter mäßig gießen.

Hecke schneiden

Der Herbst ist die Zeit perfekte Zeit um Ordnung in Ihren Garten zu bringen. Das heißt, Schere und Säge kommen jetzt immer häufiger zum Einsatz. Aber Achtung: Das Bundesnaturschutzgesetzes (§ 39) verbietet ein radikales Stutzen der Gartenhecke zwischen 1. März und 30. September. Aus gutem Grund, denn in dieser Zeit können Vögel zwischen den Zweigen nisten und ihre Jungen großziehen. Ab dem 1. Oktober dürfen Sie dann Laubhecken zu Leibe rücken - immergrüne Hecken sind dann im Spätherbst dran. Büsche und Sträucher kann man generell etwa auf ein Viertel ihrer Höhe kürzen, einzelne Pflanzen haben aber andere Mindestlängen. Nach dem Stutzen sollte die Hecke unten breiter als oben sein, damit auch niedrige Äste genug Sonne und Luft bekommen. Mehrjährige Stauden können beschnitten werden, wenn sich die Blätter gelb färben und die Blüten welken. Hier können sie radikal sein. Sie können bis eine Handbreit über dem Wurzelansatz alles entfernen, auch die toten Blätter und Zweige.

So gelingt der Baumschnitt

Bäume verjüngt man im Herbst, damit sie mehr Kraft für die Überwinterung haben und im Frühling üppig austreiben. Dazu sollten Sie im Gegensatz zur Hecke gezielt ausdünnen. Zunächst entfernen Sie abgestorbene Äste und Zweige. Auch dünne Äste am Baumstamm sowie kranke Pflanzenteile müssen weg. Anschließend kümmern Sie sich um jene Äste, die sich überschneiden (ungünstige Verschattung) oder aneinander reiben (verletzte Rinde ist anfällig für Krankheiten). Zum Schluss können Sie noch überlegen, welche Äste zu lang geraten sind. Schneiden Sie diese direkt über dem jungen Trieb ab.

Gartenexperten raten außerdem: Lieber mehr abschneiden als zu wenig. Ein Drittel des Triebes kann entfernt werden, bei Obstbäumen sogar die Hälfte. Und noch ein Tipp: Schneiden Sie immer schräg zum Boden, so dass Regenwasser von der Schnittfläche ablaufen kann.

Zwiebeln setzen

Wenn die Beete geräumt sind, bieten sie Platz für neue Knollen und Zwiebeln, die dann im Frühjahr Farbe in den Garten bringen. Sie sollten vor dem ersten Frost Ihre Blumen in die Erde stecken - zusammen mit einem Namensschildchen an der Oberfläche. So haben Sie die Kontrolle, was treibt und was nicht. Grundsätzlich überdauern viele Zwiebelblumen Frostperioden. Um ganz sicherzugehen, hilft aber eine Abdeckung aus einem Reisig-Laubgemisch. Viele Gärtnereien bieten jetzt auch wurzelnackte Rosen an. Wenn sie die Blumen jetzt kaufen und pflanzen, dann haben sie den Vorteil, dass sie frisch vom Acker kommen und nicht Monate lang im Kühlhaus gelagert wurden. Außerdem treiben die Rosen so früher aus, weil sie schon gut gewurzelt haben.

Was sonst noch zu tun ist

Leider kommen die ersten Frostnächte oft völlig überraschend. Warum also nicht dieses Jahr mal für Ordnung im Garten sorgen? Wasseranschlüsse abstellen, Schläuche und Gießkannen leer machen, Wasserhähne offen lassen, damit eventuell verbliebenes Wasser nicht Rohre oder Armaturen sprengt. 

Und auch das Werkzeug braucht nach dem Herbst-Ramadama ein wenig Pflege. Vor allem die Schnittflächen von Sägen und Scheren kommen mit Harzen und Pflanzensäften in Berühung, die sie rosten und stumpf werden lassen. Gut reinigen und anschließend mit einem öligen Lappen abwischen - das gilt auch für alle anderen Gerätschaften. Sie werden am besten im trockenen Keller gelagert.

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