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Baumschnitt Bäume zurückschneiden im Spätwinter

Haben Sie Ihren Apfelbaum schon zurückgeschnitten? Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt dafür. Welche Pflanzen Sie im Spätwinter schneiden können und welche Grundregeln Sie beim Baumschnitt beachten sollten.

Stand: 15.02.2019

Mann schneidet Baum zu | Bild: colourbox.com

Die meisten Gartenbesitzer und Hobbygärtner können es kaum erwarten, bis es endlich Frühling wird und draußen alles zu wachsen und blühen beginnt. Doch bevor es soweit ist, sollten Sie einige Sträucher und Bäume in Ihrem Garten zurückschneiden. Was, wann, wie, wo und warum geschnitten werden muss, darüber gibt es verschiedene Meinungen.

"Stell drei Gärtner vor einen Baum und Du bekommst fünf Meinungen, wie man ihn schneiden soll."

Alte Gärtnerweisheit

Der richtige Zeitpunkt zum Winterschnitt

Jede Blume, jeder Strauch und jeder Baum hat seine eigenen Regeln. Demnach sollten Sie sich genau erkundigen, wann welche Pflanze geschnitten werden muss. Im späten Winter sind vor allem Kernobstbäume und Zierpflanzen an der Reihe.

Achten Sie darauf, dass an dem Tag, an dem Sie schneiden, das Holz nicht mehr gefroren ist. Andernfalls könnte das Holz reißen. In der Regel macht es den Bäumen aber nichts aus, wenn die Temperaturen vor oder nach dem Winterschnitt um den Gefrierpunkt liegen.

Grundregeln des Pflanzenschnitts

Benutzen Sie nur gut geschliffenes und desinfiziertes Werkzeug. Schere oder Säge müssen einen glatten, sauberen Schnitt am Holz hinterlassen. BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner empfiehlt, die Gartenschere mit Brennspiritus, Essigwasser oder etwas Alkohol zu desinfizieren.

Schneiden und nicht schnibbeln - seien Sie mutig und bringen Sie Luft und Licht in Ihre Pflanzen. Schneiden Sie nicht nur an den Spitzen und entfernen Sie auch nicht die Triebe, sondern trauen Sie sich, altes Holz weg zu schneiden.

Verblühte und abgestorbene Pflanzenteile können Sie, egal zu welcher Jahreszeit, herausschneiden. Das sollten Sie auch regelmäßig tun.

Ziel des Pflanzenrückschnitts im Spätwinter ist es, der Pflanze ein dauerhaft gesundes Wachstum zu ermöglichen. Natürlich schneiden Sie Ihren Apfelbaum oder Ihre Rosen auch zurück, weil Sie sich größere und schönere Blüten erhoffen und damit auch die Ernte vergrößern wollen. BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner erklärt, dass Sie den Pflanzen den Start in den Frühling erleichtern können, wenn Sie abgestorbene oder erfrorene Äste beseitigen. Nur so kann die Pflanze all ihre Kräfte in die neuen Blüten investieren.

Ein weiterer Vorteil des Pflanzenschnitts im Spätwinter ist, dass die Pflanzen den ganzen Sommer über Zeit haben, sich von dem Schnitt zu erholen. Die Schnittwunden können sich in Ruhe verschließen und der Frost im darauffolgenden Winter kann ihnen nichts mehr anhaben.

Apfelbaum schneiden

Bringen Sie Luft in die Baumkrone und schneiden Sie lieber zu viel als zu wenig ab.

Der Spätwinter ist die perfekte Zeit, um die Obstbäume in Ihrem Garten kräftig zu stutzen. Wichtig: Nur Kernobstsorten zuschneiden, also Apfel, Birne, Quitte, Speierling, Eberesche, Hagebutte und Mispel. Schneiden Sie dann, wenn das Holz nicht mehr gefroren ist, aber die Knospen noch nicht ausgetrieben sind. Grundsätzlich gilt: Ein starker Rückschnitt fördert das Holzwachstum, ein schwacher Rückschnitt die Fruchtansätze.

Zweige bündig am Ast abschneiden und keine "Huthaken" stehen lassen.

Karin Greiner rät: "Lieber zuviel wegschneiden als zu wenig. Trauen Sie sich und bringen Sie Luft in die Baumkrone." Zunächst sollten Sie die Triebe, die nach innen in die Krone weisen wegschneiden. Entfernen Sie auch alle sich überkreuzenden und abgestorbenen Äste. So bringen Sie Luft und Licht in die Baumkrone. Vor allem steilwachsende Triebe sollten abgeschnitten werden. Diese sogenannten Wasserschosse oder Wassertriebe kosten den Baum unnötig Kraft, verdichten die Baumkrone und tragen eigentlich keine Früchte. Auch alle alten Äste, die bereits nach unten wachsen, sollten an der Astgabelung abgeschnitten werden, damit das neue Holz eine Chance hat Früchte zu tragen. Am besten wäre es, wenn Sie nur vier bis fünf große Hauptäste und deren Seitenzweige stehen lassen.

Die Schnittfläche sollte so klein und so sauber wie möglich sein. Setzen Sie die Schere genau dort an, wo die Äste beginnen und schneiden Sie alle Zweige bündig am Ast ab. Ein großer Fehler wäre es, kleine Stummel, sogenannte "Huthaken", stehen zu lassen, so Karin Greiner.

Himbeeren und Brombeeren schneiden

Bei Ihren Himbeeren im Garten müssen Sie, je nach Reifezeit zwischen Sommer- und Herbst-Himbeeren unterscheiden. Die Ruten der Herbstsorten sollten Sie im Spätwinter zurückschneiden. Auch hier dürfen Sie radikal sein. Schneiden Sie die Ruten kurz oberhalb der Erdoberfläche ab.

Brombeeren können Sie direkt nach der Ernte im Herbst oder im Spätwinter schneiden. Dabei können Sie den gesamten Strauch - bis auf sechs bis zehn kräftige, gesunde Triebe - auf Bodenhöhe einkürzen.

Blauregen schneiden

Ihren Blauregen sollten Sie zweimal im Jahr zurückschneiden. Einmal im Sommer und einmal im Spätwinter. Kürzen Sie die Triebe, die Sie im Sommer bereits geschnitten haben, erneut auf zwei bis drei Knospen ein.

Rosen schneiden

Vorsicht mit Rosen! Diese sollten Sie erst schneiden, wenn es keinen Nachtfrost mehr gibt. Allerdings ist es ebenso wichtig, die Rosen zurückzuschneiden, bevor sie ihre Energiereserven in Triebe investieren. Damit Sie den richtigen Moment nicht verpassen, hat Gartenexpertin Karin Greiner einen Tipp:

"Wenn die Forsythien zu blühen beginnen, ist kaum noch mit eisigen Nächten zu rechnen. Deshalb ist dann ein guter Zeitpunkt zum Rosenschneiden."

Karin Greiner

Bei Rosen sollten Sie immer bis ins gesunde und lebendige Holz zurückschneiden. Grundsätzlich lassen sich die abgestorbenen und vertrockneten Teile der Rose auf den ersten Blick vom gesunden Holz unterscheiden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, dann kratzen Sie einfach ein bisschen Rinde mit dem Fingernagel ab, rät Karin Greiner. Ist das Mark weiß oder saftig grün, ist das Holz gesund und Sie sollten diesen Teil der Rose stehen lassen.

Rosen sollten Sie erst zurück schneiden, wenn es keinen Nachtfrost mehr gibt.

Beim Rosenschneiden sollten Sie darauf achten, die Schere ungefähr einen Zentimeter oberhalb der Knospe anzusetzen. Schneiden Sie leicht schräg in den Rosenstengel. Die Schnittfläche sollte so sein, dass sich kein Regenwasser auf dem Schnitt sammeln kann. Im Gegenteil: Das Wasser sollte ablaufen können. Trotz des schrägen Schnitts sollte die Wundfläche so klein wie möglich sein. Schneiden Sie also lieber etwas gerader als zu schräg.

Strauch- und Kletterrosen werden nur bei Bedarf geschnitten. Wenn, dann können Sie aber alle alten Triebe bis ganz nach unten einkürzen. Beetrosen sollten Sie jedes Jahr schneiden, damit alle großen Triebe Blüten tragen können. "Trauen Sie sich nur drei oder vier Knospenansätze stehen zu lassen", ermutigt Gartenexpertin Karin Greiner. Bei Bodendeckern können Sie ganz radikal sein und diese auch mit dem Rasenmäher zuschneiden.

Sommerflieder schneiden

Auch der Sommerflieder sollte erst zurückgeschnitten werden, wenn es keinen Frost mehr gibt. Allerdings ist der Sommerflieder viel härter im Nehmen als Rosen. Sollte es also nach dem Rückschnitt noch einmal kalt werden, dann überstehen das die meisten.

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Je gründlicher Sie den Sommerflieder zurückschneiden, desto größer und schöner ist die Blütenfülle im Frühjahr. Der Sommerflieder bildet nämlich seine Blüten am sogenannten neuen Holz. Das heißt, dass die Triebe, die im Spätwinter noch in den Knospen stecken, bereits im Sommer Blüten tragen. Die maximale Blütengröße erzielen Sie, wenn Sie von jedem vorjährigen Trieb nur einen kurzen Stummel mit jeweils zwei Augen stehen lassen.

Achten Sie auch darauf, dass der Sommerflieder seine Strauchform behält. Gartenexpertin Karin Greiner empfiehlt, starke Triebe intensiv zuzuschneiden und schwache Triebe wenig zu kürzen.

In Ihrem Garten wächst auch eine Hortensie? Hier lesen Sie, wie Sie diese pflegen und schneiden sollten.


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Bernhard Rabsch, Freitag, 05.April 2019, 10:40 Uhr

1. Bäume schneiden

Sehr geehrtes Team,

in ihrem Bericht unter "Apfelbaum schneiden" schreiben sie:
Vor allem steilwachsende Triebe sollten abgeschnitten werden. Diese sogenannten Wasserschosse oder Wassertriebe kosten den Baum unnötig Kraft, verdichten die Baumkrone und tragen eigentlich keine Früchte.
Ich habe gelernt, dass die Wasserschosse nach unten weggerissen werden sollen, so bilden sich an dieser Stelle keine neuen Wassertriebe!
Gruß
Bernhard