Bayern 1


0

Dünger Haltbarkeit Kann Dünger schlecht werden?

Der halbleere Sack Hornspäne oder die angebrochene Packung Blaukorn: Meist stoßen wir erst dann darauf, wenn wir endlich mal den Keller oder das Gartenhäuschen aufräumen - oder auch wenn wir gerade erst Nachschub gekauft haben. Was tun damit? Kann man alten Dünger noch verwenden?

Stand: 23.06.2020

Dünger | Bild: mauritius-images

Das Wichtigste vorweg: Ja, Sie können auch den Dünger vom Vorjahr und in den meisten Fällen auch älteren Dünger verwenden, ohne damit Ihren Pflanzen zu schaden. Und immer vorausgesetzt, Sie haben den Dünger richtig gelagert, müssen Sie auch nicht befürchten, dass er weniger Nährstoffe enthält, sagt Gartenbautechnikerin Christine Scherer von der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim.

Wie lange kann man Blaukorn lagern?

Bei richtiger Lagerung praktisch unbegrenzt haltbar: Kunstdünger

Der von vielen Gärtnern eingesetzte Blaukorndünger ist ein rein mineralischer Volldünger, ein industriell gefertigter Kunstdünger also. Er ist praktisch unbegrenzt haltbar - ohne Verluste. Allerdings sollte er trocken, kühl und vor Licht geschützt aufbewahrt werden. Auch große Temperaturschwankungen wie etwa Frost oder Hitze besser vermeiden - sie können unerwünschte chemische Reaktionen in Gang setzen, die den Dünger wertlos machen, rät Gartenbautechnikerin Christine Scherer.

Kann man verklumptes Blaukorn noch verwenden?

Der Dünger ist verklumpt, weil er Feuchtigkeit gezogen hat? Teile des Granulats haben sich zu Staub zerrieben? Das beeinträchtigt nicht die Wirkung des Mineraldüngers, nur die Anwendung wird dann etwas mühsamer, weil er so nicht mehr streufähig ist. Die Klumpen einfach zerdrücken und dann - wie auch die "pulverisierten" Körner - abwiegen, damit Sie die benötigte Menge pro Quadratmeter berechnen können.

Werden organische Dünger aus Hornspänen oder Schafwollpellets schneller schlecht?

Auch für organische Dünger wie Hornspäne gilt: Kühl, trocken und dunkel lagern.

Organische Dünger wie Hornspäne oder Schafwollpellets würde Gartenexpertin Scherer nicht auf Vorrat kaufen. Allerdings nicht, weil sie sich schneller zersetzen könnten als Mineraldünger, sondern aus einem anderen Grund: "Werden die organischen Dünger nicht richtig gut abgeschlossen gelagert, können sie sich schnell 'beleben' - Insekten wie Motten- oder Käferlarven siedeln sich gerne in derart riesigen Futterquellen an. Unbrauchbar werden organische Dünger auch bei Feuchtigkeit - dadurch beginnt der Zersetzungsprozess.

Flüssigdünger nur unverdünnt länger aufbewahren.

Eine Besonderheit gilt für Vinasse, einen Flüssigdünger auf der Basis des Zuckerrübenextraktes Melasse: Unverdünnt im Originalbehälter hält sie sich auch länger als ein Jahr; für die Anwendung mit Wasser verdünnt sollte sie dagegen zeitnah aufgebraucht werden.

Wie kann ich Dünger lagern?

Trocken, kühl, dunkel und gut verschlossen - so halten sich Dünger sogar einige Jahre ohne Verlust, erklärt die Gartenbautechnikerin. Ein fester Plastikeimer mit Deckel bietet sich an. Ganz wichtig dabei: "Beschriften nicht vergessen! Am besten, Sie schneiden die Inhaltangabe der Originalverpackung aus und kleben sie auf den Eimer." So sind Verwechslungen ausgeschlossen und Sie können bequem die Dosierungsanweisungen und Inhaltsstoffe des Düngers nachlesen.

Unser Tipp: Sie müssen nicht unbedingt Geld für Dünger ausgeben. Billiger und umweltschonender versorgen Sie Ihre Gemüsepflanzen mit Brennnesseljauche. Die hat Oma schon verwendet und ist ganz einfach herzustellen. Lesen sie dazu "Brennnesseljauche: So einfach geht Omas Superdünger für Ihr Gemüse"


0