26.09.21: Das Logo der CSU steht während der Wahlparty der Partei in München im Innenhof der Parteizentrale.

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Bundestagswahl in Bayern: CSU rutscht ab, SPD vor Grünen

Bundestagswahl in Bayern: CSU rutscht ab, SPD vor Grünen

Die CSU erleidet bei der Bundestagswahl in Bayern deutliche Einbußen - und kommt laut dem amtlichen Endergebnis auf 31,7 Prozent. Die SPD erreicht im Freistaat 18 Prozent und liegt vor den Grünen. Alle bayerischen Zahlen hier.

Bei der Bundestagswahl kommt die CSU in Bayern laut dem amtlichen Endergebnis auf 31,7 Prozent. Damit liegen die Christsozialen deutlich hinter ihrem Resultat vor vier Jahren: Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die CSU bei den Zweitstimmen 38,8 Prozent erzielt. Der Wert dieses Mal ist das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit 1949 (damals 29,2 Prozent), bringt die Partei aber im Bund knapp über die Fünf-Prozent-Hürde. Bei den Erststimmen haben die Christsozialen 45 der 46 Direktmandate im Freistaat gewonnen.

Bayern: SPD vor Grünen, AfD und Linke verlieren

Die SPD erreicht im Freistaat 18 Prozent (+2,7). Die Grünen erzielen 14,1 Prozent (+4,3). Sie gewinnen im Wahlkreis München-Süd mit Jamila Schäfer erstmals ein Direktmandat im Freistaat bei einer Bundestagswahl. Die FDP liegt bei 10,5 Prozent (+0,3). Die AfD kommt in Bayern auf 9 Prozent (-3,4), die Linke auf 2,8 Prozent (-3,3). Die Freien Wähler erreichen laut dem amtlichen Endergebnis im Freistaat 7,5 Prozent (+4,8), auf Bundesebene liegen sie unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Bundestagswahl 2021: Vorläufiges Ergebnis in Bayern.

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CSU gesprächsbereit - Erneuerung der Union "wann anders"

"Unser Ergebnis in Bayern gefällt uns nicht", sagte CSU-Chef Markus Söder. Die Partei werde das "natürlich aufarbeiten in den nächsten Tagen und Wochen". Die Prognosen und Hochrechnungen auf Bundesebene interpretierte Söder als "Absage an eine reine linke Regierung" und als "Klatsche" für Rot-Rot-Grün. Es gebe eher "eine Zusage für ein bürgerliches Bündnis". CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte nach der ersten Prognose: Die Zahlen für seine Partei könnten "in absoluter Höhe nicht zufrieden stellen". Manche Umfrage im Vorfeld sei nun aber eines Besseren belehrt worden.

CSU-Spitzenkandidat Alexander Dobrindt erklärte kurz nach den ersten Zahlen: "Es gibt verschiedene Koalitionsoptionen, die jetzt möglich sind." Man sei gesprächsbereit. Dobrindt sprach sich dagegen aus, dass sich die Union angesichts deutlicher Verluste zunächst um ihre Erneuerung kümmert. "Jetzt geht es erstmal darum, eine Regierung zu bilden", sagte er. Die Fehlersuche könne man "wann anders machen". Vor der Wahl hatten sich führende CSU-Politiker skeptisch bis ablehnend dazu geäußert, ob die Union als zweitstärkste Kraft die nächste Bundesregierung anführen könnte.

Bayern-SPD sieht Scholz-Auftrag - Roth: "auf mehr gehofft"

Der bayerische SPD-Landeschef Florian von Brunn leitete derweil aus den ersten Prognosezahlen zur Bundestagswahl einen klaren Anspruch ab. "Ich würde sagen, das ist ein Auftrag an Olaf Scholz, die nächste Regierung zu bilden in Deutschland", sagte er im BR-Fernsehen. Von Brunn erklärte, die "Angstkampagne der Union" sei nicht aufgegangen. Der bayerische FDP-Chef Daniel Föst zeigte sich derweil zufrieden mit dem Wahlergebnis. Außer einer Großen Koalition sei kein Bündnis ohne die FDP möglich, sagte Föst.

Bayerns Grünen-Vorsitzende Eva Lettenbauer sprach in einer ersten Reaktion vom "besten Ergebnis, das wir jemals geholt haben". Die bayerische Grünen-Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl, Claudia Roth, betonte, dass es deutlich mehr bayerische Grünen-Abgeordnete im Bundestag geben wird. Roth räumte aber angesichts zwischenzeitlich höherer Grünen-Umfragewerte ein: "Wir haben auf mehr gehofft und für mehr gekämpft." AfD-Landeschefin Corinna Miazga zeigte sich nicht zufrieden mit dem zu erwartenden Ergebnis ihrer Partei in Bayern. "Wir hatten auf 15 Prozent gehofft", sagte sie. Allerdings würde ein zweistellige Ergebnis laut ihr bedeuten, dass die AfD keine bloße Protestpartei sei.

Nach jetzigem Stand sind die Freien Wähler nicht im neuen Bundestag vertreten - bundesweit liegen sie derzeit bei 1,8 Prozent. Parteichef Hubert Aiwanger zeigte sich enttäuscht: "Ich hätte mir auf Bundesebene natürlich mehr erhofft und erwartet", sagte er dem BR. Aiwanger verwies aber auch darauf, dass seine Partei im Bund und in Bayern wohl deutlich zugelegt habe. "Es war kein Themenwahlkampf", sagte der Freie-Wähler-Chef. Am Ende sei es nur um die Frage "Wird es Laschet oder Scholz?" gegangen.

Wahlbeteiligung in Bayern wohl etwas gestiegen

Die Wahlbeteiligung in Bayern lag bei 79,8 Prozent. Vor vier Jahren betrug die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl im Freistaat 78,1 Prozent. Rund 9,4 Millionen Wahlberechtigte waren in Bayern dieses Mal zur Wahl des neuen Bundestags aufgerufen.

  • Die aktuelle Hochrechnung, alle Ergebnisse auch aus Bayern finden sie hier.

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