Unified Filmmakers Festival 2021 Auch in der Krise vereint: "Unified Filmmakers"

Dass der Lockdown während der Pandemie auch viel Kreatives hervorbringen kann, haben die letzten Monate immer wieder bewiesen. Jetzt startet mit dem "Unified Filmmakers Festival" ein Netzwerk, das diesen Output bündeln möchte.

Von: Marie Müller

Stand: 19.01.2021 | Archiv

Florian Deyle und Patricia Mestanza, Leiter des Unified Filmmakers Festival | Bild: BR

Eine Umarmung, Party-Ekstase, ein gemeinsamer Kino-Besuch: Szenen, die in diesen Zeiten nur in der Phantasie vorkommen – oder gebannt auf Leinwand. Der Film-Online-Markt jedenfalls ist stark wie nie. Grund genug für Patricia Mestanza und Florian Deyle, ein Online-Festival ins Leben zu rufen, bei dem sich etablierte Filmschaffende, Nachwuchs und Quereinsteiger austauschen können: das Unified Filmmakers Festival.

Überthema "Pandemie"

"Es gibt unglaublich viele Herausforderungen, die für die Gesellschaft anstehen – jetzt aktuell natürlich die Corona-Pandemie. Umso wichtiger fanden wir es, ein Festival zu gründen, das sich um diese Themen kümmert", erläutert Florian Deyle, der mit seiner Frau Patricia Mestanza das Festival leitet, die Idee.

"Corona-Pandemie" lautet das Thema in diesem Jahr und als Form habe sie sich auf Kurzfilme festgelegt, um online einen Gratis-Zugang zu den Filmen ermöglichen zu können. Bis zu 15 Minuten ist alles erlaubt: Horror, Drama, Dokus, Animationen, Komödien – wobei letzteres noch spärlich vorhanden ist. Diese Zeiten versetzen die Kreativen vermutlich nicht in ausgelassene Heiterkeit. Dennoch: Die ersten Einsendungen seien vielversprechend. Handwerklich solide gemacht, bildlich stark und vor allem die kreativen Herangehensweisen an das Überthema "Pandemie" stechen hervor.

Mehr als ein Filmfestival

Doch die Plattform soll mehr als der Wettbewerb sein. Deyle und Mestanza sind beide selbst Filmschaffende in München und das Festival für sie eine Herzensangelegenheit, um der Branche eine Stimme zu geben. Wöchentlich gibt es Online-Talks, in denen Film- und Kulturschaffende unterschiedlichster Richtungen über Herausforderungen, aber auch Perspektiven in der Corona-Pandemie berichten. Das 45-minütige Format wird von wechselnden Moderierenden begleitet. Daniel Sponsel, Festivalleiter des DOK.Fest München, Regisseur Marcus H. Rosenmüller, Autor und Schauspier Felix Hellmann oder auch die Geschäftsführerin des Filmfests München, Diana Iljine, haben bereits teilgenommen. Demnächst sollen auch internationale Gäste hinzukommen.

"Seit Anfang März können wir Filmschaffende uns nicht auf Filmfestivals oder anderen Veranstaltungen treffen und uns wie gewohnt austauschen", so Florian Deyle. "Mit dem Unified Filmmakers Talk schaffen wir dafür zumindest im kleinen Rahmen die Möglichkeit und bringen Filmschaffende aller Couleur an einen Tisch, um über die tiefgreifenden Einschnitte dieser Zeit zu reden und gemeinsam über mögliche Perspektiven zu diskutieren."

Globale gesellschaftlichen Themen

Jedes Jahr soll ein globales gesellschaftliches Thema ins Zentrum rücken und den Filmschaffenden weltweit die Gelegenheit gegeben werden, ihre Kurzfilme zu präsentieren. Diversität, die Ungleichheit zwischen Arm und Reich, der ökologische Kollaps unseres Planeten – es gibt noch viele Themen, die sich die beiden Festivalleitenden vorstellen können. So könnte die Plattform auf lange Sicht eine Art zeitgeschichtliches Filmarchiv werden. "Wir hatten ja relativ schnell die Frage nach der Systemrelevanz von Kultur und wir merken mit fortdauernder Pandemie, wie sehr uns Kultur abgeht."

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UFM "Categories" | Bild: Unified Filmmakers (via YouTube)

UFM "Categories"

Noch bis Ende März können Filme für das Unified Filmmakers Festival 2021 eingesendet werden, ab Mai gibt’s dann alle Einsendungen kostenfrei auf der Homepage zu sehen. Und das Digitale trifft potenziell dann auch auf das Analoge: Die besten 10 bis 20 Beiträge sollen auf dem Filmfest München dieses Jahr auf großer Kinoleinwand zu sehen sein.