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Remdesivir und andere Medikamente im Kampf gegen Coronavirus | BR24

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Wie Forscher in Bayern das Medikament Remdesivir testen.

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Remdesivir und andere Medikamente im Kampf gegen Coronavirus

Während eine Impfung gegen das Coronavirus auf sich warten lässt, läuft die Forschung für ein Mittel gegen die Lungenkrankheit auf Hochtouren. Am vielversprechendsten sind derzeit das Medikament Remdesivir und ein Serum auf Basis von Antikörpern.

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Vielversprechendster Medikamenten-Kandidat momentan ist Remdesivir, ein Mittel, das eigentlich gegen die Ebola-Viren entwickelt wurde. Viele Kliniken weltweit testen gerade das Medikament. Darum kommt es immer wieder zu verschieden lautenden Aussagen.

Studie zu Remdesivir abgebrochen

Diskussionen gibt es über eine Studie aus China, deren Zwischenergebnisse kurzzeitig auf der Webseite der WHO zu sehen waren (Stand 24.04.2020). In dieser Studie waren in klinischen Tests 158 Infizierte mit dem Medikament behandelt worden, eine Kontrollgruppe mit 79 erhielt das Mittel nicht. Doch die Patienten, die Remdesivir bekommen hatten, wurden nicht schneller gesund als die anderen.

Darüber hinaus waren - das kann man auf einem Screenshot mit einer Zusammenfassung sehen - die Nebenwirkungen des Medikaments erheblich. Der Pharmakonzern "Gilead", der das Medikament herstellt, sagt im Gegensatz dazu, dass die Studie wegen zu geringer Beteiligung abgebrochen worden sei und darum nicht statistisch aussagekräftig sei. Jetzt ist die Studie im sogenannten peer-review, in dem Fachkollegen die Qualität der Studie beurteilen, bevor sie veröffentlicht wird.

Wirkung von Remdesivir noch offen

Eine Klinik aus Chicago in den USA dagegen berichtete von guten Ergebnissen mit Remdesivir (Stand 17.04.2020). Zwei Drittel von 53 behandelten Patienten sei es nach der Gabe von Remdesivir besser gegangen. Doch diese Ergebnisse sind nur bedingt aussagekräftig, da es keine Kontrollgruppe gab. Sieben Patienten der Studie sind verstorben.

Aktuelle Informationen zum Coronavirus lesen Sie hier im Liveticker.

Remdesivir – ein vielversprechendes antivirales Medikament

Remdesivir wird vom US-Pharmakonzerns Gilead vertrieben. Amerikanische und chinesische Behörden haben das Anti-Virus-Medikament bereits für klinische Versuche zugelassen, auch in Deutschland laufen mittlerweile Studien dazu im Rahmen der Solidarity-Studie (Stand 17.04.2020), die auch andere Medikamente bei der Covid-19-Erkrankung testet. Das Klinikum Schwabing, das Klinikum rechts der Isar und die Unikliniken Düsseldorf und Hamburg sind dabei auch beteiligt.

Bis sichere Ergebnisse vorliegen, wird es aber noch dauern. Gilead geht davon aus, dass Ende April möglicherweise erste Resultate da sein könnten. Solche Studien sind aufwändig, wenn sie aussagekräftig sein wollen. So sollten einerseits genügend Patienten eingeschlossen sein und es muss eine Kontrollgruppe geben, damit der Einfluss des getesteten Medikaments vergleichbar ist.

"Nach allem, was wir bisher wissen, gibt es große Hoffnungen, dass Remdesivir tatsächlich den Erkrankungsverlauf und die Schwere der Erkrankung mildern könnte." Dr. Christoph Spinner, Infektiologe, Klinikum rechts der Isar

Im Interview in der radioWelt (21.04.2020) geht der Forscher davon aus, dass das Medikament, sollte es sich tatsächlich als wirksam erweisen, schnell zugelassen werden könne.

Mehr zum Start der europaweiten Studie zu Medikamenten lesen Sie hier.

Wie wirkt das Medikament Remdesivir?

Der Wirkstoff Remdesivir, der ursprünglich gegen Ebola entwickelt wurde, erwies sich schon im Tierversuch als wirksam gegen SARS und Mers-CoV. Remdesivir hat zudem schon erste Tests an gesunden Probanden und Ebola-Patienten durchlaufen und sich darin als verträglich erwiesen.

Der Wirkstoff des Mittels ähnelt den RNA-Bausteinen, die RNA-Viren wie SARS und Mers-CoV zur Vervielfältigung ihres Erbgutes benötigen. Wird von den viralen Oberflächen-Enzymen Remdesivir in die Viren-RNA, dem Träger der Erbinformation, eingebaut, kann sich das Virus nicht mehr vermehren. So beschreibt Matthias Gotte von der University of Alberta in Kanada die Wirkungsweise von Remdesivir im Journal of Biological Chemistry vom 24. Februar 2020.

Remdesivir in Phase-3-Studien

Laut Pharmahersteller Gilead laufen momentan (Stand 10. April 2020) weltweit sieben klinische Studien, zunächst zwei in China, dann zwei weitere internationale Studien in den USA, Europa und Asien. Bei einer werden sehr stark an Covid-19 erkrankte Patienten eingeschlossen, bei der anderen weniger stark betroffene. Bei allen vier Studien wird darauf geachtet, dass evidenzbasiert gearbeitet wird, dass es zum Beispiel Kontrollgruppen gibt.

Dabei handelt es sich um klinische Phase-3-Studien, das sind die Vorläufer für die endgültige behördliche Zulassung einer Behandlung. Sie sollen bestätigen, dass ein Arzneimittel sowohl sicher als auch wirksam ist, indem sie seine Reichweite auf einen größeren Pool von Patienten ausweiten.

Eine fünfte Studie ist in den USA angelaufen, eine weitere in Europa, die Inserm DisCoVeRy-Studie, und dann gibt es noch die große Solidarity-Studie der WHO.

Chloroquin – altbekanntes Mittel mit möglicher neuer Funktion

Sollte sich Remdesivir gegen SARS-CoV-2 bewähren, würde dies zwar nicht die Ausbreitung des Coronavirus stoppen. Es hilft aber dabei, Todesfälle durch Covid-19 zu verhindern. Idealerweise haben die Wissenschaftler mehrere Wirkstoffe zur Verfügung, weil einige Virenstämme sich als resistent gegenüber bestimmten Behandlungen erweisen könnten.

Bei in vitro-Versuchen, also Versuche, die nicht im lebenden Organismus (in vivo) stattfinden, hat sich auch das Mittel Chloroquin als wirksam gegen das Coronavirus gezeigt. Chloroquin ist ein weit verbreitetes Medikament gegen Malaria und Autoimmunerkrankungen und wurde auch als potenzielles antivirales Breitbandmedikament beschrieben. Neben seiner antiviralen Aktivität besitzt Chloroquin eine immunmodulierende Aktivität, die seine antivirale Wirkung in vivo verstärken könnte. Chloroquin ist ein kostengünstiges und erprobtes Malaria-Medikament, das als Tablette geschluckt wird. Möglicherweise ist es ebenfalls klinisch gegen das 2019-nCoV anwendbar. Doch eine am 21. April 2020 veröffentlichte US-Studie weckt Zweifel an der Wirksamkeit von Chloroquin und dem verwandten Wirkstoff Hydroxychloroquin gegen Covid-19.

Problematisch sind insbesondere seine Nebenwirkungen, deswegen wurde in Brasilien (Stand 17.04.2020) schon eine kleine Studie mit Chloroquin abgebrochen, weil es bei den behandelten Patienten zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelschäden gekommen war. Auch in der Abteilung Tropenmedizin der Universität Tübingen wird zu Chloroquin geforscht.

Rekonvaleszentenserum – Therapie mit Antikörpern

Daher arbeiten Wissenschaftler im Fall von Corona ebenfalls an einem Rekonvaleszentenserum, besser bekannt als passive Immunisierung: Man gewinnt Antikörper von einem Menschen, der bereits mit Corona infiziert ist und reichert diese künstlich im Labor an. Ähnliche Verfahren wurden bei Ebola bereits verwendet und haben dort Erfolge gezeigt. Auf diese Weise wird ein natürliches Medikament entwickelt, das eine sehr hohe Wirksamkeit hat. Der Vorteil der Methode: Das Medikament wirkt sehr gut und zeigt häufig wenige bis keine Nebenwirkungen. Der Nachteil: Die Produktion ist recht teuer und kann in den meisten Fällen nur als Reservemedikament bei Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf eingesetzt werden. Gegen Sars-CoV-2 sei die passive Immunisierung zu empfehlen, sagt Hendrik Streeck. Aber die Entwicklung dauert auch in diesem Fall und steht nicht innerhalb weniger Wochen zur Verfügung. Das Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichte am 27. Februar 2020 eine Studie zu dem Rekonvaleszentenserum.

Erste Versuche sind im April auch an bayerischen Unikliniken gestartet.

Eine Corona-Impfung wäre langfristig die beste Lösung

Doch egal welches Medikament letztendlich das Rennen im Kampf gegen das Coronavirus gewinnt: Es könnte den Arzneimittelherstellern entscheidende Zeit verschaffen, einen sicheren und wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Denn nur ein wirksamer Impfschutz hilft, damit die Menschen nicht dauerhaft mit dem Coronavirus leben müssen.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat daher am 22. April 2020 erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen Corona erteilt. Das Mainzer Unternehmen Biontech erhält die Genehmigung, seinen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen.

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Weltweit suchen Forscherinnen und Forscher unter Hochdruck nach einem Wirkstoff gegen das neue Corona-Virus. Ein vielversprechender Kandidat hat dabei die Nase vorn.

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Mit einer Sondergenehmigung darf das Klinikum Weilheim ein noch nicht zugelassenes Medikament einsetzen. Behandelt werden soll damit ein 80-jähriger Covid-19-Patient, der seit Ende letzter Woche mit kritischem Zustand auf der Intensivstation liegt.

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