BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Corona-Virus: Auf der Suche nach Medikamenten | BR24

© BR/IQ

Im Kampf gegen das neue Corona-Virus suchen Forscher weltweit nach Medikamenten. Doch eine Wunderwaffe ist aktuell nicht in Sicht. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Corona-Virus: Auf der Suche nach Medikamenten

Bisher gibt es noch keine Arznei, die speziell bei einer Infektion mit dem neuen Corona-Virus helfen würde. Forscher in China und weltweit arbeiten mit Hochdruck an Therapeutika. Wirken HIV-Medikamente auch beim Corona-Virus?

Per Mail sharen

Corona-Viren wurden Mitte der 1960er Jahre zum ersten Mal identifiziert. Sie können Menschen und Tiere betreffen. Diese Viren lösen gewöhnliche Erkältungen aus oder auch potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie SARS, MERS und die aktuelle Corona-Infektion Covid-19.

Neues über die Suche nach Medikamenten gegen das Coronavirus finden Sie hier.

Coronavirus: Hier erhalten Sie alle Informationen

HIV-Medikamente im Kampf gegen Corona-Viren

HIV-Medikamente, die dazu dienen, die Viruslast im Körper zu dämpfen, hatten bei anderen Corona-Viren wie MERS und SARS schon vor Jahren einzelne Erfolge gezeigt. Daran knüpfen nun Forscher weltweit an. Sie hoffen, dass sie mit antiviralen Arzneien auch beim aktuellen Corona-Virus SARS-CoV-2 etwas ausrichten können.

"Man hat zu SARS-Zeiten ein paar vielversprechende Substanzen gefunden. Man hat HIV-Medikamente untersucht, ob das funktioniert, aber den durchschlagenden Effekt hat man mit denen bislang nicht gefunden." Martin Stürmer, Virologe im Labor für Interdisziplinäre Medizin in Frankfurt

Thailand meldet Erfolg mit HIV-Medikamenten

Anfang Februar ließ eine Meldung der thailändischen Behörden aufhorchen, eine Mixtur aus Grippe- und HIV-Medikamenten würde beim neuartigen Corona-Virus wirken. Eine Frau aus China hatte sich mit dem aktuellen Corona-Virus angesteckt. Sie hielt sich beim Ausbruch der Erkrankung in Thailand auf. Die Ärzte gaben der Frau das Grippe-Medikament Oseltamivir und die zur Behandlung von HIV eingesetzten antiviralen Wirkstoffe Lopinavir und Ritonavir. 48 Stunden nach Beginn der Behandlung mit diesem Medikamenten-Cocktail war das Virus nicht mehr nachweisbar.

Einsatz eines Ebola-Medikaments

Hoffnungen schürt auch ein Medikament, das eigentlich gegen Ebola-Viren entwickelt wurde: Remdesivir. Chinesische Behörden haben das Anti-Virus-Medikament Remdesivir jetzt für klinische Versuche zugelassen.

Amerikanische Ärzte setzten Remdesivir bereits bei einem erkrankten Patienten ein, der sich in China mit dem Corona-Virus angesteckt und als Folge eine Lungenentzündung entwickelt hatte. Sein Krankenhausaufenthalt wird in einer Studie detailliert dargestellt. Zwei Tage nach der Infusion mit dem antiviralen Medikament klangen die Beschwerden deutlich ab.

"Die Behandlung mit intravenösem Remdesivir wurde am Abend des siebten Krankenhaustages eingeleitet. Am achten Krankenhaustag verbesserte sich der klinische Zustand des Patienten. Die Sauerstoffversorgung konnte abgesetzt werden. Sein Appetit verbesserte sich und er war symptomfrei - abgesehen von zeitweiligem trockenem Husten. Er ist fieberfrei, und alle Symptome sind mit Ausnahme seines Hustens, dessen Schweregrad abnimmt, abgeklungen." Scott Lindquist, Mediziner am Washington State Department of Health

Weltweit suchen Forscher nach passenden Wirkstoffen

Nicht alle Patienten erkranken nach der Infektion mit dem neuen Corona-Virus schwer. Bei den Fällen in Deutschland standen bisher Erkältungssymptome im Vordergrund. Dennoch kann der Verlauf im Einzelfall tödlich ausgehen, vor allem bei Patienten, die schon durch anderen Erkrankungen geschwächt sind. Die Suche nach gezielten Wirkstoffen und nach einer Impfung gegen das neue Virus 2019-nCoV läuft weltweit auf Hochtouren.

© BR

Die Zahl der Corona-Infektionen in China hat über Nacht um fast 15.000 zugenommen - auf nunmehr fast 60.000 Fälle.