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Coronavirus FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten | BR24

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Coronavirus FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Coronavirus FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Das Coronavirus breitet sich weltweit aus. Wie gefährlich ist das Virus? Wie kann man sich schützen? Welche Symptome zeigen sich? Wie kann man Infektionsketten unterbrechen? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum neuen Coronavirus.

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Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Coronavirus SARS-CoV-2 und der entsprechenden Erkrankung Covid-19.

Wie wird das neuartige Coronavirus übertragen?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2, vormals 2019-nCoV genannt, ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Das Virus wird via Tröpfcheninfektion bei direktem Kontakt mit Infizierten weitergegeben, zum Beispiel durch Husten oder Niesen. Das neuartige Coronavirus wurden bei manchen Patienten auch im Stuhl nachgewiesen. Ob es sich durch eine Schmierinfektion verbreiten kann, ist noch nicht geklärt, sagt das Robert-Koch-Institut.

Welche Symptome verursacht Covid-19?

Erkrankt man am neuen Corononavirus SARS-CoV-2 sprechen Ärzte von der Krankheit Covid-19. Die Symptome der Erkrankung ähneln in Europa meist einer harmlosen Erkältung. Zu den Symptomen gehören: Fieber, Husten, Atemnot, Muskelschmerzen und Müdigkeit - mitunter auch Auswurf, Kopfschmerzen und Durchfall. Eine Minderheit erkrankt an einer viralen Lungenentzündung, dem schweren Verlauf von Covid-19. Es gibt inzwischen verlässliche Tests, mit denen eine Infektion durch das Coronavirus diagnostiziert werden kann.

© Bayerischer Rundfunk

Die häufigsten Symptome einer Corona-Infektion sind Fieber und trockener Husten, bei schweren Verläufen Atemnot. Wer Kontakt mit einer infizierten Person hatte, sollte schnell seinen Arzt anrufen. Doch was heißt Kontakt? Philip Häusser klärt auf.

Sollte man jetzt mit Grippesymptomen zum Arzt?

Als Erstes sollte man sich fragen: War ich in einem Risikogebiet? Hatte ich näheren Kontakt zu einem Covid-19 Erkrankten oder jemandem, der in einem Risikogebiet gewesen ist? Nur, wenn man einen begründeten Verdacht hat, am neuen Coronavirus erkrankt zu sein, sollte man seinen Arzt anrufen und einen Termin ausmachen. Gehen Sie auf keinen Fall einfach so zum Hausarzt oder in die Klinik!

Coronavirus: Bei welchen Symptomen benötige ich ärztlichen Rat?

Sollte ich mich testen lassen? Antwort in 5 Minuten per App

Sie hatten Kontakt mit einem Verdachtsfall, haben aber nur Husten und keine anderen Symptome? Wer wissen möchte, ob er oder sie überhaupt für einen Test auf das neue Coronavirus in Frage kommt, kann schnell, einfach und kostenlos den digitalen Fragebogen der Berliner Charité ausfüllen:

CovApp - der digitale Fragebogen

Uabhängig vom Ergebnis des Fragebogens müssen derzeit Ärzte und Labore noch strikt abwägen, wer wie dringend auf das Coronavirus getestet wird. Denn bis ein Schnelltest entwickelt ist, sind die Labore in Deutschland teilweise am Rand ihrer Kapazitäten angelangt.

Wie ansteckend ist das Coronavirus?

Das neue Coronavirus ist leicht übertragbar und ansteckender als das SARS-Virus, weil es besser an den Menschen angepasst ist. SARS-CoV-2 gilt als 10 bis 20 Mal ansteckender als das SARS-Virus.

Ist eine Ansteckung ohne Symptome möglich?

Es ist möglich, dass man sich mit dem neuen Coronavirus infiziert hat und keine oder nur leichte Erkrankungssymptome zeigt. Das ist sogar die Regel bei den Fällen in Deutschland. Doch auch Infizierte mit leichten oder keinen Symptomen können das Virus übertragen. Problematisch ist, dass Leicht-Erkrankte meist nicht zu Hause bleiben und sich das Virus so weiter verbreitet.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Das neue Coronavirus gilt als sehr ansteckend und ähnlich gefährlich wie Grippe-Viren. Wie viel Prozent der Erkrankten an einer Infektion mit dem neuen Coronavirus sterben, lässt sich nicht sagen, denn viele Patienten bleiben symptomarm, sodass sie gar nicht erfasst werden und nicht ins Krankenhaus gehen. So lässt sich eine Sterblichkeitsrate schwer festlegen. Die meisten Infizierten erkranken momentan aber nur leicht und zeigen lediglich Erkältungssymptome.

Wer ist durch das Coronavirus gefährdet?

Nach bisherigen Erkenntnissen spielen das Geschlecht, das Alter und der Gesundheitszustand eines Patienten eine entscheidende Rolle, ob man an der schweren Form von Covid-19 erkrankt. Man geht davon aus, dass besonders ältere Menschen - und da eher Männer - betroffen sind und Menschen mit Vorerkrankungen wie zum Beispiel Lungenerkrankungen oder Diabetes. Zudem haben Langzeitraucher ein erhöhtes Risiko, an Covid-19 zu erkranken. Wenig gefährdet sind Kinder und Schwangere. Offenbar hat auch die Luftverschmutzung, der man ausgesetzt war, einen Einfluss darauf, wie schwer die Krankheit verläuft.

Mehr dazu, wer besonders durch das Coronavirus gefährdet ist, finden Sie hier.

Führt die Einnahme von Blutdrucksenkern zu einer höheren Sterberate durch das Coronavirus?

Gibt es eine Impfung oder Medikamente?

Nein, derzeit gibt es gegen die Lungenkrankheit, die vom Coronavirus ausgelöst wird und die in manchen Fällen sehr schwer oder gar tödlich verläuft, noch keine Medikamente und keine Impfung. Natürlich kommen weltweit trotzdem Medikamente zu experimentellem Einsatz und werden inzwischen auch klinischen Studien unterzogen. Doch bislang reichen die Erfahrungen aus individuellen Behandlungen noch nicht für allgemeingültige Empfehlungen.

© BR/Gut zu wissen

Das Immunsystem bildet nach dem Impfen passende Antikörper und bekämpft damit den Erreger. Die Gedächtniszellen merken sich den Erreger.

Wie kann man sich vor dem Coronavirus schützen?

80 Prozent aller Infektionskrankheiten werden über die Hände verbreitet. Im Schnitt fassen wir uns alle vier Minuten ins Gesicht, häufig mit ungewaschenen Händen. Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen Viren und Bakterien aller Art ist deshalb: Hände gründlich und oft waschen! Und zwar mindestens 20 Sekunden lang - auch zwischen den Fingern. Eine Eselsbrücke ist, zweimal im Kopf "Happy Birthday" zu singen. Damit die Hände nicht rissig werden, sollte man sie auch ab und zu eincremen. Niesen und husten Sie in die Armbeuge und nicht in die Hand. Verwenden Sie bei Schnupfen Einmaltaschentücher und keine Stofftücher. Entsorgen Sie die Taschentücher in der Toilette oder in einem Mülleimer mit Deckel. Vermeiden Sie es momentan, Hände zu schütteln.

Außerdem sollte man Abstand zu erkrankten Personen halten sowie Menschenmengen möglichst meiden. Lässt sich ein Kontakt nicht vermeiden, sind Hygienemaßnahmen doppelt wichtig und auch intensives Raumlüften ist sinnvoll. Das schützt auch vor allen anderen Infektionen wie Erkältungen oder der Grippe. Wer große Sorge vor einer Ansteckung hat, sollte - wo möglich - auch öffentliche Verkehrsmittel meiden. Viele Verkehrsverbünde in Bayern haben inzwischen die Hygiene-Maßnahmen in öffentlichen Verkehrsmitteln verstärkt.

Warum unser Alltag wirklich eingeschränkt werden muss, lesen Sie hier.

© Bayerischer Rundfunk

Erst Desinfektionsmittel mit mindestens 60 Prozent Alkoholgehalt töten tatsächlich das Corona-Virus. Schlimmer noch: Alkohol schädigt die Schleimhäute und macht sie anfälliger für Viren. Und Alkohol im Blut schwächt unser Immunsystem.

Gibt es eine Immunität gegen SARS-CoV-2?

Für Studien und damit wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse ist es noch zu früh, doch Virologen gehen davon aus, dass man auch gegen das Coronavirus nach einer Erkrankung immun ist - einige Jahre lang.

Mehr über Immunität gegen Corona finden Sie hier.

Soll man einen Mundschutz gegen das Coronavirus tragen?

Ein normaler Mundschutz schützt Sie nicht vor Infektionen - weder gegen Corona noch gegen andere Erreger. Er kann bestenfalls helfen, dass Sie andere nicht so leicht anstecken, wenn Sie selbst erkrankt sind. Normalerweise dient der Mundschutz dazu, dass bei Operationen zum Beispiel kein Speichel von medizinischem Personal in Wunden von Patienten gelangt. Er ist aber kein Schutz vor Viren und Bakterien.

Dementsprechend sagt der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg, dass das Tragen eines Mundschutzes "im Augenblick vollkommen unsinnig" ist. Diese Gesichtsmasken seien nicht zum Schutz vor Ansteckungen gemacht. Es mache aber durchaus Sinn, als Grippekranker eine Maske zum Schutz anderer Menschen zu tragen. "Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit", sagte Salzberger.

Laut dem Robert Koch Institut (RKI) könnte eine Mundschutzmaske das "Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern". Wissenschaftlichen Beweise gebe es dafür aber nicht. Regeln zum Husten- und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden. Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt, so das RKI.

Mehr über einen Coronavirus-Mundschutz: Ist selbst machen sinnvoll?

Wie lange überlebt das Coronavirus außerhalb des menschlichen Körpers?

US-Forscher haben untersucht, wie lange das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 in Aerosolen sowie auf Kunststoff, Edelstahl, Kupfer und Pappe lebensfähig bleibt. Auf Kupfer waren infektiöse Viren bei Tests bis zu vier Stunden, auf Pappe bis zu 24 Stunden und auf Plastik und rostfreiem Stahl bis zu drei Tage nachweisbar. Allerdings fiel die Zahl der infektiösen Viren auf allen Oberflächen in diesen Zeiträumen deutlich ab. Die Virologen Hendrik Streeck und Christian Drosten betonen zudem, dass es sich um eine Studie im Labor handele. Der Nachweis lebensfähiger Viren auf einer Oberfläche bedeute nicht, dass es in der Realität zu einer Infektion kommt. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

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Philip Häusser erklärt, was es in Corona-Zeiten beim Umgang mit Geld zu beachten gilt.

Werden Viren über Pakete oder Briefe übertragen?

Professorin Ulrike Protzer, Virologin vom Helmholtz-Zentrum an der Technischen Universität München (TUM) sagt am 27. Februar 2020 auf BR-Anfrage, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass ein Virus über einen Brief oder ein Paket übertragen wird. "Die saugfähige Oberfläche eines Pakets oder eines Briefes und der Transport an der Luft würden das Virus sicher austrocknen und damit seine Hülle kaputt machen. Zudem geht das Virusgenom kaputt, wenn man es der Sonne oder UV-Licht aussetzt. Es gibt (weltweit) zudem seit fast drei Wochen schon keine Übertragungen aus China mehr, die neueren Fälle sind alle Übertragungen aus anderen Ländern oder in einem Land." Auf anderen Oberflächen könnte es sein, dass sich das Virus länger hält.

Wie lange dauert die Inkubationszeit bei SARS-CoV-2?

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome, dauert nach bisherigem Wissensstand durchschnittlich 5 bis 6 Tage, kann aber bis zu 14 Tage dauern. So lange müssen nachweislich Infizierte auch in Quarantäne gehen. Bei einem leichten Verlauf der Erkrankung reicht häusliche Quarantäne.

Wie viel Menschen sind in Deutschland an Covid-19 erkrankt?

Die aktuelle Zahl der laborbestätigten Corona-Infizierten in Deutschland finden Sie hier: aktuelle Fallzahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Die Übersichtskarte zu den aktuellen Coronavirusfällen in Bayern finden Sie hier.

Wo und wie weit ist das Coronavirus weltweit verbreitet?

Das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der Johns Hopkins University hat ein interaktives Tool entwickelt, in dem die Fallzahlen der Coronainfizierten, die Sterbefälle und die Zahl der genesenen Menschen pro Land aufgeführt sind.

Sie wollen diese Karte der John Hopkins University genauer sehen? Zur Desktopversion hier klicken und zur mobilen Version hier klicken.

Die Zahlen von RKI und John Hopkins University unterscheiden sich deutlich, weil sie auf unterschiedlichem Wege zu unterschiedlichen Zeiten gesammelt und veröffentlicht werden. Lesen Sie hier, warum die Fallzahlen unterschiedlich hoch sind.

Wo kommt SARS-CoV-2 her?

Das Virus wurde vom Tier auf den Menschen übertragen. Als Ausgangspunkt gilt bislang ein Tiermarkt in Wuhan, auf dem auch Wildtiere wie Fledermäuse und Schlangen verkauft wurden, um sie zu verspeisen. Der Markt wurde am 1. Januar 2020 geschlossen. Eine Analyse des Erbguts des Virus im Februar 2020 zeigt, dass es zu 98 Prozent mit einem Coronavirus übereinstimmt, das Fledermäuse befällt.

Chinesische Forscher veröffentlichten am 15. Februar 2020 allerdings eine Studie im Fachmagazin "The Lancet", in der sie sagen, dass als erster Mensch, "Patient Null" genannt, ein älterer chinesischer Mann mit Alzheimer an Covid-19 erkrankte, der keinen Kontakt zum Tiermarkt in Wuhan hatte.

Wie kann eine Verbreitung reduziert werden?

Das Wichtigste ist momentan, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und Infektionsketten zu unterbrechen. Deshalb werden bei Erkrankungen alle Kontaktpersonen eines Infizierten ermittelt und 14 Tage in Quarantäne geschickt. Bei leichten Fällen, also den meisten, reicht eine häusliche Quarantäne.

Ich möchte verreisen. Was tun?

Wer aktuell verreist, kann sich auf den Seiten des Auswärtigen Amtes und des Robert Koch Instituts (RKI) über Risikogebiete, die Coronavirus-Entwicklung in einzelnen Ländern und andere Reisehinweise informieren.

Darf man jetzt eigentlich noch Blut spenden?

Ja! Unbedingt sogar! Denn zum Einen fehlen immer mehr Blutkonserven, weil sich die Menschen derzeit zurückhalten - auch beim Blutspenden. Zum anderen soll aus dem Blut von genesenen Corona-Patienten ein Antikörper-Serum gewonnen werden.

Zweifach wichtig: Blutspenden in Zeiten der Coronakrise

Darf man im Freien noch Sport treiben?

Ja, Sport und Spaziergänge an der frischen Luft sind erlaubt. Allerdings ausschließlich alleine oder in Begleitung des eigenen Hausstandes. Gruppenbildung mit anderen ist untersagt.

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Vereine und Fitnessstudios sind geschlossen. Doch wer sich gesund fühlt, kann trotzdem Sport treiben - vor allem im Freien. Denn frische Luft ist gut für Rachen und Bronchien. Und Sport kann helfen Stress abzubauen, der schlecht ist fürs Immunsystem.

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