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Wirkstoff Chloroquin gegen Corona-Erkrankung im Test | BR24

© picture alliance / Klaus Ohlenschläger

Tübinger Tropenmediziner testen das Malariamittel Chloroquin als Medikament gegen das Coronavirus SARS-CoV-2.

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Wirkstoff Chloroquin gegen Corona-Erkrankung im Test

Der Wirkstoff Chloroquin ist ein weit verbreitetes, kostengünstiges und sicheres Medikament gegen Malaria. In Labortests hat sich das Mittel auch als wirksam gegen Coronaviren gezeigt. Chloroquin soll ab kommender Woche an Menschen getestet werden.

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Bislang gibt es kein zielgerichtetes Medikament gegen die von Sars-CoV-2 verursachte Lungenerkrankung Covid-19. Doch es wird intensiv daran geforscht. Experten setzen vor allem darauf, Medikamente einzusetzen, die bereits für andere Anwendungen erprobt sind. Diese müssten dann vor ihrer Zulassung nicht mehr so aufwendig getestet werden.

Tübinger Tropenmediziner beginnen mit klinischen Tests

So wollen Tübinger Mediziner vom Institut für Tropenmedizin das Medikament Chloroquin, das in Deutschland unter dem Handelsnamen Resochin bekannt ist, im Kampf gegen Corona-Erkrankungen testen. Bereits ab 23. März soll mit einer klinischen Studie an Menschen begonnen werden. Chloroquin ist eigentlich ein Medikament gegen Malaria. Es wirke aber auch gegen viele Viren wie das Hepatitis-B-Virus, sagen Forscher. Und womöglich auch gegen Sars-CoV-2, wie zumindest Versuche im Reagenzglas zeigten.

Mehr zum Start der europaweiten Studie zu Medikamenten lesen Sie hier.

Malariamittel Chloroquin im Kampf gegen Corona einsetzen

In zahlreichen Untersuchungen werden derzeit Medikamente oder Wirkstoffe getestet, die bereits im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen entwickelt und untersucht wurden - darunter auch Chloroquin. "Repurposing" nennen Fachleute diese Herangehensweise, bei denen bereits für einen bestimmten Zweck getestete Mittel für einen anderen Zweck eingesetzt werden. Die meisten der klinischen Studien laufen in China, weil es dort die größte Anzahl an Patienten gibt, die daran teilnehmen können.

Mit bekanntem Medikament Zeit bei der Zulassung sparen

Um klinische Studien kommt man auch bei bereits bekannten Mitteln nicht herum. Man spart allerdings bei der Zulassung eines Präparats Zeit. "In einem Zulassungsverfahren werden drei grundlegende Dinge geklärt, nämlich die Wirksamkeit, die Verträglichkeit und die technische Qualität eines Medikaments", erläutert Rolf Hömke, Sprecher des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa). "Ist ein Medikament bereits für eine andere Anwendung zugelassen, ist die Verträglichkeit geprüft und die technische Qualität belegt. Nachgewiesen werden muss nach wie vor, dass das Mittel gegen die Krankheit wirkt."

Oberste Priorität eines Medikaments: die Sicherheit

Bereits erforschte Wirkstoffe können also unter Umständen schneller in die Phase der klinischen Prüfung eintreten, in der das Mittel an größeren Patientengruppen getestet wird - und dann bei erfolgreicher Testung auch schneller zugelassen werden. So will das Tübinger Institut für Tropenmedizin von kommender Woche an mit einer Studie an Menschen beginnen, wie Institutsdirektor Peter Kremsner mitteilte.

In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamenten bekommen hätten. "Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet", sagte Kremsner. Chloroquin könne zu Herzrhythmusstörungen führen, was für Patienten mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen auf der Intensivstation schwierig sei, sagte der Bonner Virologe Hendrik Streeck in seinem Daily Podcast auf B5.

Vergleichsstudie an moderat erkrankten Corona-Patienten

Die Tübinger Tropenmediziner wollen mit Chloroquin eine moderat an Covid-19 erkrankte Testgruppe behandeln und einer Kontrollgruppe Placebos verabreichen. Der Antrag für die Studie wurde am 18. März 2020 bei der Tübinger Ethikkommission eingereicht.

© Bayerischer Rundfunk/Abendschau

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