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Wie unterscheiden sich Coronavirus, Grippe und Erkältung? | BR24

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Coronavirus, Grippe, Erkältung: Wie sind die Symptome?

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Wie unterscheiden sich Coronavirus, Grippe und Erkältung?

Die Angst geht um: Wer hustet und schnieft, fürchtet, sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert zu haben. Dabei kursieren auch andere Erreger. Lassen sich Covid-19, Grippe und Erkältung unterscheiden?

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Husten, Schnupfen, Heiserkeit - typische Symptome, die jeder kennt, aber zur Zeit besondere Besorgnis erregen: Die Angst, sich mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 angesteckt zu haben, sitzt tief. Besonders zur Erkältungszeit im Winter ist es jedoch auch möglich, sich mit einem der zahlreichen Rhinoviren infiziert zu haben. Auch eine Grippe, auch Influenza genannt, wird durch Viren ausgelöst.

Symptome der Erkrankung Covid-19

Neu hinzugekommenen seit diesem Winter ist eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus. Erkrankt man daran, sprechen Ärzte von Covid-19. Die Symptome ähneln in Europa meist einer harmlosen Erkältung, die ebenfalls zu Beginn eher langsam verläuft. Zu den möglichen Symptomen gehören: Fieber, Husten, Atemnot, Muskelschmerzen und Müdigkeit - mitunter auch Auswurf, Kopfschmerzen und Durchfall. Eine Minderheit erkrankt an einer viralen Lungenentzündung, dem schweren Verlauf von Covid-19. Manche Erkrankten bleiben aber auch weitgehend symptomlos.

Wer ist durch das Coronavirus gefährdet?

Infektionen mit dem Coronavirus verlaufen sehr unterschiedlich - das hängt stark vom Alter und von möglichen Vorerkrankungen des Patienten ab. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle: "Die besondere Risikogruppe sind ältere Menschen - und es gibt eine Betonung auf das männliche Geschlecht", so Professor Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité. Auch Langzeitraucher haben ein erhöhtes Risiko an Covid-19 zu erkranken. Weniger gefährdet scheinen Kinder und Schwangere.

Covid-19: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, erkrankt zu sein?

Für sich selbst sollte man erst einmal klären: War ich in einem Risikogebiet oder hatte ich näheren Kontakt zu einem Covid-19 Erkrankten? Oder hatte ich Kontakt mit Personen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben?

Was tun, wenn der Verdacht auf Covid-19 besteht?

Wenn man einen begründeten Verdacht hat, am neuen Coronavirus erkrankt zu sein, sollte man auf keinen Fall einfach so zu seinem Hausarzt oder in die Klinik gehen. Wichtig ist, vorher beim Arzt oder Gesundheitsamt anzurufen und einen Termin auszumachen, um eine mögliche Verbreitung des Virus zu verhindern. Bei Nachfragen ist außerdem der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 vorbereitet.

Gibt es eine Impfung oder Medikamente gegen Covid-19?

Nein, derzeit gibt es kein Medikament und keine Impfung gegen das Coronavirus. Forscher arbeiten aber mit Hochdruck daran. Während eine Impfung gegen das Coronavirus auf sich warten lässt, läuft die Forschung für ein Mittel gegen die Lungenkrankheit auf Hochtouren. Am vielversprechendsten sind derzeit das Medikament Remdesivir und ein Serum auf Basis von Antikörpern. Zumindest die Symptome können mit bisher gängigen Medikamenten gelindert werden. Darüber hinaus ist Bettruhe, viel Flüssigkeit und unter Umständen eine Unterstützung der Atmung sinnvoll.

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Weltweit suchen Forscherinnen und Forscher unter Hochdruck nach einem Wirkstoff gegen das neue Corona-Virus. Ein vielversprechender Kandidat hat dabei die Nase vorn.

Symptome einer Grippe

Grippe beginnt oft schlagartig, viele fühlen sich innerhalb einer Stunde "richtig" krank. Meist bekommt man hohes Fieber (über 39 Grad). Die Frage, ob man noch zur Arbeit geht oder nicht, stellt sich erst gar nicht, weil man nur noch im Bett liegen kann. Schnupfen und starke Glieder- und Muskelschmerzen gesellen sich häufig dazu.

Grippe: Risikogruppen sind besonders gefährdet

Für Risikogruppen bedeutet eine Grippe-Erkrankung eine echte Gefahr, denn das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist erhöht. Die Grippe kann lebensgefährliche Komplikationen nach sich ziehen - die bedeutendsten sind eine bakterielle Lungen- oder eine Herzmuskelentzündung. Beide können tödlich enden. Diese Verläufe müssen schnellstens mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, sonst kann es vor allem bei immungeschwächten Personen zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen.

Impfung gegen Grippe

Grippe-Viren sind listig und wandlungsfähig: Sie verändern sich ständig. Jedes Jahr muss daher ein neuer saisonaler Impfstoff entwickelt werden, der gegen die aktuellen Influenzaviren, die gerade im Umlauf sind, wirksam ist. Ältere Menschen und chronisch Kranke gehören zu den Risikogruppen, die sich impfen lassen sollten.

Erkältungen - lästig, aber meist harmlos

Eine Erkältung - beziehungsweise ein grippaler Infekt - ist eine einfache Infektion der oberen Atemwege. Ausgelöst werden Infektionen durch etwa 200 verschiedene Viren, die durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen werden. Die Viren vermehren sich in den Schleimhäuten der oberen Atemwege. Nasskaltes "Schmuddelwetter" begünstigt die Verbreitung der Erkältungskrankheiten.

Erkältung - Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Bei einem grippalen Infekt herrscht der Schnupfen vor und man fühlt sich schlapp. Typische weitere Symptome: leichteres Fieber, Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Husten. Viele schleppen sich auch dann noch zur Arbeit - wenig sinnvoll, da so die Heilung nur verzögert wird und die Kollegen angesteckt werden. Lieber sollte man sich zu Hause auskurieren und viel trinken. Auch Inhalationen und Nasenduschen erleichtern die Symptome. Eventuell kann man seine Symptome auch durch schleimlösende Präparate lindern.

Schlechte Kombination: Erkältung und Sport

Erkältet, aber das Training soll nicht leiden? Jeder sollte darauf achten, was sein Körper ihm signalisiert. Wenn er sich nach Ruhe sehnt, sollte man statt auf Belastung lieber auf Erholung setzen. Denn wenn man zu früh wieder mit dem Sport oder Training beginnt, wird das Immunsystem geschwächt. Die Folgen sind ein nachhaltiger Leistungseinbruch, Müdigkeit und Erschöpfung. Schlimmstenfalls drohen eine Herzmuskelentzündung, die zum Tod führen kann, und Superinfektionen, wenn sich auf die Viren noch Bakterien setzen.

Covid-19, Grippe oder Erkältung: Test kann Aufschluss geben

Da gerade bei einem milden Verlauf von Covid-19 eine Unterscheidung zu einer Erkältung oder Grippe kaum möglich ist, kann nur ein Test helfen. Es gibt inzwischen verschiedene Tests für das Corona-Virus. Der gebräuchlichste ist ein CPR-Nachweis des Virus im Nasen- oder Rachenabstrich. Bei einem positiven Ergebnis ist dieser Nachweis von SARS-CoV-19 sehr sicher. Allerdings kann der Test fälschlicherweise negativ ausfallen, weil nicht zu jedem Zeitpunkt im Infektionsverlauf Viren im Rachenabstich auftauchen. Insbesondere am Anfang einer Corona-Infektion ist dieser Test offenbar sehr zuverlässig.

Antikörper-Tests weisen dagegen Antikörper auf das Virus im Blut nach. Die entstehen allerdings erst ein bis zwei Wochen nach einer Infektion während der Erkrankung. Bislang ist auch noch nicht klar, wie zuverlässig Antikörper-Schnelltests sind.

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Die Nase läuft, der Hals kratzt, die Temperatur ist erhöht: Was soll man tun, wenn man befürchtet, sich mit dem neuen Corona-Virus infiziert zu haben?

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