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Weltklimarat veröffentlicht heute Sonderbericht zum Klimawandel | BR24

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Der Klimawandel bedroht immer mehr Regionen - die Erderwärmung sorgt für die Ausdehnung von Wüsten.

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    Weltklimarat veröffentlicht heute Sonderbericht zum Klimawandel

    Heute wird der Weltklimarat (IPCC) in Genf einen Sonderbericht zum Klimawandel verabschieden. Darin geht es vor allem um die gravierenden Folgen der Klimaerwärmung für die weltweite Landnutzung.

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    Im April 2016 beschloss der Weltklimarat, einen Sonderbericht zum Thema Klimawandel und Landnutzung anzufertigen. Im März 2017 wurden die Struktur und die thematischen Schwerpunkte festgelegt. Mehr als 100 Experten aus 52 Ländern sind als Autoren an diesem Bericht beteiligt. Vom 2. August bis heute wurde der Sonderbericht bei der 50. Plenarsitzung des IPCC in Genf von Vertreterinnen und Vertretern der 195 Mitgliedsstaaten Zeile für Zeile verabschiedet. Heute wird der Bericht vorgestellt.

    Sonderbericht zu Klimawandel und Landsystemen

    Der Sonderbericht wird voraussichtlich etwa 330 Seiten umfassen und trägt dann den Titel: "Klimawandel und Landsysteme: Ein IPCC-Sonderbericht über Klimawandel, Desertifikation, Landdegradierung, nachhaltiges Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasflüsse in terrestrischen Ökosystemen". In sieben Kapiteln wird der aktuelle Kenntnisstand zu den genannten Themen zusammengefasst.

    Ein Entwurf zu diesem Bericht war bereits vorab bekannt geworden. Die zentralen Erkenntnisse des IPCC sind demnach: Die Zahl der Hitzewellen und Dürren sei bereits global angestiegen und werde weiter ansteigen. Auch extreme Wetterereignisse hätten an Häufigkeit und Intensität zugenommen. Durch die menschengemachte, globale Erwärmung hätten sich die Klimazonen in Richtung der Pole verschoben, Landschaften würden sich dadurch katastrophal verändern. Bei einer globalen Erwärmung von zwei Grad sei die Lebensgrundlage von bis zu 500 Millionen Menschen weltweit bedroht, unter anderem durch Wassermangel und durch die Ausdehnung von Wüsten.

    Der Weltklimarat IPCC

    Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist eine Institution der Vereinten Nationen. Er wurde 1988 gegründet mit dem Ziel, zu klären, welche Gefährdung von der Erderwärmung ausgeht und ob gehandelt werden muss. 195 Länder sind derzeit Mitglied des IPCC.

    Weltklimarat bewertet Forschung zum Klimawandel

    Im Auftrag des Weltklimarats tragen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammen. Für die sogenannten Sachstandsberichte, die der Weltklimarat seit 1990 herausgibt, arbeiten in drei Arbeitsgruppen jeweils mehrere hundert Expertinnen und Experten und analysieren Tausende von wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu verschiedenen Aspekten des Klimawandels. Die Erstellung dieser fundierten Berichte nimmt in der Regel sechs bis sieben Jahre in Anspruch.

    Der fünfte Sachstandsbericht erschien 2013/2014, der nächste ist für 2021/2022 geplant. Der letzte Sonderbericht, den der Weltklimarat im Oktober 2018 veröffentlicht hat, befasst sich damit, welche Folgen bereits eine Aufheizung der Erde um 1,5 Grad hätte.

    Bedeutung des Weltklimarats

    Bevor ein Bericht veröffentlicht wird, werden im letzten Schritt die "Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger", die zu jedem Bericht erstellt werden, von den Regierungen der Mitgliedsländer Satz für Satz verabschiedet. Damit erkennen die Regierungen die wissenschaftlichen Aussagen der IPCC-Berichte an. Die Aussagen des Weltklimarats dienen als wichtige Basis bei den jährlichen Verhandlungen zur Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und haben international großes Gewicht und hohen Einfluss.