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Extremwetter durch Klimawandel Mehr Starkregen, Dürren, Hitzewellen und Orkane

Wissenschaftler taten sich lange schwer, extreme Wetterphänomene in einen direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel zu bringen. Verfeinerte Klimamodelle und schnellere Computer machen das aber immer öfter möglich.

Stand: 02.08.2018

Der Deutsche Wetterdienst rechnet für die Zukunft mit mehr Stürmen, extremen Regenfällen und Hitzewellen aufgrund der Klimaerwärmung. Zwar sei es schwierig, eine Zunahme solcher Extremwetter-Ereignisse statistisch nachzuweisen, sagte der DWD-Experte Thomas Deutschländer bei der jährlichen Klima-Pressekonferenz des Wetterdienstes am 6. März 2018 in Berlin. Es scheine aber dennoch "sinnvoll, sich schon heute auf eine Zukunft mit mehr Wetter- und Klimaextremen auch in Deutschland einzustellen". Die beobachtete Häufung solcher Ereignisse auch im Jahr 2017 sei "sicherlich ein Indiz" für die Annahme vieler Klimaforscher, dass Extremwetter mit steigenden Temperaturen zunehmen. "Noch wahrscheinlicher erscheint eine solche Entwicklung, wenn man nicht nur das Jahr 2017 betrachtet", sagte Deutschländer. Der statistische Nachweis sei allerdings schwierig, da die Beobachtungszeiträume zu kurz, die natürliche Klima-Variabilität hoch und die flächendeckende Erfassung kleinräumiger Ereignisse schwierig sei.

Starkregen und steigende Temperatur

Was Extremwetter anrichten kann, zeigte sich in Teilen Deutschlands im Juni und Juli 2017: Ausnahmezustand wegen sintflutartiger Regenfälle, die das Leben nicht nur in Berlin zeitweise lahmlegten. Auch Niedersachsen und Thüringen machte extremer Dauerregen zu schaffen. In Hildesheim musste ein ganzes Wohngebiet evakuiert werden. Angesichts dessen sah der Kieler Klimaforscher und Meteorologe Mojib Latif den Klimawandel als eine Ursache für diese Wettextreme.

Latif betont immer wieder, dass seit 1881 die durchschnittliche Temperatur in Deutschland um 1,4 Grad angestiegen ist. Bei einer Erwärmung von einem Grad könne die Luft sieben Prozent mehr Wasser aufnehmen. Speziell Osteuropa, der Osten Deutschlands und Teile Bayerns gerieten zudem immer stärker unter Mittelmeereinfluss. Dabei sauge sich ein Tief über dem Mittelmeer wie ein Schwamm voll Wasser, ziehe östlich an den Alpen vorbei und regne sich in Mittel- und Osteuropa ab.

Weltweite Wetterextreme

2017 drittheißestes Jahr weltweit

2017, 2016, 2015 und 2014 - das sind die vier heißesten Jahre seit Beginn meteorologischer Aufzeichnungen im Jahr 1881. Bei 2016 und 2015 spielte dabei das Klimaphänomen "El Niño" eine Rolle. Doch 2017 folgte das Gegenphänomen La Niña", das eigentlich kühlere Temperaturen bringt. Die durchschnittliche Temperatur über den Land- und Ozeanflächen hat von Januar bis Oktober 2017 dennoch um 0,86 Grad Celsius über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts von 14,1 Grad gelegen, zeigt der Jahresbericht 2017 der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft (AMS) und der Nationalen Meeres- und Atmosphärenbehörde (NOAA), an dem mehr als 500 Forscher aus 65 Ländern mitgearbeitet haben.

Erschreckende Höchststände

Der über 300 Seiten starke Report fasst die wichtigsten weltweiten Klimatrends von 2017 zusammen. Etwa die Konzentrationen an Treibhausgasen wie CO2 und Methan, die 2017 auf neue Höchstwerte stiegen. Der durchschnittliche Meeresspiegel stieg im vergangenen Jahr ebenfalls zu einem neuen Höchststand und lag 7,7 Zentimeter über dem von 1993, als die Höhenmessung per Satellit eingeführt wurde. Seit 1993 ist der Meeresspiegel im Durchschnitt etwa drei Zentimeter pro Jahrzehnt gestiegen, schreiben die Autoren des NOAA-Jahresberichts. In der Arktis ist ein starker Anstieg der Eisschmelze zu verzeichnen: Dort lagen die Temperaturen 1,6 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Entsprechend ging auch die Eisausdehnung zurück. Im März 2017 erreichte sie einen Niedrigstand in 37 Jahren Satellitenüberwachung.

Auch 2016 bricht Temperaturrekord

Das Jahr 2016 hat nach 2014 und 2015 als drittes Jahr in Folge den globalen Temperaturrekord gebrochen. "Ein einziges Jahr ist eine Art Kuriosum", sagte Deke Arndt von der US-Klimabehörde NOAA. "Aber der Trend und die Tatsache, dass wir jetzt jedes Jahr an die Decke stoßen, das zeigt, dass wir wirklich große Veränderungen durchmachen."

Die weltweite Durchschnittstemperatur hat nach Angaben der Weltwetterorganisation WMO in Genf etwa 1,1 Grad Celsius über der der vorindustriellen Zeit gelegen. Die NOAA ermittelte einen Durchschnittswert über Land- und Ozeanflächen, der um 0,94 Grad Celsius über dem Durchschnitt im 20. Jahrhundert lag. Bei der US-Raumfahrtbehörde NASA waren es durchschnittlich 0,99 Grad Celsius mehr. Die leicht unterschiedlichen Werte resultieren aus verschiedenen Mess-und Berechnungsmethoden der Organisationen.

2016: Extreme Temperaturveränderungen in der Arktis

Extreme Temperaturveränderungen gab es auch in der Arktis, wo das Eis auf neue Minimalrekorde zurückging. "Was in der Arktis passiert, ist beeindruckend. Dieses Jahr hat es alles bisher Dagewesene auf unglaubliche Art und Weise gesprengt", sagt Nasa-Manager Gavin Schmidt. Vielerorts wurden die warmen Temperaturen wie schon im Jahr zuvor vom Klimaphänomen El Niño beeinflusst. "Die langfristigen Indikatoren für vom Menschen ausgelösten Klimawandel haben 2016 neue Höhen erreicht", erklärte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. "Die Konzentration von Kohlendioxid und Methangas ist in Rekordhöhe gestiegen. Beide tragen zum Klimawandel bei."

2015 – wärmstes bis dahin gemessenes Jahr

Temperaturabweichung 2015 vom langjährigen Mittel

Vor 2016 war 2015 der Rekordhalter als wärmstes Jahr weltweit, nach Datenauswertungen der US-Meteorologen der Nationalen Ozean- und Atmosphärenverwaltung (NOAA) und der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA. Niemals seit Beginn der systematische Erhebung globaler Temperaturdaten im Jahr 1881 waren die Temperaturen im weltweiten Durchschnitt so hoch wie im Jahr 2015. +0,9 Grad Celsius: Um fast ein Grad lag die globale Jahresdurchschnittstemperatur über dem Mittelwert des gesamten 20. Jahrhunderts.

Extremereignisse 2015

  • zweitwärmstes Jahr in Alaska (seit 1925), USA (seit 1895) und Afrika (seit 1910)
  • erstmalig traten im August 2015 drei große Orkane gleichzeitig in Nordostpazifik auf
  • Arktis: die bislang kleinste Eisausdehnung im arktischen Winter
  • Antarktis: viertkleinste Eisfläche im antarktischen Sommer
  • extreme Hitzewelle in Indien in Mai und Juni mit Temperaturen über 45° Celsius
  • Marokko: In einer einzigen Stunde fiel am 6. August 13-mal mehr Regen als sonst in einem ganzen Monat

Rekordtemperaturen seit 2001

Die Lufttemperaturen über Land waren 2015 sogar um 1,33 Grad höher als im langjährigen Mittel (die Lufttemperatur über Wasser lag "nur" 0,74 Grad über dem Mittelwert). Auch in Deutschland lagen die Temperaturen um 1,4 Grad über denen der Vergleichsperdiode von 1961 bis 1990.

Weltweit fanden 15 der 16 wärmsten Jahre seit 1880 laut NASA erst im 21. Jahrhundert statt – jedes einzelne Jahr seit 2001 gehört zu den Top 16. Bisheriger Rekordhalter war 2014 – mit einer globalen Jahresdurchschnittstemperatur von 14,59 Grad Celsius um 0,69 Grad über dem Langzeitmittel. Auch wenn die Abweichung dieses Zahlenwertes so klein erscheint, so ist dies eine ganz signifikante Erwärmung.

2014 – Extremereignisse

  • Alaska und die USA erlebten das wärmste Jahr seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen 1916. Für Kanada war es das kälteste Jahr seit 1996.
  • Starkregen und Überschwemmungen trafen Bangladesch, Pakistan und Indien im August und September, Sri Lanka im Dezember.
  • In Afrika gingen in Marokko, Mozambik, Südafrika, Kenia, Äthiopien, Somalia und in der Vereinigten Republik Tansania ungewöhnlich starke Regenfälle nieder. Ebenso hatten in Südamerika Paraguay, Argentinien, Bolivien und einige Regionen Brasiliens mit Wassermassen zu kämpfen.
  • Dagegen litten Zentral- und Ostbrasilien, Honduras, Guatemala, El Salvador und Nicaragua unter Dürreperioden.
  • Zudem stiegen der Meeresspiegel und die durchschnittliche Temperatur der Ozeane zum Teil auf Rekordmaß an.

2013 – Rekordflut

Schon das Jahr 2013 ging als eines der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Annalen ein. Dies zeigte der am 23. März 2014 veröffentlichte Bericht "WMO-Statement on the Status of the Global Climate in 2013" der WMO. Die Auswirkungen des Klimawandels seien überall auf der Welt spürbar gewesen – unter anderem auch durch die Starkregenfälle in Mitteleuropa, die zu Überschwemmungen führten wie in Deutschland.
So waren die Überflutungen an Donau und Elbe die schlimmsten seit mindestens 1950, so die WMO.
- In Passau sei der höchste Pegelstand seit dem Jahr 1501 gemessen worden.
- Deutschland habe 2013 zudem den viertwärmsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt – mit Temperaturen, die gut drei Grad über dem langjährigen Mittel lagen.

2013 – weltweite Beispiele für extreme Wetterereignisse

Der Bericht nennt viele Beispiele für weitere Wetterextreme:
- Der Nordosten Brasiliens hat die schlimmste Dürre der vergangenen 50 Jahre erlebt.
- Im US-Bundesstaat Oklahoma wurde der breiteste bisher beobachtete Tornado registriert.
- Im November wurden die Philippinen von Taifun "Jaiyan" verwüstet, mehr als 6.000 Menschen starben. Die Auswirkungen seien auch deshalb so extrem gewesen, weil der Meeresspiegel in der betroffenen Region in Folge der Erderwärmung gestiegen sei.
- Für Australien sei 2013 das wärmste, für Argentinien das zweitwärmste und für Neuseeland das drittwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn gewesen. In Vioolsdrift in Südafrika wurden am 4. März 2013 47,4 Grad gemessen – der WMO zufolge der höchste bisher gemessene März-Wert in Afrika. Auch in vielen asiatischen Städten gab es Hitzerekorde.

Ende Mai 2016: Sturzregen und Schlammlawinen

Vorsorge gefordert

Wie Experten des Deutschen Klima-Konsortiums am 12. September 2016 in Berlin erklärten, sind die Überschwemmungen des Frühsommers in Deutschland Vorboten für ähnliche Wetterkapriolen in den kommenden Jahren. Projektionen von Klimamodellen ließen "eine Zunahme solcher Starkregen auslösenden Wetterlagen für die Zukunft vermuten", so Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Anpassung an den Klimawandel werde immer wichtiger. Dazu gehörten:
- noch bessere Wettervorhersagen,
- mehr Eigenvorsorge der Bürger,
- eine neue Kultur im Umgang mit Naturgefahren,
- eine bessere Warnung der Bevölkerung,
- hochaufgelöste Risikokarten für extreme Niederschläge
- staatliche Investitionen in die Vorsorge.

Schon bei der Stadtplanung müssten die Folgen des Klimawandels berücksichtigt werden. Etwa durch Abflussmöglichkeiten von Hochwassern, begrünte Dächer oder öffentliche Plätze, die kurzfristig geflutet werden könnten.

Mai/Juni 2016

Hochwasser in Niederbayern, außergewöhnlich heftige Unwetter in Mittelfranken. In der Unwetterregion sind nach DWD-Angaben innerhalb von weniger als sechs Stunden örtlich mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das ist überdurchschnittlich viel, aber kein Spitzenwert. Der stammt vom 13. August 2002 beim Elbehochwasser. Damals fielen in Zinnwald im Erzgebirge innerhalb von 24 Stunden 312 Liter Regen pro Quadratmeter.

Sturzregen

Solchen Starkregen werde es in Zukunft häufiger geben, und die Heftigkeit werde noch zunehmen, so Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD). "Die Tendenz zu noch stärkeren Unwettern ist in den Klimamodellen erkennbar", erklärt der Meteorologe. Mengen von mehr als 150 Litern pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden werden nach Überzeugung von Friedrich künftig alle zehn bis zwanzig Jahre vorkommen.

Risikomonat

Gerade der Mai bietet nach Angaben der Meteorologen hohes Unwetterpotenzial. Wegen der starken Sonneneinstrahlung habe sich der Kontinent bereits erwärmt, die feuchte Luft über dem Meer sei aber noch recht kalt. Die Temperaturgegensätze und die Luftfeuchtigkeit lassen Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa entstehen.

Regionen

Im Prinzip kann es laut Friedrich überall in Deutschland zu extremen Unwettern, Sturzregen und Überschwemmungen kommen. Allerdings könne der Starkregen in bergigen Gegenden besonders heftig ausfallen. Deshalb sind das Erzgebirge, der Alpenrand oder der Schwarzwald besonders betroffen. Das liegt daran, dass sich dort Regen- und Gewitterwolken besonders stauen, der Niederschlag fällt dann, so der Meteorologe, noch intensiver aus als anderswo.

Folgen

In hügeligem Gelände drohten Schlammlawinen und Erdrutsche, im Flachland Überschwemmungen, wenn Hunderte Liter Wasser in wenigen Stunden herunterprasseln, so Friedrich. Hagel könne in Städten und Dörfern die Kanalisation verstopfen und so die Überschwemmungsgefahr steigern.

Vorhersage

"Das Unwetterpotenzial ist Tage vorher zu erkennen", erklärt Friedrich. Aber: Wo genau mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, könne oft nur Minuten vorher gesagt werden. Feuerwehr und Katastrophenschutz seien direkt mit dem DWD vernetzt und erhielten über eigene, ausfallsichere Systeme ständig Informationen und könnten Warn-Meteorologen auf Hotlines erreichen. Wenn eine extreme Unwetterlage erkennbar sei, richte der DWD Extraschichten ein.

Klimawandel?

Solch eine mehrtätgige Gewitterlage mit Dauerregen in einer bestimmten Gegend ist ein Einzelereignis. Um Aussagen über den Klimwandel zu treffen, müssen Studien über wesentlich längere Zeiträume wie zehn oder 30 Jahre laufen. Doch es gibt laut DWD Studien, die besagen, dass die Großwetterlage "Tief Mitteleuropa", mit der wir es derzeit (Ende Mai/Anfang Juni 2016) zu tun haben, als Folge des Klimwandels 15 bis 20 Prozent häufiger als früher auftreten soll – damit könnte auch Starkregen häufiger werden. Der DWD sieht in der derzeitigen Großwetterlage ein Indiz für einen Klimawandel. Sie ist aber noch kein Beweis dafür.

Was ist Extremwetter?

Extremwetter ist kein meteorologischer Begriff. Das Phänomen beschreibt vielmehr ein außerordentliches Wetterereignis – sintflutartiger Regenfall, ein schweres Gewitter, Dürre, Sturm, ein Tornado, extremer Schneefall, Glätte, eine orkanartige Windböe – das statistisch selten in seiner Wiederkehr, Größe und/oder Dauer ist. Um solch ein Extremereignis zu erkennen, benötigt man valide Vergleichs- und Beobachtungsdaten und muss einen Vergleichszeitraum angeben. Diese klimatologische Normalperiode muss immer auf einen klar definierten geografischen Raum bezogen sein.

Extremwetter – natürlich oder menschengemacht?

Extremwetter: Sintflutartige Regenfälle gingen 2014 in Teilen Frankreichs nieder.

33 Forscherteams aus der ganzen Welt haben fast dreißig verschiedene extreme Wetterphänomene im Jahr 2014 untersucht: unter anderem die verheerende Waldbrandsaison in Kalifornien, einen tropischen Zyklon auf Hawaii, die Hitzerekorde in Europa, die Hitzewelle in Argentinien, die Dürre in Ostafrika, sintflutartige Starkregen in Frankreich, Großbritannien sowie Asien und extreme Schneestürme in den USA und im Himalaya. Ihre Frage: Waren die extremen Wetterereignisse 2014 tatsächlich auf den Klimawandel und die menschengemachte Erderwärmung zurückzuführen oder waren sie die Folge natürlicher Schwankungen im Klimasystem? Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Bulletin of the American Meteorological Society.

"Wir können demonstrieren, dass einzelne Ereignisse, wie Temperaturextreme, oft mit den von uns zusätzlich in die Atmosphäre gepumpten Treibhausgasen verknüpft sind. Andere Extreme, darunter Regenfälle, sind weniger eindeutig auf den Klimawandel und menschliche Einflüsse zurückzuführen."

Thomas Karl von der US National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA).    

Konkret zeigten die Analysen, dass die Hitzerekorde in Europa, in Argentinien, China und Korea sowie die Dürre in Ostafrika 2014 mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Klimawandel bedingt waren. Weniger eindeutig sei die Lage bei den Winterstürmen und starken Regenfällen im Winter 2013/14 in Großbritannien. Hier ließe sich der Klimawandel als entscheidender Faktor nicht belegen. Auch die kalten Winterstürme an der Ostküste der USA wurden natürlicher Variabilität zugeschrieben. Nach Ansicht der Autoren lieferten die Daten aber insgesamt erneut einen Beweis dafür, dass der Klimawandel durchaus Einfluss auf die Häufigkeit und Spannbreite von Wetterextremen nimmt.

"Wenn Sie in der bodennahen Atmosphäre mehr Energie haben, weil die Treibhausgas-Konzentrationen gestiegen sind und einen höheren Wärmegehalt in den unteren Atmosphärenschichten bedingen, dann sollten Sie alleine vom Standpunkt der physikalischen Plausibilität davon ausgehen, dass es in Zukunft mehr extreme Ereignisse gibt."

Prof. Heiko Paeth, Institut für Geographie und Geologie, Lehrstuhl für Physische Geographie, Julius-Maximilian-Universität Würzburg

Die Wettermaschine: Sonne, Wolken, Hochs, Tiefs, Jetstreams ...

Wetter ist ein chaotisches und sehr komplexes System. Verändert sich ein Parameter, wie die durchschnittliche Temperatur, so hat das gravierende Folgen.

Ein Beispiel ist der Zusammenhang zwischen schmelzendem arktischen Eis und Hitzewellen in Europa, wie eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung 2015 ergab. Besonders betroffen von der Klimaerwärmung ist die Arktis. Dort schrumpft wegen der weltweiten Erwärmung derzeit das arktische Meereis wesentlich schneller als durchschnittlich.  Die eisfreie dunkle Meeresoberfläche strahlt aber weniger Sonnenlicht ins All zurück als es das weiße Eis tun würde. Die Folge: Wasser und Luft erwärmen sich. Dadurch verringert sich der Temperatur-Unterschied zwischen der kalten Polarregion und dem wärmeren Rest der Nordhalbkugel. Der Temperatur-Unterschied treibt wiederum Luftströme in mehreren Kilometern Höhe an, die Jetstreams.

"Die Hitze-Extreme nehmen nicht einfach nur deshalb zu, weil wir den Planeten erwärmen, sondern weil der Klimawandel zusätzlich Luftströme stört, die wichtig sind für die Entstehung unseres Wetters. Die verringerten täglichen Schwankungen, die wir beobachten, führen zu länger anhaltenden Wetterlagen. Und diese lassen Extreme entstehen, die sich über Wochen erstrecken."

Dim Coumou, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

Extremwetter und Temperaturrekorde in Bayern

  • "2017 als drittwärmstes Jahr": IQ - Wissenschaft und Forschung, Bayern 2, 15.12.2017, 18.05 Uhr
  • "Mitten im Klimawandel: Extremwetter in den USA und Asien", IQ – Wissenschaft und Forschung, Bayern 2, 08.09.2017, 18.05 Uhr
  • "Blitz, Sturm und Donner – wenn das Wetter verrückt spielt", W wie Wissen, ARD-alpha, 16.08.2017, 19.30 Uhr.
  • "Unwetter - Spielt das Wetter immer öfter verrückt?", Faszination Wissen, BR Fernsehen, 25.04.2017. 22.00 Uhr.
  • "Unwetterwarnungen - Bringen genaue Vorhersagen mehr Sicherheit?", IQ – Wissenschaft und Forschung, Bayern 2, 15.07.2016, 18.05 Uhr
  • "Hitze, Hagel, Hochwasser – Städte rüsten sich für Extremwetter", radioWissen, Bayern 2, 24.06.2016, um 9.05 Uhr und am 14.07.2016, um 15.05 Uhr.
  • "Hitze, Hagel, Hochwasser – Städte wappnen sich für Extremwetter", IQ – Wissenschaft und Forschung, Bayern 2, 21.05.2015, um 18.05 Uhr.
  • "Extremwetter: Hochwasser und Hitezewellen – Warum extreme Wetterereignisse zunehmen", IQ-Wissenschaft und Forschung, 25.09.2013, 18.05 Uhr.

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Siegfried Marquardt, Mittwoch, 08.August, 14:01 Uhr

18. Orkan von 350 km/h werden dann nicht selten sein!

Hier gilt
?v=?2*??*R= ?2*5*300 m/s?55 m/s ? 200 km/s (2)
(150 km/h + 200 km/h = 350 km/h).
Sturzfluten werden die biblische Sintflut in den Schatten stellen! Und der Meeresspiegel wird aufgrund der Eisschmelze um insgesamt 105 m (Grönland 15 m, Arktis 0,12 m und Antarktis 90 m) ansteigen (und nicht um 10 bis 60 m) und aufgrund der thermischen Ausdehnung der Weltmeere sich um weitere Meter anheben. Bisher hat sich der Meeresspiegel aufgrund der thermischen Ausdehnung seit 1960 um 1,5 m angehoben, denn
H = Vo ?*?t: O =2* 1,33*109*0,21*10-³ km³: 362*108 km² ? 0,28*106 km³: 0,362*109 km²
= 0,0015 km = 1,54 m (3)
(und nicht um 7,5 cm wie kürzlich in der MAZ zu lesen war). Wenn die Eisdecke der Arktis von 3 m Mächtigkeit im Durchschnitt komplett das gesamte Jahr über abgeschmolzen ist, und dies wird nicht allzu lange auf sich warten, dann wird die Hölle auf Erden losgehen, weil die gesamte Strahlungsenergie vom Nordpolarmeer absorbiert wird! (erste Sprungfunktion).

Robert Filler, Donnerstag, 31.Mai, 12:45 Uhr

17. @ Wilhelm Ploeger, #16

Hören Sie doch auf, so einen Stuss zu verbreiten. Der Klimawandel und die Erderwärmung ist ein weltweit gültiger Konsens. Von wem sollte Ihrer Meinung nach denn der Beweis erbracht werden, dass sich das Klima verändert, damit Sie daran glauben? Von PI-News, RT oder Reichsbürgern?

Wilhelm Ploeger, Dienstag, 29.Mai, 16:38 Uhr

16.

Es wär alles so viel glaubwürdiger, wenn hinter der Analyse nicht auch grüne Politik stände, die für ihre teilweise abenteuerlichen Thesen noch den Beweis brauchen. In der Analyse des Wetters der letzten tausend Jahre hat es immer extreme Verhältnisse gegeben. Z.Zt. mögen zusätzliche Komponenten hinzukommen.
Das Wetter in der Vergangenheit und heutehat mehr Gründe als von den Grünen und ihren Claqueeuren behauptet wird.
Aber eines fällt auf: NGO`s sind von den Grünen reichlich gegründet worden, um ihren Thesen Nachdruck zu verleihen. Ausgestattet mit Klagebefugnis und Gemeinnützigkeit wird so die Demokratie unterwandert!!

Jeremy_2002, Mittwoch, 21.Februar, 13:40 Uhr

15. Klimawandel

Das ist doch nicht normal was hier mit den Klima los ist und Trump sagt er steigt aus denn Klimaschutzabkommen aus jetzt geht die Welt unter

Josef, Samstag, 09.September, 13:56 Uhr

14. Klima

wer braucht das Klima noch wenn es bald schebert. Nicht umsonst bringen sie zurzeit lauter Zukunftsfilme bzw. alte Kriegsfilme die Gesellschaft soll vorbereitet werden für den Wandel der Zeit. Bargeld wird abgeschafft jeder bekommt einen Chip implatiert, die Bevölkerung muss überwachbar werden. Der momentane Egoismus muss abgeschaft werden in Zukunft wird es nur eine Gewaltengesellschaft und eine die sich unterordnet geben.