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Neue Corona-Killer-Masken sollen Virus abtöten | BR24

© picture alliance / Sven Simon

Eine reguläre Alltagsmaske soll bei guter Hygiene und genügend Abstand schon ausreichen (Symbolbild).

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    Neue Corona-Killer-Masken sollen Virus abtöten

    Eine Maske, die Coronaviren nicht nur abhält, sondern fast vollständig ausschaltet – das versprechen einige Hersteller von Schutzausrüstung mit neuartiger Beschichtung. Doch wie funktionieren die angeblichen Supermasken? Und was sagen Experten dazu?

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    Die beworbenen Supermasken heißen "TrioMed Active Mask", "Wingguard" oder "Livinguard" und haben ein Versprechen: Sie sollen Coronaviren nicht nur zurückhalten, sondern mit speziellen Oberflächen auch unschädlich machen können. Verschiedene Unternehmen haben diese neuartigen Anti-Coronavirus-Masken entwickelt, die angeblich mehr als ein gewöhnlicher Mund-Nasen-Schutz leisten sollen.

    Unterschied zu FFP2- und FFP3-Masken

    Das Coronavirus kann durch Tröpfchen und Aerosole in der Luft übertragen werden. Durch FFP2- und FFP3-Masken, aber auch durch einen gewöhnlichen Mund-Nasen-Schutz, können diese unterschiedlich stark abgefangen werden. Allerdings haben solche regulären Masken einen Nachteil: Nach Gebrauch können sich Viren an ihrer Oberfläche befinden und durch Kontakt – etwa mit der Hand – wieder übertragen werden.

    So unwahrscheinlich scheint das nicht zu sein: Eine im American Journal of Infection Control veröffentlichte Studie ergab, dass Menschen ihr Gesicht im Durchschnitt 23 Mal pro Stunde berühren. Das Coronavirus, das Covid-19 verursacht, bleibt zudem unter Umständen bis zu sieben Tage lang auf der äußeren Schicht von Schutzmasken präsent und infektiös, wie aus einer in The Lancet Microbe publizierten Studie hervorgeht.

    Untersuchungen an Universitäten in Toronto und Berlin

    Erste Untersuchungen zeigen, dass diese neuartigen Masken wohl tatsächlich funktionieren können. So testeten etwa Forscher der University of Toronto eine Maske des Anbieters i3 BioMedical. Sie fanden heraus, dass dessen "TrioMed Active Mask" binnen Minuten mehr als 99 Prozent der aufgebrachten Coronaviren an der Oberfläche deaktivierte. Das teilten die kanadischen Wissenschaftler auf der Website der Universität mit.

    Auch in Deutschland haben sich Forscher der Freien Universität Berlin mit der Thematik beschäftigt. Sie untersuchten innovative Textilien für Gesichtsmasken, die den Erreger Sars-CoV-2 direkt inaktivieren sollen. Die Wissenschaftler fanden nach eigenen Angaben heraus, dass von der Schweizer Firma Livinguard entwickelte Textilien einen ähnlichen Effekt, wie die in Kanada untersuchten Masken erzielen. Im Vergleich zu den bei der gängigen Maskenproduktion genutzten Materialien könnten diese Textilien hohe Mengen an SARS-CoV-2-Viruspartikeln innerhalb weniger Stunden um bis zu 99,9 Prozent reduzieren, so die Wissenschaftler. "Die Textilien in diesen Masken können so die ausgeatmeten und an der Gesichtsmaske anhaftenden Viren kontinuierlich inaktivieren und den Umgang mit diesen Masken insgesamt sicherer machen", sagt Professor Dr. Uwe Rösler vom Institut für Tier- und Umwelthygiene der Freien Universität Berlin.

    So funktionieren die neuartigen Masken

    Die neuartigen Corona-Killer-Masken haben eine speziell beschichtete Oberfläche, die mit einer stark positiven Ladung versehen ist. Die Außenhülle des Virus wiederum ist negativ geladen. Bei Kontakt sollen die Viren an der Maskenoberfläche hängen bleiben und ihre Zellwand wird zerstört. Der Krankheitserreger ist damit dauerhaft inaktiv. Die elektrostatische Ladung der Spezial-Maske soll über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben. Sie leide auch nicht, wenn diese etwa gewaschen werde, so das Ergebnis der Berliner Forscher.

    Verwenden der angeblichen Super-Masken sinnvoll?

    Experten weisen darauf hin, dass die Wirkung solcher Masken noch in weiteren Studien ausführlicher getestet werden muss. So etwa auch der Mainzer Virologe Bodo Plachter, der sich gegenüber dem SWR zunächst für weitere klinische Studien aussprach.

    Die speziell beschichteten Masken können – wenn sich die Ergebnisse der Forscher aus Toronto und Berlin bestätigen lassen – das Risiko einer Übertragung etwas verringern, allerdings nicht komplett ausschließen. Darauf weist auch Jörg Feldmann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hin. Er hält die Technologie dahinter zwar für plausibel, doch solche neuartig beschichteten Masken könnten "keinen hundertprozentigen Schutz" bieten. Sollte zudem eine solche Super-Maske nicht dicht anliegen, könnten an den Seiten Aerosole eindringen.

    Außerdem könne man sich auch durch einen Tropfen, den man ins Auge bekomme, anstecken, so Feldmann. Und zudem wäre allein die Oberfläche der Maske nur weitgehend virenfrei. Andere Gesichtspartien oder Oberflächen, die man berühre, nicht. Feldmann hält deswegen eine vernünftige Hygiene, gründliches Händewaschen und eine herkömmliche Mund-Nasen-Bedeckung sowie genügend Abstand weiterhin für ausreichend.

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