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Das Tragen von FFP2-Masken reduziert das Infektionsrisiko deutlich - besonders, wenn die Maske richtig sitzt.

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FFP2-Masken senken Corona-Infektionsrisiko drastisch

An vielen Orten fällt bald die FFP2-Masken-Pflicht. Wäre es aber angesichts hoher Infektionszahlen nicht gut, diese weiterhin zu tragen? Eine Studie zeigt: Das Tragen einer FFP2-Maske lässt das Ansteckungsrisiko deutlich nach unten gehen.

Von
Jan-Claudius HanikaJan-Claudius Hanika
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Ein Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen hat untersucht, wie gut FFP2- und OP-Masken vor einer Infektion schützen. Auch welche Bedeutung es hat, ob diese korrekt getragen werden, wollten die Wissenschaftler wissen. Bei etwa 200 Menschen wurde der Ausstoß von Aerosolen gemessen, um herauszufinden, welche Partikel aus Lunge, Mund oder Nase entweichen und wie groß diese sind. Auf diese Weise lässt sich berechnen, wie viele Viruspartikel im Aerosol enthalten sein können, und daraus wiederum schließen, wie hoch die Ansteckungswahrscheinlichkeit aufgrund der Virenlast ist.

FFP2-Masken reduzieren Risiko deutlich - wenn sie gut sitzen

Das Ergebnis ihrer Experimente überraschte selbst die Forscher: Sogar bei drei Metern Abstand würde es keine fünf Minuten dauern, bis sich eine ungeimpfte Person, die in der Atemluft eines Coronavirus-infizierten Menschen steht, mit fast 100-prozentiger Sicherheit ansteckt. Auch wenn dies die obere Risikogrenze ist und die Wahrscheinlichkeit im Alltag deutlich kleiner, so ist die Ansteckungsgefahr doch erheblich.

FFP2-Masken reduzieren dieses Risiko deutlich: Bei einer infizierten und einer nicht-infizierten Person, die beide gut sitzende FFP2-Masken tragen, liegt das maximale Ansteckungsrisiko nach 20 Minuten selbst auf kürzeste Distanz nur wenig über einem Promille. Gut sitzen bedeutet: Der Nasenbügel der Maske muss die Form eines "abgerundeten W" haben und seitlich auf die Nasenflügel drücken.

Wenn die Masken hingegen schlecht sitzen, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion auf etwa vier Prozent. FFP2-Masken schützen aber auch dann noch deutlich besser als OP-Masken: Bei ihnen beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion innerhalb von 20 Minuten maximal zehn Prozent, vorausgesetzt, Infizierter und Nicht-Infizierter tragen die Masken so, dass seitlich keine Luft vorbeiströmen kann.

FFP2-Masken, die nicht dicht abschließen, lassen Luft ungefiltert ein- und austreten. Sie schützen aber trotzdem besser als OP-Masken.

Bildrechte: Birte Thiede/MPI für Dynamik und Selbstorganisation

Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Wissenschaftler im Dezember 2021 in einem Artikel in der Fachzeitschrift "Proceedings" der US-amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS). Damals begann sich gerade die Variante Omikron auszubreiten. FFP2-Masken schützen vor dieser Variante ungefähr gleich gut wie vor Delta, sagt der Physiker Eberhard Bodenschatz, Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Die Omikron-Variante habe aber auch eine andere Ansteckungs-Charakteristik. Sie vermehrt sich anscheinend besonders in den oberen Atemwegen, wo kein so feines Aerosol entsteht wie in der Lunge. Die Partikel, mit denen die Viren ausgeatmet werden, sind daher größer und werden vom Gewebe der Masken leicht aufgehalten.

Deutlich weniger Viruspartikel beim Atmen als beim Sprechen

Wichtig sei eben, dass die FFP2-Maske gut sitzt. Dies sei ein guter Fremdschutz, aber auch guter Eigenschutz. "Wenn ich mich schützen will, bleibt mir überhaupt nichts anderes übrig, als eine Maske zu tragen," sagt MPI-Direktor Bodenschatz. Derzeit seien viele Menschen infiziert, entsprechend sei die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, extrem hoch.

Eine weitere Möglichkeit, das Infektionsrisiko zu senken, sei beispielsweise, sich bei einer Zugfahrt in den Ruhebereich zu setzen. Beim Atmen würden zehnmal weniger Viruspartikel aus den Atemwegen entweichen als beim Sprechen.

So gut schützen FFP2-Masken vor einer Corona-Ansteckung

Bildrechte: BR.de

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