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Corona-Schutzmasken aus Stoff - welche schützen am besten? | BR24

© picture alliance/NurPhoto

Halstuch als Atemmaske - kein guter Schutz!

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    Corona-Schutzmasken aus Stoff - welche schützen am besten?

    Die Florida Atlantic University hat getestet, wie die am häufigsten genutzten Atemschutz-Masken aus Stoff Tröpfchen abhalten. Am schlechtesten erfüllte diese Funktion das Halstuch, am besten die selbstgenähte zweilagige Baumwoll-Maske.

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    Ein neues Kapitel im bereits dicken Buch über Atemschutzmasken ist aufgeschlagen: Die Florida Atlantic University hat die gebräuchlichsten - nicht-medizinischen - Stoff-Schutzmasken auf Tröpfchen-Dichte getestet. Und siehe da, die beste Maske im Test hielt Tröpfchen besser ab, als zu Beginn der Corona-Pandemie vermutet. Die Studie wurde am 30. Juni 2020 im Fachmagazin Physics of Fluids veröffentlicht.

    Welche Stoff-Masken-Typen getestet wurden

    Getestet wurden von den Forschern locker gebunde Masken aus Stofftaschentüchern und Halstücher sowie selbstgenähte, gut sitzende, zweilagige Baumwoll-Masken mit einer Gewebedichte von knapp 30 Fäden pro Zentimeter (70 threads per inches) und kegelförmige Masken, die man im Laden kaufen kann. Die Masken wurden einer Schaufensterpuppe umgebunden. Mit einer Pumpe wurden Husten und Niesen simuliert. Zur Analyse und Visualisierung des Husten-Strahls wurde zusätzlich mit einer Nebelmaschine Dampf in die Schutzmasken geleitet.

    Das Ergebnis: Material und Form einer Maske haben entscheidenden Einfluss auf ihre Schutzwirkung. Am besten schnitt die selbstgenähte Baumwoll-Maske ab: die eingeleiteten Tröpfchen flogen im Labor etwa 6,3 Zentimeter (2,5 inches) weit. Bei der kegelförmigen Maske waren es 20,3 Zentimeter (8 inches), beim locker gefalteten Stofftaschentuch 39,6 Zentimeter (1 foot 3 inches) und beim Halstuch als Schutzmaske waren es 1,1 Meter (3 feet 7 inches).

    Forscher hinterfragen Coronavirus-Abstandsregel

    Ohne Maske flogen Tröpfchen im Test etwa doppelt so weit, rund 2,4 Meter (8 feet). Manche verteilten sich innerhalb von 50 Sekunden auch bis zu 3,5 Meter weit. Zudem verweilten Leitisotope, also radioaktiv markierte Tröpfchen, bei stillen Windverhältnissen bis zu drei Minuten in der Luft. Diese Studienergebnisse werfen Fragen auf in Punkto Abstandsregeln: Der bislang empfohlene Schutzabstand von 1,5 Metern reicht demnach nicht aus, um sich vor einer Tröpfcheninfektion zu schützen. Laut der Forscher sollte die Abstandsregel angepasst werden.

    © Florida Atlantic University, College of Engineering and Computer Science

    Stofftaschentuch-Maske im Test: Viele Tröpfchen dringen durch und verteilen sich weit.

    Corona-Krise - Schutzmasken alleine reichen nicht

    Die Studie zeigt, dass keine der Schutzmasken ganz dicht ist. Deshalb sollten weiterhin folgende Hygiene-Regeln eingehalten werden:

    • Schutzmaske tragen
    • Abstand halten
    • Regelmäßig und oft gründlich Hände waschen (und ab und zu eincremen)
    • Husten und Niesen in die Armbeuge