Eine Erdhummel, die zur Gattung der echten Bienen gehört, sitzt auf der Blüte einer Stauden-Sonnenblume und sammelt Nektar für den Wintervorrat.

Ackerhummel, Steinhummel und Erdhummel am Hinterteil erkennen. Das weiße Hinterteil verrät die Erdhummel.

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    Insektensommer 2022: Jetzt bei der Insektenzählung mitmachen

    Insektensommer 2022: Jetzt bei der Insektenzählung mitmachen

    LBV und NABU rufen wieder dazu auf, Insekten zu zählen. Hummeln, Schmetterlinge, Marienkäfer – im Hochsommer sind besonders viele davon zu sehen. Vom 5. bis 14. August können Naturbegeisterte mitmachen.

    Unter dem Motto "Zähl mit uns!" ruft der Landesbund für Vogelschutz e. V. (LBV) gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) wieder dazu auf, für den Naturschutz Insekten zu zählen. 2022 feiert die bundesweite Zählaktion das fünfjährige Jubiläum. Alle Insektenfans sind dazu aufgerufen, Sechsbeiner zu zählen. Mitmachen darf jeder. Gezählt werden soll vom 5. bis 14. August 2022 jeweils eine Stunde lang.

    Entdeckungsfrage 2022: Welche Hummel fliegt denn da?

    Die erste Zählaktion in diesem Jahr fand im Juni statt. Im Fokus der diesjährigen Aktion steht die Hummel. Das wurde auch schon an den Ergebnissen der ersten Zählung deutlich, die NABU und LBV Ende Juni veröffentlich haben: Die Insekten-Rangliste führt in Bayern mit 1.166 Stück die Erdhummel an. Laut Zählhilfe, die sich auf der Seite des NABU findet, lassen sich die drei häufigsten Hummel-Arten übrigens gut an ihren Hinterteilen unterscheiden.

    Wildbienen wie zum Beispiel Hummeln sind besonders vom Insektensterben betroffen. Da sie normalerweise in kühleren Regionen leben, werden sie durch den Klimawandel verdrängt. Und Hummeln sind schlecht darin, in neue Lebensräume auszuweichen. Zudem verlieren sie ihren Lebensraum durch Bebauung und die Intensivierung der Landwirtschaft.

    Die Gründe für das Insektensterben sind vielfältig

    Warum geht die Zahl der Insekten zurück? Die Gründe für das Insektensterben sind vielfältig: Insekten verlieren ihre Lebensräume wie beispielsweise Moore. Zum anderen liegt es auch an der Versiegelung von Flächen, Verkehr und Lichtverschmutzung in Siedlungsgebieten.

    Dabei sind Insekten für Mensch und Natur enorm wichtig. 75 Prozent der Kulturpflanzen hängen von Bestäubung durch Insekten ab. Insekten sind aber nicht nur als Bestäuber wichtig, sondern auch als natürliche Gegenspieler, für die Zersetzung von organischem Material und als Nahrung für andere Tierarten – vor allem für Vögel.

    Unterschiede bei den Marienkäfern erkennen

    Eine Stunde an einem Ort festhalten, was dort fliegt, krabbelt, summt. Schmetterlinge, Grüne Heupferde, Streifenwanzen, aber auch Marienkäfer lassen sich wunderbar zählen. Gerade auch bei letzteren gibt es Unterschiede. Den Siebenpunkt-Marienkäfer mit seinem roten Panzer und den schwarzen Punkten kennt eigentlich jedes Kind. Unter den vielen verschiedenen Marienkäferarten ist er der häufigste und wohl auch der beliebteste. Er ist nicht nur in Deutschland weit verbreitet. Der Coccinella septempunctata, wie der Käfer noch heißt, taucht in ganz Europa, aber auch in Asien, Afrika und Nordamerika auf.

    Asiatischer Marienkäfer frisst viele Blattläuse

    Wie der Asiatische Marienkäfer, frisst auch der Siebenpunkt-Marienkäfer gerne Blattläuse. Der Siebenpunkt-Marienkäfer schafft allerdings nur 100 Blattläuse am Tag, wohingegen der asiatische Marienkäfer bis zu 250 der Schädlinge am Tag vertilgen kann. Im Gegensatz zum bei uns heimischen Glückskäfer schreckt der Asiatische Marienkäfer auch nicht vor Holunderblattläusen zurück, weil ihn die darin enthaltenen Giftstoffe nicht stören. Sein Vorteil: Er vermehrt sich im Gegensatz zum deutschen Marienkäfer in bis zu drei Generationen pro Jahr. Das hat zu einer enormen Ausbreitung des Asiatischen Marienkäfers und zur Verdrängung des heimischen Siebenpunkt-Marienkäfers in Europa und Deutschland geführt.

    Der Siebenpunkt-Marienkäfer mit seinem charakteristischen roten Panzer mit sieben Punkten und dem schwarzen Halsschild.

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    Asiatischer Marienkäfer mit seinem hell-gelblich gefärbten Halsschild.

    Bildrechte: picture alliance / blickwinkel/H.-P. Eckstein | H.-P. Eckstein

    Tipps vom LBV für die Zählung

    Für diejenigen, die sich an der Insektenzählung beteiligen möchten, gibt der LBV unter anderem folgende Tipps:

    • Nehmen Sie sich vom 5. bis zum 14. August 2022 maximal eine Stunde Zeit.
    • Suchen Sie sich einen ungestörten Beobachtungsort: den Balkon, Garten, Wald oder die Wiese.
    • Zählen Sie dort im Umkreis von wenigen Metern nach, welche Insekten Sie entdecken können.
    • Wichtig für die Zählung ist, wie viele Exemplare einer Art Sie gleichzeitig sehen, nicht die Summe aller Tiere, die Sie insgesamt beobachten konnten.

    Weitere Hinweise zur Insektenzählung, wie eine Zählhilfe und das Online-Meldeformular, finden Sie auch auf den Internetseiten des LBV und des NABU.

    Warum Insekten zählen? Die Botschaft der Artenschutz-Aktion

    Insekten sind unverzichtbar für unsere Ökosysteme. Sie tragen zur Vermehrung der Pflanzen und zur Fruchtbarkeit der Böden bei. Die Naturschutzverbände LBV und NABU wollen mit folgender Botschaft zur Insektenzählung aufrufen: Wer Insekten und ihren Lebensraum kennenlernt, kann sie auch besser schützen. Aber die Aktion solle vor allem Spaß machen, betont der LBV auf seiner Internetseite.

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