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Corona: Die Ereignisse vom 24. bis 30. August | BR24

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Forscher melden Erfolge bei Corona-Impfstoffsuche

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Corona: Die Ereignisse vom 24. bis 30. August

Informationen zu Entwicklungen und Zahlen zum Coronavirus in Bayern, Deutschland und in der Welt vom 24. August bis 30. August.

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  • BR24 Redaktion

Sonntag, 30. August 2020

21.20 Uhr: Infektionszahl in den USA auf hohem Niveau

Die Zahl der Virus-Neuerkrankungen in den USA bleibt auf hohem Niveau. Die Seuchenschutz-Behörde CDC meldet einen Anstieg der Infektionen binnen 24 Stunden um 44.292. Am Samstag waren es 44.656 gewesen, am Freitag 46.830 und am Donnerstag 46.393. Die Zahl der Infizierten liegt damit insgesamt jetzt bei rund 5,935 Millionen. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 steigt laut CDC um 1006, nach 978 am Samstag 1167 am Freitag und 1239 am Donnerstag, Insgesamt liegt die Zahl der Verstorbenen damit bei 182.149.

21.40 Uhr: Verfassungsgericht lehnt Eilantrag gegen Protestcamp-Verbot in Berlin ab

Das Bundesverfassungsgericht hat das Verbot eines Protestcamps von Gegnern der Corona-Politik der Bundesregierung bestätigt. Das teilte das Gericht in Karlsruhe mit. Die Dauermahnwache in Berlin war von heute an bis zum 14. September geplant.

20.05 Uhr: 316 Festnahmen, 131 Strafanzeigen in Berlin

Die Berliner Polizei hat nach den teilweise gewalttätigen Protesten gegen die Corona-Politik in der Hauptstadt Bilanz gezogen: Demnach wurden 316 Menschen festgenommen. Es seien 33 Beamtinnen und Beamte verletzt worden. 131 Strafanzeigen seien ergangen, unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Zudem wurden 255 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten gestellt. In Berlin hatte es am Samstag - und auch am Sonntag - mehrere Protestkundgebungen gegen die Corona-Politik der Regierung gegeben. Dabei eskalierte am Samstagabend die Lage vor dem Reichstagsgebäude: Mehrere Hundert rechtsextreme Demonstranten stürmten die Treppe des Reichstagsgebäudes.

19.30 Uhr: Bald auch in Bayern Grippeimpfungen in Apotheken

in Bayern sollen Patienten sich bald in Apotheken gegen Grippe impfen lassen können. Verhandlungen zwischen dem Apothekerverband und der AOK stünden kurz vor dem Abschluss, sagte der Vizepräsident des Verbandes, Josef Kammermeier, dem Bayerischen Rundfunk. Die Grippeimpfung in der Apotheke soll nach einer Gesetzesänderung, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat, zunächst in verschiedenen Modellregionen erprobt und wissenschaftlich begleitet werden. In Bayern wurde dafür die Oberpfalz ausgewählt. Apotheker, die Impfungen vornehmen, seien aber geschult, um auf Zwischenfälle zu reagieren, sagte der Verbands-Vize Kammermeier. Ziel sei es, die Impfquote insgesamt zu erhöhen. Patienten sollten bei einer Grippeimpfung in der Apotheke auch auf andere sinnvolle Impfungen hingewiesen werden. Dafür würden sie dann weiterhin in Arztpraxen geschickt, weil in Apotheken nur Grippeimpfungen vorgenommen werden sollen.

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Die Bundesregierung plädiert für mehr Grippe-Impfungen. In der Oberpfalz können sich die Bürger ab Herbst in einer Apotheke impfen lassen. Aber die Idee von Gesundheitsminister Spahn finden nicht alle gut.

19.00 Uhr: Diskussion über Bannmeile vor dem Reichstag

Politiker von CSU und Grünen haben angeregt, die Beschränkungen für Demonstrationen in unmittelbarer Nähe des Bundestags zu erweitern. Hintergrund ist das Vordringen von Demonstranten mit schwarz-weiß-roten Reichsflaggen vor das Reichstagsgebäude gestern, das parteiübergreifend für Bestürzung gesorgt hat. Der CSU-Rechtspolitiker Volker Ullrich schlug vor, das faktische Demonstrationsverbot für den "befriedeten Bezirk" um den Bundestag nicht mehr nur auf die Sitzungstage des Parlaments zu beschränken. Auch der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sieht Handlungsbedarf: "Der hohe Symbolcharakter des Reichstagsgebäudes muss bei den Regelungen zur Bannmeile zukünftig besser berücksichtigt werden."

17.40 Uhr: Hunderttausende feiern im Irak Aschura-Fest

Trotz hoher Zahlen von Corona-Infektionen haben Hunderttausende Muslime im Irak das schiitische Aschura-Fest gefeiert. Die Gläubigen, mit und ohne Gesichtsmasken, füllten vor allem Straßen und Plätze in der Stadt Kerbela rund 90 Kilometer südlich von Bagdad. Zu den Geißelungsritualen der religiösen Feierlichkeit gehören auch Schläge auf den Kopf, bis dieser blutet. Die irakischen Gesundheitsbehörden hatten zuvor gewarnt, dass die Feiern wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellen. Mit täglich mehr als 3.000 neuen Corona-Fällen hatte das Land zuletzt die höchsten Zahlen der Region zu verzeichnen. Insgesamt registrierte der Irak bisher offiziell mehr als 230.000 Corona-Fälle und fast 7.000 Tote.

17.00 Uhr: Tennisprofi vor US Open positiv auf Sars-CoV-2 getestet

Ein Tennisprofi, der an den US Open in New York nicht teilnehmen wollte, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und muss sich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Außerdem sei eine Kontaktverfolgung in Gang gesetzt worden. Das teilten die Veranstalter des Grand-Slam-Turniers am Sonntag mit. Die US Open gehören zu den vier wichtigsten Turnieren der Tennis-Tour. Das Turnier wird unter strengen Hygieneregeln bis zum 13. September in New York ausgetragen.

17.45 Uhr: Indien meldet weltweit höchsten Tageswert

Indien hat am Sonntag die bislang weltweit höchste Zahl an Corona-Neuansteckungen gemeldet: Das Land verzeichnet 78.761 neue Covid-19-Fälle binnen 24 Stunden, wie die indische Zeitung "Indian Express" berichtete. Die Zahl übersteigt den bisherigen weltweiten Rekord von 77.638 Infektionen an einem Tag, den die USA am 17. Juli verzeichnet hatte. Indiens Coronavirus-Infektionen stiegen auf mehr als 3,5 Millionen

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Das indische Gesundheitsministerium hat den höchsten Anstieg seit Beginn der Pandemie gemeldet - mit fast 79.000 Corona-Infektionen.

16.30 Uhr: 200 Reisende am Omnibusbahnhof München getestet

Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums wurden an der neu eingerichteten Teststation am Omnibusbahnhof in München am Samstag etwa 200 Reisende getestet. Tausende Reiserückkehrer haben sich außerdem am Wochenende an den Teststationen an den Grenzen zu Bayern auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 testen lassen. Dabei kam es an den Stationen Hochfelln-Nord/Autobahn 8, Donautal-Ost/Autobahn 3 sowie Heuberg/Autobahn 93 lediglich vereinzelt zu Wartezeiten. Der private Dienstleister, der dort die Test durchführt, wurde am Wochenende von Bundeswehr, Feuerwehrschule, Technischem Hilfswerk, Polizei und Autobahnmeisterei unterstützt.

16.15 Uhr: Internationales Auschwitz Komitee äußert sich zu Corona-Demonstrationen

Die Vereinigung von Holocaustüberlebenden, des Internationalen Auschwitz Komitees zeigt sich bestürzt über die Teilnahme rechtsextremer Gruppierungen an den Protesten gegen die Infektionsschutz-Maßnahmen gestern in Berlin. Für die Überlebenden des Holocausts sei es ein trauriges und schmerzliches Signal, dass angesichts der Corona-Krise in Deutschland Menschen gemeinsam mit antisemitischen Verschwörungstheoretikern, und Rechtsextremen auf die Straße gehen, so der Exekutiv- Vizepräsident Christoph Heubner. Trotzdem, so teilte das Komitee mit, vertrauten die Überlebenden darauf, dass die große Mehrheit der Menschen in Deutschland sich allen Attacken auf den demokratischen Staat entgegenstellt.

15.14 Uhr: Entwarnung in Gemeinschaftsunterkunft Bad Kötzing

In der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Bad Kötzting gibt es keine weiteren Corona-Infektionen. Das hat das Landratsamt Cham heute mitgeteilt. Damit wird die angeordnete Quarantäne aufgehoben. Am Samstag vor zwei Wochen (15.8.) ist bei drei Bewohnern der Bad Kötztinger Einrichtung eine Corona-Infektion festgestellt worden.

Daraufhin mussten die Bewohner und ihre Familien in Quarantäne. Rund 200 Menschen in der Unterkunft wurden in einer Reihentestung auf Sars-CoV-2 getestet. Dabei wurde bei zwei weiteren Personen das Virus festgestellt. Die Nachtestung des Gesundheitsamtes Cham ist nun bei allen Getesteten negativ ausgefallen, deswegen konnte die Quarantäneanordnung nun wieder aufgehoben werden.

14.38 Uhr: Ohne Abstand: Berliner Polizei löst Versammlung auf

Die Berliner Polizei löste am Sonntagnachmittag eine Ansammlung von rund 2.000 Menschen an der Siegessäule auf. Bei der unangemeldeten Versammlung wurden laut Polizei weder der Mindestabstand eingehalten noch hätten die Teilnehmer einen Mundnasenschutz getragen. Die Polizei erklärte bei Twitter: "Die Personen wurden mehrfach per Lautsprecher aufgefordert, den Bereich zu verlassen." Die Polizei sprach Platzverweise aus und nahm mehrere Personen zur Feststellung ihrer Identität in Gewahrsam.

13.18 Uhr: Keine Quarantäne für DFB-Spieler aus Risikogebieten

Joachim Löw kann im Fall von negativen Corona-Tests gleich im ersten Training der Fußball-Nationalmannschaft am Montag mit Toni Kroos von Real Madrid und den Paris-Profis Julian Draxler und Thilo Kehrer planen. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Sonntag auf Nachfrage mitteilte, müssen die Spieler nach der Ankunft im Teamquartier in Stuttgart nicht länger in Quarantäne, obwohl die spanische und die französische Hauptstadt als Corona-Risikogebiete eingestuft sind.

Wie alle anderen 19 Akteure des Aufgebots wird das Trio sofort nach der Anreise getestet. Jeder Spieler begibt sich dann bis zum Vorliegen des Resultats lediglich für einige Stunden alleine auf sein Hotelzimmer.

12.27 Uhr: Grünen in Bayern erarbeiten Konzept gegen erneute Schulschließung

Die Grünen im Landtag haben zum Ende der Sommerferien ein Konzept erarbeitet, wie angesichts der Corona-Pandemie eine erneute Schließung von Schulen und somit Bildungsdefizite verhindert werden könnten. Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze setzt laut Mitteilung vom Sonntag auf "regelmäßige Tests, Smart Distancing statt Social Distancing, endlich eine umfangreiche digitale Ausstattung für die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler und die passende Infrastruktur für das Lernen in der Schule".

Die Grünen fordern, bei einem Hygienekonzept speziell auch den Schulweg im Blick zu haben. Um etwa überfüllte Schulbusse zu vermeiden, müssten zusätzliche Busse eingesetzt werden. Hierfür müsse der Freistaat den Kommunen Geld zur Verfügung stellen, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Gabriele Triebel. Auch versetzte Anfangszeiten könnten für Entzerrung sorgen.

11.30 Uhr: Neue Rekordzahl an Corona-Infektionen in Ungarn

In Ungarn sind am Sonntag 292 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden vermeldet worden. Es handelt sich um den höchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie im Land im März. Am Vortag waren auf der Corona-Webseite der Regierung 158, am Freitag 132 Neuansteckungen verzeichnet worden.

Wegen der steigenden Infektionszahlen schließt Ungarn am Dienstag (1. September) seine Grenzen für die meisten Ausländer. Ungarische Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Ungarn müssen sich nach der Rückkehr aus dem Ausland in eine 14-tägige Heimquarantäne begeben. Andere Ausländer können nur in Ausnahmefällen nach Ungarn reisen.

11.26 Uhr: Medien: Messi erscheint nicht zu obligatorischen Corona-Tests

Der zu einem Wechsel entschlossene Weltfußballer Lionel Messi ist beim FC Barcelona den obligatorischen Coronatests ferngeblieben. Der 33-Jährige sei seinem Termin am Sonntag um 10:15 nicht nachgekommen, berichteten spanische Medien übereinstimmend. Damit dürfte der Argentinier auch nicht an der ersten Trainingseinheit zur Vorbereitung auf die neue Saison am Montag um 17.30 Uhr im Trainingszentrum Ciutat Esportiva Joan Gamper teilnehmen. Nach dem verpassten Test ist das laut den Sicherheitsregeln der Primera División verboten.

10.20 Uhr: Mehr als 25 Millionen Corona-Fälle weltweit

Die Zahl bestätigter Corona-Infektionsfälle ist weltweit über 25 Millionen gestiegen. Die von der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität am Sonntag veröffentlichte Zahl bezieht sich auf die seit dem Ausbruch von Covid-19 vermeldeten Fälle. Laut Experten liegt die Dunkelziffer noch höher, da nicht alle Infizierten getestet wurden. Viele der positiv getesteten Infizierten sind inzwischen genesen. Das Land mit den meisten Fällen sind die USA, wo 5,9 Millionen Infizierte verzeichnet wurden. Es folgen Brasilien mit 3,8 Millionen Fällen und Indien mit 3,5 Millionen Fällen.

10.14 Uhr: 2.000 Laborangestellte in Israel streiken wegen Corona-Überlastung

Aus Protest gegen Überlastung in der Corona-Krise sind am Sonntag rund 2.000 Angestellte öffentlicher Labore in Israel in den Streik getreten. Im Rahmen des Streiks werden bis auf weiteres nur noch lebenswichtige Tests ausgewertet und nur Corona-Infizierte informiert - nicht aber Menschen, deren Tests negativ ausfallen. Dies könnte etwa Israelis Probleme bereiten, die für einen Flug ins Ausland ein negatives Testergebnis vorlegen müssen.

Von dem Streik betroffen sind Labore in Krankenhäusern, von Krankenkassen sowie in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Seit Beginn der Corona-Krise müssten viele Laborangestellte zahlreiche Überstunden leisten, berichteten israelische Medien am Sonntag. Laborangestellte hatten schon mehrmals bei Demonstrationen gegen ihre Arbeitsbedingungen protestiert. Verhandlungen mit dem Finanzministerium endeten ergebnislos.

10.10 Uhr: Ärzte in Frankreich blicken wegen Corona mit Sorge auf Schulstart

Frankreich blickt wegen steigender Corona-Zahlen mit Sorge auf den Schulbeginn. "Die für den Beginn des Schuljahrs am 1. September geplanten Regeln schützen weder das Personal noch die Schüler und ihre Familien", heißt es in einem offenen Brief von Ärztinnen und Ärzten, den die Zeitung "Le Parisien" veröffentlichte. Die bisherigen Regelungen reichten nicht aus, um den neuen Anstieg der Fälle von Covid-19 zu bremsen. Die Mediziner fordern eine Maskenpflicht für alle, die älter als sechs Jahre sind.

Bildungsminister Jean-Michel Blanquer versprach für den Schulstart einen möglichst normalen Start. "Es darf nicht alles von der gesundheitlichen Realität erdrückt werden", sagte er der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche". Er verteidigte die bestehenden Regelungen - etwa die Maskenpflicht ab elf Jahren.

08.59 Uhr: Bundesregierung fordert schärfere Lüftungsvorgaben

Angesichts der Corona-Pandemie will die Bundesregierung einem Medienbericht zufolge die Vorgaben für Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden und Unternehmen verschärfen. "Die Lüftung von Gebäudeinnenräumen, in denen sich mehrere Personen nicht nur kurzfristig aufhalten, ist insbesondere durch Erhöhung von Luftwechsel und Außenluftzufuhr so zu verbessern, dass Infektionsgefahren weitgehend minimiert werden", heißt es dem Nachrichtenportal «The Pioneer» zufolge in einer Vorlage des Arbeitsministeriums für eine Sitzung des Corona-Kabinetts am Donnerstag.

Es sei flächendeckend sicherzustellen, dass geeignete Maßnahmen zum Infektionsschutz durch fachgerechtes Lüften umgesetzt würden. Die Regierung verlangt demnach noch vor Beginn der Heizperiode die Überprüfung und Modernisierung von Lüftungsanlagen aller Art - etwa zum Heizen, Kühlen, Be- und Entfeuchten. Darüber hinaus fordert sie, die Systeme entweder dauerhaft laufen zu lassen oder länger als bislang. Außerdem soll weniger Um- und mehr Frischluft verwendet werden.

7.25 Uhr: Indien meldet höchsten Tagesanstieg von Neuinfektionen weltweit

Indien meldet den weltweit höchsten Anstieg der Neuinfektionen an eine Tag seit Ausbruch der Pandemie. Binnen 24 Stunden seien 78.761 Ansteckungsfälle registriert worden, teilen die Behörden mit. So viele hat bislang kein anderes Land an nur einem Tag verzeichnet. Am 16. Juli hatten die USA mit 77.299 Neuinfektionen den bis dahin höchsten Wert gemeldet. Insgesamt haben sich in Indien rund 3,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt.

7.00 Uhr: Nutzung von Corona-App in Schule bleibt tabu

Bayerns Schüler dürfen auch in Zukunft in der Regel nicht ihre Smartphones zur Nutzung der Corona-Warn-App in der Schule einschalten. Der Regensburger Jugendbeirat ist mit einer entsprechenden Initiative gescheitert. Das Kultusministerium in München betonte, dass nur in Einzelfällen der Nutzung der Corona-App erlaubt werden könne, wenn Schüler sich dadurch sicherer fühlten. Grundsätzlich ist die Nutzung der Handys auf dem Schulgelände den Kindern und Jugendlichen im Freistaat verboten, wenn die Geräte nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden. Ein Sprecher des Kultusministeriums ergänzte, dass die Nutzung der Corona-App ansonsten sehr sinnvoll sei. "Während des Schulweges ist die freiwillige Nutzung der App ohnehin uneingeschränkt möglich." Am 8. September beginnt im Freistaat wieder der Unterricht.

6.15 Uhr: CDU/CSU und SPD wollen Corona-Notfallregelung für Bundestagswahl

In der Vorbereitung auf die Bundestagswahl im Herbst 2021 streben CDU/CSU und SPD eine Corona-Notfallregelung an. Dabei soll es konkret um das Verfahren zur Aufstellung der Kandidaten gehen. In einem Gesetzesentwurf der Koalitionsfraktionen wird vorgeschlagen, diese auch durch eine Mischung aus Briefwahl und elektronischem Verfahren zu ermöglichen. Die Schlussabstimmung über die Nominierung muss dem Gesetzentwurf zufolge dann aber in geheimer Abstimmung per Briefwahl erfolgen. Der Entwurf soll in der ersten Sitzungswoche nach der Sommerpause beraten werden.

Bislang müssen Parteien zwingend Parteitage oder vergleichbare Versammlungen einberufen. In dem Entwurf zur Änderung des Bundeswahlgesetzes wird darauf hingewiesen, dass es in einer wie durch die Covid-19-Pandemie hervorgerufenen Situation, in der die Durchführung von Versammlungen aus infektionsschutzrechtlichen Gründen nicht möglich ist, unzulässig sei, zur Kandidatenaufstellung auf diese zu verzichten. Denn das Bundeswahlgesetz bestimme, dass Wahlbewerber in Versammlungen benannt werden.

5.42 Uhr: 785 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 785 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am frühen Sonntagmorgen. Allerdings sind diese Zahlen mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Es falle auf, dass sich in den vergangenen Wochen vermehrt jüngere Menschen infizierten, hatte das RKI am Samstag mitgeteilt. Es gelte, eine Übertragung auf die älteren und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu verhindern.

5.10 Uhr: Corona-Sicherheitsmaßnahmen im Bundestag werden verschärft

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen fährt der Bundestag nach der Sommerpause seine Sicherheitsmaßnahmen hoch. In einer soeben verschickten Hausmitteilung empfiehlt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble dringend das Tragen einer Maske in allen Gebäuden des Bundestages ab dem 1. September.

Die Empfehlung gelte für alle Personen und Verkehrsflächen, wie Flure, Treppenhäuser, Aufenthaltsbereiche, Sanitärräume und Gastronomiebereiche (mit Ausnahme am Tisch, heißt es im Papier. Allein im Plenarsaal, in Sitzungssäle und Besprechungsräumen könne die Maske abgenommen werden, wenn mit dem Sitzplatz der erforderliche Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden kann, sowie eine regelmäßige Lüftung garantiert wird.

3.38 Uhr: Laschet bittet Karnevalisten wegen Corona-Pandemie um Verständnis

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet bittet Karnevalisten wegen der Corona-Pandemie um Verständnis. "In diesem Corona-Jahr mussten und müssen wir alle auf Liebgewonnenes verzichten: Wenn Christen auf ein Osterfest in der Gemeinschaft, die Schützen auf ihr Schützenfest, Weintrinker auf ihr Weinfest, die Fußballfans auf ihre Stadionbesuche verzichten mussten, dann ist doch klar, dass auch der Karneval zur Disposition steht", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Er wünsche sich eine gemeinsame Regelung in den benachbarten Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die von den Vereinen mitgetragen werde. "Dann werden die Menschen verstehen, dass wir mit dem Virus nicht so Karneval feiern können wie es üblich war", sagte Laschet. Karneval mit vielen Menschen auf engem Raum und Alkohol sei derzeit schwer vorstellbar.

Angesichts der neuen Corona-Auflagen für Großveranstaltungen in NRW planen die Kölner Karnevalisten bereits einen alternativen Start in die Session am 11.11. - mit deutlich weniger Besuchern.

1.30 Uhr: Institut: Genesener in Ecuador erneut mit Coronavirus infiziert

Nach ersten Fällen in Asien, Europa und den USA berichten nun auch Forscher in Ecuador vom Nachweis einer erneuten Corona-Infektion bei einem ursprünglich von der Krankheit Genesenen. "Die Genome des Virus wurden bei einem Ecuadorianer mit Covid-19 im Mai und erneut im August sequenziert", twitterte das Institut für Mikrobiologie der Universität von Quito (IMUSFQ) am Samstag. Es habe sich dabei gezeigt, dass es sich um zwei verschiedene Stämme des Coronavirus handelte.

Die Erkrankung nahm bei dem Patienten aus dem südamerikanischen Land im Mai demnach einen leichten Verlauf, im August zeigte er mäßige Symptome. Dazwischen fiel ein Corona-Test im Juli negativ aus.

Die Forscher in Ecuador stellten auch fest, dass der Patient bei der zweiten Infektion eine Erhöhung des Immunglobulins (IgG) in seinem Körper gegen das Virus aufwies. Das bedeutet, dass sein Körper bereits über Antikörper verfügte.

1.00 Uhr: Walter-Borjans fordert Rückkehr zum Corona-Mieterschutz

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat eine Rückkehr zum besseren Schutz für Mieter vor Kündigungen in der Corona-Pandemie gefordert. "Die Regelung zum Kündigungsschutz, die zum 1. Juli ausgelaufen ist, sollte so schnell wie möglich wieder in Kraft gesetzt werden", sagte der 67-Jährige den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das habe er Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Koalitionspartner bereits mitgeteilt. "Die Kanzlerin hat auf mich nicht den Eindruck gemacht, dass sie eine Wiedereinsetzung des Corona-Kündigungsschutzes persönlich falsch findet." Aber in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sei das bisher nicht zu machen.

Samstag, 29. August 2020

20.40 Uhr: Rückreisestau an den Teststationen: Bundeswehr hilft aus

Der Rückreiseverkehr von Urlaubern sorgt an der Corona-Teststation an der A8 für immer längere Wartezeiten. An der Raststätte Hochfelln Nord mussten Autofahrer am späten Nachmittag mindestens eine Stunde warten, wenn sie in ihrem Wagen sitzen bleiben wollten. Auch an den Fußgängerschaltern wurden die Schlangen länger. Neben einer privaten Firma sind in Hochfelln auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz, genauso wie an der Raststätte Donautal bei Passau an der A3.

19.49 Uhr: Entwicklungsminister Müller warnt: Kinderarbeit nimmt zu

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnt vor einer drastischen Zunahme von Kinderarbeit in der Corona-Pandemie. "Durch die Corona-Krise drohen weitere Rückschritte", so Müller in der "Welt am Sonntag". Millionen Eltern weltweit hätten ihre Arbeit verloren."Kinder, die jetzt nicht zur Schule gehen können, kehren vielleicht nie wieder auf die Schulbank zurück", warnt Müller. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass als Folge der Corona-Pandemie allein bis Ende des Jahres 40 Millionen Menschen zusätzlich in extreme Armut rutschen werden. Mehr als 150 Millionen Kinder und Jugendliche sind gezwungen zu arbeiten, damit ihre Familien etwas zu essen haben.

19.37 Uhr: Kinderärzte raten wegen Corona zu Grippe-Impfung

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie raten deutsche Kinderärzte Eltern dringend, ihre Kinder in diesem Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. "Wir wissen, dass Kinder den Influenza-Virus maßgeblich übertragen", so Johannes Hübner, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädriatische Infektiologie, in der "Welt am Sonntag". Jedes Jahr während der Grippesaison müssten Kinder wegen Grippe stationär aufgenommen und sogar mit Sauerstoff versorgt werden. In Zeiten der Corona-Pandemie es gebe eine gesellschaftliche Verpflichtung zum Schutz anderer, mahnen die Kinderärzte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Influenza-Regelimpfung sogar für alle Kinder ab einem Alter von sechs Monaten.

18.01 Uhr: Corona-Lage in Frankreich spitzt sich zu

Mit 7.370 neuen Fällen innerhalb der letzten 24 Stunden hat Frankreich mehr Neu-Infektionen am Freitagabend gemeldet als noch am Tag zuvor. "Die Dynamik des Fortschreitens der Epidemie ist exponentiell", hieß es vom zuständigen Gesundheitsministerium. Die 4.000er Schwelle war in den Tagen zuvor mehrfach überschritten worden. Im ganzen Land steigen derzeit die Infektionszahlen an, die Lage ist jedoch regional unterschiedlich.

Frankreich versucht unterdessen mit verschärften Maßnahmen gegen die Epidemie vorzugehen. Seit Freitag gilt in ganz Paris und den angrenzenden Départements eine Maskenpflicht unter freiem Himmel. Ab Samstag gibt es auch strengere Regeln im an Deutschland grenzenden Département Bas-Rhin. So ist die Maske hier in Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern Pflicht - dazu zählt auch die Elsass-Metropole Straßburg. Ähnliche Regelungen gibt es auch andernorts - in der Hafenstadt Marseille müssen Bars um 23 Uhr schließen.

17.34: Jüngstes Corona-Opfer im US-Staat Georgia mit einem Jahr gestorben

Ein einjähriger Junge ist im US-Staat Georgia nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus gestorben. Das Kleinkind aus einem Vorort von Atlanta ist das jüngste Covid-19-Opfer in dem Staat; das Gesundheitsministerium listete den Jungen am Freitag als Toten auf. Er habe eine chronische Erkrankung gehabt, die möglicherweise auch in den Fall hineingespielt habe. Weitere Details wurden nicht bekannt gegeben.

Vor dem Jungen war ein Siebenjähriger das jüngste Covid-19-Opfer in Georgia. In den gesamten USA sind nach einer vorläufigen Zählung der Zentren für Krankheitskontrolle und -Prävention lediglich 29 Kinder unter fünf Jahren nach einer Coronavirus-Infektion ums Leben gekommen.

16.32 Uhr: USA bringen unbegleitete Minderjährige wegen Corona in Hotels unter

In den USA festgenommene minderjährige Migranten sind statt in staatlichen Einrichtungen in mehreren Hotels untergebracht worden. Die US-Regierung nutzte seit März Hotels, um mindestens 660 unbegleitete Kinder vor der Abschiebung in ihre Heimatländer festzuhalten, wie aus Daten vom Freitag hervorging. Den Kindern könne wegen der Coronavirus-Pandemie kein weiterer Verbleib in den Vereinigten Staaten gestattet werden, argumentiert die Regierung. Kritiker sehen in der Argumentation mit der Pandemie dagegen einen Vorwand, den Minderjährigen ihr Asylrecht oder andere Aufenthaltsrechte zu verweigern.

Für die Unterbringung der Kinder wurden seit März mindestens 25 Hotels und Motels diverser Ketten genutzt. Die Hotelkette Marriott habe ihre Häuser im Juli angewiesen, alle Anfragen zur Nutzung ihrer Anlagen als Haftzentren abzulehnen, teilte Sprecherin Connie Kim mit. Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU hat eine Klage gegen Hotels als Orte zur Haftunterbringung eingereicht. Die US-Behörde ICE lehnte eine Bitte um einen Kommentar unter Verweis auf den Rechtsstreit ab.

16.13 Uhr: Bundestagspräsident Schäuble warnt vor zu vielen Ausgaben in Corona-Krise

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Bundesregierung davor gewarnt, in der Corona-Krise zu viel Geld auszugeben. "Die Politik darf nicht das Missverständnis aufkommen lassen, dass sie jedes Problem mit Geld lösen kann", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Sie muss abwägen, wie die weiteren Hilfen aussehen könnten - und sie muss das so tun, dass nicht der Blick auf die nächste Bundestagswahl alles andere in den Hintergrund drängt."

Sicherlich sei es vernünftig, für einige Branchen das Kurzarbeitergeld zu verlängern - aber man sollte dabei stärker differenzieren, sagte Schäuble. "Im Moment entsteht der Eindruck, als gäbe es Geld für alles." Die Politik habe die Verantwortung, dass keiner ins Bodenlose falle. "Aber auch ein Übermaß an Schulden ist nicht gut, das müssen wir Schritt für Schritt zurückführen - wie damals nach der Finanzkrise", meinte Schäuble.

15.46 Uhr: Saarland will Urteil zur Kontaktverfolgung rasch umsetzen

Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann hat angekündigt, das Urteil des Verfassungsgerichtshofs zur Kontaktverfolgung rasch umzusetzen. "Wir werden zügig entsprechende Anpassungen im Rahmen eines Corona-Gesetzes erarbeiten", teilte die CDU-Politikerin am Samstag in Saarbrücken mit. "Diesen Entwurf werde ich im Ministerrat einbringen und damit eine rechtskonforme Kontaktnachverfolgung sowie Datenweitergabe an die Gesundheitsämter sicherstellen"» Das Gericht bemängelt, dass das Parlament nicht mit einbezogen wurde. Bachmann sagte, Ziel sei es, dieses Corona-Gesetz noch im September ins parlamentarische Verfahren zu bringen.

Auf diese Weise könne man künftig Infektionsketten schnell und sicher nachzuvollziehen und dem "obersten Ziel, dem Schutz der Saarländerinnen und Saarländer, Sorge zu tragen", sagte Bachmann. Die aktuelle Vorschrift zur Kontaktnachverfolgung der saarländischen Corona-Verordnung ist nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs des Saarlandes verfassungswidrig.

15.42 Uhr: Mehrere zehntausend Menschen demonstrieren an Siegessäule in Berlin

Nachdem die Polizei in Berlin eine Demonstration gegen die Corona-Politik der Bundesregierung aufgelöst hat, haben sich weitere Demonstranten an der Siegessäule in Berlin eingefunden. Polizeisprecher Thilo Cablitz sprach von mehreren zehntausend Teilnehmern.

Die Polizei rief, die Menschen dazu auf, nicht weiter hinzuzzuströmen: "Wir stellen fest, dass bei der Demo auf der Straße des 17. Juni die Abstände nicht ausreichend eingehalten werden. Wir fragen derzeit den Versammlungsleiter, ob er unter diesen Umständen seine Versammlung überhaupt beginnen möchte und raten vom weiteren Zuströmen ab."

14.32 Uhr: 280 Corona-Neuinfektionen in Bayern

Die bayerischen Gesundheitsämter haben 280 Corona-Neuinfektionen innerhalb des letzten Tages gemeldet. Laut den veröffentlichten Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit haben sich somit seit Beginn der Pandemie in Bayern 57.044 Menschen mit dem Sars-CoV2-Virus infiziert.

14.20 Uhr: Corona-Teststrecke an Würzburger Talavera – 400 Urlauber getestet, zwei Corona-Fälle bislang

Seit dem Start am Dienstag haben sich 400 Urlauber im Coronavirus-Testzentrum an der Würzburger Talavera testen lassen. Wie das Landratsamt in Würzburg mitteilte, konnten bisher nur bei zwei Getesteten eine Infektionen mit dem Virus Sars-CoV2 nachgewiesen werden. Weitere Zahlen stehen aber noch aus – morgen zwischen 10 und 12 Uhr sollen noch Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten direkt vom Auto aus getestet werden.

13.44 Uhr: Britische Regierung warnt vor Einschränkungen wegen möglicher zweiter Corona-Welle im Winter

Die britische Regierung bereitet die Bevölkerung auf verschärfte Ausgehbeschränkungen im Falle einer erneuten Corona-Infektionswelle im Winter vor. "Eine zweite Welle ist in anderen Teilen der Welt klar erkennbar", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock der Zeitung "Times" (Samstagsausgabe). "Die Fälle nehmen wieder zu, und wir müssen sehr weitgehende lokale Sperren anwenden oder weitere nationale Maßnahmen ergreifen." Die Regierung wolle das zwar nicht, könne es aber nicht ausschließen.

13.33 Uhr: Seehofer zeigt sich bei Zuschauerfrage für Sport-Großveranstaltungen zuversichtlich

Bundesinnenminister Horst Seehofer setzt sich dafür ein, in der Zuschauerfrage bei Sport-Großveranstaltungen von "Schwarz-Weiß-Lösungen" wegzukommen. "Wir können Zuschauer langsam wieder in die Stadien einlassen, ohne den Infektionsschutz zu vernachlässigen", sagte der CSU-Politiker in einem Interview des "Donaukurier". Er sei froh, dass es nun immer mehr Anhänger für dieses Vorgehen gebe.

Mit den Entscheidungen der Ministerpräsidenten vom vergangenen Donnerstag sei er hochzufrieden. "Der Grundsatz, auf unbestimmte Zeit überhaupt keine Zuschauer zu zulassen, ist im Grunde vom Tisch. Wir werden jetzt prüfen, wann und wie wir den Sport auch wieder mit Publikumsbeteiligung erleben können", sagte der Minister.

In den nächsten Wochen sollen laut Seehofer Konzepte entwickelt werden, wie man wieder Zuschauer zulassen kann. "Es geht dabei nicht nur um Fußball, sondern auch um alle anderen Sportarten. Ich denke, dass wir im Frühherbst genauere Pläne haben." Er setze sich dafür ein, dass zum Beispiel auch Eishockeyfans in diesem Jahr wieder in die Stadien können. Die Sicherheitsmaßnahmen müssten deshalb so ausgestaltet sein, dass gesellschaftliches Leben wieder möglich wird. "Wenn man die Präventionsregeln einhält, dann kann man das verantworten. Damit sind wir in Deutschland bislang gut gefahren."

13.12 Uhr: Polizei löst Corona-Demo in Berlin auf

Wegen Nicht-Einhaltung der Corona-Auflagen hat die Polizei in Berlin die Demonstrationen gegen die Corona-Politik der Bundesregierung aufgelöst. Das teilte die Polizei über Twitter mit. Demnach haben die Teilnehmer der Demonstration gegen Corona-Auflagen verstoßen.

12.32 Uhr: Deutsche Firmen investieren weniger in Russland

Angesichts der Corona-Krise haben deutsche Firmen in Russland zuletzt weniger investiert. Die deutsch-russische Außenhandelskammer (AHK) sprach in Moskau von einem deutlichen Einbruch bei den Netto-Direktinvestitionen im Vergleich zu den Boom-Jahren 2018 und 2019. Es sei mehr Kapital abgezogen als investiert worden, sagte AHK-Chef Matthias Schepp. "Viele Investitionen wurden verschoben und auf Eis gelegt." Zahlen der Bundesbank zufolge zogen deutsche Unternehmen von März bis Juni 1,1 Milliarden Euro an Kapital aus Russland ab.

Zur Verunsicherung hätten weltweite Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus beigetragen, sagte Schepp. Der AHK zufolge waren die deutschen Investitionen in den vergangenen 20 Jahren in einem zweiten Quartal noch nie so niedrig wie zuletzt.

12.25 Uhr: In Seoul werden Klinikbetten knapp

Angesichts anhaltend steigender Zahlen von Coronavirus-Infektionen wächst in Südkorea die Sorge vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Im Großraum der Hauptstadt Seoul waren am Freitag für schwere Fälle nur noch rund 15 Klinikbetten frei, erklärte der Koordinator für öffentliche Gesundheitspolitik im Gesundheitsministerium, Yoon Tae Ho. Das seien 4,5 Prozent der vorhandenen Betten. Eine Woche zuvor hätten noch 22 Prozent zur Verfügung gestanden. Er gehe aber von einer Entspannung in den nächsten Tagen aus, weil einige Patienten entlassen würden.

Allerdings steigen die Infektionszahlen in Südkorea seit mehr als zwei Wochen wieder deutlich an. Am Samstag meldeten die Seuchenkontrollzentren 308 Neu-Infektionen. Insgesamt sind in Südkorea damit 19.400 Covid-19-Erkrankungen bekannt, 321 verliefen den Angaben zufolge tödlich.

Das Land hatte im Frühjahr den ersten schweren Corona-Ausbruch außerhalb Chinas vergleichsweise gut in den Griff bekommen. Einen Rückschlag gab es in den vergangenen Wochen, als sich die Krankheit trotz verschärfter Kontaktbeschränkungen wieder auszubreiten begann. Nun dürfen Gaststätten im Großraum Seoul ab Sonntag nach 21 Uhr kein Essen mehr servieren. Coffee Shops, von denen einige als Infektionsherde identifiziert wurden, dürfen grundsätzlich nur noch liefern oder abholen lassen.

11.52 Uhr: Buthan erlaubt Verkauf von Tabak

Das Königreich Bhutan im Himalaya-Gebirge erlaubt im Kampf gegen die Corona-Pandemie nach Jahren wieder den Verkauf von Tabak. Raucher können sich nun bei staatseigenen Duty-Free-Shops mit Zigaretten eindecken, um auf Schmuggelware aus dem stark vom Coronavirus betroffenen Nachbarland Indien zu verzichten. Der Premierminister und Arzt, Lotay Tshering, warnte allerdings, dass die Maßnahme nur vorübergehend sei.

In dem überwiegend von Buddhisten bewohnten Staat wird das Rauchen als Sünde angesehen. 2010 verbot die Regierung die Herstellung und den Verkauf von Tabakwaren komplett. Allerdings erlaubte sie die Einfuhr kleiner Mengen aus dem Ausland gegen saftige Zollgebühren.

11.34 Uhr: Weniger Anträge auf Kinderkrankengeld

Während der Corona-Einschränkungen im Frühjahr haben nach Angaben der DAK Gesundheit deutlich weniger berufstätige Eltern ein Kinderkrankengeld in Anspruch genommen als 2019. Im Vergleich zum Vorjahr ist bei den Fällen, in denen Erziehungsberechtigte Krankengeld für die Betreuung ihrer Kinder bezogen haben, im April und Mai ein Minus von je 83,9 und 81,6 Prozent verzeichnet worden, wie aus Daten der Krankenkasse hervorgeht, die dem Evangelischem Pressedienst vorliegen.

Während im März noch bundesweit 16.621 Eltern ihre Ansprüche geltend machten, waren es demnach im April nur noch 2.174. Ein Jahr davor lag die Zahl im April bei 13.485. Im Ländervergleich ging die Zahl der Kinderkrankengeld-Anträge im April und Mai in Bremen am stärksten zurück (minus 93,1 Prozent im April und minus 95,3 Prozent im Mai), gefolgt von Hamburg (minus 91,8 und 88,3 Prozent). Im Mittelfeld lag Nordrhein-Westfalen (minus 84,8 und 80,9 Prozent). In Brandenburg und Sachsen-Anhalt verzeichnete die DAK in beiden Monaten je ein Minus um 79 Prozent.

Während der Corona-Einschränkungen im Frühjahr habe es in zahlreiche Unternehmen betriebsspezifische Freistellungen von Beschäftigten gegeben, erklärte ein DAK-Sprecher. Auch seien viele Mitarbeiter ins Homeoffice gewechselt. Dazu sei die Kurzarbeiterregelung gekommen. Das habe zusammengenommen offensichtlich dazu geführt, dass im Gegensatz zum Jahr 2019 häufig kein Kinderkrankengeld in Anspruch genommen worden sei.

11.20 Uhr: Tour de France verschärft Auflagen

Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen wird bei der Tour de France nun doch eine Mannschaft ausgeschlossen, wenn es zwei positive Corona-Fälle im gesamten Team inklusive Umfeld innerhalb von sieben Tagen gibt. Das gab Tourchef Christian Prudhomme kurz vor dem Start der 107. Frankreich-Rundfahrt bekannt. Erst am Freitag war die Maßnahme nach einer Entscheidung des Weltverbandes UCI gelockert worden. Demnach wäre ein Team erst bei zwei Positivfällen unter den jeweiligen acht Fahrern ausgeschlossen worden. Das direkte Team-Umfeld umfasst aber rund 20 weitere Personen wie Physiotherapeuten, Busfahrer oder Sportdirektoren.

Laut Prudhomme sei die Entscheidung vom interministeriellen Krisenstab getroffen worden. Hintergrund sind die seit Tagen steigenden Neuinfektionen in Frankreich. Damit könnte es in den nächsten drei Wochen schnell zu Team-Ausschlüssen kommen. Erst am Donnerstag hatte die belgische Lotto-Soudal-Mannschaft zwei Positivfälle im Betreuerstab vermeldet und insgesamt vier Personen nach Hause geschickt.

Unter strikten Corona-Maßnahmen soll die Tour in den nächsten drei Wochen durch das Land rollen. Zuschauer sind erlaubt, wenn auch limitiert. Für die ersten beiden Tage wurden bereits starke Einschränkungen vorgenommen. Statt der eigentlich erlaubten 5.000 Zuschauer im Start- und Zielbereich sollen nur einige Dutzend Personen erlaubt sein. Das Département in der Region Nizza ist als rote Zone eingestuft worden, wo das Virus besonders stark zirkuliert.

11.00 Uhr: Großdemo in Berlin beginnt

Tausende Menschen haben sich am Samstagvormittag in Berlin zu einer Demonstration gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie versammelt. Zu der Versammlung aufgerufen hatte die Stuttgarter Initiative "Querdenken 711", die Unterstützung von Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremen erhält. Die Mehrheit der Teilnehmer hielt sich nicht an die Auflage, Abstand zueinander zu halten und einen Mund-Nase-Schutz zu tragen.

Die Polizei schritt zunächst ein. Der Demonstrationszug bewegte sich über die Friedrichstraße. Die Berliner Polizei hatte die Versammlung am Mittwoch zunächst verboten, weil eine Demonstration der Initiative am 1. August bereits unter Missachtung der Hygieneregeln ablief. Das Verwaltungsgericht Berlin kassierte das Verbot allerdings am Freitag in entsprechenden Eilbeschlüssen, die nach einer Beschwerde der Polizei vom Oberverwaltungsgericht in der Nacht zu Samstag bestätigt wurden.

Bereits am Freitagabend hatten sich nach Angaben der Polizei rund 1.500 Menschen am Brandenburger Tor in Berlin versammelt, um gegen die Corona-Regeln zu protestieren. Dabei wurden den Angaben zufolge Pressevertreter aus der Menge heraus verbal angegriffen.

10.45 Uhr: Steiler Anstieg bei Infektionen in Indien

In Indien sind 76.472 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert worden. Das sind zwar etwas weniger als an den vergangenen Tagen, als Rekordwerte gemeldet wurden. Doch Indien verzeichnet derzeit den steilsten Anstieg bei den Infektionszahlen weltweit.

Insgesamt seien mittlerweile rund 3,46 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus sei um 1.021 auf 62.550 gestiegen. Nach den USA und Brasilien hat Indien die dritthöchste Infektionszahl weltweit.

10.26 Uhr: 111 Neu-Infizierte in Russland

In Russland sind binnen 24 Stunden 111 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Damit steigt die von den Behörden bekanntgegebene Gesamtzahl auf 17.025. Zudem seien 4.941 nachgewiesene Neuinfektionen verzeichnet worden. Insgesamt haben sich damit 985.346 Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt.

Russland steht bei den Infektionszahlen weltweit an vierter Stelle hinter den USA, Brasilien und Indien. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle ist allerdings vergleichsweise gering.

10.15 Uhr: Söder hält MNS-Masken im Unterricht für möglich

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht einer Maskenpflicht im Schulunterricht offen gegenüber. Die Maske sei ein einfaches, aber auch effektives Mittel, um drohende Schulschließungen zu verhindern, sagte er im Interview mit den "Nürnberger Nachrichten". "Der Regelunterricht ist einfach wichtig. Das Lernen und In-die-Schule-Gehen darf nicht verlernt werden." Auf dem Schulhof und im Schulgebäude gilt bereits Maskenpflicht, am eigenen Platz im Klassenraum bisher aber noch nicht.

Für diesen Montag (31. August) hat Söder die "Schulfamilie" in die Staatskanzlei geladen, darunter Minister, Lehrerverbände, Schuldirektoren, Schüler und Eltern, um über den anstehenden Schulstart und den Unterricht unter Corona-Bedingungen zu sprechen. Eine Entscheidung über eine mögliche Maskenpflicht im Unterricht soll im Konsens getroffen werden, kündigte Söder an. Dazu sollten auch Erfahrungen anderer Bundesländer ausgewertet werden.

09.18 Uhr: Rund 1.480 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 1.479 Neuinfektionen gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden auf insgesamt 240.986. Ein weiterer Mensch sei mit oder an dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Todesfälle liegt nun bei 9.289.

07.56 Uhr: Röttgen fordert Meldung bei Reisen in Risikogebiete

"Es ist nicht rational, mitten in einer Pandemie in eine Gegend zu fahren, die ein Corona-Risikogebiet darstellt", sagte der Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses Norbert Röttgen der "Welt". Er sprach sich dafür aus, dass Reisen in Corona-Risikogebiete künftig vorab bei den Gesundheitsämtern angezeigt werden müssen.

Ein solcher Urlaub sei "keine reine Privatangelegenheit" mehr, sondern gefährde die öffentliche Gesundheit, so Röttgen. "Ich plädiere deshalb dafür, dass Reisen in Risikogebiete vorab bei den Gesundheitsämtern angezeigt werden müssen."

Kritik übte Röttgen am aktuellen Corona-Krisenmanagement: "Ich finde, gerade in den ersten Monaten haben gute Kommunikation und ein hohes Maß an Rationalität vorgeherrscht. Davon bräuchten wir jetzt wieder mehr."

Er zeigte sich offen für eine Impfpflicht zur Eindämmung des Coronavirus: "Eine Impfpflicht stellt einen weitreichenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte dar. Ich sage aber nicht kategorisch Nein dazu. Sollte der Wirkungsgrad einer solchen Impfung sehr hoch und die Nebenwirkungen ungefährlich sein, kann ich mir gegen das Coronavirus eine Impfpflicht vorstellen."

07.25 Uhr: Argentinien meldet Tageshöchstwert

Argentinien meldet mit 11.717 Corona-Neuinfektionen einen neuen Tageshöchstwert. Dennoch kündigt die Regierung eine Lockerung der landesweiten Schutzmassnahmen an. Künftig dürfen bis zu zehn Personen im Freien zusammenkommen, wenn sie eine Maske tragen und auf die Abstandsregeln achten, wie Präsident Alberto Fernandez in einer Fernsehansprache erklärt. Bislang wurden in dem südamerikanischen Land 392.009 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt, von denen 8.271 tödlich verliefen.

07.20 Uhr: Schiff mit Swingerszene legt ab

Das "Torture Ship" lockt eigentlich jedes Jahr mehrere Hundert Fans der Fetisch- und Swingerszene an den Bodensee. Doch dieses Jahr müssen die Partygäste wegen der Corona-Krise einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Maximal 250 Gäste seien bei dem Fest am Samstag erlaubt, sagte der Veranstalter Thomas Siegmund im Vorfeld. Zudem gelte Maskenpflicht und Security-Mitarbeiter würden auf dem Schiff darauf achten, dass die geltenden Abstands- und Hygieneregeln eingehalten würden.

Er habe sich aber trotz Corona-Pandemie bewusst für die Veranstaltung entschieden, sagte Siegmund weiter. "Rentabel ist es nicht. Aber es geht darum, den Leuten auch eine Perspektive aus dem Dilemma zu bieten." Dennoch werde es wohl eine deutlich ruhigere Party als in den vergangenen Jahren.

Eine weitere Einschränkung müssen die Tausenden Schaulustigen hinnehmen, die normalerweise an die Anlegestellen in Konstanz und Friedrichshafen kommen, um die Partygäste zu bestaunen: Die Piers in den beiden Häfen würden dieses Jahr gesperrt, um Menschenansammlungen zu vermeiden, sagte Siegmund.

07.14 Uhr: Tour de France startet

Begleitet von großen Corona-Sorgen beginnt am heutigen Samstag in Nizza die 107. Tour de France. Nachdem die Infektionszahlen in Frankreich stark gestiegen sind, wurden die Maßnahmen noch einmal verschärft. Zuschauer sind an der Strecke zugelassen, aber nur wenige. Sportlich könnten auf der ersten Etappe über 156 Kilometer die Sprinter zum Zug kommen.

Die zwei Berge der dritten Kategorie dienen eher dazu, dass am Samstag auch das Bergtrikot vergeben werden kann. Die letzten 50 Kilometer sind flach, das Ziel liegt direkt am Strand auf der berühmten Promenade des Anglais. Eine ideale Ankunft für die Sprinter.

07.03 Uhr: Wuhan öffnet Schulen wieder

Rund 1,4 Millionen Schülerinnen und Schüler sollen im chinesischen Wuhan mit dem Ende der Sommerferien wieder regulär die insgesamt 2.842 Bildungseinrichtungen in der Stadt besuchen, wie die Behörden mitteilen. Die Universität soll schon am Montag öffnen. Die Behörden empfehlen, auf dem Weg zur und von der Schule Masken zu tragen und öffentliche Verkehrsmittel wenn möglich zu meiden. Die Schulen sollen auf unnötige Massenversammlungen verzichten und müssen den Gesundheitsbehörden tägliche Bericht erstatten.

In der zentralchinesischen Stadt mit ihren elf Millionen Einwohnern war das neuartige Virus Ende Dezember erstmals festgestellt worden. Ende Januar wurde sie für mehr als zwei Monate abgeriegelt. Seit April kehrt sie mit schrittweisen Lockerungen allmählich zur Normalität zurück, seit dem 18. Mai wurden keine neuen lokalen Ansteckungen gemeldet. Mit 3.869 Todesfällen zählt Wuhan mehr als 80 Prozent aller Corona-Todesfälle in China.

06.07 Uhr: Große Demo in Berlin erwartet

Der umstrittene Demonstrationszug sowie die Kundgebung gegen die Corona-Politik der Bundesregierung können heute in Berlin stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte in der Nacht in zweiter Instanz, dass das Verbot der Berliner Polizei keinen Bestand hat. Diese Entscheidung ist nun rechtskräftig.

Diese Entscheidung ist nun rechtskräftig. Die Polizei bereitete sich mit rund 3.000 Kräften - unabhängig vom konkreten Ausgang des Gerichtsstreits - auf einen großen Einsatz am Wochenende vor. Die Veranstalter der Initiative Querdenken 711 hatten zu der Kundgebung am Samstag aufgerufen und erwarteten rund 22.000 Teilnehmer auf der Straße des 17. Juni nahe dem Brandenburger Tor. Zuvor war ein längerer Demonstrationszug durch Berlin-Mitte geplant.

05.09 Uhr: Corona-Genesene können erneut erkranken

Wissenschaftler haben einer Studie zufolge eine erneute Corona-Infektion eines bereits seit längerem genesenen Patienten in den USA nachgewiesen. Dies zeige, dass die Immunität nach einer Infektion nicht absolut sei und Mehrfachansteckungen möglich seien, hieß es in der Studie. Zudem sei die zweite Erkrankung des Patienten schwerer ausgefallen als die erste. Es sei aber unklar, inwieweit daraus generelle Schlussfolgerungen gezogen werden könnten.

01.30 Uhr: Britische Weihnachtsmänner in Corona-Zeiten

Das erste Weihnachtsfest in der Pandemie und doch geht es ohne Weihnachtsmann nicht. Eine Agentur in Großbritannien stellt sich auf die veränderten Zeiten ein. Weihnachtsmänner tragen in diesem Jahr eigens entworfene Atemmasken aus rotem Samt und weißem Fell als Teil des Kostüms. Damit der Abstand gewahrt bleibt, werden die Geschenke zwischen den Kindern und Santa Claus positioniert. Statt die Präsente wie sonst persönlich zu überreichen, liegen sie auf einem kleinen Schlitten. So sehen die Pläne der Weihnachtsmannagenturen aus.

In Großbritannien richten auch Kaufhäuser und Touristenattraktionen im Advent sogenante Santa's Grottos ein - weihnachtlich dekorierte Nischen, in denen Kinder den Weihnachtsmann treffen können. Auch in den vergangenen Jahren waren diese Begegnungen bereits gut organisiert. Dieses Jahr wird es noch strengere Kontrollen geben, damit kein gefährliches Gedränge entsteht.

Freitag, 28. August 2020

22.30 Uhr: Frankreich meldet einen drastischen Anstieg der Corona-Infektionen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Paris wurden in den vergangenen 24 Stunden fast 7.400 neue Fälle gezählt. Die Behörde sprach von einem "exponentiellen" Anstieg. Damit meldet Frankreich die höchste Zahl bestätigter Neuinfektionen innerhalb eines Tages, seit in dem Land in größerem Maßstab Corona-Tests durchgeführt werden. Am Vortag waren es mehr als 6.000, davor mehr als 5.000 bestätigte Corona-Neuinfektionen. In Paris und vielen anderen Städten gilt seit heute eine Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. Die Bundesregierung hatte zu Wochenbeginn eine Reisewarnung für den Großraum Paris und das Gebiet um die Côte d'Azur und die Provence ausgesprochen.

19.57 Uhr: Ungarn verschärft Einreisebestimmungen

Ungarn ist bislang von der Corona-Pandemie vergleichsweise wenig betroffen. Damit dies so bleibt, hat die Regierung nun beschlossen, die Einreisebestimmungen am 1. September zu verschärfen. Ausländische Reisende sollen nur noch in Ausnahmefällen einreisen dürfen, teilt das Auswärtige Amt auf seiner Homepage mit. Näheres dazu ist noch nicht bekannt.

18.23 Uhr: Verfassungsgerichtshof des Saarlandes kippt Regelung zu Kontaktnachverfolgung

Der Verfassungsgerichtshof des Saarlandes hat entschieden, dass die Vorschrift zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden sei. Die Vorschrift zur Kontaktnachverfolgung hingegen erklärte der Verfassungsgerichtshof nach eigenen Angaben für verfassungswidrig. Die Vorschrift gelte jedoch bis zu einer Neuregelung durch den Landtag unter strengen Auflagen fort, höchstens bis zum 30. November. Die Richter reagierten mit dem Beschluss auf die Verfassungsbeschwerde eines im Saarland lebenden Bürgers gegen Regelungen der Corona-Verordnung.

18.16 Uhr: Berliner Polizei erhebt Einspruch beim Oberverwaltungsgericht

Das Land Berlin will die Genehmigung der für Samstag geplanten Demonstration von Gegnern der Corona-Auflagen nicht hinnehmen. Die Polizeibehörde hat deshalb das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin angerufen. Wie ein Sprecher des OVG der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte, ist die Beschwerde am Nachmittag eingegangen. Im Laufe des späten Abend solle darüber entschieden werden.

18.01 Uhr: Gericht hebt Schließung von niedersächsischen Bordellen auf

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat entschieden, dass auch für Bordelle und die Straßenprostitution die Regelungen für körpernahe Dienstleistungen anzuwenden seien, wie das Landesgesundheitsministerium mitteilt. Die bisher angeordnete Schließung der Prostitutionsstätten sei nicht verhältnismäßig und verletze den Antragsteller in seinem Grundrecht auf Berufsfreiheit. Laut Ministeriumsangaben wird die Landesregierung die Corona-Verordnung "zeitnah entsprechend" anpassen.

16.49 Uhr: Impfstoffe für alle bis Sommer 2021 geplant

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek äußert sich zuversichtlich, den Zeitplan zur Gewinnung eines Corona-Impfstoffs einhalten zu können. Im Gespräch mit "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" wird die CDU-Politikerin konkret: "Wir wollen bis zum nächsten Sommer flächendeckend Impfstoffe anbieten können, die wirksam und sicher sind für unterschiedliche Zielgruppen." Die ersten Impfstoffkandidaten seien jetzt in der dritten klinischen Studienphase. Karliczek kündigt zudem an, drei deutsche Biotech-Unternehmen beim Aufbau von Produktionskapazitäten zu fördern, "so dass wir auch in der Lage wären, in Deutschland einen Impfstoff zu produzieren, der woanders entwickelt worden ist, wenn die heimischen Unternehmen wider Erwarten nicht erfolgreich sind".

14.31 Uhr: Am Dienstag öffnet ein Corona-Testzentrum im Klinikum Passau

Die Corona-Teststation der kreisfreien Stadt Passau wird am Dienstag, 1. September im Klinikum Passau in Betrieb gehen, schreibt die Stadt Passau auf seiner Homepage. Die Stadt habe in den vergangenen Tagen gemeinsam mit dem Klinikum die Strukturen für eine kommunale Corona-Teststelle erarbeitet. Das Zentrum befindet sich in den Räumen der ehemaligen Fieberambulanz, der Zugang ist über die Rückseite des Klinikums (Sechzehnerstraße) und die neue Rettungsdiensteinfahrt möglich.

14.27 Uhr: J&J startet Impfstoff-Test in Spanien, Deutschland und Niederlanden

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson will einen möglichen Corona-Impfstoff nach Angaben des spanischen Gesundheitsministers Salvador Illa in Spanien, Deutschland und den Niederlanden testen. Die klinische Studie der Phase II werde nächste Woche starten und zwei Monate dauern, sagt Illa am Freitag. Insgesamt würden 550 Probanden in den drei Ländern teilnehmen. Bei einer Phase-II-Studie wird die Wirksamkeit und Sicherheit eines Wirkstoffs in der Regel an mehreren hundert Menschen getestet, bei Erfolg folgt eine Phase-III-Studie mit mehreren tausend Probanden.

13.50 Uhr: Gericht kippt Verbot von Demonstration gegen Corona-Politik

Das Verwaltungsgericht Berlin hat das Verbot von Corona-Demonstrationen am Wochenende in der Hauptstadt in erster Instanz gekippt. Nach Auffassung des Gerichts sind die Demonstrationen unter Auflagen zur Einhaltung des Mindestabstands zulässig, sagte ein Gerichtssprecher. Das Land Berlin, das das Verbot ausgesprochen hatte, und die Organisatoren der Demonstrationen könnten Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen.

13.29 Uhr: Slowakei setzt weitere Länder auf Quarantäne-Liste

Die Slowakei weitet ihre Quarantänepflicht auf Reisende aus Kroatien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Malta aus. Ab dem 1. September müssen Rückkehrer aus diesen Ländern für zehn Tage in Selbstisolation, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Verkürzt werden kann die Zeit nur, wenn frühestens fünf Tage nach Wiedereinreise in die Slowakei ein negativer Corona-Test vorliegt. Das Ministerium rät zudem von Reisen nach Griechenland ab, ebenso wie von Besuchen der tschechischen Hauptstadt Prag, der österreichischen Hauptstadt Wien und Teilen Großbritanniens.

12.32 Uhr: Israel: Zahl der Neuinfektionen überschreitet 2000er-Marke

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Israel ist erstmals seit einem Monat wieder über 2.000 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden am Vortag 2.068 neue Fälle gemeldet. Zuletzt hatte die Zahl am 28. Juli mit 2.129 die 2000er-Marke überschritten.

Die Pandemie war in Israel auch wegen eines strikten Kurses der Regierung zunächst glimpflich verlaufen. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellte die Zahl der Fälle jedoch in die Höhe. In den vergangenen Wochen hatte sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen etwas stabilisiert. An Werktagen wurden zuletzt immer rund 1.650 Fälle registriert. In den letzten Tagen wurde jedoch wieder ein stetiger Anstieg der Zahlen verzeichnet.

In Israel sollen die Schulen am Dienstag mit Ende der Sommerferien unter Corona-Beschränkungen wieder geöffnet werden. Eigentlich war es Ziel der Regierung gewesen, die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen vorher auf rund 400 zu drücken.

Sorge bereitet den Gesundheitsbeauftragten auch die Ansteckungsgefahr während der jüdischen Feiertage, die Mitte September beginnen. Gesundheitsminister Juli Edelstein sagte zuletzt, Israelis sollten auf die sonst üblichen großen Familienfeiern verzichten.

12.25 Uhr: Mehr als 5000 Anmeldungen von Corona-Demos in Berlin

Die Polizei Berlin wird von Anmeldungen von Corona-Demonstrationen am Wochenende überschwemmt. Aktuell gebe es über 5100 Anmeldungen zu unterschiedlichen Themen, sagt Polizeivizepräsident Marco Langner. Nach wie vor werde europaweit auch zur Teilnahme an bereits verbotenen Versammlungen aufgerufen. Dabei werde auch Gewalt propagiert.

12.22 Uhr: Kanaren zittern um Corona-Sonderstellung

Auf den Kanarischen Inseln ist ein neuer Rekord an Neuinfektionen registriert worden. Die regionalen Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstagabend 338 neue Fälle binnen 24 Stunden. Das ist die höchste Zahl seit dem Ausbruch der Pandemie im März. Die zu Spanien gehörenden Atlantik-Inseln müssen nun befürchten, ihre Sonderstellung zu verlieren und wie das gesamte Land - darunter auch die Balearen - von Deutschland auf die Liste der Risikogebiete gesetzt zu werden. Die damit verbundene Reisewarnung würde der bereits schwer angeschlagenen Tourismusbranche, die zu circa 35 Prozent des Regionaleinkommens beiträgt, den "Todesstoß versetzen", wie Medien am Freitag warnten.

Als Risikogebiet werden Regionen eingestuft, ist, in denen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Auf den Kanaren sind es bereits 79,69. Damit stehen die Inseln vor der Westküste Afrikas inzwischen schlechter da, als viele spanische Regionen, für die seit Mitte August die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt. Dazu gehören etwa die Regionen Valencia (52,10) oder Andalusien (47,85). Auf den Balearen, zu denen auch Mallorca gehört, beträgt diese Zahl 79,52.

12.05 Uhr: Russland: Zahl der Corona-Fälle übersteigt Marke von 980.000

Russland meldet 4.829 Neuinfektionen binnen eines Tages. Insgesamt sind damit nunmehr 980.405 Corona-Fälle bestätigt, das ist weltweit die vierthöchste Zahl. Zudem sind nach Angaben der russischen Corona-Taskforce in den vergangenen 24 Stunden 110 weitere Menschen gestorben, insgesamt zählt Russland somit 16.914 Corona-Tote.

09.45 Uhr: New Yorker Museum of Modern Art wieder geöffnet

Nach fast sechsmonatiger Corona-Pause hat das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) wieder geöffnet. Nach der Wiedereröffnung am Donnerstag spazierten allerdings nur einige wenige Besucher durch die Ausstellungsräume - und konnten die weltberühmten Werke von Künstlern wie Monet, Van Gogh und Warhol ohne die sonst üblichen Besuchermassen genießen. Auch in den kommenden Wochen bleibt die Besucherzahl deutlich eingeschränkt: Die Besucher müssen vorab Eintrittskarten mit festen Zeitfenstern buchen, pro Stunde werden nur hundert Menschen ins Museum gelassen. Mit mehr als 23.600 Toten war New York zwischenzeitlich ein großer Corona-Hotspot. Mittlerweile ist die Pandemie in der Stadt jedoch weitgehend unter Kontrolle.

09.40 Uhr: Drei von vier Deutschen für stärkere Kontrollen

Drei von vier Deutschen sind der Ansicht, dass die Einhaltung der geltenden Corona-Schutzmaßnahmen stärker kontrolliert werden sollte. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" äußerten 77 Prozent der Befragten diese Auffassung. Eine Mehrheit dafür gibt es unter den Anhängern aller Parteien mit Ausnahme der AfD, von denen aber auch immerhin 48 Prozent sich für strengere Kontrollen aussprachen. Die bestehenden Schutzmaßnahmen selbst halten der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zufolge 60 Prozent der Befragten "für gerade richtig". 28 Prozent sprachen sich dafür aus, dass diese härter ausfallen sollten, nur zehn Prozent halten die geltenden Maßnahmen für übertrieben.

09.38 Uhr: Maskenpflicht nun überall in Paris

Seit Freitagmorgen müssen die Menschen überall in Paris unter freiem Himmel eine Maske tragen - doch die Regeln sind nicht so streng wie ursprünglich vorgesehen. Wer eine körperliche Aktivität wie Joggen oder Radfahren ausübe, bleibe von der Maskenpflicht befreit, teilte die Pariser Polizeipräfektur am Freitag mit. Man werde die neue Regel nun erstmal im Rahmen einer Aufklärungskampagne umsetzen. Verwarnungen würden mit Augenmaß ausgesprochen.

09.32 Uhr: Niederländische Nerzfarmen müssen bis März 2021 schließen

Niederländische Nerzfarmen müssen bis März 2021 schließen. Ursprünglich sollte das Verbot erst 2024 greifen, doch nachdem das Corona-Virus zahlreiche Tiere infiziert hat, zieht das Kabinett schon früher die Reißleine. Mehr als eine Million Nerze sind vorsorglich bereits getötet worden.

09.18 Uhr: Aida Cruises verschiebt Saisonbeginn auf November

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat den Beginn der Saison 2020/2021 wegen der Corona-Pandemie erneut verschoben. Wie das Unternehmen am Freitag berichtete, soll das Programm nun am 1. November mit einer siebentägigen Reise der "Aidamar" rund um die Kanarischen Inseln aufgenommen werden. Sechs Tage später folge die "Aidaperla" ebenfalls auf den Kanaren. Zuletzt hatte Aida Cruises die seit Mitte März dauernde Corona-bedingte Unterbrechung der Kreuzfahrtsaison bis zum 30. September 2020 verlängert. Auch zunächst geplante Kurzreisen ohne Landgang in der Ostsee mussten abgesagt werden.

09.02 Uhr: Französische Wirtschaft: Einbruch um fast 14 Prozent

Die französische Wirtschaft ist im zweiten Quartal wegen der Corona-Pandemie deutlich stärker abgestürzt als die deutsche. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 13,8 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris eine frühere Schätzung bestätigte. Vor allem Konsum, Exporte und Investitionen brachen ein. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft büßte im Frühjahr 9,7 Prozent ein.

08.52 Uhr: Spahn fordert Länder zu schärferer Kontrolle von Corona-Regeln auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Länder dazu aufgerufen, die Einhaltung der Corona-Regeln strenger zu kontrollieren. "Beim Vollzug ist sicher mehr möglich", sagte Spahn nach den Bund-Länder-Spitzenberatungen vom Donnerstag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Spahn äußerte sich in einem Doppelinterview mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Laschet sagte, er wünsche sich eine "Vollzugsoffensive" gegen Corona-Sünder für ganz Deutschland. "Gegen kalkulierten Rechtsbruch muss auch hier das Nulltoleranz-Prinzip gelten", sagte Laschet.

08.37 Uhr: Elternrat stellt Kultusministern schlechtes Zeugnis aus

Der Bundeselternrat stellt den Kultusministern und -ministerinnen zum Schuljahresbeginn in Corona-Zeiten ein schlechtes Zeugnis aus. "Eine Vier minus - eine bessere Note haben die Politiker für die Vorbereitung des Schuljahres nicht verdient", sagte der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". "Jedes Kind weiß mittlerweile, dass Aerosole in der Corona-Pandemie entscheidend für die Verbreitung des Virus sind. Wir müssen lüften, lüften, lüften!" Das gehe aber gar nicht in allen Klassenräumen. "Da hätte man schon in den Ferien umbauen oder technische Lösungen mit Luftfilteranlagen suchen müssen." Der oberste Elternvertreter bemängelte, die Sommerferien hätten genutzt werden müssen, um die Lehrer in Sachen digitalem Unterrichten fortzubilden. Das sei so nicht passiert. "Für Schüler und Eltern bleibt es ein Lotteriespiel: Einige haben das Glück, dass die Schulleitung sich schon seit Jahren um das Thema kümmert. An vielen Schulen funktioniert wenig bis gar nichts."

08.15 Uhr: Coronavirus breitet sich in Ukraine aus

Das Coronavirus breitet sich in der Ukraine trotz der diese Woche verschärften Beschränkungen aus. Binnen 24 Stunden wurden 2.438 Neuinfektionen gemeldet - so viele wie nie zuvor. Insgesamt wurden den Behörden zufolge 114.497 nachgewiesene Ansteckungsfälle und 2.451 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus registriert. Bis 28. September verwehrt die Ukraine Menschen aus den meisten Ländern die Einreise. Weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wurden bis Ende Oktober verlängert.

08.11 Uhr: Steigende Corona-Infektionen belasten Konsumklima

Die Erholung des Konsumklimas in Deutschland ist vorerst gestoppt: Nach drei starken Anstiegen in Folge sinke der Indikator "spürbar", wie das Marktforschungsinstitut GfK in Nürnberg am Freitag mitteilte. Die Konjunkturerwartung und die Anschaffungsneigung der Verbraucher legten zwar noch zu, ihre Einkommenserwartung aber verschlechterte sich. Die GfK prognostizierte daher für September einen Wert von minus 1,8 Punkten und damit 1,6 Punkte weniger als im August.

07.53 Uhr: Human Rights Watch: Venezuela nutzt Corona für Unterdrückung

Venezolanische Sicherheitskräfte und Behörden haben laut Human Rights Watch das Coronavirus als Vorwand für ein scharfes Vorgehen gegen abweichende Meinungen genutzt. Sie seien gegen Dutzende Journalisten, Mitarbeiter des Gesundheitswesens, Menschenrechtsanwälte und politische Widersacher vorgegangen, die die Reaktion der Regierung auf die Pandemie kritisiert hätten, berichtete die Menschenrechtsorganisation am Freitag. Manche Kritiker seien körperlich misshandelt worden auf Arten und Weisen, die an Folter gegrenzt hätten, teilte Human Rights Watch mit. Die Organisation listete für den Zeitraum März bis Juni 162 solcher Fälle auf.

06.15 Uhr: Indien meldet mit 77.266 Neuinfektionen Rekordanstieg

In Indien haben die Behörden 77.266 Neuinfektionen registriert - so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Insgesamt sind damit 3,39 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen. Innerhalb eines Tages seien 1057 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Gesamtzahl steigt damit auf 61.529. Nach den USA und Brasilien verzeichnet Indien die höchste Infektionszahl weltweit.

05.39 Uhr: Wieder mehr als 1.500 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) binnen 24 Stunden um 1.571 auf 239.507 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um drei auf 9.288. Am Vortag waren 1507 Neuinfektionen gemeldet worden.

05.23 Uhr: Mehr als 45.000 Neuinfektionen in den USA

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist einer Reuters-Zählung zufolge um mindestens 45.115 auf 5,88 Millionen gestiegen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich binnen 24 Stunden um 1081 auf 180.806. Die USA sind weltweit am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffen.

03.25 Uhr: Havanna verhängt nächtliche Ausgangssperre

Angesichts wieder stärker steigender Infektionszahlen verhängt Kubas Hauptstadt Havanna eine nächtliche Ausgangssperre. Zudem werden Reisen in andere Provinzen des Landes verboten, wie Gouverneur Reinaldo Garcia Zapata im Staatsfernsehen mitteilt. Die neuen Maßnahmen sollen am 1. September für 15 Tage in Kraft treten. Kuba hatte den Coronavirus-Ausbruch bis Ende Juni größtenteils eingedämmt und die Schutzmaßnahmen dann gelockert. Sechs Wochen später wurden sie jedoch wieder verschärft, nachdem die Infektionsfälle wieder sprunghaft angestiegen waren, vor allem in Havanna.

01.20 Uhr: Mehr als sieben Millionen Infektionen in Lateinamerika

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Ansteckungen in Lateinamerika ist einer Reuters-Zählung zufolge am Donnerstag auf über sieben Millionen gestiegen. Allerdings sank die durchschnittliche Zahl der täglichen Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen bis Mittwoch laut amtlichen Daten auf rund 77.800 von knapp 85.000 in der Woche davor. Lateinamerika ist weltweit die Region mit den meisten Infektionen. Allein mehr als 3,76 Millionen Ansteckungen und damit mehr als die Hälfte entfallen auf Brasilien.

00.19 Uhr: Johnson will Briten zur Rückkehr aus dem Homeoffice bewegen

Der britische Premierminister Boris Johnson will einem Zeitungsbericht zufolge in der nächsten Woche mit einer öffentliche Kampagne für eine Rückkehr aus dem Homeoffice werben. Hintergrund seien Befürchtungen der Regierung, dass die in der Corona-Pandemie vermehrte Arbeit von zu Hause aus die Beschäftigten "anfälliger" für Entlassungen mache, berichtet der "Telegraph". Die Kampagne solle unter anderem erläutern, dass das Büro ein sicherer Arbeitsplatz sei und die sozialen Vorteile hervorheben. Zudem solle ein neues Online-Tool helfen, überfüllte Züge und Busse zu vermeiden.

00.13 Uhr: Brasilien meldet mehr als 44.000 Neuinfektionen

Brasilien meldet 44.235 Corona-Neuinfektionen. Damit stieg die Zahl der landsweit registrierten Ansteckungen mit dem neuartigen Virus binnen 24 Stunden auf mehr als 3,76 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 984 aus 118.649. Brasilien ist nach den USA am schwersten von der Pandemie betroffen.

Donnerstag, 27. August 2020

20.00 Uhr: Müller verteidigt Berliner Demonstrationsverbot

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat das Verbot einer geplanten Demonstration von Gegnern der Corona-Politik verteidigt. Wenn schon von vornherein angekündigt werde, Corona-Regeln nicht zu achten, dann sei das von vornherein eine Gefährdung vieler Menschen, sagte Müller am Donnerstag.

Das gelte nicht nur für die Teilnehmer selbst. "Die Demonstranten gehen zurück, sie fahren mit dem ÖPNV nach Hause, sie gehen an den Arbeitsplatz, sie gehen in die Familie. Und überall bei diesen Kontakten gefährden sie wieder andere", sagte Müller. "Und sie senden ein Signal aus, dass nicht wichtig ist, was im Zusammenhang mit der Pandemie beschlossen wird. Das können wir so nicht akzeptieren."

19.57 Uhr: Frankreich meldet 6.111 Neuinfektionen

Frankreich hat erneut einen Rekord an Neuinfektionen vermeldet - nämlich 6.111 binnen 24 Stunden. Das ist der höchste Zuwachs seit dem Ende der Corona-Beschränkungen. Die Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen beläuft sich nun auf 259.698. In Frankreich hat das Auswärtige Amt derzeit 21 Risikogebiete benannt.

18.39 Uhr: Ordnungsamt leitet nach Party mit Corona-Infiziertem Verfahren ein

Nach der Party mit einem Corona-Infiziertem in einem Nürnberger Nachtclub hat das Ordnungsamt ein Verfahren gegen den Betreiber eingeleitet. Nach Angaben der Stadt Nürnberg vom Donnerstag wird ihm vorgeworfen, dass er seinen Club möglicherweise "unter dem Deckmantel einer geschlossenen Gesellschaft" für weitere Gäste öffnete.

"Im vorliegenden Fall geht das Ordnungsamt davon aus, dass es sich nicht nur um eine private Feier gehandelt hat", sagte ein Sprecher der Stadt. Damit verstieß der Betreiber gegen die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Ihm droht nun ein Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro. Bereits zuvor hatten stichprobenartige Anrufe bei Teilnehmern ergeben, dass nicht alle Gäste in dem Nachtclub zu einer privaten Geburtstagsfeier gehörten.

Die Feier vom 15. auf den 16. August hatte ein Gast besucht, der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden war und der eigentlich unter Quarantäne stand.

18.28 Uhr: Bußgelder bei Verstoß gegen Maskenpflicht in Bayern höher als im Bund

Im Gegensatz zu den Vereinbarungen mit dem Bund bleiben bleibt es in Bayern bei höheren Bußgeldern in Sachen Maskenpflicht: In keinem anderen Bundesland sind Verstöße gegen die Maskenpflicht mit 250 Euro und 500 Euro im Wiederholungsfall ansatzweise so teuer wie in Bayern. Das betonte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder.

18.14 Uhr: NRW setzt Maskenpflicht im Schul-Unterricht aus

Nordrhein-Westfalen setzt die umstrittene Maskenpflicht im Unterricht für Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen aus. Die Pflicht zum Tragen von Masken im Schulunterricht ende am 31. August, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Es gelte aber weiterhin eine Maskenpflicht in Schulgebäuden außerhalb des Unterrichts. Zum Schutz vor Corona-Infektionen müssen seit Beginn dieses Schuljahres alle Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen in NRW einen Mund-Nasen-Schutz auch in der Klasse am Platz tragen. Ausgenommen sind nur die Grund- und Förderschüler der Primarstufe.

18.12 Uhr: WHO warnt vor Folgen für mentale Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das mentale Wohlbefinden von Millionen Menschen gewarnt. Die Pandemie verursache und verschärfe psychische Krankheiten, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf.

Viele Menschen hätten Angst vor einer Infektion mit der Krankheit Covid-19. Zugleich seien die Behandlungskapazitäten in Versorgungseinrichtungen für psychisch Erkrankte knapp, weil viele Fachkräfte dieser Institutionen sich selbst mit dem Erreger infiziert hätten. In anderen Fällen seien Einrichtungen für mental erkrankte Menschen in Zentren zur Behandlung von Covid-19-Patienten umgewandelt worden, hielt Tedros fest.

Der WHO-Chef führte aus, dass nahezu eine Milliarde Menschen unter einer Form einer mentalen Krankheit litten. Alle 45 Sekunden nehme sich ein Mensch selbst das Leben, in vielen Fälle spiele eine mentale Erkrankung dabei eine Rolle. Tedros beklagte eine noch immer stark verbreitete Diskriminierung und Stigmatisierung mental erkrankter Menschen. Psychische Leiden gehören laut Tedros zu den global vernachlässigten Krankheiten.

17:36 Uhr: Söder: Infektionszahlen mit Blick auf Herbst und Winter zu hoch

Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland sind nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder derzeit mit Blick auf den anstehenden Herbst und Winter zu hoch. "Das Problem ist, es ist zu früh zu hoch", sagte der CSU-Chef nach einer Videokonferenz von Bund und Ländern in Berlin. Es müsse daher jetzt das Ziel aller sein, "die Zahlen wieder runter zu kriegen und einen zweiten Lockdown zu verhindern". Derzeit sei nicht kalkulierbar, wie sich die Corona-Infektionen in den kommenden Monaten entwickeln würden.

Söder betonte, dass der zuvor von Bund und Ländern vereinbarte gemeinsame Pfad helfen werde, die Infektionen zu reduzieren. Er lobte die Einführung des Mindest-Bußgeldes von 50 Euro für Maskenverweigerer, wenngleich Bayern bei seinen höheren Sätzen von 250 Euro und 500 Euro im Wiederholungsfall bleiben werde. Zugleich sei es richtig, dass keine weiteren Lockerungen im Raum stünden.

Dies gelte auch für Sportveranstaltungen, bei denen vorerst keine Zuschauer erlaubt blieben. "Deswegen ist es auch beim Fußball nicht sinnvoll, jetzt im September mit Zuschauern zu starten", sagte Söder. Dies sei auch das falsche Signal in der derzeitigen Lage. Zunächst müsse es darum gehen, Schulen, Kitas und die Wirtschaft am Laufen zu halten. Mit Blick auf die beschlossene Quarantäneregel betonte Söder, dass er skeptisch bleibe, was die Umsetzung angehe.

17:17 Uhr: RKI erwartet Impfstoff bis Anfang 2021

Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet damit, dass es zum Beginn des kommenden Jahres Impfstoffe gegen das neue Coronavirus gibt. "Nach aktuellem Kenntnisstand wird erwartet, dass bis Anfang 2021 ein oder mehrere Covid-19-Impfstoff(e) in der Europäischen Union zugelassen und erste Produktionschargen verteilt und vertrieben werden könnten", heißt es im Epidemiologischen Bulletin.

Es sei allerdings damit zu rechnen, dass nicht von Anfang an genügend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen werde. Deshalb solle die Ständige Impfkommission ein Konzept erarbeiten, wie die Bestände eingesetzt werden könnten. Dieses Prinzip heiße Priorisierung.

Wie in anderen Ländern weise die aktuelle Entwicklung in Deutschland auf einen erneuten Anstieg von Sars-CoV-2-Infektionen hin, heißt es im Bulletin.

17:12 Uhr: Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen liegen vor

Bund und Länder haben sich bei Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder in mehreren Punkten auf Vereinheitlichungen festgelegt – in mancher Hinsicht gelang dies aber auch nicht:

- Maskenpflicht: Bei Verstößen gegen das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes soll ein Bußgeld von mindestens 50 Euro erhoben werden. In einigen Ländern wie Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder dem Saarland gibt es noch gar kein Bußgeld. In Hamburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz kommen Maskenverweigerer aktuell noch günstiger davon. Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) erklärte, bei der deutlich schärferen Strafe von 250 Euro in seinem Land zu bleiben. Sachsen-Anhalt will kein Bußgeld erheben.

- Schulen: In Deutschlands Schulen sollen künftig einheitliche Regeln zum Schutz gegen Corona-Infektionen gelten. Zunächst gibt es damit aber keine bundesweite Linie bei der Maskenpflicht für Schüler und Lehrer. Die Hygienevorschriften im Schulbetrieb sollen aber künftig nach einheitlichen Maßstäben erfolgen. Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Merkel beauftragten die Kultusministerkonferenz, sich hierauf zu verständigen.

- Reiserückkehrer: Für Reisen in Risikogebiete wurden strengere Regeln beschlossen. Es werde dazu aufgerufen, auf Reisen in Risikogebiete zu verzichten, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Künftig solle die Entschädigung für Einkommensausfälle durch Quarantäne gestrichen werden. Die Verpflichtung zu einer zweiwöchigen Quarantäne bleibt bestehen. Auch die Test-Pflicht nach Risiko-Reisen soll bleiben, kostenlose Tests auch für Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten soll es ab dem 15. September nicht mehr geben. Bayerns Ministerpräsident Söder will dem Vernehmen nach aber an kostenlosen Tests festhalten, bis mindestens zum 1. Oktober auch für Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten.

- Großveranstaltungen: Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, dürfen bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden. Die Hoffnungen des Fußballs und der anderen Sportarten auf eine nennenswerte Zuschauer-Rückkehr in die Arenen haben sich zerschlagen. Der Profisport in Deutschland wird bis mindestens Ende Oktober im Grundsatz ohne Besucher auskommen müssen. Eine Arbeitsgruppe mit den Chefs der Staatskanzleien soll nach Aussage Merkels bis Ende Oktober Vorschläge erarbeiten, wie anschließend mit Fans bei bundesweiten Sportveranstaltungen umgegangen werden kann.

- Private Feiern: Bei Feiern im Familien- und Freundeskreis konnten sich Bund und Länder nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für Teilnehmerzahlen einigen. Die Bürger werden gebeten, in jedem Einzelfall kritisch abzuwägen, ob, wie und in welchem Umfang private Feierlichkeiten nötig und vertretbar seien.

16:47 Uhr: Kostenlose Tests für Rückkehrer aus Riskogebieten wohl nur noch in Bayern

Die erst vor kurzem eingeführten, kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten sollen nach Informationen von Teilnehmern der Bund-Länder-Beratungen zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September wieder beendet werden. Bayerns Ministerpräsident Söder will dem Vernehmen nach aber an seinem Angebot für kostenlose Tests an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen festhalten. Im Freistaat können sich damit auch weiterhin Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten auf das Corona-Virus testen lassen, ohne dafür bezahlen zu müssen.

16:44 Uhr: 50 Euro Bußgeld bei Masken-Verstoß geplant

Bei Verstößen gegen das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes soll künftig ein Bußgeld von mindestens 50 Euro erhoben werden. Das erfuhr die dpa aus Teilnehmerkreisen der Beratungen von Kanzlerin Merkel mit den Länder-Regierungschefs. In einigen Ländern wie Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder dem Saarland gibt es bisher noch gar kein Bußgeld. In Hamburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz kommen Maskenverweigerer aktuell noch günstiger davon, hier müsste dann das Bußgeld nach oben angepasst werden. Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) will offenbar bei der deutlich schärferen Strafe von 250 Euro in seinem Land zu bleiben. Sachsen-Anhalt will laut Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) gar kein Bußgeld erheben. Er begründet dies damit, dass sich die Menschen in seinem Land an die Corona-Regeln hielten.

16:27 Uhr: Offenbar keine Einigung über private Feiern

Bund und Länder haben sich bei den umstrittenen Feierlichkeiten im Familien- und Freundeskreis offenbar nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für Teilnehmerzahlen einigen können. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der Beratungsrunde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten. Die Bürger sollen gebeten werden, in jedem Einzelfall kritisch abzuwägen, ob, wie und in welchem Umfang private Feierlichkeiten nötig und vertretbar seien.

16:20 Uhr: Angeblich Konsens über Verbot von Großveranstaltungen bis Jahresende

Bund und Länder sind sich offenbar einig, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen. Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen soll eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien eingesetzt werden, die bis Ende Oktober einen Vorschlag vorlegen soll. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der Beratungsrunde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten.

Damit ist vorerst offen, ob die Fußball-Bundesliga bis zum Jahresende ihre Spiele vor leeren Zuschauerrängen austragen muss. Ein Verbot würde neben den Fußballclubs von der Bundesliga bis zur Regionalliga auch die Spitzenvereine im Handball, Basketball und Eishockey sowie weitere stark von Zuschauer-Einnahmen abhängige Sportarten treffen.

Über die Zulassung von Weihnachtsmärkten und Karnevalsveranstaltungen wollte Merkel erst später entscheiden. Das müsse heute nicht geschehen, sagte sie nach dpa-Informationen in den Beratungen mit den Ministerpräsidenten.

16:14 Uhr: WHO warnt vor Gefahren im Herbst

Der Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation für Europa, Hans Kluge, hat das Coronavirus mit einem "Tornado mit langem Schweif" verglichen. Steigende Infektionszahlen unter jungen Menschen könnten sich letztlich auf gefährdetere ältere Menschen ausbreiten und zu einer Zunahme von Todesfällen führen. In der bevorstehenden kälteren Jahreszeit kämen junge Menschen voraussichtlich in engeren Kontakt mit Älteren, was zu einer Verbreitung der Infektion beitragen könne.

Es liege definitiv im Bereich des Möglichen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr Menschen in Krankenhäusern aufgenommen werden müssten und die Sterblichkeitsrate steige, sagte Kluge in Kopenhagen, dem Sitz der WHO Europa. Zwar treffe es zu, dass Jüngere nicht unbedingt an dem Virus sterben und die meisten Todesfälle Ältere betreffen. Doch sei niemand unbesiegbar, und das Virus betreffe viele Organe.

16:03 Uhr: Frankreich zählt über 20 Risikogebiete - Neuansteckungen auf Höchststand

In Frankreich breitet sich die Corona-Pandemie immer schneller aus: Die Regierung erklärte 19 weitere Verwaltungsbezirke zu "roten Zonen", wie Premierminister Jean Castex mitteilte. Damit gibt es nun insgesamt 21 Risikogebiete. Die Einstufung ermöglicht es den Behörden, die Corona-Maßnahmen auszuweiten.

Auch ein Großteil des Mittelmeer-Raums sowie die Départements um die Großstädte Bordeaux und Toulouse gehören nun zu den besonders betroffenen Gebieten. Dort übersteigt die Zahl der Neuansteckungen seit mehr als einer Woche die Schwelle von 50 auf 100.000 Einwohner. Bisher waren bereits Paris und das Département Bouches-du-Rhône um die Hafenstadt Marseille als solche Zonen mit "aktiver Virus-Ausbreitung" eingestuft.

Die Zahl der Neuinfektionen war in Frankreich zuletzt stark angestiegen. Mit mehr als 5.400 registrierten Fällen innerhalb von 24 Stunden erreichte sie am Mittwochabend einen neuen Höchststand.

15:48 Uhr: Quarantäne-Ende durch Test soll offenbar erst ab 5. Tag möglich sein

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen offenbar bald eine Corona-Quarantäne frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Rückkehr beenden können. Diese Regelung soll möglichst ab dem 1. Oktober 2020 gelten, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem andauernden Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten erfuhr. Zudem soll geprüft werden, ob Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihren Test selbst zahlen sollen.

Der Bund fordert die Länder zudem auf, die Quarantänepflichten vor Ort schärfer zu kontrollieren und bei Pflichtverstößen Bußgelder zu verhängen.

Zudem verständigten sich Bund und Länder offenbar darauf, die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September zu beenden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will dem Vernehmen nach aber an seinem Angebot für kostenlose Tests an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen festhalten, hieß es aus Teilnehmerkreisen.

15:35 Uhr: Altmaier erwägt leichteren Zugang zu Überbrückungshilfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erwägt einen leichteren Zugang zu Corona-Überbrückungshilfen für kleine und mittlere Firmen. Der CDU-Politiker sagte bei einem Besuch der Industrie- und Handelskammer in Köln, er werde mit den Ländern über offene Fragen reden. Altmaier machte deutlich, dazu gehöre etwa die Höhe des Umsatzausfalls, ab der bisher Zuschüsse beantragt werden können.

Die Überbrückungshilfen waren am Mittwochabend auch Thema bei einer Videokonferenz der Wirtschaftsminister von Bund und Ländern. Wie es aus Länderkreisen hieß, fordern Länder, dass Zugangsvoraussetzungen für die Hilfen gesenkt werden.

Antragsberechtigt sind bisher Unternehmen, deren Umsatz in den Monaten April und Mai zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten gesunken ist. Sie bekommen dann für die Fördermonate Juni bis August fixe Betriebskosten wie etwa Mieten von insgesamt bis zu 150.000 Euro erstattet.

15:22 Uhr: Aiwanger gegen einheitliche Corona-Regeln

Anlässlich der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten hat sich Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) am Rande eines Termins gegen bundesweit einheitliche Corona-Regeln ausgesprochen. Er finde es sinnvoll, dass jedes Bundesland je nach Bevölkerungsdichte und den regionalen Infektionsgeschehen, unterschiedliche Regelungen trifft, so Aiwanger. Wenn man über Einschränkungen nachdenke, müsse das immer auf Basis des jeweiligen Infektionsgeschehens sein. "Ich bin dagegen jetzt übers Ziel hinauszuschießen und sofort wieder alles massiv einzuschränken. Ich glaube, dass man damit auch viel Frust in der Bevölkerung auslösen würde. Wenn wir irgendwo Privatfeiern beschneiden, dass sollte das in Abhängigkeit vom regionalen Infektionsgeschehen sein und nicht, dass wir deutschlandweit jetzt Familienfeiern massiv beschneiden", so der Wirtschaftsminister.

15:11 Uhr: Paris verhängt Maskenpflicht im ganzen Stadtgebiet

In der französischen Hauptstadt Paris wird das Tragen einer Maske an allen öffentlichen Orten zur Pflicht. Das habe der zustände Präfekt angesichts der stark steigenden Infektionszahlen entschieden, sagte Frankreichs Premierminister Jean Castex während einer Pressekonferenz. Bislang hatte eine Maskenpflicht auch unter freiem Himmel bereits in einigen besonders belebten Vierteln von Paris gegolten.

Die Zahl der bestätigten Infektionen pro 100.000 Einwohner lag in der französischen Hauptstadt in den vergangenen sieben Tagen bei 103 Fällen. Auch in Frankreich gelten aber 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern einer Region als Grenzwert für sätzliche Schutzmaßnahmen. Auch Marseille, die zweitgrößte Stadt in Frankreich, hatte bereits eine generelle Maskenpflicht verhängt.

14:46 Uhr: Knapp 500 Neuinfektionen in Bayern – Rosenheim erneut über kritischem Wert

In Bayern haben sich seit gestern 492 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Das meldet das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Demnach gibt es seit Beginn der Pandemie 56.332 Coronavirus-Fälle im Freistaat. Von der Gesamtzahl in Bayern gelten 49.820 als genesen. Seit gestern ist die Zahl der Todesfälle im Freistaat laut LGL nicht gestiegen und liegt bei 2.633.

Die meisten Neu-Infektionen innerhalb eines Tages wurden mit 312 Fällen in Oberbayern gezählt. Die wenigsten Fälle meldete Oberfranken. Dort haben sich seit gestern lediglich vier Menschen mit dem Virus infiziert.

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erreicht Oberbayern mit 23,32 den höchsten Wert. Der Durchschnitt aller Regierungsbezirke liegt bei 15,81. Anhand dieser Zahl werden die neuen Infektions-Fälle registriert, die innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind.

Der Frühwarnwert liegt bei 35 Neu-Infektionen binnen sieben Tagen. Das ist in keinem bayerischen Regierungsbezirk der Fall. Allerdings hat Rosenheim die kritische Marke von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche erneut überschritten. Das LGL meldet für die oberbayerische Stadt einen Inzidenzwert von 50,53. Weitere Hotspots sind demnach Augsburg (32,53), Ingolstadt (30,66), Kelheim (31,90), München (33,84) und Neumarkt in der Oberpfalz (32,20).

14:42 Uhr: Strobl für Teilzulassung von Fans in Fußball-Stadien

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat sich für die Rückkehr einer begrenzten Anzahl von Zuschauern in Fußball-Stadien ausgesprochen - mit personalisierten Tickets. "Wir müssen uns auf ein Leben mit dem Virus einstellen - und Fußball gehört zum Leben", sagte Strobl. "Natürlich kann man ein Fußballstadion in der Corona-Zeit nicht voll besetzen. Aber wenn normalerweise 50.000 reinpassen, können zum Beispiel 5.000 an der frischen Luft einen sehr guten Abstand halten."

Man müsse dann aber natürlich "wissen, wer im Stadion ist, um im Fall der Fälle Infektionsketten brechen zu können", sagte der 60-Jährige: "Deshalb helfen personalisierte Tickets, mehr Normalität im Stadion unter Corona zu schaffen. Wir brauchen eine Regelorganisation unter Viruslast - auch im Sport. Dabei gilt: Nichts ist unmöglich. Personalisierte Tickets sind freilich zwingend."

14.32 Uhr: Ungarische Spitzenpolitiker in Quarantäne

Das Coronavirus hat die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban im bisher vergleichsweise weniger belasteten Ungarn erreicht. Kanzleramtsminister Gergely Gulyas wurde wegen einer möglichen Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 unter häusliche Quarantäne gestellt, wie die staatliche Nachrichtenagentur MTI berichtete. Ebenso erging es demnach Gulyas' Stellvertreter Balász Orban. Grund für die Maßnahme sei, dass beide an einem privaten Fest teilgenommen hätten, bei dem der nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Kommunikationschef der regierenden Partei Fidesz, Istvan Hollik, anwesend war.

In Ungarn mit einer Bevölkerung von rund zehn Millionen lag die Zahl der Neuinfektionen am Donnerstag bei 91 binnen 24 Stunden. Das waren fast so viele wie am Höhepunkt der Pandemie vom 24. April, als in dem Land 99 neue Fälle gezählt wurden. An diesem Freitag will die Regierung in Budapest neue Corona-Vorsichtsmaßnahmen beschließen. Derzeit gilt Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen mit Ausnahme von Gaststätten, auch Abstände müssen eingehalten werden.

14:04 Uhr: Polizeigewerkschaften für klarere Corona-Regeln

Polizeigewerkschaften plädieren für bundesweit einheitlichere Sanktionen bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften. "Wir brauchen Regelungen, die für alle transparent und verständlich sind", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur. "Das erleichtert auch die Arbeit der Polizei, die sonst schnell zum Buhmann wird." Zudem würden die Regeln ernster genommen, wenn Bußgelder drohten.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (DPolG), Rainer Wendt, äußerte sich ähnlich wie Radek. "Selbstverständlich wäre es wünschenswert, wenn es mehr einheitliche Regelungen gäbe", sagte er der dpa - auch wenn es regionale Entwicklungen bei den Infektionszahlen gebe. "In der Kriminalitätsentwicklung gibt es ja auch drastische Unterschiede zwischen Bundesländern, trotzdem käme niemand auf die Idee, 16 unterschiedliche Strafgesetzbücher zu verabschieden."

Wendt bezweifelte indes, dass das nötige Personal für verstärkte Kontrollen vorhanden ist. "Insofern ist eine Verstärkung von Kontrollen reine Illusion. Sie findet höchstens in den Köpfen einiger Politiker statt, in der Realität ist das schlicht nicht machbar."

Nach Einschätzung von GdP-Funktionär Radek ist die Polizei in der Pandemie hingegen weniger personell als im zwischenmenschlichen Bereich gefordert. "Es herrscht ein Reizklima in Deutschland. Kollegen werden angepöbelt, als "Nazis" und "Faschisten" beschimpft oder sogar angespuckt."

13:49 Uhr: EU unterschreibt Vertrag mit AstraZeneca über Corona-Impfstoff

Der Vertrag der Europäischen Union mit dem Pharmakonzern AstraZeneca über die Lieferung von mindestens 300 Millionen Dosen seines potenziellen Corona-Impfstoffes ist unter Dach und Fach. Die Europäische Kommission unterzeichnete den Vertrag mit dem britischen Unternehmen. Er folgt einer Mitte August getroffenen Vereinbarung und sieht eine Option zum Erwerb weiterer 100 Millionen Impfstoffdosen vor.

Die Kommission spricht auch mit anderen Impfstoffherstellern über ähnliche Vereinbarungen und hat bereits Sondierungsgespräche über Millionen Impfstoffdosen mit Sanofi und GlaxoSmithKline, die zusammenarbeiten, Johnson & Johnson, dem deutschen Biotechunternehmen CureVac sowie dem US-Konzern Moderna abgeschlossen.

13:16 Uhr: Südkorea stellt nach Corona-Infektion Parlamentsbetrieb ein

Das südkoreanische Parlament hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und eines positiv getesteten Parlamentsjournalisten seinen Betrieb vorübergehend eingestellt. Die Behörden ordneten an, sowohl das Parlamentsgebäude in Seoul als auch ein Gebäude mit Abgeordnetenbüros vorerst zu schließen.

Zuvor war ein Foto-Journalist, der am Mittwoch über ein Treffen der Regierungspartei berichtet hatte, positiv auf das Virus getestet worden. Mehr als zehn Abgeordnete der Regierungspartei, darunter die Partei- und Fraktionschefs, begaben sich daraufhin in Quarantäne. Auch die Parteien der Opposition sagten geplante Treffen vorerst ab.

Das Parlament in Südkorea muss bereits zum zweiten Mal wegen des Coronavirus schließen. Zum ersten Mal hatten die Behörden im Februar den Parlamentsbetrieb eingestellt, nachdem ein Teilnehmer einer Veranstaltung positiv getestet worden war.

12:55 Uhr: Deutsche müssen in Frankreich vorerst nicht in Quarantäne

Deutsche Staatsbürger müssen bei einer Einreise nach Frankreich vorerst nicht in Quarantäne. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte in Paris, eine solche Maßnahme sei bisher nicht geplant. Sollte sich die Ausbreitung des Coronavirus in der Bundesrepublik aber deutlich beschleunigen, könne sich dies ändern. Das gleiche soll für Belgier gelten.

Die Bundesregierung hatte zu Wochenbeginn eine Reisewarnung für den Pariser Großraum und das Gebiet um die Côte d'Azur und die Provence ausgesprochen. Damit müssen Rückkehrer bei ihrer Einreise nach Deutschland in der Regel für 14 Tage in Quarantäne, wenn sie nicht einen negativen Corona-Test vorlegen können. Belgien hatte daraufhin ähnliche Regeln erlassen.

Der französische Premierminister Jean Castex sprach sich für eindeutigere Regeln auf EU-Ebene aus. Die Definition für eine Verschlechterung der Infektionslage müsse in allen Mitgliedstaaten dieselbe sein, forderte er.

12:28 Uhr: Eilantrag gegen Corona-Demo-Verbot in Berlin

Gegen das Verbot einer Demonstration gegen Corona-Schutzmaßnahmen am Samstag in Berlin ist ein Eilantrag beim Berliner Verwaltungsgericht eingegangen. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag auf Anfrage. Mit einer Entscheidung sei am Freitag im Laufe des Vormittags zu rechnen.

Die Veranstalter können bei einer Niederlage zuerst vor das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg und dann vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Sollte das Verwaltungsgericht in Berlin das Verbot kippen, kann auch die Versammlungsbehörde noch vor das Oberverwaltungsgericht ziehen. Den Schritt nach Karlsruhe kann sie juristisch jedoch nicht gehen.

Laut Polizei wurden bis Mittwochabend insgesamt zwölf Veranstaltungen gegen Corona-Schutzmaßnahmen verboten. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) verteidigte im RBB-Inforadio die Entscheidung, die Veranstaltung der Stuttgarter Initiative "Querdenken 711" in Berlin zu untersagen. Dabei sei es um eine Abwägung zwischen dem Recht auf Versammlungsfreiheit und dem Infektionsschutz gegangen, sagte er am Donnerstag. In einer Pandemie ende das Recht des Einzelnen, sich zu verwirklichen da, wo er andere Menschen gefährdet.

Versammlungsfreiheit bedeute nicht, dass man das Recht habe, gegen geltendes Recht zu verstoßen. Grundlage der Entscheidung seien die Erfahrungen aus der Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen am 1. August gewesen. Damals hätten die Teilnehmer "ganz bewusst gegen den Infektionsschutz verstoßen". Der Großteil der Demonstranten trug damals keinen Mund-Nasen-Schutz und verstieß gegen die Abstandsregeln.

09:23 Uhr: Bund will offenbar Verschärfung der Corona-Maßnahmen

Angesichts der wieder gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen soll nach den Vorstellungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorerst auf weitere Öffnungsschritte verzichtet werden. Die Hygiene-Regeln seien unbedingt einzuhalten und bei Verstößen gegen die Maskenpflicht müssten mindestens 50 Euro Bußgeld erhoben werden, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am heutigen Donnerstag.

Demnach sollen auch Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals oder Dorf-Schützenfeste bis mindestens 31. Dezember 2020 verboten bleiben. Ausnahmen könne es in Regionen mit sehr geringen Infektionszahlen geben, wenn sichergestellt sei, dass die Teilnehmer ausschließlich aus dieser Region oder aus umliegenden Regionen mit entsprechenden Entwicklungen kommen.

Das hieße auch, dass größere Fußballspiele weiterhin ohne Fans stattfinden müssen. Zuvor hatte Innenminister Horst Seehofer noch dafür plädiert, dass bei Spielen in der Fußball-Bundesliga wieder Fans in begrenztem Umfang zugelassen werden (siehe Ticker-Eintrag um 05:00 Uhr)

Der Bund möchte offenbar auch, dass Feiern im Privatbereich auf 25 Teilnehmer beschränkt werden. Bevorzugt sollten diese Zusammenkünfte im Freien abgehalten werden. Der Beschlussvorlage des Bundes zufolge sollen bei privaten Veranstaltungen und Feiern außerhalb des Privatbereichs künftig 50 Teilnehmer erlaubt sein.

07:58 Uhr: Kommunen wünschen sich einheitlichen Corona-Bußgeldkatalog

Vor den Corona-Beratungen in Berlin haben die Kommunen einen bundesweit einheitlichen Bußgeld-Katalog angeregt. "Um Corona im Griff zu behalten, müssen die Menschen die Regeln gut nachvollziehen können", so Städtetagspräsident Burkhard Jung. Maskenverweigerer sollten zum Beispiel in Bussen und Bahnen überall in Deutschland ein Bußgeld in gleicher Höhe zahlen, so der Leipziger Oberbürgermeister weiter. Die Städte wünschten sich außerdem einen Stufenplan, wann welche Maßnahmen in den Ländern abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen künftig ergriffen würden.

06:17 Uhr: Brasilien: Mehr als 47.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

Das von der Corona-Pandemie stark betroffene Brasilien hat ein halbes Jahr nach dem ersten Corona-Fall mehr als 47.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Damit haben sich insgesamt mehr als 3,7 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. 1085 Tote wurden zwischen Dienstagabend und Mittwochabend erfasst, 117.665 Patienten sind in dem größten und bevölkerungsreichsten Land in Lateinamerika bislang gestorben.

Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Tote verzeichnet. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

06:13 Uhr: Kalifornien will Corona-Tests verdoppeln

Nach dem Anstieg von Coronavirus-Neuinfektionen will Kalifornien seine Testkapazitäten deutlich ausbauen. Der US-Westküstenstaat werde die tägliche Zahl der Tests in den nächsten Monaten verdoppeln, kündigte Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch (Ortszeit) an. Ein neues Laboratorium solle täglich 150.000 zusätzliche Tests vornehmen und innerhalb von 24 bis 48 Stunden die Resultate liefern. Derzeit würden in Kalifornien täglich etwa 100.000 Tests durchgeführt, doch die Wartezeit für Ergebnisse liege im Schnitt bei sieben Tagen, sagte Newsom.

Seit Ausbruch der Pandemie sind in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat - mit knapp 40 Millionen Einwohnern - fast 11 Millionen Tests durchgeführt worden. Nach Angaben vom Mittwoch gibt es in Kalifornien bislang mehr als 680.000 bekannte Corona-Fälle, gut 12.500 Menschen sind an einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Mitte Juli hatte der Staat nach einem Anstieg der Infektionen und der Todesfälle viele Lockerungen seiner Corona-Auflagen wieder rückgängig gemacht. Bars und Kinos mussten schließen, Restaurants dürfen in geschlossenen Räumen keine Gäste mehr bewirten.

05:14 Uhr: 1.507 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind weitere 1507 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) steigt damit die Gesamtzahl der Fälle auf 237.936. Den Angaben zufolge sind fünf weitere Menschen an den Folgen der Infektion gestorben. Insgesamt zählt das RKI nun 9.285 Todesfälle.

05:00 Uhr: Seehofer fordert Ende der Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga

Bundesinnenminister Horst Seehofer dringt vor dem Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Krise darauf, bei Spielen der Fußball-Bundesliga wieder Fans in begrenztem Umfang zuzulassen. "Die Bevölkerung versteht nicht, wenn im Nahverkehr viele Menschen auf engem Raum unterwegs sein dürfen, aber ein Fußballspiel mit wenigen Zuschauern und großen Abständen nicht möglich sein soll", sagte der CSU-Politiker (der auch für Sport zuständig ist) der "Augsburger Allgemeinen". In einem Stadion mit 80.000 Plätzen könne man durchaus eine nennenswerte Anzahl von Zuschauern unterbringen und dabei alle Infektionsschutzregeln einhalten, wenn entsprechende Hygienekonzepte vorlägen, betonte Seehofer. Sinnvoll sei es auch, vorerst keine Stehplätze zuzulassen, um Infektionsrisiken zu vermeiden.

04:05 Uhr: Deutsche Tourismusbranche befürchtet Pleitewelle

Der Deutsche Reiseverband (DRV) befürchtet infolge der Coronakrise eine Pleitewelle in der Tourismusbranche. "Unser Branchencheck belegt eindrucksvoll, dass die Krise für die Reisewirtschaft noch lange nicht vorbei ist", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig in Bezug auf eine Umfrage unter fast 650 Unternehmen dem "Handelsblatt". Mehr als 60 Prozent der Reisebüros sehen sich demnach unmittelbar von der Insolvenz bedroht, bei den Reiseveranstaltern ist es mehr als die Hälfte. Knapp die Hälfte der Reisebüros musste bereits Mitarbeiter entlassen, ähnlich verhält es sich bei den Reiseveranstaltern. Dies zeige, wie wichtig und richtig es sei, dass jetzt die staatlichen Überbrückungshilfen bis zum Jahresende verlängert worden seien.

04:01 Uhr: DIW-Chef hält zweiten Lockdown verkraftbar für deutsche Wirtschaft

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält einen erneuten Lockdown bei einem starken Anstieg der Corona-Fälle in Deutschland für wirtschaftlich verkraftbar und als Notmaßnahme auch ökonomisch sinnvoll. "Wenn die Infektionen weiter steigen, dann werden wir in Deutschland nicht um weitere Restriktionen herumkommen", sagte der DIW-Chef der "Augsburger Allgemeinen". "Ein zweiter Lockdown wäre aus wirtschaftspolitischer Sicht nicht unbedingt ein Fehler", betont er. "Denn zum langfristigen Schutz vieler Unternehmen ist eine schnelle Bekämpfung der zweiten Welle sinnvoll, um sie möglichst klein zu halten, als wie in den USA langfristig große Probleme zu haben."

00:01 Uhr: Mehr als 117.000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 47.161 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 3,717 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 1086 auf 117.666 zu.

Mittwoch, 26. August 2020

21.48 Uhr: EU-Handelskommissar Hogan tritt nach Corona-Verstoß von Amt zurück

EU-Handelskommissar Phil Hogan tritt wegen Verstößen gegen Corona-Regeln in seinem Heimatland Irland zurück. Entsprechende Medienberichte bestätigte Hogans Kabinettschef Peter Power am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Zuvor hatte sich die irische Regierung von Hogan distanziert und ihm vorgeworfen, klar gegen Pandemie-Auflagen verstoßen zu haben.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte von Hogan eine Erklärung zu seinem Verhalten in Irland verlangt und diese seit Dienstag akribisch geprüft. Von der Leyens Sprecher wollten am Mittwochabend zunächst keine Stellungnahme abgeben. Der Handelskommissar ist eine der wichtigsten Positionen in der mächtigen Brüsseler Behörde, die dafür zuständig ist, Handelsabkommen im Namen aller 27 Mitgliedsstaaten mit Partnern in aller Welt zu vereinbaren.

Dem 60-jährigen Hogan wurde vorgehalten, mit etwa 80 anderen Personen an einem Dinner einer Golf-Gesellschaft in einem Hotel im Westen Irlands teilgenommen zu haben. Dies soll gegen die dort geltende Obergrenze für Versammlungen verstoßen haben. Wegen Teilnahme an derselben Veranstaltung ist bereits der irische Landwirtschaftsminister Dara Calleary zurückgetreten. Hogan hatte sich zwar für seine Teilnahme an dem Event entschuldigt, aber betont, er sei davon ausgegangen, dass die Veranstalter alle Vorschriften einhielten.

Das Gesundheitsministerium in Dublin wirft Hogan außerdem vor, dass er nach seiner Einreise mit Fahrten innerhalb Irlands gegen Pandemie-Maßnahmen verstoßen habe.

19.39 Uhr: Russischer Corona-Impfstoff soll noch monatelang getestet werden

Gut zwei Wochen nach der Freigabe des russischen Corona-Impfstoffs hat der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin Bürger der Stadt zu weiteren Tests aufgerufen. Die "Nach-Zulassungs-Forschung" werde sechs Monate dauern, sagte Sobjanin am Mittwoch. 40.000 Probanden würden dafür gebraucht.

Präsident Wladimir Putin hatte am 11. August noch verkündet, der Impfstoff habe bereits alle notwendigen Tesst bestanden und eine andauernde Immunität gegen das Virus gezeigt. Wissenschaftler im Ausland reagierten skeptisch, zumal Russland keine Belege für seine Angaben zur Sicherheit und Wirksamkeit des Stoffes vorlegte und auch keine wissenschaftlichen Informationen veröffentlichte. Kritiker erklärten, bevor ein Impfstoff großflächig eingesetzt werde, müsse er an Zehntausenden Personen getestet werden.

Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation erklärten vergangene Woche, sie hätten Diskussionen mit russischen Kollegen über den Impfstoff begonnen. Detaillierte Informationen hätten sie aber noch nicht erhalten.

19.37 Uhr: Norwegen ordnet Quarantäne für Reisende aus Deutschland an

Reisende aus Deutschland, die nach Norwegen kommen, müssen ab dem Wochenende für zehn Tage in Quarantäne. Das hat das norwegische Außenministerium am Mittwochabend bekanntgegeben. Dasselbe gelte für Reisende aus Liechtenstein und einigen Regionen in Schweden.

Damit folgte die Regierung dem Rat der Gesundheitsbehörden (FHI), die den Anstieg der registrierten Corona-Fälle in Deutschland mit Sorge beobachtet hatten. Die Quarantäne-Regel tritt um Mitternacht zu Samstag in Kraft. Ein generelles Einreiseverbot ist das aber nicht.

Nach Informationen des Auswärtigen Amtes in Berlin müssen Einreisende aus Deutschland eine feste Adresse und geeignete Unterkunft für die nächsten 10 Tage durch aussagekräftige Dokumente (z. B. Buchungsbestätigung) nachweisen. Campingplätze entsprächen nicht den Vorgaben.

19.30 Uhr: Corona-Krise: Jordanien kündigt 24-stündige Ausgangssperre an

Die jordanische Regierung hat für Freitag eine 24-stündige Abriegelung der Hauptstadt Amman und der nordöstlich davon gelegenen Stadt Sarka angekündigt. Der "umfassende Lockdown" solle die Ausbreitung des Virus verlangsamen und den medizinischen Teams gewähren, so viele Verdachtsfälle wie möglich zu testen, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch.

Innerhalb der 24 Stunden sollen alle Geschäfte geschlossen bleiben. Bis auf wenige Ausnahmen mit Sondergenehmigungen, Arbeiter etwa, darf niemand das eigene Haus oder die eigene Wohnung verlassen. In Jordanien sind mehr als 1700 Corona-Fälle registriert.

19.09 Uhr: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Andorra und Gibraltar

Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnungen wegen der Corona-Pandemie auf Andorra und Gibraltar ausgeweitet. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen werde hier aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch mit. In beiden Fällen überschreite die Zahl der Neuinfektionen derzeit 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb Andorra und Gibraltar als Risikogebiete eingestuft worden seien.

Daraus resultiere ein verpflichtender kostenloser PCR-Test bei Einreise nach Deutschland sowie gegebenenfalls eine Quarantäneverpflichtung, hieß es auf der Internetseite des Amtes.

18.17 Uhr: Kroatien erreicht Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen

In Kroatien haben die Behörden einen Rekord bei den Neuansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. Am Mittwoch wurden 358 neue Infektionsfälle verzeichnet - so viele wie noch nie. Rund ein Drittel der neuen Fälle wurde an der südlichen Adriaküste Kroatiens festgestellt, die besonders viele Touristen anzieht.

Kroatien mit seinen rund 4,2 Millionen Einwohnern war zu Beginn vergleichsweise wenig von der Corona-Pandemie betroffen. Obwohl es keine strikten Beschränkungen gab, stieg die Zahl der täglichen Neuinfektionen monatelang nie über hundert. Mitte Mai wurden fast gar keine neuen Fälle mehr registriert.

Seit Kroatien seine Grenzen für Touristen geöffnet hat, sind die Infektionszahlen aber stark gestiegen. Zuletzt lag die Zahl der Neuinfektionen jeden Tag über 200.

18.13 Uhr: Jede Vierte an Londoner Flughafen Gatwick wegen Corona-Krise gestrichen

Am Londoner Großflughafen Gatwick werden wegen der Corona-Krise etwa 600 Stellen gestrichen. Damit ist fast jeder vierte Arbeitsplatz dort betroffen. Die Zahl der Passagiere am Flughafen ist im August im Zuge der Pandemie um etwa 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen. Airportchef Stewart Wingate kündigte am Mittwoch eine "bedeutende Umstrukturierung" an, um die Kosten zu senken.

17.53 Uhr: RKI: Zahl der Tests steigt, während Zahlen der Corona-Nachweise sinkt

In Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) bis vergangenen Sonntag mehr als elf Millionen Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 erfasst. Bei gut 274.000 davon wurde der Erreger nachgewiesen, wie das RKI am Mittwoch in seinem täglichen Lagebericht mitteilte. Demnach stieg die Zahl der wöchentlich erfassten Tests im Lauf der Zeit stark an, während der Anteil der positiven Resultate nach dem Höhepunkt in der Kalenderwoche (KW) 14, die bis Anfang April reichte, deutlich sank.

In jener Kalenderwoche 14 waren 36 885 von insgesamt 408 348 registrierten Tests positiv, was einem Anteil von 9,03 Prozent entsprach. In der Kalenderwoche 34 waren 8655 von insgesamt 987 423 Tests positiv - 0,88 Prozent. Das RKI betont, dass die Zahl der Tests nicht der Zahl der Getesteten entspricht, da die Daten Mehrfachtestungen von Menschen enthalten können.

17.40 Uhr: Französicher Tourismusverband kritisiert Reisewarnung

Der Tourismusverband der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Côte d'Azur hat die deutsche Reisewarnung für das Gebiet scharf kritisiert. Die Entscheidung des Auswärtigen Amts sei "heftig" und "ungerecht", erklärte Verbandschef François de Canson. "Wir kommen sehr schlecht mit dieser Situation klar, denn im September wird unsere Region am stärksten von deutschen Kunden frequentiert", betonte er. Im Großteil der Region sei die Coronavirus-Pandemie "vollständig unter Kontrolle". Es scheine deshalb "absurd", sie unter Generalverdacht zu stellen. Die Reisewarnung für die südfranzösische Region und den Großraum Paris hatte das Auswärtige Amt am Montag ausgesprochen. Die Zahl der Neuinfektionen war in den Gebieten über die Marke von 50 je 100.000 Einwohner gestiegen.

17.30 Uhr: Tunesien: Steigende Corona-Infektionen wegen Hochzeitsfeiern

Das tunesische Gesundheitsministerium macht Hochzeiten für die aktuell steigenden Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus in Teilen des Landes verantwortlich. Die Feierlichkeiten seien der Hauptgrund für die Ausbreitung der des Virus in mehreren Regionen, hieß es am Mittwoch aus Kreisen des Gesundheitsministeriums.

Auch der Direktor des Zentrums für neu auftretende Krankheiten, Nasaf Ben Alia, verwies nach dem Anstieg der Infektionszahlen in Regionen wie Gabes, El Kef und Kairuan auf Hochzeiten. Diese werden in Tunesien gerne groß und vor allem im Sommer gefeiert. Neben Hochzeiten sei es zudem vermehrt in Fabriken zu einem stärkeren Infektionengeschehen gekommen, sagte Ben Alia. Er warnte vor weiter steigenden Zahlen. Zuletzt meldete Tunesien insgesamt 3069 Corona-Fälle und 71 Tote.

17.25 Uhr: Antwerpen hebt nächtliche Ausgangssperre auf

Die wegen der Corona-Pandemie eingeführte nächtliche Ausgangssperre in der belgischen Provinz Antwerpen wird nach einem Monat wieder aufgehoben. Auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa auf öffentlichen Plätzen sei ab Donnerstag nicht mehr verpflichtend, teilte Gouverneurin Cathy Berx mit. Masken seien dennoch dringend empfohlen. Beide Maßnahmen waren Ende Juli wegen stark steigender Coronavirus-Fallzahlen eingeführt worden. Bewohner der gesamten Region mussten zwischen 23.00 und 6.00 Uhr zu Hause bleiben.

17.17 Uhr: Deutsche Piloten der Ryanair-Gruppe warten auf Kurzarbeitergeld

Die deutschen Piloten der Ryanair-Gruppe warten bislang vergeblich auf Kurzarbeitergeld aus den Kassen der Bundesagentur für Arbeit. Die Ryanair-Tochter Malta Air und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) forderten am Mittwoch die Arbeitsagentur sowie die Bundesregierung auf, die Mitarbeiter genauso zu behandeln wie die Kollegen von anderen Fluggesellschaften.

Laut VC-Tarifexperte Marcel Gröls sind die in Deutschland stationierten Malta Air-Piloten heimische Arbeitnehmer. Tatsächlich war der Flugbetrieb im vergangenen Jahr von der irischen Ryanair auf die maltesische Gesellschaft gewechselt worden, um den Beschäftigten den Zugang zu den deutschen Sozialkassen zu ermöglichen. "Sie zahlen Steuern und Abgaben an das deutsche Sozialversicherungssystem. Natürlich erwarten sie Unterstützung in Form von Kurzarbeitergeld", erklärte Gröls.

Die Agentur Köln habe ihre ursprüngliche Zusage rückgängig gemacht, erklärte Malta Air-Chef Diarmuid O'Conghaile. "In einer Zeit, in der andere Fluggesellschaften staatliche Beihilfen in Milliardenhöhe erhalten, sollte die deutsche Regierung Piloten bei Malta Air nicht im Stich lassen, indem sie Sozialversicherungsleistungen verweigert." Seine Firma sei mit rund 1.000 Piloten und Flugbegleitern einer der größten Arbeitgeber im Luftverkehr in Deutschland.

17.13 Uhr: Erneutes Spitzentreffen von Merkel mit Autoindustrie für September angekündigt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am 8. September erneut mit Vertretern der Autoindustrie zusammenkommen. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch von Insidern bestätigt. Merkel, mehrere Bundesminister sowie Branchenvertreter hatten bereits mehrfach über die Lage der Schlüsselindustrie mit Hunderttausenden Beschäftigten beraten.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erklärte, es gehe bei einer Videokonferenz Anfang September um aktuelle Herausforderungen bei den Fahrzeugherstellern und Zulieferern. Das Treffen finde im Rahmen der Initiative "Konzertierte Aktion Mobilität" statt - dies ist seit Ende 2019 ein regelmäßiger Austausch von Politik und Autobranche. Schwerpunkte der kommenden Sitzung seien die Felder Digitalisierung und Automatisierung im Verkehr sowie Daten im Mobilitätssektor.

Die Lage der Autoindustrie ist aktuell schwierig, die Nachfrage war in der Corona-Krise eingebrochen. Dazu steht Branche mitten in einem schwierigen Wandel hin zu mehr alternativen Antrieben und Digitalisierung. Die Autoindustrie hatte in der Debatte um ein Konjunkturpaket staatliche Kaufprämien auch für moderne Benziner und Dieselautos gefordert, um die Nachfrage anzukurbeln. Dies aber war Anfang Juni am Widerstand vor allem der SPD gescheitert. Die Koalition hatte höhere staatliche Prämien beim Kauf von Elektroautos beschlossen.

16.42 Uhr: Ökonomen stellen Rückgang der Supermarktpreise fest

Die Mehrwertsteuersenkung in der Corona-Krise kommt bei den Supermarktkunden an. Das zeigt laut Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Hohenheim der neue "Chili-con-Carne-Index" zur Veranschaulichung der gefühlten Inflation. Sie verglichen die Entwicklung der Lebensmittelpreise auf den Internetseiten europäischer Supermärkte seit Februar und stellten fest, dass die Preise für 70 exemplarisch ausgewählte mögliche Zutaten für das Gericht seit Mitte Mai merklich gesunken seien. Insbesondere bei saisonalem Gemüse wie Tomaten fielen die Preise demnach hierzulande wieder auf den Stand vor Krisenbeginn.

16.33 Uhr: Flughafen in Frankfurt und Lufthansa bereit für Verteilung des Impfstoffs

Der Frankfurter Flughafen wird bei der Verteilung eines Corona-Impfstoffes eine wichtige Rolle spielen. Bei einem Fachkongress am größten Frachtdrehkreuz Europas zeigten sich der Betreiber Fraport und die Airline Lufthansa Cargo einsatzbereit. Besonders wichtig ist bei Medikamenten eine ununterbrochene Kühlkette. Aktuell stehen laut Fraport rund 12.000 Quadratmeter temperaturgeführte Umschlagkapazitäten zur Verfügung, weitere 2000 Quadratmeter seien kurz vor der Inbetriebnahme. Für den Transport über das Vorfeld könnten 20 hochmoderne Thermotransporter eingesetzt werden. Eine Vielzahl von Handlingfirmen erfülle zudem in Frankfurt die entsprechenden internationalen Zertifikate.

16.20 Uhr: Initiative "Querdenken" will Demonstrations-Verbot nicht akzeptieren

Die Stuttgarter Initiative "Querdenken 711" will das Verbot der Demonstrationen gegen die Corona-Politik am Wochenende nicht hinnehmen. "Wir gehen juristisch gegen die Entscheidung des Innensenators vor und gehen davon aus, dass das Bundesverfassungsgericht diesen feindlichen Angriff auf das Grundgesetz zurückweisen wird", teilte der Initiator der Demonstration, Michael Ballweg, mit. "Diese, wie die anderen Versammlungen von Querdenken in Berlin werden stattfinden."

16.15 Uhr: Münchner Flughafen-Chef für Beibehaltung kostenloser Tests am Airport

Der Münchner Flughafen-Chef Jost Lammers warnt davor, kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer am Airport nur noch bis zum Ende der Sommerferien anzubieten und stattdessen eine pauschale Quarantänepflicht zu verhängen. Das würde den "vorsichtigen Wiederaufbau" des Luftverkehrs "massiv" gefährden, fürchtet er. Denn Großteil der Geschäfts- und Privatreisenden könnte seine Reisepläne nicht mehr umsetzen können. Weiter betont Lammers, dass sich die Testpraxis am Flughafen München bewährt habe, "weil sie sowohl der Mobilität als auch dem Infektionsschutz zugute kommt."

15.48 Uhr: Maschinenbauer gegen Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Der Maschinenbauverband VDMA hat sich gegen eine allgemeine Maskenpflicht am Arbeitsplatz ausgesprochen. "Da es im Maschinenbau keinen regen Publikumsverkehr gibt wie beispielsweise in Geschäften oder Restaurants, ist aus unserer Sicht eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz nicht sinnvoll", sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. In den Maschinenbaubetrieben würden wie überall die üblichen Abstandsregeln gelten, "und dort, wo sie mal nicht eingehalten werden können, selbstverständlich auch die Maskenpflicht". Am Donnerstag will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

15.39 Uhr: Weltwirtschaftsforum in Davos wird wegen Corona verschoben

Das Weltwirtschaftsforum in Davos wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Wie ein Sprecher des Weltwirtschaftsforums am Mittwoch mitteilte, wird das traditionell Ende Januar stattfindende Treffen in dem Schweizer Skiort im nächsten Jahr auf den Frühsommer verlegt. Experten hätten zuvor gewarnt, dass ein "sicheres" Treffen im Januar angesichts der Pandemie nicht möglich sei.

15.16 Uhr: Philippinen mit mehr als 200.000 Corona-Infektionen

Auf den Philippinen ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen am Mittwoch auf mehr als 200.000 gestiegen. Die Behörden hatten zuvor innerhalb von 24 Stunden fast 5.300 neue Fälle verzeichnet. Mehr als 3.100 Menschen sind in Verbindung mit der Krankheit Covid-19 gestorben. Der Inselstaat mit 107 Millionen Einwohnern ist das am schwersten von dem Virus betroffene Land in Südostasien, gefolgt von Indonesien. Rund 60 Prozent der Fälle wurden in der Metropolregion um die Hauptstadt Manila gemeldet. Hier gibt es auch die meisten Todesopfer. Die Regierung hatte dennoch Lockerungen eingeführt, um die schwer angeschlagene Wirtschaft anzukurbeln.

14.57 Uhr: Reiseverband kritisiert Verlängerung der Reisewarnung

Der Reiseverband DRV hat die Verlängerung der weltweiten Reisewarnung als "falsches Signal" kritisiert. DRV-Präsident Norbert Fiebig warf der Bundesregierung vor, Fakten zu vernachlässigen und ein komplexes Problem auf Reiserückkehrer zu verengen. Das schade der Reisewirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit. "Eine ökonomische Erholung der Weltwirtschaft wird ohne Reisen nicht gelingen können", mahnte Fiebig. Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 14. September verlängert.

14.50 Uhr: Gesundheitsministerium: Für angeordnete Quarantäne kein Urlaub nötig

Reisende, die aus einem Corona-Risikogebiet zurückkehren und in Quarantäne müssen, müssen dafür keinen Urlaub nehmen. Das sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Unter Verweis auf das Infektionsschutzgesetz und die Quarantäneverordnungen der Länder sagte er: "Das heißt, der Arbeitnehmer muss aufgrund behördlicher Anordnung für den Zeitraum der Quarantäne zu Hause bleiben. Deshalb besteht für ihn weder die Pflicht, dafür Urlaub zu nehmen, noch muss er einen Verdienstausfall befürchten."

Gedeckt sei das durch Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes. Die dort verankerte Entschädigungsregelung greife in solchen Fällen. Darin ist festgehalten, dass der Staat für Verdienstausfälle aufkommt, wenn jemand "Verboten in der Ausübung seiner bisherigen Erwerbstätigkeit unterliegt oder unterworfen wird und dadurch einen Verdienstausfall erleidet".

14.42 Uhr: Myanmar verschärft Lockdown in Konfliktregion

Myanmar verschärft nach einem Rekordanstieg von Infektionen den Corona-Lockdown in der Konfliktregion Rakhine. Nach der Regionalhauptstadt Sittwe stünden nun vier weitere Townships unter Quarantäne, berichteten örtliche Medien. Insgesamt seien in Rakhine jetzt mehr als eine Million Menschen von Ausgangsbeschränkungen betroffen.

Mit offiziell 575 Covid-19-Infektionen und nur sechs Todesfällen war Myanmar bislang im Vergleich zu Nachbarländern wie Indien und Bangladesch nur milde von Corona betroffen. Von Dienstagabend auf Mittwochmorgen wurden 100 Neuinfektionen gemeldet. Das ist laut Behördenangaben der höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Corona-Beginn.

13.53 Uhr: Theater und Konzerthäuser: Jeder zweite Platz könnte besetzt werden

Kulturschaffende in Deutschland fordern "mehr Augenmaß" bei Corona-Auflagen in geschlossenen Räumen wie Theatern und Konzertsälen. Sorgfältig erarbeitete Hygienekonzepte in den Häusern ließen häufig mehr Publikum zu, als es die starren Sitzplatzbeschränkungen vielerorts vorschrieben. Das teilten der Deutsche Bühnenverein, die Deutsche Orchestervereinigung, die Deutsche Konzerthauskonferenz, die Konferenz der Generalmusikdirektoren und die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Grundsätzlich sollte es möglich sein, mit Hygienestandards, Mund-Nasen-Schutz, gezielter Desinfektion und ausreichender Durchlüftung jeden zweiten Platz eines Theaters oder Konzertsaals zu besetzen, sagte der geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne.

13.15 Uhr: Schweiz meldet so viele neue Corona-Fälle wie seit April nicht mehr

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hat innerhalb von 24 Stunden so viele neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet wie seit April nicht mehr. Insgesamt waren es Stand Mittwochmorgen in der Schweiz und Liechtenstein zusammen 383 neue Fälle. Gemessen an der Bevölkerung ist das deutlich mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Deutschland hat knapp zehn mal so viele Einwohner wie die Schweiz.

Gesundheitsminister Alain Berset hatte schon vergangene Woche davor gewarnt, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte. Er mahnte die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen umzusetzen: "Es ist nicht einfach, die Abstands- und Quarantäneregeln einzuhalten, aber tun Sie es." Immer mehr Kantone führen die Maskenpflicht in Geschäften ein. Seit Donnerstag gilt dies auch in Zürich.

Insgesamt wurden in der Schweiz seit Beginn der Pandemie gut 40.000 Infektionen gemeldet. Etwas mehr als 1.700 Menschen Infizierte starben. Knapp 10.000 Menschen befanden sich wegen Kontakten mit Infizierten in Quarantäne oder Isolation, weitere gut 15.000 Menschen waren in Quarantäne, weil sie aus Risikoländern zurückgekehrt waren.

13.11 Uhr: Düsseldorfer Großkonzert auf Spätherbst verschoben

Das in Düsseldorf geplante umstrittene Großkonzert mit Stars wie Bryan Adams, Sarah Connor oder The BossHoss wird nun doch nicht wie ursprünglich geplant am 4. September stattfinden. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen mit steigenden Corona-Infektionszahlen müsse das Konzert "Give Live A Chance" in den Spätherbst verschoben werden, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. Ein genaues Datum nannten sie dabei nicht.

Veranstalter Marek Lieberberg erklärte, die mehr als 7.000 Ticketkäufer erhielten nunmehr ihr Eintrittsgeld einschließlich der Vorverkaufsgebühren zurückerstattet. "Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass unser Maßnahmenkatalog Fans, Künstlern und Mitarbeitern umfassenden Schutz bietet", erklärte Lieberberg. Die aktuelle Atmosphäre verhindere aber einen Konsens, deshalb solle das Projekt nun zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden.

12.55 Uhr: OECD: Corona-Auswirkungen auf Wirtschaft schlimmer als Finanzkrise

Die Coronakrise hat nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schlimmere Auswirkungen auf die Wirtschaft als die Finanzkrise 2009. Die OECD-Mitgliedsstaaten erlitten demnach im zweiten Quartal dieses Jahres einen bisher beispiellosen wirtschaftlichen Rückgang von 9,8 Prozent, teilte die Organisation am Mittwoch in Paris mit. Die Folgen der coronabedingten Einschränkungen übertrafen damit den Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts während der Finanzkrise 2009. Damals sei das BIP der OECD-Staaten im Durchschnitt um 2,3 Prozent geschrumpft.

Von den wichtigsten Volkswirtschaften der G7-Staaten, die alle OECD-Mitglieder sind, verzeichnete Großbritannien mit 20,4 Prozent den höchsten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Frankreich war demnach mit 13,8 Prozent im zweiten Quartal betroffen. In Deutschland sei die Wirtschaftskraft um 9,7 Prozent gesunken.

12.49 Uhr: Söder widerspricht Spahn bei Corona-Teststrategie

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will an umfangreichen Corona-Tests für Reiserückkehrer festhalten. Vier Bundesländer seien strikt gegen Pläne, die kostenlosen Tests für Reiserückkehrer wieder zu streichen, sagt der CSU-Chef. Man könne nicht zwei Wochen nach Einführung der Testmöglichkeiten diese wieder abschaffen wollen, widerspricht Söder zudem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der für eine Korrektur der Regelung plädiert. Die deutlich höhere Anzahl an Positiv-Fällen unter den Rückreisenden zeigten, dass es nicht um "Massentests", sondern eine gezielte Teststrategie gehe, betonte der CSU-Chef.

Söder widersprach auch der Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums, das vor einer Überforderung der Testkapazitäten gewarnt hatte. Statt die Tests zurückzufahren solle man lieber die Kapazitäten weiter ausbauen. Er gehe davon aus, dass sich nach Ende der Sommerferien die Zahl der Reise-Rückkehrer ohnehin reduzieren werde.

12.38 Uhr: SPD-Bildungsexpertinnen fordern einheitliche Teststrategie bei Lehrern

Die bildungspolitischen Sprecherinnen der Landtags-SPD fordern gemeinsam mit der Gesundheitsexpertin der Fraktion in einem Brief an Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) eine einheitliche Leitlinie für Corona-Tests an Schulen. In dem Schreiben, das von Simone Strohmayr, Margit Wild und Ruth Waldmann unterzeichnet ist, weisen sie darauf hin, dass das in den vergangenen Monaten praktizierte Homeschooling nur sehr begrenzten Erfolg gezeigt und die bereits bestehenden Bildungsungerechtigkeiten verschärft habe. Deswegen müsse der Unterricht in den Schulen höchste Priorität haben, betonen die drei Politikerinnen. Dafür müssten die Lehrkräfte zu Beginn des Schuljahres getestet und diese Tests in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Es dürfe zu keinem Chaos an den Schulen kommen - deswegen fordern die drei Bildungs- und Gesundheitsexpertinnen den Kultusminister auf, eine Teststrategie vorzulegen und auf eine bundesweit einheitliche Regelung hinzuwirken. Nach Angaben aus dem Kultusministerium sind seit Beginn dieser Woche Reihentests für Lehrkräfte und anderes Schulpersonal an den bayerischen Schulen vorgesehen. Die Organisation dieser Tests liegt bei den Schulen selbst.

12.31 Uhr: Söder erwartet weitere Corona-Maßnahmen für Wirtschaft im Herbst

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht die Notwendigkeit, im Herbst weitere Corona-Hilfsmaßnahmen zur Stützung der Wirtschaft zu beschließen. So müsse man sich etwa die Autobranche, den Maschinenbau und die Luft- und Raumfahrtindustrie genauer anschauen, sagte Söder am Mittwoch in Berlin.

"Wir glauben nach wie vor, die eigentliche Schockwelle kommt dort erst im Laufe der Zeit." Derzeit sei die Auftragslage zwar noch gut, weil alte Aufträge abgearbeitet würden. Das werde sich aber ändern. Deshalb sei die vom Koalitionsausschuss beschlossene Verlängerung der Kurzarbeiterregelung auf 24 Monate so wichtig. "Wir müssen ein Update machen auf jeden Fall im Herbst noch", kündigte der CSU-Chef für die große Koalition an.

11.57 Uhr: Reisewarnung für mehr als 160 Länder bis 14. September verlängert

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union um zwei Wochen bis zum 14. September verlängert. Das wurde am Mittwoch in der Kabinettssitzung entschieden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.

Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren. Die Reisewarnung erfolgt unabhängig von der Einstufung von Ländern als Risikogebiete.

11.11 Uhr: Spahn kündigt verstärkte Quarantäne-Kontrollen an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kündigt verstärkte Kontrollen der Quarantäne von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an. "Das ist keine Bitte, sondern eine staatliche Anordnung", sagt Spahn mit Blick auf die Regelung, die für Reisende aus Risikogebieten eine 14-tägige Quarantänepflicht vorsieht. Diese kann frühestens fünf Tage nach Einreise durch Vorlage eines negativen Corona-Tests beendet werden. Es gebe stichprobenartige Kontrollen, die verstärkt werden sollen, auch durch eine stärkere Digitalisierung in diesem Bereich.

10.59 Uhr: Corona-Krise löst laut Studie Digitalisierungsschub aus

Die Corona-Krise hat einer Studie zufolge bei größeren Unternehmen für eine Beschleunigung der Digitalisierung gesorgt. Drei Viertel der Firmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern hätten aufgrund der jüngsten Erfahrungen ihre Investitionen in digitale Geräte, Technologien und Anwendungen erhöht, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services (TCS) hervor. "Die Pandemie hat deutlich gemacht, dass Digitalisierung für Unternehmen zwingend notwendig ist, um flexibel und belastbar zu bleiben", sagte Kay Müller-Jones von TCS. "Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto besser kommt es durch Krisenzeiten", ergänzte Bitkom-Research-Geschäftsführer Axel Pols.

10.23 Uhr: Berlin verbietet Proteste gegen Corona-Maßnahmen

Die Berliner Versammlungsbehörde hat mehrere für das Wochenende geplante Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen verboten. Es sei damit zu rechnen, "dass es bei dem zu erwartenden Kreis der Teilnehmenden zu Verstößen gegen die geltende Infektionsschutzverordnung kommen wird", teilte die Senatsverwaltung für Inneres am Mittwoch zur Begründung mit. Die Versammlungen vom 1. August hätten gezeigt, "dass die Teilnehmenden sich bewusst über bestehende Hygieneregeln und entsprechende Auflagen hinweggesetzt haben".

09.50 Uhr: Inzwischen mehr als 970.000 Corona-Fälle in Russland

In Russland werden 4.676 neue Virus-Fälle gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl nach Behördenangaben auf 970.865. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, erhöht sich gegenüber dem Vortag um 115 auf 16.683.

09.02 Uhr: Zweite Corona-Welle in Frankreich im November befürchtet

Frankreich könnte nach Einschätzung eines Regierungsberaters im November von einer zweiten Welle der Corona-Pandemie getroffen werden. "Es gibt Sorgen vor einer zweiten Welle im November", sagte Jean-François Delfraissy, Vorsitzender des wissenschaftlichen Rates, dem Sender France 2 Television. Die Stadt Marseille verschärft derweil ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Frankreich hat die siebthöchste Zahl an Corona-Todesopfern weltweit.

08.51 Uhr: Immobilienpreise ziehen trotz Corona-Krise weiter an

Trotz Corona-Krise sind die Immobilienpreise in Deutschland im zweiten Quartal weiter gestiegen. Die Preise für Wohnimmobilien lagen von April bis Juni durchschnittlich 5,6 Prozent höher als im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch aufgrund einer Schnellschätzung mitteilte. Auch im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres seien die Preise um 1,4 Prozent gestiegen.

08.47 Uhr: Bayern: Passagierzahlen an Flughäfen eingebrochen

Die Corona-Pandemie hatte auch auf den Flugverkehr an den drei bayerischen Verkehrsflughäfen München, Nürnberg und Memmingen im ersten Halbjahr 2020 teilweise drastische Auswirkungen. So gingen die Fluggastzahlen von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um fast zwei Drittel (65,7 Prozent) auf 8,7 Millionen Passagiere zurück, wie das Landesamt für Statistik am Mittwoch in Fürth mitteilte. Das Fracht- und Postaufkommen sei in diesem Zeitraum um 45,7 Prozent gesunken. Die Zahl der startenden und landenden Flugzeuge sank an diesen drei Flughäfen im ersten Halbjahr um 58 Prozent auf 95.290 Maschinen.Besonders dramatisch seien die Einbrüche am Flughafen München in den Monaten April und Mai gewesen. Die Passagierzahlen seien in den beiden Monaten im Vergleich zu den Vorjahresmonaten um mehr als 99 Prozent eingebrochen.

07.45 Uhr: Deutsche Exporteure schauen vorsichtiger nach vorn

Die deutschen Exporteure blicken angesichts der Corona-Rezession bei wichtigen Handelspartnern etwas vorsichtiger in die Zukunft. Das Barometer für die Exporterwartungen der Industrie fiel im August um 2,4 auf 5,1 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Nach einem sehr kräftigen Anstieg im Vormonat sanken diesmal die Exporterwartungen in der Autobranche. Auch die chemische Industrie musste einen Dämpfer hinnehmen. "Im Maschinenbau scheint die Exportkrise überwunden zu sein, weitere Rückgänge werden vorerst nicht erwartet", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

07.43 Uhr: Kramp-Karrenbauer verteidigt Kurzarbeitergeld

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Koalitionsbeschluss zum Kurzarbeitergeld verteidigt. Zur Verlängerung des Kurzarbeitergelds sagte sie, dies sei im Interesse der Menschen. Es werde aus den Kassen der Bundesagentur für Arbeit gezahlt. Deren Mehraufwendungen dafür würden mit einem Zuschuss aus dem Bundeshaushalt gedeckt, damit es nicht zu Steigerungen bei den Sozialbeiträgen komme. Auf die Frage, ob sie versprechen könne, dass die Sozialabgaben weiter bei unter 40 Prozent bleiben, sagte sie: "Das ist das erklärte Ziel der CDU. Darauf wollen und werden wir achten."

06.45 Uhr: Ostbeauftragter für bundesweit einheitliche Regeln

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, fordert bei der Pandemie-Bekämpfung bundesweit möglichst einheitliche Lösungen. Die Lage im Osten sei zwar derzeit anders als im Westen, sagt der CDU-Politiker dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Aber das ist eine volatile Momentaufnahme." Daher seien gewisse Einschränkungen sinnvoll und zumutbar. "Möglichst flächig wirken sie am besten."

06.36 Uhr: Melania Trump drückt Mitgefühl für Corona-Opfer aus

Melania Trump hat bei ihrer Rede zum Parteitag der US-Republikaner ihr Mitgefühl für die Opfer des Coronavirus ausgedrückt. Sie sei "bewegt gewesen, auf welche Art Amerikaner in solch ungewohnten und beängstigenden Zeiten zusammengerückt sind", sagte die First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika in ihrer Rede am Dienstagabend (Ortszeit) im Rosengarten des Weißen Hauses.

05.52 Uhr: Ischgl: Erste Muster-Klagen zeichnen sich ab

Zur Rolle des österreichischen Touristenorts Ischgl bei der Verbreitung des Coronavirus zeichnen sich erste Muster-Prozesse ab. Er werde Ende September erste Klagen von Opfern auf Schadenersatz und Anerkennung von Folgeschäden beim Landgericht Wien einbringen, kündigte der österreichische Verbraucherschützer Peter Kolba an. Darunter seien auch Fälle von Deutschen, die entweder durch die Erkrankung gestorben seien oder wie im Fall eines Mannes aus dem Rheinland nach langem Aufenthalt auf der Intensivstation mit Folgeschäden zu kämpfen hätten.

05.24 Uhr: 1.576 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1.576 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Dienstag waren es 1.278. Am Samstag war mit 2.034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2.000er-Marke überschritten worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen.

05.23 Uhr: Linken-Chefin für Zulassung von Corona-Schnelltests

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping hat die bundesweite Zulassung preiswerter Schnelltests auf das Coronavirus gefordert. Die Tests zum Preis für einen Euro könnten den Anstieg der Infektionszahlen im Herbst bremsen und "soziales Leben in der kalten Jahreszeit ermöglichen", sagte Kipping dem Magazin "Spiegel" in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Die Bundesregierung müsse deshalb die Zulassung und Produktion solcher Schnelltests vorantreiben.

04.20 Uhr: Verschärfte Corona-Maßnahmen in französischem Gebiet Bouches-du-Rhône

Angesichts des starken Anstiegs der Coronavirus-Infektionsraten sind im südfranzösischen Verwaltungsbezirk Bouches-du-Rhône die Maßnahmen gegen die Pandemie verschärft worden. Die regionalen Behörden beschlossen am Dienstag eine Maskenpflicht in ganz Marseille, das in dem Département liegt. Auch müssen im gesamten Gebiet von Bouches-du-Rhône, zu dem auch die Städte Aix-en-Provence und Arles gehören, die Bars und Restaurants um 23.00 Uhr schließen. Die Maßnahmen treten am Mittwochabend in Kraft. Die Bundesregierung in Berlin hatte am Montag für die Region von Paris sowie die südfranzösischen Regionen Côte d'Azur und Provence eine Reisewarnung ausgesprochen.

00.39 Uhr: Türkei verschärft Corona-Maßnahmen

Nach einem Anstieg der Coronavirus-Infektionen verhängt die Türkei weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte an, dass alle staatlichen Institutionen nun von zu Hause arbeiten oder in Schichten arbeiten dürfen. Bestimmte Veranstaltungen und Feiern wie Verlobungen sind in 14 Provinzen, einschließlich der Hauptstadt Ankara verboten und Hochzeiten auf eine Stunde begrenzt, teilte das Innenministerium mit. Die Türkei registriert mit 1502 Neuinfektionen innerhalb eines Tages den größten Anstieg seit Mitte Juni.

00.03 Uhr: Brasilien: Fast 3,67 Millionen Coronavirus-Fälle

Das brasilianische Gesundheitsministerium meldet 47.134 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf knapp 3,67 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte um 1271 auf 116.580 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

Dienstag, 25. August 2020

22.00 Uhr: Mehr als 1.500 Neuinfektionen in der Türkei

In der Türkei haben sich binnen eines Tages nachweislich 1.502 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt - so viele wie seit Mitte Juni nicht mehr. Insgesamt wurden nach offiziellen Angaben mehr als 261.000 Infektionsfälle registriert. 24 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle steigt damit auf 6.163.

21.48 Uhr: Ältester Sohn von Bolsonaro hat ebenfalls das Coronavirus

Der älteste Sohn des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ist eigenen Angaben zufolge ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden. Senator Flávio Bolsonaro teilte am Dienstag mit, dass er sich in der Isolation befinde, obwohl er keine Symptome habe. Mit dem Virus infiziert gewesen sind bereits Präsident Bolsonaro, First Lady Michelle Bolsonaro und ein weiterer Sohn des Staatschefs, Jair Renan Bolsonaro.

Präsident Bolsonaro hat die Bedeutung des Coronavirus heruntergespielt. Er war dagegen, dass es Beschränkungen für den wirtschaftlichen Betrieb gibt. Brasilien hat mehr als 115.000 Todesfälle mit dem Virus registriert. Das sind die zweitmeisten Todesfälle weltweit nach den USA. Auch mehrere Mitarbeiter von Bolsonaro sind positiv auf das Virus getestet worden, darunter acht Kabinettsmitglieder.

Flávio Bolsonaro teilte mit, er werde mit Azithromycin und dem Anti-Malaria-Mittel Chloroquin behandelt. Letzteres haben sowohl Jair Bolsonaro als auch US-Präsident Donald Trump gelobt. Klinische Studien haben aber ermittelt, dass das Mittel nicht wirkt oder sogar gefährlich ist.

20.46 Uhr: Über 3.300 Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich sind laut Gesundheitsministerium binnen 24 Stunden 3.304 Neuinfektionen nachgewiesen worden. Das sind zwar deutlich mehr als am Montag (1.995), aber erheblich weniger als am Sonntag, als mit 4.897 Neuinfektionen ein Rekordwert nach der Aufhebung der Beschränkungen verzeichnet wurde. Insgesamt sind 248.158 Ansteckungsfälle bekannt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 16 auf 30.544.

20.15 Uhr: USA melden über 5,71 Millionen Infizierte und 176.617 Tote

In den USA ist nach Angaben der Gesundheitsbehörden CDC die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um 33.076 auf mehr als 5,71 Millionen gestiegen. Binnen eines Tages seien zudem 394 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Damit stieg die Zahl auf 176.617.

19.00 Uhr: Usain Bolt nach Party positiv getestet

Beim früheren Sprint-Superstar Usain Bolt ist ein Test auf das Coronavirus positiv ausgefallen. Bolt hatte zuvor in einem Video in sozialen Medien erklärt, er habe sich am Samstag testen lassen und sei vorsichtshalber in Quarantäne gegangen. Symptome habe er keine.

Am Freitag hatte Bolt seinen 34. Geburtstag in Jamaika gefeiert. Videos davon kursierten im Internet. Sie zeigten eine Feier im Freien, allerdings trugen die Gäste weder Mundschutz, noch hielten sie Abstand. Unter ihnen waren Medienberichten zufolge Sportler wie die Fußballer Raheem Sterling von Manchester City und Leon Bailey von Bayer Leverkusen.

In dem karibischen Inselstaat wurden bislang 1612 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und 16 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung registriert. Nachdem bereits im Juni wieder die Einreise von Besuchern erlaubt wurde, gab es zuletzt eine deutliche Zunahme der Neuinfektionen.

18.46 Uhr: Unterfranken: Regierung kündigt vier weitere Testzentren an

Wie die Regierung von Unterfranken am Dienstag (25.08.20) auf Anfrage des BR mitteilte, werden im Regierungsbezirk demnächst vier weitere Corona-Testzentren eingerichtet und in Betrieb genommen. Marlene Rathgeber von der Stabsstelle S1 zufolge sind in Unterfranken derzeit alle Kreisverwaltungsbehörden intensiv mit dem Aufbau der Testzentren beschäftigt. Teilweise werden die zu Zeiten des Katastrophenfalles betriebenen Teststrecken reaktiviert, teilweise werden neue Standorte gewählt. Aktuell sind in Unterfranken fünf „Bayerische Testzentren“ in Betrieb; darunter drei gemeinsame Testzentren jeweils einer Kreisfreien Stadt und eines Landkreises. Die Inbetriebnahme der damit in Unterfranken noch ausstehenden vier Testzentren folgt in Kürze, so Rathgeber. Die Bayerische Staatsregierung hatte am 10. August beschlossen, dass in jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis ein „Bayerisches Testzentrum“ einzurichten ist.

18.36 Uhr: Wieder Zuschauer bei belgischen Fußballspielen

Wie die belgische Pro League am Dienstag mitteilte, sollen abhängig von der Kapazität zwischen 400 und 5000 Zuschauer auf den Rängen zugelassen werden. Die Regelung soll ab 11. September gelten. "Wir sind davon überzeugt, dass unsere Vereine und ihre Fans alles tun werden, um die Rückkehr in die Stadien so sicher wie möglich zu gestalten", sagte Pierre Francois, Generaldirektor der Pro League, in einer Erklärung. Der Spielbetrieb in der Pro League wurde am 8. August wieder aufgenommen - ohne Zuschauer. Drei der 34 Spieltage wurden bereits absolviert.

18.02 Uhr: Türkische Fußballspiele ab Oktober wieder mit Zuschauern

Trotz steigender Corona-Infektionszahlen sollen Fußballspiele in der Türkei ab Oktober wieder eingeschränkt mit Zuschauern stattfinden. Das teilte der türkische Verband TFF am Dienstag mit. Die Stadionkapazität werde bis zu 30 Prozent ausgelastet. Zudem würden Vorsichtsmaßnahmen getroffen, etwa werde am Eingang Fieber gemessen und Abstandsregeln müssten eingehalten werden, hieß es. Details würden später bekanntgegeben.

Die Türkei hatte die Saison 2019/20 wegen der Corona-Krise am 19. März bis auf Weiteres verschoben, am 12. Juni ohne Zuschauer wieder aufgenommen und am 26. Juli beendet. Die Sommerpause läuft noch bis zum 11. September.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte sich in der Türkei zuletzt wieder erhöht und lag bei rund 1300 Fällen pro Tag.

17.54 Uhr: Sachsen gegen einheitliche Regeln bei Familienfeiern

Sachsen wird sich nach Angaben von Ministerpräsident Michael Kretschmer nicht auf bundesweit einheitliche Corona-Regelungen etwa für Familienfeiern einlassen. "Gleich kann man nur Dinge machen, die auch gleich sind", sagt der CDU-Politiker in einer Videobotschaft auf Twitter. Er habe großes Verständnis dafür, dass Bayern und Baden-Württemberg die Zahl der Teilnehmer von Familienfeiern begrenzen wollten. "Bei uns wollen wir bei den 100 Personen bleiben", sagt Kretschmer mit Blick auf die Bund-Länder-Abstimmung am Donnerstag. Die Bevölkerung in Sachsen verhalte sich sehr verantwortungsvoll in der Corona-Krise.

17.38 Uhr: Labore fordern Neuregelung bei den Tests für Urlauber

Die Labore in Deutschland fordern wegen zunehmender Belastung durch Corona-Tests schnellstmögliche Neuregelungen bei Tests für Reiserückkehrer. Eine Anpassung der Teststrategie für Rückkehrer, wie in der Schaltkonferenz der Landesgesundheitsminister mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, sei dringend erforderlich, teilte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag mit. Es reiche nicht, das Ende der Sommerferien abzuwarten, sagte der Verbandsvorsitzende Michael Müller.

Spahn und die Gesundheitsminister hatten mehrheitlich vorgeschlagen, dass es kostenlose Corona-Tests für Urlauber künftig nicht mehr geben soll. Zudem soll die Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten nach dem Ende der Sommerreisesaison wieder abgeschafft werden. Begründet wird das unter anderem mit der zunehmenden Belastung der Labore. Es gibt noch keinen Beschluss. Aus Bayern etwa kommt Widerstand.

17.17 Uhr: Tausende Schweden erhielten falsch-positives Testergebnis

In Schweden haben 3.700 Menschen fälschlicherweise ein positives Corona-Testergebnis erhalten. Grund sei ein Fehler in einem Corona-Test eines chinesischen Lieferanten, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Das Testpaket des Anbieters BGI Genomics habe nicht zwischen sehr niedrigen Viruslasten und einem negativen Testergebnis unterscheiden können. Die Labore hätten nun ihre Auswertungsmethode angepasst. In Schweden haben sich inzwischen 86.891 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 5.814 Menschen sind gestorben. Zuletzt sind die Neuinfektionen zurückgegangen.

17.13 Uhr: Geringere Abstände in den Kinos und Theatern Mecklenburg-Vorpommerns

Kinos und Theater in Mecklenburg-Vorpommern können die Abstände zwischen den Besuchern verringern, wenn diese während der Vorstellung eine Maske tragen. Der bisherige Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Gästen bedeute, dass drei Sitze frei bleiben müssten, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Dienstag nach einer Sitzung der Landesregierung mit Vertretern von Kommunen, Wirtschaft und Verbänden in Schwerin. Durch die neue Regelung erhöhe sich für Kinos und Theater das mögliche Platzangebot deutlich. Glawe sagte, die Veranstalter müssten ihre Konzepte zur Genehmigung beim zuständigen Gesundheitsamt einreichen.

16.53 Uhr: Supercup-Spiel mit FC Bayern vor Zuschauern

Triple-Gewinner FC Bayern wird wohl als erster Bundesligist seit Monaten wieder ein Pflichtspiel vor Zuschauern absolvieren. Wie die Europäische Fußball-Union UEFA am Dienstag mitteilte, sollen beim Supercup-Spiel des Champions-League-Siegers gegen den Gewinner der Europa League, in diesem Jahr der FC Sevilla, am 24. September in Budapest mehrere Tausend Fans zugelassen werden. Der Fußball habe in der Corona-Krise "etwas von seinem Charakter" verloren, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. "Wir hoffen, den Supercup als Pilotprojekt nutzen zu können."

Bis zu 30 Prozent der rund 67 000 Plätze in der Puskás Aréna in Budapest sollen gefüllt werden. "Wir arbeiten eng mit dem ungarischen Verband und der Regierung zusammen, um die Gesundheit und Sicherheit aller am Spiel Beteiligten zu gewährleisten. Wir werden kein Risiko eingehen", sagte Ceferin. Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge befürwortet das Vorhaben.

16.34 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern lässt wieder Tagestouristen ins Land

Ab dem 4. September sind wieder Tagesreisen nach Mecklenburg-Vorpommern möglich. Das twitterte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einem Treffen der Landesregierung mit Vertretern von Kommunen, Wirtschaft und Verbänden. "MV hat nach wie vor die niedrigsten Infektionszahlen, als Tourismusland Nr. 1 haben wir eine sichere Hochsaison gemeistert, Kitas & Schulen sind seit über drei Wochen im sicheren Regelbetrieb", heißt es in Schwesigs Tweet. Ab dem 4. September könnten deshalb weitere Reisen nach MV ermöglicht werden.

Bislang durften nur Touristen mit mindestens einer Übernachtung im Land und Bus-Gruppenreisende in den Nordosten kommen. Zunächst war vom 3. September die Rede gewesen.

15.45 Uhr: Forscher: Zulassungsantrag für Corona-Impfstoff vielleicht noch 2020

Die Zulassung eines britisch-schwedischen Corona-Impfstoffes kann Forschern zufolge möglicherweise noch in diesem Jahr beantragt werden. Bis dahin könnten genügend Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit des Mittels vorliegen, berichtete am Dienstag Andrew Pollard von der Universität Oxford dem Sender BBC. Er ist mit einer Forschungsgruppe an der Entwicklung des Vakzins beteiligt.

Es handelt sich um ein Mittel des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca und der Universität Oxford, das zum Kreis der erfolgversprechenden Impfstoffkandidaten zählt. Nach einer eventuellen Zulassung müsste der Impfstoff aber erst noch in großen Mengen produziert werden, bis große Bevölkerungsgruppen damit versorgt werden könnten.

Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Deutschland bereits 54 Millionen Dosen des Impfstoffes gesichert. Zusätzlich gebe es die Option auf 18 Millionen weitere Dosen. Die Angaben wurden der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag aus Regierungskreisen bestätigt.

14.43 Uhr: Spanien: Militär soll im Kampf gegen Corona helfen

Um verschärft die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus durchsetzten zu können, will Spanien künftig auch das Militär einsetzen. Insgesamt sollen 2.000 Soldaten sollen dabei helfen die Corona-Infektionsketten im Land nachverfolgen zu können, so Ministerpräsident Pedro Sánchez in einer Fernsehansprache. "Die spanische Regierung stellt den Regionen Kräfte der Armee zur Verfügung." Damit reagiert die Regierung auf Klagen über Personalmangel im Kampf gegen die Corona-Pandemie in den am schwersten betroffenen Regionen.

Der sozialistische Politiker mahnte zur "Wachsamkeit und Gelassenheit". Probleme gebe es nur in einigen Regionen des Landes. Man müsste die Kontrolle übernehmen, um die zweite Kurve so schnell wie möglich zu bezwingen. "Wir haben das bereits einmal geschafft und werden es sicher wieder schaffen", so Sánchez.

14.39 Uhr: Südkorea schließt wieder Schulen in Seoul

Angesichts der steigenden Zahlen der Corona-Infektion will das Bildungsministerium in Seoul wieder auf Online-Unterricht umstellen. Allein für die höchsten Jahrgangsstufen der Oberschule gilt eine Ausnahmeregelung, da diese sich auf Reifeprüfung vorbereiten müssen, so das Ministerium. In der Region um die Hauptstadt seien in den vergangenen zwei Wochen mindestens 193 Schüler und Lehrer positiv auf das Virus getestet worden. Auch die Kindergärten sollen vorübergehend wieder geschlossen werden.

14.34 Uhr: Keine Gebühren bei Umbuchungen für Lufthansa-Kunden

Die Lufthansa verzichtet in der Corona-Pandemie darauf, von ihren Kunden bei Umbuchungen zusätzliche Gebühren zu verlangen. In sämtlichen Tarifen könnten Tickets bis Jahresende mehrfach gebührenfrei auf ein anderes Datum oder ein anderes Reiseziel umgebucht werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mit. Man komme damit den Kunden bei der flexiblen Reisegestaltung noch weiter entgegen.

Bislang war unter dem Eindruck der Pandemie eine einmalige Umbuchung kostenfrei gestellt worden. Die neue Regelung gelte weltweit sowohl bei Kurz-, Mittel- als auch bei Langstrecken für alle Neubuchungen bei den Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels. Nachzahlungen könnten sich erst ergeben, wenn bei dem neuen Flug die ursprüngliche Buchungsklasse nicht mehr verfügbar sei.

14.25 Uhr: Renault-Team Chef Briatore wohl wegen Coronavirus in Klinik

Laut italienischen Medienberichten hat sich der langjährige Renault-Teamchef Flavio Briatore mit dem Coronavirus infiziert und wird derzeit in einer Mailänder Klinik behandelt. Der Zustand Briatores sei ernst, er liege jedoch nicht auf der Intensivstation, so die italienischen Berichte, die sich auf Angehörige Briatores bezogen.

13.49 Uhr: Bundesgesundheitsminister Spahn hält strengere Regeln für Maskenpflicht am Arbeitsplatz nicht für nötig

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält eine Verschärfung der Maskenregeln am Arbeitsplatz für nicht notwendig. "Ich halte die bestehenden Regelungen für ausreichend", sagte Spahn der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Düsseldorf. Es gebe Corona-Empfehlungen für den Arbeitsschutz, die jeweils auf die konkrete Situation im jeweiligen Betrieb angepasst würden. "Die steigenden Infektionszahlen haben ja nicht damit zu tun, dass sich vermehrt Menschen auf der Arbeit oder beim Einkaufen anstecken", betonte der Minister. Zuvor hatte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer eine allgemeine Maskenpflicht am Arbeitsplatz ins Spiel gebracht.

13.41 Uhr: Zweite Corona-Testung für Feiergäste in Bodenwöhr

Die Gäste einer Feier in Bodenwöhr sollen nach der ersten Reihentestung nun ein zweites Mal getestet werden. Die Testung wurde durchgeführt, da bekannt wurde, dass einer der Gäste nach der Feier einen positiver Corona-Bescheid erhalten hatte. Die Abstriche bei den 114 Personen sollen am MIttwoch vorgenommen werden, so ein Sprecher des Landratamtes Schwandorf.

Die Ergebnisse der ersten Testung hatten ergeben, dass 112 der 114 Fälle negativ waren. Diese lagen dem Landratsamt bereits schriftlich vor, bei den beiden weiteren Ergebnissen gab es zunächst telefonisch die Vorab-Information, dass auch diese negativ seien. Die betroffenen Personen befinden sich derzeit in einer 14-tägigen Quarantäne.

12.40 Uhr: RKI präsentiert Zahlen von Corona-Studie in Bad Feilnbach

Das Robert-Koch-Institut hat erste Ergebnisse seiner Corona-Studie in Bad Feilnbach präsentiert. Demnach konnten durch die Studie 2,6 mal mehr Corona-Infektionen nachgewiesen werden, als bislang offiziell in Bad Feilnbach bekannt. 85,5% der Infizierten hatten mindestens ein Krankheitssymptom, bei rund 40% der vorher positiv auf Corona Getesteten konnten keine Antikörper nachgewiesen werden.

Weitere Ergebnisse der Studie sollen nach und nach ausgewertet werden. Unter anderem soll dabei die Frage geklärt werden, inwieweit gewisse Veranstaltungen zu den hohen Infektionszahlen in Bad Feilnbach geführt haben können.

12.10 Uhr: Verbraucher kaufen in Corona-Krise mehr Elektronikartikel

In der Corona-Krise haben die Verbraucher in Deutschland mehr elektronische Geräte für daheim gekauft. Im ersten Halbjahr 2020 wuchs das Segment im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,3 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro Umsatz, wie der Branchenverband gfu am Dienstag berichtete. Bei diversen Einschränkungen im öffentlichen Leben stieg vor allem die Nachfrage nach Spielekonsolen und Audio-/Video-Zubehör.

Auch die Küchen wurden neu ausgerüstet, um größere Vorräte zu halten und mehr zuhause zu kochen. Bei den Elektro-Großgeräten stieg der Umsatz um 2,7 Prozent, während die Küchen-Kleingeräte sogar um 10,4 Prozent zulegten.

12.09 Uhr: Tschechien verkürzt Corona-Quarantäne von 14 auf 10 Tage

Ab dem 1. September schreibt Tschechien nur noch eine Quarantäne von zehn Tagen vor. Damit reduziert das Land die vorherige Vorgabe von 14 Tagen. Wie aus einer neuen Verordnung des Gesundheitsministeriums hervorgeht, soll die Änderung ab dem 1. September in Kraft treten. Nachweislich Corona-Infizierte können außerdem nach frühestens zehn Tagen aus der häuslichen Quarantäne entlassen werden, ohne dass ein negativer Labortest vorliegen muss. Bedingung ist, dass sie drei Tage lang keine Symptome gezeigt haben.

Das Gesundsheitsamt in Tschechien ordnet die Quarantäne für Reiserückkehrern aus Risikogebieten ohne negatives Testergebnis, sowie Kontaktpersonen von Corona-Infizierten in Quarantäne an. Nach Behördenangaben sind in Tschechien derzeit knapp 5400 aktive Corona-Fälle gemeldet. Bis Dienstagmittag starben 415 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

11.30 Uhr: Kassenorganisation sieht mangelnde Aufklärung über Testergebnisse

Patienten werden in Arztpraxen oft nur unzureichend über die Bedeutung eines Corona-Testergebnisses aufgeklärt. Zu diesem Schluss kommt der Medizinische Dienst des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (MDS) nach einer Befragung zu sogenannten Selbstzahlerleistungen. Bei lückenhafter Information bestehe die Gefahr, dass sich die Patienten in falscher Sicherheit wiegen und deshalb Abstands- und Hygieneregeln missachten könnten.

Im Rahmen einer regelmäßigen Befragung zu sogenannten IGeL-Leistungen, die Versicherte aus eigener Tasche zahlen müssen, befragte der MDS in diesem Jahr zusätzlich rund 6.800 Versicherte zu ihren Erfahrungen mit Covid-19-Antikörpertests. Sechs Prozent hatten bereits einen Antikörpertest angeboten bekommen oder selbst danach gefragt. Die Initiative ging jeweils zur Hälfte vom Patienten oder vom Arzt aus.

Bei der Interpretation der Testresultate wurden die Patienten laut MDS aber häufig allein gelassen. Mehr als ein Viertel der Getesteten wurde demnach im Unklaren darüber gelassen, wie sich ein positiver Test auf die Immunität auswirkt. Es gibt bislang keine sicheren Erkenntnisse dazu, ob und wie lange eine Immunität nach einer Infektion anhält.

Mehr als ein Drittel der Versicherten erhielt demnach keinerlei Information darüber, dass die Tests mit Unsicherheiten verbunden sind. Knapp die Hälfte der Befragten wurde nicht darüber aufgeklärt, dass falsch positive Ergebnisse häufig möglich sind. Dass heißt, der Test fällt positiv aus, obwohl der Patient nicht infiziert war.

10.50 Uhr: Syrien-Verhandlungen wegen Corona-Fällen auf eis gelegt

Die Syrien-Verhandlungen über eine neue Verfassung sollen den politischen Prozess in Gang setzen, um den seit mehr als neun Jahren andauernden Bürgerkrieg zu beenden. Je 15 Vertreter von Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft sollten diese Woche in Genf an einer neuen Verfassung arbeiten. Wegen drei positiver Corona-Tests bei den Teilnehmern wurden die Verhandlungen schon nach einem Tag vorläufig auf Eis gelegt.

10.30 Uhr: Unternehmen fürchten Fachkräfte-Mangel durch Corona-Krise

Der Klimawandel oder Cyber-Angriffe machen den Chefs großer Unternehmen weltweit nicht länger die größten Sorgen: Infolge der Corona-Pandemie steht einer KPMG-Studie zufolge nun der Fachkräftemangel ganz oben auf ihrer Agenda. "Die Gewinnung und die Bindung von genügend und qualifizierten Mitarbeitern" habe sich aus Sicht der Konzernchefs "zum wichtigsten Geschäftsrisiko entwickelt, noch vor Lieferketten- und Umweltrisiken", erklärte die Beratungsgesellschaft.

KPMG befragte im Januar und Februar insgesamt 1.300 Chefs von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 500 Millionen US-Dollar. Im Juli und August wurden dann 315 dieser Unternehmenslenker erneut befragt.

Zuletzt gaben 21 Prozent an, von Personalfragen wie der ausreichenden Gewinnung von Fachkräften sowie deren Zufriedenheit und Gesundheit gehe innerhalb der nächsten drei Jahre das größte Risiko für ihr Unternehmen aus. Anfang des Jahres - vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie - hatte der entsprechende Anteil nur ein Prozent betragen. Der zweitgrößte Sorgenfaktor ist den Angaben zufolge nun die Lieferkette der Unternehmen (18 Prozent), gefolgt von möglichen territorialen oder geopolitischen Problemen (14 Prozent).

10.18 Uhr: Britischer Pharmakonzern startet Studie mit Antikörper-Mittel

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca startet eine klinische Studie mit einem Antikörper-Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von Covid-19. In der Studie soll eine Kombination aus zwei Antikörpern an bis zu 48 gesunden Patienten zwischen 18 und 55 Jahren getestet werden. Sollte die Untersuchung zu positiven Ergebnissen kommen, plant AstraZeneca eine größere Studie. Das Projekt wird von der US-Regierung finanziell unterstützt.

Der potenzielle Corona-Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford könnte noch in diesem Jahr zur Zulassung eingereicht werden. Dies könne der Fall sein, wenn ausreichend Daten vorliegen, sagte der Wissenschaftler Andrew Pollard von der Universität Oxford der BBC. Das Projekt gehört zu den führenden Studien im Rennen um einen Corona-Impfstoff.

09.33 Uhr: Münchens OB hofft auf ein Oktoberfest 2021

Nachdem das Oktoberfest in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfällt, hofft Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) auf eine Wiesn 2021. Wenn es einen Impfstoff geben sollte, stehe einem Oktoberfest im kommenden Jahr nichts im Wege, sagte Reiter dem "Münchner Merkur". Er halte es für möglich, dass bis 2021 ein solcher Impfstoff gefunden ist.

Zuversichtlich ist der Stadtchef auch, was die Christkindlmärkte in München betrifft. Die Verwaltung arbeite an einem Konzept, wie die Märkte in diesem Jahr stattfinden könnten. Es müssten Abstände gewährleistet sein, um Menschenansammlungen zu verhindern. "Ich fände es schön, zu Weihnachten ein kleines Zeichen der Normalität nach diesem schwierigen Jahr zu setzen", sagte Reiter. Auch wenn das Flair der Christkindlmärkte dann nicht ganz so sein werde wie gewohnt.

09.20 Uhr: Patienten in Niederlanden und Belgien angeblich erneut infiziert

In den Niederlanden und Belgien haben sich zwei genesene Corona-Patienten einem Medienbericht zufolge erneut mit dem Virus angesteckt. Bei dem niederländischen Patienten handele es sich um eine ältere Person mit einem geschwächten Immunsystem, der belgische Patient habe milde Symptome, berichtete der niederländische Rundfunksender NOS unter Verweis auf die Aussagen von Virologen.

Der Fall des Patienten in Belgien zeige, dass die Antikörper, die dieser bei der ersten Infektion entwickelt habe nicht ausreichten, um eine zweite Infektion mit einer leicht unterschiedlichen Variante des Virus zu vermeiden, sagte der Virologe Marc Van Ranst: "Das sind keine guten Nachrichten." Er sagte, es sei unklar, ob solche Fälle selten seien oder ob es viel mehr Mensche gebe, die sich nach sechs oder sieben Monaten erneut ansteckten.

Erst am Montag hatte der Fall eines Mannes in Hongkong für Aufsehen gesorgt, der sich viereinhalb Monate nach seiner Genesung erneut mit dem Virus infizierte. Die Medizinische Fakultät der Universität von Hongkong hatte auf Twitter erklärt, den weltweit ersten Fall einer erneuten Covid-19-Infektion nachgewiesen zu haben. Der Fall deute darauf hin, dass "die Immunität nach einer natürlichen Infektion von kurzer Dauer sein kann".

08.54 Uhr: Söder will weiter Tests für Reiserückkehrer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lehnt eine Einschränkung oder Abschaffung von Corona-Tests für Reiserückkehrer ab. Im Bayerischen Rundfunk sagte Söder: "Bayern will das nicht." Die Urlaubsrückkehrer, insbesondere aus Südosteuropa, ließen, "gepaart mit einem großen Leichtsinn", überall in Deutschland das Infektionsgeschehen ansteigen.

Die Überlegung, Tests abzuschaffen oder zu begrenzen, halte er "für nicht durchdacht", so Söder. Das Argument, die Testkapazitäten seien ausgeschöpft, treffe so nicht zu. Quarantäne plus Tests seien "eine wichtige Sicherheit". Bayern sei "grundlegend skeptisch. Uns wirkt das zu holterdipolter. Wir müssen gucken, dass wir nicht immer ständig der Welle nachlaufen, sondern wieder versuchen, vor die Welle zu kommen."

Söder bekräftigte seine Forderung nach einheitlicheren bundesweiten Regelungen, etwa bei Bußgeldern bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht. Den "Wildwuchs" könne er nicht gutheißen. Dies gelte auch für Großveranstaltungen wie etwa Fußballspiele: "Ich bin ein großer Fan des Fußballs, aber ich glaube nicht, dass das jetzt ein gutes Signal ist, Tausende von Fans in die Fußballstadien zu lassen beziehungsweise im gleichen Atemzug riesige Popkonzerte zu veranstalten."

08.46 Uhr: Sieben Tage in Folge mehr als 60.000 Neuinfektionen in Indien

Indien meldet den siebten Tag in Folge mehr als 60.000 Corona-Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden wurden 60.975 weitere Ansteckungen nachgewiesen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit sind landesweit 3,17 Millionen Infektionen registriert.

Die Zahl der Todesfälle stieg um 848 auf 58.390, zugleich vermeldete Indien aber auch einen Rekord bei der Zahl der wieder genesene Covid-19-Patienten innerhalb 24 Stunden. 66.500 Patienten hätten die Viruserkrankung überstanden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Genesungsrate hat nahezu 76 Prozent erreicht, mehr als 2,4 Millionen mit dem Coronavirus infizierte Menschen sind aus Krankenhäusern entlassen worden.

08.25 Uhr: Deutsche Wirtschaft bricht um 9,7 Prozent ein

Die deutsche Wirtschaft ist wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal nicht ganz so stark geschrumpft wie bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 9,7 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Eine frühere Schätzung hatte ein Minus von 10,1 Prozent ergeben. Das ist dennoch der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hatten im Frühjahr weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt: Geschäfte, Hotels und Restaurants mussten schließen, Fabriken machten dicht, Messen, Konferenzen und Konzerte wurden abgesagt.

Für das laufende dritte Quartal erwarten Ökonomen wegen der Lockerung der Corona-Beschränkungen wieder deutliches Wachstum. Dennoch sagt die Bundesregierung für 2020 die schwerste Rezession der Nachkriegszeit voraus: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 6,3 Prozent einbrechen.

08.15 Uhr: Corona reißt Loch in Staatsetat - Minus von 51,6 Milliarden Euro

Die Corona-Rezession hat ein riesiges Loch in den deutschen Staatshaushalt gerissen. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung gaben im ersten Halbjahr zusammen 51,6 Milliarden Euro mehr aus als sie einnehmen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Defizit entspricht 3,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2019 stand noch ein Überschuss von 46,5 Milliarden Euro zu Buche.

Auch im Gesamtjahr 2020 dürfte der deutsche Staat tiefrote Zahlen schreiben, nachdem zuvor acht Jahre in Folge ein Überschuss gelungen war. Die Bundesbank rechnet mit einem Defizit von etwa sieben Prozent. "Die Steuereinnahmen brechen weg, während die Ausgaben nicht nur weiterlaufen, sondern teilweise – wie bei der Arbeitslosenversicherung - krisenbedingt stark steigen", erklärte sie.

07.50 Uhr: Mehr als 600.000 Infizierte in Peru

In Peru steigt die Zahl der Corona-Infektionen weiter stark an. Der Andenstaat registriert mittlerweile mehr als 600.000 Infizierte, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl der durchschnittlichen Neuinfektionen pro Tag betrug demnach mehr als 8.000 Fälle. Die Zahl der Covid-19-Toten stieg auf fast 28.000. Peru hat damit eine der höchsten Todesraten weltweit und ist nach Brasilien das am stärksten vom Corona-Virus betroffene Land in Südamerika.

Trotz wieder eingeführter Beschränkungen für das öffentliche und private Leben breitet sich das Virus rasant aus. Hauptgründe dafür sind eine große soziale Ungleichheit und eine große Zahl an informell Beschäftigten.

07.33 Uhr: Saarland-MP Hans für einheitliche Corona-Regeln

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) dringt auf einheitliche Corona-Schutzvorschriften in Deutschland. Die Ministerpräsidenten müssten bei ihrer Schaltkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag darüber beraten, "ob wir Lockerungen wieder zurücknehmen müssen beziehungsweise Verschärfungen von Auflagen und Strafen brauchen", sagte Hans den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Es wäre wünschenswert, wenn Bund und Länder sich dabei auf ein gemeinsames Vorgehen einigen könnten" , sagte Hans. Dies erwarteten auch die Bürger.

07.20 Uhr: Trump sieht Abflauen des Coronavirus

US-Präsident Donald Trump sieht das Coronavirus in Amerika im Schwinden begriffen. Das Land werde "dieses furchtbare Ereignis, das aus China kommt, hinter uns bringen und wir werden sehr bald Impfmittel haben, aber es wird abflauen, und es hat angefangen, abzuflauen", sagte Trump auf der Rollbahn eines Regionalflughafens in Fletcher im Staat North Carolina vor Hunderten Anhängern.

Mehr als 176.000 Menschen sind in den USA bereits an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Die Zahl der Toten und Neuansteckungen in Amerika steigt bereits seit Monaten.

07.09 Uhr: UN sieht 120 Millionen Jobs im Tourismus bedroht

Wegen der Corona-Krise sind in diesem Jahr UN-Generalsekretär António Guterres zufolge weltweit rund 120 Millionen Jobs im Tourismus bedroht. "Die Krise ist ein massiver Schock für entwickelte Ökonomien aber für Entwicklungsländer ist es ein Notfall", sagte Guterres in einer Video-Botschaft.

Wegen der Corona-Pandemie wurden weltweit Grenzen geschlossen, Hotels dichtgemacht und Flüge gestrichen. In den ersten fünf Monaten des Jahres ist die Zahl der internationalen Touristen dem Bericht zufolge um 56 Prozent gesunken - insgesamt könnte sie in diesem Jahr um 78 Prozent einbrechen. Zwischen 910 Milliarden und 1,2 Billionen Dollar an Exporteinnahmen im Tourismus könnten demnach verloren gehen.

Dies sei besonders verheerend, da die meisten Tourismus-Betriebe kleine und mittlere Unternehmen seien, hieß es. "Frauen, junge Menschen und informelle Arbeiter sind besonders bedroht", sagte Sandra Carvao von der UN-Tourismusorganisation (UNWTO) mit Blick auf die Jobverluste. Demnach besteht der Tourismussektor zu mehr als die Hälfte aus Frauen.

07.08 Uhr: Zwei französische Regionen als Corona-Risikogebiet eingestuft

Die französischen Regionen Île-de-France mit der Hauptstadt Paris und die Region Provence-Alpes-Côte d‘Azur werden wegen des Anstiegs an Corona-Neuinfektionen seit dem 24. August, 20 Uhr auf der fortlaufend aktualisierten Liste des bundeseigenen Robert Koch-Institutes (RKI) als Risikogebiete geführt.

06.40 Uhr: Montgomery fordert einheitliche Party-Regeln

Der Chef des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich für einheitliche Regeln für Partys und Familienfeiern ausgesprochen: "Eine solche Begrenzung von Partys und Familienfeiern sollte bundesweit einheitlich geregelt werden», sagte er der "Passauer Neuen Presse": "Es ist langsam an der Zeit, über die Hürden des Föderalismus zu springen. Es müssen einheitliche Regeln verabschiedet und dafür gesorgt werden, dass sie auch eingehalten werden."

Eine allgemeine Maskenpflicht am Arbeitsplatz, wie von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ins Spiel gebracht, sieht Montgomery skeptisch: "Eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz könnte übertrieben sein. Warum soll man allein im Einzelbüro eine Maske aufsetzen?"

06.20 Uhr: Kommunen fordern in Corona-Krise zusätzliche Milliarden vom Bund

Der Deutsche Städtetag fordert in der Corona-Krise vom Bund zusätzliche Milliardenhilfen, damit die Kommunen weiter investieren können. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Politik muss für die Jahre 2021 und 2022 nachbessern, es geht um eine Summe in Milliardenhöhe. Sonst drohen Investitionen der Städte wegzubrechen."

"Was uns im Moment besonders Sorgen macht, ist die Frage: Wie können die Städte mittelfristig weiter investieren? Was passiert eigentlich 2021 und 2022?", sagte Dedy. "Aus ersten Großstädten, die ihre Haushalte aufstellen, wissen wir: Es sieht dramatisch aus. Solche Probleme verteilen sich dann durch den kommunalen Finanzausgleich flächendeckend." Eine Stadt investiere dann, wenn sie mit Investitionsmitteln planen könne. "Diese Planungssicherheit geht im Moment flöten, weil wir zwar eine Lösung für 2020 haben, aber nicht darüber hinaus."

Ohne mehr Bundesmittel drohe ein Marsch in die Verschuldung, sagte Dedy: "Der ist auf der kommunalen Ebene völlig fehl am Platz. Das haben wir gesehen mit den Altschulden. Wenn Sie eine ungeregelte Verschuldung in den Städten machen, dann kommen Sie da ohne Hilfe nie wieder raus."

05.22 Uhr: 1.278 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1.278 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Montag waren es 711. Allerdings sind die gemeldeten Fallzahlen an Sonntagen und Montagen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen weit höher gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 234.853 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete (Datenstand 25.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.277. Seit dem Vortag wurden fünf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 209.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montag bei 0,98 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen vom Montag lag dieser Wert bei 0,97 (Vortag: 1,07). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

05.04 Uhr: Corona-Lockdown im Gazastreifen

Im dicht besiedelten Gazastreifen sind die ersten Corona-Fälle außerhalb spezieller Quarantäne-Einrichtungen nachgewiesen worden. Wie das Informationsbüro der islamistischen Hamas-Regierung mitteilte, wurden die vier Fälle - alles Mitglieder einer Familie - im Flüchtlingslager Al-Mughasi registriert. Dort leben etwa 120.000 Menschen.

Das Informationsbüro verkündete einen kompletten Lockdown für den gesamten Gazastreifen. Die Maßnahme solle von Montagnacht für 48 Stunden gelten. Bildungseinrichtungen, Moscheen und Märkte müssen geschlossen bleiben. In dem Küstenstreifen leben insgesamt zwei Millionen Menschen unter prekären Umständen. Eine starke Ausbreitung des Virus gilt als Horrorszenario. Entgegen vieler Befürchtungen verlief die Pandemie bislang glimpflich.

Montag, 24. August 2020

22.14 Uhr: Unterricht im Freien in New York

Wegen der Corona-Pandemie sollen Schulen in New York ihren Unterricht künftig unter freiem Himmel abhalten dürfen. Dies kündigte der Bürgermeister der US-Millionenmetropole, Bill de Blasio, am Montag an. Die Schulen sollen dafür geeignete Orte vorschlagen: beispielsweise Schulhöfe, Straßen oder Parks. Die Stadt werde dann wenn möglich rasch Genehmigungen erteilen, vor allem für Schulen in besonders betroffenen Gegenden oder ohne eigenen Außenbereich.

21.31 Uhr: Reisewarnung für Côte d’Azur und Île-de-France in Frankreich

Die französische Côte d’Azur sowie die Region Île-de-France mit der Hauptstadt Paris gelten jetzt als Corona-Risikogebiete. Das geht aus der fortlaufend aktualisierten Liste der Risikogebiete hervor, die das bundeseigene Robert Koch-Institut führt. Dort sind die Gebiete Île-de-France sowie Provence-Alpes-Côte d’Azur seit Montag aufgelistet. Eine Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Entscheidung von Gesundheits-, Außen- und Innenministerium.

21.11 Uhr: Bayern kritisiert neue Test-Strategie

Nach der Telefonkonferenz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seinen Länderkollegen kommt Kritik aus Bayern. "Die Diskussion zur Beendigung einer Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist verfrüht", erklärte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml. "Die frühe Testung bei der Einreise schafft nicht nur eine schnelle Information und Sicherheit beim Betroffenen, sondern ist auch ein effektives Hilfsmittel bei der Unterbrechung von Infektionsketten."

21.07 Uhr: Schuljahr in Mexiko startet im TV und Radio

In Mexiko hat das neue Schuljahr wegen der Coronavirus-Pandemie mit Unterricht per Fernsehen und Radio begonnen. Mehrere Sender strahlten am Montag erstmals Programme für verschiedene Stufen aus, die zusammen mit dem Bildungsministerium entwickelt worden waren. Der Unterricht in den Klassenzimmern ruht seit März. Eine Rückkehr ist nach Einschätzung der Regierung für die rund 30 Millionen Schülerinnen und Schüler derzeit nicht sicher. Mexiko hat offiziell mehr als 60 000 Todesfälle nach einer Covid-19-Erkrankung registriert. Im weltweiten Vergleich liegt das Land auf Platz drei.

20.02 Uhr: Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

Die Gesundheitsminister von Bund und Länder wollen die Vorgaben für Corona-Tests bei Reiserückkehrern ändern. Sie beschlossen am Montag nach Angaben der Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), dass für Reisende aus Corona-Risikogebieten grundsätzlich die 14-tägige Quarantäne-Pflicht gelten soll. Die Quarantäne kann demnach frühstens fünf Tage nach Einreise durch Vorlage eines negativen Testergebnisses beendet werden. Momentan können sich Rückkehrer direkt von der Quarantäne dadurch befreien, dass sie einen solchen negativen Test vorlegen. Die Gesundheitsminister sprachen sich zudem dafür aus, die kostenlosen Tests für Reisende aus Nicht-Risikogebieten zu beenden.

19.04 Uhr: Fast zwei Drittel der Deutschen für Karnevalsabsage

Fast zwei Drittel aller Deutschen lehnen laut einer Umfrage Karnevalsumzüge während der Corona-Krise ab. Insgesamt 64,4 Prozent der Befragten sprachen sich gegen Großveranstaltungen unter Auflagen an der frischen Luft aus, wie das Nachrichtenportal "t-online.de" am Montag unter Berufung auf eine Erhebung des Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey berichtete. Lediglich 28 Prozent waren dafür. 7,4 Prozent zeigten sich unentschieden.

18.35 Uhr: Nach Sommerferien - keine Pflichttests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Pflichttests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten und kostenlose Corona-Tests für Urlauber aus anderen Regionen soll es nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach dem Ende der Sommerreisesaison nicht mehr geben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur nach einer Schaltkonferenz der Minister am Montag.

18.25 Uhr: Nach Feier in Bodenwöhr bislang alle Tests negativ

Nach der Feier mit einem Corona-Infizierten im bayerischen Bodenwöhr sind bislang alle weiteren Testergebnisse negativ. Dem Landratsamt Schwandorf zufolge lagen am Montag bei 112 der 114 ermittelten engen Kontaktpersonen die Testergebnisse schriftlich vor. Bei den beiden weiteren Ergebnissen gebe es bereits telefonisch die Vorab-Information, dass auch diese negativ seien, sagte ein Sprecher.

Ein nach einer Italien-Reise positiv auf das Coronavirus getesteter Mann hatte am vorvergangenen Freitag an einer Geburtstagsfeier mit rund 100 Gästen teilgenommen - noch bevor er sein Ergebnis erhalten hatte, wie ein Landratsamtssprecher sagte. Der Mann hatte sich am Tag zuvor an der Grenze zu Österreich bei Kiefersfelden kostenlos testen lassen.

18.15 Uhr: Verschärfte Corona-Regeln im hessischen Main-Kinzig-Kreis

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in und um die hessische Stadt Hanau verschärft der Main-Kinzig-Kreis die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus. Es gelten strengere Auflagen bei Veranstaltungen, privaten Treffen und Freizeitbeschäftigungen, wie der Kreis mitteilte. Verschärfungen gibt es auch an Schulen: Der praktische Sportunterricht wird abgesagt, eine Maskenpflicht gilt für alle weiterführenden Schulen.

Die Maßnahmen sind den Angaben zufolge zunächst auf drei Wochen beschränkt. Betroffen sind die Städte Bruchköbel, Erlensee, Hanau, Maintal, Neuberg und Nidderau. Allen weiteren Kommunen im Altkreis Hanau wird empfohlen, sich ebenfalls an die Regeln zu halten.

17.50 Uhr: Verfassungsgespräche für Syrien wegen Corona-Fällen ausgesetzt

Die unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen stehenden Verfassungsgespräche für Syrien sind wegen positiver Corona-Tests mehrerer Teilnehmer ausgesetzt worden. Drei Mitglieder des syrischen Verfassungskomitees seien positiv auf das Virus getestet worden, erklärte der UN-Syriengesandte Geir Pedersen nur wenige Stunden nach Auftakt des Treffens in Genf.

Zu den einwöchigen Gesprächen waren Vertreter der syrischen Regierung von Machthaber Baschar al-Assad, der Opposition sowie der Zivilgesellschaft angereist. Das Verfassungskomitee besteht aus 150 Delegierten, an den am Montag begonnenen Gesprächen sollten jedoch nur je 15 Mitglieder der drei Gruppen teilnehmen. Aufgabe ist die Ausarbeitung eines Verfassungsentwurfs für Syrien.

17.34 Uhr: LGL: Ansteckung mit Coronavirus mehrheitlich innerhalb Deutschlands

Die Mehrheit der in Bayern positiv auf das Coronavirus-Getesteten hat sich bislang offensichtlich in Deutschland angesteckt. Das geht aus einer Antwort des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf eine BR-Anfrage hervor. In den vergangenen vier Wochen wurden dem LGL insgesamt 2.611 Neuinfektionen gemeldet (Stand: 18. August). Für 1.613 Fälle wurde der wahrscheinliche Ort der Exposition beziehungsweise die Infektionsquelle angegeben: Bei 1.269 Fällen war es Deutschland, in 344 Fällen fand die Exposition außerhalb Deutschlands statt.

Die Gesundheitsämter sind laut LGL gehalten, die Infektionsquellen bei positiven Fällen sorgfältig zu ermitteln, um die Verbreitungsdynamik beurteilen zu können. Die positiv Getesteten, die an den bayerischen Teststationen getestet worden sind, fließen dem LGL zufolge bereits in die amtliche Meldestatistik ein. "Maßgeblich ist hier der Wohnort oder Aufenthaltsort der Getesteten, nicht der Ort der Untersuchung (des Abstriches)", stellt das Amt klar.

Der Anstieg der bayerischen Corona-Fallzahlen ist aus LGL-Sicht zumindest auch auf die starke Erhöhung der Testzahlen seit Anfang Juli sowie die zielgerichteten Tests von Reiserückkehrern zurückzuführen. "Denn so wurden Fälle aufgedeckt, die sonst nicht als solche erkannt worden wären", heißt es in der schriftlichen Antwort.

16.45 Uhr: Niederländisches Königspaar entschuldigt sich für Verstoß gegen Corona-Regeln

Das niederländische Königspaar hat sich zu einer Entschuldigung wegen Verstößen gegen Corona-Schutzregeln gezwungen gesehen. Auf einem Urlaubsfoto sind König Willem-Alexander und seine Frau Máxima Arm in Arm mit einem Mann zu sehen, bei dem es sich Medienberichten zufolge um den Besitzer eines Restaurants auf der griechischen Ferieninsel Mykonos handelt. Das Königspaar drückte sein Bedauern über den Fauxpas aus.

Willem-Alexander ist auf dem im Internet kursierenden Schnappschuss mit zerstrubbeltem Haar und aufgekrempelten Ärmeln zu sehen - und scheint auch die Corona-Schutzregeln lässig zu nehmen: Seine Maske trägt der 53-jährige Monarch an der Hand, nicht im Gesicht. An Máximas Seite ist noch ein weiterer Mann zu sehen - von Mindestabstand keine Spur.

Das Königspaar reagierte auf die Medienberichte über das Foto mit einer Erklärung im Kurzbotschaftendienst Twitter. In der aufgenommenen Situation hätten sie "zu wenig Abstand" gehalten, bekannten Willem-Alexander und Máxima. "In der Spontaneität des Moments haben wir nicht aufgepasst. Natürlich hätten wir das tun müssen."

16.36 Uhr: Bali macht für Touristen dicht

Die beliebte indonesische Urlaubsinsel Bali wird wegen der Corona-Pandemie bis Ende des Jahres keine ausländischen Urlauber ins Land lassen. Ursprünglich hatten die regionalen Behörden geplant, vom 11. September an wieder internationale Gäste zu empfangen. "Aber wir müssen vorsichtig sein, wir können so etwas nicht überstürzen. Wir müssen gut vorbereitet sein", zitierte die "Jakarta Post" die Regionalregierung: "Bei der Wiederbelebung des Tourismus darf Bali nicht scheitern, weil dies das Image Indonesiens in der Welt schädigen könnte."

Die indonesische Regierung in Jakarta hatte für den Rest des Inselstaates bereits vor zehn Tagen eine Verlängerung der Reisesperre für Ausländer bis Jahresende angekündigt. Ziel sowohl auf Bali als auch auf den anderen Inseln des Archipels ist es nun zunächst, den einheimischen Tourismus wiederzubeleben.

16.07 Uhr: Neue Corona-Maßnahmen in mehreren Regionen Spaniens

Wegen der steigenden Corona-Zahlen hat die spanische Regierung neue Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus eingeführt. So sind in Katalonien auch private Treffen von mehr als zehn Personen verboten. "Die Lage ist nicht mehr stabil, sondern die Zahlen steigen ständig", so Regionalpräsident Quim Torra.

Im Südosten des Landes, in der Region Murcia, wurden alle Treffen von mehr als sechs nicht im selben Haushalt lebenden Personen verboten. Am stärksten ist die Stadt Madrid vom Coronavirus betroffen. Deswegen fordern die Behörden die Bewohner in der Hauptstadt dazu auf, alle nicht notwendigen sozialen Kontakte zu vermeiden.

Auf den Balearen mit der Urlauberinsel Mallorca räumte die örtliche Regierung ein, dass es eine zweite Corona-Welle gebe. Das Virus breite sich wieder so schnell aus, dass eine Nachverfolgung von Kontakten schwierig sei. Seit Anfang Juli steigen die Zahlen in Spanien nahezu konstant an. In den vergangenen Tagen wurden jeweils weit mehr als 3.000 neue Fälle registriert. Im Juni, kurz vor Ende des Corona-Notstands des Landes, hatte die Zahl noch unter hundert gelegen.

15.56 Uhr: 91 Prozent halten Testpflicht für Rückkehrer für angemessen

Die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland hält die Testpflicht für Reiserückkehrer einer Umfrage zufolge für richtig. Wie aus dem "Corona-Monitor" des Bundesinstituts für Risikoforschung (BfR) hervorgeht, gaben 91 Prozent der Befragten an, die Pflicht sei angemessen. Die vorgeschriebenen Tests finden damit im Vergleich zu anderen Maßnahmen die höchste Zustimmung, knapp vor Abstandsregeln (89 Prozent) und Maskenpflicht sowie Veranstaltungsabsagen (je 87 Prozent). "Die hohe Zustimmung zu den Maßnahmen deutet darauf hin, dass sich die Bevölkerung der Risiken durch das Virus nach wie vor bewusst ist", sagte BfR-Präsident Andreas Hensel.

Heute bekannt geworden, dass die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten nach dem Sommer wieder abgeschafft werden könnte. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur in Auszügen vorliegenden Konzept von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu Beratungen mit seinen Kollegen aus den Ländern hervor.

15.36 Uhr: Schwedens Chef-Epidemiologe erwartet keine zweite Infektionswelle

Schwedens Chefepidemiologe sieht im Herbst keine zweite große Covid-19-Welle auf das Land zukommen. Eine weite Verbreitung in der Bevölkerung sei nicht mehr zu erwarten, sagte der Experte Anders Tegnell dem TV-Sender TV4. Auch wenn keine "klassische zweite Welle" zu befürchten sei, so könne es aber lokal zu neuen Ausbrüchen kommen, etwa an Arbeitsstätten. Man müsse ständig auf der Hut vor dem Virus sein, denn es sei unvorhersehbar: "Aber dass wir wieder in eine Situation wie im Frühjahr geraten, das sehen wir nicht."

Tegnell gilt als Architekt des schwedischen Weges beim Umgang mit der Pandemie: Die Behörden in dem skandinavischen Land setzen mehr auf freiwillige Maßnahmen, denn auf Vorschriften. Mit fast 6.000 Toten in der Pandemie liegt die Sterblichkeitsrate jedoch höher als in anderen nordischen Staaten wie etwa Norwegen, Dänemark oder Finnland. Nach der ersten Infektionswelle im Frühjahr hat sich die Lage in den vergangenen Monaten in Schweden jedoch beruhigt.

15.23 Uhr: Steigende Fallzahlen in Frankreich und Italien

Kurz vor dem Ferienende breitet sich das neuartige Coronavirus in den EU-Ländern Frankreich und Italien wieder verstärkt aus.

Die französischen Gesundheitsbehörden meldeten am Sonntag nahezu 5.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt 4.897 Neuinfektionen seien binnen 24 Stunden registriert worden, teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit. Dies war die höchste Zahl seit dem Ende des Lockdown im Mai. Zum Vergleich: In Deutschland meldete das Robert-Koch-Institut am Montag 711 Neuinfektionen.

In Frankreich sind derzeit insgesamt 4.709 Menschen wegen der Lungenkrankheit Covid-19 im Krankenhaus, davon 383 auf der Intensivstation. Am Sonntag wurde ein weiteres Corona-Todesopfer gemeldet, die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 30.513.

Auch in Italien breitet sich das Coronavirus wegen sommerlicher Aktivitäten und Urlaubsreisen wieder deutlich stärker aus. Am Sonntag wurden 1.210 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Trotz des abrupten Anstiegs der Fallzahlen versicherte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza, die Lage sei unter Kontrolle. Einen erneuten Corona-Lockdown für das gesamte Land schloss er aus.

15.16 Uhr: Merkel widerspricht Scholz bei gemeinsamer Schuldenaufnahme in EU

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht die im Zuge der Corona-Krise vereinbarte gemeinsame Schuldenaufnahme in Europa als eine begrenzte Maßnahme an. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, es handle sich um eine außergewöhnliche Antwort auf eine ganz außergewöhnliche Notsituation, in der sich Europa befinde. Die Befugnisse der EU-Kommission, im Namen der EU Mittel am Kapitalmarkt aufnehmen zu können, seien zeitlich und hinsichtlich Höhe und Umfang "klar begrenzt". Sie seien ausgerichtet auf die Bewältigung der aktuellen Krise.

Dagegen ist aus Sicht von Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) die gemeinsame Schuldenaufnahme in Europa keine krisenbedingte Eintagsfliege. "Der Wiederaufbaufonds ist ein echter Fortschritt für Deutschland und Europa, der sich nicht mehr zurückdrehen lässt", sagte der SPD-Kanzlerkandidat den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Die EU nehme erstmals gemeinsame Schulden auf, setze diese gezielt gegen die Krise ein und verpflichte sich, bald mit der Rückzahlung zu beginnen: "All das sind tiefgreifende Veränderungen, vielleicht die größten Veränderungen seit Einführung des Euro." In der CDU waren die Äußerungen bereits auf heftigen Widerspruch gestoßen.

15.01 Uhr: Scholz sieht Maskenpflicht am Arbeitsplatz kritisch

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sieht eine Maskenpflicht für den Arbeitsplatz kritisch. Bereits zu Beginn der Corona-Krise seien Regelungen zum Schutz vor Ansteckungen während der Arbeit gemacht worden, betonte der SPD-Kanzlerkandidat auf NDR Info. "Die haben dafür gesorgt, dass in vielen Unternehmen sehr konkrete, sehr spezielle und in jedem Unternehmen konkret richtige Regelungen getroffen worden sind."

Mehr Sinn mache es, über Regeln für Schulen und den öffentlichen Raum zu sprechen, sagte Scholz. Grundsätzlich sei die Akzeptanz für die Mund-Nasen-Bedeckung in Deutschland sehr groß. "Und ich finde, das ist eine große Leistung." Wenn die Behörden alles kontrollieren müssten, kämen sie gar nicht hinterher.

Vor dem Hintergrund wieder steigender Infektionszahlen wollten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Bei einer Telefonkonferenz sollte es unter anderem um Auflagen für Familienfeiern gehen. Es gibt auch Überlegungen, die Maskenpflicht auszuweiten.

14.43 Uhr: Italien hofft auf Impfstoff im Frühjahr 2021

Im Wettlauf um einen Impfstoff kündigt Italien Tests mit einem potenziellen Mittel am Menschen an. Das auf Infektionskrankheiten spezialisierte Lazzaro Spallanzani-Institut in Rom will in den kommenden Wochen mit 90 Freiwilligen einen potenziellen Impfstoff testen. "Wenn wir schnell sind, werden wir im nächsten Frühjahr die ersten Impfdosen auf den Markt bringen", erklärte Institutsleiter Francesco Vaia. Das Mittel namens GRAd-COV2 wurde von ReiThera, einem in Rom ansässigen Unternehmen, entwickelt.

14.22 Uhr: Von der Leyen prüft Corona-Verhalten von EU-Handelskommissar Hogan

Wegen der Teilnahme an einem gegen die Corona-Regeln verstoßenden Dinner wird das Corona-Verhalten von EU-Handelskommissar Phil Hogan genau untersucht. Wie eine Sprecherin mitteilte, prüft EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen derzeit, ob sie Konsequenzen aus dem Verhalten des Iren ziehen soll. Demnach wäre eine Option, Hogan zum Rücktritt aufzufordern.

Vergangene Woche hatte Hogan zusammen mit etwa 80 Personen an einem der Dinner der Golf-Gesellschaft teilgenommen. Dies widersprach geltenden Corona-Regeln in Irland, die maximal 50 Personen in geschlossenen Räumen erlauben. Hogan wäre nicht der erste Politiker, der wegen der Veranstaltung seinen Job verliert. Bereits am Freitag war der ebenfalls bei dem Dinner anwesende irische Landwirtschaftsminister Dara Calleary zurückgetreten.

14.20 Uhr: Berlinale soll trotz Corona-Pandemie "physisch" stattfinden

Die Berlinale soll im Februar 2021 trotz Corona-Pandemie stattfinden. Geplant sei ein «physisch stattfindendes Festival», teilten die Internationalen Filmfestspiele in Berlin am Montag mit. Dabei solle «die größtmögliche Sicherheit» aller Gäste gewährleistet werden. Die Berlinale (11. bis 21. Februar 2021) zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt.

13.26 Uhr: Lockdown im neuseeländischen Auckland wird verlängert

Die Premierministerin Jacinda Ardern hat angekündigt den Corona-Lockdown in Auckland noch bis Sonntag zu verlängern. Die seit dem 12. August geltende Corona-Maßnahme hätte eigentlich am Mittwoch enden sollen. Ardern lobte die Bürger für die Fortschritte, die gemacht wurden, rief sie jedoch gleichzeitig dazu auf, in ihren Bemühungen um eine Eindämmung des Coronavirus nicht nachzulassen.

Neuseeland galt als eine der erfolgreichsten Staaten im Kampf gegen das Coronavirus. Nachdem zuvor 102 Tage lang keine neuen Infektionen gemeldet wurde, waren vor zwei Wochen in der Millionenmetropole vier Mitglieder einer Familie positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Seither kamen täglich neue Infektionen dazu. Mit dem Lockdown wurden Schulen und alle nicht notwendigen Geschäfte geschlossen. Die Bürger sind außerdem dazu aufgefordert zu Hause zu bleiben.

12.52 Uhr: Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten könnte nach Sommer wieder abgeschafft werden

Nach dem Sommer die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten könnte wieder fallen. Laut Informationen der Deutsche-Presse-Agentur hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einen entsprechenden Vorschlag bei seinen Amtskollegen aus den Ländern für deren Schaltkonferenz an diesem Nachmittag vorgelegt.

Dem Konzept zufolge, das der dpa in Auszügen vorliegt, sollen nach Ende der Sommerferien im ganzen Bundesgebiet die Regeln für die Rückkehr aus Risikoregionen überarbeitet werden. Demzufolge soll statt der derzeit geltenden Testpflicht, wieder eine Verpflichtung zur Quarantäne greifen. Diese könne "nur durch ein negatives Testergebnis bei einer Testung nach frühestens fünf Tagen nach Einreise beendet werden", heißt es in dem Vorschlag. Einfließen sollten die Erfahrungen aus den letzten Wochen, auch mit Blick auf zunehmend begrenzte Testkapazitäten.

12.43 Uhr: Lufthansa verschärft Maskenpflicht

Die Lufthansa verschärft zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Maskenpflicht an Bord von Flugzeugen der Konzern-Airlines. Ausnahmen beim Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung sind ab September nur noch mit ärztlichem Attest möglich, wie die Lufthansa am Montag mitteilte. Außerdem muss für eine Befreiung von der Maskenpflicht ein negativer Covid-19-Testvorgelegt werden.

12.42 Uhr: Nachweis von Coronaviren im Abwasser ermöglicht Rückschlüsse auf Infektionsgeschehen

Auch Forscher in Deutschland haben eine Methode entwickelt, um Coronaviren im Abwasser nachzuweisen. Die in Kläranlagen gemessene Virenfracht erlaubt Rückschlüsse auf die Anzahl der infizierten Menschen im Einzugsgebiet, wie die Goethe-Universität in Frankfurt am Main am Montag mitteilte. Die Testmethode sei als Frühwarnsystem geeignet, um anzuzeigen, ob der Corona-Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten wird, was eine Verschärfung der Maßnahmen nach sich ziehen kann. Das Prinzip scheint einfach: Da Infizierte die Viren über die Fäkalien abgeben, könnten Abwasserproben Aufschluss über die Infektionszahlen aller an eine Kläranlage angeschlossenen Einwohner liefern.

12.39 Uhr: Bayern verschärft Corona-Bußgelder für Verstöße gegen Maskenpflicht

Mit höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer und mehr Kontrollen will Bayern die Ausbreitung des Coronavirus in Bayern ausbremsen. "Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2000 Euro fällig werden. "Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt", sagte Söder. Das Innenministerium erarbeite gerade mit dem Gesundheitsministerium den Bußgeldkatalog, er solle noch im Laufe der Woche bekannt gemacht werden.

12.01 Uhr: Gericht verbietet Werbung mit kostenlosen Brillen für "Corona-Helden"

Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart hat Optikern die Werbung mit Gratisbrillen für "Corona-Helden" untersagt. Wie das Gericht in einem am Montag veröffentlichten Urteil entschied, darf das Unternehmen Pro Optik mit deutschlandweit mehr als 140 Filialen keine Brillengeschenke für Angehörige bestimmter Berufsgruppen auf seiner Internetseite bewerben. Damit habe das Unternehmen gegen das Heilmittelwerbegesetz verstoßen, hieß es zur Begründung.

11.46 Uhr: Forderungen nach staatlich gesponserten Luftfilteranlagen

Politiker verschiedener Parteien sprechen sich wegen der Corona-Pandemie dafür aus, die Anschaffung von Luftfilteranlagen etwa für Schulen und Kitas staatlich zu unterstützen. "Einer staatlichen Förderung des Einbaus von Filteranlagen zur Reduzierung von Aerosolbildungen stehe ich offen gegenüber", sagte Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein (CSU) dem "Tagesspiegel". Es sei aber wichtig, dass zunächst der positive Effekt wissenschaftlich belegt sei und die technischen Fragen hinreichend geklärt seien.

10.35 Uhr: Neue Corona-Beschränkungen in Stadt Rosenheim

Nach steigenden Corona-Zahlen in der Stadt Rosenheim werden derzeit geltende Corona-Beschränkungen weiter verschärft. Wie die Stadt mitteilte, dürfe sich künftig in der Öffentlichkeit nur noch Angehörige eines Haushalts treffen oder höchstens fünf Menschen. Auch bei privaten Veranstaltungen greifen neue Maßnahmen: Demnach sind Feierlichkeiten auf höchstens 50 Menschen in geschlossenen Räumen und auf 100 Personen im Freien beschränkt.

Die verschärften Maßnahmen sollen gelten, bis der Grenzwert sieben Tage in Folge "nachhaltig unterschritten" wird. Die bayerische Stadt Rosenheim hat am Wochenende den Corona-Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten.

10.26 Uhr: Corona sorgt für "Haustierboom"

Menschen sehnen sich nach Nähe und sozialen Kontakten mit Verwandten, Freunden und Kollegen. Weil diese aber während des Corona-Lockdowns kaum noch möglich waren, wählten sich die Deutschen vermehrt andere Begleiter: mit Fell und Federn. Coronabedingt habe es einen regelrechten "Haustierboom" gegeben, sagt Lea Schmitz, Pressesprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. Nicht nur im Zoofachhandel, auch bei Züchtern und in Tierheimen habe es eine "überdurchschnittliche Nachfrage" gegeben, etwa in Karlsruhe, Köln und Lübeck. Die Tierasyle in Starnberg, Heilbronn und Waldenburg seien sogar so erfolgreich gewesen, dass vorübergehend kaum noch oder gar keine Katzen und Hunde mehr zur Vermittlung standen. Sogar "schwierige Langzeitinsassen" hätten so ein neues Zuhause gefunden.

10.27 Uhr: Bayern will an eigenen Corona-Regeln für private Feiern festhalten

Vor dem Treffen der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Donnerstag hat Bayern seine Linie bei den Corona-Beschränkungen für private Feste und Feiern bekräftigt. Der neue Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) sagte der "Augsburger Allgemeinen", falls es zu bundeseinheitlichen Grenzen für Teilnehmerzahlen kommen, müssten sich diese "an der bayerischen Linie orientieren". Er glaube nicht, dass "der Freistaat seinen bewährten Weg verlässt", betonte Holetschek. Er sagte, es könne auch bei unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern bleiben. Schließlich gebe es ein "unterschiedliches Infektionsgeschehen".

09.59 Uhr: Kretschmer gegen bundesweit einheitliche Regelungen

Ungeachtet steigender Infektionszahlen lehnt der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bundesweit einheitliche Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus ab. "Die Situation ist in den Bundesländern sehr verschieden", sagte Kretschmer am Montag im Deutschlandfunk. In Ländern mit hohen Infektionszahlen müsse auch entschieden gehandelt werden. Dort seien auch Maßnahmen nötig, "die wir beispielsweise in Sachsen nicht treffen müssen". "Das muss man immer regional abgestimmt sehen und dann auch handeln", betonte Kretschmer. Es habe daher überhaupt keinen Sinn, einheitlich gegen den Erreger vorzugehen. Das Entscheidende sei, jetzt "nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schießen" und alles zu verallgemeinern.

09.33 Uhr: Virologin warnt vor Gefährdung des Schulbetriebs durch Risiko-Urlaub

Virologin Ulrike Protzer plädiert dafür, aus Rücksicht auf den Schulbetrieb auf Urlaube im Risikogebiet und auf Feiern zu verzichten. "In einem Risikogebiet Urlaub zu machen, nur weil es da gerade billig ist, ist unverantwortlich", kritisierte die Beraterin der Staatsregierung zur Corona-Pandemie im Gespräch mit den "Nürnberger Nachrichten". "Wenn wir in anderen Bereichen unvorsichtig werden, riskieren wir die Öffnung der Schulen und KiTas." Das Risiko einer Infektion sei im Sommer geringer. "Im Herbst allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass wir weiter lockern können", sagte Protzer. "Ich befürchte sogar, dass wir einige Schrauben wieder anziehen müssen, wenn wir feststellen, dass wir zuviel Infektionen haben, um beispielsweise die Schulen offen zu halten."

09.29 Uhr: Tschentscher: Einheitliche Obergrenzen bei Privatfeiern

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, in der Corona-Pandemie die erlaubte Personenzahl bei privaten Feiern bundesweit zu vereinheitlichen. "Einheitlichkeit ist deshalb gut, weil es für die Bürgerinnen und Bürger schwierig genug ist, diese verschiedenen Regeln zu verstehen", sagte Tschentscher am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Einheitlichkeit mache die Sache verständlicher, dadurch werde die Einhaltung verbessert, und die Maßnahmen wirkten besser. Auch wenn man manchmal lokal unterschiedlich handeln müsse, verhalte sich das Virus ja überall in Deutschland gleich.

08.46 Uhr: Wirtschaft in Frankreich bricht 2020 um elf Prozent ein

Die französische Regierung rechnet ungeachtet der Erholung in den vergangenen Wochen weiter mit einem heftigen Konjunktureinbruch wegen der Corona-Krise. "Vorerst" gehe er weiterhin von einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr von elf Prozent aus, sagte Finanzminister Bruno Le Maire am Montag. "Während es im Mai/Juni eine starke Erholung gegeben hat, bleiben bis zum Jahresende noch viel Unsicherheiten - insbesondere im Hinblick auf Brexit, die US-Wahlen und den neuen chinesischen Fünfjahresplan", sagte Le Maire.

08.42 Uhr: Landkreispräsident: Maskenpflicht im Unterricht notwendig

Landkreispräsident Christian Bernreiter sieht keine Alternative zur Maskenpflicht im Unterricht. "Wir sind vorbereitet, aber der Vollbetrieb wird eine Herausforderung aufgrund der räumlichen Situation. An der Maskenpflicht im Unterricht wird deshalb kein Weg vorbeiführen", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur". Bernreiter plädiert für bundesweit einheitliche Regelungen in der Corona-Krise.

08.21 Uhr: Deutlich weniger Unternehmensgründungen

Bedingt durch die Corona-Krise wurden im ersten Halbjahr deutlich weniger Unternehmen in Deutschland gegründet. Die Zahl der Neugründung größerer Betriebe sank von Januar bis Juni um 9,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf rund 58.000, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bei Kleinunternehmen gab es sogar einen Einbruch von 21,1 Prozent auf rund 68.100. Nur die Zahl neu gegründeter Nebenerwerbsbetriebe wuchs, und zwar um 1,2 Prozent auf knapp 140.100.

08.09 Uhr: Wirtschaftsforscher: Kurzarbeitergeld nicht voreilig verlängern

Der Wirtschaftsforscher Michael Hüther sieht keinen Entscheidungsdruck in der Diskussion um eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. "Man muss das Pulver auch mal trocken halten", sagte Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), der "Rheinischen Post". Schließlich gelte die aktuelle Regelung noch bis Ende März 2021. Hüther verwies auf die sich erholende Konjunktur. "Die Nutzung des Kurzarbeitergeldes geht nun aber zurück, die Konjunkturindikatoren zeigen eine weitere Erholung an", sagte er. "Damit wird die Lage der Betriebe immer differenzierter. Umso weniger sind Breitbandanwendungen passend, die zusätzlich bis zu zehn Milliarden Euro kosten."

05.11 Uhr: 711 Neuinfektionen und drei weitere Todesfälle

In Deutschland sind weitere 711 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) steigt damit die Gesamtzahl der Fälle auf 233.575. Den Angaben zufolge sind drei weitere Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Insgesamt zählt das RKI nun 9.272 Todesfälle.

05.00 Uhr: USA erlauben Covid-19-Behandlung mit Blutplasma

Die US-Regierung erteilt eine Notfallgenehmigung für die Behandlung der Erkrankung Covid-19 mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. Das kündigte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus an. Bei der sogenannten Immunplasma-Therapie bekommen Patienten Plasma von Menschen, die nach einer natürlichen Infektion Antikörper gebildet hatten. Plasma wird seit über 100 Jahren genutzt und gilt als sicher für Patienten. Bislang noch unklar ist aber, wie wirksam Plasma tatsächlich ist, um die Covid-Sterblichkeitsrate zu senken.

04.45 Uhr: Gesundheitsminister beraten über weitere Strategie

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen an diesem Montag über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Bei einer Telefonkonferenz soll es unter anderem um die Auflagen für Familienfeiern und andere Veranstaltungen gehen, wie Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) als Vorsitzende der Konferenz ankündigte. In der Frage, ob es neue Obergrenzen für private Feste geben sollte, gibt es bisher keine klare Linie. Die Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Regelung stößt in mehreren Bundesländern auf Widerstand.

00.42 Uhr: Weltweit mehr als 805.000 Todesfälle und über 23,3 Millionen Infektionen

Weltweit sind einer Reuters-Zählung zufolge mehr als 805.075 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Mehr als 23,31 Millionen gelten als infiziert. Von der Pandemie am schlimmsten betroffen sind weiterhin die USA mit mehr als 175.000 Todesfällen und über 5,68 Millionen Infektionen, gefolgt von Brasilien und Indien.

00.00 Uhr: Deutsche Bahn erhöht Präsenz von Sicherheitskräften

Die Deutsche Bahn wird in den Abendstunden ihre Präsenz von Sicherheitskräften an Stationen erhöhen. Das berichtet "Bild". Demnach soll das zusätzlich eingesetzte Personal die Einhaltung der Maskenpflicht an den Bahnhöfen kontrollieren. "Maske tragen ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern Pflicht. Es ist deshalb für uns nicht hinnehmbar, wenn sich Einzelne nicht an die Regeln halten", sagt Hans-Hilmar Rischke, Sicherheitschef der Deutschen Bahn, der Zeitung. Die Maßnahme wird dem Blatt zufolge von der Bahn als nötig erachtet, da bei einer ersten Masken-Kontrolle mit Video-Kameras auf sechs Hamburger S-Bahnhöfen Verstöße festgestellt wurden.

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