24.03.2022, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Bei Nordwasser wird bei einem Pressetermin die automatische Probennahme von Abwasser für die Untersuchung u.a. auf Corona-Viren vorgestellt.

Coronavirus - Pilotprojekt zum Corona-Nachweis im Abwasser

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Bernd Wüstneck
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    Corona: Die Ereignisse vom 04. bis 10. Juli 2022

    Corona: Die Ereignisse vom 04. bis 10. Juli 2022

    Informationen zu Entwicklungen und Zahlen zum Coronavirus in Bayern, Deutschland und in der Welt vom 04. bis 10. Juli 2022.

    Sonntag, 10. Juli 2022

    19.30 Uhr: Söder - Kostenpflichtige Tests sind "fundamentaler Fehler"

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kritisiert die Entscheidung der Ampel-Koalition, die kostenlosen Bürger-Schnelltests abzuschaffen. "Ich halte es für eine fundamentale Fehlentscheidung, Tests jetzt wieder kostenpflichtig zu machen", sagt der CSU-Chef in der ARD. Die Politik habe schon einmal diesen Fehler gemacht. Söder warf dem Bund vor, die Kompetenzen in der Corona-Politik an sich gezogen zu haben. Er plädiere für einen Dreiklang aus Testen, Maske und Impfen.

    18.00 Uhr: Erstmals Betretungsverbot für nicht geimpftes Personal in Brandenburg

    Erstmals sind in Brandenburg Betretungsverbote für zwei nicht gegen das Coronavirus geimpfte Mitarbeiter in der Gesundheitsbranche verhängt worden. Sie können damit nicht mehr in ihrer Arbeitsstätte tätig sein. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Potsdam bestätigte am Sonntag, dass es sich um die ersten beiden Fälle in dem Bundesland handele. Es seien jeweils Einzelfall-Entscheidungen, die die Behörden vor Ort träfen. Für das Pflege- und Gesundheitspersonal gilt seit Mitte März eine Corona-Impfpflicht.

    Wie die "Märkische Oderzeitung" berichtete, teilte der Kreis Oder-Spree am Freitag mit, dass Ende Juni das Betretungsverbot für zwei Personen verhängt worden sei - diese wollten sich auch künftig nicht gegen Corona impfen lassen. Da die Einrichtungsleitung mitgeteilt habe, geeignetes Ersatzpersonal eingestellt zu haben, bestehe kein Engpass und kein Grund für eine weitere Ausnahme von der Impfpflicht.

    16.20 Uhr: Zwei weitere Corona-Fälle bei der Fußball-EM der Frauen

    Die Niederlande und Italien müssen wegen positiver Corona-Tests bei der Frauenfußball-EM vorerst auf Spielerinnen verzichten. Mittelfeldspielerin Jackie Groenen sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte der niederländische Fußballverband am Sonntag auf Twitter mit.

    Der italienischen Mannschaft wird zumindest zum EM-Auftakt am Sonntag gegen Frankreich die 31 Jahre alte Valentina Cernoia fehlen, ebenfalls wegen eines positiven Corona-Tests, wie der italienische Fußballverband mitteilte. Zuvor gab es bereits zwei Corona-Fälle bei der österreichischen Nationalmannschaft.

    13.02 Uhr: Dritter Profi bei Tour de France mit Corona: Franzose Martin muss aussteigen

    Der Franzose Guillaume Martin ist als dritter Radprofi bei der Tour de France positiv auf Corona getestet worden. Der Teamkollege von Simon Geschke und Max Walscheid muss damit das Rennen beenden, wie das Cofidis-Team und der Weltverband UCI am Sonntag mitteilten. Martin lag auf dem 14. Gesamtrang in aussichtsreicher Position. "Wir sind nicht das einzige Team in der Situation. Man kann nur das Möglichste tun, um sich zu schützen. Ich denke, das haben wir auch gut gemacht. Das ist dann einfach Pech", sagte Walscheid der Deutschen Presse-Agentur. Am Samstagmorgen waren bereits der Norweger Vegard Stake Laengen, UAE-Teamkollege von Tadej Pogacar, und der Franzose Geoffrey Bouchard von der Mannschaft AG2R positiv getestet worden. Vor dem Start der Tour hatten sechs Profis aufgrund von Corona zurückziehen müssen.

    10.46 Uhr: Lauterbach: Long Covid ist großes Problem für Arbeitsmarkt

    Die bei manchen Corona-Infektionen auftretenden gesundheitlichen Langzeitfolgen sind nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nicht nur für die Betroffenen ein Problem, sondern auch für das Gesundheitswesen und die Gesellschaft insgesamt. "Wir haben nicht im Ansatz die Kapazität, die vielen Fälle zu versorgen", sagte er im Interview mit "Zeit Online". "Es gibt nicht genügend spezialisierte Ärzte, nicht genügend Behandlungsplätze, wir haben noch keine Medikamente. Hier kommt wirklich etwas auf uns zu." Die mit Long Covid verbundenen Probleme würden allgemein unterschätzt.

    10.00 Uhr: Corona setzt Intensivstationen wieder stärker unter Druck

    Mit steigenden Corona-Inzidenzen werden wieder mehr Betroffene auf den bayerischen Intensivstationen behandelt. Diese berichten wieder vermehrt von Einschränkungen im Betrieb, wie aus Zahlen des Intensivregisters hervorgeht. Stand Freitagnachmittag meldeten 73 Intensivstationen aus dem Freistaat einen eingeschränkten Betrieb, 42 berichteten von teilweisen Einschränkungen und nur noch 60 von regulärem Betrieb. Vor gut einem Monat war das Verhältnis zwischen eingeschränktem und regulärem Betrieb noch umgekehrt.

    Auch bei der Zahl der auf bayerischen Intensivstationen behandelten Corona-Patienten zeigt sich seit Mitte Juni ein Anstieg. Noch fällt er allerdings relativ gering aus: Stand Freitagnachmittag waren es 142. In den ersten Omikron-Wellen im Frühjahr hatte diese Zahl teils über 400 gelegen. Damals hatten allerdings auch die Inzidenzen bei gut dem Dreifachen der aktuellen Werte gelegen.

    08.48 Uhr: Tour-Führender Pogacar in Sorge vor Corona-Ansteckung durch Fans

    Nach der Corona-Infektion eines Teamkollegen sorgt sich der zweimalige Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar um die Sicherheit vor einer Ansteckung. Vor allem die Nähe zu den Fans während einer Etappe sieht er als Gefahrenquelle. "Jeden Tag schreien einen die Leute an den Anstiegen an, was ich mag. Aber es steigert die Wahrscheinlichkeit, sich mit Viren anzustecken", sagte der Slowene. Am Samstag musste sein Helfer Vegard Stake Laengen wegen eines positiven Tests aufgeben. Pogacar hofft, dass das Virus nicht in der Team-Blase ist und der Norweger sich tatsächlich durch einen Fan angesteckt hat. "Ich hoffe, dass es das war und wir bis zum Ende sicher sind."

    06.01 Uhr: Schirdewan fordert Rückkehr zu kostenlosen Corona-Tests

    Der Co-Vorsitzende der Linken, Martin Schirdewan, ruft die Bundesregierung zu einer Kurskorrektur bei der Corona-Bekämpfung auf. "Die Ampel muss die Fehlentscheidung zurücknehmen, die Bürgertest kostenpflichtig zu machen", sagt er der Funke Mediengruppe. "Testen galt ja bisher als die erfolgreichste Strategie, um das Infektionsgeschehen einzudämmen." An den Schulen müssten Luftfilter eingebaut werden und an den Kliniken müsse "schleunigst der Pflegenotstand gelindert" werden, warnt Schirdewan. Diese Hausaufgaben müssten vor dem dritten Pandemie-Winter erledigt werden.

    06.00 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz liegt über der Marke von 700

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 700,3. Im Vormonat waren es noch 276,9. Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom Robert Koch-Institut erfasster Fälle aus. Am Sonntag verzichtet das RKI zudem darauf, neue Zahlen zu veröffentlichen, da viele Gesundheitsämter am Wochenende ihre Daten nicht melden.

    Samstag, 09. Juli 2022

    16.25 Uhr: Chinesische Sonderverwaltungszone Macau verhängt einwöchigen Lockdown

    Wegen ihres bislang schlimmsten Corona-Ausbruchs schließt die chinesische Sonderverwaltungszone Macau eine Woche lang ihre Casinos. Auch andere nicht lebensnotwendige Geschäfte blieben von Montag an geschlossen, sagte Andre Cheong von der Stadtverwaltung bei einer Pressekonferenz. Die rund 600.000 Einwohner von Macau wurden aufgerufen, die Woche über ihre Wohnung nur in Notfällen zu verlassen. Zuwiderhandlungen würden mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft, sagte Cheong. Macau registrierte am Samstag 71 Corona-Neuinfektionen. Damit stieg die Fallzahl seit Beginn der aktuellen Infektionswelle am 18. Juni nach Behördenangaben auf 1374. Wie Festland-China verfolgt Macau eine strikte Null-Covid-Politik mit Lockdown-Maßnahmen und Abriegelungen im Fall von Ausbrüchen. Die Behörden kombinieren die einwöchigen Einschränkungen mit Massen-PCR-Tests.

    13.59 Uhr: Lauterbach wehrt sich gegen Vorwürfe

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist Vorwürfen entgegengetreten, die Regierung unternehme zu wenig gegen die Verbreitung des Coronavirus und schwere Erkrankungen. Viele Bürger fragten sich, ob jetzt eine Durchseuchung durch die Hintertür komme, schrieb der Minister im Kurznachrichtendienst Twitter. "Nein", versicherte er - der von ihm im Juni vorgestellte Sieben-Punkte-Plan zur Vorbereitung auf den Herbst laufe schon an. Dazu gehöre unter anderem "ein für alle Infektionsstufen ausreichendes Infektionsschutzgesetz", betonte der SPD-Politiker und fügte hinzu: "Ich verzichte gerne auf Urlaub dafür".

    Mit Blick auf Medikamente, die bei Risikopatienten einen schweren Krankheitsverlauf verhindern sollen, schrieb der Minister: "Wir haben die Medikamente und setzen sie nicht ein. Das ändert sich." Man stehe dazu in Kontakt mit der Ärzteschaft.

    12.03 Uhr: Rentenpräsidentin erwartet konstanten Beitragssatz

    Rentenpräsidentin Gundula Roßbach geht trotz der Corona-Pandemie von einem stabilen Rentenbeitragssatz bis Ende 2024 aus. Es gebe ein Rekordniveau bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. "Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Rentenversicherung gerade ein Plus von sechs Prozent bei den Beiträgen in den ersten fünf Monaten des Jahres", sagte Roßbach. "Nach den Prognosen, auf die sich die Regierung und auch wir uns stützen, haben wir in den beiden nächsten Jahren einen konstanten Beitragssatz von 18,6 Prozent", fügte sie hinzu.

    10.32 Uhr: DIHK: Coronabedingte Ausfälle problematisch für Wirtschaft

    Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht die steigenden Corona-Zahlen als eine große Belastung für die Wirtschaft. "Corona-bedingte Personalengpässe sind für viele Unternehmen eine Herausforderung - erst recht bei ohnehin schon bestehendem Fachkräftemangel", sagte DIHK-Präsident Peter Adrian dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Aufträge müssen abgelehnt werden oder ziehen sich in die Länge wie etwa beim Bau." Dienstleistungsangebote würden reduziert und Servicezeiten gekürzt.

    09.28 Uhr: Personalmangel in Krankenhäusern durch Krankheit und Urlaub

    Derzeit meldeten 736 und damit 55 Prozent der Intensivstationen in Deutschland, im teilweise eingeschränkten oder im eingeschränkten Betrieb zu arbeiten. Zurzeit würden 1.045 Menschen intensivmedizinisch behandelt - doppelt so viele wie zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr (545), sagte der DIVI-Präsident Gernot Marx den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Gleichzeitig haben wir gegenüber dem vergangenen Jahr fast 2.000 Intensivbetten weniger zur Verfügung, was vor allem dem Personalmangel geschuldet ist." "Vor allem die hohe Zahl erkrankter Mitarbeiter macht uns deshalb gerade im Gesundheitssystem zu schaffen - zudem einige auch endlich noch ihren verdienten Urlaub antreten, um mit neuer Kraft in die Wintermonate zu starten", sagte er. Eine Zahl wie in den kälteren Jahreszeiten mit höherer Covid-Belastung.

    06.10 Uhr: RKI registriert 95.919 Corona-Neuinfektionen

    Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 700,3 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 699,5 gelegen. Im Vormonat waren es noch 276,9. Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 95.919 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 98.669) und 104 Todesfälle (Vorwoche: 103) innerhalb eines Tages.

    04.00 Uhr: Intensivstationen wieder unter Druck

    Mit steigenden Corona-Inzidenzen werden wieder mehr Betroffene auf den bayerischen Intensivstationen behandelt. Diese berichten wieder vermehrt von Einschränkungen im Betrieb, wie aus Zahlen des Intensivregisters hervorgeht. Stand Freitagnachmittag meldeten 73 Intensivstationen aus dem Freistaat einen eingeschränkten Betrieb, 42 berichteten von teilweisen Einschränkungen und nur noch 60 von regulärem Betrieb. Vor gut einem Monat war das Verhältnis zwischen eingeschränktem und regulärem Betrieb noch umgekehrt. Auch bei der Zahl der auf bayerischen Intensivstationen behandelten Corona-Patienten zeigt sich seit Mitte Juni ein Anstieg. Noch fällt er allerdings relativ gering aus: Stand Freitagnachmittag waren es 142. In den ersten Omikron-Wellen im Frühjahr hatte diese Zahl teils über 400 gelegen. Damals hatten allerdings auch die Inzidenzen bei gut dem Dreifachen der aktuellen Werte gelegen. Seit einiger Zeit steigen die Inzidenten wieder quer durch alle Altersgruppen, zuletzt besonders stark bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter. Den wöchentlich beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlichten Zahlen zufolge waren stand Donnerstag die Gruppen zwischen 12 und 15 sowie zwischen 16 und 19 mit Inzidenzen von 985 und 922 am stärksten betroffen. Auch über die Hälfte der Intensivstationen in Deutschland müssen erneut im teilweise eingeschränkten oder eingeschränkten Betrieb arbeiten. "Vor allem die hohe Zahl (an Corona) erkrankter Mitarbeiter macht uns deshalb gerade im Gesundheitssystem zu schaffen", sagt Gernot Marx, der Präsident der Intensivmediziner Vereinigung (DIVI), der Funke Mediengruppe laut einem Vorabbericht.

    Freitag, 08. Juli 2022

    21.45 Uhr: Erster Corona-Fall bei der EM in England

    Erster Corona-Fall bei der EM der Fußballerinnen in England: Verteidigerin Lotte Wubben-Moy, die bei Englands 1:0-Erfolg zum Auftakt gegen Österreich nicht zum Einsatz gekommen war, ist positiv getestet worden. Dies teilte der englische Verband mit. Die 23-Jährige sei vorerst abgereist und werde engmaschig kontrolliert. Sobald Wubben-Moy genesen ist, soll sie schnellstmöglich wieder zu den Gastgeberinnen stoßen.

    12.10 Uhr: Ärztekammer-Präsident stellt breite Corona-Schutzmaßnahmen infrage

    Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sieht weitreichende Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus im Herbst skeptisch. Das Gesundheitssystem sei weit davon entfernt, überlastet zu sein, sagte Reinhardt dem Radiosender NDR Info. Er halte die Lage für beherrschbar. "Die Situation wird sich im Herbst natürlich ein bisschen anspannen, aber ob das tatsächlich ein schlimmer Herbst wird, da mache ich zum jetzigen Zeitpunkt nochmal ein kleines Fragezeichen."

    Die Menschen müssten sich im Umgang mit dem Virus eigenverantwortlicher zeigen, forderte er: "Wir müssen lernen, das auch ein bisschen zu akzeptieren und pragmatisch und im Rahmen der Möglichkeiten, die wir haben, damit umzugehen." Natürlich sei unklar, ob es neue Varianten des Virus oder andere Omikron-Varianten geben werde. Derzeit treffe das Virus aber auf eine weitgehend geimpfte oder genesene Bevölkerung.

    11.12 Uhr: Kita-Verband Bayern - Corona-Herbst jetzt planen

    Mit Blick auf den Herbst fordert der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen in Bayern die vorzeitige Planung von Corona-Maßnahmen. Es brauche ein klares Signal von staatlicher Seite, erklärte der Verband in München. Je früher Schutzmaßnahmen kommuniziert würden, desto leichter könnten sie auch umgesetzt werden. "Es werden wieder höhere Inzidenzen erwartet, es drängt die Zeit", sagte Geschäftsführerin Alexa Glawogger-Feucht.

    Die Umsetzung entsprechender Konzepte und Hygienemaßnahmen müsse der Staat finanziell unterstützen, hieß es.

    10.32 Uhr: Deutschland-Tourismus erreicht fast Vorkrisen-Niveau

    Der Deutschland-Tourismus hat sich im Mai nahezu auf Vorkrisen-Niveau erholt. Laut Statistischem Bundesamt wurden in dem Monat 43 Millionen Übernachtungen registriert. Das waren drei Mal so viele wie im Lockdown-Mai 2021 und nur noch 3,4 Prozent weniger als im Mai 2019, als von der Corona-Pandemie noch niemand etwas ahnte.

    Bei den Inländern wurden die Zahlen aus dem Frühjahr 2019 sogar um 0,5 Prozent übertroffen, wie die Behörde am Freitag berichtete. Die Gäste aus dem Ausland ließen hingegen noch auf sich warten, so dass ihre Zahl 21,9 Prozent niedriger ausfiel.

    08.25 Uhr: Epidemiologe Zeeb warnt vor Sorglosigkeit

    Der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb warnt angesichts einer möglicherweise starken Corona-Welle im Herbst und Winter vor allzu großer Sorglosigkeit. Spätestens im Herbst sollte es wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen und Schulen geben, sagte der Professor am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie dem Evangelischen Pressedienst (epd). Darüber hinaus halte er es zwar für vertretbar, weitere Schutzmaßnahmen der Eigenverantwortung der Bürger zu überlassen.

    Zudem warnte der Epidemiologe kürzlich oder aktuell infizierte Menschen davor, sich nicht auf einen über den Winter reichenden Immunschutz zu verlassen: „Das Kalkül geht nicht auf.“ Der Infektionsschutz halte nur kurz, auch weil sich das Spike-Protein, über das das Virus in die Wirtszellen eintritt, mit neu aufkommenden Varianten immer wieder verändere. In jedem Falle müsse die Politik eine neue Impfkampagne mit dem zu erwartenden Omikron-Impfstoff starten.

    07.52 Uhr: Klima-Sonderbeauftragte Baerbocks mit Corona infiziert

    Die Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik im Auswärtigen Amt, Jennifer Lee Morgan, ist während der Reise von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) nach Bali positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein am Donnerstagabend bei der Ankunft im Hotel auf Bali durchgeführter PCR-Test bei der Staatssekretärin sei positiv ausgefallen, hieß es aus Delegationskreisen. Ein Schnelltest am Freitagmorgen sei ebenfalls positiv gewesen. Morgan habe sich im Hotel isoliert und werde die Ministerin nicht weiter auf der Reise begleiten.

    06.25 Uhr: Bundesweite Inzidenz laut RKI bei knapp 700

    Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 699,5 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. In Bayern liegt der Wert sogar noch höher, bei 748.

    Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bundesweit bei 690,6 gelegen (Vorwoche: 682,7; Vormonat: 238,1). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

    Donnerstag, 07. Juli 2022

    20.00 Uhr: Deutlich mehr akute Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung

    Verglichen mit der gleichen Zeit in Jahren vor der Corona-Pandemie dürften laut Robert Koch-Institut (RKI) aktuell mehr Menschen in Deutschland akute Atemwegserkrankungen haben. Für die vergangene Woche würden 1,2 Millionen Arztbesuche aus diesem Grund und 4,5 Millionen Fälle angenommen, geht aus dem RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend hervor.

    Stichprobenartigen virologischen Untersuchungen zufolge stecke bei Erwachsenen hauptsächlich Sars-CoV-2 dahinter, bei Kindern hingegen seien vor allem andere Erreger die Ursache, hieß es. Genannt wurden Parainfluenza- und Rhinoviren.

    19.56 Uhr: Lauterbach sichert umfassende Vorbereitung für Corona-Herbst zu

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat Vorbereitungen für einen umfassenden Corona-Schutz für den Herbst zugesichert. "Die Pandemie wird leider nicht in die Sommerpause gehen", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Bundestag. Es sei aber auch nicht vorgesehen, dass die Pandemiebekämpfung in die Sommerpause gehe. "Wir dürfen und wir können es uns nicht leisten, ein drittes Mal nicht gut vorbereitet in den Herbst hineinzugehen." Es werde daher alles Notwendige getan, um der Situation zu begegnen. Die Opposition kritisierte den Corona-Kurs der Koalition scharf.

    18.22 Uhr: Millionen Menschen müssten Covid-19-Impfung auffrischen

    Angesichts einer guten Schutzwirkung von Corona-Auffrischimpfungen gegen schwere Verläufe auch in Omikron-Zeiten sieht das Robert Koch-Institut (RKI) bei Millionen Menschen weiteren Impfbedarf. "Neben dem Beginn der Impfung bei Ungeimpften besteht auch bei den bisher lediglich Grundimmunisierten der Bedarf, Impflücken zu schließen", geht aus einem Bericht hervor. "So müssten noch ca. 1,3 Mio. Personen im Alter ab 60 Jahren und ca. 7,9 Mio. Personen im Alter von 18-59 Jahren ihren Impfschutz mit mindestens einer Impfung auffrischen." Noch gar keine Impfung erhalten hätten rund 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahre und 1,9 Millionen ab 60.

    Bei der Corona-Impfquote in Deutschland hat sich laut dem Bericht zuletzt hauptsächlich bei der zweiten Auffrischimpfung für ältere Menschen noch etwas getan. Allerdings habe nach Daten bis Ende März die Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen noch keine zweite Auffrischimpfung erhalten, hieß es.

    16.22 Uhr: Linke protestieren gegen Abschaffung kostenloser Tests

    Linken-Regierungsvertreter aus drei Ländern haben gegen die Abschaffung der kostenlosen Bürgertests protestiert. Dies erhöhe das Gesundheitsrisiko von Menschen mit geringem Einkommen und gefährde die Existenz von Kultureinrichtungen, betonten sechs Senatoren beziehungsweise Minister aus Berlin, Bremen und Thüringen in einer gemeinsamen Erklärung.

    Zum 30. Juni trat eine neue Testverordnung in Kraft, wonach sich nur noch bestimmte Gruppen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Ausgenommen von der Bezahlung sind etwa Besucher von Pflegeheimen, Krankenhäusern und Einrichtungen für behinderte Menschen sowie pflegende Angehörige, behinderte Menschen mit Betreuungspersonen und kleine Kinder.

    15.30 Uhr: Göring-Eckardt dringt auf mehr Corona-Schutzmaßnahmen für den Herbst

    Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt drängt auf wieder schärfere Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie für den Herbst. Mit Blick auf die wieder deutlich gestiegenen Corona-Infektionszahlen sprach sich Göring-Eckardt dafür aus, für den Herbst wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen einzuführen. Auch neue Kontaktbeschränkungen sollten erwogen und wieder mehr Homeoffice ermöglicht werden. Der FDP, die sich gegen mehr Schutzmaßnahmen wehrt, warf die Grünen-Politikerin vor, die aktuelle Lage zu unterschätzen.

    Außerdem sollten sich zumindest Menschen mit geringen Einkommen wieder generell kostenlos testen lassen können. Die Situation sei derzeit wieder sehr ernst, die Intensivstationen liefen bereits wieder voll, sagte die Grünen-Politikerin dem Deutschlandfunk.

    14.38 Uhr: Muslimische Wallfahrt Hadsch beginnt mit gelockerten Corona-Regeln

    In der Nähe von Mekka in Saudi-Arabien haben sich Hunderttausende Pilger zum Beginn der muslimischen Wallfahrt Hadsch versammelt. Mit rund einer Million zugelassenen Pilgern liegt die Teilnehmerzahl wieder deutlich über jener des Vorjahres, als coronabedingt nur rund 60 000 Gläubige kommen durften. Einige der Corona-Regeln wurden nun gelockert. Vor der Pandemie nahmen im Jahr 2019 rund 2,5 Millionen Muslime teil. Der Hadsch ist eine der größten religiösen Versammlungen weltweit.

    In diesem Jahr wurden die Mundschutz-Regeln teils gelockert, zudem dürfen erstmals seit Beginn der Pandemie auch wieder Muslime aus dem Ausland anreisen. Die Gläubigen müssen aber weiterhin unter 65 Jahre alt und vollständig gegen Corona geimpft sein.

    12.55 Uhr: Peking schreibt Corona-Impfung für Fitnessstudios und Museen vor

    Bewohner der chinesischen Hauptstadt Peking müssen ab der kommenden Woche eine Impfung gegen das Coronavirus nachweisen, bevor sie Fitnessstudios und Museen betreten können. Auch für Bibliotheken gilt die Pflicht, aber nicht für Restaurants und Büros, wie die Behörden mitteilten. Die Gesundheits-App, in der Corona-Tests und ihre Ergebnisse festgehalten werden, sei überarbeitet worden, um die Anzeige des Impfstatus zu ermöglichen, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörden.

    Ausgenommen von der Impfpflicht an diesen Orten seien nur Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden könnten, hieß es. "Bei der Normalisierung der Kontrolle der Corona-Pandemie ist die Impfung immer noch die wirksamste Maßnahme, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen", teilte Behördensprecher Ang Li mit. Mehr als 23 Millionen Menschen in Peking seien bereits geimpft. Wenn die Angabe korrekt ist, wären das mehr Menschen, als laut der letzten offiziellen Zählung 2020 in der Stadt dauerhaft leben.

    12.40 Uhr: Corona-Impfung für Bundeswehrsoldaten bleibt verpflichtend

    Für Bundeswehrsoldaten bleibt die Corona-Impfung verpflichtend. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies am Donnerstag die Klagen zweier Luftwaffenoffiziere gegen die Aufnahme der Covid-19-Impfung in die Liste der Pflichtimpfungen ab. Die Kläger sahen durch die Regelung unter anderem ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt und forderten, die Impfung von der Liste zu streichen, hatten damit aber nun keinen Erfolg.

    06.18 Uhr: Gericht verkündet Entscheidung zur Impfpflicht für Soldaten

    Das Bundesverwaltungsgericht verkündet am Donnerstag (11.00 Uhr) seine Entscheidung zur Corona-Impfpflicht für Bundeswehrsoldaten. Es geht um die Klage zweier Luftwaffenoffiziere gegen die Aufnahme der Covid-19-Impfung in die Liste der Pflichtimpfungen für Soldaten. Sie sehen darin einen Verstoß gegen Grundrechte wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit und fordern, die Impfung von der Liste zu streichen.

    05.40 Uhr: 135.402 Neuinfektionen – Inzidenz bei 690,6

    Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 690,6 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 678,8 gelegen (Vorwoche: 668,6; Vormonat: 199,9). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen. Der Vormonatstag (7. Juni) war der Dienstag nach Pfingsten mit vergleichsweise wenigen angegebenen Fällen.

    Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 135.402 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 132.671) und 108 Todesfälle (Vorwoche: 83) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 28.808.614 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

    Mittwoch, 06. Juli 2022

    20.22 Uhr: Pfizer wegen Covid-19-Pille gefragt

    Die Hoffnung auf steigende Umsätze mit dem Medikament Paxlovid für Covid-19-Patienten treibt den Aktienkurs von Pfizer um 1,2 Prozent nach oben. Die US-Arzneimittelbehörde genehmigte die Verschreibung der Pille für mit dem Virus infizierte Personen in Apotheken.

    18.22 Uhr: Urteil zu Corona-Impfpflicht für Soldaten wird am Donnerstag verkündet

    Im Prozess um die Corona-Impfpflicht für Bundeswehrsoldaten wird das Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag seine Entscheidung verkünden. Das sagte der Vorsitzende Richter am ersten Wehrdienstsenat, Richard Häußler, am Mittwochabend in Leipzig. Es geht in dem Verfahren um die Klage zweier Luftwaffenoffiziere gegen die Aufnahme der Covid-19-Impfung in die Liste der Pflichtimpfungen. Die Soldaten sehen darin einen Verstoß gegen Grundrechte wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit und fordern, die Impfung von der Liste zu streichen. Einer der Kläger, Oberstleutnant Marcus B., sagte am Mittwoch, es gehe ihm "persönlich um Wahrheitsfindung". Die Militärführung sei "von Angst geleitet" und wolle die Soldaten schützen. Die Wirkung der Corona-Impfungen und die Nebenwirkungen würden aber nicht hinterfragt.

    16.34 Uhr Marburger Bund verweist auf Engpässe in Kliniken wegen Corona-Sommerwelle

    Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat angesichts der zunehmenden Personalausfälle in Kliniken durch die Corona-Sommerwelle vor einer erneuten Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt. "Wir sehen Engpässe in Kliniken, insbesondere in Schleswig-Holstein mit seinen besonders hohen Infektionszahlen", sagte die Verbands-Vorsitzende Susanne Johna dem "Handelsblatt". "Aber auch in anderen Bundesländern können Stationen, Notaufnahmen und der Rettungsdienst wegen Personalmangels teilweise nicht mehr betrieben werden", mahnte sie weiter.

    15.44 Uhr: Größter Hadsch seit Anfängen der Corona-Pandemie begonnen - Eine Million Pilger in Mekka erwartet

    Im saudiarabischen Mekka hat am Mittwoch der größte Hadsch seit den Anfängen der Corona-Pandemie begonnen. Die muslimischen Pilger strömten zur Großen Moschee, um dort die Kaaba, den beeindruckenden schwarzen Würfel, zu umkreisen. Viele Pilger hielten Sonnenschirme in die Höhe, um sich vor der Sonne und den hohen Temperaturen von bis zu 42 Grad zu schützen. Der Hadsch umfasst neben der Umkreisung der Kaaba die Versammlung am Berg Arafat sowie die symbolische Steinigung des Teufels in Mina. Insgesamt werden in Mekka in diesem Jahr eine Million Pilger erwartet, unter ihnen 850.000 Gläubige aus dem Ausland. Alle Pilger in der heiligsten Stadt des Islam müssen geimpft sein und strenge Hygieneregeln einhalten. Die Behörden hatten eine Maskenpflicht angeordnet, die aber bisher weitgehend missachtet wurde.

    14.38 Uhr: Israel gibt Corona-Impfungen für Kleinkinder frei

    Israel gibt grünes Licht für Impfungen von Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren gegen Covid-19. Das israelische Gesundheitsministerium empfiehlt die Impfung vor allem denjenigen, die aufgrund einer chronischen Krankheit oder einer medizinischen Behandlung einem hohen Risiko ausgesetzt sind. Das Land verzeichnete in den vergangenen Wochen einen Anstieg der Corona-Fälle, hat aber davon abgesehen, erneut Beschränkungen für große Menschenansammlungen zu verhängen oder das Tragen von Masken vorzuschreiben, nachdem die bisher größte Infektionswelle im Januar ihren Höhepunkt erreicht hatte. Etwa die Hälfte der 9,4 Millionen Einwohner Israels hat drei Dosen des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer erhalten, etwa 830.000 Menschen bekamen eine vierte Dosis.

    14.13 Uhr: Corona-Krisenfonds WSF beschert Deutschland 2021 Gewinn von über 100 Millionen

    Deutschland hat mit dem Corona-Krisenfonds WSF im vergangenen Jahr ein gutes Geschäft gemacht. Der Überschuss summierte sich 2021 auf 104,1 Millionen Euro, nachdem 2020 ein Minus von knapp 26 Millionen zu Buche gestanden hatte, wie die Finanzagentur, die den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) verwaltet, am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Der Gewinn resultierte unter anderem aus dem Verkauf von Lufthansa-Aktien, Zinserträgen aus gewährten Hilfen sowie Wertanpassungen bei Stillen Beteiligungen und Nachrangdarlehen. Der WSF wurde 2020 bei Ausbruch der Coronavirus-Pandemie ins Leben gerufen, um Unternehmen zu retten und Arbeitsplätze zu sichern.

    13.39 Uhr: Neues Corona-Sorgenkind? Forscher bewertet BA.2.75 noch zurückhaltend

    Eine weitere Sublinie der Corona-Variante Omikron namens BA.2.75 wird von einem Experten für Virusevolution noch mit Zurückhaltung gesehen. Sie habe zwar eine Reihe von relevanten Mutationen, sei aber bislang sehr selten und hauptsächlich in Indien beobachtet worden, teilte Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel auf dpa-Anfrage mit. "Es ist durchaus möglich, dass BA.2.75 eine global erfolgreiche Variante wird, es ist aber zu früh, dies mit Sicherheit zu sagen."

    13.17 Uhr: China: Millionen Menschen nach neuen Corona-Ausbrüchen im Teil-Lockdown

    In China müssen Millionen Menschen wegen neuer Corona-Ausbrüche erneut harte Beschränkungen hinnehmen. In der zentralchinesischen Stadt Xi’an begann heute (Mittwoch) ein einwöchiger Teil-Lockdown – wegen rund zwei Dutzend Corona-Fällen in der 13-Millionen-Stadt. Auch in anderen Landesteilen gibt es neue Corona-Beschränkungen.

    11.15 Uhr: TK-Analyse - Long-Covid-Betroffene im Schnitt mehr als hundert Tage krank geschrieben

    Menschen, die unter Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung leiden, sind nach einer Analyse der Techniker Krankenkasse (TK) im Schnitt mehr als hundert Tage krank geschrieben. Bereits Long-Covid-Betroffene mit leichtem Krankheitsverlauf waren 2021 durchschnittlich 90 Tage arbeitsunfähig gemeldet, wie aus einer Sonderauswertung zum TK-Gesundheitsreport hervorgeht.

    Long-Covid-Betroffene, die wegen ihrer Coronainfektion mehr als sieben Tage im Krankenhaus lagen, waren im darauffolgenden Jahr im Schnitt 168 Tage krank geschrieben. Bei Menschen, die im Krankenhaus beatmet werden mussten, waren es sogar durchschnittlich 190 Tage. Über alle Krankheitsstufen hinweg lag der Schnitt laut Kassenreport bei 105 Tagen. Von den TK-versicherten Erwerbstätigen, die im Jahr 2020 eine Covid-19-Diagnose erhielten, war im Jahr 2021 knapp ein Prozent mit der Diagnose Long Covid krank geschrieben. Dieser Anteil sei relativ gering, erklärte TK-Chef Jens Baas. Es sei aber "zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer" auszugehen.

    10.58 Uhr: Angespannte Corona-Lage in den Kinder- und Hausarztpraxen - "Zahlen wie im Winter"

    Bayerns Kinderarztpraxen sind unter Druck, sagt Dr. Philipp Schoof vom bayerischen Verband für Kinder- und Jugendärzte. Seit es wieder mehr Corona-Neuinfektionen gibt, fällt auch vermehrt Personal aus, während gleichzeitig viel zu tun ist: Denn obwohl Sommer ist, kämen viele Kinder neben Covid vor allem mit anderen Erkältungskrankheiten oder Fieber in die Praxen. "Wir haben Zahlen wie im Winter", sagt Schoof.

    Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, bestätigt, dass die Corona-Sommerwelle seit ein paar Wochen in den Hausarzt-Praxen angekommen ist. Lediglich im Mai habe das Personal durchschnaufen können: "Wir sind seit über zwei Jahren im Ausnahmemodus."

    09.35 Uhr: Polizistin wegen Verdacht auf Fälschung von Impfausweisen rechtmäßig entlassen

    Eine Polizeibeamtin auf Probe ist wegen des Verdachts der Fälschung von Corona-Impfausweisen laut einem Gerichtsbeschluss zu Recht entlassen worden. Bereits vor einer abschließenden Entscheidung in dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren lasse sich aus dem bisher feststehenden Sachverhalt schlussfolgern, dass sie sich "aufgrund charakterlicher Mängel in der Probezeit nicht bewährt habe", teilte das Verwaltungsgericht des Saarlandes in Saarlouis mit. Eine Beschwerde an das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes ist möglich. Ende 2021 hatte das Landespolizeipräsidium unter Leitung der Staatsanwaltschaft Saarbrücken Ermittlungen gegen die Frau aufgenommen. Sie wird verdächtigt, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, Impfnachweise zum Einzelpreis von 100 Euro an Dritte verkauft zu haben.

    08.55 Uhr: Verwendung von Masken-Attest aus dem Internet kann strafbar sein

    Wer ein Blanko-Attest aus dem Internet zur Befreiung von der Maskenpflicht verwendet, kann sich strafbar machen. Beim Vorlegen dieser Bescheinigung werde der Anschein erweckt, es habe eine ärztliche Untersuchung stattgefunden, teilte das Oberlandesgericht (OLG) Celle mit. Dies könne als Gebrauch eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses gewertet werden. Das Landgericht Hannover hatte einen Angeklagten in einem solchen Fall zu einer Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen verurteilt. Das OLG Celle bestätigte in seinem Beschluss, dass die Verwendung des aus dem Internet heruntergeladenen Attests strafbar sein kann.

    Dennoch wurde das Urteil des Landgerichts aus dem Dezember 2021 zunächst aufgehoben und das Verfahren zurückverwiesen. Die Richter müssten prüfen, ob das Formular mit einer (eingescannten) Unterschrift des Arztes versehen war, erklärte das OLG. Anderenfalls läge kein Gesundheitszeugnis vor. Auch die Strafzumessung sei näher zu begründen. Der Beschluss aus Celle ist rechtskräftig.

    08.01 Uhr: Ärzteverband - Gesundheitssystem "stellenweise wieder an Grenzen"

    Angesichts von Personalausfällen in Kliniken wegen der Corona-Sommerwelle warnt der Ärzteverband Marburger Bund vor Einschränkungen bei der Gesundheitsversorgung. "Wir sehen Engpässe in Kliniken, insbesondere in Schleswig-Holstein mit seinen besonders hohen Infektionszahlen", sagte die Vorsitzende Susanne Johna dem "Handelsblatt". Aber auch in anderen Bundesländern könnten "Stationen, Notaufnahmen und der Rettungsdienst wegen Personalmangels teilweise nicht mehr betrieben werden. Wir müssen außerdem davon ausgehen, dass in den kommenden Wochen noch mehr Personal ausfällt".

    Insgesamt sei die Lage zwar zu schaffen, aber das Gesundheitssystem komme "stellenweise wieder an Grenzen", sagte Johna. Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft warnte erneut vor der Gefahr gleichzeitiger Corona- und Grippewellen im Herbst. Mit Blick auf die politische Debatte darüber, welche Corona-Schutzmaßnahmen dann möglich sein sollen, kritisierte sie eine "Hängepartie".

    06.30 Uhr: Weiter Unmut über Sachverständigen-Gutachten

    Der Streit über das Sachverständigen-Gutachten zu den Corona-Maßnahmen geht weiter. Drei Mitglieder der Kommission wehren sich in einem Beitrag für "Zeit Online" gegen die Kritik an ihrer Arbeit. "Die Kommission wird eingesetzt, arbeitet, liefert pünktlich. Und muss am Tag der Abgabe von führenden Politikerinnen und Politikern lesen, dass man "eh schon alles wisse" und das Gutachten kein 'Bremsklotz' sein dürfe", schreiben die Sozialforscherin Jutta Allmendinger, der Volkswirt Christoph Schmidt und der Virologe Hendrik Streeck.

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigte seine eigenen Anmerkungen zur Arbeit der Kommission am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". "Ich weiß, wie undankbar das ist", sagte er mit Blick auf die ehrenamtliche Tätigkeit der Gutachter. Fehler bei der Besetzung der Kommission - etwa mit zu wenigen Virologen - seien in der vergangenen Legislaturperiode gemacht worden. "Ich hatte mit der Besetzung nichts zu tun."

    06.00 Uhr: 130.728 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 678,8

    Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 678,8 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 687,7 gelegen (Vorwoche: 646,3; Vormonat: 253,8). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

    Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 130.728 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 133.950) und 122 Todesfälle (Vorwoche: 175) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 28.673.212 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

      Dienstag, 05. Juli 2022

      23.05 Uhr: Omikron-Untervarianten machen bis zu 70 % der Neuinfektionen in den USA aus

      In den USA sind über 70 Prozent der Neuinfektionen seit Samstag auf die Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5 zurückzuführen. Das ist ein Anstieg von rund 20 Prozent im Vergleich zu der Vorwoche, teilt die Seuchenbehörde CDC mit. Die Arzneimittelbehörde FDA empfahl jüngst angepasste Covid-Impfstoffe zur Bekämpfung der vorherrschenden Omikron-Untervarianten für den Herbst.

      Die US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration empfahl letzte Woche den Herstellern des COVID-19-Impfstoffs, das Design ihrer Auffrischungsimpfungen ab diesem Herbst zu ändern, um Komponenten einzubauen, die auf die Bekämpfung von BA.4 und BA.5 zugeschnitten sind.

      18.45 Uhr: Wenige Tage nach Nato-Gipfel: Spaniens Königin Letizia hat Corona

      Spaniens Königin Letizia ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die 49-Jährige habe allerdings nur leichte Symptome, teilte das Königshaus am Dienstag in Madrid mit. Die Ehefrau von König Felipe VI. (54) hatte erst am Montagabend zusammen mit dem Monarchen und den beiden Töchtern, Kronprinzessin Leonor (16) und Infantin Sofía (15), an einer Preisverleihung in Barcelona teilgenommen. Vorige Woche hatte sie beim Nato-Gipfel in Madrid US-Präsident Joe Biden und viele weitere Teilnehmer begrüßt.

      15.30 Uhr: China verhängt erneut Lockdown über 13-Millionen-Einwohner-Stadt

      Wegen einer drohenden "Explosion" an Infektionen ist in China erneut ein rigoroser Lockdown über eine 13-Millionen-Einwohner-Stadt verhängt worden. Geschäfte, Schulen und Restaurants der für ihre Terrakotta-Armee berühmten Millionenmetropole Xi'an bleiben nach Angaben der Stadtverwaltung von Mittwoch an für eine Woche geschlossen. Dadurch sollte "die Gesellschaft so weit wie möglich zur Ruhe kommen", die Mobilität reduziert und das Infektionsrisiko gesenkt werden. Seit Samstag wurden in Xi'an den Behörden zufolge 18 Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante registriert.

      15.03 Uhr: Curevac klagt gegen Biontech

      Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hat in Deutschland eine Klage gegen den Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech SE und zwei Tochterunternehmen eingereicht. Das Unternehmen spricht von Patentrechtsverletzung. Wie Curevac am Dienstag weiter mitteilte, fordert es eine "faire" Entschädigung für die Verletzung einer Reihe der geistigen Eigentumsrechte aus mehr als zwei Jahrzehnten Pionierarbeit in der mRNA-Technologie, die bei der Herstellung und dem Verkauf des Impfstoffs Comirnaty von Biontech/Pfizer (Deutschland/USA) verwendet wurden. Die Klage wurde vor dem Landgericht Düsseldorf erhoben.

      Curevac strebt nach eigener Aussage keine einstweilige Verfügung an und beabsichtigt auch nicht, rechtliche Schritte einzuleiten, die die Produktion, den Verkauf oder den Vertrieb von Comirnaty behindern könnten.

      Curevac arbeitet wie sein Konkurrent Biontech mit einem Wirkstoff auf Basis von sogenannter messenger-Ribonukleinsäure (mRNA), die auch als Boten-RNA bezeichnet wird. Der von Curevac entwickelte Corona-Impfstoff erzielte in Tests allerdings nicht die erhoffte Wirksamkeit, weshalb der Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittelagentur dafür zurückgezogen wurde. Gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GSK konzentriert sich Curevac nun auf die Entwicklung eines Impfstoffkandidaten der zweiten Generation.

      14.26 Uhr: Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt auf 1049

      Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen derzeit weiter an. Die Zahl der registrierten Corona-Patienten auf Intensivstationen legte am Dienstag auf 1049 zu - nach 958 vor einer Woche. Der Wert ist seit Anfang Juni fast kontinuierlich nach oben geklettert. Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnete zudem 147.489 Neuinfektionen. Am Dienstag vor einer Woche waren es 142.329. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 687,7 von 650,7 am Vortag. Sie gibt an, wie viele Menschen sich pro 100.000 Einwohnern in einer Woche infiziert haben. Gesundheitsminister Karl Lauterbach spricht von einer "Sommerwelle". Die Ampel-Koalition will das Infektionsschutzgesetz erneut ändern und dann auch Corona-Schutzmaßnahmen für den Herbst und Winter beschließen. Die bisherigen, stark abgespeckten Regeln enden am 23. September.

      06.21 Uhr: Besorgnis wegen Personalausfalls an Kliniken

      Der zunehmende Ausfall von Klinikpersonal durch die Corona-Sommerwelle lässt bei Krankenhäusern und Medizinern die Besorgnis wachsen. "Aus allen Bundesländern erreichen uns Meldungen, dass einzelne Stationen und Abteilungen auch wegen Personalmangel abgemeldet werden müssen", sagte der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zeitweise würden auch Notaufnahmen bei den Rettungsleitstellen abgemeldet. "Diese Situation besorgt uns erheblich mit Blick auf den bevorstehenden Herbst."

      05.17 Uhr: RKI meldet 147.489 Neuinfektionen

      In Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 147.489 auf über 28,5 Millionen. Das sind 5.160 Ansteckungen mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 142.329 gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 687,7 von 650,7 am Vortag. Den Angaben zufolge wurden 102 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gemeldet, die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 141.397.

      Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen.

      03.59 Uhr: Corona-Ausbruch in Macau weitet sich aus

      Die chinesische Glücksspiel-Metropole Macau meldet 89 neue Coronavirus-Fälle, womit sich die Gesamtzahl der Infektionen seit Mitte Juni auf über 900 erhöht. Mehr als 13.000 Menschen stehen offiziellen Angaben zufolge unter Quarantäne, um den größten Ausbruch seit Beginn der Pandemie einzudämmen. In der ehemaligen portugiesischen Kolonie wurde bislang offiziell kein Lockdown verhängt. Faktisch sind die meisten Einrichtungen geschlossen, Restaurants können nur Speisen zum Mitnehmen anbieten und die mehr als 600.000 Einwohner der Stadt sind aufgefordert, zu Hause zu bleiben und sich täglichen Tests zu unterziehen.

      01.00 Uhr: Patientenschützer fordern Rückkehr zu längerer Isolation

      Mit Blick auf den Herbst fordern Patientenschützer die Rückkehr zur zehntägigen Isolationspflicht für Corona-Infizierte. Diese solle nur dann verkürzt werden können, wenn ein PCR-Test negativ ausfalle. Die Verkürzung auf nur fünf Tage befeuere die unkontrollierte Ausbreitung des Virus, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, den Zeitungen der Funke Medientruppe. Damit werde es im Herbst für schwerstkranke, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen immer gefährlicher. Derzeit müssen Menschen mit einer Corona-Infektion nur noch fünf Tage in Isolation. Ein Freitesten am fünften Tag wird dringend empfohlen. Verpflichtend ist das Freitesten aber nur für Beschäftigte im Bereich Gesundheit und Pflege.

      Montag, 04. Juli 2022

      20.00 Uhr: Lauterbach und Kassenärzte einigen sich im Bürgertest-Streit

      Im Streit über die Abrechnung der sogenannten Bürgertests haben sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) geeinigt. An den neuen Regeln zu den Bürgertests ändere sich nichts.

      Die Bürgertests sind seit vergangenem Donnerstag nur noch für bestimmte Risikogruppen und Anlässe kostenlos. In vielen anderen Fällen wird eine Zuzahlung von drei Euro fällig. Wer Anspruch worauf hat, wurde in der Coronatestverordnung festgelegt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die für die Abrechnung der Tests zuständig ist, hatte die Regeln als zu bürokratisch kritisiert und angekündigt, die Bürgertests künftig nicht mehr abrechnen zu können. KBV-Chef Andreas Gassen hatte zudem eine komplette Einstellung der Tests gefordert und diese als "unsinnig" bezeichnet.

      19.00 Uhr: Verbandschef der Amtsärzte fordert mehr Abwasser-Analysen auf Corona

      Angesichts steigender Infektionszahlen in Deutschland wird eine flächendeckende Überwachung des Coronageschehens anhand von Abwasserproben diskutiert. "Die Abwasseranalyse ist ein hervorragendes Instrument für die Pandemiekontrolle", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, der Funke-Mediengruppe. "Optimal wäre, wenn alle Kommunen mitmachen würden." Je mehr Städte daran teilnehmen, desto präziser werde das Bild vom Infektionsgeschehen.

      Zwanzig Städte in Deutschland verfolgen bereits in einem Pilotprojekt das Ziel, ein dauerhaftes Überwachungssystem einzurichten, um Entwicklungen in der Corona-Pandemie frühzeitig erkennen zu können, darunter unter anderem Potsdam, Stuttgart, Köln, Dresden und Jena. Es geht darum, anhand der Virenkonzentration im Abwasser zu ermitteln, wie verbreitet Corona in einer Region ist. Die Methode koste wenig, der Aufwand sei gering, und man bekomme ein Echtzeit-Lagebild der Pandemie, sagte Nießen.

      13.30 Uhr: Corona-Sommerwelle in Griechenland trifft vor allem Urlaubsregionen

      Wie andere EU-Länder verzeichnet auch Griechenland einen starken Anstieg der Corona-Zahlen. Betroffen seien vor allem junge Leute im Alter von 18 bis 24 Jahren, und diese Altersgruppe hauptsächlich in touristischen Regionen, teilte die griechische Gesundheitsbehörde am Montag mit. So stieg die Zahl der Neuinfektionen zuletzt auf den Inseln Korfu, Kefalonia und Zakynthos im Ionischen Meer. Aber auch Kreta und die Region Attika samt der Hauptstadt Athen sind betroffen - ebenso die südliche Ägäis mit Inseln wie Mykonos, Rhodos, Kos und Paros.

      12.10 Uhr: Kubicki für kürzere Quarantäne

      FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat sich angesichts der Corona-Ausfälle beim Personal an Kliniken in Schleswig-Holstein für kürzere Quarantänezeiten ausgesprochen. Im Deutschlandfunk sagte der Bundestagsvizepräsident am Montag, Länder und Gesundheitsämter könnten dies in eigener Zuständigkeit regeln, das bis zum 23. September in der aktuellen Form geltende Infektionsschutzgesetz räume diese Möglichkeit ein.

      Mit Blick auf den Herbst schloss der FDP-Politiker Regelungen im Infektionsschutzgesetz aus, die Ausgangssperren, "einen flächendeckenden Lockdown", "branchenspezifische Schließungen" oder Schulschließungen ermöglichen.

      11.18 Uhr: VGH: Corona-Verordnungen waren zwischenzeitlich formell rechtswidrig

      Die baden-württembergischen Corona-Verordnungen im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 waren wegen der Art und Weise, wie die Landesregierung sie verkündet hat, zwischenzeitlich formell rechtswidrig. Die Notverkündung im Internet habe nicht den Anforderungen an eine wirksame Ausfertigung genügt, entschied der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim nach Angaben vom Montag. Eine ausgefertigte Originalurkunde mit Unterschrift unter anderem des Ministerpräsidenten habe sowohl für die Corona-Verordnung vom 17. März 2020 als auch für die nachfolgenden Änderungsverordnungen jeweils erst wenige Tage später vorgelegen.

      In der Sache bestätigte der VGH, dass Geschäfte und Einrichtungen geschlossen wurden. Geklagt hatten ein Fitnessstudio (Az.: 1 S 926/20), ein Inhaber von drei Restaurants (1 S 1067/20) und ein Betreiber von Parfümerien (1 S 1079/20). Sie wollten feststellen lassen, dass die Schließung ihrer Betriebe im ersten Lockdown rechtswidrig war, um Schadenersatz- und Entschädigungsansprüche geltend machen zu können.

      10.49 Uhr: BDI - Corona-Echtzeitdaten sind nur frommer Wunsch

      Die deutsche Wirtschaft glaubt nicht an die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach angestrebte Verbesserung der Corona-Daten. "Ein Echtzeitlagebild und eine systematische Begleitforschung sind mangels verfügbarer Daten und fehlender Digitalisierung in der Verwaltung ein frommer Wunsch", sagt der Präsident des Industrieverbandes BDI, Siegfried Russwurm. Bund und Länder müssten jetzt gemeinsam Standards für Schutzmaßnahmen im Herbst vorlegen. "Nur so lässt sich aus dem föderalen Bürokratie-Chaos herausfinden."

      10.30 Uhr: Lage in Kliniken in Schleswig-Holstein wegen Corona weiter angespannt

      Wegen Corona-Fällen in der Belegschaft ist die Lage in den Krankenhäusern in Schleswig-Holstein weiter angespannt. "Es ist überall nennenswert bis schwierig", sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, Patrick Reimund, am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Patientenzahlen. Vor allem die Notaufnahmen seien derzeit überproportional überlastet. Ein Treiber des Infektionsgeschehens im Kieler Raum könnte Reimund zufolge die Kieler Woche Ende Juni gewesen sein. Es sei derzeit noch nicht abzuschätzen, wie sich die Lage in den kommenden Tagen entwickeln werde.

      05.15 Uhr: Lauterbach: Schulschließungen nicht gänzlich ausschließen

      Anders als der Kanzler und die FDP möchte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bei der anstehenden Vorbereitung auf eine große Corona-Welle im Herbst auch Schulschließungen nicht völlig ausschließen. "Ich halte sie für sehr, sehr unwahrscheinlich. Sie wären dann das allerletzte Mittel. Aber sie kategorisch auszuschließen, da wäre ich vorsichtig, weil: Wir wissen ja nicht, welche (Virus-)Varianten kommen", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will" auf wiederholte Nachfrage. Eine weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens durch einen Lockdown hält er als Schutzinstrument dagegen nicht mehr für nötig. "Dafür haben wir einfach einen zu guten Immunstatus in der Bevölkerung", erklärte er.

      05.11 Uhr: Industriepräsident blickt mit großer Sorge auf Corona im Herbst

      Die Wirtschaft in Deutschland blickt laut Industriepräsident Siegfried Russwurm mit großer Sorge auf die Corona-Entwicklung im kommenden Herbst. "Neben der Doppelkrise aus Corona-bedingten Lieferengpässen und den Folgen des Krieges in der Ukraine drohen hohe Personalausfälle aufgrund der epidemischen Lage, die große Teile der deutschen Wirtschaft schwerwiegend belasten würden", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) der Deutschen Presse-Agentur.

      Die Corona-Politik der vergangenen drei Jahre sei gemessen an den steigenden Infektionszahlen und den erfolgten erheblichen Grundrechtseingriffen enttäuschend. "Noch immer gibt es keine vernünftige Datenlage, noch immer werden Inzidenzen per Hand eingesammelt, teilweise mit erheblichem Zeitverzug", kritisierte Russwurm.

      05.01 Uhr: Kaum noch gefälschte Corona-Impfpässe

      Mit der massiven Lockerung der Corona-Maßnahmen ist auch die Zahl der entdeckten gefälschten Impfpässe und Genesenenausweise deutlich zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2022 registrierte das bayerische Landeskriminalamt rund 1.850 Anzeigen von Urkundsdelikten mit Bezug zur Corona-Impfthematik, wie eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. "Im Januar 2022 wurden noch Fallzahlen im hohen dreistelligen Bereich bekannt. Aktuell haben sich die Anzeigenvorgänge auf einen niedrigen dreistelligen Bereich reduziert", erläuterte ein Sprecher. Seit Frühjahr 2021 hatten die Beamten insgesamt mehr als 5.500 Mal gefälschte Aufkleber, Etiketten und Stempel in den Impfausweisen, gefälschte Zertifikate oder Genesenennachweise verzeichnet. "In der Gesamtschau ist seit Lockerung der Corona-Maßnahmen ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen zu beobachten", resümierte der Sprecher nun.

      01.03 Uhr: Amtsärzte: Abwasser in allen Städten auf Coronavirus analysieren

      Die Amtsärzte fordern, dass das Abwasser in allen Kommunen auf Corona-Spuren untersucht wird, um das Infektionsgeschehen besser einschätzen zu können - und nicht nur wie bisher in einigen Städten und Gemeinden. "Die Abwasseranalyse ist ein hervorragendes Instrument für die Pandemiekontrolle", sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, der Funke-Mediengruppe. In Köln sei durch die Analyse festgestellt worden, dass bei den offiziellen Corona-Meldezahlen nur die Hälfte der Infektionen erfasst würden. Nießen leitet des Kölner Gesundheitsamt und ist Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

      Bislang nähmen nur 20 deutsche Städte am EU-Abwassermonitoring teil, sagte Nießen. "Optimal wäre, wenn alle Kommunen mitmachen würden. Je mehr Städte daran teilnehmen, desto präziser wird unser Bild vom Infektionsgeschehen." Die Methode koste wenig, der Aufwand sei gering, und man bekomme ein Echtzeit-Lagebild der Pandemie.

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