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Europäer trainieren ihre Muskeln zu wenig | BR24

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Frauen treiben weniger Kraftsport, ebenso ältere, weniger gebildete und fettleibige Menschen, so das Fazit einer neuen Studie.

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    Europäer trainieren ihre Muskeln zu wenig

    Nicht nur Ausdauersport, auch Muskeltraining ist wichtig für unsere Gesundheit. Doch nicht einmal ein Fünftel aller Europäer kommt laut einer neuen Studie auf den von Wissenschaftlern empfohlenen Trainingsumfang von zwei oder mehr Tagen pro Woche.

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    Von
    • Sylvaine von Liebe

    Mehr und mehr Studien legen nahe, dass das Training der Muskeln mindestens genauso wichtig für die Gesundheit ist wie etwa Laufen, Radfahren oder andere Arten des Ausdauertrainings. So wurden regelmäßige Muskelaufbau-Übungen wie zum Beispiel Liegestützen, Kniebeugen, Gewichtstraining mit Hanteln oder an Geräten unter anderem mit einem geringeren Risiko für Diabetes, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

    Kein Spitzenplatz für Deutschland beim Muskeltraining

    Eine neue Studie der australischen Universität von Southern Queensland, die jetzt im Fachmagazin "PLOS ONE" veröffentlicht wurde, zeigt nun aber, dass die wenigsten Erwachsenen in Europa sich an die Empfehlung von Experten halten, an zwei oder mehr Tagen in der Woche ihre Muskelkraft zu trainieren. Besonders wenig wird demnach in Südosteuropa gesportelt. Deutschland befindet sich auf Platz 6 der 28 in der Studie untersuchten Länder.

    Auch WHO und andere Experten empfehlen regelmäßiges Muskeltraining

    Schon in den 2016 veröffentlichten "Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung von Deutschland" heißt es unter dem Kapitel "Bewegungsempfehlungen für Erwachsene" - neben dem Rat zu anderem Sport:

    "Erwachsene sollten zusätzlich muskelkräftigende körperliche Aktivitäten an mindestens zwei Tagen pro Woche durchführen." Auszug aus "NationalenEmpfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung von Deutschland"

    Und auch die gerade veröffentlichten Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO empfehlen vor allem Senioren, an mindestens zwei Tagen pro Woche, mit bestimmten Übungen ihre Muskeln zu kräftigen.

    Die meisten Sportmuffel leben in Südosteuropa

    Die Realität sieht allerdings anders aus, wie die nun veröffentlichte Analyse von 280 600 Datensätzen, die aus der in den Jahren 2013 und 2014 erfolgten EU-weiten Umfrage "European Health Interview Survey" (EHIS wave 2) stammen, zeigt: Gerade einmal 17,3 Prozent der Befragten gaben an, zwei oder mehr Tage pro Woche Krafttraining zu betreiben. Am meisten trainieren demnach die Isländer, Schweden und Dänen ihre Muskeln, am wenigsten die Rumänen, Malteser, Zyprier sowie die Polen und Kroaten.

    Frauen, Ältere und Arme machen weniger Muskeltraining

    Außerdem konnten die Forscher um Jason Bennie, Studienleiter und Wissenschaftler an der University of Southern Queensland in Australien, weitere Faktoren ausmachen, die offenbar Einfluss auf ein regelmäßiges Krafttraining haben. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen ihre Muskelkraft nicht ausreichend trainieren höher, je älter sie sind, je weniger Ausdauertraining sie machen, je geringer ihr Einkommen und ihr Bildungsniveau ist. Auch wirkten sich laut der Studienautoren Übergewicht, Fettleibigkeit und die Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes als schlecht negativ auf die Ausübung von Muskeltraining aus. Und ein weiteres Ergebnis der Studie: Frauen betrieben insgesamt weniger Kraftsport als Männer.

    Die Daten der Studie und das Fazit

    An der Umfrage, deren Daten die Forscher um Jason Bernie für ihre Untersuchungen verwendet haben, hatten alle EU-Mitgliedsstaaten sowie Island und Norwegen teilgenommen. Die Wissenschaftler konzentrierten sich bei ihrer Analyse allerdings nur auf Erwachsene Teilnehmer über 18 Jahre. Ebenso wurden Belgien und die Niederlande bei ihren Untersuchungen nicht berücksichtigt, weil das Training der Muskeln auch bei der europäischen Untersuchung nicht abgefragt worden war. Auch die Dauer des Trainings war nicht Gegenstand der damaligen Umfrage.

    Die Autoren der Studie sehen in ihren Ergebnissen Hinweise dafür, welche Gruppen besonders im Fokus möglicher Gesundheitsinterventionen stehen sollten.

    Mini-Revival der TV-Gymnastik aufgrund Corona

    In der Corona-Pandemie Sport zu treiben und seine Muskeln zu trainieren, das ist für viele bei geschlossenen Sportstätten und den bestehenden Kontaktbeschränkungen nicht wie gewohnt möglich. Eine gute Alternative bieten da die TV-Formate. Im BR Fernsehen ist das seit rund 30 Jahren vor allem die Sendung "Tele-Gym", zuvor bot die Skigymnastik mit Skistar Rosi Mittermaier Sportübungen für Fernsehzuschauer an.

    Steigende Zahlen für "Tele-Gym"

    Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Interesse an der Sendung "Tele-Gym" stark angestiegen, wie auch Zahlen belegen: Vor dem ersten Lockdown zog die Sendung von Jahresanfang bis Mitte März werktags gegen 8.30 Uhr durchschnittlich 71 000 Zuschauer bundesweit an, seit dem ersten Lockdown sind es durchschnittlich 87 000, die die Sendung ansehen. Und innerhalb der Zeit des ersten Lockdowns waren es sogar im Durchschnitt 110 000 Zuschauer.

    In diesem Jahr führte der BR ein weiteres Mitmach-Format "Fit mit Felix" mit Ski-Star Felix Neureuther ein, das vor allem für digitale Kanäle konzipiert ist. Zudem läuft derzeit sonntags eine Folge im BR Fernsehen.

    © BR/dpa

    Christiane Reiter mit der Aerobic-Crew der Sendung "Tele-Gym" im Bayerischen Rundfunk. Die Sendung erlebt derzeit ein "revival".

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